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		<title>Gilles Dauv&#233;/Karl Nesic - Kommunisierung: ein &#8222;Aufruf&#8220; und eine &#8222;Einladung&#8220; (2004)</title>
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		<dc:date>2026-09-19T11:15:53Z</dc:date>
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		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Gilles Dauv&#233;</dc:subject>
		<dc:subject>Appellismus</dc:subject>
		<dc:subject>Meeting</dc:subject>
		<dc:subject>Karl Nesic</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Der Lauf der Dinge hat daf&#252;r gesorgt, dass es im Fr&#252;hling 2004 zu zwei Versuchen &#8222;kommunisierender&#8220; Bekr&#228;ftigung kam. Einerseits ein Treffen zur Vorbereitung einer Zeitschrift, Meeting, mit dem Ziel, verschiedene, sich auf die Str&#246;mung der Kommunisierung berufende Leute zusammenzubringen, obwohl sie in diesem Fall vor allem Th&#233;orie communiste nahestehen. Parallel dazu, ohne sichtliche Verbindung zu diesem Zeitschriftenprojekt, die Ver&#246;ffentlichung eines kleinen B&#252;chleins, Aufruf, ohne Autor, (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Gilles-Dauve" rel="tag"&gt;Gilles Dauv&#233;&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Appellismus" rel="tag"&gt;Appellismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Meeting" rel="tag"&gt;Meeting&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Karl-Nesic" rel="tag"&gt;Karl Nesic&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/aufrufmeeting.jpg?1789815230' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='32' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der Lauf der Dinge hat daf&#252;r gesorgt, dass es im Fr&#252;hling 2004 zu zwei Versuchen &#8222;kommunisierender&#8220; Bekr&#228;ftigung kam. Einerseits ein Treffen zur Vorbereitung einer Zeitschrift, &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt;, mit dem Ziel, verschiedene, sich auf die Str&#246;mung der Kommunisierung berufende Leute zusammenzubringen, obwohl sie in diesem Fall vor allem Th&#233;orie communiste nahestehen. Parallel dazu, ohne sichtliche Verbindung zu diesem Zeitschriftenprojekt, die Ver&#246;ffentlichung eines kleinen B&#252;chleins, &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt;, ohne Autor, Adresse oder Ort der Ver&#246;ffentlichung, ein Beitrag zu Aktivit&#228;ten, die ebenfalls zur Kommunisierung hin tendieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von Kommunisierung zu sprechen, ist gleichbedeutend mit der Bekr&#228;ftigung, dass eine k&#252;nftige Revolution nur einen emanzipatorischen Zweck und Erfolgschancen haben kann, wenn sie von Anfang an auf allen Ebenen eine kommunistische Transformation einleitet, bez&#252;glich der Lebensmittelproduktion als auch der Art und Weise, wie sie verspeist werden, aber auch, wie wir von einem Ort zum anderen kommen, uns unterbringen, lernen, reisen, lesen, nichts tun, lieben, nicht lieben, debattieren und &#252;ber unsere Zukunft entscheiden usw. Ein solcher Prozess ersetzt die (notwendigerweise gewaltt&#228;tige) Zerst&#246;rung des Staates und der die Ware und die Lohnarbeit st&#252;tzenden Institutionen nicht, sondern begleitet und verst&#228;rkt sie. Diese weltweite Transformation w&#252;rde sich wahrscheinlich &#252;ber Generationen erstrecken, ohne jedoch vorher die Grundlagen einer Gesellschaft zu erschaffen, die erst danach entstehen sollte, nach einer mehr oder weniger langen &#8222;&#220;bergangsphase&#8220;. Diese Transformation w&#228;re nicht &lt;i&gt;zuerst&lt;/i&gt; eine Ergreifung (oder gar Zerst&#246;rung) der politischen Macht und &lt;i&gt;dann&lt;/i&gt; eine gesellschaftliche Umw&#228;lzung. Sie w&#228;re das Gegenteil dessen, was die Formel von 1921 des (damals bolschewistischen) Victor Serge auf den Punkt bringt: &#8222;Die Revolution ist ein Opfer, das der Zukunft gebracht wird.&#8220; Um es positiv auszudr&#252;cken, es geht nicht nur darum, die Revolution zu machen, sondern sie zu &lt;i&gt;sein&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das, was man die &#8222;Str&#246;mung der Kommunisierung&#8220; nennt, all jene bezeichnet, welche sich in dieser Perspektive verorten, dann sind wir Teil davon und betrachten jede dahingehende kollektive Bestrebung als positiv. Wir haben jedoch die Einladung ans Vorbereitungstreffen f&#252;r die geplante Zeitschrift im Mai abgelehnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Meeting&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Einvernehmen bez&#252;glich der Kommunisierung ist eine unerl&#228;ssliche Bedingung f&#252;r einen Zusammenschluss, doch es gen&#252;gt nicht. Die f&#252;r das Treffen ausgew&#228;hlten Texte enthielten einen langen Auszug Karl Nesics (&lt;a href=&#034;https://www.troploin.fr/node/18&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L'appel du vide&#8220;&lt;/a&gt;, 2004), der insbesondere unsere Meinungsverschiedenheiten mit Th&#233;orie communiste darlegt, diese sind tief genug, um eine theoretische Zusammenarbeit weitgehend unm&#246;glich zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir (wie TC glaubt) in den idealistischen Humanismus abgleiten oder TC (wie wir glauben) in einen deterministischen Strukturalismus abgleitet, dann verunm&#246;glicht das jegliche gemeinsame theoretische Bestrebung und erschwert gar jegliche Diskussion. Man kann nur diskutieren, wenn man sich im Wesentlichen einig ist, wenn man sich einig ist &#252;ber die zu stellenden Fragen und darauf einfach verschieden antwortet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unserer Meinung nach ist die Revolution seit einigen Jahren nicht m&#246;glicher (und noch weniger unvermeidlicher) geworden, als dass sie zuvor logisch unm&#246;glich gewesen w&#228;re. Sie ist nur eine M&#246;glichkeit, offensichtlich zusammenh&#228;ngend mit dem Stadium und den Formen der kapitalistischen Entwicklung zu einem historischen Zeitpunkt, aber nicht abh&#228;ngig von diesem Stadium. Keine Schwelle macht sie unm&#246;glich und auch nicht m&#246;glich oder gar unumg&#228;nglich. Die Revolution war Mitte des 19. Jahrhunderts m&#246;glich, genau wie sie es zu Beginn des 21. Jahrhunderts bleibt. Sollte sie stattfinden, wird sie allen voran ein Resultat der Aktivit&#228;t der Proletarier sein. Sie wird Bruch und Selbstemanzipation sein. Das Scheitern der vergangenen Versuche muss nicht im Entwicklungsstadium des Kapitals, sondern in der Aktivit&#228;t des Proletariats selbst gesucht werden. Das Wesentliche ist nicht, was die Gesellschaft aus uns macht, sondern was wir aus dem machen, was sie aus uns gemacht hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital ist nicht eine Entit&#228;t, bestimmt von Gesetzen, die letztendlich die unumg&#228;ngliche proletarische Erhebung ausl&#246;sen, sondern ein prozessierender gesellschaftlicher Widerspruch. Es existiert keine Krise &lt;i&gt;des&lt;/i&gt; Kapitals, nur seiner Akteure. Wir haben M&#252;he, zu verstehen, dass jene, welche so stark, und zurecht, auf der &#8222;gegenseitigen Verstrickung&#8220; von Kapital und Arbeit bestehen, zugleich die Geschichte als ein Verh&#228;ltnis zwischen Ursache und Wirkung mit dem Proletariat in der Rolle der Wirkung und dem Kommunismus als einem programmierbaren Ende analysieren. Wie h&#228;ufig hat man doch in der Vergangenheit die Endkrise und die Revolution als ihre logische Folge prognostiziert&#8230; Alles, was wir anbieten k&#246;nnen, sind Hypothesen &#252;ber die Entwicklung des Widerspruchs Kapital/Proletariat, Hypothesen, deren eventuelle Widerlegung durch die Tatsachen nicht unsere Perspektive in ihrer Gesamtheit infrage stellen, denn sie gr&#252;ndet nicht auf irgendeiner Vorhersage, da der Klassenkampf weitgehend unvorhersehbar bleibt. Wenn das Kapital ein prozessierender gesellschaftlicher Widerspruch ist, impliziert das n&#228;mlich eine dialektische Beziehung zwischen den Wesen und gesellschaftlichen Gruppen: Die Individuen, Klassenfraktionen und Klassen determinieren sich selbstverst&#228;ndlich nicht gem&#228;ss einem freien Willen, sondern jeder historische Scheideweg zwingt sie, innerhalb eines gewissen Spektrums an M&#246;glichkeiten eine Entscheidung zu treffen. Die Geschichte ist kein grosses Buch, das schon vorweg geschrieben ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die revolution&#228;re Theorie und ihre &#8222;konkreten Analysen konkreter Situationen&#8220; gr&#252;nden selbstverst&#228;ndlich auf theoretischen Vorannahmen, aber sie erheben nicht den Anspruch, die gesamte Vergangenheit und Gegenwart dieser Welt zu erfassen. Obwohl sie den Anspruch haben sollte, so rigoros wie m&#246;glich zu sein, ist die kommunistische Theorie nicht &lt;i&gt;wissenschaftlich&lt;/i&gt;: Sie erhebt nicht den Anspruch, einen Forschungsgegenstand zu konstruieren, der von jenem unabh&#228;ngig w&#228;re, welcher ihn studiert, ausgehend von einer privilegierten Stellung, aufgrund welcher der Gelehrte glaubt, er beherrsche die Totalit&#228;t des Ph&#228;nomens und k&#246;nne davon Gesetze ableiten. Die kommunistische Theorie ist auch nicht prophetisch. Jede Prophezeiung ist unwiderlegbar und kann von den Tatsachen nicht dementiert werden, denn sie ist auf einer &#252;berhistorischen Ebene verortet, zu der die banale Materialit&#228;t von Natur aus keinen Zugang hat. Die immer wiederkehrende Debatte in der kommunistischen Bewegung &#252;ber die Unvermeidbarkeit der Revolution ist zweck- und gegenstandslos. Wir sind widerlegbar&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;...besonders, wenn wir bekr&#228;ftigen, dass die gegenw&#228;rtige gesellschaftliche Realit&#228;t verhindert, dass der Kommunismus auf der Tagesordnung steht, dass die Revolution, so wie sie die Str&#246;mung der Kommunisierung versteht, heutzutage ein Thema ist, das nur von einer Handvoll Individuen und Gruppen debattiert wird, und dass diese Situation sich nicht grundlegend von jener vor 10 oder 20 Jahren unterscheidet. Es ist weiterhin die Bourgeoisie am Dr&#252;cker und die einzige &#8222;wirkliche&#8220; Kritik dieser Welt ist jene des radikalen Reformismus, die ausserdem bis anhin weder einen wahrhaften Inhalt noch eine gesellschaftliche Wirkung hat. Unsere Epoche ist weiterhin von der Ohnmacht der Proletarier im Allgemeinen und der Kommunisten im Besonderen gepr&#228;gt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist heute noch zweckloser als gestern, zu glauben, die Theorie k&#246;nne durch ihre eigene Aktivit&#228;t die Unstimmigkeit mit sich selbst und der Gesellschaft regeln, sie k&#246;nne &lt;i&gt;jetzt schon&lt;/i&gt; nicht mehr partiell, fragmentarisch und parteiisch sein. Wenn man kaum &#252;ber die &#8222;Waffen der Kritik&#8220; verf&#252;gt, ist man weit von der Kritik der Waffen entfernt. Die Geschwindigkeit des Informationsaustausches und der unmittelbare Zugang zu Tausenden von Texten f&#228;llt mit einer relativ armseligen Konfrontation damit zusammen. Man kann vermuten, dass das virtuelle Zeitalter diese Schw&#228;che nicht schlimmer macht, sie merzt sie jedoch auch nicht aus. Die Geschwindigkeit der Ideenzirkulation scheint umgekehrt proportional zur Intensit&#228;t der dadurch ausgel&#246;sten Debatten. Der Besitz einer ausufernden Bibliothek war noch nie der Garant f&#252;r die Qualit&#228;t der &#220;berlegungen. Man erspare uns das L&#228;cheln &#252;ber unsere &#8222;Technophobie&#8220;. Obwohl wir es f&#252;r n&#252;tzlich halten, eine Website zu haben, stellen wir fest, dass viele Revolution&#228;re die Illusionen der informatischen Revolution teilen. Die Kritik des Fleisches ist verbreiteter als jene des Computers und jene der Autobahnen f&#252;r Fahrzeuge als jene der &#8222;Informationsautobahnen&#8220;. Die extreme Rarit&#228;t oder gar die schiere Unauffindbarkeit der Texte von Bakunin, Pannekoek oder sogar Marx verhinderte jedoch 1967 das Aufkommen eines an sie ankn&#252;pfenden Protests nicht. Einige Jahre zuvor wurden 50 bis 500 Exemplare von &lt;i&gt;Potlatch&lt;/i&gt; verteilt. Die scheinbar unmittelbare Verf&#252;gbarkeit von allem hindert die Gesellschaftskritik 30 Jahre sp&#228;ter nicht daran, sich auf einem viel tieferen Niveau abzuspielen. Zehnmal so viele Treffen oder tausendmal so viele virtuelle Verbindungen werden daran nichts &#228;ndern. Die revolution&#228;re Bewegung ist nicht eine Frage der &lt;i&gt;Zirkulation&lt;/i&gt; und die &#220;berwindung unserer Befangenheiten keine der gekn&#252;pften Beziehungen. Nur die Entwicklung der gesellschaftlichen Realit&#228;t, zu welcher die kommunistischen Minderheiten beitragen werden, aber kaum mehr als die anderen Proletarier, ist determinierend und wird es weiterhin sein, sie best&#228;tigt oder entkr&#228;ftet alle (Hypo)Thesen oder einen Teil davon und tr&#228;gt zur Totalisierung bei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im gegenw&#228;rtigen Zustand wird ein Zusammenschluss wie jener, der rund um &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; in Erw&#228;gung gezogen wird, es sei denn, er &#228;hnle einer erweiterten Version von &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;, im besten Falle ein internes Nachrichtenblatt der Kommunisierer hervorbringen. Aber eine Aneinanderreihung ist kein Dialog und jeder Dialog nicht zwingend eine Kl&#228;rung. Die vorbereitenden Dokumente zeugten von sehr verschiedenen, manchmal schwierig miteinander zu vereinbarenden Ans&#228;tzen. Entscheidend ist der Inhalt, den man den Worten &lt;i&gt;Kommunisierung&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Klasse&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Klassenkampf&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Abschaffung der Klassen&lt;/i&gt; gibt. Viele Genossen, und nicht nur &#8222;Kommunisierer&#8220;, &#252;bernehmen die Idee einer Klasse, die, w&#228;hrend sie existiert und als Klasse k&#228;mpft, letztendlich alle Klassen vernichten wird, doch sie interpretieren die Formel sehr verschiedenartig und h&#228;ufig widersprechen diese Interpretationen einander. Es ist schwer ersichtlich, wie eine solche Zeitschrift qualitativ bessere Aktivit&#228;ten als bis anhin beg&#252;nstigen soll. Nach 1945 teilten Bordiga und Pannekoek, gem&#228;ss Kriterien, die sich stark von der Kommunisierung unterscheiden, aber nicht minder stichhaltig sind, einen &lt;i&gt;Kern&lt;/i&gt;, der sie zum Beispiel klar von den Trotzkisten, den Anarchisten usw. unterschied: Niemand h&#228;tte sich jedoch vorstellen k&#246;nnen, dass sie zusammen in einer gemeinsamen Organisation sein k&#246;nnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kommunistische Theorie gr&#252;ndet auf einer noch nicht best&#228;tigten Vorannahme, was zwingend zu einer Fragmentierung f&#252;hrt, die in jeder Periode einer schwachen Intensit&#228;t des Klassenkampfes unvermeidlich verst&#228;rkt wird. Marx und Engels, die weit weniger isoliert waren als wir, r&#228;umten ein, dass sie sich ihr &#8222;Mandat&#8220; als revolution&#228;re Theoretiker selbst gegeben und es nicht von einer sie anerkennenden breiten Bewegung erhalten hatten. Nachdem der Kapitalismus 150 Jahre sp&#228;ter zehnmal auf seinem Totenbett geschildert worden ist, ist er immer noch quicklebendig und die tats&#228;chliche &#220;berpr&#252;fung der Theorie (durch eine kommunistische Revolution) l&#228;sst auf sich warten. Man kann alles und das Gegenteil davon theoretisieren: die Gewissheit der Revolution aufgrund des Fortbestehens der proletarischen Bewegung &lt;strong&gt;oder&lt;/strong&gt; ihre Unauffindbarkeit aufgrund der nachhaltig &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; kommunistischen Praxis ebendieser Proletarier. Diese beiden gegenteiligen Standpunkte k&#246;nnten mit der gleichen demonstrativen Strenge basierend auf nachgewiesenen historischen Tatsachen und &#228;hnlichen Konzepten aufgezeigt werden und sich nicht allzu missbr&#228;uchlich auf unsere Klassiker berufen. Obwohl sie einander diametral entgegengesetzt sind, haben diese beiden Positionen eine gemeinsame intellektuelle Vorgehensweise. Die eine wie die andere glauben, die Koh&#228;renz und die Stichhaltigkeit eines Konzepts aufgrund dessen, was es von sich selbst sagt, beurteilen zu k&#246;nnen. Nur ist der Klassenkampf diesbez&#252;glich der einzige Friedensrichter und wird es immer sein. Einzig das proletarische Hereinplatzen auf die historische B&#252;hne &#8222;beweist&#8220; die G&#252;ltigkeit der Theorie des Proletariats und endg&#252;ltig wird sie nur eine kommunistische Revolution &#8222;beweisen&#8220;. Zwischen jeder gesellschaftlichen Welle und bis zur letzten, die endlich &#8222;die richtige&#8220; sein werde, vermitteln jegliche revolution&#228;re &#220;berlegung und Aktivit&#228;t den Eindruck, in einem luftleeren Raum zu schweben. In einem solchen Fall entsteht eine nat&#252;rliche Tendenz, diese Leere so gut es geht zu f&#252;llen. Aber die Verwandlung von Niederlagen in Siege ist nur auf dem Papier m&#246;glich. Man anerkennt besser, dass man provisorisch besiegt ist, wenn man es nicht bleiben will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufgabe der Stunde ist weder die Organisation eines gemeinsamen Ausdrucks noch jene aneinander vorbeigehender Diskussionen, sondern die Vertiefung unserer besonderen Vorannahmen unter dem Eingest&#228;ndnis und der Integration ihrer Unfertigkeit und ihre Konfrontation mit den analysierten Tatsachen. Wenn das einmal getan ist und so unerl&#228;sslich diese Aktivit&#228;t auch sein mag, wird sie jedoch nicht zu einer kritischen Synthese f&#252;hren, eine solche ist gegenw&#228;rtig nicht erreichbar. Um die Situationistische Internationale zu paraphrasieren, was heute wichtig ist, ist nicht die Einheit, sondern die eingestandene Spaltung: Eine gegebene Situation, vor allem eine der Schw&#228;che und Isolation, kann nur &#252;berwunden werden, wenn man sich ihrer annimmt, nicht wenn man so tut, als ob sie nicht existierte und vor allem vom (guten) Willen der Kommunisierer abhinge&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8230; oder von &#8222;konzessionslosen&#8220; Polemiken. Die Polemik ist gleichbedeutend mit Personalisierung, mit der Betrachtung des Anderen als Eigent&#252;mer von Ideen, wovon er nur Verwahrer ist, und somit von vornherein ein falscher Weg. Die Polemik hat die Zerst&#246;rung der gegnerischen Partei zum Ziel, diese wird im schlimmsten Fall als Feind behandelt, im besten als Instrument zur Selbstdarstellung. Wir ziehen es vor, das zu kritisieren, was uns interessant scheint und es verdient, dekonstruiert zu werden, um es in ein anderes Ganzes zu reintegrieren und ihm einen neuen Sinn zu geben. Wir kritisieren nicht das, was wir als absurd oder dumm (und noch weniger &#8222;gef&#228;hrlich&#8220;!) betrachten, sondern das, was wir lesen und wovon wir m&#246;chten, dass es gelesen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus diesem Grund zitieren wir im Allgemeinen kaum aus uns kritikw&#252;rdig scheinenden Texten. Der Polemiker auf der Suche nach einem leichten Ziel w&#228;hlt beim Gegner jenen Satz, welcher in seinen Augen der schw&#228;chste ist. Wir ziehen es vor, unsere Position darzulegen, und &#252;berlassen es dem Leser, sie mit der Logik der anderen Position zu konfrontieren. Wozu sollte man 30 S&#228;tze zitieren, die den Determinismus von TC beweisen? Ein Widersacher k&#246;nnte 30 andere finden, die das Gegenteil beweisen. Es ist die gesamte Bewegung einer Vorgehensweise, die einer deterministischen Linie folgt oder nicht folgt. Ein Leser, der sich mit Zitaten begn&#252;gen w&#252;rde, um sich mit uns einverstanden zu erkl&#228;ren, h&#228;tte unsere Methode &#252;berhaupt nicht verstanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kaum Polemiken also, und gewiss keine Neugr&#252;ndung. Das ist es wom&#246;glich, was die an &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; interessierten Leute miteinander gemeinsam haben, und gewiss der Kern dessen, was uns von einem solchen Projekt entfernt. Trotz ihrer Meinungsverschiedenheiten teilen Th&#233;orie communiste und die anderen Teilnehmer (die Zeitschrift und Website &lt;i&gt;La Mat&#233;rielle&lt;/i&gt; zum Beispiel) die Einsch&#228;tzung, dass ein theoretischer Wiederaufbau notwendig ist, freilich basierend auf grundlegenden Konzepten (Klasse, Produktionsverh&#228;ltnisse, Kapital, Staat, Kommunismus&#8230;), aber im Dienste der Produktion einer Theorie der Revolution f&#252;r unsere Zeit stehend, einer Theorie, welche die damalige Unm&#246;glichkeit des Kommunismus (die Periode 1960-1980 l&#228;uft auch unter damals) und seine gegenw&#228;rtige M&#246;glichkeit-Notwendigkeit aufzeigen w&#252;rde. Einer Theorie also, welche die vergangenen Misserfolge und die m&#246;glichen-wahrscheinlichen k&#252;nftigen Erfolge erkl&#228;ren w&#252;rde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unserer Meinung nach und ohne auf Invarianz machen zu wollen, ist eine solche Neugr&#252;ndung gegenstandslos. Unter der Gefahr, in den Augen einiger als Bordigisten durchzugehen, sagen wir, dass die wesentlichen Grundlagen der revolution&#228;ren Theorie in den 1840er Jahren gelegt worden sind. (Unter der zus&#228;tzlichen Gefahr, andere auch noch zu &#252;berraschen, w&#252;rden wir hinzuf&#252;gen, dass die Situationistische Internationale nicht weit davon entfernt war, das auch so zu sehen.) Welche wesentlichen Grundlagen? Die Definition des Proletariats als neue historische Kraft im Vergleich zu Sklaven, Leibeigenen, Armen, Ausgebeuteten und Entrechteten vor dem Kapitalismus (vor der Renaissance und vor allem vor der Industrialisierung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dies nicht aus Liebe zur Industrie oder den Produktivkr&#228;ften (obwohl die Ambivalenz bei Marx und anderen diesbez&#252;glich unbestreitbar ist, doch wir sind hier mit der St&#228;rke der Sichtweise verbunden, nicht mit ihren Schw&#228;chen). Sondern weil der Kapitalismus das erste Ausbeutungssystem ist, das man als universell bezeichnen kann, und weil er auf einem Proletariat gr&#252;ndet, das aufgrund seiner Existenz &lt;i&gt;im&lt;/i&gt; Kapital, seiner Verflechtung damit, eben genau seiner &#8222;gegenseitigen Verstrickung&#8220; potenziell revolution&#228;r ist und deswegen die Kapazit&#228;t erlangt, als Subjekt einer radikalen gesellschaftlichen Ver&#228;nderung zu handeln, die Kapazit&#228;t, eine menschliche Gemeinschaft zu erschaffen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts war die Perspektive des Inhalts des Kommunismus gegeben: Abschaffung des Privateigentums, des Kapitals, des Geldes, &lt;i&gt;der Arbeit&lt;/i&gt;, des Staates. Diesbez&#252;glich trennt kein grundlegender Unterschied den englischen Minenarbeiter oder den proletarisierten Pariser Handwerker von 1850 vom Angestellten eines Call Centers in Indien oder einem kalifornischen Lastwagenfahrer 2004. Alles, was man als das analysieren kann, was 1850 eine kommunistische Handlung des Minenarbeiters oder des proletarisierten Handwerkers verhindert, als &#8222;objektive&#8220; Grenzen (d.h. nicht von ihnen abh&#228;ngig, sondern auferlegt durch die Lage, in welche sie gebracht worden sind), wird man auch beim Angestellten des Call Centers oder dem Lastwagenchauffeur 2004 wiederfinden. Was sie alle vier gemeinsam haben (hinsichtlich der historischen M&#246;glichkeit &lt;i&gt;wie auch&lt;/i&gt; der gesellschaftlichen Hindernisse und Tr&#228;gheit), ist weit bedeutender als das, was sie voneinander unterscheidet. Das ist der wesentliche Punkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Theoretisierung mag vielleicht falsch sein. Wir haben im Grunde genommen keine andere. Keine neue Theorie ist f&#228;hig, sie zu beweisen oder zu entkr&#228;ften. Nur die Geschichte (die noch ungeschehene, also die Zukunft) wird es k&#246;nnen. Und nichts garantiert heute, dass die Proletarier von 2015 oder 2030 mehr oder besser als Revolution&#228;re handeln werden als jene von 1848, 1919 oder 1969 und niemand kann es aufzeigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die wesentlichen Grundlagen enthalten nicht alles. Die Zerst&#246;rung des Staates, die Kritik der Arbeiterbewegung, aller Vermittlungen, der Nation, des allt&#228;glichen Lebens, das Verst&#228;ndnis der Revolution als Kommunisierung, all diese unerl&#228;sslichen Beitr&#228;ge sind erst nach 1848 hinzugekommen und konnten erst dann hinzukommen. Und die Kommunisten von 1920 oder 1970 waren sogar h&#228;ufig, indem sie diese verschiedenen Punkte hervorhoben, &lt;i&gt;im Widerspruch&lt;/i&gt; zu den Positionen von Marx und Engels. Trotzdem haben diese Beitr&#228;ge nur integriert in die wesentliche Definition Sinn ergeben und tun dies immer noch, sonst verschwindet die gesamte kommunistische Perspektive.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es braucht keine Postarbeitertheorie der Revolution, denn jene, welche wir haben, jene von Marx, Pannekoek, Bordiga oder Debord war &lt;i&gt;keine&lt;/i&gt; &#8222;Arbeitertheorie&#8220;. Gewiss fetischisierte und ideologisierte der Kommunismus die Arbeiterschaft. Aber zutiefst in seinem offensiven Kern suchte er den &lt;i&gt;Proletarier&lt;/i&gt; im Arbeiter, nicht den produzierenden Fabrikanten, der mit als in sich selbst als befreiend vorausgesetzten Werkzeugen und Maschinen hantierte. Die Arbeiterideologie war nicht das Programm des Proletariats, sondern der Konterrevolution. Es mangelt hier an Platz, um aufzuzeigen, dass das sogar in Bezug auf die &#8222;arbeiterideologischste&#8220; der kommunistischen Str&#246;mungen zutrifft, die deutsche Linke: Die wahre Partei &lt;i&gt;des Arbeiters&lt;/i&gt; war die USPD, nicht die KAPD.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausser man begibt sich, freiwillig oder nicht, kontrolliert oder nicht, auf eine Irrfahrt, was bei &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; gewiss nicht der Fall ist, kann eine neue Ausarbeitung der Theorie nur bedeuten, dass man einen besonders g&#252;nstigen Beobachtungspunkt sucht, von wo aus sich einem die gesamte Geschichte der Menschheit entfaltet, wenn man den richtigen Schl&#252;ssel besitzt. Wir haben es hier mit einem neuen Beispiel des (verst&#228;ndlichen, aber illusorischen) Glaubens an die Allmacht des menschlichen Geistes zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;At the end of the day&lt;/i&gt; scheint es, dass die Teilnehmer am Projekt &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; der Kommunisierung einen ganz anderen Inhalt geben, als jener, welcher am Anfang des Texts skizziert worden ist. Sie beschreibt f&#252;r sie weniger den konkreten Prozess der kommunistischen Transformation der gesellschaftlichen Beziehungen, als dass sie eine g&#228;nzlich neue Epoche definiert, jene der endlich m&#246;glichen-notwendigen Revolution. Es ist schwierig, darin nicht einen R&#252;ckschritt gegen&#252;ber dem zu sehen, was von &#8222;Eine Welt ohne Geld&#8220;, &lt;i&gt;La Banquise&lt;/i&gt; oder gar in j&#252;ngerer Vergangenheit &lt;i&gt;Hic Salta&lt;/i&gt; jeweils auf ihre eigene Art und Weise versucht worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aufruf&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwar auf ganz andere Art und Weise illustriert der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; auch eine Krisensituation, die er sich bem&#252;ht, auf seine Art und Weise zu &#252;berwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Reaktion auf den &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; durch das Hervorholen unserer theoretischen Waage, um das Pro und Kontra abzuw&#228;gen, w&#228;re absolut sinnlos oder w&#252;rde von einer traurigen Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber einer entstehenden, handelnden, sich suchenden und formalisierenden gesellschaftlichen Subversion zeugen. Was auch immer die durch es ausgel&#246;sten Vorbehalte sein m&#246;gen, dr&#252;ckt dieses Buch eine &lt;i&gt;Existenz&lt;/i&gt;, eine Erfahrung aus, besonders in den Aktionen der letzten Jahre gegen die Globalisierung und zieht auf seine Weise Bilanz aus der Epoche. Ausgedr&#252;ckt in einer zur Lekt&#252;re einladenden Sprache, enth&#228;lt die theoretische Errungenschaft wesentliche Elemente des Verst&#228;ndnisses, &#252;bernommen namentlich von Marx, der kommunistischen Linken, der Situationistischen Internationale, der Anarchie, ohne dass irgendeine Abstammung beansprucht w&#252;rde und ohne irgendwelche Klassiker zu zitieren: Die in den Text integrierten Zitate werden h&#228;ufig &#8222;einem Freund&#8220; oder &#8222;einem alten Freund&#8220; zugeschrieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wenn wir uns unter dem Feind immer wieder ein Subjekt vorstellen, das uns die Stirn bietet - anstatt ihn als ein Verh&#228;ltnis zu empfinden, das uns h&#228;lt &#8211; f&#252;hrt das dazu, dass man sich im Kampf gegen das Einsperren einschlie&#223;t.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die Praxis des Kommunismus, so wie wir sie leben, nennen wir 'die Partei'. Wenn wir gemeinsam ein Hindernis &#252;berwinden oder einen h&#246;heren Zustand des Teilens erreichen, dann sprechen wir davon, dass 'wir die Partei aufbauen'. Sicherlich bauen andere, die wir noch nicht kennen, die Partei anderswo auf. Dieser Aufruf wendet sich an sie.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;[D]er Aufbau der Partei in seinem sichtbarsten Aspekt [besteht] f&#252;r uns darin, zu teilen oder zu kommunisieren, was uns zur Verf&#252;gung steht. Einen Ort zu kommunisieren bedeutet: seine freie Nutzung zu erm&#246;glichen und auf der Grundlage dieser Befreiung mit verfeinerten, intensivierten und komplexeren Beziehungen zu experimentieren.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Es gibt Umst&#228;nde, wie die eines Krawalls, in welchen die F&#228;higkeit, sich unter Genossen zu pflegen, unsere F&#228;higkeit zu zerst&#246;ren betr&#228;chtlich steigert. Wer kann sagen, dass sich zu bewaffnen nicht Teil der materiellen Konstitution einer Kollektivit&#228;t ist?&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kommunisierung wird hier als antagonistisch zu dieser Welt definiert, in einem unvers&#246;hnlichen und gewaltt&#228;tigen Konflikt mit ihr (bis hin zur Illegalit&#228;t). Sie unterscheidet sich also von der Alternative, die (h&#228;ufig mit Erfolg) am Rande nach Akzeptanz und einer nachhaltigen Koexistenz mit dem Staat und der Lohnarbeit strebt, in der Hoffnung, dass das Kr&#228;fteverh&#228;ltnis sich eines Tages von allein umkehrt und dass die &#8222;befreiten&#8220; Gebiete und Aktivit&#228;ten die &#220;berhand gewinnen und letztendlich alles mit sich reissen, ohne Revolution dank der nat&#252;rlichen &#220;berlegenheit der menschlichen und br&#252;derlichen Beziehungen &#252;ber die Handels- und Herrschaftsverh&#228;ltnisse. Diese Sichtweise wird vom &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; nicht nur nicht geteilt, sondern auch bek&#228;mpft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur, wie soll man &#8222;die Situation der Ausnahme bewohnbar [&#8230;] machen&#8220;, z.B. ausserhalb der Arbeit leben, ohne eine breite Bewegung, die mit der herrschenden Ordnung gebrochen hat?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; geht davon aus, dass jene, an welche er sich richtet, schon organisiert (oder daran arbeiten) und relativ zahlreich sind. Man darf bezweifeln, dass das der Fall ist. Das Buch r&#228;umt ein, dass die Erfahrung der Schwarzen Bl&#246;cke an die Grenzen des gesellschaftlichen Widerstands gestossen ist: Wenn es schwierig ist, sich zu verteidigen, wie soll man in die Offensive gehen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man sich die Frage nicht stellt, l&#228;uft man Gefahr, eine Kommunisierung zu theoretisieren, die auf &lt;i&gt;einen Schritt zur Seite&lt;/i&gt; beschr&#228;nkt ist, der ist f&#252;r eine Revolution sicher notwendig, aber er reicht nicht. Kommunisieren bedeutet, mit anderen Beziehungen, anderen Lebensarten zu experimentieren, in jeglicher Hinsicht. Doch es ist zwingend auch mehr und &lt;strong&gt;etwas anderes&lt;/strong&gt; als die maximale Ausweitung der von dieser Gesellschaft einger&#228;umten autonomen R&#228;nder. Wir erkennen uns wieder in der Definition des Kommunismus als Teilen, Zusammensein und Zusammenarbeit, Prozess und Konflikt. Aber wie soll man jetzt, in der 2004 vorherrschenden gesellschaftlichen Realit&#228;t, Verbindungen, Orte und Sezessionen praktizieren, die, obwohl sie gewiss gewaltt&#228;tiger und st&#228;rker unterdr&#252;ckt, da h&#228;ufig ausserhalb des Gesetzes stehend, doch auch integriert in die Funktionsweise des modernen Kapitalismus sind, nicht nur radikalere Alternativen als andere darstellen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mittlerweile hat jede Stadt Europas und Nordamerikas (und Asiens bald auch immer mehr) ihre radikale &#214;kogruppe, ihre anarchistische Gemeinschaft, ihr besetztes Haus. Das Leben ausserhalb der Lohnarbeit ist m&#246;glich (oder zwingend) f&#252;r Millionen von Europ&#228;ern. Der zeitgen&#246;ssische Hedonismus kehrt die am Anfang dieses Essays zitierte Formel Victor Serges um: Sie regt uns dazu an, die Gegenwart &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; der Zukunft &lt;i&gt;zu opfern&lt;/i&gt;, intensiv Situationen zu entwerfen, im Hier und Jetzt andere gesellschaftliche Verh&#228;ltnisse zu leben. Dieser Hedonismus &#252;berschneidet sich mit dem Altermondialismus in einer gleichen Verweigerung der Gesamtheit und jeglicher Zerst&#246;rung der zentralen politischen Macht: Es sei m&#246;glich, die Macht &#252;ber sich und lokal zu ergreifen und eine k&#252;nftige soziale Revolution durch Millionen von pers&#246;nlichen und mikrokollektiven Revolutionen zu ersetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; beschreibt einen urspr&#252;nglich subversiven Antimondialismus, der daraufhin von verschiedenen B&#252;rokratien absorbiert worden ist, ohne die Wirklichkeit einer solchen Bewegung, ihre Entstehung etwa 15 Jahre nach der Niederschlagung der revolution&#228;ren Angriffe der 1960er-1970er Jahre, deren Verst&#228;ndnis f&#252;r jenes unserer Zeit unerl&#228;sslich ist, gen&#252;gend zu hinterfragen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es, wie es das Buch behauptet, stimmen w&#252;rde, dass die radikalen Globalisierungsgegner die mondialistische Linke auf der Strasse besiegt und sie gezwungen h&#228;tte, sich in ihre Sozialforen zur&#252;ckzuziehen, h&#228;tten &lt;i&gt;wir&lt;/i&gt; (die Autoren des &lt;i&gt;Aufrufs&lt;/i&gt;, wir selbst und viele andere) eine Existenz und w&#252;rden regelm&#228;ssig auf der Strasse in Erscheinung treten, was, das m&#252;ssen wir einr&#228;umen, selten der Fall ist. Es mangelt diesem &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; an einer Analyse der gegenw&#228;rtigen sozialen Bewegung, der K&#228;mpfe, der R&#252;ckschl&#228;ge und Widerst&#228;nde in der Arbeitswelt, der Streiks, ihres Auftauchens, ihrer h&#228;ufigen Niederlagen, ihres gelegentlichen Ausbleibens, in einem Wort, einer Analyse all dessen, was der Altermondialismus abdeckt und wovon er die Grenzen ausdr&#252;ckt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz der &#8222;Verw&#252;stung&#8220; der menschlichen Beziehungen liegt die alte Welt nicht im Sterben und hat auch durch die Krise Bestand, in ihr ersch&#246;pft sich alles, um fortzubestehen, Bourgeois und Proletarier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein &#8222;Aufruf&#8220; kann nicht widerlegt werden. Entweder man h&#246;rt oder ignoriert ihn. Der Leser wird unsere Entscheidung verstanden haben. Der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; widerspiegelt die Dilemmas unserer Epoche und ihre Ambitionen. Falls eine Ambivalenz besteht, wird diese nur durch die Praxis jener aufgel&#246;st, welche einen solchen Aufruf lanciert haben, aber vor allem durch all jene, welche er betrifft. Ein Zeichen einer positiven Entwicklung hin zu gesellschaftlicher Reife w&#228;re z.B. eine Verbindung zwischen den Teilnehmern an &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; und den Initiatoren des &lt;i&gt;Aufrufs&lt;/i&gt;, eine F&#228;higkeit, zu verstehen, was diese beiden Wege gemeinsam haben und was sie trennt, um unter Umst&#228;nden zum Schluss zu kommen, dass sie nicht miteinander kompatibel sind. Wenn die Situation so ist, wie sie jene, welche &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; vorbereiten, und jene, welche den &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; ver&#246;ffentlicht haben, beschreiben, dann sollte das schlichte Nebeneinander der Projekte zumindest ein gegenseitiges Interesse bei ihren jeweiligen Initianten ausl&#246;sen. Soweit wir wissen, ist das nicht der Fall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Pr&#228;zisierungen (2004-2014)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Zusammenschluss von &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; ist seinem Lauf gefolgt, danach kam etwas sp&#228;ter &lt;i&gt;SIC&lt;/i&gt;. Siehe die jeweils so lautenden Websites, so wie jene von &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;. Man kann nicht sagen, dass diese Entwicklungen unsere Einsch&#228;tzung vor zehn Jahren entkr&#228;ftet haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Zitat von Victor Serge stammt aus &#8222;Die Anarchisten und die Erfahrungen der russischen Revolution&#8220; (1921), enthalten in &lt;i&gt;Marxismus und Anarchismus&lt;/i&gt;, Manifest Verlag, 2021.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Polemik betrifft, wird man vielleicht dagegen einwenden, dass das Beispiel Marx gegen Proudhon (&lt;i&gt;Das Elend der Philosophie&lt;/i&gt;, 1847) durch die Konfrontation viel zur Sch&#228;rfung und Ausarbeitung der kommunistischen Theorie beigetragen hat. Das stimmt wahrscheinlich. Aber zwei Jahre zuvor war Marx in seiner Polemik gegen &lt;i&gt;Der Einzige und das Eigentum&lt;/i&gt;, eben gerade, weil sie sich nur damit befasst, Falschaussagen, um nicht zu sagen Absurdit&#228;ten, zu widerlegen, blind f&#252;r das, was f&#252;r Marx selbst in Stirners Perspektive trotz Stirner wichtig sein konnte (siehe Daniel Joubert, &lt;i&gt;Marx versus Stirner&lt;/i&gt;, L'Insomniaque). Hinsichtlich Marxens Angriff gegen Bakunin anerkannten so wenig anarchistische Historiker wie Franz Mehring vor langem dessen Unaufrichtigkeit und Verzerrung der Tatsachen. Die Demolierung tats&#228;chlich sehr kritikw&#252;rdiger Schriften und Praktiken Bakunins tragen dazu bei, dass Marx die Tragweite der gerechtfertigten Kritiken des Anarchismus gegen&#252;ber den Gewerkschaften und den entstehenden sozialdemokratischen Partien nicht erkennt (siehe Madeleine Grawitz, &lt;i&gt;Bakunin. Ein Leben f&#252;r die Freiheit&lt;/i&gt;, Nautilus, 1999). Ein gutes Gegenbeispiel der Verdienste der Polemik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Eine-Welt-ohne-Geld-Kommunismus-1975-1976&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;&lt;/a&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Eine-Welt-ohne-Geld-Kommunismus-1975-1976&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Eine Welt ohne Geld&#8220;&lt;/a&gt;: eine Brosch&#252;re in drei Teilen, herausgegeben von der Organisation des jeunes travailleurs r&#233;volutionnaires Mitte der 1970er Jahre.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;http://lamaterielle.chez-alice.fr/hicsalta.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Hic Salta&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;: eine Zeitschrift, herausgegeben von Leuten, die sich fr&#252;her im n&#228;heren Umfeld von TC bewegten oder Mitglied waren, einer davon hat &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;http://lamaterielle.chez-alice.fr/indexfr.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;La Mat&#233;rielle&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; herausgegeben, der andere, Bruno Astarian, ist Autor von wichtigen Texten zur Kommunisierung (siehe das Literaturverzeichnis von &lt;a href=&#034;https://www.troploin.fr/node/22&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Communisation&#8220;&lt;/a&gt;), siehe seine Website &lt;a href=&#034;https://www.hicsalta-communisation.com/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Hic Salta&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter dem kollektiven Namen Unsichtbares Komitee waren die Redakteure des Aufrufs an der Niederschrift des weltweit bekannten Werks &lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt; beteiligt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.troploin.fr/node/23&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Roland Simon &#8211; Zur Kommunisierung</title>
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&lt;p&gt;Der Versuch einer Definition der Kommunisierung bedeutet, sich an ein Konzept im Werden heranzuwagen. Eher als um eine Ausarbeitung einer Definition geht es um eine Abgrenzung der Angriffswinkel. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Programmatismus ist hinf&#228;llig &lt;br class='autobr' /&gt;
Mein Ausgangspunkt ist das Konzept des Programmatismus. Der Programmatismus beruht auf einer Praxis und einem Verst&#228;ndnis des Klassenkampfes, wonach eine der Klassen, das Proletariat, in ihrer Situation die Grundlage der &#220;berwindung des Widerspruchs und der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Theorie-communiste" rel="tag"&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Roland-Simon" rel="tag"&gt;Roland Simon&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/meeting-revue.webp?1766810459' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='53' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der Versuch einer Definition der Kommunisierung bedeutet, sich an ein Konzept im Werden heranzuwagen. Eher als um eine Ausarbeitung einer Definition geht es um eine Abgrenzung der Angriffswinkel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Programmatismus ist hinf&#228;llig&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Ausgangspunkt ist das Konzept des Programmatismus. Der Programmatismus beruht auf einer Praxis und einem Verst&#228;ndnis des Klassenkampfes, wonach eine der Klassen, das Proletariat, in ihrer Situation die Grundlage der &#220;berwindung des Widerspruchs und der gesellschaftlichen Organisation der k&#252;nftigen Gesellschaft findet. Ihre Aktivit&#228;t im Klassenkampf und diese Organisation werden also zu einem zu verwirklichenden &lt;i&gt;Programm&lt;/i&gt;. Im Klassenkampf zwischen dem Proletariat und dem Kapital ist das Proletariat das positive Element, das den Widerspruch aufbrechen l&#228;sst, die Revolution ist also &lt;i&gt;die Affirmation des Proletariats&lt;/i&gt;: Diktatur des Proletariats, Arbeiterr&#228;te, &#220;bergangsphase, absterbender Staat, verallgemeinerte Selbstverwaltung, &#8222;Gesellschaft der assoziierten Produzenten&#8220; usw. Die Aufl&#246;sung des Widerspruchs wird durch einen der Begriffe desselben dargestellt. Das Proletariat ist von einem &lt;i&gt;revolution&#228;ren Wesen&lt;/i&gt; beseelt, das es widerspr&#252;chlich zum Kapital macht, sich je nach mehr oder weniger reifen historischen Bedingungen anpassend und als Elemente eines Programms dekliniert. Der Widerspruch ist also nicht mehr das kapitalistische gesellschaftliche Verh&#228;ltnis selbst, zu deren Abschaffung das Proletariat, aufgrund seiner Situation darin, veranlasst ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Programmatismus ist nicht nur eine Theorie, sondern vor allem die Praxis des Proletariats, die darin besteht, dass die Erstarkung der Klasse in der kapitalistischen Produktionsweise (von der Sozialdemokratie bis zur Ultralinken) auf positive Art und Weise das Trittbrett der Revolution und des Kommunismus ist, letztere sind bloss das Hinauswachsen &#252;ber sich selbst und die Vollendung derselben. Er ist die Praxis des Proletariats vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis Ende der 1960er Jahre. Da er jedoch auf essenzielle Art und Weise mit der formellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital verbunden ist, &#8222;zerf&#228;llt&#8220; er in der ersten Phase der reellen Subsumtion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die in den 1970er Jahren begonnene Restrukturierung der kapitalistischen Produktionsweise beendet diese Situation und eine neue Struktur sowie ein neuer Inhalt des Widerspruchs, der Ausbeutung, definieren nun den neuen Kampfzyklus. Ich werde also nicht ausgehend von einem unver&#228;nderlichen Wesen der Revolution und des Kommunismus, dem man sich mehr oder weniger kurz und total im Verlauf der Geschichte angen&#228;hert habe, von der Kommunisierung sprechen, sondern ausgehend von dieser neuen Situation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Restrukturierung und neuer Zyklus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf die knappstm&#246;gliche Weise definiere ich das Resultat der Restrukturierung als den Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital als sich auf der Ebene der Reproduktion der Produktionsweise und somit der Reproduktion der Klassen und ihres Verh&#228;ltnisses verknotend. Folglich bringt das Proletariat, im Rahmen der Ausbeutung im Widerspruch zum Kapital stehend, in diesem Verh&#228;ltnis keine Best&#228;tigung seiner selbst gegen&#252;ber dem Kapital mehr hervor. Das &lt;i&gt;Problem&lt;/i&gt; in seinem Kampf als Klasse ist, in seinem Widerspruch zum Kapital, seine eigene Infragestellung, seine eigene Abschaffung. Daraus resultiert eine wahrhaft unglaubliche Situation. Einerseits k&#228;mpft das Proletariat nur t&#228;glich und ist nur eine revolution&#228;re Klasse in seiner strikten Definition als Klasse dieser Produktionsweise; andererseits l&#228;uft die Grenze all seiner gegenw&#228;rtigen K&#228;mpfe immer darauf hinaus, eine Klasse zu sein und als solche zu handeln. Das ist die Dynamik und gleichzeitig die Grenze dieses Kampfzyklus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Dezember 1995 im Kampf der Papierlosen, der Arbeitslosen, der Hafenarbeiter Liverpools, bei Cellatex, Alstom, Lu, Marks and Spencer usw. erscheint diese oder jene Eigenschaft des Kampfes im Verlauf des Kampfes selbst insofern als Grenze, als diese besondere Eigenschaft (&#246;ffentlicher Dienst, Nachfrage nach Arbeit, Verteidigung des Arbeitswerkzeuges, Verweigerung der Delokalisierung, der rein finanziellen Verwaltung usw.), mit welcher die Bewegung zusammenprallt, h&#228;ufig begleitet von Spannungen und inneren Konfrontationen im Rahmen ihres R&#252;ckgangs, immer auf die Tatsache hinausl&#228;uft, eine Klasse zu sein. Wenn in diesem Zyklus die Grenze jedes Kampfes grundlegend die Tatsache ist, als Klasse zu handeln, ist sie somit inh&#228;rent und wird immer notwendigerweise auf je nach Kampf spezifische Weise und gem&#228;ss den Modalit&#228;ten der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise, dessen Klasse das Proletariat ist, existieren (es verhielt sich nicht so, solange das Proletariat dem Kapital eine Reorganisation der Gesellschaft auf der Grundlage dessen, was es in der Gesellschaft war, entgegensetzen konnte).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir t&#228;glich feststellen k&#246;nnen, dass jeder Kampf gegen das st&#246;sst, was ihn als Handlung der Klasse konstituiert, verh&#228;lt es sich anders betreffend der Transformation dieses zur Grenze gewordenen &#8222;Handelns als Klasse&#8220; in die &lt;i&gt;Infragestellung&lt;/i&gt; durch das Proletariat seines eigenen Verh&#228;ltnisses zum Kapital: die Kommunisierung. Das heisst die Transformation von etwas, das sich bis anhin in der Reproduktion des Kapitals aufl&#246;st, in etwas, das aktiv im Kampf der Klasse eine Infragestellung durch das Proletariat seiner eigenen Situation als Klasse ist. Fl&#252;chtige Einblicke gaben uns die &#8222;Bewegung der direkten Aktion&#8220;, der Kampf der Arbeitslosen und Prek&#228;ren, ein Indiz daf&#252;r zeigt sich in den Transformationen der Klassenzusammensetzung des Proletariats, aber die &#8222;Infragestellung&#8220; ist noch weitgehend eine &lt;i&gt;theoretische Ableitung&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ableitung erfolgt auf folgender Grundlage:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; des Zusammenbruchs jeglicher Perspektive der Erstarkung, Affirmation und Befreiung des Proletariats;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; der gegenw&#228;rtigen Grenze aller K&#228;mpfe in der Tatsache selbst, ein Kampf der Klasse zu sein, eine Grenze, welche die Dynamik dieser K&#228;mpfe darstellt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; der Neuzusammensetzung des Proletariats;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; des Inhalts und der Struktur des Widerspruchs zwischen dem Proletariat und dem restrukturierten Kapital (Widerspruch auf der Ebene der Reproduktion: Im Widerspruch zum Kapital zu stehen, ist gleichbedeutend mit der Tatsache, im Widerspruch zu seiner eigenen Reproduktion als Klasse zu stehen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sobald der Klassenkampf auf der Ebene der Reproduktion situiert ist, kann und will das Proletariat in keinem Kampf mehr bleiben, was es ist. Es handelt sich nicht zwingend um aufsehenerregende Aussagen oder &#8222;radikale&#8220; Aktionen, sondern um alle Praktiken der &#8222;Flucht&#8220; oder Verneinung der Proletarier gegen&#252;ber ihrer eigenen Bedingung, in den selbstm&#246;rderischen K&#228;mpfen der Firma Cellatex, im Streik von Vilvoorde oder vielen anderen, wo sich herausstellt, dass das Proletariat getrennt vom Kapital nichts ist und dass es nicht dieses Nichts bleiben kann (dass es seine Vereinigung mit dem Kapital fordert, bringt den Graben, ge&#246;ffnet durch den Kampf, die Anerkennung und die Verweigerung des Proletariats seiner selbst als diesen Graben, nicht zum Verschwinden). Im gegenw&#228;rtigen Verlauf der K&#228;mpfe ist zwar die Infragestellung nur eine theoretische Ableitung, aber sie ist auch viel mehr als das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der gegenw&#228;rtige Kampfzyklus ist die Aufl&#246;sung des R&#228;tsels des Kampfes der Klasse: Wie kann eine strikt als Klasse handelnde Klasse die Abschaffung aller Klassen sein? Diese Aufl&#246;sung ist die Kommunisierung, abgeleitet von diesem Kampfzyklus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Revolution ist Unmittelbarkeit des Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kern des Konzepts der Kommunisierung ist ein einziger Punkt: Die Revolution als Abschaffung des Kapitals ist nicht eine Vorbedingung f&#252;r den Aufbau des Kommunismus, sie kann nur als unmittelbarer Aufbau des Kommunismus erfolgreich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wahr, dass es Probleme gibt, die nicht &#8222;von heute auf morgen&#8220; gel&#246;st werden k&#246;nnen, sie sind sehr wohl real. Die Tatsache jedoch, dass der Kommunismus anfangs Probleme l&#246;sen muss, die er vom Kapitalismus geerbt hat (Ungleichheiten in der Entwicklung, qualitative Transformation der Produktionsinstrumente, Eliminierung gef&#228;hrlicher Anlagen, Dekonzentration der Bev&#246;lkerung, Beseitigung in seinen materiellen &#8211; im Raum eingeschriebenen &#8211; Formen des Gegensatzes zwischen Stadt und Land, &#8222;Rehabilitierung&#8220; ehemals landwirtschaftlicher oder &#8222;nat&#252;rlicher&#8220; Fl&#228;chen), erschafft deswegen nicht eine Periode oder Aktivit&#228;ten, im Rahmen welcher er nicht gem&#228;ss dem, was er ist, gem&#228;ss seinem eigenen Wesen &#8222;funktionieren&#8220; k&#246;nnte, bis ein gewisses Entwicklungsstadium erreicht sein w&#252;rde, das ohnehin nicht festgelegt werden kann. Der Kommunismus ist nicht das Ende der Geschichte, er muss Probleme l&#246;sen, die er von der kapitalistischen Produktionsweise, und vielleicht sogar, w&#228;hrend dieses Moments des Bruches mit der ganzen vorhergehenden Geschichte der Entfremdung, solche, die er von vorhergehenden Produktionsweisen geerbt hat (die Frage w&#252;rde es verdienen, gestellt zu werden). Er wird selbst seine eigenen Probleme festlegen, Gegens&#228;tze und Dynamiken erzeugen, diese Probleme und diese Dynamik sind Teil der Spannung hin zur Autonomisierung der Gemeinschaft insoweit, als die gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums eine Gesamtheit an Verh&#228;ltnissen und nicht eine jedem Individuum inh&#228;rente Essenz ist. Es ist in diesem Verh&#228;ltnis zwischen der Spannung hin zur Autonomisierung der Gemeinschaft und der Diversit&#228;t, in welchem der Kommunismus existiert und sich als Geschichte abzeichnet. Der Kommunismus ist die menschliche Gemeinschaft in permanentem Aufbau und permanenter Spannung zwischen der Universalit&#228;t und der Diversit&#228;t, denn es gibt f&#252;r sie kein abstraktes Richtmass zwischen den verschiedenen Aktivit&#228;ten (auch diesbez&#252;glich ist der Kommunismus nicht eine x-te Version der &#8222;transparenten Gesellschaft&#8220;). Aber was auch immer diese Probleme sein m&#246;gen, die geerbten oder die eigenen, wird er von Anfang an auf seinen eigenen Grundlagen funktionieren, sonst wird er nicht bestehen k&#246;nnen. Mit der Revolution werden jegliche vorhergehende gesellschaftliche Determinierung als zu reproduzierender Zwang (die Klassenzugeh&#246;rigkeit), jegliche fr&#252;here zu reproduzierende Voraussetzung, den Verh&#228;ltnissen vorausgehend, welche die Individuen als Individuen zwischen ihnen bei gleichzeitiger Definition ihrer Bed&#252;rfnisse definieren, deren Befriedigung und die Modalit&#228;ten derselben abgeschafft. Die Abschaffung der Klassen ist sowohl gleichbedeutend mit der Abschaffung der Aktivit&#228;t als Subjektivit&#228;t als auch ihres Ergebnisses als Objektivit&#228;t ihr gegen&#252;ber, in diesem Zusammenhang ist die Abschaffung der Lohnarbeit jene der Arbeit. Der von der kommunistischen Revolution erschaffene &#220;berfluss ist nicht auf der Ebene des Habens, sondern auf jener des Zusammenseins, der Gemeinschaft. All das wird in der Bewegung der Revolution selbst hervorgebracht, es ist geradezu ihr Inhalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man Probleme mit den ersten Etappen des Kommunismus hat und anf&#228;ngt, den &#8222;&#228;ngstlichen Realisten&#8220; mit Ausdr&#252;cken wie &#8222;es geschieht nicht von heute auf morgen&#8220; zu spielen, dann bedeutet das, dass man Probleme hat mit der Konzeption der Revolution, die weiterhin auf der von der objektiven Entwicklung der Produktivkr&#228;fte gelieferten Grundlage, wovon das Proletariat Teil ist, und ihrer Befreiung von der kapitalistischen Kleinlichkeit basiert. Was man meistens als &lt;i&gt;in den ersten Etappen des Kommunismus&lt;/i&gt; zu l&#246;sende Fragen betrachtet, sind in Wirklichkeit in den h&#228;ufigsten F&#228;llen nur kommunistische Massnahmen, welche die Proletarier &lt;i&gt;im Verlauf der Revolution&lt;/i&gt; ergreifen werden m&#252;ssen, dies, weil letztere nicht auf einen Kampf des Kommunismus gegen das Kapital hinausl&#228;uft, sondern &lt;i&gt;die Hervorbringung des Kommunismus vermittelt durch seinen reellen Gegensatz zum Kapital&lt;/i&gt; ist. Pragmatische und taktische Massnahmen im Verlauf der Revolution. Die Abschaffung des Werts oder des Staates, die Erschaffung neuer Verh&#228;ltnisse, deren Inhalt die gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums ist, d.h. die Beziehung zwischen Individuen in ihrer Singularit&#228;t, sind taktische Kampfmassnahmen der Proletarier in der Revolution gegen das Kapital.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Unmittelbarkeit ist kein Immediatismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber Obacht, wenn wir mit dem Finger auf der Karte den zu gehenden Weg vorzeichnen, sind wir deswegen noch lange nicht am Ziel angekommen; es ist im Klassenkampf dieses Kampfzyklus, worin das R&#228;tsel auftaucht und gel&#246;st werden muss. Die &lt;i&gt;Unmittelbarkeit&lt;/i&gt; des Kommunismus ist nicht sein &lt;i&gt;Immediatismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Immediatismus des Alternativismus oder der &#8222;Bewegung der direkten Aktion&#8220; weiss sehr wohl, dass der Klassenkampf entscheidend ist, aber er erwartet davon, dass die Arbeiter nicht mehr als solche, sondern als Revolution&#228;re handeln. Doch die Kommunisierung der Gesellschaft wird gleichbedeutend sein mit kommunistischen Massnahmen, die von Arbeitern ergriffen werden, weil sie Arbeiter sind, weil sie als solche definiert in allen Determinierungen des Kapitals und gegen sie existieren. Der Immediatismus setzt voraus, dass die Transformation der Gesellschaft nur m&#246;glich w&#228;re, wenn die Proletarier sich einmal ihrer alten proletarischen Kleider entledigt h&#228;tten. Er betrachtet die Kommunisierung als &#8222;langen Marsch&#8220; in der kapitalistischen Produktionsweise. Der Immediatismus kann nur auf die Alternative hinauslaufen. Man entfernt sich vom Konzept der Kommunisierung selbst, wenn man nicht davon ausgeht, dass die Hervorbringung des Kommunismus erfolgt, weil sich die Proletarier, im Kampf gegen das Kapital als solche, in diesem Kampf ihrer alten proletarischen Kleidung entledigen, weil sie eingetaucht sind in die Widerspr&#252;che des Kapitals, die sie als Proletarier konstituieren. Die Abschaffung der proletarischen Bedingung ist die Selbsttransformation des Proletariats in unmittelbar gesellschaftliche Individuen, es ist der Kampf gegen das Kapital, die uns zu solchen machen wird, denn dieser Kampf ist ein Verh&#228;ltnis, das uns mit ihm verstrickt. Die Kommunisierung konstituiert sich nicht als Lebensweise gegen&#252;ber dem Kapital, sondern wird die &#220;berwindung der fordernden K&#228;mpfe im unmittelbaren Rahmen der Arbeit oder der Reproduktion der Arbeitskraft, d.h. im Rahmen der Ausbeutung sein. Die Revolution ist weder die Enth&#252;llung eines immer schon dagewesenen revolution&#228;ren Wesens des Proletariats, noch das Resultat eines Zusammenstosses zweier Welten: jene des Kapitals und jene der sich ihm gegen&#252;ber konstituierenden kommunistischen Alternative. Da die Revolution die &#220;berwindung der kapitalistischen Produktionsweise ist, hervorgebracht durch die historische Entwicklung des Widerspruchs zwischen dem Proletariat und dem Kapital, bedeutet das, dass sie &lt;i&gt;der Entwicklung der Klassenwiderspr&#252;che dieser Gesellschaft, ihrer Geschichte unterworfen&lt;/i&gt; ist. Die Frage der Kommunisierung ist in ihrer absolut konkreten Form jene des Verh&#228;ltnisses zwischen diesem Kampfzyklus und der Revolution.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus zur Kommunisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jedem Kampfzyklus ist der hervorgebrachte allt&#228;gliche Verlauf des Kampfes der Klasse auf spezifische Weise mit der Revolution verbunden, entweder als Hinauswachsen &#252;ber sich selbst (im Rahmen des Programmatismus) oder als hervorgebrachte &#220;berwindung im gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Kampfzyklus formt der allt&#228;gliche Verlauf des Klassenkampfes den Widerspruch, so wie er sich in der Krise und der Revolution entwickelt und strukturiert. Dieser neue Zyklus hat grundlegende Eigenschaften, die ihn radikal vom Programmatismus unterscheiden: das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t, die Tatsache, dass jeder Kampf in dem, was ihn definiert, mit seiner eigenen Grenze als Reproduktion des Kapitals konfrontiert ist (Grenzen, die diese Reproduktion ihm immer auf spezifische Weise aufzeigt, gem&#228;ss ihren eigenen Eigenschaften), jene, dass die Konfrontation mit dem Kapital gleichbedeutend mit jener mit seiner eigenen Konstitution als Klasse ist. Es ist aufgrund dieser Eigenschaften des allt&#228;glichen Verlaufs selbst, dass die Krise dieses widerspr&#252;chlichen Verh&#228;ltnisses zwischen dem Proletariat und dem Kapital zur Kommunisierung werden kann. Die Kommunisierung ist die Vollendung/&#220;berwindung dieses neuen Kampfzyklus, determiniert durch den Inhalt desselben: dem Widerspruch auf der Ebene der Reproduktion des Verh&#228;ltnisses, dem Zusammenwachsen der Konstitution des Proletariats als Klasse und seines Widerspruchs mit dem Kapital, dem damit einhergehenden Verschwinden jeglicher Arbeiteridentit&#228;t. &lt;i&gt;Der Widerspruch zwischen den Klassen ist zur &#8222;Bedingung&#8220; seiner eigenen Aufl&#246;sung als gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums geworden&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es jedoch nicht mit einem revolution&#228;ren Wesen zu tun, sondern mit dem Verlauf des Widerspruchs zwischen dem Proletariat und dem Kapital, so wie er sich als allt&#228;glicher Verlauf des Klassenkampfs und dynamischer Verlauf der Widerspr&#252;che des Kapitals zeigt. Er konstituiert und ben&#246;tigt die Krise der kapitalistischen Reproduktion als Vermittlung f&#252;r seine &#220;berwindung. Das, weil &lt;i&gt;der Widerspruch notwendigerweise in seinem Prozess &#214;konomie wird&lt;/i&gt;, in einer jedes Mal spezifisch ausgedr&#252;ckten historischen Form. Das Kapital reproduziert sich und somit existiert die &#214;konomie, seine Krise wird nichts anderes als die Wirtschaftskrise sein, aber die Wirtschaftskrise ist gleichbedeutend mit der Krise des gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses, einer &lt;i&gt;Krise des Verh&#228;ltnisses der gegenseitigen Verstrickung&lt;/i&gt;. Das hat nichts mit der Bekr&#228;ftigung zu tun, die Krise w&#252;rde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich, politisch usw. sein. Die Krise dieses Kampfzyklus als Krise des kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses beinhaltet eine Klassenaktivit&#228;t, die zur Kommunisierung werden kann. Es handelt sich nicht um etwas, das von Anfang an gegeben w&#228;re und der Krise ihr Wesen auferlegen w&#252;rde, sondern um die Praxis des Proletariats in dieser Krise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Verh&#228;ltnis zwischen den gegenw&#228;rtigen K&#228;mpfen und der Revolution muss man sich allerdings &lt;i&gt;innerhalb der Klassenaktivit&#228;t&lt;/i&gt; ann&#228;hern. Wir wissen, dass es sich nicht um ein Hinauswachsen &#252;ber sich selbst handelt, aber wenn wir an diese Frage nicht als Klassenaktivit&#228;t herangehen, verleihen wir der Krise eine demiurgische Rolle, indem wir sie nur als die Klassenaktivit&#228;t modifizierende Krise des Kapitals konzipieren, eine Modifikation, die sie also einfach hinnehmen m&#252;sste. Was ist vom Standpunkt aus der Klassenaktivit&#228;t der Inhalt dieses &#220;bergangs, dieser &#220;berwindung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Kommunisierung ist die hervorgebrachte &#220;berwindung dieses Zyklus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution ist ein Konflikt zwischen Klassen, sie ist die &#228;usserste Determinierung des widerspr&#252;chlichen Prozesses des Kapitals als Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital. Der &#220;berwindungsprozess des fordernden Kampfes zeichnet sich im fordernden Kampf selbst ab, wenn letzterer innerhalb seiner selbst seine Anforderungen stellt, ohne die Reproduktionslogik des Systems zu ber&#252;cksichtigen und dadurch dazu tendiert, die Existenzbedingungen der Ausbeutung selbst infrage zu stellen. Wenn er also schlichtweg im Verlauf des fordernden Kampfes zu allem entschlossen wird, wodurch er seine Koh&#228;renz als fordernder Kampf &#252;berwindet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man sich in einer Situation befindet, in welcher die Abschaffung jener Gesellschaft, wovon wir selbst Teil sind, zum Ziel der Bewegung wird, zudem in einer gesellschaftlichen Situation, in welcher man sich selbst, sei es als Lohnabh&#228;ngige, Proletarier oder Arbeiter, keine zu befreiende Identit&#228;t gegen diese Gesellschaft, kein Projekt der Reorganisation derselben auf der Grundlage der Lohnarbeit oder der wertschaffenden Arbeit verleihen kann, wenn man sich in dieser Situation befindet und dementsprechend handelt, dann zeichnet sich die Kommunisierung ab. Das bedeutet, dass die Klassenzugeh&#246;rigkeit, die Notwendigkeit, vorherige zu reproduzierende gesellschaftliche Definition war, da sie ihre Reproduktion impliziert, kontingent wird. Jeglicher Streik oder Kampf ist nicht potenziell die Revolution, aber wir werden nie im Vornhinein den Moment definieren k&#246;nnen, wo ein fordernder Kampf seine eigene &#220;berwindung hervorbringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Diese &#220;berwindung des Widerspruchs zwischen den Klassen ist der Moment, wo der Kampf gegen das Kapital im Verlauf desselben zur Infragestellung &lt;/i&gt;&lt;i&gt;der&lt;/i&gt;&lt;i&gt; eigenen Bedingung als Proletarier wird, diese Bedingung wird im Verlauf des Konflikts als &#228;usserer Zwang hervorgebracht, man k&#228;mpft gleichzeitig als Proletarier gegen das Kapital und bringt simultan dazu neue Verh&#228;ltnisse hervor&lt;/i&gt;. Man kommunisiert die Gesellschaft, d.h. man schafft sie als autonome Substanz des Verh&#228;ltnisses zwischen Individuen ab, letztere beziehen sich daraufhin in ihrer Singularit&#228;t aufeinander. Die vorherigen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse l&#246;sen sich, ohne dass es in einem (inexistenten und unm&#246;glichen) Gesamtplan begr&#252;ndet w&#228;re, in dieser gesellschaftlichen Aktivit&#228;t auf, in ihr kann man nicht unterscheiden zwischen der Aktivit&#228;t der Streikenden und Aufst&#228;ndischen und der Erschaffung neuer Verh&#228;ltnisse zwischen den Individuen, neue Verh&#228;ltnisse, in welchen die Individuen das, was ist, bloss als Moment eines ununterbrochenen Flusses der Hervorbringung menschlichen Lebens betrachten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ausgehend ist diese &#220;berwindung kein innerer Prozess der Klasse, sondern ihr Konflikt mit dem Kapital und die Entwicklung der Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse, also der Ziele und des theoretischen Bewusstseins, die im Kampf bestimmt werden. Die Kommunisierung ist der Geschichte der Kapitalakkumulation und ihrer Krise unterworfen. Was kann aus dieser Krise eine Endkrise machen? Nichts anderes als ihr Verlauf, und nicht die Vollendung einer Bedeutung oder Tendenz. Es ist die Krise der kapitalistischen Produktionsweise in den Begriffen derselben, resultierend aus dem tendenziellen Fall der Profitrate, Widerspruch zwischen den Klassen (diesbez&#252;glich ist die h&#228;ufig gestellte Frage &#8222;Wie tief muss sie fallen?&#8220; sinnlos). Es ist nicht die Irreproduzierbarkeit dieses Widerspruchs, der die Ausbeutung ist, wodurch die Kommunisierung hervorgebracht wird. Es ist die &#220;berwindung dieses spezifischen Kampfzyklus und die daraus resultierende Praxis des Proletariats als Praxis in dieser Krise, die als Kommunisierung definiert werden, was den Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital irreproduzierbar macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die &#220;berwindung der Situation des Proletariats ist die Definition des Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums bedeutet grundlegend die Abschaffung der Teilung der Gesellschaft in Klassen, eine Spaltung, aufgrund welcher die Gemeinschaft dem Individuum fremd ist. Man kann sich also positiv dem ann&#228;hern, was die unmittelbar gesellschaftlichen Individuen sind, oder eher, was die Beziehungen zwischen unmittelbar gesellschaftlichen Individuen in ihrer Singularit&#228;t sind. Ihre Selbsthervorbringung in ihren gegenseitigen Beziehungen impliziert nie eine Reproduktion in einem Zustand, der eine Partikularisierung der Gemeinschaft w&#228;re, impliziert durch die Arbeitsteilung, das Eigentum und die Klassen. Die unmittelbar gesellschaftlichen Individuen behandeln bewusst jedes Objekt als menschliche Aktivit&#228;t und l&#246;sen die Objektivit&#228;t in einem Fluss von Aktivit&#228;ten auf (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung des Eigentums auf der Grundlage des Eigentums); sie behandeln ihre eigene Aktivit&#228;t als konkrete Partikularisierung der menschlichen Aktivit&#228;t (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung der Arbeitsteilung auf der Grundlage der Arbeitsteilung); sie betrachten praktisch ihre Produktion und ihr Produkt in ihrem Zusammenfallen als ihren eigenen Zweck an sich und ihre Determinierungen, ihre M&#246;glichkeiten der Durchf&#252;hrung und ihre Finalit&#228;ten beinhaltend (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung des Tausches und des Werts) und schliesslich setzen sie die Gesellschaft als etwas, das konstant im Verh&#228;ltnis zwischen Individuen hervorgebracht werden muss und jede Beziehung als Voraussetzung ihrer Transformation (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung der Klassen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In alldem finden wir das Proletariat wieder als Aufl&#246;sung der bestehenden Bedingungen auf der Grundlage, in der Bewegung, derselben. Davon ausgehend, &lt;i&gt;in einem besonderen historischen Moment&lt;/i&gt;, finden wir seine Kapazit&#228;t, seine eigene Definition als Klasse als ver&#228;usserlichten Zwang im Kapital gegen es selbst zu behandeln. Alles, was wir von der Kommunisierung (und dem Kommunismus) sagen k&#246;nnen, leitet sich von dem ab, was das Proletariat &lt;i&gt;in seinem Verh&#228;ltnis zum Kapital&lt;/i&gt; ist, dadurch ist sie ein Moment der Geschichte dieses Verh&#228;ltnisses. Wie kann eine strikt als Klasse handelnde Klasse die Klassen abschaffen? Es ist in der Geschichte der kapitalistischen Produktionsweise, als Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital, wo wir bruchst&#252;ckhaft die L&#246;sung des R&#228;tsels suchen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/sur-la-communisation-rs&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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&lt;p&gt;Wir werden uns hier nicht mit der Totalit&#228;t der Vorschl&#228;ge im Aufruf befassen, sondern nur mit jenen, von welchen uns scheint, dass sie Fragen bez&#252;glich dem aufwerfen, was die gesellschaftlich-historische Basis der Kommunisierung sein k&#246;nnte. Es ist wohl offensichtlich dass man, wenn man keine Vorbedingungen f&#252;r den Kommunismus im Sinne einer &#220;bergangsphase, der Vergesellschaftung der Produktionsmittel, der T&#228;tigkeiten usw. voraussetzt, denken kann, die kommunisierende T&#228;tigkeit sei hier und (&#8230;)&lt;/p&gt;


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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Wir werden uns hier nicht mit der Totalit&#228;t der Vorschl&#228;ge im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; befassen, sondern nur mit jenen, von welchen uns scheint, dass sie Fragen bez&#252;glich dem aufwerfen, was die gesellschaftlich-historische Basis der Kommunisierung sein k&#246;nnte. Es ist wohl offensichtlich dass man, wenn man keine Vorbedingungen f&#252;r den Kommunismus im Sinne einer &#220;bergangsphase, der Vergesellschaftung der Produktionsmittel, der T&#228;tigkeiten usw. voraussetzt, denken kann, die kommunisierende T&#228;tigkeit sei hier und jetzt, unter den gegenw&#228;rtigen Bedingungen der durch das Geld, das Privateigentum, die Zirkulationsweisen der G&#252;ter, Reicht&#252;mer, des Wissens usw. vermittelten Verh&#228;ltnisse m&#246;glich, anders gesagt, unter den wirtschaftlichen und politischen Bedingungen der gegenw&#228;rtigen Gesellschaft. Unter diesen Bedingungen f&#228;llt das Niveau der Kommunisierung mit der Kaufkraft einer gegebenen, mehr oder weniger homogenen Gruppe zusammen. Vom immediatistischen Standpunkt ausgehend, kann man meinen, die Erschaffung von Netzen der Zusammenarbeit in Form von Orten, Gemeinschaften, &#8222;kommunisierten Bauernh&#246;fen&#8220; sei gleichbedeutend mit der Tatsache, den Kommunismus jetzt schon zu leben und zu praktizieren. Doch diese Praxis entspricht dem historischen Kontext der westlichen Demokratie. Und ist im wesentlichen vom Regime der Handelsfreiheit abh&#228;ngig: Wer bezahlen kann, kann w&#228;hlen. Wenn die Kommunisierung Transformation, Universalisierung, hegemonische Ausbreitung einer neuen Art des gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses ist, die das Kapital beseitigt (d.h. die Klassen, die Ausbeutung usw.), so sind die auf dem Territorium der kapitalistischen Totalit&#228;t zerstreuten Praktiken der Zusammenlegung wie virale Phasen des &#220;bergangs zur Kommunisierung des gesamten gesellschaftlichen &#8222;Organismus&#8220; des Kapitals. Doch w&#228;hrend man auf diese Verallgemeinerung wartet, sind es die kapitalistischen Bedingungen des Zugangs zu G&#252;tern, welche die Zusammenlegung bestimmen. Im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; wird die treibende Kraft dieser &#8222;Kommunisierung&#8220; politische Freundschaft genannt. Es ist eine politische Freundschaft kommunitaristischen Typs. Diese politische Freundschaft bewirkt eine Art Transsubstantiation des Kapitals in Kommunismus, aber erscheint auch als eine Art historischer Kompromiss zwischen den Klassen in der kapitalistischen Gesellschaft. Im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; geht es nicht um einen politischen Antagonismus zwischen Reichen und Armen, sondern um &#8222;ethische&#8220; Differenzen. Die Unterschiede der Klassen, der gesellschaftlichen Macht, zwischen dem Boss und dem Arbeiter sind auf eine ethische Bestimmung zur&#252;ckzuf&#252;hren. Der Kommunismus ist eine ethisch-politische Bestimmung. Ausser dass die Produktionsweise dieser ethisch-politischen Bestimmung nicht historisch gedacht wird. Handelt es sich um die unter der Kategorie &#8222;Ethik&#8220; zusammengefassten Klassenunterschiede, die wirkliche gesellschaftliche Geschichte der Menschen, die Revolte gegen die kapitalistische Ausbeutung oder gegen die Ethik der Bosse? Die ethisch-politische Frage ist eine Klassenlekt&#252;re der historischen Konfliktualit&#228;t, aber nicht unsere. Der politische Ausdruck der Bed&#252;rfnisse in K&#228;mpfen positioniert sich nicht gem&#228;ss ethischen Unterschieden, sondern gem&#228;ss gesellschaftlichen Kr&#228;fteverh&#228;ltnissen. Das bedeutet nicht, dass die Ethik eine in den Konflikten abwesende Dimension ist, sondern dass ihre Problematisierung nicht unmittelbar als solche greifbar ist. Der Vorschlag der &#8222;ethischen Differenzen&#8220; ist auch auf dem Terrain der praktischen Probleme politisch unwirksam. Wenn wir uns den Tausend Formen der Ausbeutung widersetzen, so tun wir das nicht, weil wir finden, dass die Ethik des Ausbeuters f&#252;r uns problematisch ist. Es ist allen voran seine gesellschaftliche Macht als Ausbeuter, die uns praktisch betrifft. Die Behauptung, seine Macht sei auf eine Ethik zur&#252;ckzuf&#252;hren, kleidet den sozialen Krieg in der Logik eines moralischen Konflikts. Im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; wird, trotz seiner klar anti-individualistischen Regungen, der Zugang nicht jenseits des guten Willens, der Anziehungen oder Abneigungen und des gesellschaftlichen Opportunismus der Individuen gesetzt: Die K&#246;rper bleiben Individuen der b&#252;rgerlichen &#8222;Gesellschaft&#8220;, die Zugang zu G&#252;tern, Rohstoffen usw. besitzen. Das lebendige Geld ist auch gleichbedeutend mit dem anderen Geld der Gemeinschaften: eine andere Art und Weise, f&#252;r den Gebrauchswert zu bezahlen. In den Gemeinschaften sind die M&#246;glichkeiten des Zugangs zu Rohstoffen durch die Qualit&#228;t der Gef&#252;hle, der affektiven Beziehungen zwischen den Individuen konditioniert, Bedingungen, die auf &#8222;Subjekte&#8220; verweisen, welche Eigent&#252;mer von Nutzungsm&#246;glichkeiten sind. In Tat und Wahrheit ist die Bedingung des Teilens in der Gemeinschaft der &#8222;politischen&#8220; Freunde gleichbedeutend mit einer Verdr&#228;ngung jeglicher Politik, d.h. des Klassenkampfes innerhalb derselben. Daher kommt die Notwendigkeit einer regelm&#228;ssigen &#8222;Ausstossung&#8220; der aktivistischen Spannungen in Richtung sozialer Bewegungen, womit die scheinbare Einheit der Gemeinschaft gewahrt wird. In der gemeinschaftlichen Lebensform legt das Privateigentum seine Mittel zusammen, die Subjektivit&#228;t der Individuen innerhalb der Gemeinschaft der Eigent&#252;mer wird ausgeweitet, die Gemeinschaft ist der materielle Tr&#228;ger des &#8222;Kommunismus&#8220;. Die gemeinschaftliche politische Freundschaft ist also keine T&#228;tigkeit, die zur Aufl&#246;sung des Privateigentums tendiert, sondern eine prinzipielle Gleichheit in der Nutzung des Privateigentums. Das Ziel dieser politischen Freundschaft ist rein h&#228;uslich. Sie findet ihr aktives Prinzip nicht in den gesellschaftlichen K&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Bem&#228;chtigung der Kommunisierung ist es das Postulat des gleichen Zugangs zu den f&#252;r das Leben und den Kampf notwendigen G&#252;tern, welches kollektiv als notwendige Bedingung f&#252;r die Zusammenarbeit zwischen Individuen gesetzt wird. Eliminierung, Zerst&#246;rung, Widerrufung aller gesellschaftlicher Kr&#228;fte des Eigentums, des Zugangs zur Kohle. In Anbetracht der Ausdehnungsmacht der K&#228;mpfe ist das, was der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; politische Freundschaft nennt, nur eine Variante der interindividuellen Verf&#252;hrung. Doch in den K&#228;mpfen sind es die historische &#214;ffnung, der verallgemeinerte Ausnahmezustand als Bedingung des gleichen Zugangs zu den G&#252;tern, eine Schicksalsgemeinschaft, welche das Verh&#228;ltnis zwischen Freundschaft und Politik verwirklichen. Es ist die kommunistische politische Freundschaft, welche weiter geht als die b&#252;rgerliche politische Freundschaft, die im Schweigen bez&#252;glich Geld, Privateigentum, Klassenstellung getr&#228;nkt ist. Die kommunistische politische Freundschaft setzt die Beseitigung der Klassen als ihre Existenzbedingung. Die Bedingungen des Zugangs zum Kampf, zum Teilen des Politischen werden durch die Entwicklung des Konflikts ge&#246;ffnet. Es kommt nicht mehr in Frage, abstrakt &#8222;Gef&#252;hlswelten&#8220; und Forderungen einander entgegenzustellen: Die Gef&#252;hle sind die Antwort eines jeden auf die Situation aller, im Interesse aller. Die Streitigkeiten &#252;ber das Bedeutungsmonopol der Geste, des Affekts, der Handlung entscheiden in Anbetracht der antagonistischen Wirklichkeit des Feindes nichts. Durch die K&#228;mpfe k&#246;nnen die Bedingungen des Zugangs zu G&#252;tern und Rohstoffen sofort in ihrer historischen und gesellschaftlichen Situation gesetzt werden, weit entfernt von den heimischen Zugangsbedingungen, welche von der Geheimgesellschaft oder dem Verein gesetzt werden. Die Existenzbedingung der gemeinschaftlichen politischen Freundschaft gr&#252;ndet auf dem Hirngespinst der agierenden Minderheit, d.h. auf der Reproduktion der Klassengesellschaft im Kleinen. Tats&#228;chlich wird, wie in jeder Gemeinschaft, die das Privateigentum nicht zerst&#246;rt hat, die ausschliessende Nutzungsmacht des Eigent&#252;mers aufrechterhalten und mit ihr die Klassenunterschiede. Die Postur besteht also darin, so zu tun, als ob das nicht der Fall w&#228;re. Die politische Anerkennung von Klassenkonflikten innerhalb der Gemeinschaft w&#228;re gleichbedeutend mit ihrem Todesurteil. Die Gemeinschaft der &#8222;Gleichen&#8220; existiert, solange das Hirngespinst der gesellschaftlichen Ununterscheidbarkeit die Regel ist. Es ist das Vergessen der Klassengesellschaft, nicht ihre Abschaffung: Deswegen k&#246;nnen wir von der Reproduktion der Klassengesellschaft im Kleinen sprechen, wenn es um aktuelle Gemeinschaften und Netze der Zusammenarbeit geht. Die Existenzbedingung der agierenden Minderheit ist also eine Art Sublimierung der Klassenmacht, als h&#246;chstes Tabu gesetzt und jeglicher politischen Konfliktualit&#228;t innerhalb derselben entledigt. Es existiert in der Gemeinschaft ein Wunsch der Aneignung, der Wiedererschaffung von etwas &#8222;Unverschmutztem&#8220;, eines den Individuen gemeines Propriums. Jede Gemeinschaft k&#228;mpft gegen den Zerfall, gegen die gesellschaftliche Aufl&#246;sung. Ihre affektive Bewegung tendiert zum Zerfall und schliesslich zum Andauern, zum Fortbestehen eines konservativen Wesens, welches die Zerfallskraft des Proletariats bek&#228;mpft, jenes Nicht-Subjekt, welches losgel&#246;st, heterogen, subversiv und f&#252;r jegliche Gemeinschaft ungeeignet ist. Also wird die Kommunisierung auf der Ebene des h&#228;uslichen Bewusstseins gesetzt. Hier ist die politische Freundschaft nur eine Doppelg&#228;ngerin der kapitalistischen Wirklichkeit ohne die Klassenwiderspr&#252;che. Es ist die gleiche Logik mit einem anderen Namen. In einer ganz anderen Situation w&#228;re die Kommunisierung, noch vor der kollektiven Bem&#228;chtigung der G&#252;ter und Rohstoffe usw., allen voran ein politischer Kampf f&#252;r gleiche Zugangsbedingungen im Lauf von Konflikten. Genau von dieser Notwendigkeit der Verallgemeinerung des Konflikts rund um den Zugang entfernt sich der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt;. Dort ist es direkt die Nutzung, die Kommunisierung ist, ohne andere Vermittlung als der Wille jener, welche schon &#252;ber etwas verf&#252;gen, das zusammengelegt werden kann. Die Zugangsbedingungen sind dort geregelt, sie sind geregelt innerhalb der restriktiven Bedingungen einer bestimmten, getrennten, alternativen gesellschaftlichen Gruppe. In der Proposition III auf Seite 16 wird folgendes gesagt: &#8222;Wir machen eine einfache Feststellung: Ein Jeder, der &#252;ber ein bestimmtes Ma&#223; an Reichtum und Wissen verf&#252;gt, welches durch die simple Tatsache diese Gegenden der alten Welt zu bewohnen zug&#228;nglich wird kann es vergemeinschaften [&lt;i&gt;communiser&lt;/i&gt;]. Die Frage ist nicht, ob mit oder ohne Geld leben, stehlen oder kaufen, arbeiten oder nicht, sondern wie das Geld, das wir haben, dazu benutzt werden kann, unsere Autonomie in Beziehung zur Sph&#228;re der Warenwirtschaft auszuweiten.&#8220; Zuerst einmal erkennen wir wirklich nicht, was die Wirklichkeit dessen sein soll, was die Autoren des &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; mit diesem sehr vagen und unbestimmten Ausdruck &#8222;ein Jeder&#8220; beschreiben. Handelt es sich um das Proletariat in seiner Totalit&#228;t, um jene, welche zusammen den Kommunismus praktizieren, um &#8222;Meinereiner&#8220; in einem B&#252;ndnis mit einem &#8222;Wir&#8220;? Denn wenn man aus der Kommunisierung ein kollektives Problem in Bezug auf die Bem&#228;chtigung der Lebens- und Kampfmittel macht, indem man von den gegenw&#228;rtigen &#220;berlebensm&#246;glichkeiten ausgeht, dann h&#228;tte folgende Wahrheit ausgesprochen werden m&#252;ssen: Ein Jeder verf&#252;gt nicht &#252;ber eine gewisse Menge an Reichtum und Wissen zur Kommunisierung. Wenn die Kommunisierung hingegen keine K&#228;mpfe ben&#246;tigt, muss man sagen: Jene, welche &#252;ber eine gewisse Menge an Reichtum und Wissen verf&#252;gen k&#246;nnen, k&#246;nnen sie kommunisieren. Der Zugang zur &#8222;Kommunisierung&#8220; wird nicht mehr durch K&#228;mpfe ge&#246;ffnet, sondern durch individuelle M&#246;glichkeiten. Hinzu kommt die mysteri&#246;se Rolle dieser Gegenden der alten Welt. Ist es sicher, dass die Tatsache, diese Gegenden zu bewohnen, aus der alten Welt den offensichtlichen Dienstleister &#8222;eines Jeden&#8220; macht? Wenn die Autoren des &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; sagen, dass die Tatsache, mit oder ohne Geld zu leben, zu arbeiten, zu stehlen oder nicht usw. unbedeutend sind, scheinen sie uns zu sagen, dass die unter den diversen Modalit&#228;ten des &#220;berlebens erlebten Situationen, die &#8222;sp&#252;rbaren Offenkundigkeiten&#8220;, ihnen als Kommunisierer wenig bedeuten. Doch kann die Mehrheit der Proletarier das gleiche von sich behaupten? Es ist offensichtlich, dass die Wirklichkeit der Geldverh&#228;ltnisse in der kapitalistischen Gesellschaft nie als Verbindung gesetzt ist, derer man sich je nach Laune entledigen oder enthalten k&#246;nnte. Geld ist die Grundlage des Zugangs zu allen gesellschaftlichen T&#228;tigkeiten. Es ist sogar das Geld, welches, als materialisierte Arbeitszeit, das andere Gesicht der Praktiken des Gebens und der Unentgeltlichkeit darstellt. Die unentgeltlich offerierten G&#252;ter werden effektiv produziert. Obwohl die Praktiken der Unentgeltlichkeit und des Gebens Teil der Gegenkultur, der famili&#228;ren Solidarit&#228;t, der gegenseitigen Hilfe sind, existieren sie auch als Gegenst&#252;ck zur &#8222;Sph&#228;re der Warenwirtschaft&#8220;. Wenn sie G&#252;ter dem Kreislauf der Warenverwertung entziehen, um sie ohne Tauschbedingungen zu offerieren, annullieren sie nicht ihren Wert. Genau wie die Verschwendung, die vorausschauende Integration des Ladendiebstahls, der Veruntreuung oder der Geldw&#228;sche, ist die Unentgeltlichkeit nicht die Negation des Tauschwerts, sondern stellt einen Teil seiner Rationalit&#228;t dar. Und das Kapital reguliert die Zirkulation der Menschen als konsumierbare Waren sehr wohl, wenn sie, bestimmt daf&#252;r, permanente Konsumenten zu sein, das Risiko eingehen oder nicht, den &#8222;Tarif&#8220; der Repression zu bezahlen, wenn sie die &#246;ffentlichen Transporte gratis nutzen. Die andere Facette des Geldes ist die Repression. Auch im Geben, in der Unentgeltlichkeit der G&#252;ter hat man es mit materialisierter Arbeitszeit zu tun. Auch wenn man &#252;ber mehrere Generationen einen Kreislauf der Unentgeltlichkeit und des Gebens aufrechterhalten w&#252;rde, w&#252;rden die &#8222;Lebenskosten&#8220; schliesslich die Agenten dieses Kreislaufs anfressen. Der Vorschlag, &#8222;das Geld zu benutzen, um unsere Autonomie in Beziehung zur Sph&#228;re der Warenwirtschaft auszuweiten&#8220;, scheint uns gesellschaftlich selektiv. Der Zugang zum Geld ist gesellschaftlich hervorgebrachte Arbeitszeit, was auch immer das Wesen, die Bedingungen, der gesellschaftliche Spielraum der eintr&#228;glichen T&#228;tigkeit sein m&#246;gen. Es ist eine T&#228;tigkeit, die in ihrer Verwirklichung durch den Tauschwert eingegrenzt ist. Wie kann sich unsere Autonomie unter diesen Bedingungen auch nur einen Deut gegen&#252;ber der Sph&#228;re der Warenwirtschaft ausweiten? Geld muss man immer &#8222;haben&#8220;, bekommen, um es zu nutzen. Es ist wahrhaftig eine permanente &#8222;Suche&#8220;. Die Frage, Geld zu haben oder nicht, stellt sich dem Proletariat jeden Tag, es ist &#8222;zu dieser h&#246;chsten Schande verurteilt, immer ans Geld denken zu m&#252;ssen&#8220;. Genau das ist der Grund der &#8222;absurden&#8220; und &#8222;freiwilligen&#8220; Knechtschaft derart vieler Lohnarbeiter gegen&#252;ber dem Kapital, der autorit&#228;ren Flexibilisierung ihrer Arbeitskraft, der Armut. Nehmen wir z.B. an, es g&#228;be eine progressive biopolitische Weltregierung, die es schafft, ein bedingungsloses Grundeinkommen f&#252;r alle auf dem Niveau eines Lohns eines universit&#228;ren Kaders oder eines kaufm&#228;nnischen Direktors einer multinationalen Firma einzuf&#252;hren. Nehmen wir an, alle verf&#252;gen &#252;ber gen&#252;gend Geld, um es &#8222;kommunistisch&#8220; zu nutzen. Inwiefern k&#246;nnten wir von einer Ausweitung unserer &#8222;Autonomie&#8220; gegen&#252;ber der &#8222;Sph&#228;re der Warenwirtschaft&#8220; sprechen? Stellt euch einen Moment eine Nutzung des Geldes ohne Sph&#228;re der Warenwirtschaft vor. In der Welt der Waren ist es das Geld, welches die Funktion des allgemeinen &#196;quivalents gew&#228;hrleistet. Kein Wirtschaftsleben ohne Geld. Der Inhalt der kapitalistischen Ausbeutung zeigt sich in der Form eines monet&#228;ren Verh&#228;ltnisses zwischen dem Kapitalisten und dem Lohnarbeiter. Obwohl das Geld an sich kein Kapital produziert, ist die Kapitalakkumulation ohne Geld unm&#246;glich. Die Verwaltung und Anlage von Geld ist auch eine Funktion der Staaten. Der Wert in Geldform ist notwendig, da die Waren nicht direkt getauscht werden. Der Preis der Waren ist gleichbedeutend mit der Inkarnation der Arbeit im allgemeinen, in Geldform. Waren und Geld sind die beiden untrennbaren und gegens&#228;tzlichen Seiten einer gleichen Wirklichkeit. Das allgemeine &#196;quivalent, das Geld selbst hat das gesellschaftliche Monopol &#252;ber die Funktion des Geldes inne. Der komplement&#228;re und verschiedene Ausdruck der Produktion von Tauschwerten ist immer noch die Geldform. Das Geld als Wertreserve, Preisstandard, Zirkulationsmittel, aber auch als Kontrolle, Repression, Entbehrung usw. Im Gegenteil, die Kommunisierung k&#246;nnte der Kampf um die kollektive Bem&#228;chtigung der Lebens- und Kampfmittel sein, bis zu einem Punkt, wo wir kein Geld mehr brauchen, um den Kommunismus zu praktizieren. Auch bez&#252;glich der Frage des Privateigentums erw&#228;hnt der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; psycho-affektive Dimensionen, welche die wirkliche Funktion des Privateigentums in der kapitalistischen Gesellschaft vernebeln. Ihre Behandlung ist nicht kommunistisch, sondern alternativistisch und existentialistisch. Die Frage des Privateigentums wird darin anhand einer reinen Ph&#228;nomenalit&#228;t der Nutzung er&#246;rtert. Die Proposition VI auf Seite 33 sagt uns: &#8222;Es ist zum Beispiel offensichtlich, dass MAN vorgegeben hat, die Frage nach dem, was zu mir passt, was ich zum Leben brauche, was Teil meiner Welt ist, endg&#252;ltig gekl&#228;rt zu haben, einzig durch die polizeiliche Fiktion des legalen Eigentums, also dem, was mir geh&#246;rt. Etwas ist mir in dem Masse zu eigen, in dem es den Bereichen angeh&#246;rt, die ich nutze; und nicht aufgrund eines juristischen Titels. Am Ende hat legaler Besitz keine andere Realit&#228;t, als die der Kr&#228;fte, die ihn besch&#252;tzen. Demzufolge ist die Frage des Kommunismus einerseits, die Polizei zu beseitigen und andererseits, Formen des Teilens und der Nutzung auszuarbeiten zwischen denen, die zusammenleben.&#8220; Wer masst sich an, eine solche Frage zu beantworten? Die semantische Ambivalenz zwischen den Worten &#8222;angeeignet&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;: passend, angeeignet], &#8222;eigen&#8220;, &#8222;Gut&#8220; [&lt;i&gt;domaine&lt;/i&gt;: Bereich, Gut]&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Um es kurz zu halten: Der Begriff des Guts bezeichnet allgemein im positiven (&#8230;)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &#8222;Eigentum&#8220; wird nicht zu Gunsten einer klaren Verurteilung des Privateigentums endg&#252;ltig gel&#246;st. Es wird gesagt: Was zu mir &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], k&#246;nnt ihr nicht durch &#8222;die polizeiliche Fiktion des legalen Eigentums&#8220; kl&#228;ren, kennen, f&#252;hlen. Man erkl&#228;rt uns, dass das Individuum als Eigent&#252;mer viel mehr ist als eine Summe von bestimmten Rechtsverh&#228;ltnissen, dass er auch &#8222;Bed&#252;rfnisse&#8220;, eine &#8222;Welt&#8220; usw. hat. Sch&#246;n und gut. Inwiefern beseitigt das die Wirklichkeit des Privateigentums? Wenn wir auch wissen k&#246;nnten, was zu einem Eigent&#252;mer, einem Bullen oder einem B&#252;rger usw. &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], so w&#252;rde dadurch keineswegs die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Macht des Privateigentums, der Polizei oder des Staates beseitigt. Weiter: Was mir zu &#8222;eigen&#8220; ist, ist jede Sache, die &#8222;den Bereichen angeh&#246;rt, die ich nutze&#8220;, und nicht die gesellschaftliche Nutzungsmacht, die durch einen juristischen Titel gew&#228;hrt wird. Die Nutzung wird hier als jene Praxis dargestellt, welche den Akt des Besitzes der Sache konstituiert. Doch es ist eine Sache, deren Nutzung untrennbar mit einem &#8222;Bereich&#8220; [&lt;i&gt;domaine&lt;/i&gt;, s.o.] verbunden ist. Was auch immer der Bereich der Nutzung sein mag, wir haben es immer noch mit einem vom Gesetz des Kapitals und des Staates bestimmten Eigentumsregime zu tun: &#8222;gesellschaftliches&#8220;, &#8222;gemeinschaftliches&#8220;, &#8222;gemischtes&#8220; Eigentum, &#8222;privater&#8220;, &#8222;&#246;ffentlicher&#8220; Bereich, besetztes Haus. Die Ursache der gesellschaftlichen Konflikte rund um die Nutzung von Territorien ist immer die unm&#246;gliche politische und wirtschaftliche Exterritorialit&#228;t jeglicher Nutzung. Es existiert keine Permanente autonome Nutzung (PAN). Jegliches Gut ist Staatsterritorium. Der Mythos der Befreiung des Bodens, der befreiten Nutzung des Bodens durch die Vervielf&#228;ltigung von kleinen Eigent&#252;mern hat seit der b&#252;rgerlichen Revolution 1789 Staub angesetzt. Ein anderer Standpunkt zur Nutzung: &#8222;[D]er reine Gebrauch erscheint in seiner Beweisf&#252;hrung nicht so sehr als etwas, das es nicht gibt &#8211; es gibt ihn im Augenblick des Verbrauchs &#8211;, als vielmehr als etwas, das man nie haben kann, das niemals ein Eigentum (dominium) bilden kann. Der Gebrauch liegt immer in der Verbindung mit etwas, das man sich nicht aneignen kann; er bezieht sich auf die Dinge, insoweit sie nicht Gegenstand des Besitzes werden k&#246;nnen. Aber auf diese Weise stellt der Gebrauch auch die wahre Natur des Eigentums blo&#223;, als die Vorrichtung, die den freien Gebrauch der Menschen in eine abgesonderte Sph&#228;re verschiebt, wo er sich dann in Recht umwandelt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Giorgio Agamben, Profanierungen, Suhrkamp, 2005, S. 81.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es ist der Eigent&#252;mer, welcher die Macht hat, jemandem die Nutzung der Sachen auf seinem Gut zu erlauben oder nicht. Die Nutzung wird zum Privateigentum des Eigent&#252;mers. Wir sprachen von der semantischen Ambivalenz der Worte &#8222;eigen&#8220;, &#8222;angeeignet&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], &#8222;Eigentum&#8220;. In &lt;i&gt;Die deutsche Ideologie&lt;/i&gt; verortet Marx den historischen Ursprung einer solchen Ambivalenz sehr genau in der Notwendigkeit der b&#252;rgerlichen Ideologen, das Privateigentum zu naturalisieren, und er wirft Stirner vor, &#8222;da&#223; er das Privateigentum in das 'Haben' verwandelte und dann das Zeitwort 'Haben' f&#252;r ein unentbehrliches Wort, f&#252;r eine ewige Wahrheit erkl&#228;rte, weil es auch in der kommunistischen Gesellschaft vorkommen k&#246;nne, da&#223; er Leibschmerzen 'habe'. Geradeso begr&#252;ndet er hier die Unabschaffbarkeit des Privateigentums darauf, da&#223; er es in den Begriff des Eigentums verwandelt, den etymologischen Zusammenhang zwischen 'Eigentum' und 'eigen' exploitiert und das Wort 'eigen' f&#252;r eine ewige Wahrheit erkl&#228;rt, weil es doch auch unter dem kommunistischen Regime vorkommen kann, da&#223; ihm Leibschmerzen 'eigen' sind. Dieser ganze theoretische Unsinn, der sein Asyl in der Etymologie sucht, w&#228;re unm&#246;glich, wenn nicht das wirkliche Privateigentum, das die Kommunisten aufheben wollen, in den abstrakten Begriff 'das Eigentum' verwandelt w&#252;rde.&#8220; Weiter unten detailliert er die absolut rationelle historische Grundlage dieses theoretischen Unsinns: &#8222;Der Bourgeois hat es um so leichter, aus seiner Sprache die Identit&#228;t merkantilischer und individueller oder auch allgemein menschlicher Beziehungen zu beweisen, als diese Sprache selbst ein Produkt der Bourgeoisie ist und daher wie in der Wirklichkeit, so in der Sprache die Verh&#228;ltnisse des Schachers zur Grundlage aller andern gemacht worden sind. Z.B. propri&#233;t&#233; Eigentum und Eigenschaft, property Eigentum und Eigent&#252;mlichkeit, 'eigen' im merkantilischen Sinn und im individuellen Sinn, valeur, value, Wert - commerce, Verkehr - &#233;change, exchange, Austausch usw., die sowohl f&#252;r kommerzielle Verh&#228;ltnisse wie f&#252;r Eigenschaften und Beziehungen von Individuen als solchen gebraucht werden.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die institutionelle Macht des Privateigentums ist nicht eine Macht, deren wesentliche Eigenschaft in Begriffen der Affinit&#228;ten, der Freundschaften oder Feindschaften diskutiert werden kann. Die kommunistische Nutzung eines Gutes [&lt;i&gt;domaine&lt;/i&gt;, s.o.] ist nicht die freundschaftliche Beziehung zu einem Eigent&#252;mer, sondern seine Enteignung und seine Vernichtung. Wenn die Proletarier noch unterscheiden k&#246;nnen zwischen verschiedenen Arten der Bem&#228;chtigung (besetzen, mieten, kaufen), so bedeutet das nicht, dass sie in den Handlungen des Kaufes, des Diebstahls oder der Besetzung etwas identifizieren w&#252;rden, dass mehr oder weniger zu ihnen &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], sondern sie sehen in diesen Zugangsweisen zurecht gesellschaftliche Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse, die mehr oder weniger zwingend, n&#252;tzlich, vorteilhaft oder bequem usw. sind. Es ist also nicht die legale Fiktion des &#8222;Besetzers&#8220; oder des &#8222;Eigent&#252;mers&#8220;, welche f&#252;r sie wie affektiv betrachtete Figuren oder Objekte der Identifikation w&#252;nschenswert oder abstossend sind, sondern es sind durch Situationen objektiver (ungleicher) Nutzungsm&#246;glichkeiten gesellschaftlich materialisierte Verh&#228;ltnisse. Das Privateigentum existiert nicht an sich, sondern als totale gesellschaftliche Tatsache: Es ist nicht eine in der Innerlichkeit eingeweichte Wirklichkeit oder die &#8222;Welt&#8220; jedes Eigent&#252;mers (oder Nicht-Eigent&#252;mers), sondern die doppelte Bewegung der Reproduktion des kapitalistischen Werts und eines gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses der Reproduktion der Klassen, hervorgebracht durch ein komplexes System von strafrechtlichen, physischen, polizeilichen, freiheitsberaubenden, kulturellen usw. Zw&#228;ngen. Sie als einen gesellschaftlichen Status durch das, was zum Beg&#252;nstigten passt [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.] oder nicht, definieren, aus ihnen einen rein performativen Inhalt machen zu wollen, n&#228;hme den Kategorien Besetzer, Mieter, Obdachloser, Eigent&#252;mer, Kaufmann, Rentier, Chef, Arbeiter, queere Butch-Lesbe usw. jeglichen historischen Sinn. Wir h&#228;tten also diese unglaubliche, absolut komische Tatsache verwirklicht, im kuscheligen Bett der radikalen Theorie die Klassengesellschaft abgeschafft, ohne einen einzigen Tropfen Blut vergossen zu haben. Es geht schliesslich nicht darum, irgend eine abstrakte generische Figur (der Eigent&#252;mer, der Mann, die Frau usw.) zu zerst&#246;ren, sondern die wirkliche Macht dieser Funktionen, Titel, Rechte. Wenn Nicht-Eigent&#252;mer zu gl&#252;henden Verfechtern des Privateigentums werden, sehen wir sehr wohl, dass wir die existentielle Frage, was zu ihnen &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.] oder nicht, nicht endg&#252;ltig l&#246;sen k&#246;nnen usw. Das Problem liegt nicht hier. Das Problem ist, dass sie zu Gl&#228;ubigen einer Religion der befreiten Nutzung werden, die nicht von dieser Welt ist. Sie nehmen die libert&#228;re Fiktion des befreiten Gebrauchswerts, welcher der Kapitalismus ihnen vergegenw&#228;rtigt, wenn er die eigentlichen Eigenschaften seiner Waren anpreist, beim Wort: Sie wollen sie nutzen, doch ihr Wille arbeitet sich an der Abstraktion des Geistes, der Idee oder des Wunsches ab. Im Spektakel geht es nie um die Ausbeutung, welche die Warenproduktion lenkt, sondern um Gebrauchswerte. Der politische Charakter der wirtschaftlichen Ausbeutung wird negiert. Mit anderen Worten k&#246;nnte man sagen, dass die Kommunisierung wom&#246;glich nur noch die Fiktion einer &#8222;kommunistischen&#8220; Nutzung des Kapitals, einer anderen Nutzung des Geldes ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/un-autre-emploi-de-l%E2%80%99argent-anonyme&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Um es kurz zu halten: Der Begriff des Guts bezeichnet allgemein im positiven Recht das Privateigentum an G&#252;tern, Mobilien oder Immobilien von einer &#246;ffentlichen Person.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Giorgio Agamben, &lt;i&gt;Profanierungen&lt;/i&gt;, Suhrkamp, 2005, S. 81.&lt;/p&gt;
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