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		<title>Alerta comunista - Warum und wie die Goldene Morgenr&#246;te unter uns weilt</title>
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&lt;p&gt;Der folgende Text war 2015 von Anazopyrosi [ein griechisches Wort, das sowohl Wiederaufleben als auch Wiederauferstehung bedeutet] geschrieben worden (aber erst 2016 ver&#246;ffentlicht), ein libert&#228;res Kollektiv, das in den beiden Vorst&#228;dten Athens Nea Ionia und Iraklio aktiv war, sich 2016 aufl&#246;ste und wovon wir Teil waren. Wir entschieden uns, ihn auf Englisch zu &#252;bersetzen f&#252;r Genossen im Ausland, da die g&#228;ngige Erz&#228;hlung &#252;ber die Goldene Morgenr&#246;te (GM) dazu tendiert, einige Aspekte der GM (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Alerta-comunista" rel="tag"&gt;Alerta comunista&lt;/a&gt;, 
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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton1601.png?1689354290' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='84' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der folgende Text war 2015 von &lt;a href=&#034;https://anazopyrosi.espivblogs.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Anazopyrosi&lt;/a&gt; [ein griechisches Wort, das sowohl Wiederaufleben als auch Wiederauferstehung bedeutet] geschrieben worden (aber erst 2016 ver&#246;ffentlicht), ein libert&#228;res Kollektiv, das in den beiden Vorst&#228;dten Athens Nea Ionia und Iraklio aktiv war, sich 2016 aufl&#246;ste und wovon wir Teil waren. Wir entschieden uns, ihn auf Englisch zu &#252;bersetzen f&#252;r Genossen im Ausland, da die g&#228;ngige Erz&#228;hlung &#252;ber die Goldene Morgenr&#246;te (GM) dazu tendiert, einige Aspekte der GM beiseite zu lassen, die wir f&#252;r wesentlich halten, um ihren Aufstieg und Niedergang zu interpretieren. Das hat mit den etablierten linken Parteien und Organisationen zu tun und es ist mit den Prozessen gegen die GM klar geworden. Die GM ist in der Tat eine kriminelle Organisation wie es die Linke behauptet. Um diesen kriminellen Charakter der GM zu unterstreichen, sprechen diese Linken allerdings fast nur &#252;ber ihren illegalen Aktivismus auf der Strasse wie Angriffe gegen Einwanderer und Antifaschisten. Doch die kriminellen Aktivit&#228;ten der GM beschr&#228;nken sich nicht darauf: Ihre zentralen kriminellen Aktivit&#228;ten waren jene in Beziehung mit der Mafia, den kriminellen Fraktionen des Kapitals. Die GM scheint in Menschen-, Drogen- und Waffenhandel involviert zu sein. Diese Dimension findet man nirgends im Prozess gegen die GM, weil sie ihre Beziehungen zu einigen der m&#228;chtigsten griechischen Kapitalisten und ihre kriminellen Aktivit&#228;ten offenlegen w&#252;rde (&lt;a href=&#034;https://jailgoldendawn.com/2014/08/24/the-60-case-files-of-the-criminal-organisation-golden-dawn/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;hier&lt;/a&gt; findet man die Prozessakten des Prozesses gegen die GM, die mafi&#246;sen Aktivit&#228;ten fallen v.a. durch ihre Abwesenheit darin auf). Die im Prozess involvierten linken Organisationen schweigen gr&#246;sstenteils zu diesem Aspekt, entweder aus Angst oder aufgrund ihrer jeweiligen politischen Agenda &#8211; w&#228;hrend vielen Jahren war die antifaschistische Bewegung gegen die GM aufgrund des allgemeinen R&#252;ckgangs anderer Aspekte des Klassenkampfes das einzige, was viele linke (und anarchistische und andere) Organisationen am Leben erhielt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Titel des Textes ist eine Parodie einer B&#252;cherreihe eines griechischen rechtsradikalen Verschw&#246;rungstheoretikers &lt;i&gt;Warum und wie sie unter uns weilen&lt;/i&gt;, die antike Griechen, Ausserirdische, Engel, Illuminati, Juden, Putin, moderne Geopolitik und vieles mehr in einer derart l&#228;cherlichen Mischung kombiniert, dass sie einem auf einen Acidtrip mitten im Weltraum katapultiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Fussnoten waren nicht Teil des Originaltextes. Wir f&#252;gten sie hinzu, um einige Dinge einigermassen zu erkl&#228;ren, die in Griechenland als hinl&#228;nglich bekannt betrachtet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2009: Das Jahr des Terrors&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krawalle im Dezember 2008 waren ein Zwischenfall, der das griechische Kapital und seinen Staat schockierte. Die mehrere Wochen andauernden Konflikte &#8211; nicht nur im Zentrum Athens und nicht nur in Athen &#8211; mit der Polizei, die Zerst&#246;rung von Gesch&#228;ften, die Zerst&#246;rung oder Enteignung von Waren, die teilweise Blockierung der Kapitalzirkulation (z.B. die Behinderungen des Waren- und/oder Arbeitskr&#228;fteflusses aufgrund der Krawalle auf den Strassen) ersch&#252;tterten den griechischen Staat in seinen Grundfesten. Die Ermordung von Grigoropoulos war der Ausl&#246;ser der Krawalle, doch die wahre Ursache liegt tiefer. Dieser Polizeimord war weder der erste noch der letzte, doch er l&#246;ste eine Kette an Ereignissen aus, wie wir sie so nur selten sehen. Nat&#252;rlich spielten die besonderen Eigenschaften des Mordes &#8211; das jugendliche Alter und die griechische Nationalit&#228;t des Ermordeten &#8211; eine grosse Rolle darin, &#8222;die Leute auf die Strasse zu bringen&#8220;, die Gef&#252;hle und Wut sogar in jenen gesellschaftlichen Gruppen ausl&#246;sten, die im allgemeinen anderen Polizeimorden gleichg&#252;ltig oder zumindest gem&#228;ssigt begegnen. All diese Gruppen, obwohl auf der Strasse und somit Teile der Krawalle, waren nicht das wesentliche Subjekt, welches diesen Protesten ihren aufst&#228;ndischen Charakter gab. Die &#8222;Stars&#8220; auf den Barrikaden waren nicht die Gewerkschaften oder die linken Parteien: Viele von ihnen spielten sogar, haupts&#228;chlich durch ihre Mitteilungen und nicht durch die Ausf&#252;hrung repressiver Handlungen, die Rolle der Aufstandsbek&#228;mpfung. Jene, welche schliesslich dem Dezember 2008 die Eigenschaften des Krawalls verschafften, waren haupts&#228;chlich jene, welche weder Vergangenheit noch Zukunft hatten. Damit meinen wir jene, welche schon arbeitslos waren, eine prek&#228;re oder informelle Anstellung hatten und welche keine m&#246;gliche Ver&#228;nderung am Horizont sahen (die wirtschaftliche Rezession war bereits im Gang), haupts&#228;chlich junge Griechen und Einwanderer. Das Kapital und seine Staatsangestellten mussten also L&#246;sungen finden, aus Angst vor einer Wiederholung solcher oder gar gr&#246;sserer Krawalle mit der Intensivierung der kapitalistischen Krise. Die Notwendigkeit der Verwaltung der Proletariats entsprang zwei Bedingungen. Einerseits der Prozess der Abwertung unserer Arbeitskraft &#8211; welcher sich, r&#252;ckblickend, erst in seiner Anfangsphase befand&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mindestens seit 2006, haupts&#228;chlich f&#252;r die jungen griechischen Proletarier, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; und andererseits als Antwort auf die Krawalle. Und es war diese Antwort, welche die scharfe Verwaltung des Proletariats veranlasste, mit einem Knall die B&#252;hne zu betreten, noch vor den grossen Linien der politischen Verwaltung der kapitalistischen Krise und Restrukturierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine der vielen vom griechischen Staat implementierten L&#246;sungen f&#252;r das Problem der Verwaltung des Proletariats war der schon immer eifrige Teil des staatlichen Arms, der GM genannt wird. Die Karte &#8222;GM&#8220;, welche der Staat entschied, im gesellschaftlichen Poker zu spielen, offerierte L&#246;sungen auf vielen Gebieten, doch ihre Hauptrolle ist jene als Teil des Repressionsapparats, und das wird in den Ereignissen 2009 offensichtlich. Halten wir hier fest, dass wir die Rolle und die Aktionen der GM vor diesem Datum nicht analysieren werden, nicht weil wir sie f&#252;r unbedeutend oder irrelevant halten (ganz im Gegenteil), sondern weil wir es f&#252;r den Zweck dieses Textes als nicht besonders n&#252;tzlich erachten. Folglich beobachten wir im &#8222;heilbringenden&#8220; Jahr 2009 eine quantitative und qualitative Ver&#228;nderung der GM verglichen zu den vorhergehenden Jahren, welche ihr die gleiche oder gar gr&#246;ssere &#8222;Ehre&#8220; verschaffte als jene Anfang und Mitte der 1990er Jahre mit den Protesten gegen Mazedonien und dem Bosnienkrieg&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mitglieder des GM beteiligten sich am Bosnienkrieg als Freiwillige, sie (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das Jahr 2009 war also ein Meilenstein f&#252;r die GM mit starker Strassenpr&#228;senz wie z.B. der Angriff mit einer Milit&#228;rgranate gegen das Steki Metanaston [Soziales Zentrum f&#252;r Einwanderer] in Exarchia, das rassistische Einwohnerkomitee im Quartier Agios Pandeleimon, ihre Kollaboration mit der Polizei gegen die Einwanderer, welchen den ehemaligen Gerichtshof in Omonia besetzten, die Brandstiftung gegen das Lager afghanischer Einwanderer in Patras, die Motorradmilizen mit mehr als dreissig Angriffen gegen haupts&#228;chlich pakistanische Einwanderer in den Quartieren Nea Ionia, Iraklio und Galatsi und viele weitere Zwischenf&#228;lle, deren Auflistung viele Seiten brauchen w&#252;rde. Und all das in nur einem Jahr. Nach einigen Jahren relativer Tr&#228;gheit spielte die GM erneut mit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was die Polizei nicht erledigen kann, erledigt die GM&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden keine fast journalistische Liste der Angriffe der GM in all diesen Jahren vorlegen, da diese mehr oder weniger bekannt sind. Es gen&#252;gt, zu sagen, dass die GM jedes Jahr ihre Liste mit mehr und mehr Opfern ihrer Schl&#228;ge, Messerstiche, Brandstiftungen, Pogromen und Morden erweiterte. Wenn wir die Handlungen des Staates mit jenen der GM in der Periode zwischen 2008 und 2013 vergleichen, werden wir erkennen, dass diese vollst&#228;ndig parallel verliefen (oder manchmal gar zusammen ausgef&#252;hrt wurden, wenn die Polizei und die GM ihre Kr&#228;fte aktiv vereinigten) und dass der Angriff auf das Proletariat vom Staat koordiniert worden war. Man kann mit Gewissheit sagen, dass jene Teile der Verwaltung des Proletariats, welche nicht offiziell von der Polizei ausgef&#252;hrt werden konnten, der GM &#252;berlassen wurden. Der gr&#246;sste Teil der Aktivit&#228;ten der GM stellte eine Fortsetzung des Disziplinierungsprozesses der Arbeitskraft und der &#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerungen mit mafi&#246;sen Praktiken dar, dort wo der Arm des polizeilich-milit&#228;rischen Komplexes nicht hingelangen konnte. Der Staat gibt uns Konzentrationslager f&#252;r Einwanderer und &#8222;Xenios Zeus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Xenios Zeus&#8220; bedeutet die Gastfreundschaft des antiken griechischen Gottes (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, die GM Pogrome und Morde an Einwanderern. Der Staat k&#252;mmert sich um die Repression gegen Klassen- und gesellschaftliche K&#228;mpfe, die GM um Angriffe auf Aktivisten und Organisationen der breiten Linken und der anarchistischen Szene. Und selbstverst&#228;ndlich konnte man den Satz &#8222;Wenn du &#196;rger machst, bringe ich dir die GM&#8220;, welcher zum Motto vieler Chefs wurde, wenn sie mit Forderungen nach Verbesserungen der Arbeitsbedingungen konfrontiert waren, nicht &#252;berh&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Versteckspiel mit dem Schwarzmarkt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rolle der GM war indessen nicht ausschliesslich repressiv. Die Identifizierung zwischen dem Staat und der GM kann auch rund um den Angriff auf unseren direkten und indirekten Lohn wahrgenommen werden, mit der GM, die auf der einen Seite die Erh&#246;hung der Schiffssteuer bek&#228;mpft und auf der anderen einen Mechanismus des Sklavenmarktes namens &#8222;Verein zur Arbeitssuche f&#252;r leidende Griechen&#8220; zu organisieren versucht, indem sie klientelistische Beziehungen kreiert, wie die PASOK und die ND so viele Jahre vor ihr und f&#252;r die Arbeitgeber billige informelle Arbeitskraft unter dem Mindestlohn ohne feste Arbeitszeiten und Stempeln findet. Und selbstverst&#228;ndlich enden diese klientelistischen Beziehungen nicht dort, sie setzen sich in der Vermittlung von Mitgliedern der GM f&#252;r diverse kriminelle Jobs in der Hauptstadt fort. Du bist ein Muskelprotz? Du hantierst mit Waffen und liebst die Gefahr? Die GM wird dir einen Job im organisierten Verbrechen finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von T&#252;rstehern zu Zuh&#228;ltern und von Auftragsm&#246;rdern bis zum Waffenhandel, die GM hat &#8222;Wohlwoller&#8220; und Beziehungen f&#252;r alles. In Agios Pandeleimon, ein Quartier Athens, das von der GM &#8222;kontrolliert&#8220; wurde, befand sich das Hauptquartier der B&#228;ckereikette Choriotiko, ihr Zweck war die Geldw&#228;sche von Ertr&#228;gen aus der Prostitution. Oh, auch in diesem Quartier hatte das Mitglied der GM George Vathis einen M&#246;belladen, der sich als Fassade f&#252;r die Prostitution herausstellte. Oh, zuf&#228;llig ist gerade Prostitution das florierende Gesch&#228;ft in diesem Quartier&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Agios Pandeleimon und die umliegenden Gebiete ist einer der Orte in Athen, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein bisschen weiter unten, am Attikaplatz, befindet sich das Tageshotel Neuer Traum, Eigentum von Eleni Zaroulia, die Frau des Gr&#252;nders und Anf&#252;hrers der GM, Nikolaos Michaloliakos. Eine der Hauptzielgruppen dieses Hotels sind Kunden von Agenturen der Escortprostitution. Ist da nicht ein Muster erkennbar? Und, selbstverst&#228;ndlich, wer k&#246;nnte die Angriffe auf L&#228;den von Einwanderern zum Zweck der mafi&#246;sen Schutzgelderpressung vergessen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In Agios Pandeleimon und den umliegenden Gebieten sind die Mieten niedrig (&#8230;)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;? Die altbekannte Losung &#8222;Gib mit 200 Euros oder ich zerschlage deinen Laden&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andererseits gibt es in der GM einige brillante Pers&#246;nlichkeiten wie den ehemaligen Leiter des Nikaiaspitals Aris Spinos. Hoppla, es stellte sich heraus, dass er in Erpressung und mafi&#246;sen Schutzgeldgesch&#228;ften involviert war. Ilias Panagiotaros sieht hingegen wie ein ziemlich cooler Typ aus. Wie das Gr&#252;ndungsmitglied der faschistischen Gruppe Patriotisches B&#252;ndnis [ein Arm der GM] 2005 im staatlichen Fernsehen sagte, war er ein ehrlicher Versorger und hatte einen gesch&#228;ftlichen Deal rund um Sporth&#252;te mit Apostolos Vavilis. Dieser handelte, neben den Hutgesch&#228;ften mit Panagiotaros, auch mit Drogen und Waffen. Hmm&#8230; Ist es m&#246;glich, dass Vavilis Panagiotaros zu einem gewissen Zeitpunkt, versehentlich, nat&#252;rlich, Drogen und Waffen statt H&#252;te schickte? Irgendwie kamen wohl die Bestellungen durcheinander, oder so &#228;hnlich. Uns wundert es: K&#246;nnte es nicht einen Zusammenhang geben zwischen dem illegalen Waffenhandel von Vavilis und dem Laden f&#252;r Polizei- und Armeeausr&#252;stung Phalanx von Panagiotaros? War Panagiotaros nicht auch Importeur und Zulieferer f&#252;r die griechische Polizei? Und gab es da nicht auch noch die Beziehung von Vasilis zu Tactical, einer Firma, die der griechischen Polizei Ausr&#252;stung verkauft? Und wer verkaufte seine Drogen? Hmm...&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_108 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L317xH126/gd2-e8e8d.jpg?1784181470' width='317' height='126' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Fun Fact: Das GM-Mitglied Themis Skordeli entfernte die Etiketten &#034;Made in Pakistan&#034; von den Polizei-T-Shirts, die Panagiotaros den Bullen verkaufte. &lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Skordeli war im Einwohnerkomitee von Agios Pandeleimon, nicht wahr? Im gleichen Quartier trafen sich die Faschisten in der Bar Piles, die ihnen als Basis diente. Die Bar geh&#246;rte einem anderen Mitglied der GM, Christos Rigas. Er war der Handlanger von Babis Lazaridis, Eigent&#252;mer des Nachtclubs Musen. Dessen Gesch&#228;ft befand sich jedoch in Schwierigkeiten, weil sein Partner George Voutirakos Musen verliess und seinen eigenen Nachtclub Caramella er&#246;ffnete. Rigas machte sich also auf, die Gesch&#228;fte seines Chefs zu regeln, doch es blieb schliesslich beim Mordversuch an Voutirakos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schauen wir uns jedoch mal woanders um. Gehen wir einige Jahre zur&#252;ck zu Anastasios Pallis. Er und sein Kumpel, Partner und bester Mann Victor Restis genossen einen morgendlichen Kaffee w&#228;hrend sie versuchten eine Antwort auf die qualvollste philosophische Frage der Magnaten zu finden: Da wir ohnehin einige dreckige Gesch&#228;fte betreiben, wieso nicht illegal Waffen verkaufen? Die Antwort auf die Frage ist wohl offensichtlich. Folglich entschieden diese beiden bedeutenden Aktieninhaber der Zeitung Proto Thema, der eine, Pallis auch in Prozessen rund um Sextelefone und im Vatopediprozess (wie auch Vavilis) involviert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Vatopedi ist ein orthodoxes christliches Kloster in Griechenland. Das (&#8230;)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der andere, auch ein Banker und Reeder, ihre Gesch&#228;ftst&#228;tigkeiten zu expandieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Restis, der am Hafen von Perama Gesch&#228;fte machte, war auch einer der Reeder und Unternehmer, welcher der GM Geld zur Erschaffung einer Gewerkschaft an ebendiesem Hafen gab. Nat&#252;rlich war die GM in Perama schon am Gesch&#228;ften, da Periklis Moulianakis, Sekret&#228;r der lokalen Organisation der GM, der Eigent&#252;mer der Periklis Shipping Services CO war, ein Auftragnehmer f&#252;r Schifffahrtsdienstleistungen. Da ist nat&#252;rlich noch mehr. Yannis Lagos, Abgeordneter im Parlament f&#252;r die GM, sagte seine Freunden, Michaloliakos habe ihm durch seine Freunde in der Schiffsindustrie Jobs als bewaffnete Wache auf Handelsschiffen gefunden, welche in Meeren segelten, die f&#252;r die Gefahr von Piraterie bekannt waren. Restis, Pallis und zwei andere Personen hatten die Firma IMS Enterprises SA, welche zusammengefasst eine Privatarmee gegen Piraterie war. Ist es nicht gut, Freunde zu haben? Lagos hatte jedoch auch Freunde, er widmete sich einigen S&#246;ldnermissionen gegen Piraterie mit einem anderen Mitglied der GM, George Patelis, Anf&#252;hrer der lokalen Organisation in Nikaia, eine ihrer schlimmsten lokalen Organisationen. In all dem scheint schliesslich nur Hollywood verloren zu haben, da das dynamische Duo der GM ungl&#252;cklicherweise nicht durch die Dreharbeiten von &lt;i&gt;Pirates of Caribbean&lt;/i&gt; stolperte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Waschdienst &#8222;Die arische Rasse&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_109 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/jpg/gd3.jpg?1689354432' width='500' height='327' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Der Wunderjunge Patelis an jenem Tag, als er fast Jack Sparrow erwischt h&#228;tte.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab einige Beziehungen der GM zur Mafia und einige Aktivit&#228;ten als Mafia. Nat&#252;rlich sind das nicht die einzigen, die erw&#228;hnt werden k&#246;nnen. Wir haben die Aktivit&#228;ten in anderen Quartieren wie z.B. Nikaia nicht erw&#228;hnt. Wir erw&#228;hnten auch nicht den Grund, wieso einige der Schw&#228;chlinge sich in Agios Pandeleimon &#8222;ansiedelten&#8220;, das Monopoly rund um Immobilien dort und die kommende (?) Gentrifizierung des Zentrums von Athen, aber diese Beispiele gen&#252;gen, um das versteckte Spiel hinter der GM, ihre doppelte Rolle, ihren doppelten Charakter zu verstehen. Zu diesem Zeitpunkt k&#246;nnte man vern&#252;nftigerweise fragen: Wiese wird ein Teil des organisierten Verbrechens zu einer politischen Partei und wieso blieb es als politische Partei ein aktiver Teil des organisierten Verbrechens?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein &#228;hnliches Beispiel wie die Mafia das &#8222;politische Leben unseres Landes&#8220; betritt, ist der Fall von Mpeos in Volos und Marinakis in Pir&#228;us&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Viele Dinge k&#246;nnen &#252;ber Mpeos und Marinakis gesagt werden, doch das w&#252;rde (&#8230;)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die ehemalige politische Vermittlung ihrer Gesch&#228;ftsinteressen wird nun als inad&#228;quat betrachtet und somit beginnen sie selbst, ohne Vorw&#228;nde und Deckung, eine dominante Rolle in der &#246;ffentlichen politischen Sph&#228;re zu spielen, indem sie institutionelle Stellungen in der Politik einnehmen. Die sogenannten Godfathers brauchten den &#8222;Schleier der Nacht&#8220; nicht mehr, um versteckt zu bleiben, und sie betreten die politische B&#252;hne in breitestem Tageslicht, um ihre Interessen zu verteidigen. Der Weg der GM ist parallel dazu. Und wir sagen parallel, da Mpeos und (haupts&#228;chlich) Marinakis prominente kriminelle Figuren der Hauptstadt sind, w&#228;hrend die Mitglieder der GM ihre Handlanger sind: Sie sind wie &#8222;kleine Verk&#228;ufer&#8220; in Anbetracht von Reedern wie Marinakis, sie sind nur &#8222;Mietwaffen&#8220; f&#252;r die kleine Aufgaben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die GM scheint allerdings wie ein kleiner Fisch vor grossen Haien zu sein und da die Haie selbst rauskommen, um Gew&#228;sser zu kontrollieren, wieso verwandelte sich die GM zu einer &#8222;Handlangerorganisation&#8220; zwischen dem Staat und den Haien?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber selbstverst&#228;ndlich stehen zwischen der Mafia und dem Staat Waschmaschinen! Die GM hat Beziehungen mit jedermann, dem griechischen Geheimdienst, der Polizei, dem Milit&#228;r, den Ministerien, der Kirche und allgemein allem, das als &#8222;tiefer Staat&#8220; bezeichnet werden kann, all das mit dubiosen Kapitalisten mit dubioser &#8222;weisser Weste&#8220; vor dem Gesetz. Das, in Verbindung mit ihrem legalen Status als politische Partei, und sogar eine im Parlament vertretene Partei, machte sie zu einer optimalen Vermittlungsinstanz zwischen &#8222;Schwarzmarkt&#8220; und &#8222;Gesch&#228;ft&#8220;. Und da man anonym einer Partei Spenden zukommen lassen kann, konnte man problemlos Geld geben ohne Aufmerksamkeit zu erregen, Geld von der &#8222;dreckigen&#8220; Tasche in jene der GM, vom GM zu den Offshore-Firmen in Zypern, geschaffen vom Finanzverwalter der GM, und somit war das Geld nun &#8222;gewaschen&#8220; und konnte in &#8222;saubere&#8220; Taschen wandern. Nat&#252;rlich hielten die Abk&#246;mmlinge der Spartiaten ein bisschen Kleingeld f&#252;r sich zur&#252;ck. Auf diese Art und Weise schaffte es die GM, eine der gr&#246;ssten Geldw&#228;schemaschinen des Landes in Gang zu setzen. Doch ein Sturm zog auf...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gangster Blues&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Nacht vom 17. auf den 18. Dezember 2013 wurde Pavlos &#8222;Killah P&#8220; Fyssas von einem GM-Mitglied erstochen. Wir werden uns nicht damit aufhalten, die Ereignisse des Abends zusammenzufassen, sie sind allgemein bekannt. Der Mord an Killah P [sein Pseudonym als Rapper, unter welchem er allgemein bekannt war] l&#246;ste einen Domino-Effekt aus, anf&#228;nglich mit der Verhaftung des T&#228;ters, George Rupakias, dann die Verhaftung anderer in den Mord involvierter GM-Mitglieder, um schliesslich hohe Parteikader und sogar den Parteif&#252;hrer zu erreichen. Diese Kettenreaktion ist immer noch im Gang, w&#228;hrend wir diesen Text schreiben, und der Prozess gegen die GM hat gerade begonnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Heute, 2018, dauert der Prozess immer noch an.&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wieso kam es zu so vielen Verhaftungen? W&#228;re es auf der Ebene der Verhaftung von Roupakias und einiger anderer direkt involvierter GM-Mitglieder geblieben, dann w&#228;re die Erkl&#228;rung einfach. Der Mord wurde von einem grossen Team an Faschisten vor Dutzenden Zeugen vollstreckt, es war also schwierig, ihn unter den Teppich zu wischen. Zudem war das Opfer dieses Mal ein griechischer B&#252;rger, nicht ein Einwanderer, was Reaktionen in der sogenannten &#8222;&#246;ffentlichem Empfindung&#8220; ausl&#246;ste, vielleicht sogar unter einer Minderheit von GM-W&#228;hlern. Aufgrund der Umst&#228;nde des Mordes, musste es zu ein paar Verhaftungen und zu Verurteilungen der T&#228;ter kommen. Doch die Sache geriet ausser Kontrolle und GM-Mitglieder werden en masse vor Gericht gebracht. Der Staat frisst seine eigenen Kinder und das kann nicht damit erkl&#228;rt werden, dass die Sache einfach zu gross war, um sie zu vertuschen. Der Mord an Killah P ist n&#228;mlich nur der Vorwand hinter der Repression gegen die GM und etwas anderes versteckt sich dahinter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Einzug ins Parlament eines Teil des organisierten Verbrechens Griechenlands durch die GM war letztendlich ein erfolgreicheres Experiment, als jene, welche daf&#252;r weibelten, gehofft h&#228;tten. Sie wollten, dass die GM ihre Pflicht erf&#252;llt, und sie wurde die gr&#246;sste Oppositionspartei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Heute, 2018, ist der GM die drittgr&#246;sste politische Partei in nationalen Wahlen.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;! Einverstanden, wir &#252;bertreiben hier wom&#246;glich ein bisschen, aber man erkennt, um was es geht. Und wenn das auch innenpolitisch akzeptiert werden konnte, so war es doch etwas, das im Ausland zu Problemen f&#252;hren k&#246;nnte, mit den zumindest bis anhin geltenden Kriterien des kapitalistischen Westens. Das Europ&#228;ische Parlament ist nicht das F&#228;hnlein Fieselschweif, doch es gibt eine Grenze, wen es akzeptieren kann, und der griechische Staat k&#246;nnte nicht dorthin gehen mit Hakenkreuztattoos tragenden Schergen als europ&#228;ische Abgeordnete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das zweite Problem war die exzessive Expansion von GM-Mitgliedern. Wie weiter oben erw&#228;hnt, gab die GM als Teil des organisierten Verbrechens ihren Mitgliedern angemessene Jobs als Teil einer klientelistischen Rekrutierungspolitik. Doch wie wir bereits gesagt haben, die GM ist nicht Don Corleone. Sie kann eine gewisse Anzahl Jobs im organisierten Verbrechen verteilen. Die Notwendigkeit, ihre Basis bei Laune zu halten einerseits, das Gef&#252;hl, aufgrund ihrer Kooperation mit der Polizei und ihrer hohen Wahlanteile &#252;ber Superkr&#228;fte zu verf&#252;gen andererseits, dr&#228;ngten die GM zur Expansion. Doch die illegalen Aktivit&#228;ten des Kapitals sind alt wie Methusalem, es gibt also kein &#8222;jungfr&#228;uliches Territorium&#8220;, wohin man expandieren k&#246;nnte, ohne die &#8222;Felder&#8220; deines Nachbarn zu betreten. Die GM konnte also entweder einen Krieg mit anderen &#228;lteren und gr&#246;sseren mafi&#246;sen Strukturen starten oder sie w&#228;re gezwungen, auf die Bremsen zu treten und ihre Expansionslaune zu z&#252;geln&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wie sich herausstellte, und wie wir es von Anfang an behaupteten, war der (&#8230;)&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch abgesehen davon argumentierten wir am Anfang unseres Textes, die GM habe als &#8222;informelle&#8220; Repressionsgruppe nach den Krawallen im Dezember 2008 agiert. War sie indessen f&#228;hig, diese Rolle zu spielen? Spielte die GM ihre Rolle in angemessener Art und Weise?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir k&#246;nnten sagen, anf&#228;nglich, ja. Ihr Handeln im Zentrum von Athen von Anfang 2009 bis kurz nach Mitte 2011 verdient Gratulationen und einen Verdienstorden von den Bullen f&#252;r die Seite an Seite ausgef&#252;hrte Arbeit. Von da an scheint die GM ihre Rolle betreffend der Disziplinierung des Proletariats allerdings zu verlieren. Wenn die zentrale Opposition gegen die damaligen Verwalter der Krise und der Restrukturierung des griechischen Kapitals Spitha, EPAM, SYRIZA (die jetzt die griechische Hauptstadt verwaltet), GSEE [Allgemeiner Bund der griechischen Arbeiter], ADEDY [Oberster Verband der Vereinigungen der &#246;ffentlichen Angestellten] und Nikos Fotopoulos sind, dann kann man sagen, dass das Kapital und sein Personal gegen ein Team ohne Torh&#252;ter spielen. Die Existenz der griechischen Bewegung der Emp&#246;rten und die Generalstreiks 2011 verursachten eine reales Problem f&#252;r die &#246;ffentliche Ordnung aufgrund der in den Versammlungen und Demonstrationen infiltrierten Elementen, welche diesen politischen Protesten die Eigenschaft des Krawalls gaben &#8211; obwohl dieses Mal, nicht wie in den Krawallen im Dezember 2008, die Einwanderer abwesend waren. Trotz den Krawallen stellten diese Proteste f&#252;r das Kapitalverh&#228;ltnis keine reale Bedrohung dar, da sie Anerkennung beim Staat suchten und eine neue nationale Einheit erschufen, die von der Basis hervorgebracht wurde. Charakteristisch f&#252;r den nationalen Charakter der Bewegung der Emp&#246;rten war die Pr&#228;senz der &#228;usseren Rechten auf dem sogenannt &#8222;oberen Syntagmaplatz&#8220;. Das vorherrschende Element in diesen Protesten war die Aufforderung an den Staat, &#8222;normale&#8220; Lohnarbeit zu stabilisieren &#8211; und jene, welche davon ausgeschlossen waren, forderten den Widerruf ihres Ausschlusses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Selbstverst&#228;ndlich sprechen wir hier von den Generalstreiks. Aber auch (&#8230;)&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die GM versuchte nicht nur nicht, diese Bewegung anzugreifen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Nur zwei oder drei Wochen vor dem ersten Erscheinen der Emp&#246;rten auf dem (&#8230;)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sondern diverse Faschisten beteiligten sich auch an einigen der Proteste &#8211; manchmal wurden sie mit Gewalt von Anarchisten und einigen Linken ausgeschlossen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die GM war letztendlich, wie es TPTG unterstrichen hat, keine direkte repressive Kraft in irgendeinem Arbeitskampf in den letzten Jahren. Kein Streik wurde von der GM angegriffen. Der Klassenantagonismus zog sich aufgrund der Tentakel des tiefen Staates nicht zur&#252;ck. Die Repression, entweder physisch (Bullen) oder gesetzlich (als illegal deklarierte Streiks und Arbeiter gezwungen, zur Arbeit zur&#252;ckzukehren oder vor Gericht geschickt zu werden), von den offiziellen Apparaten des b&#252;rgerlich-demokratischen Staates gen&#252;gte. Und selbstverst&#228;ndlich k&#246;nnen wir die Linke nicht auslassen, namentlich SYRIZA, welche das Monopol der repressiven Manipulation innerhalb der Arbeitermobilisierung mit zur Niederlage f&#252;hrenden Taktiken f&#252;r sich in Anspruch nehmen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar im Feld der Einwanderungsverwaltung, die Spezialit&#228;t der GM, war die offizielle Politik des Staates letztendlich effizienter als jene der GM. Was n&#252;tzen schon ein paar Messer schwingende Typen und Pogrome von Zeit zu Zeit in Anbetracht verst&#228;rkter Polizeipr&#228;senz auf den Strassen und der Erschaffung neuer Motorradeinheiten, &#8222;Xenios Zeus&#8220; als Teil t&#228;glicher Routine, dem Bau von Haftzentren f&#252;r Einwanderer, um ihre Arbeitskraft zu lagern und Z&#228;unen auf der Grenze im Evros und dem Grund der &#196;g&#228;is voller Schiffswracks und Leichen von Einwanderern?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von Tag zu Tag zerquetscht die Verwaltung der kapitalistischen Krise unsere K&#246;rper in all ihrer Grausamkeit und der Staat sagt uns, wir sollen nicht zu viel L&#228;rm machen, wenn wir sterben. Der Nationalstaat braucht zum jetzigen Zeitpunkt die GM nicht, um uns in einem breiten Ausmass zu verwalten, er kann es mithilfe seiner offiziellen Apparate tun. Und irgendwie haben die Faschisten schliesslich mehr Probleme geschaffen als jene, die sie h&#228;tten l&#246;sen sollen. Die verl&#228;ngerte und intensive Pr&#228;senz der GM im &#246;ffentlichen Raum, sowohl in den Strassen als auch im Parlament, hat in den letzten paar Jahren zu einer Welle antifaschistischer K&#228;mpfe gef&#252;hrt, gleichzeitig gab es seit 2012 keinen anderen Kampf (auf der &#8222;zentralen Ebene&#8220;). Wenn wir die antifaschistischen Mobilisierungen nicht z&#228;hlen, erkennen wir, dass die letzten paar Jahre bez&#252;glich K&#228;mpfe eine Trockenperiode waren &#8211; ohne die stattgefundenen molekularen K&#228;mpfe herabsetzen zu wollen. Kurz gesagt brachten sie die GM, um uns nach Hause zu bringen, doch es brachte alle auf die Strassen. Der Protest am Tag nach dem Mord an Killah P hatte was vom Dezember 2008, es kam zu einem kleinen Krawall, und pl&#246;tzlich waren die Dinge auf den Kopf gestellt: W&#228;hrend die GM eigentlich proletarische Aufst&#228;nde niederschlagen sollte, wurde sie nun zur Ursache ihres Ausbruches. Wieso wurden sie also losgelassen, um den seit 2012 vorherrschenden zivilen Frieden und die &#246;ffentliche Ordnung zu st&#246;ren?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die L&#246;sung f&#252;r den Staat war somit, die GM zur&#252;ckzuhalten und sich auf seine institutionellen disziplinierenden Kr&#228;fte zu verlassen: Bullen, Billettkontrolleure&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Sommer 2013 wurde Thanasis Kanaoutis, ein 19-j&#228;hriger Mann, aus einem (&#8230;)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Steuereintreiber, Gutachter, &#214;konomen, Gewerkschafter usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was kommt nach der GM?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und nun? Was bedeutet das alles? Sind wir dabei, dich zu &#252;berzeugen zu versuchen, dass wir die Faschisten losgeworden sind? Nein. Obwohl wir nicht behaupten, wir seien Wahrsager, so behaupten wir doch, wir seien Pythia&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pythia war der Name der Hohepriesterinnen des Tempels des Apollo in Delphi, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Und wie sie werden wir nur relativ vage und allgemeine Aussagen machen, damit unsere Vorhersagen schliesslich eintreffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unsere vorhergehende Aussage &#8222;der Staat frisst seine eigenen Kinder&#8220; ist etwas provokativ. Die GM wird nicht in ihre Einzelteile zerfallen. Wir denken, dass die GM sich in einem &#8222;Reinigungsprozess&#8220; befindet, da sie kein gutes Feng Shui hatte. Gebleichte Z&#228;hne, ein Springbrunnen im Hintergrund und eine Pedik&#252;re haben noch nie jemandem geschadet. Die Aufstandsbek&#228;mpfung ben&#246;tigt nicht nur ein Parlament, sondern auch Pr&#228;senz auf den Strassen. Die Gewalt der Bourgeoisie ist strukturell in der Verwaltung der Krise und im Paradigmenwechsel, sie muss also nicht zwingend auf eine einzige Einheit wie z.B. die offiziellen nationalstaatlichen Institutionen beschr&#228;nkt sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir bezogen uns weiter oben auf den &#8222;Export&#8220; der GM ins Europ&#228;ische Parlament. Diese Angelegenheit kann uns ein paar Anhaltspunkte bez&#252;glich der Zukunft der GM geben. Die Kandidaten der GM f&#252;r die Europawahlen sind Unternehmer, Anw&#228;lte, Freischaffende, Ingenieure, Milit&#228;roffiziere usw. Sie k&#246;nnten auch die Kandidaten vom LAOS&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der LAOS (Orthodoxer Volksalarm) ist eine weitere Rechtsaussenpartei, die (&#8230;)&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; sein. Die Auswahl dieser Kandidaten deutet selbst in eine gewisse Richtung. Erstens bedeutet die Tatsache, dass nach dem Mord an Killah P, als der GM zum Superb&#246;sewicht des inl&#228;ndischen Politbetriebes wurde, und dass die Kandidaten der GM solch &#8222;respektierte&#8220; Pers&#246;nlichkeiten wie die Milit&#228;roffiziere in Pension Synadinos und Epitidios sind &#8211; die schliesslich auch als Abgeordnete ins Europ&#228;ische Parlament gew&#228;hlt worden sind &#8211; dass diese Kandidaten Garantien von ihren Freunden im tiefen Staat hatten, dass der GM eine Zukunft hat und sie nicht pl&#246;tzlich vor einem Richter stehen, angeklagt, Teil einer Partei zu sein, die sich letztlich als kriminelle Organisation herausgestellt hat und in einen Mord involviert war. Zweitens sehen wir an Stelle der Schergen nun einige Leute in Anzug und Krawatte die B&#252;hne betreten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiteres Beweismaterial, das uns die GM liefert, ist die Tatsache, dass Kassidiaris einige Stunden nach dem Mord an zwei Mitgliedern in Iraklio nicht die gew&#246;hnlichen Aussagen im Stil &#8222;das Land wird beben, wenn wir [GM] kommen&#8220; machte und sich stattdessen mit folgender Aussage begn&#252;gte: &#8222;Diese Tage m&#252;ssen die Griechen ein einig Volk sein und Ruhe bewahren.&#8220; W&#228;hrend den n&#228;chsten Tagen, als wir uns auf das Schlimmste gefasst machten, da wir im Quartier von Iraklio aktiv waren, herrschte absolute Ruhe. Weder ein einziger Angriff, noch dynamische Pr&#228;senz auf der Strasse, nicht einmal als Selbstzweck, absolut nichts. Nur einige friedliche und gem&#228;ssigte M&#228;rsche und Kundgebungen in Verbindung mit der Beerdigung und der Gedenkfeier der GM-Mitglieder. Diese Haltung der GM kam zu einem Zeitpunkt, als sie gerade von den Massenmedien von T&#228;ter in Opfer verwandelt wurde, was bedeutet, dass sie das &#8222;moralische Gesetz&#8220; auf ihrer Seite hatten und sie durchaus mehr h&#228;tten sagen oder tun k&#246;nnen. Merkw&#252;rdige Dinge...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was deuten sie an? Es ist wohl der erste Schritt hin zu einer &#8222;seri&#246;sen&#8220; GM&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige Parlamentsmitglieder der ND hatten verk&#252;ndet, die ND k&#246;nne eine (&#8230;)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Vielleicht wird dieser Prozess dazu f&#252;hren, dass die GM zu etwas wie dem LAOS wird, einfach mit einer &#8222;Strassenvergangenheit&#8220;, einige Mitglieder werden sie verlassen, um sich um den Aktivismus zu k&#252;mmern. Vielleicht wird die &#8222;seri&#246;se GM&#8220; nicht einmal weiterhin den Namen &#8222;Goldene Morgenr&#246;te&#8220; tragen, vielleicht gibt es einen Wechsel unter den grossen Pers&#246;nlichkeiten. Vielleicht wird die GM fast gleich weiter machen wie zuvor mit dem gleichen Dienstplan, nachdem sie von den b&#252;rgerlichen Gerichten durch die Verurteilung zu Gef&#228;ngnisstrafen von einigen &#8222;Verr&#252;ckten ges&#228;ubert&#8220; worden ist, welche in die GM &#8222;eingedrungen&#8220; sind und Killah P ermordet haben. Vielleicht wird die GM zur&#252;ckkehren zu ihrer Lage zwischen 2005 und 2008 und an ihrer Stelle wird eine neue rechtsradikale Organisation oder Partei auftauchen, entweder mit einigen neuen Gesichtern oder mit einigen der gleichen. Vielleicht, vielleicht, vielleicht...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von Doc Sportello f&#252;r &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://alertacomunista.wordpress.com/2018/10/27/how-and-why-golden-dawn-lives-among-us/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mindestens seit 2006, haupts&#228;chlich f&#252;r die jungen griechischen Proletarier, welche zum ersten Mal in den Arbeitsmarkt eintreten, gab es die sogenannte &#8222;700-Euro-Generation&#8220;, der Mindestlohn zu diesem Zeitpunkt. Selbstverst&#228;ndlich sind die L&#246;hne der Einwanderer, normalerweise im informellen Sektor, weit darunter. Die Arbeitskraft der Einwanderer wurde im Vergleich zu den griechischen Arbeitern seit den 1990er Jahren abgewertet und die Abwertung der griechischen Arbeiter begann vor der globalen Krise 2007-2008 und vor dem ersten Memorandum 2010.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mitglieder des GM beteiligten sich am Bosnienkrieg als Freiwillige, sie arbeiteten mit den Serben zusammen, den &#8222;christlichen orthodoxen Br&#252;dern&#8220; des griechischen Volkes.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Xenios Zeus&#8220; bedeutet die Gastfreundschaft des antiken griechischen Gottes Zeus. Dieser Name wurde einer Polizeioperation gegeben, deren Zweck es war, papierlose Einwanderer zu suchen, zu verhaften und zu deportieren. Es war die Polizei selbst, welcher der Operation diesen Namen gab. Ihr Sarkasmus gegen&#252;ber Einwanderern ist offensichtlich.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Agios Pandeleimon und die umliegenden Gebiete ist einer der Orte in Athen, wo die &#8222;billigen Bordelle&#8220; konzentriert sind, sowohl legale als auch illegale. Die Prostituierten dort sind haupts&#228;chlich Einwanderinnen aus dem ehemaligen Ostblock und der Balkanregion. Wir k&#246;nnen mit Sicherheit sagen, dass die meisten davon Opfer von Menschenhandel sind. Ausserdem ist die Patisionstrasse, eine Hauptstrasse nahe Agios Pandeleimon, ein Ort mit illegaler n&#228;chtlicher Strassenprostitution, wo die Prostituierten alle Einwanderinnen aus Afrika sind. In diesem Fall sind alle von ihnen Opfer von Menschenhandel. Was die B&#228;ckereikette Choriatiko betrifft, war einer der Hauptaktion&#228;re, Aggelos Giannakopoulos, der Eigent&#252;mer von einigen Stripclubs und Studios (&#8222;Studios&#8220;: die &#8222;teuren Bordelle&#8220;) und involviert in Menschenhandel von Frauen aus Russland mithilfe einer Arbeitsvermittlungsagentur in der Stadt Chabarowsk. Wenn die Frauen in Griechenland eintrafen, wurden sie unter den Bedingungen einer Geiselhaft gehalten. Er wusch die Profite von seinen Sexgesch&#228;ften, indem er sie in die B&#228;ckereikette investierte. Die Gerichtsprozesse f&#252;r diesen Fall &#252;ber die kriminelle Organisation von Giannakopoulos laufen heute immer noch, zehn Jahre nach den ersten Verhaftungen 2008. Siehe auch diese englischen Artikel f&#252;r einige Informationen zur Prostitution in Griechenland: &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2018/10/27/world/europe/prostitutes-greece-crisis.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;1&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.telegraph.co.uk/women/politics/prostitution-the-hidden-cost-of-greeces-economic-crisis/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;2&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/gr/article/exmddm/the-attendants-the-key-players-in-greeces-sex-trafficking-crisis&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;3&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/gr/article/znwv4y/remembering-greeces-hiv-witch-hunt&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;4&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In Agios Pandeleimon und den umliegenden Gebieten sind die Mieten niedrig und es sind somit Quartiere, wo viele Einwanderer leben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Vatopedi ist ein orthodoxes christliches Kloster in Griechenland. Das Kloster war in einen Skandal involviert, wo es darum ging, dass es Land &#252;ber den Staat erwarb (man sollte nie vergessen, dass die Kirche in Griechenland eine offizielle Institution des Staates ist), um es danach Offshore-Firmen weiterzuverkaufen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Viele Dinge k&#246;nnen &#252;ber Mpeos und Marinakis gesagt werden, doch das w&#252;rde den Rahmen dieses Textes sprengen. Man lese den Artikel unten, um sich eine Idee zu machen. Wir m&#252;ssen noch anf&#252;gen, dass der Reeder Marinakis auch der Eigent&#252;mer des Olympiakos FC ist, dass viele der Hooliganclubs von Olympiakos in Pir&#228;us und in den umliegenden Gebieten direkte Verbindungen zum GM haben und dass die Mehrheit der griechischen Hooliganclubs aller Fussballteams direkte Verbindungen zu ihren lokalen Mafias haben, Hooligans arbeiten h&#228;ufig als Schergen, Drogendealer usw., doch es w&#252;rde zu lange dauern, auf alle Details einzugehen. Siehe &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/football/2018/mar/26/greek-football-crisis-evangelos-marinakis-nottingham-forest-drug-trafficking-charges-olympiakos&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;diesen Artikel&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Heute, 2018, dauert der Prozess immer noch an.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Heute, 2018, ist der GM die drittgr&#246;sste politische Partei in nationalen Wahlen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wie sich herausstellte, und wie wir es von Anfang an behaupteten, war der bewaffnete Angriff auf das lokale B&#252;ro der GM in Iraklio, der zum Tod von zwei GM-Mitgliedern f&#252;hrte, eine &#8222;Abrechnung&#8220; zwischen dem GM und einer anderen Mafia. (Einer der zwei Ermordeten arbeitete als T&#252;rsteher im Nachtclub Deep in Iraklio. Wir k&#246;nnen nicht sicher sein, ob diese Tatsache einen Bezug zum Angriff hat, da wir nicht den geringsten Hinweis haben, welche Art von Aktivit&#228;ten jene Mafia hatte, welche das B&#252;ro der GM angriff.) Die GM hatte also schwer zu schlucken an ihrer Expansion und sie musste abgebrochen werden. Nach einem Gest&#228;ndnis von Panayiotis Vlastos, ein Langzeitgefangener der Mafia, gingen die Ermittlungen der Polizei in Richtung eines Auftragsmordes zum Zweck einer &#8222;Abrechnung&#8220;, doch jener Mann, welcher Vlastos als einer der beiden Angreifer bezeichnete, wurde mit zwei Kugeln in seinen Kopf ermordet, bevor die Bullen zu ihm gelangen konnten, somit waren die Ermittlungen in einer Sackgasse. Jemand k&#246;nnte nun aufschreien: Aber eine Gruppe des bewaffneten Kampfes &#252;bernahm die Verantwortung f&#252;r den Angriff in Iraklio! Es gibt drei Erkl&#228;rungen, wieso in diesem Text die Verantwortung f&#252;r die Tat &#252;bernommen wurde: (1) Er wurde von der Mafia selbst geschrieben, um den Fokus der Ermittlungen weg von ihr und hin zum antiautorit&#228;ren Milieu zu lenken; (2) da die Tage ins Land zogen und niemand die Verantwortung &#252;bernahm, ergriffen einige Anarchisten mit Affinit&#228;t zum bewaffneten Kampf die Initiative, diesen falschen Text von einer falschen Gruppe des bewaffneten Kampfes als Propaganda f&#252;r denselben zu schreiben; (3) der Angriff wurde in einer Zusammenarbeit zwischen einer neuen Gruppe des bewaffneten Kampfes und der Mafia ausgef&#252;hrt &#8211; es gibt viele Beweise, dass einige griechische Gruppen des bewaffneten Kampfes mit Mafias zusammenarbeiten, um an Geld zu gelangen, sogar bis zu einem Punkt, wo einige ihrer Angriffe schlichtweg Auftragsmorde f&#252;r die Mafia waren, doch diese Geschichte erz&#228;hlen wir euch ein anderes Mal. Man sollte auch nicht vergessen, dass: (A) es Videos vom Angriff gibt und er sehr professionell ausgef&#252;hrt worden ist; (B) die Gruppe des bewaffneten Kampfes namens K&#228;mpfende revolution&#228;re Volkskr&#228;fte, welche die Verantwortung f&#252;r den Angriff &#252;bernahm, nie wieder in Erscheinung getreten ist, weder vor noch nach dem Angriff; (C) das Bekennerschreiben nach dem Angriff ein politisches Durcheinander war, wo widerspr&#252;chliche linke und anarchistische Ideen miteinander kombiniert wurden; (D) einige Zeit nach dem ersten Bekennerschreiben ein zweites unter dem gleichen Namen ver&#246;ffentlicht worden ist, in welchem die Linke und Anarchisten beschuldigt werden, pazifistische Reformisten zu sein, die keine Gewalt gegen Faschisten anwenden, und statt sich der revolution&#228;ren Aktion gem&#228;ss dem Muster ihrer Aktion zu widmen, letztere als Provokation oder eine &#8222;Abrechnung&#8220; der Mafia getarnt als bewaffneten Kampf zu bezeichnen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Selbstverst&#228;ndlich sprechen wir hier von den Generalstreiks. Aber auch w&#228;hrend der Generalstreiks wurde diese Arbeiterforderung h&#228;ufig mit der Rhetorik der Bewegung der Emp&#246;rten &#252;ber Griechenlands Schuld usw. vermittelt in der Idee, dass die Aufhebung der Schuld gleichbedeutend mit einer R&#252;ckkehr zur &#196;ra vor der Krise sei.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Nur zwei oder drei Wochen vor dem ersten Erscheinen der Emp&#246;rten auf dem Syntagmaplatz widmete sich der GM w&#228;hrend mehreren Tagen einem Pogrom gegen Einwanderer in einem anderen zentralen Teil Athens, den Gebieten rund um den Victoriaplatz.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Sommer 2013 wurde Thanasis Kanaoutis, ein 19-j&#228;hriger Mann, aus einem fahrenden Bus geworfen und auf diese Weise ermordet von Billetkontrolleuren, weil er sein Billett nicht bezahlt hatte.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pythia war der Name der Hohepriesterinnen des Tempels des Apollo in Delphi, Griechenland. Sie waren bekannt f&#252;r ihre ambivalenten Prophezeiungen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der LAOS (Orthodoxer Volksalarm) ist eine weitere Rechtsaussenpartei, die von Georgios Karatzaferis nach seinem Ausschluss aus der Neuen Demokratie gegr&#252;ndet worden war. Sie spielt nach den Regeln und es gibt bei ihr keinen Strassenaktivismus wie bei der GM.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige Parlamentsmitglieder der ND hatten verk&#252;ndet, die ND k&#246;nne eine Koalitionsregierung mit einer &#8222;seri&#246;sen Goldenen Morgenr&#246;te&#8220; bilden, d.h. eine GM ohne Strassenaktivismus und Neonazithemen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Blaumachen - Ohne dich dreht sich kein R&#228;dchen</title>
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&lt;p&gt;&#8222;In der gegenw&#228;rtigen Situation werden die Leute erst auf die Strasse gehen, wenn sie Angst haben werden. Und sie werden von einem Moment auf den anderen auf die Strasse gehen, alle zusammen...Zu diesem Zeitpunkt wird man die kommunistische Partei gegen sie aufstellen, damit sie sie stoppt.&#8220; &lt;br class='autobr' /&gt;
Diese erstaunlich exakte Prognose kommt von einem alten Trotzkisten w&#228;hrend einer Diskussion in einem Caf&#233; 2007. In diesem Text m&#246;chten wir uns bem&#252;hen, zu verstehen was die offene Positionierung der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Blaumachen" rel="tag"&gt;Blaumachen&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/sic2cover-2.jpg?1689552979' class='spip_logo spip_logo_right' width='104' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&#8222;&lt;i&gt;In der gegenw&#228;rtigen Situation werden die Leute erst auf die Strasse gehen, wenn sie Angst haben werden. Und sie werden von einem Moment auf den anderen auf die Strasse gehen, alle zusammen...Zu diesem Zeitpunkt wird man die kommunistische Partei gegen sie aufstellen, damit sie sie stoppt.&#8220;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese erstaunlich exakte Prognose kommt von einem alten Trotzkisten w&#228;hrend einer Diskussion in einem Caf&#233; 2007. In diesem Text m&#246;chten wir uns bem&#252;hen, zu verstehen was die offene Positionierung der griechischen kommunistischen Partei (KKE) als Polizei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es ist nicht nur die Tatsache, dass die KKE den Demonstranten den Zugang zur (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; das wichtige Ereignis des 20. Oktobers &#8211; f&#252;r die Entwicklung des Klassenkampfes in Griechenland bedeutet und inwiefern es mit der Entwicklung der Krise zusammen h&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden unsere Analyse beginnen, indem wir eine kritische Lesart der Grundposition all derjenigen versuchen, welche die Haltung der KKE als &#8222;Verrat an der Arbeiterklasse&#8220; bezeichnen und welche auch der Grund ist, weshalb die Verteidiger dieser Position dar&#252;ber hinaus bereuen, dass &#8222;wir &lt;i&gt;uns gegenseitig&lt;/i&gt; bek&#228;mpfen&#8220;. Dieser Standpunkt scheint zu ignorieren oder zu vergessen, welches die Rolle der KKE im Klassenkampf Griechenlands ist. Es handelt sich allerdings nicht um eine Unachtsamkeit. Es handelt sich auch nicht um eine Unterlassung oder einen Irrtum. Was diese Konzeption nicht wahrnimmt, ist bestimmt von der Essenz dessen, was sie sieht, von der Struktur ihres Blickwinkels, vom Kern selbst ihres Inhalts. Was sie sieht, ist die Revolution als Triumph der Arbeiterklasse, die Transformation der kapitalistischen Gesellschaft in eine Arbeitergesellschaft, kurz, eine Revolution wie auch die KKE behauptet, sie zu konzipieren (nat&#252;rlich mit ihr selbst an der Stelle der Bosse). Deshalb beschuldigt diese Kritik die KKE des Verrats im Streben nach einem &lt;i&gt;gemeinsamen Ziel&lt;/i&gt;. Sie betrachtet sogar die KKE als Verr&#228;terin am gemeinsamen Ziel einer &#8222;freien&#8220; Arbeitergesellschaft, weil sie, durch ihre Praxis und ihren Diskurs, den Aufbau eines Arbeiterstaates zu Lasten der Selbstverwaltung der Produktion anstrebt. Es ist in diesem Sinne, in welchem sich die Kritik gegen die Benutzung der Parole &#8222;Ohne dich dreht sich kein R&#228;dchen &#8211; &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt;, du brauchst die Bosse nicht&#8220; durch die KKE auflehnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn es auch auf den ersten Blick widerspr&#252;chlich erscheinen mag, doch es ist in dieser Parole, in welcher sich die Substanz des Ereignisses vom 20. Oktober befindet. Der Inhalt dieser Parole dr&#252;ckt den Standpunkt der KKE aus (und nicht &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; der KKE, was sehr wichtig ist) in der Konfrontation zwischen Praktiken des Klassenkampfes, welche von der gegenw&#228;rtigen Periode historisch hervorgebracht wird. Liest man diese Parole aufmerksam, so erkennt man, dass das Wort &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt; den Schl&#252;ssel zum Verst&#228;ndnis des Inhalts der Revolution gem&#228;ss der KKE (und nicht nur) liefert. Diese Revolution schafft weder den Arbeiter als Arbeiter, noch den Proletarier ab, sie schafft die &#8222;R&#228;dchen&#8220;, und somit die Wertproduktion nicht ab. Im Gegenteil, sie fordert den Arbeiter auf, zu k&#228;mpfen (oder, im Falle der KKE, sich wie ein Schaf hinter den Hirten zu postieren), um weiterhin Arbeiter zu sein, um weiterhin &#8222;daf&#252;r zu sorgen, dass die R&#228;dchen sich drehen&#8220;. Der utopische Ausdruck &#8222;ohne Bosse&#8220; bedeutet &#8222;aus eigener Initiative&#8220;, also Bosse habend, die selber Arbeiter sind (ihre eigenen Meister, wie man sagt) oder die &#8222;Partei der Arbeiter&#8220; als Boss. Hinter der opportunistischen Praxis der KKE, sich eine &#8222;Parole der Anarchisten&#8220; anzueignen, befindet sich die Substanz der Aufrechterhaltung der Arbeit als getrennte Aktivit&#228;t der Menschen nach der Revolution, mit allem, was das impliziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Haltung der KKE, die darin besteht &#8211; in diesem kritischen Moment f&#252;r das Kapital und den Staat &#8211; das Parlament und die Polizei gegen die Angriffe einer Fraktion des Proletariats zu verteidigen, ist durchaus kompatibel mit dieser Parole. Umso mehr, da diese Angriffe gegen den Staat und das Eigentum nur m&#246;glich werden, wenn sie von einem sehr grossen Teil des Proletariats unterst&#252;tzt werden, wie dies am 19. Oktober klar in Erscheinung trat. Die Verteidigung der Arbeit kann nicht in einem geschichtlichen Leerraum stattfinden, es gibt keine ahistorische Form der Arbeit (wie die Parole &#8222;Wir wollen Arbeit, keine Arbeitslosigkeit&#8220; etc. stillschweigend vermuten l&#228;sst). Es handelt sich gezwungenermassen um die Verteidigung der Arbeit, so wie sie in der geschichtlichen Gegenwart definiert ist. Und danach wird die Revolution gem&#228;ss der KKE die Restrukturierung der Arbeit auf der Grundlage ihrer historisch bestimmten Begriffe sein (das ist &#252;brigens, was die Bolschewisten taten, als sie die Macht ergriffen in Russland, indem sie an der proletarischen Revolution 1917 teilnahmen, und was die Syndikalisten der CNT versuchten, als sie die Verwaltung der Fabriken &#252;bernahmen nach dem proletarischen Aufstand in Spanien 1936). Wenn wir diese Schlussfolgerungen mit der Strategie der KKE kombinieren &#8211; die darin besteht, f&#252;r sich selbst eine wichtigere Rolle in der Reproduktion der Arbeiterklasse zu fordern, sich also als Reproduktionsmechanismus der kapitalistischen Verh&#228;ltnisse zu st&#228;rken, der parallel zum Staat oder manchmal als &#8222;R&#228;dchen&#8220; der staatlichen Maschine operiert &#8211; dann wird offenkundig, dass, im Rahmen der erh&#246;hten Wichtigkeit der Repression in der Reproduktion der Arbeiterklasse, die KKE die Rolle der Polizei spielen &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und bez&#252;glich denjenigen, welche die KKE angriffen? Denn, wenn man dieser Denkweise weiter folgt, wie kann man erkl&#228;ren, dass einige derjenigen, welche die rote Fraktion der Polizei angriffen, die ihnen den Weg zur kakibraunen versperrte, zu einem grossen Teil die KKEsche Konzeption der Revolution teilen? Diejenigen, welche ihnen vorwerfen, sich nur mit der KKE um die Kontrolle der Amaliasstrasse zu streiten, und &#8211; im weiteren Sinne &#8211; um die F&#252;hrung der Bewegung, haben die Recht? Dieser Standpunkt ist teilweise begr&#252;ndet, doch der Fehler befindet sich schon im Inhalt der Frage (wer die politische F&#252;hrung der Bewegung &#252;bernehmen soll). Die Substanz des Ereignisses vom 20. Oktober versteckt sich unter der Oberfl&#228;che dieser politischen Konfrontation. Die Antwort auf die Frage, &lt;i&gt;weshalb diese Konfrontation stattfand, was ihr realer Inhalt ist und warum es ein zentrales Problem des Klassenkampfes&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dermassen zentral in Griechenland, dass der Mord der Polizei an einem (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &lt;i&gt;in mehreren L&#228;ndern darstellt&lt;/i&gt;, kann nur erfasst werden, wenn man von der Bipolarisierung Linke/Anarchisten wegkommt (die eine Bipolarisierung vergangener Revolutionen ist, &lt;i&gt;die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden&lt;/i&gt;). Um davon wegzukommen, sollten wir uns etwas mit dem Inhalt des &#8222;anarchistischen&#8220; Lagers, oder schwarzen Blocks, oder von jedem je nach seinem Geschmack benannt (obwohl die Schwierigkeit, einen stabilen Namen daf&#252;r zu finden, schon etwas zeigt), besch&#228;ftigen. Jeder weiss, dass, unter &#8222;den Leuten, die k&#228;mpfen&#8220;, der Anteil derjenigen, welche organisch zu den Strukturen der Gruppen der &#8222;aktivistischen Anarchie&#8220; geh&#246;ren, heutzutage sehr klein ist, und mit der Vertiefung der Krise immer kleiner wird. Man weiss auch, dass man unter denjenigen, welche k&#228;mpfen, heutzutage auch Arbeiter findet, h&#228;ufig ohne dass ihre Praxis von den Gewerkschaften verurteilt wird (z.B. die F&#246;deration der Arbeiter lokaler Kollektive), Arbeitslose und sogar Kleinb&#252;rgerliche (z.B. die Eigent&#252;mer der Taxis), die zur Zeit eine Proletarisierung in Schwindel erregender Geschwindigkeit erleben. Die &#8222;Leute&#8220;, welche auf die eine oder andere Art die Ausschreitungen der j&#252;ngsten Vergangenheit provozieren, SIND, in ihrer &#252;berwiegenden Mehrheit, KEINE organisierten Anarchisten, und der Einfluss der organisierten Anarchisten auf sie ist klein und wird immer kleiner. Es handelt sich eher um eine Mischung junger Proletarier (und nicht nur junger, soweit sich die Krise vertieft), die einen prek&#228;ren Job haben oder arbeitslos sind, und auch Gymnasiasten und Studenten. Die Praktiken dieser Leute, normalerweise Ausschreitungen ohne pr&#228;zise Forderung oder Ausschreitungen im Rahmen eines Kampfes um Forderungen, dr&#252;cken die gegenw&#228;rtige Sackgasse der Forderung aus, das Fehlen von Zukunft, welches in dieser Krise hervorgebracht worden ist, als Krise der Existenz selbst des Lohnes und somit Krise der Reproduktion des Proletariats. Diese Leute SIND KEINE Revolution&#228;re, die k&#228;mpfen, weil sie ein &#8222;Klassenbewusstsein&#8220; haben. Sie sind Tr&#228;ger von Praktiken, die von der Tatsache hervorgebracht worden sind, dass die Proletarier von der Arbeit ausgeschlossen werden, von der brutalen Verschlimmerung der Bedingungen der Mittelklasse, vom verr&#252;ckten Wettlauf der Krise des restrukturierten Kapitalismus, sowie auch vom Versuch sich ihr entgegen zu stellen von Seiten des Kapitals durch eine neue Runde von Angriffen, die soweit geht, dass sie sogar die Existenz des Lohnes selbst in Frage stellt. Die Praktiken dieser Leute sind auch ohne Ausweg, wenn man sie vom Standpunkt des Suchens einer Strategie zum Sieg der Arbeiterklasse und der Realisierung einer Arbeitergesellschaft aus betrachtet. Es ist jedoch genau die Ausweglosigkeit dieser Praktiken, welche ihre &#220;berwindung im Klassenkampf andeutet, eine &#220;berwindung, die nicht ihre Durchsetzung gegen&#252;ber anderen Praktiken bedeuten wird, sondern die im Laufe ihrer konfliktuellen Koexistenz mit anderen fordernden Praktiken hervorgebracht werden wird. Diese &#220;berwindung wird nur in jenem Stadium hervorgebracht werden k&#246;nnen, in welchem diese nicht nur eine Reproduktion der Ausschreitungen ohne pr&#228;zise Forderung sein wird, sondern auch die Ergreifung konkreter Massnahmen und ihre Umsetzung. Diese Konfrontation findet objektiv statt, und jegliche Entscheidungen von Individuen sind &#252;berbestimmt durch den blitzartigen Fortschritt der Krise. Es handelt sich also nicht um eine Konfrontation von Anarchisten und der KKE vor dem Parlament, dies ist nur Schein und ein solches Verst&#228;ndnis dient nur den spezifischen politischen Interessen der &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; organisierten Anarchisten und der KKE und ihren kleinen Weggef&#228;hrten. Es wird freilich von beiden Seiten die &#8222;Konfrontation vor dem Parlament&#8220; geben, Versuche, daraus politischen Mehrwert herauszuholen, und es ist auch m&#246;glich, dass solche Versuche kurzfristig zu gelingen scheinen (und hier auch: auf beiden Seiten). All diese Versuche werden darin bestehen, sich als diejenigen zu pr&#228;sentieren, welche sich am meisten um die &#8222;Einheit der Arbeiterklasse&#8220; sorgen, und beide werden fast die gleichen Begriffe benutzen in ihren gegenseitigen Anschuldigungen. Doch die Entwicklung der Krise beschleunigt sich, und schon bald wird das Ereignis vom 20. Oktober einem harmlosen kleinen Spiel gleichen, das nur aus Steinen, zwei, drei Molotovs und einigen Hundert mit roten Lumpen beschm&#252;ckten St&#246;cken besteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konfrontation, die in den Begriffen des politischen &lt;i&gt;Fetischismus&lt;/i&gt; als Konfrontation zwischen Anarchisten und der KKE vor dem Parlament erscheint, zeigt sich als innere Konfrontation zwischen Praktiken des Proletariats im ganzen Kampfzyklus, welcher mit der Restrukturierung der 1980er Jahre (1990er f&#252;r Griechenland) begonnen hat. Sie bildet die Substanz dieses Kampfzyklus, und jetzt, in der Krise, verdichten und begegnen sich all diese Widerspr&#252;che, welche ihn verursacht und entwickelt haben. Diese Konfrontation wurde historisch hervorgebracht als Resultat der Kapitalakkumulation, d.h. des Klassenkampfes, und ist nicht das Produkt von &#8222;Strategien&#8220;, &#8222;Verrat&#8220;, &#8222;Klassenbewusstsein&#8220; oder anderer ideologischer Konstruktionen. Die zwei Lager, welche sich in grosser Geschwindigkeit formieren in der Verdichtung der historischen Zeit, haben fliessende Umrisse; und was heute, &lt;i&gt;durch die &#220;berwindung der eigenen Grenzen&lt;/i&gt;, die Revolution anzudeuten scheint, wird morgen gespalten erscheinen, und ihre inneren Widerspr&#252;che, die heute von geringer Wichtigkeit scheinen m&#246;gen, werden explodieren. Die Vertiefung der Krise wird die Praktiken &#252;ber die &#8222;&#196;ra der Aufst&#228;nde&#8220; hinweg f&#252;hren, die &#196;ra in welcher wir uns heute offensichtlich befinden. Die Revolten von morgen (das vielleicht so fern gar nicht ist) werden gezwungen sein, Massnahmen zur Weiterf&#252;hrung des Kampfes zu ergreifen, die gleichzeitig &#252;berlebenswichtige Massnahmen sein werden: kommunistische Massnahmen, die den Kern der Produktion des Mehrwertes ber&#252;hren, und die auch den Aufbau neuer gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse bedeuten werden. Im Lager derjenigen, welche die Existenz selbst des Wertes in Frage stellen, werden zum Beispiel die Widerspr&#252;che des &lt;i&gt;Militarismus&lt;/i&gt; und des &lt;i&gt;Sexismus&lt;/i&gt; explodieren, welche notwendigerweise Massenunruhen begleiten. Innere Konflikte kommen, neue Spaltungen sind unvermeidbar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir befinden uns im Strudel, es gibt nichts mehr, das uns daraus befreien k&#246;nnte. Jeglicher Versuch, die Struktur der Verh&#228;ltnisse unserer Zeit zu erfassen, jeglicher Versuch, uns von einer politischen Konzeption der Revolution zu befreien, eine Konzeption die, dadurch dass sie &lt;i&gt;politisch&lt;/i&gt; ist, zur l&#228;ngst vergangenen Welt einstiger Revolutionen geh&#246;rt, wird es nicht verfehlen zur Kritik dieser Welt beizutragen &#8211; eine Welt die sowieso bebt, die, als Ganzes gesellschaftlicher Verh&#228;ltnisse, durch die totale Zerst&#246;rung der kommenden Revolution bedroht ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Agenten des Chaos&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://sicjournal.org/without-you-not-a-single-cog-turns/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://sicjournal.org/sans-toi-aucun-rouage-ne-tourne/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es ist nicht nur die Tatsache, dass die KKE den Demonstranten den Zugang zur Amaliasstrasse verbot, welche die Praxis der KKE als polizeilich definiert. Etliche Dokumente belegen, dass die KKE das Plexiglas der Polizei an der Vassilissis-Sofias-Strasse und das Parlamentsgeb&#228;ude auf sehr spezifische und gezielte Art und Weise besch&#252;tzt hat, d.h. ohne dass &#8222;nichtk&#228;mpfende Bev&#246;lkerung&#8220; der KKE hinter dem Ordnungsdienst gewesen ist.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dermassen zentral in Griechenland, dass der Mord der Polizei an einem Demonstranten in den Hintergrund ger&#252;ckt wird. Die Polizei und der Staat haben eine derartige Menge Tr&#228;nengas eingesetzt, dass sie es geschafft haben, einen derjenigen zu ermorden, welche die Arbeiterklasse verteidigen, indem sie Wache stehen vor dem Parlament. In vielen L&#228;ndern, vor allem in der ersten Zone des Kapitals (mit Italien und den USA als j&#252;ngste Beispiele), tritt die Konfrontation in der Form eines Zweipols von Ausschreitungen auf der einen Seite, Besetzungen und &#8222;friedlichen&#8220; Demonstrationen auf der anderen zutage.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Blaumachen - Die &#196;ra der Aufst&#228;nde hat begonnen</title>
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&lt;p&gt;&#8222;Nichts explodiert wie eine &#214;lraffinerie und Aufst&#228;ndische tendieren dazu, Dinge anzuz&#252;nden...&#8220; (Aussage eines Finanzanalysten auf Al-Jazeera) &lt;br class='autobr' /&gt;
Die &#220;bergangsphase der Krise: Von der Restrukturierung zur Rebellion Der Wind der Revolte, der &#252;ber verschiedene Regionen Afrikas und des Mittleren Ostens fegt, wird von Tag zu Tag sp&#252;rbarer. Ein Land nach dem anderen macht Schlagzeilen in der internationalen Presse; die Thematik ist stets die selbe: Konflikte zwischen Protestierenden und der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/1768965994_thumbnail.jpg?1689553218' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='90' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&#8222;Nichts explodiert wie eine &#214;lraffinerie und Aufst&#228;ndische tendieren dazu, Dinge anzuz&#252;nden...&#8220; (Aussage eines Finanzanalysten auf Al-Jazeera)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Die &#220;bergangsphase der Krise: Von der Restrukturierung zur Rebellion&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Wind der Revolte, der &#252;ber verschiedene Regionen Afrikas und des Mittleren Ostens fegt, wird von Tag zu Tag sp&#252;rbarer. Ein Land nach dem anderen macht Schlagzeilen in der internationalen Presse; die Thematik ist stets die selbe: Konflikte zwischen Protestierenden und der Polizei oder parastaatlicher Rowdys der verschiedenen, gew&#246;hnlich totalit&#228;ren Regime. Trotz allen Anstrengungen des globalen Spektakels, den proletarischen Charakter der Aufst&#228;nde zu kaschieren und trotz der &#220;berbetonung ihrer inneren Widerspr&#252;che, indem sie die Ereignisse schlicht als politische &#8222;Bewegung f&#252;r die Demokratie&#8220; oder als politische Auseinandersetzungen zwischen den Anh&#228;ngern dieser oder jener Politiker einer Region pr&#228;sentieren, kann die offensichtliche Wahrheit nicht kaschiert werden: Klasse steht gegen Klasse. Die Proletarier gebrauchen Steine, Molotov-Cocktails und St&#246;cke, die Cops sind vollst&#228;ndig bewaffnet und so ver&#228;ngstigt, dass sie wahllos schiessen und t&#246;ten. Die Proletarier besetzen Geb&#228;ude, blockieren Strassen und verbrennen Autos, sie z&#252;nden Gef&#228;ngnisse an, befreien die Insassen und sie sabotieren die Infrastruktur. Das Kapital bereitet sich vor, den Leuten eine noch sch&#228;rfere Diktatur aufzuzwingen. Es wird nicht leicht sein f&#252;r die &#220;bergangsregime, sich zu stabilisieren, denn sie werden unf&#228;hig sein, auch nur eine der wirtschaftlichen Forderungen der Aufst&#228;ndischen zu erf&#252;llen. &#196;gypten und Libyen sind, bis anhin, die gravierendsten Erscheinungsformen dieser aufst&#228;ndischen Phase der Krise. &#196;gypten ist von Bedeutung, wegen seiner wichtigen wirtschaftlichen und geopolitischen Rolle innerhalb des globalen, interkapitalistischen Wettbewerbs und Libyen, abgesehen von seiner Wichtigkeit als Erd&#246;l f&#246;rderndes Land, wegen der Tatsache, dass dort der Staat so schnell die Kontrolle &#252;ber die Situation verloren und damit weltweite Panik ausgel&#246;st hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das aktuelle Akkumulationsregime ist auf die Restrukturierungsmassnahmen in den 1970er und 1980er Jahren zur&#252;ckzuf&#252;hren; seine Krise ist die Kehrseite des Erfolges derselben. Es ist die Vertiefung des Neoliberalismus selbst, welche diese Krise verursacht hat, denn der Kapitalismus ist ein widerspr&#252;chliches System gesellschaftlicher Beziehungen. Egal wie stabil jeder Akkumulationsmodus von aussen betrachtet erscheinen mag, er tr&#228;gt in sich die Entwicklung seiner inneren, widerspr&#252;chlichen Dynamiken, welche daraufhin zum Ausbruch der Krise f&#252;hren. Das Ergebnis des restrukturierten Kapitalismus, n&#228;mlich die triumphale Unterordnung des gesamten Lebens des Proletariats unter das Kapital, machte die Reproduktion des Proletariats (und somit des Kapitalismus) hoffnungslos abh&#228;ngig von den Aufs und Abs der Wirtschaft, d.h. anf&#228;lliger f&#252;r die Krise als in jeder vorhergehenden geschichtlichen Periode. Zum gegenw&#228;rtigen historischen Zeitpunkt sind wir in einer &#220;bergangsphase der globalen kapitalistischen Krise, die 2008 ausbrach und sich immer noch entwickelt. W&#228;hrend dieser &#220;bergangsphase versucht das globale Finanzkapital durch die weltweite Auferlegung der drakonischen zweiten Restrukturierungsphase, seiner direkten Entwertung zu entgehen. Die Konsequenzen dieser Bestrebungen sind &#252;berall sichtbar, doch sie unterscheiden sich hinsichtlich Intensit&#228;t und Qualit&#228;t des Angriffs gegen das Proletariat, die von folgenden Faktoren abh&#228;ngen: a) der Position jedes Staats innerhalb der globalen kapitalistischen Hierarchie, b) den schon erreichten Fortschritten der ersten Phase der Restrukturierung und vor allem c) der Geschichte des Klassenkampfes in jeder Region. &#220;berall auf der Welt (ausser in China) bedeutet die Restrukturierung die Senkung direkter und indirekter L&#246;hne (Renten, Sozialleistungen und &#246;ffentliche Dienste); die Delegitimierung der Lohnforderung; es bedeutet auch den Preisanstieg lebenswichtiger G&#252;ter, der einerseits durch den objektiven Mechanismus der Krise, andererseits durch die Tatsache bedingt ist, dass einige Fraktionen des Kapitals mit Lebensmittelpreisen spekulieren. Ein Resultat dieses Spielchens ist, dass der am niedrigsten bewertete Teil des Proletariats im w&#246;rtlichen Sinn nichts mehr zu essen hat: &#8222;Die Preise sind so stark angestiegen, dass ich, w&#252;rde ich einige Zitronen f&#252;r meinen schmerzenden Hals kaufen, f&#252;r den Rest des Monats bankrott w&#228;re&#8220;, sagte ein Angestellter des Transportministeriums von &#196;gypten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Inmitten dieses Sturms der &#246;konomischen Krise verschwinden die staatlichen Hilfsgelder, die das &#220;berleben der &#252;berfl&#252;ssigen Arbeitskr&#228;fte garantiert hatten, und das Resultat davon ist die Verbreitung informeller Arbeit und Armut. Proletarier haben keine andere M&#246;glichkeit, um zu &#252;berleben, als (meist schwarz) zu arbeiten und gleichzeitig entdecken sie, dass es unm&#246;glich ist, eine Arbeit oder ein Einkommen zu finden, die die Kosten der Reproduktion ihrer Arbeitskraft decken k&#246;nnte. Die Proletarier wollen &#252;berleben, deshalb verlangen sie tiefere Nahrungsmittelpreise, Lohnerh&#246;hungen und Jobs. Ihre Forderungen sind ein hoffnungsloser Aufruf an die Kapitalisten, den Kapitalismus selbst zu retten. Wenn sie eine stabile Anstellung und einen &#8222;anst&#228;ndigen&#8220; Lohn verlangen, sagen die Proletarier letztendlich zu den Kapitalisten: &#8222;Ihr braucht uns, ohne uns gibt's keinen Mehrwert, kein Kapital!&#8220; Das Kapital antwortet, dass es sich das &#220;berleben des Proletariats nicht leisten k&#246;nne und stellt klar, dass ein (grosser) Teil desselben (hinsichtlich seines Werts) nutzlos ist und, noch viel wichtiger, dass die erw&#252;nschte Erholung keine Reintegration dieses &#252;berfl&#252;ssigen Teils des Proletariats beinhalte; dies bedeutet, dass diese Proletarier strukturell eine &#252;berfl&#252;ssige Bev&#246;lkerungsschicht darstellen. Historisch betrachtet ergibt sich, dass die Lohnfrage einerseits n&#246;tig wird, andererseits in eine (strukturelle, nicht zyklische) Sackgasse f&#252;hrt. Der Aufstand dieses somit zukunftslosen &#220;berschusses ist mit der klarsten und brutalsten Form kapitalistischer Herrschaft konfrontiert, der Polizei. Es ist genau die Tatsache, dass der Ausgang der Krise, vom kapitalistischen Standpunkt aus, ohne diese &#252;berfl&#252;ssige proletarische Bev&#246;lkerung geplant wird, die dazu f&#252;hrt, dass die Polizei zur allgemeinen Form gegenw&#228;rtiger kapitalistischer Herrschaft wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Proletarier &#252;berall auf der Welt erleben ihre prek&#228;re Situation als langsames Ersticken, dessen Kontext durch Armut und Ghettoisierung definiert wird. Zu den frappantesten Beispielen geh&#246;rt Frontex (die EU-Grenzpolizei), die Milit&#228;r- und Polizeipr&#228;senz an der amerikanischen Grenze zu Mexiko, die Mauer in Pal&#228;stina, die Bewachung von Lagerarbeitern in China, die Gated Communities in Lateinamerika, und deren Gegenst&#252;ck, die Favelas, grossfl&#228;chige Slums, und nat&#252;rlich die griechische Version dieser Situation, der 12.5 km lange Zaun an der Grenze zur T&#252;rkei. Der ganze Planet wird langsam aber sicher zu einem von der Apartheid regierten Raum; f&#252;r die Arbeiterklasse werden moderne Bantustans konstruiert. Diese urbane Repression l&#228;sst die Proletarier langsam ersticken und negiert eine grunds&#228;tzliche kapitalistische Bedingung, der freie Verkauf der Arbeitskraft. In Kairo wurde diese Art urbaner Planung in den letzten zehn Jahren schnellen Schrittes realisiert. Die Diktatur von Wert und Wirtschaft als ein ganzes in allen Regionen Afrikas und des Mittleren Ostens, in denen ein proletarischer Aufstand Tatsache geworden ist, hat die politische Form einer diktatorischen Demokratie. Der Grund, weshalb diese Aufst&#228;nde die Kapitalisten in aller Welt beunruhigt haben, ist die Tatsache, dass die demokratische Diktatur, Totalitarismus, mittlerweile auch in den st&#228;rker entwickelten L&#228;ndern zur Fantasie der Bourgeoisie geworden ist, denn dies scheint der einzige Weg zu sein, die zweite Phase der Restrukturierung durchzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demonstrationen und Aufst&#228;nde gingen in all diesen L&#228;ndern vom Bereich der Reproduktion aus und die Frage ist, ob der Aufruhr auch den Bereich der Wertproduktion, das Epizentrum des Kapitalismus, ber&#252;hren wird. Die Streiks, die auf den Sturz des sozialistischen Diktators Mubarak folgten, scheinen in diese Richtung zu zeigen und die Kapitalisten schauen eifrig auf diesen Teil der Welt, w&#228;hrend sie den Finger auf dem Abzug halten, denn &#8222;El Dorados&#8220; verwandelten sich pl&#246;tzlich in Fallen f&#252;r das Kapital in unbest&#228;ndigen Regionen, deren Zukunft h&#246;chst unsicher ist. Aus dem &#8222;grossen Wettbewerbsvorteil&#8220; wurde, fast &#252;ber Nacht, &#8222;ein unkontrollierbares Risiko&#8220;. Die Zuliefererbetriebe, der Tourismus, der Bausektor, die Textilindustrie, aber allen voran die Erd&#246;lindustrie und die Handelswege (der Suezkanal und der Golf) sind nun mit dem Feuer des proletarischen Aufstands konfrontiert. Nach Tunesien, &#196;gypten und Libyen, wo der Aufstand immer noch andauert, werden nun in Bahrain, Jemen, Iran, Irak und Algerien Proletarier ermordet mit dem Ziel, den Aufstand zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch das Regime in Griechenland versucht, proaktiv gegen die aufkommende Revolte vorzugehen: einerseits bereitet es sich auf die formelle Aufzwingung irgendeiner Form von Diktatur vor (vielleicht in Form von Wahlen) und andererseits bem&#252;ht es sich, die Reaktionen in populistisch-nationalistische rechte oder (als zweites Szenario) linke Bahnen zu lenken. Die Funktion&#228;re des globalen Finanzkapitals, die tempor&#228;r die griechische Staatsmacht innehaben, versuchen jetzt schnell, staatliches Eigentum zu verschachern, nachdem sie erfolgreich die L&#246;hne gesenkt haben. Dieser Ausverkauf ist nichts anderes als der Versuch, Kapital zu verwerten, das momentan (haupts&#228;chlich) im griechischen und europ&#228;ischen Finanzsystem eingeklemmt und unmittelbar von massiver Entwertung bedroht ist. Die Proletarier hingegen stellen sich gegen diesen Ausverkauf, denn sie verstehen, dass dieser eine noch gr&#246;ssere indirekte Lohnsenkung und eine Verschlechterung der allgemeinen Lebensbedingungen bedeuten w&#252;rde; sie weigern sich, Fahrscheine und Maut zu bezahlen, sie besetzen Geb&#228;ude, sie versuchen, die Wirkungen der Krise zu verringern, indem sie so viel L&#228;rm wie m&#246;glich machen, bis jetzt jedoch nur in der Sph&#228;re der Zirkulation und der Reproduktion. Die Streiks in den Sektoren, die von der Restrukturierung betroffen sind, sind der Intensit&#228;t des Angriffs nicht gewachsen; sie sind nichts weiter als die Aufwendung der letzten Vermittlungskapazit&#228;ten der Gewerkschaften.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beide wahrscheinlichen Strategien der griechischen Bourgeoisie sind ambivalent. Die Aufzwingung einer Diktatur in Griechenland wird wom&#246;glich den Virus der Rebellion dazu bringen, das Mittelmeer zu durchqueren, mit allen Folgen, die so was f&#252;r die anderen europ&#228;ischen L&#228;nder h&#228;tte. Die Verlangsamung der Restrukturierung beinhaltet hingegen das Risiko, die Beteiligung des griechischen Staats am politisch vereinigten Europa in Frage zu stellen, was ihn in die dritte Liga des Kapitals absteigen liesse. Eine solche Entwicklung w&#228;re eine grosse Gefahr f&#252;r die Interessen des gr&#246;ssten Teils der griechischen Bourgeoisie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die Proletarier in Griechenland gibt es nur einen Weg, egal welches Szenario realisiert wird, n&#228;mlich die stetige Radikalisierung der Klassenk&#228;mpfe. Wahrscheinlich werden die Gewerkschaften nicht so schnell wieder zu einem 24-st&#252;ndigen Generalstreik wie heute aufrufen, doch die Klassenk&#228;mpfe werden mit der Zeit an immer mehr Fronten stattfinden; und der Ausbruch des Aufstands kann nicht mehr lange hinausgeschoben werden. Die Nachfrage-orientierten K&#228;mpfe des Proletariats, die den Fokus auf die L&#246;hne und den Widerstand gegen die allgemeine Verschlechterung der Lebensbedingungen richten, werden, aufgrund ihrer Entwicklung und ihres objektiven Scheiterns, zu einem Bruch derselben mit ihrem Inhalt, den entsprechenden Forderungen, f&#252;hren. Dieser Bruch wurde in F&#228;llen wie dem von Keratea bereits vorweggenommen und er wird in allen Konflikten als eindeutiges Ereignis erscheinen, wo immer es auch sein mag. Die Natur des Bruches macht die politische Vereinigung der k&#228;mpfenden Proletarier, und somit eine effektive Vermittlung in den Konflikten unm&#246;glich. Die Repression, mit welcher die &#8222;Wir bezahlen eure Krise nicht&#8220;-Bewegung vermutlich konfrontiert sein wird, k&#246;nnte den Konflikt zu einem Punkt f&#252;hren, wo die blosse Existenz der Transportmittel in Gefahr ist. Die Entwicklung der Dynamiken solcher Br&#252;che kann niemals durch &#8222;Errungenschaften der Arbeiterklasse&#8220; aufgehalten oder stabilisiert werden; es kann nur der Beginn sein eines historischen revolution&#228;ren Prozesses.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Flugblatt zirkulierte am 23. Februar 2011 an den Generalstreikdemonstrationen in Athen und Thessaloniki, Griechenland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/02/the-era-of-riots-has-started&#8230;/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/2011/04/le-temps-des-emeutes-a-commence/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische Version&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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