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		<title>Die Ladenschl&#252;ssel [zu den vorgezogenen Parlamentswahlen in Frankreich]</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Die-Ladenschlussel-zu-den-vorgezogenen-Parlamentswahlen-in-Frankreich</link>
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&lt;p&gt;Dieses Flugblatt, inspiriert vom Text hier, wurde gestern Samstag [06.07.24] in Marseille geschrieben und verteilt. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Hauptfeind? &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Rassemblement national (RN) ist die erste Partei f&#252;r Arbeiter, Angestellte und Arbeitslose, wir werden uns ihr dennoch nicht anschliessen und uns noch weniger dar&#252;ber freuen. Aber wir schauen die Dinge an, wie sie sind: Die Proletarier sind weder abgelenkt noch manipuliert worden. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Kampf gegen den &#8222;extremen Rechtsrutsch&#8220; eines grossen Teils der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Theorie-communiste" rel="tag"&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Gender" rel="tag"&gt;Gender&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Frankreich" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Gelbwesten" rel="tag"&gt;Gelbwesten&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/souverain-scaled.webp?1720900802' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='84' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Dieses Flugblatt, inspiriert vom Text &lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=21431&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;hier&lt;/a&gt;, wurde gestern Samstag [06.07.24] in Marseille geschrieben und verteilt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Hauptfeind?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Rassemblement national (RN) ist die erste Partei f&#252;r Arbeiter, Angestellte und Arbeitslose, wir werden uns ihr dennoch nicht anschliessen und uns noch weniger dar&#252;ber freuen. Aber wir schauen die Dinge an, wie sie sind: Die Proletarier sind weder abgelenkt noch manipuliert worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kampf gegen den &#8222;extremen Rechtsrutsch&#8220; eines grossen Teils der Arbeiterklassen &#252;berall in der westlichen Welt und ihren Nationalismus &#252;berall auf der Welt kann nicht im Namen einer Verblendung oder eines &#8222;Irrtums&#8220; gef&#252;hrt werden. Wenn der RN zum Hauptfeind geworden ist, dann nur getragen durch &#8222;gew&#246;hnliche&#8220; Politiken und Massnahmen der Rechten oder Linken, welche die Ausbeutung verst&#228;rkt, die Lage der Arbeitslosen und Rentner angegriffen, die &#8222;Ausl&#228;nder&#8220; egal welcher Nationalit&#228;t &#8222;gek&#228;rchert&#8220; haben. Diese Politiken haben aus dem RN jene Partei gemacht, welche in der Lage ist, eine sowohl ertr&#228;umte als auch nationale &#8222;Arbeiterw&#252;rde&#8220; zu repr&#228;sentieren. Und so ist der RN zum politischen Ausdruck dieser &#8222;W&#252;rde&#8220; geworden, indem er eine effiziente nationale Identit&#228;t propagiert, gen&#228;hrt vom &#8222;Gef&#252;hl des Niedergangs&#8220;, dem Rassismus und der Staatsb&#252;rgerschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Linke?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die linken politischen Kr&#228;fte waren mehrheitlich nicht die Aufnahmebeh&#228;lter f&#252;r diese &#8222;Arbeiterw&#252;rde&#8220;, die &#8222;Deklassierung&#8220;, die &#8222;Unzufriedenheit&#8220; und den mit F&#252;ssen getretenen &#8222;Wert der Arbeit&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um Zugang zur Macht zur erhalten, haben sich diese Kr&#228;fte auf die Mittelklassen mit starkem intellektuellem (universit&#228;rem) Kapital gest&#252;tzt, so sind sie zu den zentralen Ideologen und Akteuren der Globalisierung der Wirtschaft in den 1990er-2000er Jahren geworden. Delors war Pr&#228;sident der Europ&#228;ischen Kommission, Lamy der WTO, Strauss-Kahn des IWF. Diese Kr&#228;fte waren die Agenten aller mit der weltweiten Ausbeutung der Arbeitskraft verbundenen Ungerechtigkeiten, in bester Eintracht mit den gew&#246;hnlichen rechten Parteien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;berall verst&#228;rkt sich der Protektionismus, auch milit&#228;risch, die neuen Formen der Globalisierung werden allem Anschein nach handfest und holprig sein. Wenn in der gegenw&#228;rtigen Krise der Globalisierung die Nation und die Staatsb&#252;rgerschaft als &#8222;Festung&#8220; und als &#8222;nat&#252;rlicher&#8220; Rahmen f&#252;r die K&#228;mpfe und die &#8222;Unzufriedenheit&#8220; erscheinen, so sind die Rechte und die extreme Rechte insofern viel glaubw&#252;rdiger, als sie das nationale Thema erstarren lassen, indem sie es kulturell ethnisieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Ladenschl&#252;ssel &#252;berlassen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwischen den &#8222;Patrioten&#8220; und den &#8222;Globalisten&#8220; (um die Begriffe des RN zu &#252;bernehmen) sind die &#8222;Globalisten&#8220; unter gewissen Bedingungen bereit, die Ladenschl&#252;ssel den &#8222;Patrioten&#8220; zu &#252;berlassen, insoweit als sie die Krise der Globalisierung verwalten werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie all ihre Themen aufgenommen haben, spielen die herrschenden Klassen mit ihren verschiedensten Fraktionen &#8211; die solide verankerte Grossbourgeoisie, die neuen milliardenschweren F&#252;hrer der Tech-Industrie, das Finanzkapital, die Multinationalen der Industrie &#8211; die Karte der extremen Rechten als Instrument einer nationalistischen Politik gegen&#252;ber der Krise der Globalisierung, indem ihr &#8222;Programm&#8220; abgemildert und angepasst wird (siehe Italien, Schweden, Niederlande u.a.). Aber vor allem ist die extreme Rechte der Ausdruck des verwirklichten Monopols auf &#8222;die Volksopposition&#8220;, indem sie &#8222;das Volk&#8220; im Namen der Nation in der Restrukturierung der Globalisierung bindet und mobilisiert. Wenn die Verheerungen dieser Restrukturierung sich zeigen werden, wird sie mutmasslich am besten dazu in der Lage sein, die K&#228;mpfe zu kontrollieren und sie in die schlimmsten Richtungen zu lenken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Nationalstaat betritt wieder die B&#252;hne, sowohl f&#252;r die herrschende Klasse als auch f&#252;r die ausgebeuteten Klassen, die in diesem nationalisierten Kontext in die Politik der herrschenden Klassen selbst verwickelt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Hegemonie und Monopol auf K&#228;mpfe?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem Zerfall der &#8222;Arbeiterbewegung&#8220;, ihrer Instanzen und Institutionen ist die repr&#228;sentative Demokratie zusammengebrochen. Die &#8222;Proteststimmen&#8220; des Beginns der 2000er Jahre sind nicht verschwunden, doch sie sind in den 2010er und 2020er Jahren zu einer Zustimmung geworden. Das zeigt sich in Form der &#8222;nationalen Werte&#8220; und der Republik, an welchen sich alle berauschen, indem sie sie alle mit leicht unterschiedlichen Inhalten f&#252;llen, die herrschende Klasse hat eine Art Monopol auf die Klassenwiderspr&#252;che im Zusammenhang mit allen Massnahmen, die sie gegen&#252;ber den beherrschten Klassen (in erster Linie die aktive oder arbeitslose Arbeiterklasse) ergreift, und den damit verbundenen Reformen, indem sie auf der Welle der rassialisierten Arbeitsteilung reitet. Mit der Nation besteht die Hegemonie der herrschenden Klasse darin, den beherrschten Klassen die Begriffe selbst ihrer Opposition aufzuzwingen. Dieser mittlerweile unausweichliche Rahmen, der die nationale Identit&#228;t darstellt, bearbeitet vom Klassenkampf, geht jedoch unterschiedslos von der &#8222;nationalen Souver&#228;nit&#228;t&#8220; zur &#8222;Volkssouver&#228;nit&#228;t&#8220; &#252;ber. Erinnern wir uns an die Gelbwesten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was das Monopol auf den von ihr ausgel&#246;sten Widerspruch f&#252;r die herrschende Klasse untergr&#228;bt, ist die Tatsache, dass das &#8222;souver&#228;ne Volk&#8220; nicht &#8222;eins&#8220; ist. Der materielle Rahmen dieser &#8222;Souver&#228;nit&#228;t&#8220; ist nicht die Politik, sondern das allt&#228;gliche Leben. In ihrer &#8222;Einzigkeit&#8220; wird die Souver&#228;nit&#228;t vom Preis der Joghurts, der Polizeigewalt, dem mit den Ausbeutungsbedingungen gleichbedeutenden Chaos der Spaltungen aufgerieben. Und in seinem allt&#228;glichen Leben, wenn seine Kaufkraft zusammenbricht, hat das &#8222;souver&#228;ne Volk&#8220; Zweifel bez&#252;glich seiner &#8222;Souver&#228;nit&#228;t&#8220;. Was das &#8222;souver&#228;ne Volk&#8220; ebenfalls untergr&#228;bt, ist die Tatsache, dass sich an seinen R&#228;ndern, aber sehr nahe, konstant die rassialisierten und &#252;bersch&#252;ssigen Bev&#246;lkerungen befinden, sie sind die konstante und lebendige Proklamation der &#8222;Unwirklichkeit&#8220; seiner Existenz als &#8222;souver&#228;nes Volk&#8220; und erinnern es daran.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &#8222;souver&#228;ne Volk&#8220; des Nationalismus der extremen Rechten hat noch ein anderes Problem: Die Heftigkeit seines Antifeminismus und seiner Homophobie schreckt auch vor einem Verbot des Rechts auf Abtreibung nicht zur&#252;ck. Nat&#252;rlich schl&#228;gt der RN leisere T&#246;ne an, aber das gilt nicht f&#252;r die Fratelli d'Italia oder die Liga in Italien, auch nicht f&#252;r die Vox in Spanien oder die AfD in Deutschland. Der Nationalismus mag die Frauen an ihrem Platz und somit den Feminismus nicht. Der Nationalismus muss eine homogene nationale Identit&#228;t hervorbringen, die schwierig in diesen Mechanismus integrierbaren Ausl&#228;nder oder Frauen m&#252;ssen entweder zur&#252;ckgewiesen oder unsichtbar gemacht werden. Es waren die Mobilisierungen der Frauen, die weitgehend dazu beigetragen haben, die Mehrheitsverh&#228;ltnisse in Polen umzudrehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur gegen den Islam beruft sich der Nationalismus auf die Freiheit der Frauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der RN, eine Falle?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Besonderheiten der Politik der extremen Rechten, ihr Rassismus, die physische und materielle Gefahr f&#252;r all jene, welche nicht die richtige Hautfarbe haben, bek&#228;mpft werden m&#252;ssen, dann muss dabei die Tatsache betont werden, dass sie der Ausdruck der Gesamtheit der herrschenden (wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, ideologischen, administrativen und politischen) Klasse sind. Einfach gegen den RN zu sein, bedeutet, in die &#8222;Falle&#8220; des Monopols und der Hegemonie zu geraten. Genau in diesem Monopol k&#246;nnen jedoch schnell die Widerspr&#252;che auftauchen: die im Volk verbreitete Entt&#228;uschung gegen&#252;ber dem von der herrschenden Klasse zur Schau getragenen und praktizierten Nationalismus, der letztendlich zwingend f&#252;r das &#8222;Volk&#8220; eine Dimension der sozialen Katastrophe annehmen wird; das unm&#246;gliche Ausblenden jener, welche als rassisch &#8222;anders&#8220; designiert werden, und die An-/Abwesenheit der Frauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &#8222;souver&#228;ne Volk&#8220;, das von diesen grundlegenden Widerspr&#252;chen durchdrungen ist, kann explodieren und viele &#220;berraschungen bereithalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mehr dazu: siehe die Homepage &lt;a href=&#034;https://dndf.org/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Des nouvelles du front&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=21431#comment-626485&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Von Bagdad bis Beirut, wir werden weitermachen. Weder Sunni noch Schia!</title>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Stimmen aus den K&#228;mpfen</dc:subject>
		<dc:subject>Irak</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Die irakische Regierung besteht aus allen b&#252;rgerlichen Fraktionen Iraks und wird von den Regionalm&#228;chten und der globalen Bourgeoisie akzeptiert, doch das Proletariat hat versucht, sie zu st&#252;rzen. &lt;br class='autobr' /&gt;
Die &#8222;Gr&#252;ne Zone&#8220; in Bagdad ist das Zentrum des globalen Kapitalismus, das Proletariat hat versucht, sie zu besetzen, und daf&#252;r viele Leben verloren. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der Hafen von Basra ist ein globaler Korridor f&#252;r &#214;lexporte und den internationalen Handel, das Proletariat hat ihn blockiert und versucht, ihn zu (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/iraq27j.jpg?1689278501' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='76' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Die irakische Regierung besteht aus allen b&#252;rgerlichen Fraktionen Iraks und wird von den Regionalm&#228;chten und der globalen Bourgeoisie akzeptiert, doch das Proletariat hat versucht, sie zu st&#252;rzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Gr&#252;ne Zone&#8220; in Bagdad ist das Zentrum des globalen Kapitalismus, das Proletariat hat versucht, sie zu besetzen, und daf&#252;r viele Leben verloren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Hafen von Basra ist ein globaler Korridor f&#252;r &#214;lexporte und den internationalen Handel, das Proletariat hat ihn blockiert und versucht, ihn zu kontrollieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die irakische Polizei, die Sicherheitskr&#228;fte, die Spezialkr&#228;fte und das Milit&#228;r sind Organe des globalen Kapitalismus (mit der Beteiligung der schiitischen, sunnitischen, christlichen, kurdischen und turkmenischen Bourgeoisie, mit einer grossen Anzahl regionaler und internationaler Kr&#228;fte, z.B. amerikanische und europ&#228;ische, t&#252;rkische, iranische Truppen und viele mehr), doch das Proletariat hat sie angegriffen, genau wie ihre Zentren und ihre Kommandos in den Strassen und bis zu 650 Proletarier sind erschossen und &#252;ber 20&#8216;000 verletzt worden (ohne von der Anzahl Entf&#252;hrungen und Gef&#228;ngnisstrafen zu sprechen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat in allen rebellischen Regionen Iraks hat die Sitze aller politischen Parteien (religi&#246;s und national, ohne Ausnahme) und H&#228;user von Parlamentsmitgliedern und Staatsfunktion&#228;ren niedergebrannt, sowie Polizeiposten und Sicherheitskr&#228;fte, die Medien, die Institutionen und das Ministerium der Justiz, die Zeitungen und die Fernsehsender angegriffen. Indem es so handelt, greift das Proletariat den Staat in seiner Gesamtheit an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;ss dem Premierminister Adil Abd al-Mahdi hat diese Bewegung die nationale &#214;konomie (den Kapitalismus) in jeglicher Hinsicht zerst&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Angriffe des Proletariats in seinem Kampf waren alles andere als exklusiv, sie waren gegen alle Symbole, alle Personen, alle m&#246;glichen Grundlagen, verbunden mit der Geschichte der Autorit&#228;t und der Repression, gerichtet, auch gegen die milit&#228;rischen und diplomatischen Institutionen, die Superm&#228;rkte und die Geheimdienste, sowohl in- als auch ausl&#228;ndisch. All die Angriffe gegen die repressiven Kr&#228;fte der Pasdaran in der Stadt Kerbala sind nicht wirklich anti-iranisch, wie es die Medien behauptet haben, sondern sie sind Teil einer Aktion der Klasse gegen die repressiven Kr&#228;fte und ihre Zentren in all ihren Formen, genau wie die Angriffe gegen die Gr&#252;ne Zone und andere Orte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist das nicht klar, wenn man sich die einheitliche proletarische Aktion und ihre Parolen veranschaulicht: &#8222;Nieder mit allen Dieben&#8220;, &#8222;Von Bagdad bis Beirut, wir werden weitermachen. Weder Sunni noch Schia&#8220;, &#8222;Keine Heimat, keine Arbeit, wir bleiben alle auf der Strasse&#8220;, &#8222;Keine Heimat, keine Arbeit vor dem Sturz des Systems&#8220;. Das Proletariat hat es auf die Konterrevolution in ihrer Totalit&#228;t abgesehen, genau wie in Basra im September 2018.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bourgeoisie hat immer versucht, das Klassenterrain unserer revolution&#228;ren Bewegung zu deformieren. Sie haben verschiedene Methoden benutzt, um unserem Kampf jeglichen revolution&#228;ren Inhalt zu entziehen, sie erfinden Verschw&#246;rungstheorien und beschimpfen uns. All das, um die blutige Repression und die Zerst&#246;rung unserer revolution&#228;ren Bewegung hinter b&#252;rgerlichen Konflikten zu verstecken. Das Proletariat hat sich in sozialer Hinsicht gegen alle Ausbeuter erhoben und will sie all ihrer Macht berauben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat versteht sehr wohl, dass sowohl die aus- als auch die inl&#228;ndischen der weltweit reichsten Kapitalisten (schiitisch, sunnitisch, kurdisch, christlich, j&#252;disch usw.) Teil des Staates sind und sie sind alle vereint zur Ausbeutung der Menschheit, darum muss der proletarische Kampf ein vereinter Kampf gegen sie alle sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das k&#228;mpfende Proletariat erlaubt niemandem, es zu repr&#228;sentieren, es hat keine Forderungen und verhandelt nicht. Es hat &#252;berhaupt kein politisches Programm. Ist diese Rebellion nicht zutiefst ein Kampf der Klasse gegen das kapitalistische System in seiner Gesamtheit? Das einzige Programm des Proletariats ist seine Entschlossenheit, den vereinten Kampf gegen die Diktatur des Kapitals und des Staates weiterzuf&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wir sind gegen euch alle und wir werden euch alles wegnehmen&#8220;, es ist die Autonomie der Klasse und die St&#228;rke im Kampf unserer Bewegung. Deshalb ist es nicht einfach f&#252;r den Staat, diese Bewegung zu beruhigen oder zu vernichten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat ist nicht in einer Situation des Wartens oder der Depression. Seit dem Beginn der Bewegung und bis jetzt geht diese Bewegung weiter, trotz der massiven Repression und den staatlichen Morden gegen sie, und sie weitet die Tragweiten ihrer K&#228;mpfe und ihrer Taktiken Tag f&#252;r Tag aus. In Bagdad hat die Bewegung z.B. Kampfeinheiten gebildet und hat sich in sich in der ganzen Stadt verbreitet, um den Verkehr zu unterbrechen und die Kontrolle &#252;ber die Br&#252;cken und die wichtigen Punkte zu &#252;bernehmen. Sie hat kollektive Koordinationst&#228;tigkeiten aufgebaut, um ihren Kampf auszuweiten und zu verbreitern, um den n&#228;chsten Tag und die n&#228;chsten Ziele zu planen, sie hat Flugbl&#228;tter &#252;ber ihren Kampf ver&#246;ffentlicht und die verletzten Genossen gepflegt, all das ist die Koordination, die Organisation und die Ausweitung ihrer Kampfbereitschaft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die proletarischen K&#228;mpfe der Vergangenheit haben stets einander Kraft gegeben. Genau so geht der Kampf weiter und steht zu seinen Klasseninteressen und seinem Internationalismus. Indem sie die geographischen Grenzen, den ideologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Rahmen sowie den Nationalstaat zerschl&#228;gt, richtet sich diese Bewegung gegen das Kapital und den globalen Kapitalismus. Und heute existiert genau der gleiche Kampf in der Realit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das heutige Proletariat (in Haiti, Frankreich, Hongkong, &#196;gypten, Lateinamerika, im Libanon, im Irak und im Iran) befindet sich im gleichen Kampf, wir k&#228;mpfen gegen den gleichen Feind, wir haben die gleichen Interessen und die gleiche Hoffnung: der Sturz des Kapitalismus und die Verwirklichung der Gemeinschaft des menschlichen Lebens ohne Lohnarbeit, Ausbeutung, Profit, Kapital, Arbeit, Verschmutzung, Ungerechtigkeit, Kriege und Zerst&#246;rung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser proletarische Kampf ist weder ein &#8222;anarchistischer&#8220; noch ein &#8222;sozialistischer&#8220; Kampf, auch kein Kampf f&#252;r die demokratische Macht oder die Kontrolle des Nationalstaates &#8211; es ist ein revolution&#228;rer und internationaler Kampf der Klasse gegen die kapitalistische Diktatur &#252;ber das Leben (und die Erde). Es ist ein Kampf, um das Leben von jeglicher Form menschlicher Sklaverei zu befreien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn heute junge Aktivisten auf die Strasse gehen, die Initiative &#252;bernehmen im Kampf und sich daran aktiv beteiligen, so ist das etwas nat&#252;rliches!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn diese Generation, obwohl sie t&#228;glich vor der Katastrophe des Kapitals fl&#252;chtet, tr&#228;umt vom Leben. Sie sind es, die nicht die geringste Stabilit&#228;t im Leben haben. Was sie heute haben, wird vielleicht nicht bis morgen andauern. Was ihnen heute als nah erscheint, scheint morgen sehr weit weg zu sein. Die Habgier des Kapitalismus, seine Kriege und sukzessiven Katastrophen liessen ihnen keine andere Wahl als den konstanten Kampf. Diese Situation intensiviert sich immer mehr auf globaler Ebene und wird zu einer H&#246;lle, welche das Proletariat in den Kampf dr&#228;ngt. Ihr Kampf ist ein Kampf des Lebens gegen diese kapitalistische H&#246;lle. Die Proletarier im Kampf verstehen den Kapitalismus und seine Katastrophe und sie f&#252;hlen sich lebendig und gl&#252;cklich in ihrem Kampf f&#252;r das Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der proletarische Kampf ist der Kampf der ausgebeuteten Klasse gegen den globalen Kapitalismus. Es ist ein Kampf f&#252;r das Leben, gegen die Ausbeutung und die t&#246;dlichen Verh&#228;ltnisse des globalen Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Proletariat k&#228;mpft weiter: in Frankreich und im Libanon, im Irak und in Chile, in Hongkong und im Iran und es appelliert an alle anderen anliegenden Regionen, wo es m&#246;glich ist, sich zu vereinigen und Aktionen der Klasse in diesem Kampf gegen den Kapitalismus zu koordinieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In unserer Region blockiert die Beteiligung des Proletariats in der T&#252;rkei, in Israel und im Iran die M&#246;glichkeiten des kapitalistischen Krieges und gibt unserem internationalen Klassenkrieg eine bessere Perspektive.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nieder mit der Ausbeutung und der Unterdr&#252;ckung! Nieder mit dem Krieg! Nieder mit dem Kapitalismus!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf dass der Klassenkampf in der gesamten Welt weitergehen m&#246;ge!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genossen des internationalen Kampfes&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internationalistische Proletarier&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mittlerer Osten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;November 2019&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Internationale Kommunikation unter Genossen: internationalist [at] riseup.net&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.autistici.org/tridnivalka/from-baghdad-to-beirut-we-shall-continue-no-sunni-no-shia/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen/Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Chile: Bericht &#252;ber die proletarische Revolte in Santiago</title>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Stimmen aus den K&#228;mpfen</dc:subject>
		<dc:subject>Chile</dc:subject>

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&lt;p&gt;Der gestrige Tag, 18. Oktober, &#246;ffnete die B&#252;chse der Pandora des proletarischen Aufstands in Chile. Von nun an wissen wir nicht, was passieren wird. Das Proletariat ist auf den Stra&#223;en und weder das Milit&#228;r noch die Bullen k&#246;nnen dem Aufkommen seiner dezentralen und anarchischen Aktionen etwas entgegenwirken. &#220;berall gibt es Barrikaden und Topfschlag-Proteste. Die Fahrpreiserh&#246;hung hat sich als die Spitze des Eisbergs erwiesen, aber tief im Inneren wusste jeder, dass die chilenische (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Chile" rel="tag"&gt;Chile&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/chile.png?1689282973' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='100' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der gestrige Tag, 18. Oktober, &#246;ffnete die B&#252;chse der Pandora des proletarischen Aufstands in Chile. Von nun an wissen wir nicht, was passieren wird. Das Proletariat ist auf den Stra&#223;en und weder das Milit&#228;r noch die Bullen k&#246;nnen dem Aufkommen seiner dezentralen und anarchischen Aktionen etwas entgegenwirken. &#220;berall gibt es Barrikaden und Topfschlag-Proteste. Die Fahrpreiserh&#246;hung hat sich als die Spitze des Eisbergs erwiesen, aber tief im Inneren wusste jeder, dass die chilenische Gesellschaft eine Zeitbombe war. Die Prekarisierung des Lebens ist unertr&#228;glich - eine D&#252;rre die immer weiter fortschreitet, die Lebenshaltungskosten sind unversch&#228;mt hoch, 80 % der Bev&#246;lkerung lebt verschuldet und die Renten sind ein historischer Betrug. Zweifellos war der Aufstand in Ecuador eine Inspirationsquelle f&#252;r die Massen, die sich mit der Wut unserer Br&#252;der und Schwestern im Norden identifizieren. Es gibt viele Gr&#252;nde.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_59 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L300xH200/100002010000012c000000c8df12511fc5dcd435-a612a.png?1784171850' width='300' height='200' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Auf den Stra&#223;en herrscht Zorn, Emp&#246;rung und Wut gegen die Polizei, aber auch Solidarit&#228;t, ein lebendiges und lautes Durcheinander und Ekstase, weil wir auf den Stra&#223;en sind und Seite an Seite gegen das k&#228;mpfen, was uns unterdr&#252;ckt. Dutzende Busse wurden abgefackelt, das Firmengeb&#228;ude von ENEL (einem privaten multinationalen Unternehmen aus dem Elektrizit&#228;tssektor) wurde niedergebrannt, 7 U-Bahn-Stationen in Brand gesetzt, mehrere Superm&#228;rkte und Gesch&#228;fte gepl&#252;ndert, ein Denkmal der Bullen, mitsamt ihrer Flagge, wurde ebenfalls den Flammen &#252;berlassen. Die Stadt brannte an allen Ecken.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_60 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/100002010000060800000350c33cde3c89326c85.png?1689282547' width='500' height='274' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Heute, 19. Oktober, scheint der Konflikt weiterzugehen. Pr&#228;sident Pi&#241;era verbrauchte die Patronen des Milit&#228;rs viel zu schnell und auf den Stra&#223;en beginnen die Menschen, sich zu sammeln, Stra&#223;en zu blockieren, die Topfschlag-Proteste begannen bereits am Mittag und werden sich bald in Stra&#223;enproteste verwandeln. Es herrscht eine allgemeine Angst, aber auch Wut &#252;ber die Milit&#228;rpr&#228;senz, die unmittelbar an die Zeiten der Diktatur erinnert. Aber die Stimmung ist besser denn je. Der Kampfeswille ist in der Luft zu riechen. Diese Tage werden Geschichte schreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von den Stra&#223;en Santiagos aus, mit dem Herzen in der Hand und einer Leidenschaft, die die alte Welt in Flammen sehen m&#246;chte, rufen wir zur internationalen Solidarit&#228;t und zur Ausweitung der Revolte auf. Wir wissen, dass es der Beginn von etwas Sch&#246;nem ist. Wir wissen, dass dieser Weg nicht ohne Schmerz sein wird, wie das Leben selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hic Rhodus hic Salta!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;St&#252;rzen wir uns ins Leben! Proletarier*innen der Welt vereinigt euch gegen die kapitalistische Katastrophe, jetzt ist es an der Zeit!Santiago de Chile, 19. Oktober 2019&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dem Spanischen &#252;bersetzt von Mariana Lautr&#233;amont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://agitacioninmanente.noblogs.org/post/2019/10/19/reporte-desde-la-revuelta-proletaria-en-santiago-panfleto-insurgente/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_61 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L443xH627/10000201000002a7000003c064ff68547dd67bc1-53c0e.png?1784171850' width='443' height='627' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Flugblatt vom 19. Oktober, Vorder- und R&#252;ckseite:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Demokratie ist die Diktatur des Kapitals! F&#252;r die Aufhebung des Ausnahmezustands! Milit&#228;r und Polizei weg von den Strassen!&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_62 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002a7000003c0f43bc3d0aa7c3f4a.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002a7000003c0f43bc3d0aa7c3f4a.png?1689282548' width='500' height='707' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die massive Revolte vom 18. Oktober war nicht nur gegen die Erh&#246;hung der Transportpreise gerichtet, sondern es war eine Rebellion gegen die totale Ungerechtigkeit, die unsere Leben regiert: Bezahlen, um zu leben, und leben, um zu bezahlen. Wir rebellieren, weil wir nicht mehr Sklaven des Geldes, der Lohnarbeit und des Kapitals sein wollen. Wir sind menschliche Wesen, keine Waren! Wir rufen alle Ausgebeuteten zur Selbstorganisation und zur Rebellion gegen den Ausnahmezustand auf! Gestern war ein grosser Sieg, zeigen wir unsere St&#228;rke auf den Strassen. Jetzt kommen wir f&#252;r mehr. &lt;br class='manualbr' /&gt;Auf dass der Kampf des Proletariats die Unentgeltlichkeit des Transports durchsetzt! F&#252;r den Kommunismus und die Anarchie!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Flugblatt vom 18. Oktober, Vorder- und R&#252;ckseite:&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_63 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L458xH355/10000201000002000000018dc8ac94e85fcf34a9-0a05b.png?1784171850' width='458' height='355' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Bezahlen, um zu leben, leben, um zu bezahlen&lt;br class='manualbr' /&gt;Springen wir &#252;ber das Drehkreuz des Nicht-Lebens&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_64 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L474xH353/100002010000020e00000188295ee3a1e9dba8f1-ff52a.png?1784171850' width='474' height='353' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Gegen die Erh&#246;hung der Ticketpreise um $830CLP, eine neue Massnahme, die unsere Existenzen noch prek&#228;rer macht rufen wir alle Ausgebeutete zu Revolte und Selbstorganisation auf! K&#228;mpfen wir f&#252;r die Unentgeltlichkeit des Transports, denn es ist inakzeptabel, dass wir bezahlen m&#252;ssen, um zu jener Arbeit zu fahren, die uns das Leben raubt. &lt;br class='manualbr' /&gt;Wir sind keine Waren!&lt;br class='manualbr' /&gt;Spring &#252;ber das Drehkreuz!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Froher erster Tag unseres Lebens&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_65 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/100002010000104000000c306ac71ba335dcff5b.png?1689282549' width='500' height='375' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Wir sind heute erwacht und blicken dem Leben in die Augen. Bis zum Montag, den 14. Oktober, stand unsere Ohnmacht im Vordergrund. Eine Ohnmacht die sich aus unseren scheinbar erfolglosen Bem&#252;hungen, etwas zu ver&#228;ndern, n&#228;hrte. Bis zum Montag beklagten wir uns nur. Sei es im Bus, am Arbeitsplatz, in den Schulen, an Familien- und Freundschaftstreffen, in den Quartieren oder in den autonomen Organisationen, die, trotz der ewigen Lethargie, an unterschiedlichen Orten aus dem Boden schie&#223;en. Die Lethargie schien ein wesentliches Merkmal der Menschen in Chile zu sein. Doch im Alltag wurden die Klagen immer lauter und h&#228;ufiger, Leute beschwerten sich &#252;ber die Wasserknappheit, die unser &#220;berleben bedroht, &#252;ber die Verschmutzung in denjenigen Regionen, die f&#252;r die Industrie aufgeopfert werden und den Tod von Kindern zur Folge haben, &#252;ber die erb&#228;rmlichen Renten, die unsere Gro&#223;eltern in den Selbstmord treiben, &#252;ber den permanenten Diebstahl den wir, in Form von Stra&#223;enbenutzungsgeb&#252;hren und den Preisen des &#246;ffentlichen Verkehrs, &#252;ber uns ergehen lassen m&#252;ssen, &#252;ber die miserable &#246;ffentliche Gesundheitsversorgung und auch, weil niemand gen&#252;gend Mittel hat, um sich bis Ende des Monats &#252;ber Wasser halten zu k&#246;nnen. Diese Klageschreie waren oft von Hoffnungslosigkeit begleitet. Wir trauten bereits den Leuten kaum zu, zu erwachen, der Realit&#228;t ins Auge zu sehen und zu rebellieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die k&#228;mpfenden Menschen in Ecuador waren eine Inspirationsquelle. Dies, gekoppelt an den Mut der hiesigen Sekundarsch&#252;ler*innen, war der Funke, der den Schmerz entflammte, den wir jede Nacht zu Bett tragen. Wir leben in Angst, weil wir nicht wissen, wie wir unsere Probleme l&#246;sen k&#246;nnen, wie wir weitermachen k&#246;nnen, wie wir &#252;berleben sollen. Unsere K&#246;rper werden jeden Tag kranker, unser Verstand leidet immer mehr, und wir weigern uns die Zeichen, die er uns sendet, zu akzeptieren. L&#246;sungen soll es scheinbar nur auf individueller Ebene geben, wir verkriechen uns in individuellen Therapien und trachten nach Placebo-Effekten. Die Aussicht unseres baldigen, nicht-zuf&#228;lligen Aussterbens zieht uns runter. Angesichts der fortschreitenden Zerst&#246;rung der Erde, scheint die einfachste L&#246;sung zu sein, die gesamte Menschheit zum Geschw&#252;r und Pest in Einem zu deklarieren, genauso wie es die dystopischen Bilderwelten auf den Bildschirmen suggerieren:&lt;br class='manualbr' /&gt;Die Menschheit ist so oder so verloren, sie kann, angesichts des Kapitalismus, nur verlieren, und nicht der Kapitalismus, sondern alle Menschen sollen gleicherma&#223;en Schuld an der gegenw&#228;rtigen Klimakrise sein. Man versucht uns die Verantwortung f&#252;r die aktuelle Misere zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am vergangenen Montag gingen die Sekundarsch&#252;ler*innen in Scharen auf die Stra&#223;en, was nat&#252;rlich unsere Herzen erw&#228;rmte. Unbekannte Szenen spielten sich ab: Unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Generationen unterst&#252;tzten die unz&#228;hligen Aktionen, die die Kontrolle und die herrschende Ordnung in Frage stellten und das heilige Privateigentum bedrohten. Die Topfschlag-Proteste sind in der ganzen Stadt zu h&#246;ren und sie scheinen zu beteuern, dass weder der soziale Frieden noch das langsame Dahinsiechen erstrebenswerte Optionen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kapitalistische Klasse und ihr Verb&#252;ndeter, die b&#252;rgerliche Presse, sind emp&#246;rt und beklagen sich &#252;ber die Proteste. Sie haben genug Kapazit&#228;t, um ihre Verachtung uns gegen&#252;ber durch lautes Geschrei kundzutun, doch wir haben heute beschlossen, nicht auf sie zu h&#246;ren. Wir werden beide gleicherma&#223;en mit ihren L&#252;gen, wie auch mit der Verantwortung, die sie gegen&#252;ber unser geraubtes Leben haben, konfrontieren. Unser Geist, unser K&#246;rper, unsere Erde, alles wird vernichtet, sie pl&#252;ndern uns das Leben weg. Vergessen wir nicht, dass Chile die Gesellschaft mit den meisten psychischen Problemen in ganz Lateinamerika ist. Doch wir sind nicht bereit mit leeren H&#228;nden dazustehen, gemeinsam sind wir stark und wir brauchen die herrschende Klasse nicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die immer gleichen Opportunisten versuchen kollektive Forderung zu stellen, versuchen Petitionen zu lancieren. Doch die Realit&#228;t sieht anders aus. Dies ist ein spontaner Aufstand, es gibt keine Liste mit Forderungen die uns ruhig stellen k&#246;nnte, wir haben keine Vertreter*innen, denn, was uns umbringt, ist die Gesamtheit des Lebens im Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um 16.30 Uhr des heutigen Tages behauptete die B&#252;rgermeisterin Karla Rubilar: 'Was die Menschen brauchen, ist Ruhe und Frieden.' Dazu beteuerte sie, dass niemand friedliche Proteste (die die &#246;ffentliche Ordnung nicht st&#246;ren) verhindern wolle. Bis gestern Abend wurden die Protestierenden als Kriminelle bezeichnet und den Protesten wurde jegliche Legitimit&#228;t abgesprochen. Doch nun scheinen alle politische Sektoren auf magische Art und Weise die angestaute Unzufriedenheit anzuerkennen. Uns wurde &#252;ber Jahre hinweg stillschweigend unsere Zeit geraubt. Die Herrschenden sind verzweifelt, sie wissen, dass wir keine Angst haben, sie greifen zu ihrer st&#228;rksten Waffe, dem Milit&#228;r, das vor einigen Jahrzehnten versucht hat, eine ganze Generation von Revolution&#228;r*innen auszul&#246;schen. Doch die Leute bleiben auf den Stra&#223;en, sie weigern sich, sich in ihren H&#228;usern zu verkriechen. Wir wollen euer Frieden nicht. Wir wollen leben, wirklich leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die von Student*innen initiierten massenhaften Umgehungen der Zugangsschranken der U-Bahn werden sogar von U-Bahn-Mitarbeiter*innen unterst&#252;tzt. 41 Stationen waren von den Demonstrationen betroffen, mehrere von ihnen wurden v&#246;llig zerst&#246;rt, Genoss*innen aus verschiedenen St&#228;dten (z. B. San Antonio, Concepci&#243;n und Iquique) haben mit Solidarit&#228;t reagiert. Die Revolte verbreitet sich. Dieses Schreiben soll ebenfalls dazu beitragen, dass sich die Unruhen ausdehnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den fr&#252;hen Morgenstunden wurde der Ausnahmezustand ausgerufen: Die Versammlungs- und Bewegungsfreiheit wurde eingeschr&#228;nkt, das Milit&#228;r patrouilliert auf den Stra&#223;en. Heute Nachmittag wurde der &#246;ffentliche Verkehr in Santiago eingestellt, ab 17 Uhr werden die S-Bahnen still stehen, Einzelhandelsgesch&#228;fte blieben heute geschlossen und wurden gepl&#252;ndert, Hafenarbeiter*innen schlossen sich den Mobilisierungen an, in mehreren Gemeinden der Stadt f&#228;llt der Schulunterricht aus, Gemeindegeb&#228;ude, Polizei- und U-Bahn-Stationen gingen in Flammen auf.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenige Minuten nach der Ank&#252;ndigung der Ausgangssperre, nach einem langen Tag, wurde klar, dass das g&#228;ngige Bild &#252;ber die chilenischen Leute, als Leute voller Angst, &#252;ber Bord geworfen wurde. Ja, man hat uns ermordet, uns gefoltert, die Bilder unseres Leidens verbreitet, und dennoch werden wir f&#252;r das allgemeine Elend und den ganzen Schrecken verantwortlich gemacht. Sie haben versucht uns ihre Regeln aufzuzwingen, uns geknebelt, aber sie k&#246;nnen nicht mit unserer Wut fertig werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hoffentlich ist dies erst der Anfang. Organisieren wir die Gemeinschaft des Kampfes, gehen wir auf die Stra&#223;en, um Barrikaden zu errichten, aber auch, um das soziale Gef&#252;ge zu errichten, das unseren Bed&#252;rfnissen gerecht wird. Es ist unerl&#228;sslich, unsere eigenen Organisationen zu st&#228;rken, eine Notfall-Vollversammlung einzuberufen, damit wir uns klar werden k&#246;nnen was die Bed&#252;rfnisse des Kampfes momentan sind und wie wir diesen gerecht werden. Dem Chaos des Kapitalismus m&#252;ssen wir mit Kraft und Organisation entgegentreten. Die antagonistische Gemeinschaft muss aus der Asche der Hauptstadt auferstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genossen und Genossinnen, wir m&#252;ssen die Klarheit haben, uns nicht von den Reden &#252;ber den Frieden verf&#252;hren zu lassen, wir m&#252;ssen mit mehr Kraft nach der menschlichen Revolution, nach der Diktatur der menschlichen Bed&#252;rfnisse, nach der Abschaffung des Kapitals streben. Der Kapitalismus bietet uns nichts. Kapitalismus bedeutet Tod. Und heute Abend entz&#252;nden wir endlich das Leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Froher erster Tag unseres Lebens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Santiago de Chile, 20. Oktober 2019&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dem Spanischen &#252;bersetzt von Mariana Lautr&#233;amont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://agitacioninmanente.noblogs.org/post/2019/10/20/feliz-primer-dia-de-nuestras-vidas/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;TROTZ BRUTALER STAATLICHER REPRESSION BREITET SICH DIE REVOLTE AUS: AUF ZUM GENERALSTREIK DIESEN MONTAG 21. OKTOBER! ES GEHT UM ALLES! &lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als in Santiago vor einer Woche die U-Bahn-Geb&#252;hr auf den stratosph&#228;rischen Preis von 830 Pesos [ca. 1,04 Euro, Anm. d. &#220;.] stieg, startete die unkontrollierbare studentisch-proletarische Jugend &#8211; deren Tugend es ist, die Negation dieser Welt in der Praxis voranzutreiben und jeden Dialog mit der Macht abzulehnen &#8211; eine Offensive zur massenhaften Umgehung der Zugangsschranken der U-Bahnen, indem sie eine gro&#223;e und selbstorganisierte Bewegung des Ungehorsams entfesselte. Diese stie&#223; von Anfang an auf enorme Sympathie innerhalb unserer Klasse, da die Fahrpreiserh&#246;hungen viele Leute betreffen, zumal t&#228;glich mindestens 3 Millionen Leute die U-Bahn benutzen. Der Staat mobilisierte hunderte von Spezialeinheiten zur Bewachung der U-Bahn-Stationen, was zu heftigen Konfrontationen f&#252;hrte, bei denen hunderte Menschen verletzt und verhaftet wurden. Am Freitag, dem 18. Oktober, kam es zu einem einschneidenden Ereignis: W&#228;hrend dem Protesttag gegen die Tariferh&#246;hung wurden ab 15 Uhr nach und nach alle U-Bahn geschlossen, was zu einem kompletten Stillstand f&#252;hrte, den man so im st&#228;dtischen Nahverkehr noch nie zuvor erlebt hatte. An jenem Tag entsprang ein Funke und die proletarische Klasse demonstrierte ihre Macht, als sich tausende von Menschen auf die Stra&#223;e st&#252;rzten. Die Menschenmenge &#252;berrollte die &#252;berforderten Repressionsorgane des Staates und es kam zu unerwartet gro&#223;en Unruhen im Zentrum der Stadt. Das Firmengeb&#228;ude von ENEL [einem in Chile t&#228;tigen Elektrizit&#228;tsunternehmen, Anm. d. &#220;.] brannte nieder und mehrere U-Bahn-Stationen erlitten das gleiche Schicksal. Der Staat des Kapitals zeigte sein wahres Gesicht und erkl&#228;rte den &#171;Ausnahmezustand&#187;. So patrouillierte das Milit&#228;r zum ersten Mal seit dem Ende der Diktatur in den Stra&#223;en. Von dieser Nacht an wird nichts mehr so sein wie fr&#252;her.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Samstag Mittag kam es im Zuge einer Versammlung auf der Plaza Italia schnell zu einer verallgemeinerten Revolte mit aufst&#228;ndischen Tendenzen, die trotz der starken milit&#228;rischen Pr&#228;senz auf den Stra&#223;en jeden Winkel der Stadt erreichte. Der Aufstand verbreitete sich im wahrsten Sinne des Wortes in jeder Stadt Chiles. Die Topfschlag-Proteste, die Barrikaden, die Angriffe auf staatliche Einrichtungen und die Sabotage strategischer Infrastrukturen f&#252;r den Kapitalverkehr (Mautstationen auf Autobahnen, 80 U-Bahn-Stationen wurden teilweise zerst&#246;rt und 11 vollst&#228;ndig zu Asche reduziert, dutzende von abgefackelten Bussen usw.) verbreiteten sich wie ein &#214;lfleck. Hinzu kamen Angriffe auf 130 Bankfilialen, 250 zerst&#246;rte Geldautomaten, die Belagerung von Polizeiwachen und einer Milit&#228;rkaserne in Iquique und &#8211; was die herrschende Klasse am meisten irritiert hat &#8211; die Pl&#252;nderung von Superm&#228;rkten und gro&#223;en Einkaufszentren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Angesichts solch k&#228;mpferischen Szenen, die f&#252;r uns ein Fest sind und in denen sich das Proletariat selbst organisiert, um sich gegen seine Prekarisierung zu wehren, wurde der &#171;Ausnahmezustand&#187; auf etwa zehn St&#228;dte ausgedehnt, die sich dem Kampf angeschlossen haben. Zus&#228;tzlich wurde auch auch eine &#171;Ausgangssperre&#187; verh&#228;ngt, die mit vorgehaltener Waffe von der Milit&#228;r- und Polizeimeute durchgesetzt wird. Zurzeit sind 10&#8216;500 Mann auf den Stra&#223;en und sie haben freie Hand, um zu schie&#223;en.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#220;ber die Pl&#252;nderungen und die sofortige Befriedigung der menschlichen Bed&#252;rfnisse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sakrosankte Privateigentum wurde von zehntausenden von Proletarier*innen radikal in Frage gestellt, die sich in den zahlreichen Superm&#228;rkten und gro&#223;en Kaufh&#228;usern mit allem, was sie konnten, versorgten und die Regale leer r&#228;umten. In vielen F&#228;llen wurden die Filialen sogar in Brand gesteckt, was die Bourgeoisie unheimlich ver&#228;ngstigte und ihre Repr&#228;sentant*innen dazu veranlasste, die Leute aufzurufen die &#171;kleine Gruppe von Gewaltt&#228;tern und Vandalen&#187; ohne Vorbehalte &#171;niederzutrampeln&#187;. Doch die Realit&#228;t sieht anders aus. Selbst wenn die Herrschenden es nicht wahrhaben wollen, handelt es sich bei den Pl&#252;nderungen nicht um eine Aktion von Minderheiten, sondern um ein Massenph&#228;nomen, das sich mit ungeheurer Kraft verbreitet hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diejenigen von uns, denen alles genommen wurde und die st&#228;ndig versuchen, irgendwie zu &#252;berleben, verschuldet, ohne die M&#246;glichkeit finanziell &#252;ber die Runden zu kommen, haben in der Praxis erkannt, dass wir f&#252;r den Zugang du dem, was wir zur Befriedigung unserer Bed&#252;rfnisse ben&#246;tigen, nicht bezahlen m&#252;ssen. Die Reproduktion des t&#228;glichen &#220;berlebens, die uns in der heutigen kommodifizierten Lebensweise auferlegt wird, ist konstant der Kapitalakkumulation der Bourgeoisie untergeordnet. All dies auf Kosten von uns Lohnarbeiter*innen, die dieses elende Leben Tag f&#252;r Tag ertragen m&#252;ssen. Wir haben nichts anderes getan, als uns das zu nehmen, was uns geh&#246;rt. Wir haben uns das zur&#252;ckgeholt, was uns seit jeher das Leben raubt, und das k&#246;nnen die Herrschenden nicht ertragen. Kurz gesagt, die verallgemeinerte Revolte bedeutet, unser Menschsein zu bejahen, indem wir unsere Existenz als blo&#223;e Waren verneinen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Presse: Wortf&#252;hrer*in und Apologet*in der Warenwelt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Presse hat eine grundlegende Rolle bei der Verteidigung des &#171;gesunden Menschenverstands&#187; und der Kanalisierung der so genannten &#171;&#246;ffentlichen Meinung&#187; gespielt. D. h. der herrschenden Logik des kapitalistischen Systems, wo materielle Dinge im Vordergrund stehen, denn die Produktion von G&#252;tern z&#228;hlt mehr als Menschenleben. Die Presse inszeniert sich als die Verteidigerin der &#171;&#246;ffentlichen Ordnung&#187;, der &#171;Menschenrechte&#187;, des Privateigentums und des &#171;sozialen Friedens&#187;, um das Massaker zu rechtfertigen, das von der Wirtschaft und den reaktion&#228;rsten Kr&#228;ften der Gesellschaft gef&#246;rdert wird. Durch die Verzerrung und/oder Verheimlichung von Informationen, die Verbreitung von L&#252;gen und falschen Geschichten und die Kriminalisierung der sozialen Subversion, ist die gesamte Presse zu einer Kollaborateurin des Staatsterrorismus geworden. Daf&#252;r m&#252;ssen sie die Konsequenzen tragen. Es folgen einige Beispiele, um dies zu erl&#228;utern:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Presse verschleiert die Zahl der Mordf&#228;lle, die die repressiven Kr&#228;fte des Staates zu verantworten haben. Zudem schweigen sie &#252;ber die zahlreichen Berichte &#252;ber den &#171;unverh&#228;ltnism&#228;&#223;igen Einsatz von Gewalt bei Verhaftungen, die Misshandlung von Kindern, Schl&#228;ge gegen Gesichter und Oberschenkel, Folter, das Entkleiden von Frauen und M&#228;nnern und sexuelle Erniedrigungen&#187;, die vom Nationalen Institut f&#252;r Menschenrechte ver&#246;ffentlicht wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Verbreitung von Falschinformationen. Z. B., dass in einigen Gemeinden wie La Pintana und Puente Alto kleine Bauernm&#228;rkte gepl&#252;ndert wurden, was v&#246;llig falsch ist. Die Bewohner*innen dieser Gemeinden haben in den sozialen Netzwerken und in den unabh&#228;ngigen/autonomen Medien beteuert, dass infiltrierte Polizist*innen versuchen Falschinformationen zu verbreiten, um einen internen Konflikt innerhalb unserer Klasse zu f&#246;rdern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Gezielte Angstmacherei, indem sie berichten, dass Pl&#252;nderungen auch Privathaushalte und kleine Unternehmen betreffen werden. Auch wenn es vereinzelt zu solchen Ereignissen kam, handelt es sich um Einzelf&#228;lle die unsere Klasse entschlossen ablehnen muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Unterscheidung zwischen &#171;B&#252;rgern&#187; und &#171;Kriminellen&#187;, zwischen &#171;friedlichen&#187; und &#171;gewaltt&#228;tigen&#187; Demonstranten. Solch eine Einteilung zielt auf Spaltung ab und versucht die radikalsten Elemente der Bewegung, also der Teil der Bewegung, der der Revolte versucht eine antikapitalistische Richtung zu geben, zu isolieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Presse schweigt &#252;ber die Unterbrechung der Wasserversorgung, die mehrere Gemeinden in s&#252;dlichen Peripherie Santiagos direkt betrifft und macht sich dadurch mitschuldig. &#171;Zuf&#228;lligerweise&#187; findet die Unterbrechung an denjenigen Orten statt, an denen die K&#228;mpfe gegen den Staat des Kapitals und seinen Institutionen am st&#228;rksten waren und wo seine Autorit&#228;t am st&#228;rksten verachtet wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Regierung spricht bisher von 8 Toten, aber wir wissen, dass es viel mehr sind. W&#228;hrend Pr&#228;sident Sebasti&#225;n Pi&#241;era bekr&#228;ftigt, dass &#171;wir gegen einen m&#228;chtigen Feind k&#228;mpfen, der nichts und niemanden respektiert&#187;, beteuerte der verabscheuungsw&#252;rdige Innenminister Andr&#233;s Chadwick in einer kurzen Erkl&#228;rung im Fernsehen, dass 7 Menschen &#171;gestorben&#187; seien &#8211; und nicht durch den Staat ermordet wurden. Wir, die Teil dieses Kampfes sind und mit Genoss*innen in verschiedenen Teilen des Landes in Kontakt sind, wissen, dass die Toten viele mehr sind. In den sozialen Netzwerken und in den Gegeninformationsmedien kursieren Videos und Fotos von Menschen, die an unterschiedlichen Orten vom Milit&#228;r und der Polizei ermordet wurden. Diese Informationen werden mittlerweile systematisch aus dem Internet entfernt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Laut unserer Z&#228;hlung &#8211; die aufgrund der bewussten Kampagne der Verschleierung und der Desinformation des Staats des Kapitals immer noch nicht best&#228;tigt wurde &#8211; gab es bis jetzt 16 Tote: 1 Person in Quinta Normal, 2 in San Bernardo, 5 in Renca und 2 in der Gemeinde La Pintana, get&#246;tet durch Br&#228;nde inmitten von Pl&#252;nderungen, 1 Person in Lampa durch einen vors&#228;tzlichen Angriff der Polizei, 1 Person durch Sch&#252;sse des Milit&#228;rs in Colina, 3 in der Stadt La Serena und 1 Person in der Gemeinde Pedro Aguirre Cerda, die von der Polizei ermordet wurde. Diese vor&#252;bergehende Z&#228;hlung k&#246;nnte zunehmen, denn w&#228;hrend wir diesen Text schreiben, gibt es, trotz der Ausgangssperre, heftige Auseinandersetzungen mit dem Milit&#228;r, den Bullen und der Zivilpolizei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Generalstreik vom Montag, den 21. Oktober, und dessen Perspektiven&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Morgen, Montag den 21. Oktober, hat ein vielf&#228;ltiger Zusammenschluss von Massenorganisationen zu einem Generalstreik aufgerufen, einem ersten Generalstreik, der sehr effektiv sein k&#246;nnte, weil er sich, aufgrund des Zusammenbruchs des Verkehrssystems zumindest in der Stadt Santiago direkt auf die Produktion auswirken kann. Der Staat tut alles, damit die Menschen arbeiten gehen k&#246;nnen: Die U-Bahn Linie 1 ist teilweise in Betrieb, der Busverkehr soll ebenfalls wieder in Gang gesetzt werden und die Bev&#246;lkerung wurde aufgefordert, sich &#171;solidarisch&#187; zu zeigen, damit die Leute ihren Arbeitsplatz erreichen k&#246;nnen. Die Kapitalistenklasse ist nur daran interessiert, dass wir f&#252;r sie produzieren. Wir dienen lediglich der Warenproduktion und Zirkulation und sollen die Kapitalakkumulation erh&#246;hen. Aus diesem Grund rufen wir dazu auf, der Arbeit fern zu bleiben und sich aktiv am Streik zu beteiligen, so wie es die Gewerkschaft der U-Bahn-Arbeiter*innen aufgrund der polizeilichen und milit&#228;rischen Repression tut. Dar&#252;ber hinaus halten wir es f&#252;r wichtig, rund um folgende Punkte zu agitieren:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Wir d&#252;rfen nicht in gegenseitige Streitereien wegen Nahrung, Wasser oder sonstiger Bed&#252;rfnisse verfallen, denn Teil der Strategie des Staates, ist es uns zu spalten, um &#252;berhand zu gewinnen. Um unsere Probleme zu l&#246;sen, m&#252;ssen wir uns als Gemeinschaft organisieren. Es gibt keinen anderen Ausweg.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Wir m&#252;ssen verhindern, dass die Parteien und die Sozialdemokratie sich zu &#171;Repr&#228;sentanten&#187; der Bewegung hochstilisieren, sich den Kampf aneignen und einen Dialog mit dem Staat f&#252;hren, um das Feuer der Revolte zu l&#246;schen und um eine L&#246;sung des Konflikts auszuhandeln, der auf oberfl&#228;chlichen Reformen basiert, die nicht darauf abzielen, die Wurzel unserer Probleme zu beseitigen, die uns als Klasse plagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Die Bildungsinstitutionen m&#252;ssen besetzen werden, um sie zu Orten des Widerstands, der Debatte, der Begegnung und der Selbstorganisation zu machen, Nahrung und Medizin zu sammeln und R&#228;ume f&#252;r die Betreuung unserer Verwundeten zu schaffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; In allen Gebieten, wo der soziale Kampf tobt, m&#252;ssen Basisversammlungen organisiert werden, um gemeinsam die Richtung der laufenden Revolte zu bestimmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Wir m&#252;ssen die Freiheit der etwa 1700 Verhafteten fordern, die im Zuge der Revolte strafrechtlich verfolgt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;AUF ZUM GENERALSTREIK! ES GEHT UM ALLES!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;LASST UNS EIN WIRKLICHES LEBEN ERK&#196;MPFEN!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige kommunistisch/anarchistische Proletarier*innen, die Teil der Revolte sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Spanischen von &lt;a href=&#034;https://www.kosmoprolet.org/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Eiszeit&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://agitacioninmanente.noblogs.org/post/2019/10/21/chile-la-revuelta-se-extiende/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Ecuador: Eine kurze Bilanz &#252;ber den proletarischen Kampf </title>
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&lt;p&gt;Analyse aus Ecuador &#252;ber den 11-t&#228;gigen Aufstand. &lt;br class='autobr' /&gt;
Das Proletariat wird durch seine eigene Natur als lohnabh&#228;ngige und ausgebeutete Klasse in den Klassenkampf geworfen, ohne dass es Lektionen von irgendjemandem bedarf; es k&#228;mpft, weil es &#252;berleben muss. Wenn das Proletariat sich als bewusste revolution&#228;re Klasse konstituiert, also als Gegenpol zur Partei des Kapitals, muss es sowohl die theoretischen als auch die praktischen Erfahrungen des Klassenkampfes und seiner Geschichte aufnehmen. (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ecuador" rel="tag"&gt;Ecuador&lt;/a&gt;

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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Analyse aus Ecuador &#252;ber den 11-t&#228;gigen Aufstand.&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Das Proletariat wird durch seine eigene Natur als lohnabh&#228;ngige und ausgebeutete Klasse in den Klassenkampf geworfen, ohne dass es Lektionen von irgendjemandem bedarf; es k&#228;mpft, weil es &#252;berleben muss. Wenn das Proletariat sich als bewusste revolution&#228;re Klasse konstituiert, also als Gegenpol zur Partei des Kapitals, muss es sowohl die theoretischen als auch die praktischen Erfahrungen des Klassenkampfes und seiner Geschichte aufnehmen. Nur so lassen sich unvermeidliche Fehler &#252;berwinden, die begangenen Fehler kritisch korrigieren und die politischen Positionen - anhand einer Bewusstwerdung der eigenen Defizite oder blinden Flecke - st&#228;rken. So l&#228;sst sich das Programm des Proletariats vervollst&#228;ndigen. Kurz gesagt, geht es darum, die noch nicht gel&#246;sten Probleme zu l&#246;sen: d. h. aus den Erkenntnissen, die uns die Geschichte selbst hinterlassen hat, zu lernen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Und dieses Lernen kann nur in der Praxis des Klassenkampfes erfolgen, in der Praxis der verschiedenen revolution&#228;ren Affinit&#228;tsgruppen und der verschiedenen Organisationen des Proletariats.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Agust&#237;n Guillam&#243;n, Proletariat und soziale Klassen heute (2013).&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Verschiedene Schw&#228;chen und Widerspr&#252;che, wie auch der ideologische Ballast und unterschiedliche praktische Fehler, durchdrangen die reale Bewegung, die w&#228;hrend den letzten Oktobertagen dieses Jahres Ecuador ersch&#252;tterte. Dazu z&#228;hlen: Der Mangel an Radikalit&#228;t und Autonomie gegen&#252;ber dem kapitalistischen Staat, der Dialog und die Verhandlungen mit der Regierung, die Forderung nach Vermittlung der UNO, die Spaltung innerhalb der indigenen Bewegung zwischen einigen F&#252;hrungskr&#228;ften und der Basis, der Pazifismus einiger Akteur*innen der Bewegung, die Einstellung der Mobilisierungen im Zuge der R&#252;cknahme des Treibstoffdekrets, der Ruf nach Neuwahlen, die Abwesenheit einiger proletarischer Sektoren, die Anwesenheit opportunistischer Politiker, die in der Hitze des Gefechts versuchten ihre politische Karriere anzukurbeln, die nationalistische und populistische Diskurse und Symbole, der Mangel an Klarheit was Organisation und offensive Strategien angeht. Trotz allem, sahen wir in Ecuador, w&#228;hrend den 11 Tagen der Unruhe, eine wahre proletarische Revolte mit aufst&#228;ndischen Tendenzen, die es schaffte den b&#252;rgerlichen Staat herauszufordern und zu einem R&#252;ckzug zu bewegen. Die Bewegung tat, was getan werden konnte, was die wirklich existierenden Kr&#228;fte zu tun erlaubten, nicht mehr und nicht weniger. Konkret hei&#223;t das, dass die letzten kapitalistischen Sparma&#223;nahmen bzw. der &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt; der Regierung Morenos, d. h. das Dekret 883, teilweise abgeschafft wurden. Dies wurde auf den Stra&#223;en, Tag f&#252;r Tag und Nacht f&#252;r Nacht erk&#228;mpft. Und, wie Marx sagte, ein Schritt vorw&#228;rts der realen Bewegung ist mehr wert als ein dutzend Programme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Teilsieg vom 13. Oktober (der aufgrund unserer Toten und dem Fortbestehen einer Regierung von Dieben und M&#246;rdern mitsamt ihren verheerenden Arbeitsreformen, einen bitterer Nachgeschmack hinterl&#228;sst) war das Ergebnis aller direkten Aktionen der Massen seit dem 3. Oktober: Regierungsinstitutionen, &#214;lquellen, Autobahnen wurden eingenommen, Demonstrationen und die sogenannten &#8222;Topfschlag-Proteste&#8220; (&lt;i&gt;cacerolazos&lt;/i&gt;) organisiert, Streikposten und Barrikaden errichtet, Gesch&#228;fte gepl&#252;ndert, Polizeiregimente und Panzer abgefackelt, Polizisten und Milit&#228;rs gefangen genommen und festgehalten, der Pr&#228;sident war gezwungen, nach Guayaquil zu fliehen und in der Hauptstadt, dem Epizentrum des Generalstreiks, wurde die Kommune von Quito errichtet. In 11 Tagen wurde mehr erreicht als in den letzten 11 Jahren. 11 Tage lang war ein partieller, fl&#252;chtiger, prek&#228;rer aber realer Bruch mit der kapitalistischen Normalit&#228;t zu beobachten, insbesondere innerhalb der Proteste selbst: Anstelle von Lohnarbeit, Warenverkehr, Privateigentum und Geld, standen Solidarit&#228;t und Kostenlosigkeit (in den Sammelzentren und den &#8222;Volksk&#252;chen&#8220;). Diskussionen und kollektive Entscheidungsfindungen in den Vollversammlungen standen ebenfalls auf der Tagesordnung, genauso wie die mutige Selbstverteidigung auf den Barrikaden gegen die brutale Unterdr&#252;ckung durch die uniformierten Wachhunde der Reichen und M&#228;chtigen. Kurz gesagt, w&#228;hrend den 11 Tagen der Revolte, haben die Ausgebeuteten und Unterdr&#252;ckten einen freien Raum des Kommunismus und der Anarchie geschaffen und gelebt; ein spontaner, chaotischer, widerspr&#252;chlicher, lokal begrenzter, kurzlebiger, aber echter Freiraum. All dies war keine Kleinigkeit, es war ein historisches Ereignis mit weltweitem Echo, wenn man bedenkt, dass die proletarischen Massen auf dem Land und in der Stadt der 'Mitte der Welt' so viele Jahre lang geschlafen haben oder inaktiv waren und es endlich nicht mehr sind. Sie explodierten wie Vulkane und sind immer noch gl&#252;hend hei&#223;. Und die autonomen Antikapitalist*innen, die als Bestandteil der proletarischen Massen an den K&#228;mpfen teilnahmen, ebenfalls.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Toten und Verletzten durch den Staatsterrorismus sind keine Kleinigkeit. Es waren keine 'Unf&#228;lle', es waren Verbrechen des Staates. Wir werden weder vergeben noch vergessen! &#220;ber die Toten zu schweigen oder die Morde des Staates kleinzureden, wie es einige rechte und sogar linke Akteur*innen tun, ist zynisch und zeugt von Respektlosigkeit gegen&#252;ber den Angeh&#246;rigen und den Genoss*innen die ihnen nahe standen. Das Mindeste, was es jetzt, nach der Zuspitzung des Klassenkampfes, braucht, ist: Solidarit&#228;t mit den inhaftierten Genoss*innen und den Familien der gefallenen Genoss*innen, ein entschlossenes Anprangern des Staatsterrorismus und der Regierung, die in diesem Moment gezielt gegen Mitglieder*innen sozialer Organisationen vorgeht, die am Streik teilgenommen haben, es gilt ebenfalls wachsam zu bleiben um neue, verschleierte und &#8222;angepasste&#8220; Sparma&#223;nahmen zu verhindern (ein allf&#228;lliges neues Dekret beispielsweise), oder um sich gegen den Beginn der Privatisierungen zu wehren. Auch die f&#252;r Ende dieses Monats angek&#252;ndigten Mobilisierungen gegen die noch immer g&#252;ltigen Flexibilisierungs-/Prekarisierungs-Arbeitsreformen d&#252;rfen nicht vernachl&#228;ssigt werden und, was ebenfalls wichtig sein d&#252;rfte, die spontane Organisierung, die w&#228;hrend den sozialen Unruhen entstand, sollte aufrechterhalten werden, damit die gesammelten Erfahrungen nicht untergehen und die Bewegung sich mittel- und langfristig radikalisieren kann und sich eine autonomen und revolution&#228;ren Perspektive verallgemeinern kann. In diesem Sinne hat der Kampf erst begonnen. Es geht weiter. Bis zum Ende. Denn es geht nicht darum, mit dem kleinsten &#220;bel zu &#252;berleben, sondern wirklich zu leben. Und es geht nicht darum, die Herrschenden auszuwechseln, sondern die gesamte Herrschaft loszuwerden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist die begrenzte, mangelnde Befriedigung der konkreten Alltagsbed&#252;rfnisse und nicht irgendeine Ideologie, die die Arbeiterklasse dazu bringt, sich gegen die Herrschenden und den Staat aufzulehnen. Im Inneren dieses Kampfes entstehen und entwickeln sich bewusste, organisierte und aktive Minderheiten, die bestrebt sind, die Erinnerung, die Lehren und die schwarz-rote Flamme der proletarischen Revolution am Leben zu erhalten. Es ist eine Sache, revolution&#228;r zu sein und sich im wirklichen und widerspr&#252;chlichen Klassenkampf 'die H&#228;nde schmutzig machen', dort zu sein, wo es brennt, die Solidarit&#228;t und den Kampfeswillen unserer proletarischen Klasse bei eigenem Leibe zu erleben, pers&#246;nliche Streitereien oder Konflikte unter verschiedenen Gruppen beiseite zu legen, mit selbst&#228;ndigem und kritischem Geist, wie auch mit Demut, ohne ideologische Vorurteile, so viel wie m&#246;glich beizutragen und zu lernen (sowohl auf den Barrikaden als auch in den Sammelzentren und Vollversammlungen). Eine ganz andere Sache jedoch, ist es, von der Bequemlichkeit des eigenen Bettes, hinter dem Bildschirm, dem Schreibtisch oder vom B&#252;rgersteig aus, sich Revolution auf die Fahne zu schreiben und im Einklang mit eurozentristischen/rassistischen, pazifistischen, die Rolle der Arbeiter*innen affirmierenden und puristischen Ideologien, sich selbst als 'Kommunist*in' und 'Internationalist*in' zu inszenieren. Genauso Ablehnungswert ist die 'marxistisch-leninistisch-maoistische' Ideologie mit ihrer 'Avantgarde' und auch die 'anarchistisch'- nihilistische bzw. die 'mir-doch-alles-scheissegal' Ideologie. Wie auch immer. Die soziale Revolution entsteht nicht durch Ideologien, vielmehr ist sie immer eine reale oder materielle Tatsache und daher diffus und widerspr&#252;chlich. Dies muss man im Hinterkopf behalten w&#228;hrend man Seite an Seite mit den Massen und anderen darin aktiven Minderheiten k&#228;mpft, denn wir m&#252;ssen gegen die Klassengegner*innen zusammenhalten wenn der soziale Krieg ausbricht, wie er hier ausgebrochen ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbstverst&#228;ndlich sind wir hier und &#252;berall noch weit entfernt von der kommunisch-anarchistischen Weltrevolution. Die Bedingungen und Kr&#228;fte daf&#252;r sind noch nicht gegeben, aber irgendwo muss man nach so langer historischer Lethargie ja beginnen. Der aufkommende und gegenw&#228;rtige proletarische Kampf in Ecuador (die indigenen Massen sind Teil der proletarischen Massen, sie sind Teil des Landproletariats, sie sind nicht 'ein nicht ausgebeuteter Sektor'. Es gilt auch nicht zu vergessen, dass die proletarischen Massen der St&#228;dte sich ebenfalls an den K&#228;mpfen beteiligten) ist Teil einer ganzen internationalen Welle von proletarischen K&#228;mpfen (Haiti, Hongkong, Frankreich, Algerien, Irak, etc.). Damit endet langsam ein historischer Zyklus der Konterrevolution, der durch Sparma&#223;nahmen und staatlicher Repression charakterisiert war, und ein neuer Zyklus des Klassenkampfes verbreitet und intensiviert sich inmitten der gegenw&#228;rtigen kapitalistischen Weltkrise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Rolle der revolution&#228;ren Minderheiten besteht wie immer darin, die Entwicklung der proletarischen Autonomie zu f&#246;rdern und den Bruch mit dem kapitalistischen System, in jeder Hinsicht zu vertiefen, d.h. dazu beizutragen, dass die Ausgebeuteten und Unterdr&#252;ckten, sich mit eigener Kraft vollst&#228;ndig vom Kapital und dem Staat befreien k&#246;nnen. Es gilt auch das unver&#228;nderliche Programm der sozialen Revolution, das inmitten der historischen K&#228;mpfe des Weltproletariats geschmiedet wurde, wieder aufzugreifen, um es ein f&#252;r allemal Wirklichkeit werden zu lassen. Zu diese Programm geh&#246;rt die Abschaffung und &#220;berwindung von: Privateigentum, Lohnarbeit (in all ihren Formen), Wert, Geld, Klassen, Staat, Markt, Nationen, &#8222;Rassen&#8220;, Geschlechter und allen anderen Formen der Trennung und der Unterdr&#252;ckung gegen&#252;ber Mensch und Natur, die verhindern, dass eine echte Gemeinschaft in echter Freiheit leben kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber all das ist nur m&#246;glich, wenn man an den realen sozialen K&#228;mpfen teilnimmt, wenn man sich die H&#228;nde schmutzig macht, wenn man Fehler macht, Erfolge feiert, entschlossen voranschreitet und den Widerspruch zwischen Fortschritte, R&#252;ckschl&#228;ge, Siege und Niederlagen aush&#228;lt. Mann muss aktiver und fester Teil der revoltierenden Masse sein, der ausgebeuteten und unterdr&#252;ckten Klasse, die f&#252;r ihre materiellen Bed&#252;rfnisse k&#228;mpft. Nur aus den sozialen K&#228;mpfen heraus und nicht aus der Ideologie, der Bequemlichkeit oder dem Zynismus, lassen sich empirische und theoretische Erkenntnisse gewinnen, die uns helfen k&#246;nnen unsere Schw&#228;chen und Widerspr&#252;che zu &#252;berwinden, immer mit der klaren und unersch&#252;tterlichen Perspektive im Kopf, die Revolution bis zum Ende zu bringen, d.h. bis zum Sturz dieses ganzen Systems der Ausbeutung, des Elends und des Todes. Deshalb sagen wir aus dem Herzen des Widerstandes heraus und unsere W&#252;rde hochhaltend, eine W&#252;rde die nur der soziale Kampf gew&#228;hrt: f&#252;r unsere Toten und f&#252;r unser Leben: keine einzige Minute des Schweigens, nur ein lebenslanger Kampf! Die Solidarit&#228;t ist unsere beste Waffe und wird die Herrschenden wieder zittern lassen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige angepisste Proletarier*innen aus Ecuador.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die kommunistisch-anarchistische Weltrevolution!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus dem Spanischen &#252;bersetzt von Mariana Lautr&#233;amont.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://proletariosrevolucionarios.blogspot.com/2019/10/ecuador-breve-balance-y-perspectiva-de.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Agust&#237;n Guillam&#243;n, Proletariat und soziale Klassen heute (2013).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Ecuador: Kurze Analyse des paquetazo und der kommenden Proteste von einem radikalen Kritiker</title>
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		<dc:subject>Stimmen aus den K&#228;mpfen</dc:subject>
		<dc:subject>Ecuador</dc:subject>

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&lt;p&gt;Der folgende Text ist die &#220;bersetzung eines Flugblatts, das auf der Homepage von Proletarios revolucionarios ver&#246;ffentlicht worden ist. Proletarios revolucionarios war eine kommunistische Gruppe aus Quito, die sich 2016 aufgel&#246;st hat. Mangels Spanischkenntnissen ist der Text aus dem Englischen &#252;bersetzt worden. &lt;br class='autobr' /&gt;
Die j&#252;ngsten wirtschaftlichen Massnahmen der ecuadorianischen Regierung sind Sparmassnahmen, die in Zeiten kapitalistischer Krisen eingesetzt werden, sie wurden von rechten, (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ecuador" rel="tag"&gt;Ecuador&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/ecuador5-50db7.jpg?1689284438' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='85' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der folgende Text ist die &#220;bersetzung eines Flugblatts, das auf der Homepage von Proletarios revolucionarios ver&#246;ffentlicht worden ist. Proletarios revolucionarios war eine kommunistische Gruppe aus Quito, die sich 2016 aufgel&#246;st hat. Mangels Spanischkenntnissen ist der Text aus dem Englischen &#252;bersetzt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die j&#252;ngsten wirtschaftlichen Massnahmen der ecuadorianischen Regierung sind Sparmassnahmen, die in Zeiten kapitalistischer Krisen eingesetzt werden, sie wurden von rechten, &#8222;neoliberalen&#8220;, linken und &#8222;21.-Jh.-sozialistischen&#8220; Regierungen &#252;berall auf der Welt angewendet, denn sie sind alle von der gleichen Logik der kapitalistischen Produktion abh&#228;ngig, welche von der Ausbeutung der Arbeiterklasse lebt. In Krisenzeiten wendet das Kapital n&#228;mlich &#252;berall die gleiche Wirtschaftspolitik gegen unsere Klasse an: Zeit, den G&#252;rtel enger zu schnallen, oder es wird zu gr&#246;sserer Verarmung oder einer Intensivierung der Ausbeutung f&#252;hren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Falle des j&#252;ngsten &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;G&#228;ngiger Begriff f&#252;r das Sparpaket in Ecuador&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; des [ecuadorianischen Pr&#228;sidenten Len&#237;n] Moreno kommt es erstens zu einer Erh&#246;hung der Lebenskosten aufgrund steigender Treibstoffpreise (denn hier in Ecuador wissen wir, dass, &#8222;wenn die Treibstoffpreise steigen, alle anderen auch steigen werden&#8220;); und zweitens zu allen Arbeitsgesetzreformen, die uns auferlegt werden, um &lt;i&gt;Flexibilit&#228;t&lt;/i&gt; und Prekarisierung zu beg&#252;nstigen (Lohnsenkungen, tiefere Renten, weniger Urlaub, &lt;i&gt;flexible&lt;/i&gt; Arbeitsvertr&#228;ge, Teleheimarbeit usw.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem sind weder das &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt;, noch die neoliberale Regierung oder der IWF die einzigen Probleme. Das grundlegende Problem ist, wie das Kapital direkt und unb&#228;ndig die Arbeiterklasse w&#228;hrend Krisenzeiten angreift und wie wir darauf antworten. Nat&#252;rlich ist der Kampf der richtige Weg. Doch wir m&#252;ssen den Kampf unserer Klasse auch selbstkritisch analysieren und daf&#252;r eine Strategie entwerfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn also die Hitze des sehr konkreten Kampfes des Proletariats aus dem demokratischen und b&#252;rgerlichen Terrain ausbricht, das Terrain der Bourgeoisie und des Staates, sowie auch aus dem Rollenspiel mit den Gewerkschaften und den linken Parteien, die nur den proletarischen Kampf kooptieren und anf&#252;hren wollen, damit sie f&#228;hig sind, mit der herrschenden Klasse &#252;ber &lt;i&gt;ihre eigenen&lt;/i&gt; spezifischen und karrieristischen Ziele zu verhandeln: Sobald das geschieht, war, ist und wird die st&#228;rkste und legitimste Antwort der Arbeiterklasse gegen diese Sparangriffe immer die direkte, autonome und antagonistische Aktion sein, um unsere wesentlichen konkreten Bed&#252;rfnisse zu verteidigen und durchzusetzen; oder zumindest m&#252;ssen wir k&#228;mpfen, damit die Reichen und M&#228;chtigen unsere ohnehin schon schrecklichen materiellen Existenzbedingungen nicht noch verschlechtern k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zweck werden sich die Forderungen und die Proteste der Arbeiterklasse verallgemeinern und radikalisieren, bis zu einem Punkt, wo weder die Regierung noch das gesamte System solch &#8222;unm&#246;gliche&#8220; soziale Forderungen erf&#252;llen k&#246;nnen; nur der Umsturz von Kapital und Staat k&#246;nnte sie erf&#252;llen und wir w&#252;rden dann f&#252;r einen revolution&#228;ren Ausbruch aus der kapitalistischen Krise k&#228;mpfen. Doch sowohl hier als &#252;berall bleibt noch viel zu tun, speziell in diesem Land, wo das Niveau der akkumulierten Geschichte des Klassenkampfes, trotz einiger verwertbarer Episoden, in der Regel tief und unbest&#228;ndig war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorerst ist es notwendig und gut, zum Protest mit Parolen wie &#8222;Nieder mit dem &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt;&#8220;, &#8222;Nieder mit Moreno&#8220; und &#8222;Nieder mit dem IWF&#8220;, &#8222;Bildet Affinit&#228;t in den Strassen&#8220; auf die Strasse zu gehen und das kollektiv, mehr oder weniger organisiert, mehr oder weniger autonom, mehr oder weniger k&#228;mpferisch zu tun, doch es muss weiter gehen (wie es heute Abend an einer Generalversammlung gesagt worden ist): &#8222;Nieder mit der Regierung&#8220;, &#8222;Nieder mit den Unternehmern und den Bankiers&#8220;, &#8222;&lt;i&gt;Que se vayan todos, que no quede ni uno solo&lt;/i&gt;&#8221;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine Parole, die auf die Wirtschaftskrise in Argentinien 2001 zur&#252;ckgeht, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &#8222;Nieder mit dem Kapital, nieder mit dem Staat, nieder mit allen Regierungen und ihren Lakaien&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Umdrehung des &lt;i&gt;paquetazo&lt;/i&gt; und der Sturz Morenos (genau wie Bucaram, Mahuad und Gutierrez in den letzten Jahren) w&#228;ren reale &#8222;Siege&#8220; f&#252;r eine nun m&#246;gliche, neue &#8222;Bewegung&#8220; sozialer Proteste in diesem Land. Aber objektiv betrachtet, hier und jetzt, fehlt es immer noch an notwendigen realen Bedingungen und gesellschaftlichen Kr&#228;ften, wie das Niveau des Klassenkampfes, doch etwas ist im Gang. Es k&#246;nnte sein, dass diese aus Gesch&#228;ftsm&#228;nnern und Bankiers bestehende Regierung durchkommt, doch der proletarische Klassenkampf in den Strassen wird versuchen, sie zu stoppen, und es wird nicht vergeblich sein. Der Kampf ist der Weg und es ist im Kampf, wo wir lernen, besonders w&#228;hrend Schl&#228;gen und Niederlagen, damit wir sie in k&#252;nftigen Schlachten zu unseren Gunsten n&#252;tzen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass es morgen zu mehr sozialen Protesten in diesem im letzten Jahrzehnt &#8222;schlafenden&#8220; Land kommen wird, ist keine geringe Leistung. Im Gegenteil, getrieben von starken und vorbildlichen Protesten der letzten Wochen in Bol&#237;var und Carchi, k&#246;nnten morgen die Oktobertage 2019 f&#252;r Ecuador beginnen. Der Protest wird wachsen und es k&#246;nnte zu gewissen Spr&#252;ngen kommen. Einige soziale Organisationen haben schon erkl&#228;rt, dass am 3. Oktober der &#8222;Nationalstreik&#8220; beginnen wird. Und es gab schon einige Proteste &#252;berall im Land. Schauen wir was morgen geschehen wird, wenn es wieder heiss werden wird auf den Strassen&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja, wir m&#252;ssen rausgehen und protestieren, doch wir m&#252;ssen uns dar&#252;ber im Klaren sein, dass das nur der Beginn ist und dass wir es wagen m&#252;ssen, dar&#252;ber hinauszugehen. Wir m&#252;ssen uns letztendlich dar&#252;ber im Klaren sein, dass die Reichen und M&#228;chtigen nicht f&#252;r die Krise bezahlen werden; dass das nicht nur ein nationales oder &#8222;neoliberales&#8223; Problem, sondern eher ein globales und kapitalistisches ist; dass all das nie definitiv beseitigt sein wird, ausser wir beseitigen den Kapitalismus, der weiterhin angreifen und unsere Leben mit mehr Krisen und Sparmassnahmen verschlechtern wird; dass wir immer noch weit entfernt von einem neuen Zyklus (internationaler und lokaler) proletarischer K&#228;mpfe sind, welche die Wechselbeziehung zwischen gesellschaftlichen Kr&#228;ften ver&#228;ndern und dem kapitalistischen System eine Situation der revolution&#228;ren Krise auferlegen werden; doch gleichzeitig beginnt es mit dem Kampf zur Verteidigung unserer Bed&#252;rfnisse gegen die Ausbeutung des Kapitals und seine Akkumulation. Komme was wolle in Bezug auf K&#228;mpfe, Organisation und Bewusstsein, die kommenden Proteste werden viele Lehren und f&#252;r die Arbeiterklasse entz&#252;ndete Feuer in dieser &#8222;H&#228;lfte der Welt&#8223; hinterlassen. Es wurde Zeit. Schauen wir, was morgen in den Strassen geschieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein angepisster Proletarier aus der Region Ecuador&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Papierversion, die mitten in den Strassenprotesten am 3. Oktober verteilt worden ist, der Tag der Wiederaufnahme des Klassenkrieges:&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_70 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L284xH400/100002010000011c000001902f449cf9bfaf7615-0dd93.png?1784171828' width='284' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class='spip_document_71 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L280xH400/100002010000011800000190e9fbaddf6094122b-3f2b5.png?1784171828' width='280' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class='spip_document_72 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L220xH400/10000201000000dc000001904b8c3c89b46e9b2f-bb893.png?1784171828' width='220' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;div class='spip_document_73 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L220xH400/10000201000000dc00000190c7a56241a546ec6a-7a3c7.png?1784171828' width='220' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Kurze Notiz zum 5. Oktober 2019. Dritter Tag des Nationalstreiks: Starke soziale Proteste mit direkten Aktion und brutaler Repression seitens der Polizei und des Milit&#228;rs &#252;berall im Land, wo der Ausnahmezustand verh&#228;ngt worden ist. Der proletarische Kampf hier und jetzt wird weitergehen, bis das paquetazo widerrufen wird (und nicht nur die Preiserh&#246;hungen) und die b&#252;rgerliche Regierung weg ist. Eine Aktualisierung der anstehenden Ereignisse ist von den Strassen aus menschlich nur schwer m&#246;glich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klassenkampf im historischen Zentrum von Quito aufgrund von Sparpolitik und Repression (3. Oktober 2019):&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_74 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002620000015853b2abd606b1ee93.png?1689283898' width='500' height='282' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Ein Flyer f&#252;r eine indigene Mobilisierung in Richtung der ecuadorianischen Hauptstadt am 5. Oktober 2019:&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_75 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L374xH400/10000201000001760000019046f0776e0afddcf4-da74d.png?1784171828' width='374' height='400' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://proletariosrevolucionarios.blogspot.com/2019/10/ecuador-breve-analisis-del-paquetazo-y.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spanische Originalversion&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://web.archive.org/web/20191120011500/https://ediciones-ineditas.com/2019/10/07/brief-analysis-on-the-paquetazo-and-the-coming-protests-in-ecuador-from-a-radical-critique/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=18063&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Franz&#246;sische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;G&#228;ngiger Begriff f&#252;r das Sparpaket in Ecuador&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine Parole, die auf die Wirtschaftskrise in Argentinien 2001 zur&#252;ckgeht, &#034;Sie sollen alle gehen, nicht einer soll bleiben&#034;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Mexiko: Niemand sagte, es sei friedlich</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Mexiko-Niemand-sagte-es-sei</link>
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		<dc:subject>Stimmen aus den K&#228;mpfen</dc:subject>
		<dc:subject>Gender</dc:subject>
		<dc:subject>Mexiko</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Ad&#220;: Nachdem mehrere Frauen von Bullen vergewaltigt worden sind, kam es letzten Freitag zu heftigen Protesten. Dieser Text ist die deutsche &#220;bersetzung eines Kommuniqu&#233;s mexikanischer Genossinnen. Mangels Spanischkenntnissen ist der Text aus dem Englischen &#252;bersetzt worden, im spanischen Originaltext sind die Adjektive weiblich markiert, was im Deutschen so nicht wiedergegeben werden kann. &lt;br class='autobr' /&gt;
Der mexikanische Staat, die Medien, jene Leute, welche uns jedes Mal L&#252;gnerinnen nennen, wenn wir (&#8230;)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Gender" rel="tag"&gt;Gender&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Mexiko" rel="tag"&gt;Mexiko&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/mexfem.png?1689297185' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='92' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Ad&#220;: Nachdem mehrere Frauen von Bullen vergewaltigt worden sind, kam es letzten Freitag zu heftigen Protesten. Dieser Text ist die deutsche &#220;bersetzung eines Kommuniqu&#233;s mexikanischer Genossinnen. Mangels Spanischkenntnissen ist der Text aus dem Englischen &#252;bersetzt worden, im spanischen Originaltext sind die Adjektive weiblich markiert, was im Deutschen so nicht wiedergegeben werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der mexikanische Staat, die Medien, jene Leute, welche uns jedes Mal L&#252;gnerinnen nennen, wenn wir einen sexuellen Angriff denunzieren, welche sagen, dass wir &#252;bertreiben, verk&#252;nden nun &#246;ffentlich, die Gruppenvergewaltigung einer jungen Frau durch die Polizei sei eine L&#252;ge, weil sie Angst hatte, die Anzeige weiterzuf&#252;hren, da ihr niemand eine Sicherheitsgarantie f&#252;r sie und ihre Familie geben konnte, die Skeptiker n&#246;rgeln und best&#228;tigen ihre verfaulten Haltungen einmal mehr; nun jubeln sie dar&#252;ber, dass sie Recht hatten, weil die Frau log, und beteuern galant einmal mehr, dass sie unschuldige M&#228;nner sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leute sind zufrieden mit der Version in den von den Medien ver&#246;ffentlichten Videos, wo die angep&#246;belte Frau widerlegt wird; und es ist einfacher so, sie schwelgen im ruhigen Bewusstsein, dass sie ihren Henkern weiterhin vertrauen k&#246;nnen, es ist so viel einfacher f&#252;r sie, genau wie sie weiterhin ohne schlechtes Gewissen ein gesellschaftliches System unterst&#252;tzen k&#246;nnen, das zum x-ten Mal Gewalt gegen K&#246;rper von Frauen erm&#228;chtigt; sie k&#246;nnen friedlich herumlaufen, w&#228;hrend sie sich vorstellen, dass die Polizei ihre T&#246;chter nicht sexuell angreifen wird...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was sie vergessen, ist die Tatsache, dass es nicht das erste oder das letzte Mal ist, dass Frauen rund um den Globus &#246;ffentliche Figuren aufgrund eines sexuellen Angriffs gegen sie denunzieren; sie missbrauchten stets ihre Macht und sie werden das weiterhin tun, genau wie ein Mann, der kein Staatsfunktion&#228;r ist, sich zum Angriff im Schatten verstecken wird, verstecken sich diese &#246;ffentliche Figuren hinter ihren Titeln als Polizist, Milit&#228;rangeh&#246;riger oder Politiker.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_84 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002bc000001af73ea32540d8c574f.png?1689296656' width='500' height='307' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br class='manualbr' /&gt;Von Frauen zerst&#246;rter Bullenwagen in Puebla, Mexiko.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;16. August 2019: Proteste gegen geschlechtsspezifische Gewalt im mexikanischen Territorium&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_85 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;a href='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002bc0000041a84588fd4d70dd224.png' class=&#034;spip_doc_lien mediabox&#034; type=&#034;image/png&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002bc0000041a84588fd4d70dd224.png?1689296656' width='500' height='750' alt='' /&gt;&lt;/a&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br class='manualbr' /&gt;Eine entschlossene Frau.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit dem Beginn der Abendd&#228;mmerung kann alles unter Musterbeispielen guten Verhaltens, guter Staatsb&#252;rgerschaft abgebucht werden, anst&#228;ndig, Parolen rufend, Forderungen stellend, schon fast flehend, um geh&#246;rt zu werden&#8230;, dass wir es nicht geniessen, in einem allt&#228;glichen Leben zu &#252;berleben, das gepr&#228;gt ist von der Angst, entf&#252;hrt, zu Tode gefoltert, ermordet zu werden; oder uns vorzustellen, wie unsere M&#252;tter unsere verwesten K&#246;rper ansehen m&#252;ssen oder uns &#252;berhaupt nie mehr finden&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sp&#228;ter wurden die W&#228;nde bemalt, Darbietungen mit Feuer, Bewegung, immer lautere Schreie, das erste Glas wird zerbrochen, Schreie der Empathie ufern aus, improvisierte Werkzeuge und mehr Glas f&#228;llt. Wir schreien mit Wut, mit Freude, mit Traurigkeit&#8230; Ja, wir waren es, und ja, wir w&#252;rden es tausend Male wieder tun, ja, wir verjagten die M&#228;nner aus unseren Versammlungen, aus unserem Raum der Aktion. Sie hatten dort nichts verloren, sie waren nicht eingeladen. Sie waren als Freunde oder Verb&#252;ndete nicht willkommen.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_86 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002bc000001d3636e1d8861db7851.png?1689296657' width='500' height='333' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;br class='manualbr' /&gt;Die Leidenschaft f&#252;r die Zerst&#246;rung ist auch eine kreative Leidenschaft.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_87 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002bc000001d38cb4c6eaf38148f8.png?1689296657' width='500' height='333' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_88 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/png/10000201000002bc000003a5a966abaa2db64ee4.png?1689296657' width='500' height='667' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_89 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L456xH342/10000201000002bc0000020d375759128c33ae56-338cc.png?1784172102' width='456' height='342' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Die Nacht besch&#252;tzte uns und wir f&#252;rchteten uns nicht vor der Polizei oder den dunklen Strassen, wir waren eine Flut des Unbekannten, zusammen, stark, wild und desorganisiert, krank vor Wut und Frustration. Wir bemalten alles auf unserem Weg, wir zerst&#246;rten jedes Symbol der f&#252;r unseren t&#228;glichen &#196;rger verantwortlichen Autorit&#228;ten. Wir brannten nieder, was wir niederbrennen konnten.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_90 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L424xH318/10000201000001bd0000014e6ef709e60b663699-aa3a0.png?1784172102' width='424' height='318' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_91 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L222xH148/10000201000000f7000000a511c5d20dcad01885-eccaf.png?1784172102' width='222' height='148' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_92 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L223xH148/10000201000000f7000000a5a28ea49339aa5ed7-eb333.png?1784172102' width='223' height='148' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Sie fragen uns, wieso wir verr&#252;ckt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend andere uns folgendermassen bezeichnen: Schlampen, gest&#246;rt, hysterisch, Nutten, schamlos. Sie machen sich &#252;ber uns lustig, sie verh&#246;hnen uns, sie beauftragen andere, uns zu ermorden, uns sexuell anzugreifen, uns einzusperren; sie sagen, wir w&#252;ssten nicht, wie man protestiert; sie sagen uns, wir sollen die W&#228;nde, die Scheiben, die Monumente verschonen; sie fragen, wer die Stadt wieder sauber machen wird, sie sagen, wir seien eine Bande l&#228;stiger Puppen, dass die Bewegung wegen uns vom Weg abkommt, wir seien Eindringlinge, Provokateurinnen, Faschistinnen, Agentinnen der Yankees, &lt;i&gt;porras&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ein Begriff ohne deutsche Entsprechung. Porros sind rechte Strassengangs, (&#8230;)&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/i&gt; der Linken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin mit diesem K&#246;rper geboren worden, der mich quer durch die Geschichte und L&#228;nder hindurch als etwas markiert, das sie Frau nennen, und sie haben mich erschaffen, um unterw&#252;rfig zu sein, niedergetrampelt und angegriffen zu werden, eine Mutter und Versorgerin zu sein, auf andere zu warten, alles zu akzeptieren, still zu sein, um dem Diener des Bosses und auch dem Boss zu dienen und deshalb waren wir alle da, deshalb lassen wir nicht eine einzige zur&#252;ck und zelebrieren die Handlungen von uns allen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Niemand rief zu einem friedlichen Marsch auf, keine von uns kam im Namen einer anderen, wir wollen weder irgendwen repr&#228;sentieren, noch von irgendwem repr&#228;sentiert werden, wir bitten den Henker nicht nach Gerechtigkeit, wir bitten weder den Verr&#228;ter Sheinbaum&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der amtierende B&#252;rgermeister von Mexiko-Stadt.&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, noch den Sitz des Pr&#228;sidenten um irgendwelchen Schrott; was gestern [16. August 2019] geschah, war eine Explosion der Wut; wir wissen, dass [die Beh&#246;rden] keinen Finger r&#252;hren werden, um f&#252;r unsere Sicherheit zu garantieren oder unsere Angreifer zu bestrafen. Es werden auf dieser Welt weiterhin Frauen umgebracht werden, schlicht und einfach, weil sie Frauen sind; sie werden uns weiterhin die Schuld geben; sie werden uns weiterhin L&#252;gnerinnen nennen; Betr&#252;ger familienorientierter Ideologien werden kommen und uns sagen, wir seien keine richtigen Feministinnen oder Anarchistinnen; dass wir nicht wissen, wie Politik gemacht werden muss; und die M&#252;tter der Get&#246;teten und Verschwundenen werden mit ihrem Schmerz weiterleben; sie werden weiterhin ihre T&#246;chter in Massengr&#228;bern suchen; es werden neue Ermittlungsorganisationen entstehen; die Kinder der ermordeten M&#252;tter werden immer noch da sein; sie werden aufwachsen, nur um festzustellen, dass es der Menschheit scheissegal ist, was ihren M&#252;ttern zugestossen ist...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gestrigen Ereignisse erlaubten uns, uns gegenseitig mit komplizenhaften Blicken anzuschauen und zu erkennen, mit in Glitzer geh&#252;llten K&#246;rpern, nackten und vibrierenden K&#246;rpern, uns zu zeigen, dass wir nicht alleine sind&#8230; Und wir wollen uns nicht weiterhin verstecken und ein gesellschaftliches System des Todes aufrechterhalten, weder als Frauen, noch als menschliche Wesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich erkannte mich selbst in den Blicken anderer, ich nahm ihre Hand, dann umarmten wir uns aufrichtig, eine Umarmung zwischen Frauen, eine Umarmung zwischen Genossinnen, nachdem wir einige Scheiben zerschlagen und neugierige M&#228;nner und Polizisten verjagt haben, lief jede von uns nach Hause mit einer letzten Botschaft f&#252;r den Abend, wof&#252;r es sich lohnt, zu k&#228;mpfen: um sicher nach Hause zu kommen und sich ausruhen zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur eine weitere Anekdote.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Antidemokratische Proletarierinnen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://antagonismorp.wordpress.com/2019/08/17/mexico-nadie-dijo-que-era-pacifica/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spanische Originalversion&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://autonomies.org/2019/08/we-burned-what-we-could-anti-police-revolt-in-mexico-city/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ein Begriff ohne deutsche Entsprechung. &lt;i&gt;Porros&lt;/i&gt; sind rechte Strassengangs, die h&#228;ufig vom mexikanischen Staat gegen linke Gruppen eingesetzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der amtierende B&#252;rgermeister von Mexiko-Stadt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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	</item>
<item xml:lang="de">
		<title>Kommuniqu&#233; der Besetzung des Panth&#233;on in Paris</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Kommunique-der-Besetzung-des</link>
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		<dc:date>2019-07-13T01:28:00Z</dc:date>
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		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Stimmen aus den K&#228;mpfen</dc:subject>
		<dc:subject>Kollektiv La Chapelle Debout</dc:subject>
		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Gestern besetzten rund 1000 Sans-Papiers das Panth&#233;on in Paris. Die Bullen r&#228;umten die Besetzung mit brachialer Gewalt, ein Demonstrant hatte ein gebrochenes Bein, etliche mussten von der Ambulanz versorgt werden, es kam zu 37 Verhaftungen. Genau wie die b&#252;rgerlichen Propagandaorgane in Frankreich spricht nat&#252;rlich auch die NZZ von einer R&#228;umung &#034;ohne Zwischenf&#228;lle&#034; und verschweigt die Polizeigewalt, abgesehen von einer Erw&#228;hnung des Tr&#228;nengases und einer vagen Anspielung auf die Verletzten. (&#8230;)&lt;/p&gt;


-
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

/ 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Stimmen-aus-den-Kampfen" rel="tag"&gt;Stimmen aus den K&#228;mpfen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Kollektiv-La-Chapelle-Debout" rel="tag"&gt;Kollektiv La Chapelle Debout&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Frankreich" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/chapelledebout.jpg?1689297896' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Gestern besetzten rund 1000 Sans-Papiers das Panth&#233;on in Paris. Die Bullen r&#228;umten die Besetzung mit brachialer Gewalt, ein Demonstrant hatte ein gebrochenes Bein, etliche mussten von der Ambulanz versorgt werden, es kam zu 37 Verhaftungen. Genau wie die b&#252;rgerlichen Propagandaorgane in Frankreich spricht nat&#252;rlich auch die &lt;i&gt;NZZ&lt;/i&gt; von einer R&#228;umung &#034;ohne Zwischenf&#228;lle&#034; und verschweigt die Polizeigewalt, abgesehen von einer Erw&#228;hnung des Tr&#228;nengases und einer vagen Anspielung auf die Verletzten. La Chapelle Debout ist auch keine &#034;Hilfsorganisation&#034;, wie die gehobene liberale Bourgeoisie aus ihren Villen blickend dieses Kollektiv f&#228;lschlicherweise wahrnimmt, das in Wirklichkeit ein selbstorganisiertes Kollektiv k&#228;mpfender Sans-Papiers ist und gemeinsam mit dem Kollektiv Droits Devant!! die Besetzung organisiert hat. Die deutsche &#220;bersetzung ihres Kommuniqu&#233;s:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Toten stehen auf!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute besetzen wir, EinwanderInnen, Sans-Papiers, BewohnerInnen der Heime, MieterInnen der Strasse, das Pantheon&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind ohne Papiere, ohne Stimme, ohne Gesichter f&#252;r die franz&#246;sische Republik. Wir kommen zum Grab eurer grossen M&#228;nner, um eure Profanierungen zu denunzieren, die Profanierung des Gedenkens an unsere GenossInnen, an unsere V&#228;ter und M&#252;tter, an unsere Br&#252;der und Schwestern im Mittelmeer, in den Strassen von Paris, in den Heimen und den Gef&#228;ngnissen. Frankreich f&#252;hrt die Sklaverei auf eine andere Art und Weise weiter. Unsere V&#228;ter starben f&#252;r Frankreich. Und jene, welche tot sind, sind tot. Verantwortlich sind die Lebenden, jene, welche heute die Macht haben. Und m&#246;gen die Toten in Frieden ruhen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vorgestern griffen wir die Grenze an, indem wir das Terminal von Air France im Flughafen Charles-de-Gaulle besetzten. Dort packt uns die Polizei in Flugzeuge nach Algier, Dakar, Khartum, Bamako oder Kabul. Dort ist Djiby deportiert worden!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gestern haben wir den Turm von Elior im Quartier La D&#233;fense und das Arbeitsministerium gest&#252;rmt. Wir haben den Bossen, die uns erniedrigen und uns den R&#252;cken brechen, folgende Botschaft gebracht: Die Angst hat die Seite gewechselt!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heute machen wir weiter damit, zur&#252;ckzuschlagen, gegen den Staat und seinen Rassismus, in Frankreich und Europa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind hier, um unsere W&#252;rde zu verteidigen! Wir werden niemanden mehr anflehen und wir werden unsere Rechte durch die Kraft des Kampfes entreissen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind gekommen, um euch zu sagen, dass die Devise Frankreichs gegen&#252;ber Ausl&#228;ndern Erniedrigung, Ausbeutung, Deportation ist. Jenes Frankreich, das dort gegen uns Krieg f&#252;hrt, unsere Rohstoffe pl&#252;ndert und gemeinsam f&#252;r und mit unseren korrupten Staaten Entscheidungen trifft. Jenes Frankreich, das hier gegen uns Krieg f&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir besetzen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil in Paris 200&#8216;000 Wohnungen leer stehen und unsere Liebsten unter dem Autobahnkreuz der Ringstrasse schlafen, weil das B&#252;rgermeisteramt gestern die Wege zum Lagerplatz Avenue Wilson in Saint-Denis verbarrikadiert hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil die Polizei im Heim von Thiais genau wie in allen anderen am Morgen Razzien durchf&#252;hrt und sogar die Zimmer der Bewohner durchsucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weil wir die Freilassung all unserer GenossInnen der Schwarzwesten in den Abschiebungszentren und aller anderen verlangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die Abschaffung dieser Kn&#228;ste f&#252;r Ausl&#228;nder!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir k&#228;mpfen nicht nur f&#252;r Papiere, sondern gegen jenes System, welches Sans-Papiers erschafft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden keinen Bullen oder Schalterangestellten mehr bezahlen, um einen Termin zu bekommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir wollen nicht mehr mit dem Innenministerium und seinen Pr&#228;fekturen verhandeln&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir wollen mit dem Premierminister &#201;douard Philippe sprechen,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;jetzt!&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden hier bleiben bis alle von uns Papiere haben und alle, die nach uns kommen werden, das Recht haben, zu bleiben!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An all jene, die revoltieren, sei es hier, im Sudan oder in Algerien,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An unsere GenossInnen, an alle, die gegen die Ausbeuter k&#228;mpfen,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An alle, die denken, dass kein Mensch illegal ist,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;An alle, die es satt haben, alle f&#252;nf Jahre der &#228;usseren Rechten Steine in den Weg legen zu m&#252;ssen,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;und davon &#252;berzeugt sind, dass der kommende Kampf gegen den Rassismus jener gegen den bestehenden Rassismus sein wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Papiere und Wohnungen f&#252;r alle!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es lebe der Kampf der Schwarzwesten!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;K&#228;mpfende Schwarzwesten&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Droits Devant!! und Kollektiv La Chapelle Debout&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://twitter.com/chapelledebout/status/1149636507923169283&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://twitter.com/chapelledebout&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kollektiv La Chapelle Debout auf Twitter&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://collectifsanticra.wordpress.com/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Ihr Blog&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>[Beirut: #YouStink] Es riecht nach einem Ende</title>
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&lt;p&gt;Die #YouStink-Proteste werden entweder das libanesische Regime dem M&#252;lleimer der Geschichte &#252;bergeben, oder selbst dort landen. &lt;br class='autobr' /&gt;
Wir hatten verschiedene Hintergr&#252;nde, wir waren uns nicht &#252;ber vieles einig, doch wir nahmen uns zusammen die Strasse. Am 8. August versammelten wir uns, um unserer Unzufriedenheit mit der Handhabung einer M&#252;llkrise Ausdruck zu verleihen, deren Geschichte 18 Jahre zur&#252;ckgeht. Naameh, eine kleine K&#252;stenstadt 20 km s&#252;dlich von Beirut, fungierte als M&#252;lldeponie der (&#8230;)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/tumblr_ntndijwxa31r6dpwoo3_1280.jpg?1689469558' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die #YouStink-Proteste werden entweder das libanesische Regime dem M&#252;lleimer der Geschichte &#252;bergeben, oder selbst dort landen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir hatten verschiedene Hintergr&#252;nde, wir waren uns nicht &#252;ber vieles einig, doch wir nahmen uns zusammen die Strasse. Am 8. August versammelten wir uns, um unserer Unzufriedenheit mit der Handhabung einer M&#252;llkrise Ausdruck zu verleihen, deren Geschichte 18 Jahre zur&#252;ckgeht. Naameh, eine kleine K&#252;stenstadt 20 km s&#252;dlich von Beirut, fungierte als M&#252;lldeponie der Hauptstadt seit 1997. Die Bewohner von Naameh hatten schon seit Jahren die Schliessung der M&#252;llhalde in ihrer Stadt durch Hunderte von Protesten gefordert und die Schliessung wurde schliesslich f&#252;r den 17. Juli 2015 geplant. Als der Tag kam, drohten die Bewohner von Naameh mit direkter Aktion; sie schworen, die Einfahrt von M&#252;llfahrzeugen in ihre Stadt mit allen notwendigen Mitteln zu verhindern. Ihre Skepsis ist bitterer Erfahrung geschuldet. Allein in den vorhergehenden 18 Monaten hatte die Regierung ihre Versprechen zweimal gebrochen, die M&#252;llhalde zu schliessen. Die M&#252;llhalde wurde mit Gewalt durch die Bewohner von Naameh unbrauchbar gemacht und da kein alternativer Plan existiert, t&#252;rmt sich der M&#252;ll nun auf den Strassen Beiruts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war nicht der erste Protest aufgrund der M&#252;llkrise, aber gewiss der gr&#246;sste. &#220;ber Tausend Leute versammelten sich am M&#228;rtyrerplatz an diesem Tag. Der M&#252;ll auf den Strassen Beiruts war inzwischen wegger&#228;umt worden, doch die Regierung konnte sich noch nicht auf eine permanente L&#246;sung f&#252;r Beiruts M&#252;llproblem einigen. Eine tempor&#228;re L&#246;sung sei, so hatte man uns gesagt, gefunden worden, die Details diesbez&#252;glich bleiben jedoch ein R&#228;tsel. Es wurden M&#252;ll transportierende Lastwagen in verschiedenen Regionen des Landes &lt;a href=&#034;http://www.dailystar.com.lb/News/Lebanon-News/2015/Jul-27/308414-trash-collection-resumes-in-beirut-for-now.ashx&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;gesehen&lt;/a&gt;, welche ihre Ladung im Schutze der Nacht in T&#228;ler kippten oder am Strassenrand deponierten. Der Protest zog eine bunte Gruppe an Leuten an, darunter zivilgesellschaftliche Aktivisten, Umweltschutz- und Studentengruppen, aber nicht nur, und eine betr&#228;chtliche Medienpr&#228;senz. Interne Streitigkeiten begannen fast sofort, was keine &#220;berraschung darstellen sollte. Die anwesenden Leute geh&#246;rten einem weiten Spektrum an politischen und ideologischen Lagern an, welche trotz allem in ihrer Verurteilung der trostlosen Versuche der Regierung vereinigt sind, eine permanente und nachhaltige L&#246;sung zum M&#252;llverwaltungsproblem des Landes zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie sich mehr als nur ein paar entt&#228;uschende Reden der Organisatoren der &#8222;You-Stink&#8220;-Kampagne und anderer &#8222;zivilgesellschaftlicher Aktivisten&#8220; angeh&#246;rt hatten, begannen einige der radikaleren Demonstranten auf dem Platz, die anwesenden Leute aufzufordern, mit ihnen zu versuchen, das Parlamentsgeb&#228;ude auf Beiruts Sternplatz zu st&#252;rmen, welcher zu Fuss zwei Minuten von ihrem Versammlungsort entfernt war. Die Wut auf dem Platz war f&#252;hlbar und die Mehrheit der anwesenden Leute machte sich auf in Richtung Parlament. Uns standen Kn&#252;ppel schwingende Soldaten der libanesischen Armee gegen&#252;ber. Da wir sahen, dass das Eindringen ins Parlament nicht m&#246;glich sein w&#252;rde, gingen wir dann in Richtung Grand Serail, das Hauptquartier des Premierministers und der Ort, wo die libanesische Regierung ihre Sitzungen abh&#228;lt. Das Geb&#228;ude war umzingelt und Dutzende von Aufstandsbek&#228;mpfungspolizisten dort waren &#252;berhaupt nicht zur&#252;ckhaltend, wenn es darum ging, uns ihrer Gewalt auszusetzen. Wir gaben unser Projekt auf und gingen in Richtung der Stadtverwaltung Beiruts &#8211; wo wir nicht erwartet wurden. Dort gelang es uns fast, das Geb&#228;ude zu st&#252;rmen, doch wir wurden einmal mehr von der Polizei zur&#252;ckgeschlagen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau zwei Wochen sp&#228;ter &lt;a href=&#034;http://www.reuters.com/article/2015/08/22/us-lebanon-protest-idUSKCN0QR0US20150822&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;protestierten wir erneut&lt;/a&gt;. &#8222;You Stink&#8220; war nun zu einer Massenbewegung geworden. An diesem Tag waren &#252;ber 15000 Leute auf dem Riad-as-Solh-Platz. Die Bewegung hatte sich auch qualitativ ver&#228;ndert. Der Protest auf dem M&#228;rtyrerplatz zwei Wochen zuvor bestand zu einem sehr grossen Teil aus mittleren und oberen Mittelklassen der libanesischen Gesellschaft. Dieser Protest zwei Wochen sp&#228;ter war wesentlich weniger ausschliessend, weniger b&#252;rgerlich. Viele Teilnehmer kamen aus den verarmten vorst&#228;dtischen oder inneren Quartieren Beiruts. Die Forderungen der Demonstranten hatten sich als Reaktion auf die Handhabung der vorhergehenden Proteste durch die Regierung ebenfalls ver&#228;ndert. Rufe nach L&#246;sungen f&#252;r Probleme wie Libanons ber&#252;chtigte Stromausf&#228;lle und Wassermangel standen nun an erster Stelle. Die M&#252;llkrise war wom&#246;glich der Ausl&#246;ser f&#252;r diese Bewegung, doch sie war nur ein Symptom einer Krankheit, welche das ganze libanesische politische System plagt. Die Bewegung wird radikaler: Mit jedem Protest gerieten langsam aber sicher immer mehr die Wurzeln der Probleme ins Blickfeld, statt ihre offensichtlichen Erscheinungen. Inzwischen schreien etliche revolution&#228;re Parolen und verlangen offen den Fall des Regimes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der libanesische Staat ist nicht monolithisch. Er kann weder in einem Individuum, noch in einer Partei lokalisiert werden. Es ist nicht ein &#8222;Regime&#8220; im traditionellen Sinn. Nach dem Ende des libanesischen B&#252;rgerkrieges unterschrieben die Krieg f&#252;hrenden Parteien das Abkommen von Taif, welches einzig und allein dazu diente, die schon bestehenden sektiererischen Teilungen durch den m&#252;den Begriff der &#8222;gegenseitigen Koexistenz&#8220; zwischen Libanons verschiedenen Sekten zu verst&#228;rken und zu verewigen. Dies garantierte der alten libanesischen Garde tats&#228;chlich die Kontrolle &#252;ber die nationale Politik in den darauf folgenden Jahren. Die gleichen Individuen, welche damals w&#228;hrend dem B&#252;rgerkrieg Anf&#252;hrer von sektiererischen Milizen waren, tauschten ihre Milit&#228;runiform gegen Anzug und Krawatte und stellten sich zur Wahl (oder wurden ernannt). Neben jenen, welche Blut an den H&#228;nden haben, betrat auch eine Klasse wohlhabender Gesch&#228;ftsm&#228;nner mit m&#228;chtigen politischen Ambitionen w&#228;hrend den 1990er Jahren die B&#252;hne. Unsere Regierung heute wird von Individuen beider Gruppen und ihren Kindern und/oder Gefolgsm&#228;nnern heimgesucht, sie schafften es, nahtlos zur Verfolgung ihrer privaten Interessen zusammenzuarbeiten. Somit fand die Hochzeit zwischen dem privaten Kapital und dem libanesischen Staat statt und die herrschende libanesische Klasse behandelt nun den Staat so wie Gesch&#228;ftsm&#228;nner ihre eigene private Firma behandeln w&#252;rden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist kein Geheimnis, dass die Machthaber im Libanon korrupt sind. Man m&#252;sste lange suchen, um einen einzigen libanesischen B&#252;rger zu finden, der das bestreiten w&#252;rde. Etliche libanesische Politiker h&#228;uften ein unglaubliches Verm&#246;gen an, w&#228;hrend sie im Amt waren. Trotzdem werden die gleichen Namen und Gesichter immer wieder gew&#228;hlt, wenn die Wahlsaison gekommen ist. Sie schaffen es, durch sektiererische Panikmache und, man kann es nicht anders nennen, offenkundigem Kauf der W&#228;hlerschaft, Loyalit&#228;t zu erflehen. Es muss auch gesagt werden, dass eine brauchbare nicht-sektiererische politische Alternative, welche f&#228;hig ist, der Kontrolle der Bev&#246;lkerung durch die herrschende Klasse etwas entgegenzusetzen, erst noch entstehen muss und daf&#252;r sind nur wir selbst verantwortlich. Das gegenw&#228;rtige Parlament verl&#228;ngerte allerdings auf verfassungswidrige Art und Weise ihr Mandat im Mai 2013 und dann noch einmal im November 2014. Im Moment sieht es danach aus, dass &lt;a href=&#034;http://www.reuters.com/article/2014/11/05/us-lebanon-parliament-idUSKBN0IP18T20141105&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Abgeordneten bis 2017 im Amt sein werden&lt;/a&gt;. Dies hatte dazu gef&#252;hrt, dass viele der gegenw&#228;rtigen Demonstranten argumentieren, dass die Erzwingung der Aufl&#246;sung des Parlaments und die Abhaltung sofortiger Parlamentswahlen unsere Priorit&#228;ten sein m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 22. und 23. August gab der libanesische Staat eine verzweifelte Antwort auf die Proteste. Gummigeschosse, &lt;a href=&#034;https://twitter.com/MahmoudRamsey/status/635139732838584320&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Wasserwerfer, Tr&#228;nengas, Schl&#228;ge&lt;/a&gt; und scharfe Munition wurden eingesetzt, um die Demonstranten zu zerstreuen. Es wurde von &#8222;Eindringlingen&#8220; gesprochen, welche angeblich von ihren politischen Parteien an die Proteste geschickt wurden, um eine gewaltt&#228;tige Antwort der Polizei zu provozieren. Es ist wichtig, dieses Thema anzusprechen, denn viele Demonstranten verbreiteten diese Propaganda. Als jemand, der auf der Strasse war, finde ich diese Vorw&#252;rfe l&#228;cherlich. &#8222;Eindringling&#8220; wird schlicht und einfach als Synonym f&#252;r &#8222;arm&#8220; gebraucht; das Wort sollte jene beschreiben, welche nicht den b&#252;rgerlichen Standards des Anstands und der Achtbarkeit entsprachen. Diese sogenannten Eindringlinge waren schlichtweg w&#252;tende, entrechtete junge M&#228;nner mit Arbeiterhintergrund, welche sich von dieser Bewegung viele Verbesserungen erhoffen konnten. Doch dank der b&#252;rgerlichen Angst vor echter Wut waren die libanesischen Sicherheitskr&#228;fte f&#228;hig, die vermeintliche Pr&#228;senz dieser Eindringlinge als Vorwand f&#252;r Massenverhaftungen am 25. August zu gebrauchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mehr als 90 Demonstranten wurden an diesem Tag geschlagen und verhaftet und sie hatten nicht das Recht, Anw&#228;lte und &#196;rzte zu konsultieren. Etliche waren schwer verletzt, einerseits aufgrund der Polizeigewalt am Platz, andererseits wegen den in den Polizeistationen erhaltenen Schl&#228;gen. Einer wurde erschossen und f&#252;r tot gehalten, es kam jedoch heraus, dass er zwar schwer verletzt ist, aber noch lebt. Wir hielten unter dem Spital, wo er behandelt wird, eine Nachtwache; Hunderte kamen. Fast alle Verhafteten mussten als Form der Einsch&#252;chterung einen Drogentest &#252;ber sich ergehen lassen. Ihnen wurde dann nach ihrer Entlassung von den Sicherheitskr&#228;ften f&#252;r &lt;a href=&#034;https://twitter.com/MahmoudRamsey/status/636538669545852929&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;diese Drogentests eine Rechnung zugestellt&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 23. August hatten die Organisatoren der &#8222;You-Stink&#8220;-Kampagne weitgehend die Kontrolle &#252;ber die Situation auf der Strasse verloren. Da der Protest infiltriert sei, verlangten die Organisatoren, dass der Protest statt auf dem Riad-al-Solh-Platz auf dem nahe gelegenen M&#228;rtyrerplatz stattfindet. Ein grosser Teil der Demonstranten befolgte die Aufforderung der Organisatoren und entfernte sich vom Riad-al-Solh-Platz. Kurz darauf wurde die Polizei auf dem Riad-al-Solh-Platz gewaltt&#228;tig, sie schoss scharfe Munition und griff uns mit Wasserkanonen und Tr&#228;nengas an. Es wurde schliesslich die libanesische Armee aufgeboten und &lt;a href=&#034;https://instagram.com/p/6ve-ogD0rKBg9wdYDxi80qdW7FDWsMVtxO5Ms0/?fb_action_ids=10153472109186480&amp;fb_action_types=instapp%3Atake&amp;fb_ref=ogexp&amp;fb_source=other_multiline&amp;action_object_map=%5B937733509617780%5D&amp;action_type_map=%5B%22instapp%3Atake%22%5D&amp;action_ref_map=%5B%22ogexp%22%5D&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;gepanzerte Fahrzeuge&lt;/a&gt;, Humvees, und Dutzende Infanteriesoldaten fielen ins &lt;a href=&#034;https://twitter.com/KarlreMarks/status/635572122480443393&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;sichere&#8220; Stadtzentrum von Beirut&lt;/a&gt; ein. Wir fanden sp&#228;ter heraus, dass jene, welche &#8222;You Stink&#8220; anf&#252;hren, mit der Polizei zusammengearbeitet hatten, um die Demonstranten dazu zu bringen, sich vom Riad-al-Solh-Platz zu entfernen, damit die Sicherheitskr&#228;fte sich anschliessend um die verbleibenden &#8222;Eindringlinge&#8220; k&#252;mmern k&#246;nnen. Auf der Strasse gibt es bereits eine starke Gegenreaktion gegen diese Rhetorik. &#8222;Wir sind alle Eindringlinge&#8220; ist zu einer popul&#228;ren Parole der Bewegung geworden, welche w&#228;hrend den Protesten h&#228;ufig auf Schildern und Transparenten zu sehen war. Der Begriff Eindringling selbst wird langsam von einem grossen Teil der Demonstranten zur&#252;ckgewonnen, um von einer Schande zu einem Ehrentitel zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;You Stink ist nicht die einzige Gruppe, welche diese Proteste mitorganisiert, doch sie hat die gr&#246;sste Medienpr&#228;senz. Mehrere linke Organisationen und Studentengruppen sind ebenfalls sehr pr&#228;sent auf der Strasse. Das Sozialistische Forum verteilte z.B. an fast jedem Protest Flugbl&#228;tter und &lt;a href=&#034;http://al-manshour.org/node/6496&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#228;usserte sich regelm&#228;ssig dazu&lt;/a&gt;. Es gibt ein starkes linkes Element in diesen Protesten, doch es ist bez&#252;glich der ganzen Bewegung nicht vorherrschend. Es gab bis jetzt an jedem Protest Ges&#228;nge gegen die Banken, das Patriarchat und den Kapitalismus. Die Demonstranten sangen &lt;a href=&#034;https://twitter.com/MahmoudRamsey/status/635485804458958848&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Gegen die Autorit&#228;t und das Kapital, unsere Sache ist eine Klassenfrage&#8220;&lt;/a&gt; am 23. August auf dem Riad-al-Solh-Platz und &lt;a href=&#034;https://twitter.com/MahmoudRamsey/status/636597425612828672&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Nieder, nieder mit der Herrschaft der Banken&#8220;&lt;/a&gt; war vorherrschend am 26. August als sich die Demonstranten vor der libanesischen Zentralbank versammelten. Die Klassendimension dieses Kampfes kann nicht &#252;bergangen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz der Existenz von vielen noch zu kl&#228;renden Widerspr&#252;chen gibt es Hoffnung f&#252;r diese Bewegung. Dies ist die erste wahrhaft unabh&#228;ngige libanesische Bewegung f&#252;r eine Ver&#228;nderung seit ich geboren bin und die Teilnehmer geh&#246;ren jeder Sekte an. Die Identit&#228;tspolitik, welche normalerweise die politische B&#252;hne im Libanon dominiert, muss in den Hintergrund treten in Anbetracht von Leuten, welche zusammenkommen, um f&#252;r die direkte materielle Verbesserung ihrer Leben zu k&#228;mpfen. Diese Bewegung wird allerdings zum Scheitern verurteilt sein, wenn ihre &#8222;Anf&#252;hrer&#8220; &#8211; d.h. jene, welche eine Plattform bekommen, um in ihrem Namen zu sprechen &#8211; weiterhin die Teilnahme von Angeh&#246;rigen der Arbeiterklasse an diesen Protesten verhindern, indem sie sich mit den Sicherheitskr&#228;ften gegen sogenannte Eindringlinge verb&#252;nden. Langfristig ist es klar, dass es nicht weniger als den kompletten Fall dieses Regimes, seiner Milizen und seiner andauernden sozio&#246;konomischen Bedingungen braucht, um uns Gerechtigkeit zu bringen. Wir haben immer noch einen sehr langen Weg vor uns, um dieses Ziel zu erreichen, und diese Bewegung allein wird es wom&#246;glich nicht erreichen. Doch zumindest wird sie jenen zeigen, welche aus dem Parlament und dem Serail straflos handeln, dass wir keine passive, unt&#228;tige Bev&#246;lkerung und dass ihre Handlungen nicht folgenlos sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mahmoud Mroueh&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://thenewinquiry.com/essays/scents-of-an-ending-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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