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		<title>Emilio Minassian - Gaza: &#8222;Eine extreme Militarisierung des Klassenkrieges in Israel-Pal&#228;stina&#8220;</title>
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&lt;p&gt;&#8222;Auf dieser Eskalationsstufe ist das Ziel des Krieges, die &#252;bersch&#252;ssigen Proletarier im Gazastreifen im Bombenhagel zu ertr&#228;nken, ohne einen anderen Zweck, als sie zu &#8218;beruhigen&#8216;, die Hierarchie, welche die menschlichen Gruppen in dieser Region der Welt trennt, in Erinnerung zu rufen. Ein Hund beisst, man schlachtet das Rudel.&#8220; &lt;br class='autobr' /&gt;
Interview mit Emilio Minassian, 30. Oktober 2023. &lt;br class='autobr' /&gt;
1. &lt;br class='autobr' /&gt;
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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/the_battle_of_gaza_312_bce.webp?1708104027' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='101' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&#8222;Auf dieser Eskalationsstufe ist das Ziel des Krieges, die &#252;bersch&#252;ssigen Proletarier im Gazastreifen im Bombenhagel zu ertr&#228;nken, ohne einen anderen Zweck, als sie zu &#8218;beruhigen&#8216;, die Hierarchie, welche die menschlichen Gruppen in dieser Region der Welt trennt, in Erinnerung zu rufen. Ein Hund beisst, man schlachtet das Rudel.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Interview mit Emilio Minassian, 30. Oktober 2023.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du interessierst dich schon lange f&#252;r das, was in Pal&#228;stina geschieht, ohne jedoch ein propal&#228;stinensischer Aktivist zu sein. Was hat eine an der Revolution orientierte Kritik zu dem, worum es dort geht, zu sagen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erstens w&#252;rde ich sagen, dass man sich bewusst sein sollte, dass es nicht zwei Lager gibt, ein pal&#228;stinensisches und ein israelisches. Diese Leute leben in ein und demselben Staat und sind Teil einer gleichen Volkswirtschaft. Innerhalb dieses gleichen, sagen wir israelisch-pal&#228;stinensischen Ganzen &#8211; das jedoch vollst&#228;ndig von Israel abh&#228;ngig ist &#8211; stehen die gesellschaftlichen Klassen nicht nur in Zusammenhang mit Unterschieden des rechtlichen Status auf der Grundlage ethnisch-religi&#246;ser Kriterien, sondern sie sind &#8222;in Zonen eingeteilt&#8220;. Der Gazastreifen hat sich zunehmend in ein &#8222;Reservat-Gef&#228;ngnis&#8220; verwandelt, wo zwei Millionen Proletarier eingepfercht und an den Rand des israelischen Kapitals gedr&#228;ngt worden sind. Doch letzteres bleibt in letzter Instanz ihr Meister. Die Bewohner des Gazastreifens benutzen die israelische W&#228;hrung, konsumieren israelische Waren und haben Identit&#228;tskarten, die von Israel ausgestellt worden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der gegenw&#228;rtige &#8222;Krieg&#8220; entspricht in Tat und Wahrheit einer extremen Militarisierung des Klassenkrieges.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein &#8222;Land f&#252;r zwei V&#246;lker&#8220;, diese Sichtweise auf die Situation in Israel-Pal&#228;stina ist abwegig. Nirgends auf der Welt geh&#246;rt das Land den V&#246;lkern. Es geh&#246;rt den Eigent&#252;mern. All das mag sehr theoretisch erscheinen, aber die blosse Existenz der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse verweist diese Idee der &#8222;Lager&#8220; an jene, welchen sie zugeh&#246;rt: die Anf&#252;hrer.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Fl&#252;chtlingslager im Westjordanland, die man als das schlagende Herz &#8222;Pal&#228;stinas&#8220; betrachten k&#246;nnte, sind weiterhin die Vorst&#228;dte Tel Avivs. W&#228;hrend ganzen Abenden h&#246;rte ich Tagesarbeitern eines der Lager zu, wie sie davon erz&#228;hlten, wie sich die Ethnisierung der Arbeitskraft auf den Baustellen der israelischen Hauptstadt ausbreitete: die j&#252;disch-aschkenasischen Bautr&#228;ger, die pal&#228;stinensischen Anbieter von 1948 f&#252;r den Durchgang der Arbeitskraft der besetzten Gebiete, die ebenfalls arabischsprachigen j&#252;disch-sephardischen Vorarbeiter usw. Und dann all die anderen importierten Proletarier: die Thail&#228;nder, die Chinesen und die Afrikaner, deren Situation, ohne Papiere, in Wirklichkeit am schlimmsten ist. All das kann sich nicht durchmischen, denn jede Gruppe hat einen unterschiedlichen Status und eine unterschiedliche Stellung in den Produktionsverh&#228;ltnissen. Doch diese Welten sind nicht por&#246;s, sie sind ineinander verschachtelt, sie schauen sich an, kennen sich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dutzende Thail&#228;nder, die rund um den Gazastreifen in der Landwirtschaft ausgebeutet werden, sind von der Hamas get&#246;tet und entf&#252;hrt worden. Anderen wird nun von den israelischen Chefs ihre L&#246;hne zur&#252;ckbehalten, um sie zu zwingen, in einem Kriegsgebiet zu arbeiten. Jede einigermassen konsequente Sozialkritik muss, wenn es um die Geschehnisse in Israel-Pal&#228;stina geht, auch den Standpunkt der thail&#228;ndischen Arbeiter ber&#252;cksichtigen. Dieses Land ist nicht minder daf&#252;r bestimmt, den thail&#228;ndischen Arbeiter zu geh&#246;ren als den pal&#228;stinensischen Proletariern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L&#228;uft es nicht ein bisschen darauf hinaus, eine Schwierigkeit zu umgehen, wenn man versucht, die &#8222;nationale Frage&#8220; in Israel-Pal&#228;stina aussen vor zu lassen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Israel hat es geschafft, eine einmalige Situation in der Welt hervorzubringen: die Integration eines seinerseits ethnisierten (&#8222;j&#252;dischen&#8220;) Proletariats in den Staat gegen den Rest des Proletariats, ebenfalls ethnisiert (&#8222;arabisch&#8220;). Der israelische Staat hat die Akkumulation des &#8222;nationalen&#8220; Kapitals in einer Rekordzeit und den Import des &#8222;nationalen&#8220; Proletariats organisiert, er hat sich zum W&#228;chter &#252;ber die Existenz und die Reproduktion desselben erhoben, da es in seiner Existenz selbst durch eine andere proletarische (&#8222;pal&#228;stinensische&#8220;) Randgruppe bedroht sei. Doch wenn man die Brille des Trugbildes des &#8222;Staates als Garant der Existenz der Leute&#8220; absetzt, zeigt sich, dass das j&#252;dische Proletariat Israels eine Art Kriegsbeute in den H&#228;nden desselben darstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gilt nicht aufseiten des pal&#228;stinensischen Proletariats, innerhalb welchem die Kampfdynamiken eine gewisse Autonomie bewahrt haben und auf komplexe Art und Weise mit den instrumentalen Logiken seiner nationalistischen politischen Umrahmung koexistieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es mag der Intuition widersprechen, aber ich denke, dass man die Hamas als Subunternehmer f&#252;r die Verwaltung des Proletariats im Gazastreifen betrachten muss. Wie ich es gesagt habe, letzteres ist, in letzter Instanz, vom israelischen Nationalkapital &#8222;abh&#228;ngig&#8220;. Solange dieses nicht die Entscheidung getroffen hat, die Entwicklung einer &#8222;pal&#228;stinensischen&#8220; kapitalistischen Entit&#228;t an seiner Seite zu erlauben, ist das Proletariat des Gazastreifens, sogar eingepfercht, Teil seiner Kreisl&#228;ufe. Doch diese Situation kann nicht ohne die Herausbildung einer externalisierten gesellschaftlichen Formation auskommen, die mit der Regulierung der Eingesperrten beauftragt ist &#8211; es gibt kein Gef&#228;ngnis ohne W&#228;rter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was geschieht, ist kein interimperialistischer Krieg. Es handelt sich im Wesentlichen um eine &#8222;innere Angelegenheit&#8220;, innerhalb welcher die &#8222;nationalen&#8220; Lager eine Ablenkung darstellen. In den gegenw&#228;rtigen Ereignissen gibt es keinen proletarischen Kampf. Die gemeinsam durch die Hamas und die israelische F&#252;hrungsschicht hervorgebrachte Militarisierung der Antagonismen bringt einen &#8222;Widerstand&#8220; hervor, der nicht die geringste Logik des autonomen proletarischen Kampfes enth&#228;lt, nicht einmal ansatzweise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht ein Krieg, sondern eine Verwaltung des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats mit den milit&#228;rischen Mitteln des totalen Krieges seitens eines demokratischen und zivilisierten Staates, der zum zentralen Block der Akkumulation geh&#246;rt. Diese Tausenden von Toten dort scheinen meines Erachtens eine besondere Bedeutung zu haben. Sie skizzieren ein erschreckendes Bild der Zukunft &#8211; der kommenden Krisen des Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber eine Verwaltung des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats durch Bombenteppiche macht das, was gegenw&#228;rtig geschieht, durch die Art und Weise, wie sie durch die Gesamtheit der zentralen Staaten der kapitalistischen Landkarte als legitim betrachtet wird, zum Teil einer globalen Offensive. In Frankreich ist dieser globale Charakter besonders auff&#228;llig: Wir sind in eine Phase eingetreten, wo sogar politische Formulierungen hinter humanistischen Losungen niedergehalten werden &#8211; sobald sie auf eine Strassenaktivit&#228;t der gef&#228;hrlichen Klassen treffen k&#246;nnten. Es gibt keinen &#8222;Import&#8220; des Konflikts. Es ist eine globale Offensive. In diesem Sinne findet der Kampf f&#252;r uns in Frankreich sehr wohl hier statt, gegen Frankreich. Wir m&#252;ssen stets unsere eigene Nation verraten, sobald es m&#246;glich ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was hat die Hamas in einer solchen Situation zu gewinnen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor dem 7. Oktober war meine Auffassung der Situation die folgende. Einerseits eine Offensive der kolonialen &#228;usseren Rechten, zugleich um das Westjordanland zu annektieren und die Hebel der Macht des israelischen Staates an sich zu reissen. Andererseits zwei pal&#228;stinensische Staatsapparate, die nur von Renten leben und deren einziges Interesse ihre eigene Reproduktion als solche ist. Ich dachte, dass sich diese M&#228;chte in einem Verteidigungskampf bef&#228;nden und sich allen voran auf eine Konfrontation mit einem Kontrollverlust &#252;ber die von ihnen verwalteten Bev&#246;lkerungen vorbereiten w&#252;rden, sowohl im Gazastreifen als auch im Westjordanland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All meine Gespr&#228;chspartner im Westjordanland, seien sie linke Akademiker oder bewaffnete Subproletarier, sagten mir vor einigen Monaten: &#8222;Die Hamas unterst&#252;tzt den Widerstand vor Ort nicht. Sie denkt nur an ihre eigenen Interessen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und tats&#228;chlich verhielt sich die Hamas nicht wie eine Kampforganisation, sondern wie eine milit&#228;rische Struktur, wie ein Staat. Doch was ihre Operation besonders macht, ist die Tatsache, dass sie notwendigerweise die Perspektive einer israelischen Antwort enthielt, gegen&#252;ber welcher sie in einer Situation gewaltiger Unterlegenheit sein w&#252;rde. Die Hamas verh&#228;lt sich wie ein Staat, aber ohne die Mittel eines Staates, und sie opfert einen Teil der Interessen eines Teils ihres Apparats und ihrer gesellschaftlichen Basis im Gazastreifen in der Hoffnung, in der Zukunft mehr daf&#252;r zu erhalten. Viele Anf&#252;hrer werden ausserdem in dieser Geschichte ihr Leben verlieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Operation am 7. Oktober stellt seitens einer herrschenden Klasse ein erstaunliches Verhalten dar, das sich jedoch meines Erachtens in erster Linie durch die Widerspr&#252;che innerhalb der Hamas selbst erkl&#228;ren l&#228;sst. Es ist eine Hypothese, aber es ist nicht undenkbar, dass die Operation am 7. Oktober durch den bewaffneten Fl&#252;gel der Hamas ohne grosse Absprache mit der politischen F&#252;hrung konzipiert worden ist. (Man kann sich auch vorstellen, dass die Gr&#246;sse der &#214;ffnung in der Mauer die Planer des Angriffs selbst &#252;berrascht hat, die vielleicht urspr&#252;nglich versuchten, eine Art Selbstmordangriff auszuf&#252;hren, ohne mit einem derartigen milit&#228;rischen Zusammenbruch Israels zu rechnen, der den Weg f&#252;r umfangreiche Massaker geebnet hat.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Operation der Hamas ist &#252;berhaupt nicht aus einem fanatischen millenaristischen Wahn entstanden. Es ist eine riskante Wette, die jedoch Fr&#252;chte tragen kann. Die f&#252;r Israel verf&#252;gbaren Optionen sind begrenzt. Es gibt den Verhandlungsweg, jenen des regionalen Krieges und nicht viel dazwischen. Doch es bleibt eine Herausforderung, denn es ist nicht sicher, dass sich der israelische Staat und das israelische Kapital f&#252;r eine Stabilisierung entscheiden werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf jeden Fall ist die Etappe &#8222;Massaker&#8220; durch Bombenteppich unvermeidbar, aber das ist eine andere Frage, f&#252;r die Anf&#252;hrer ist es selbstverst&#228;ndlich die geringste ihrer Sorgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Du sagst, dass sich die Hamas wie ein Staat verh&#228;lt, aber ohne die Mittel dazu zu haben. Du sagst auch, dass sie gewisse ihrer Interessen opfert, um danach mehr zu haben. Kannst du das pr&#228;zisieren?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schlicht und einfach die Anerkennung im Rahmen der Verhandlungen. Wohl kaum f&#252;r ein Friedensabkommen, soweit sind wir nicht und in Wirklichkeit denke ich, dass weder die Hamas noch Israel an einem umfassenden solchen Abkommen interessiert sind. Doch die Vernichtung der Hamas ist vom israelischen Standpunkt aus nicht ernsthaft vorstellbar. Indem sie ihre milit&#228;rische Kapazit&#228;t zeigt, versucht die Hamas, sich als unumg&#228;nglich im regionalen Kr&#228;fteverh&#228;ltnis zu zeigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Scheitern der Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA die letzten Jahre zeigt, dass wir uns nicht in einer Zeit der &#8222;L&#246;sungen&#8220; befinden. F&#252;r die Hamas geht es darum, das sagen alle, die amerikanische L&#246;sung eines israelisch-saudischen Abkommens zu blockieren. Was sie dabei gewinnen kann, ist erst einmal, dass sie sich als Gespr&#228;chspartner f&#252;r die arabischen L&#228;nder in der Region aufdr&#228;ngt und die PLO [Pal&#228;stinensische Befreiungsorganisation, wovon die Fatah Teil ist, aber auch die Volksfront zur Befreiung Pal&#228;stinas (PFLP)] im Westjordanland und im Libanon weiter marginalisiert. Somit gewinnt sie kleine Marktanteile der pal&#228;stinensischen Repr&#228;sentation zulasten ihres Konkurrenten, der PLO.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sind die auf dem Spiel stehenden Interessen tats&#228;chlich so eng begrenzt?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich weiss nicht wirklich, wie ich auf diese Frage antworten soll. Selbstverst&#228;ndlich muss diese Milit&#228;roperation und der dadurch ausgel&#246;ste Krieg auch vor dem Hintergrund eines globalen Kontexts betrachtet werden, wo die kapitalistischen Regulationskan&#228;le dabei sind, vor die Hunde zu gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Krieg ist meiner Ansicht nach immer ein Versuch, die kapitalistische Verwertungskrise als Operation der Desakkumulation zu l&#246;sen. Doch er ist auch Ausdruck der Umw&#228;lzung des Gleichgewichts des Verh&#228;ltnisses zwischen Staat und Kapital. Er ist ein Krisenmoment, wo die Kontrolle des Kapitals, des globalen Kapitals, &#252;ber den Staat sich lockert zugunsten einer Aneignung gewisser besonderer kapitalistischer Sektoren durch den Staat, oder sogar durch Familienclans oder einzelne Politiker. Der Krieg zwischen Kapitalisten ist nicht nur ein Krieg zwischen Imperialismen. Er l&#228;sst diverse Akteure aneinandergeraten, die, da es keine Garantien mehr gibt, manchmal riskante Wetten eingehen, eine Karte spielen, um zu versuchen, von der Umw&#228;lzung der vorhandenen Kr&#228;fte zu profitieren. Wir k&#246;nnen eine solche Verkettung seit dem Krieg in der Ukraine beobachten. Die eingefrorenen Fronten erwachen: Wir hatten Bergkarabach, jetzt ist es Gaza.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Generalst&#228;be schreiten voran, versuchen Pl&#228;ne, testen die Widerst&#228;nde, springen ins kalte Wasser. Das ist es, was sie spontan tun m&#246;chten, die ganze Zeit. Was uns seit zwei Jahren &#252;berrascht, ist die Tatsache, dass die sie zuvor zur&#252;ckhaltenden Schutzmechanismen nicht mehr zu greifen scheinen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was ist das Wesen der Herrschaft der Hamas &#252;ber die Leute in Gaza? Wie sichert sie ihre Macht, was haben ihre Anf&#252;hrer davon, welche (offenen oder nicht offenen) Verbindungen unterh&#228;lt sie zu Israel?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hamas ist aus der Bewegung der Muslimbr&#252;der entstanden. Wie ein bisschen &#252;berall in der arabischen Welt entwickelt sie sich vor Ort und in der Diaspora innerhalb des pal&#228;stinensischen Kleinb&#252;rgertums. Seit ihrem Einstieg in den Kampf gegen Israel, beg&#252;nstigt von der Ersten Intifada, hat sich ihre soziale Basis auf proletarischere Segmente erweitert, bevor die Kontrolle &#252;ber das Territorium Gazas und ihre Militarisierung ihr Wesen zutiefst ver&#228;ndern. Sie war pl&#246;tzlich, wie wir es gesagt haben, in der Position eines Staatsapparats, mit der Notwendigkeit, viele verschiedene und antagonistische Interessen diverser Gruppen zu integrieren, mit ihnen zu jonglieren und Schiedsrichter &#252;ber sie zu sein. Und, parallel dazu, da Gaza nicht ein richtiger Staat ist, hat sich die Hamas auch in eine Milizpartei verwandelt, vergleichbar mit der Hisbollah im Libanon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese doppelte Entwicklung hat eine widerspr&#252;chliche Dimension. Ich stelle die Hypothese auf, dass der gegenw&#228;rtige Krieg gewissermassen den Sieg der zweiten Logik &#252;ber die erste darstellt. Der bewaffnete Arm hat den Staatsapparat und die milit&#228;rischen Rentenkreisl&#228;ufe (aus dem Iran) haben die zivilen Rentenkreisl&#228;ufe (aus Katar) verdr&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hamas ist eine interklassistische Bewegung, was ihr erratisches Handeln erkl&#228;rt. Die Handelsbourgeoisie im Westjordanland hat sich Mitte der 2000er Jahre massiv zu ihr bekannt; die Bewegung hat die Parlamentswahlen 2006 als Partei der Ordnung gewonnen; sie versprach, die chaotische Sicherheitslage unter Kontrolle zu bringen, und sie garantierte die herrschende Ordnung mit einer auf der Wohlt&#228;tigkeit basierenden Umverteilung. Sie erschien paradoxerweise als Gegnerin der Intifada und die Mehrheit der Notabeln der beiden wirtschaftlichen Zentren des Westjordanlands, Nablus und Hebron, unterst&#252;tzten sie damals, w&#228;hrend sie mit jordanischen Wirtschaftsinteressen verbunden blieben. Die Hamas hat die gleichen Parlamentswahlen in Gaza gewonnen, aber indem sie Widerstandsparolen hervorhob und zur milit&#228;rischen Einreihung aufrief und somit das Lumpenproletariat der Fl&#252;chtlingslager ansprach. Nicht in einer Logik des Aufstands oder der sozialen Bewegung, sondern in einer des milit&#228;rischen Klientelismus. Im Gegensatz zum Westjordanland gibt es im Gazastreifen keine urbane Handelsbourgeoisie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Interklassismus ist seither weitergegangen. Die Hamas hantiert weiterhin mit widerspr&#252;chlichen Logiken der Mobilisierung. Der Anf&#252;hrer ihres bewaffneten Arms, Mohammed Deif, ist eine Art mythische Ikone, ein &#220;berlebender etlicher gezielter Mordversuche. Er wird zum James Bond erhoben, um zu den Teenagern in den Fl&#252;chtlingslagern zu sprechen, w&#228;hrend die Anf&#252;hrer in Anzug und Krawatte ihre Zeit in den F&#252;nfsternehotels in Katar vertreiben und sich mit Ministern und Kapitalisten der arabischen und t&#252;rkischen Welt fein verk&#246;stigen. Und wenn die Fraktion um Mohammed Deif eine Operation wie jene am 7. Oktober lanciert, l&#228;sst sie die Anzug- und Krawattenfraktion machen, denn sie hofft im Geheimen, dass sie in den diplomatischen Verhandlungszimmern die Fr&#252;chte davon ernten kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich bin vorsichtiger betreffend dessen, was die Kompradorenbourgeoisie von Gaza-Stadt davon h&#228;lt, w&#228;hrend ihre Villen von den Bomben zerst&#246;rt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was sind die Eigenschaften der Ausbeutung der Proletarier im Gazastreifen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich habe ziemlich viel Zeit im Westjordanland verbracht, aber ich kenne den Gazastreifen nicht direkt. Aufgrund seiner politischen und geographischen Situation gleich neben einem Raum intensiver kapitalistischer Akkumulation k&#246;nnte man sagen, dass der Gazastreifen ein grosser &#8222;M&#252;lleimer&#8220; Israels ist. Doch sogar in den M&#252;lleimern der Kapitalisten gibt es gesellschaftliche Spaltungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ist es unter dem Strich eine Art Ghetto? Konkret, haben die Proletarier im Gazastreifen Arbeit (formell oder auch nicht) oder m&#252;ssen sie mehrheitlich als &#252;bersch&#252;ssig betrachtet werden?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;&#220;bersch&#252;ssig&#8220; in dem Sinne, dass die Arbeit im Gazastreifen fast nirgends kapitalistische Akkumulation erlaubt. Die Kapitale, die dort zirkulieren, kommen im Wesentlichen aus Renten (und zwar aus sehr kleinen Renten): Rente der Aussenhilfe (Iran und Katar), Renten aus Monopolsituationen (die Tunnels). Die generierten Profite sind nicht das Resultat der Ausbeutung von Arbeit durch Kapitalisten. Reproduktion der Proletarier und Verwertung sind zwei unterschiedliche Prozesse, wie der b&#228;rtige Alte sagen w&#252;rde. Die Chefs sind grossmehrheitlich kleine Chefs und der Staat reguliert nichts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gazastreifen ist ein Raum, der in Bezug auf die Kreisl&#228;ufe der kapitalistischen Verwertung komplett abseits steht, wie viele andere Peripherien der Welt. Es gibt keine &#8222;nationale Bourgeoisie&#8220;, denn es gibt keine Kapitale aus dem Gazastreifen. Es gibt auch keine &#8222;traditionelle Bourgeoisie&#8220;, wie im Westjordanland oder Jerusalem &#8211; diese alten Familien, die auf einem verstaubten alten Handels- und Bodenkapital sitzen, das jedoch in den gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen noch wirksam ist. Im Gazastreifen gibt es hingegen sehr wohl eine neue Form der &#8222;Kompradorenbourgeoisie&#8220;, die auf Zirkulationsrenten sitzt. Sie ist jedoch keine Klasse im engen Sinne, sie ist eine gesellschaftliche Gruppe, die ein enormes Einkommen aus ihrer Stellung als Zwischenh&#228;ndlerin im Handel mit den ausl&#228;ndischen Kapitalisten zieht (im Gegensatz zu einer Bourgeoisie, die ein Interesse an der Entwicklung einer National&#246;konomie hat).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Teil dieser Bourgeoisie ist deckungsgleich mit dem politischen Apparat der Hamas, denn die zirkulierenden Kapitale kommen zu einem grossen Teil von einer geopolitischen Rente, sie kommen von Staaten wie Katar und dem Iran. Doch es gibt auch andere Renten, zum Beispiel jene, die mit der Grenzzirkulation mit &#196;gypten zusammenh&#228;ngen. Aus den Schmuggeltunneln sind Verm&#246;gen entstanden und hier handelt es sich eher um die Figur des globalisierten Feudalherren &#8211; typischerweise ein Verh&#228;ltnis zwischen Chef und Arbeiter. Es kam 2007 zu heftigen bewaffneten Konfrontationen zwischen gesellschaftlichen Clanstrukturen und dem politisch-milit&#228;rischen Apparat der Hamas in Rafah, im S&#252;den des Gazastreifens, es ging um die Besteuerung der Warenzirkulation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hamas ist, im Gegensatz zur Pal&#228;stinensischen Autonomiebeh&#246;rde (PA), nicht verantwortlich f&#252;r die &#246;ffentlichen Dienste, sie zahlt die L&#246;hne nicht: Diese werden immer noch von der PA gezahlt. Das ist &#252;brigens Gegenstand permanenter Erpressung: Die PA friert die L&#246;hne der Funktion&#228;re in Gaza regelm&#228;ssig ein oder reduziert sie, um die Hamas zu schw&#228;chen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kommt auch regelm&#228;ssig, und wahrscheinlich zumindest teilweise als Folge davon, zu &#8222;sozialen&#8220; Mobilisierungen, die W&#252;rde fordern &#8211; typischerweise Wasser, Elektrizit&#228;t und die L&#246;hne. Die Hamas schl&#228;gt sie nieder, auf mehr oder weniger heftige Art und Weise, aber immer mit einer gewissen Zur&#252;ckhaltung, die einem zum Schluss kommen l&#228;sst, dass sie kein &#214;l ins Feuer giessen will. Die gegenw&#228;rtige milit&#228;rische Offensive folgt auf eine Episode dieser Art, die sich diesen Sommer abgespielt hat. Es ist leicht vorstellbar, dass es eine Verbindung zwischen diesen beiden Arten von Ereignissen gibt oder dass sie zumindest einer gewissen Logik unterliegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Protest gegen die verwaltende Hamas und die Unterst&#252;tzung f&#252;r die k&#228;mpfende Hamas sind &#252;berhaupt keine Gegens&#228;tze. Erstere greift deine W&#252;rde an, w&#228;hrend letztere sie r&#228;cht. Ohne die k&#228;mpfende Hamas w&#228;re die verwaltende Hamas im Gazastreifen wahrscheinlich mit bedeutenderen Protesten konfrontiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Du sagst, dass du das Westjordanland besser &#8222;kennst&#8220; als den Gazastreifen. Gibt es zwischen diesen beiden Territorien bedeutende Unterschiede oder handelt es sich im Gegenteil um zwei Varianten einer gleichen Logik?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gazastreifen ist seit Langem dieser &#8222;M&#252;lleimer&#8220; f&#252;r &#220;bersch&#252;ssige, den ich vorher angesprochen habe. Ein winziges Territorium, in das 1947-1948 ein Fl&#252;chtlingsstrom gedr&#228;ngt wurde, der die lokale, haupts&#228;chlich b&#228;uerliche Bev&#246;lkerung &#252;berschwemmt hat. Es gibt dort &#252;berhaupt keine Rohstoffe. Im Westjordanland ist die Klassenbildung anders, mit St&#228;dten und Notabeln. Und es gibt landwirtschaftliche und hydraulische Ressourcen, die Israel sich aneignet. Die L&#246;hne sind doppelt so hoch, es gibt einige Industrien, die auf der relativen Integration der Kompradorenklasse der PA in das israelische Kapital basieren. Die Fatah, welche die St&#228;dte regiert, ist eine Partei, die keine gesellschaftliche Koh&#228;renz mehr hat. Sie hat 2006 die Wahlen gegen die Hamas verloren. Durch einen von Israel und den USA unterst&#252;tzten Gewaltstreich 2007 konnte sie die Hebel der &#246;ffentlichen Macht in den St&#228;dten des Westjordanlands behalten, indem sie den Gazastreifen der Hamas &#8222;&#252;berliess&#8220;. Seither hat sie keine auch nur irgendwie auf eine demokratische Prozedur gr&#252;ndende Legitimit&#228;t mehr. Ihre Macht basiert auf der Zusammenarbeit mit Israel, die hinter einem hohl t&#246;nenden nationalistischen Diskurs verschleiert wird. Sie regiert Enklaven, die voneinander getrennt und immer mehr von der Kolonialisierung umzingelt sind, die israelische Armee dringt regelm&#228;ssig in sie ein. Was das Proletariat des Westjordanlands betrifft, ist es st&#228;rker ins Kapital Israels integriert als jenes des Gazastreifens. Viele pal&#228;stinensische Arbeiter malochen, legal oder illegal, im israelischen Territorium oder in den Kolonien. Sie unterhalten wirtschaftliche Beziehungen zu den Pal&#228;stinensern von 1948, welche die israelische Staatsb&#252;rgerschaft haben, und sprechen h&#228;ufig hebr&#228;isch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Was geschieht aktuell im Westjordanland? Was macht die Fatah? Gibt es gesellschaftliche oder politische Kr&#228;fte, die einen mehr oder weniger proletarischen Charakter haben und im Moment der Krise gest&#228;rkt daraus hervorgehen k&#246;nnten?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Gazastreifen scheint mir im Moment hinsichtlich der M&#246;glichkeiten einer proletarischen Aktivit&#228;t verloren. Das Gleiche gilt nicht f&#252;r die St&#228;dte des Westjordanlands, wo der innerpal&#228;stinensische Kampf um die politische Kontrolle seit Jahren mit autonomen Manifestationen des Klassenkampfes einhergeht. Die soziale Kontrolle wird gemeinsam durch einen von Israel abh&#228;ngigen Kompradorenkapitalisten gehaltenen Sicherheitsapparat und urbanen, mit Jordanien verbundenen Baronien garantiert. Die Koh&#228;renz dieser Klasse l&#246;st sich immer mehr auf, die Fatah reguliert &#252;berhaupt nichts mehr und alle versuchen, ihre Hochburgen zulasten anderer zu verteidigen. Das erwartete Ereignis, welches all das regeln sollte, war der Tod des paranoiden Dinosauriers Mahmud Abbas, aber jetzt wird notwendigerweise alles schneller gehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hamas ist im Westjordanland seit 15 Jahren im Stand-by-Betrieb. Nicht die geringste direkte &#246;ffentliche oder milit&#228;rische Aktivit&#228;t. Sie unterh&#228;lt Loyalit&#228;ten, aber diskret. Die bewaffneten Gruppen, die im Norden (Nablus, Jenin, Tulkarem) aufgetaucht sind, sind nicht mit ihr verbunden. Diese Passivit&#228;t erweckte den Eindruck, dass die Hamas die Situation akzeptiert hat und den Status Quo nicht zerst&#246;ren wollte. Innerhalb der bewaffneten Gruppen in den Fl&#252;chtlingslagern verschaffte ihr das einen schlechten Ruf: Sie sei die Kehrseite der Fatah, eine grosse Klappe, nichts dahinter, andere politische Interessen als jene des Volkes. Und dann diese Operation: Sie &#228;ndert eindeutig die Voraussetzungen hinsichtlich der Wahrnehmung. Ihr Image, ob man das will oder nicht, wird davon betr&#228;chtlich aufpoliert sein. Jetzt schon sieht man die Fahne der Hamas ziemlich &#252;berall an den Demos wehen, was vor einem Monat unvorstellbar gewesen w&#228;re. Wird die Hamas direkt die Macht der PA im Westjordanland infrage stellen? Das ist wenig wahrscheinlich, weil ihre Aktivit&#228;ten nicht nur von der PA strikt &#252;berwacht werden, sondern auch von Israel, und die pal&#228;stinensischen Enklaven im Westjordanland kein koh&#228;rentes Territorium bilden, es kann nicht milit&#228;risch gehalten werden, ohne das mit der israelischen Armee zu verhandeln. Doch sie kann ihre Strategie &#228;ndern und die Aktivit&#228;ten der bewaffneten Gruppen auf die eine oder andere Art und Weise unterst&#252;tzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was auch immer geschehen mag, die Dinge werden sich notwendigerweise ver&#228;ndern. Die PA wird M&#252;he haben, bez&#252;glich der Sicherheit die Kontrolle zu behalten. Die Koh&#228;renz der politischen Klasse der Sicherheitspolitik wird einer schweren Belastung ausgesetzt sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Armee und die Siedler haben parallel zur Offensive im Gazastreifen eine Reihe von Angriffen im Westjordanland lanciert. Diese Offensive wird an Intensit&#228;t gewinnen und von diversen Massakern begleitet sein, sie werden &#246;rtlich begrenzter, aber wahrscheinlich auch st&#228;rker &#8222;selbstorganisiert&#8220; als im Gazastreifen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt also etliche Gr&#252;nde, beunruhigt zu sein. Aber ich hoffe irgendwie auch, dass sich ein Raum f&#252;r autonome K&#228;mpfe er&#246;ffnet und die durch die PA in den letzten 15-20 Jahren hervorgebrachte Ohnmacht der Repression und des Klientelismus beendet &#8211; dass ein Zusammenbruch der pal&#228;stinensischen Sicherheitskr&#228;fte die seit Jahren erwartete soziale Explosion erm&#246;glicht. Die Klassenverh&#228;ltnisse im Westjordanland sind von einer aussergew&#246;hnlichen Gewalt gepr&#228;gt. Die dortige Bourgeoisie hat lange von der Situation der Zusammenarbeit mit Israel profitiert, sie hat sich die Taschen gef&#252;llt, es w&#228;re angebracht, dass sie ein bisschen beginnt zu zittern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Seit einer Weile gibt es einen sozialen Protest in Israel gegen Netanjahu und besonders gegen seine Justizreform. Welche Folgen haben diese K&#228;mpfe (falls &#252;berhaupt) in der aktuellen Situation? Inwiefern dr&#252;ckt der &#8222;zivile&#8220; Widerstand der israelischen Bev&#246;lkerung (zum Beispiel die j&#252;ngsten K&#228;mpfe gegen die Justizreform) einen solchen Anspruch aus?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Krieg scheint mir auch Ausdruck eines Verlusts der Koh&#228;renz der kapitalistischen Klasse zu sein; und gleichzeitig kaschiert die milit&#228;rische Einheit denselben. Der milit&#228;rische Zusammenbruch Israels am 7. Oktober scheint weitgehend eine Folge des Kampfes innerhalb der kapitalistischen Klasse Israels zu sein, ein Kampf, der zum ersten Mal auch die milit&#228;rische Institution erreicht hat. In den letzten Monaten war der Kampf sehr intensiv und er hat sich auf der Strasse ausgedr&#252;ckt. Das alte Israel, aschkenasisch, b&#252;rgerlich, laizistisch und milit&#228;risch, das in Tel Aviv vertikal akkumuliert, ist mit der &#228;usseren Rechten an der Macht konfrontiert gewesen, letztere ist sephardisch, revanchistisch und akkumuliert horizontal in den H&#252;geln des Westjordanlands. Aber in diesen Demos ist nie etwas Proletarisches &#252;ber die Ufer getreten. Schlimmer: Nichts Demokratisches, im Sinne von &#8222;zivil&#8220;, wie du es formulierst. Das Proletariat in Israel, das zwar ein hohes Niveau der Ausbeutung erdulden muss, ist durch seine existenzielle Integration in den Milit&#228;rstaat mundtot gemacht worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die kriegerische nationale Einheit kehrt diesen Kampf innerhalb der herrschenden Klasse provisorisch unter den Teppich: Alle sind einverstanden mit einem Bombenteppich im Gazastreifen; und auch mit der Durchsetzung einer rigiden Sicherheitspolitik. Seit der Generalmobilmachung ist die Jagd auf den inneren Feind er&#246;ffnet. Sie betrifft die wenigen Linken, die noch &#252;brig geblieben sind, aber auch und zuallererst das muslimische Proletariat (die Pal&#228;stinenser von 1948), deren kleinste Solidarit&#228;tsbekundung mit den Opfern der wahllosen Bombenangriffe verfolgt wird. Was wird in einigen Monaten geschehen? Wird der Krieg dazu f&#252;hren, dass die herrschende Klasse auf die Linie der Partei der Siedler einschwenkt? Letztere ist, obwohl sie von der Mehrheit der Bourgeoisie f&#252;r ihre religi&#246;se R&#252;ckst&#228;ndigkeit verachtet wird, nichtsdestotrotz am ehesten im Einklang mit einer auf eine auf die Jagd auf Araber ausgerichteten Mobilisierung, die wohl nicht so schnell aufh&#246;ren wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denkst du, dass die rein koloniale Lesart stichhaltig ist, um die Beziehungen zwischen Israel und dem pal&#228;stinensischen Proletariat zu definieren?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ja und nein, nat&#252;rlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind in einer Situation, wo das, was auf dem Spiel steht, weniger die Ausbeutung einer eingeborenen Arbeitskraft als die Verwaltung einer &#252;bersch&#252;ssigen proletarischen Bev&#246;lkerung ist, in Verh&#228;ltnissen, die innerhalb der Zentren der kapitalistischen Akkumulation einmalig sind. F&#252;r jeden Arbeiter mit einem Arbeitsvertrag in Israel gibt es einen anderen, der in den grossen geschlossenen Vorst&#228;dten festsitzt, welche die Bev&#246;lkerungszentren unter pal&#228;stinensischer Gesetzgebung darstellen: der Gazastreifen und die St&#228;dte des Westjordanlands. Das macht fast f&#252;nf Millionen Proletarier, die einige Kilometer von Tel Aviv entfernt eingepfercht sind, sie sind unsichtbar, leben vom Verkauf ihrer Arbeitskraft von einem Tag auf den anderen und werden von Soldaten bewacht, damit sie ihre K&#228;fige nicht verlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese grosse Einsperrung, diese Operation der Trennung zwischen n&#252;tzlichen und &#252;bersch&#252;ssigen Proletariern auf einer ethnisch-religi&#246;sen Grundlage beginnt zeitgleich mit dem Friedensprozess, der in Wirklichkeit ein Prozess der Externalisierung der sozialen Kontrolle der &#220;bersch&#252;ssigen ist. Zuvor, in den 1970er-1980er Jahren, waren die Pal&#228;stinenser massiv vom israelischen Kapital angestellt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Sinne ist der Begriff &#8222;kolonial&#8220; irgendwie unpassend, um das gesellschaftliche Verh&#228;ltnis zu beschreiben, das seit dem Beginn der 1990er Jahre in Israel-Pal&#228;stina vorherrscht. Er hat zudem den Nachteil, dass er einen Gegensatz zwischen zwei nationalen Gebilden annimmt, die in Wirklichkeit zusammen hervorgebracht und reproduziert werden. Pal&#228;stinensische und israelische Proletarier sind Segmentierungen eines gleichen Ganzen. Was sich seit dem 7. Oktober abspielt, muss als eine Verhandlung durch Gewalt zwischen dem Subunternehmer aus dem Gazastreifen und seinem israelischen Arbeitgeber betrachtet werden. Dieser Aspekt muss in diesem Sinne klar von der Aktivit&#228;t des Kampfes der pal&#228;stinensischen Proletarier unterschieden werden, ihnen stehen in erster Linie die Subunternehmer der Hamas und der PA gegen&#252;ber. Dieser Kampf hat nie aufgeh&#246;rt, aber die nationale Einreihung wird ihm einen harten Schlag versetzen, zumindest im Gazastreifen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jenseits jeglicher moralischen Betrachtung scheint mir der Begriff &#8222;Widerstand&#8220;, der auf die koloniale Vorstellungswelt verweist, unangebracht, um die Milit&#228;roperation am 7. Oktober zu beschreiben: Die Interessen der Hamas sind nicht jene der Proletarier, sind nicht jene &#8211; um das geltende Vokabular zu &#252;bernehmen &#8211; des &#8222;pal&#228;stinensischen Volkes&#8220;. Die Proletarier im Gazastreifen, was auch immer das Resultat dieser Verhandlung sein mag, werden im Wesentlichen jene sein, welche geopfert werden &#8211; sie werden es schon jetzt. Falls sich Israel gegenw&#228;rtig dermassen im Aufwind f&#252;hlen w&#252;rde, um sich seines Subunternehmers zu entledigen, w&#252;rde das bedeuten, dass es bereit w&#228;re, sich der &#252;bersch&#252;ssigen Proletarier im Gazastreifen zu entledigen. Das Eine geht nicht ohne das Andere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andererseits denke ich jedoch, dass man nicht ohne eine koloniale Lesart auskommen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Israel hat diese europ&#228;ische Logik geerbt, die darin besteht, die Arbeitskraft auf der Grundlage rassischer Kriterien zu &#8222;vertieren&#8220;, eine Grenze zwischen zivilisierter und pr&#228;zivilisierter Welt zu ziehen. Dieses Paradigma l&#228;uft in Israel auf Hochtouren und auf eingestandene Art und Weise. Gegenw&#228;rtig massakriert man die Bewohner des Gazastreifens gem&#228;ss dieser Logik: Man ertr&#228;nkt sie im Bombenhagel ohne ein anderes politisches Ziel, als sie zu &#8222;beruhigen&#8220;, die Hierarchie, welche die menschlichen Gruppen in dieser Region der Welt trennt, in Erinnerung zu rufen. Ein Hund beisst, man schlachtet das Rudel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es muss daran erinnert werden, das die Grenzen zwischen dem Zivilisierten und dem Tierischen unbest&#228;ndig sind. Sie galten und gelten immer noch innerhalb der j&#252;disch-israelischen Staatsb&#252;rgerschaft. Die arabischen (Mizrachim) und die &#228;thiopischen (Falascha) Juden waren lange auf der schlechten Seite der Grenze und stellen eine Art eingeborene Hilfskr&#228;fte zur Beruhigung anderer Eingeborener dar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Koloniale, als Erbe der kolonialen Periode im eigentlichen Sinne, erzeugt eine Art &#8222;Trieb&#246;konomie&#8220;, rund um welche sich die Konstruktion gesellschaftlicher Kategorien verknotet &#8211; und das ist &#252;brigens nur das vergr&#246;sserte Bild dessen, was in der Gesamtheit der aus den zentralen L&#228;ndern der kapitalistischen Akkumulation bestehenden &#8222;Festung&#8220; geschieht, man sieht es mit dem unmittelbaren Transfer des &#8222;Krieges der Zivilisationen&#8220; nach Frankreich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Dynamik und ihre Logik der Zur&#252;cklegung der &#252;bersch&#252;ssigen Proletarier f&#252;hren eine Menge an auf Erniedrigung basierender Affekte mit sich. In Anbetracht der Unm&#246;glichkeit, das gesellschaftliche Verh&#228;ltnis kollektiv zu beeinflussen, bringt die Ohnmacht eine doppelte Logik des Ressentiments hervor: Streben nach Anerkennung einerseits, nach Rache andererseits.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sie keine Bourgeoisie haben, auf die sie sich st&#252;tzen, und kein Proletariat, das sie selber ausbeuten, sind Politiker wie jene der Hamas dazu veranlasst, sich auf die Ausbeutung dieser Affekte zu st&#252;tzen, sie werden &#8211; wohl oder &#252;bel &#8211; zur Inkarnation davon.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Um auf Israel zur&#252;ckzukommen, wenn man davon ausgeht, dass die kapitalistische Akkumulation weitgehend auf der permanenten &#8222;Kriegswirtschaft&#8220;, der Aneignung von Boden und der Ausbeutung des mehr oder weniger formellen pal&#228;stinensischen Proletariats gr&#252;ndet, muss dann jegliche &#8222;L&#246;sung&#8220; (z.B. die &#8222;Zweistaatenl&#246;sung&#8220;) als absolut unm&#246;glich betrachtet werden?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab den 1990er Jahren, als Israel sich der Verwaltung der pal&#228;stinensischen Arbeitskraft in den besetzten Gebieten entledigen will, wird sie einem Subunternehmer &#252;berlassen, der Pal&#228;stinensischen Autonomiebeh&#246;rde. Doch Israel respektiert jenen Vertrag nicht, welcher zu einer Form symbolischer Souver&#228;nit&#228;t h&#228;tte f&#252;hren sollen. Es behandelt seinen Subunternehmer schlecht. Dieser revoltiert also: Es ist die Zweite Intifada, wo sich der Kampf der PA gegen ihren Arbeitgeber und ein umfassender proletarischer Kampf gegen Israel und den Subunternehmer vermischen, letzterer wird jedoch durch die Einklemmung erstickt. Am Ende dieser historischen Sequenz spaltet sich das Subunternehmertum der PA. Ein schlecht behandelter, aber unterw&#252;rfiger Subunternehmer im Westjordanland; ein anderer schlecht behandelter und aufm&#252;pfiger im Gazastreifen. Die Hamas kann zwar als Feind behandelt werden, es ist aber offensichtlich, dass Israel in diesem Zusammenhang nicht ohne Subunternehmer auskommen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kommen wir kurz auf diesen Prozess und sein Scheitern zur&#252;ck. Warum haben die Kapitalisten die M&#246;glichkeit zum &#8222;Frieden&#8220;, die darin bestand, einen &#8222;nationalen Prozess&#8220; f&#252;r Pal&#228;stina im Gazastreifen und im Westjordanland zu unterst&#252;tzen, nicht genutzt? Was sie damals h&#228;tten bekommen k&#246;nnen, w&#228;re die &#214;ffnung eines regionalen Marktes mit den umliegenden L&#228;ndern und die M&#246;glichkeit f&#252;r Investitionen in L&#228;ndern mit billiger Arbeitskraft gewesen. Es h&#228;tte gereicht, der Autonomiebeh&#246;rde die Attribute eines Rumpfstaates zu &#252;berlassen, der mit ausgestreckten Armen von &#228;usseren Spendern unterst&#252;tzt worden und ein interner Markt geblieben w&#228;re. Die Antwort auf diese Frage ist meines Erachtens alles andere als klar. Ich stelle zwei Hypothesen auf. Die erste ist jene des Gewichts des &#8222;milit&#228;rischen&#8220; Kapitals, das durch die von den USA an Israel ausgezahlte milit&#228;rische Rente unterst&#252;tzt wird. Dieser milit&#228;rische Kapitalismus, der mit dem Sektor der Spitzentechnologie verbunden ist, ist &#252;ber die K&#246;pfe des regionalen Marktes hinweg international. Die zweite Hypothese stellt das Scheitern des Friedensprozesses in Zusammenhang mit dieser grossen Katastrophe, die der durch die USA in den 2000er Jahren unternommene Versuch der Umgestaltung des Mittleren Ostens darstellte. Somit h&#228;tte sich Israel in Erwartung der Verfl&#252;ssigung der Zirkulation der Kapitale in der Region auf milit&#228;rischem Wege gehalten, womit die Vorstellung einherging, dass es m&#246;glich sei, das Subunternehmertum zu haben, ohne gegen&#252;ber den bestehenden Beh&#246;rden in den pal&#228;stinensischen Reservaten auch nur irgendwie einzulenken. Das hat fast 20 Jahre lang funktioniert. In diesem Zusammenhang er&#246;ffnete sich sogar die Perspektive der &#214;ffnung neuer M&#228;rkte in der arabischen Welt (die sogenannten Abraham-Abkommen und die neuen Perspektiven einer Pax Americana mit Saudi-Arabien) und diese Situation ist nun wahrscheinlich geplatzt. Was sich am 7. Oktober gezeigt hat, ist, dass die Gleichung, alles haben zu wollen, nicht haltbar ist: Es wird n&#246;tig sein, mit den pal&#228;stinensischen Gef&#228;ngnisw&#228;chtern der pal&#228;stinensischen Reservate zu verhandeln, um die als Ghettos fungierenden Reservate auf ihrem Territorium zu z&#252;geln, oder sich ihnen zu entledigen, was eindeutig ein neues Kapitel in der Geschichte der kapitalistischen Gewalt in den L&#228;ndern des Blockes der zentralen Akkumulation er&#246;ffnen w&#252;rde. Das ist nicht unm&#246;glich. Es l&#228;sst einem erschaudern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ist die Idee eines &#8222;pal&#228;stinensischen Volkes&#8220; zur Umgehung der gesellschaftlichen Trennungen nicht trotzdem operativ, auch innerhalb der beherrschten Klassen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gesellschaftskritik ist meines Erachtens vor allen Dingen die Hervorbringung von Kategorien, die es erlauben, die Gegens&#228;tze in Begriffen der gesellschaftlichen Widerspr&#252;che zu denken. In einem Kontext wie jenem von Israel-Pal&#228;stina kann das scheinbar eine Operation sein, welche die zirkulierenden subjektiven Kategorien verbiegt, auf welchen sich die Affekte des Kampfes aufbauen, auf dem, was als Identit&#228;t wahrgenommen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Idee eines &#8222;pal&#228;stinensischen Volkes&#8220; als eine Israel entgegengesetzte Kategorie wirkt nat&#252;rlich in etlichen Bereichen: auf den Ausweispapieren und in dem meisten K&#246;pfen, auch als Art der Legitimierung der proletarischen K&#228;mpfe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber die Ethnisierung der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse hat eine Geschichte, die prim&#228;r jene der herrschenden Klassen ist: Es ist die Geschichte der Herausbildung einer kapitalistischen j&#252;dischen Bourgeoisie, die eine arabische feudale Handelsbourgeoisie vernichtet hat; die Fusion dieser Bourgeoisie mit einem Milit&#228;rstaat usw. Die Proletarier sind zwangsl&#228;ufig Teil dieser Ethnisierung der Gegens&#228;tze innerhalb der herrschenden Klasse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man darf nie vergessen, dass der &#8222;pal&#228;stinensische Kampf&#8220;, auch jener unter der Flagge der Hamas, vorrangig als von den herrschenden arabischen Klassen &#8211; oder jenen, die Teil davon wollen &#8211; gef&#252;hrter Kampf um ihre Integration ins israelische Kapital gelesen werden muss. Die Interessen der Proletarier, die sich manchmal unter dem Banner des nationalen Kampfes wiederfinden, sind in letzter Instanz im Widerspruch zu jenen ihrer Bourgeoisie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ich denke, dass man nicht mit dem &#8222;pal&#228;stinensischen Widerstand&#8220; solidarisch sein sollte, sondern mit den von Proletariern gegen die ihnen auferlegten Existenzbedingungen gef&#252;hrten K&#228;mpfen. Doch die Proletarier k&#228;mpfen unter jenen Flaggen, die sich ihnen anbieten. Man sollte nicht die Flagge anschauen, sondern die K&#228;mpfe selbst. Eine pal&#228;stinensische Fahne, oder sogar eine der Fatah oder der Hamas, sie alle sind potenziell Fahnen des Kampfes, die, je nach Kontext, den politischen Verwaltern entwischen. Im &#220;brigen ist es nicht, weil die Hamas islamistisch ist, dass man auf sie scheissen sollte, sondern weil sie ein Kontrollapparat &#252;ber das Proletariat ist, ein im Entstehen begriffener Staat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem mag diese Sozialkritik manchmal als unglaublich kalt und weit entfernt vom Erleben der K&#228;mpfe erscheinen, da werden andere Kategorien mobilisiert. Meine Rolle, wenn ich kalt von dialektischem Materialismus spreche, ist nicht die gleiche, wie jene, wenn die Situation sich vor meinen Augen abspielt, mit ihrer Gewalt, ihren K&#228;mpfen, ihren Subjektivit&#228;ten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L&#228;uft eine materialistische Kritik, in einem Kontext, der dermassen von Begriffen der Identifikation gen&#228;hrt ist, nicht Gefahr, als zu herausgel&#246;st zu erscheinen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es scheint mir, dass es in einem solchen Kontext nicht um eine Position geht, sondern um einen Standpunkt, eine Methode. Ein revolution&#228;rer Blick besteht in erster Linie darin, sich nicht blenden zu lassen von der Autonomisierung der durch die Linke gehandhabten Kategorien. Ich nehme zwei davon wahr, die im Moment in den Diskussionen ein der Dialektik zugewandtes Denken konstant zu erschlagen drohen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste ist der Reflex der Wehklage &#252;ber das Thema &#8222;das Proletariat ist nicht, wie wir es gerne h&#228;tten&#8220;: antisemitische muslimische Proletarier, rassistische j&#252;dische Proletarier. Abgesehen von der Tatsache, dass dieses Denken &#8211; das darin besteht, das Innere des Proletariers von einer intellektuellen Position aus zu betrachten &#8211; in ihrem Wesen b&#252;rgerlich ist, ist es besonders unangebracht in einer Situation eines Gegensatzes, wo sich nicht die geringste Form proletarischer Autonomie manifestiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was sich im Moment abspielt, ist einerseits eine Logik der Einreihung des Proletariats und andererseits ein pures Massaker &#252;bersch&#252;ssiger Proletarier. Gewisse werden also die gute alte Zeit zur&#252;ckw&#252;nschen, wo die politischen Formationen in Pal&#228;stina (und deshalb, so mutmasst man, das Volk selbst) links waren. Das scheint mir idiotisch. Die Ideologie der politischen Gruppen, sobald man davon ausgeht, dass diese insbesondere k&#228;mpfen, damit ihre Anf&#252;hrer sich als herrschende Klasse aufspielen und als solche reproduzieren, ist sekund&#228;r. Betreffend der Methoden m&#246;chte ich einfach daran erinnern, dass es ein Kommando der DFLP [Demokratische Front zur Befreiung Pal&#228;stinas] war, eine ideologisch extrem linke pal&#228;stinensische Formation (die mit Elementen der &#228;usseren Linken Israels verbunden war), die das Massaker an 22 Kindern in einer Schule in Ma'alot 1974 beging.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein zweiter problematischer Denkreflex besteht darin, die Metaphysik sich in die Analyse einschleichen zu lassen. Dieses metaphysische Denken ist in der Idee der erstarrenden und verbl&#252;ffenden Wiederholung enthalten. Sie ist in den Ausf&#252;hrungen &#252;ber die &#8222;Massaker an den Juden&#8220; am Werk; aber auch in jenen rund um die &#8222;pal&#228;stinensische Trag&#246;die&#8220;. Diese Ausf&#252;hrungen, die wom&#246;glich auf autonome Art und Weise im Innersten der Psyche entstehen, sind nichtsdestotrotz reine Produkte der Art und Weise, wie das b&#252;rgerliche Denken die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse in den Himmel der Ideen aussiedelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vergessen wir die Geschichten, sowohl die Farce als auch die Trag&#246;die. Die Geschichte wiederholt sich nicht: Die sich ausbreitenden Gegens&#228;tze sind &#252;berwiegend gegenw&#228;rtige Gegens&#228;tze.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://leserpentdemer.wordpress.com/2023/10/30/gaza-une-militarisation-extreme-de-la-guerre-de-classe-en-israel-palestine/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - ARTE zu Afghanistan: M&#228;rchen aus 1001 Nacht</title>
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&lt;p&gt;Die geographische Lage Afghanistans und der eigent&#252;mliche Charakter des Volkes verleihen dem Lande im Zusammenhang mit den Geschicken Zentralasiens eine politische Bedeutung, die kaum &#252;bersch&#228;tzt werden kann. &lt;br class='autobr' /&gt;
Friedrich Engels, 1857 &lt;br class='autobr' /&gt;
Unl&#228;ngst strahlte ARTE einen vierteiligen Dokumentarfilm zur j&#252;ngsten Geschichte Afghanistans aus. Nur schon der Titel liess einem das schlimmste bef&#252;rchten: Afghanistan. Das verwundete Land. Die Personifikation von Nationalstaaten ist eine typisch (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton69.jpg?1689273178' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='106' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die geographische Lage Afghanistans und der eigent&#252;mliche Charakter des Volkes verleihen dem Lande im Zusammenhang mit den Geschicken Zentralasiens eine politische Bedeutung, die kaum &#252;bersch&#228;tzt werden kann.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Friedrich Engels, 1857&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Unl&#228;ngst strahlte ARTE einen vierteiligen Dokumentarfilm zur j&#252;ngsten Geschichte Afghanistans aus. Nur schon der Titel liess einem das schlimmste bef&#252;rchten: &lt;i&gt;Afghanistan. Das verwundete Land&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die vier Episoden sind bis am 5. Juli 2020 auf der Homepage von ARTE verf&#252;gbar.&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Personifikation von Nationalstaaten ist eine typisch b&#252;rgerliche Macke, genau wie ein Land sich freuen, trauern oder in Angst sein kann, kann es sich auch verwunden, wenn es nicht aufpasst. Und Afghanistan &lt;i&gt;hat nicht aufgepasst&lt;/i&gt;, daran lassen die Regisseure kaum Zweifel. Es sind dies einerseits Mayte Carrasco, die Friedensforschung und Internationale Beziehungen studiert hat, mittlerweile Lektorin ist an diversen Universit&#228;ten und CEO von Big Story Films, Abnehmer ihrer journalistischen Arbeit sind u.a. unabh&#228;ngige und kritische Medien wie z.B. Berlusconis Mediaset oder Springers &lt;i&gt;Die Welt&lt;/i&gt;, andererseits Marcel Mettelsiefen, Fotojournalist, Kriegsberichterstatter und Dokumentarfilmer und stolzer Tr&#228;ger u.a. des Axel-Springer-Preises, ein Preis, mit dem z.B. auch allseits f&#252;r ihre Sachlichkeit bekannte Journalisten wie Julian Reichelt oder Ulf Poschardt ausgezeichnet wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man ahnt also, wohin die Reise gehen wird. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kommen in den vier Episoden nur Exponenten der afghanischen Elite zu Wort, die meisten davon sind seit Jahrzehnten treue Diener des Westens. Es wird zwar beil&#228;ufig erw&#228;hnt, dass das Leben der Schickeria in Kabul nicht repr&#228;sentativ f&#252;r den Alltag der Afghanen ausserhalb dieser Kreise ist, doch in Anbetracht des Gewichts, das die Regisseure ihm geben, muss man zwangsl&#228;ufig zum Schluss kommen, dass es doch &lt;i&gt;irgendwie massgeblich&lt;/i&gt; ist. Gleichzeitig kommen wesentliche Aspekte gar nicht oder kaum zur Sprache, &#252;beraus dubiose Leute d&#252;rfen unkommentiert ihre Geschichten erz&#228;hlen, Gulbuddin Hekmatyar erz&#228;hlt seine Seite an Seite mit liberalen Feministinnen, die Postmoderne und ihr absurder Realismus zeigen sich in H&#246;chstform.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 1: Demokratie &#8211; das ist die Macht des K&#246;nigs plus Elektrifizierung des ganzen Landes&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Koh&#228;renz zwischen Form und Inhalt zuliebe beginnt die Geschichte wie ein M&#228;rchen: &#8222;Dies ist die Geschichte eines Landes, das ebenso sch&#246;n wie verflucht zu sein scheint, ein Land, das seit so langer Zeit im Krieg gefangen ist, dass sich nur wenige daran erinnern k&#246;nnen, wie alles begann und warum. Geld, Macht, Religion? Niemand hat eine Antwort. Was ist in Afghanistan schiefgelaufen? Dieses Land bleibt ein R&#228;tsel.&#8220; Man erf&#228;hrt auch, dass das Leben in Kabul damals &#8222;romantisch&#8220; war, alle waren &#8222;gl&#252;cklich&#8220; und es war &#8222;vermutlich sogar besser als in Europa&#8220;. Das Land ist &#8222;umgeben von uralten Zivilisationen&#8220; und &#8222;vereint vom islamischen Glauben&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afghanistan war in Tat und Wahrheit nie besonders &#8222;vereint&#8220;, so hiess z.B. die Provinz Nuristan (&#8222;Land der Erleuchtung&#8220;) bis zur aufgezwungenen Islamisierung 1896 Kafiristan (&#8222;Land der Ungl&#228;ubigen&#8220;) und war zuvor religi&#246;s von hinduistischen und buddhistischen Einfl&#252;ssen gepr&#228;gt. Auch die Repression und Massaker gegen die schiitischen Hazara ziehen sich wie ein roter Faden durch die neuzeitliche Geschichte, ihr Gebiet Hazarajat geriet ebenfalls erst Ende des 19. Jahrhunderts unter die Kontrolle der Zentralregierung. Als gr&#246;sste ethnische Gruppe (ungef&#228;hr 40%) haben die grossmehrheitlich sunnitischen und hanafitischen Paschtunen stets das Geschehen gepr&#228;gt, ihr Ehrenkodex Paschtunwali gilt als besonders konservativ. Etymologisch bedeutet der Landesname urspr&#252;nglich &#8222;Land der Paschtunen&#8220;, erst seit der Verfassung 1964 bezeichnet der Begriff &#8222;Afghanen&#8220; offiziell alle B&#252;rger des Landes unabh&#228;ngig von ihrer ethnischen Zugeh&#246;rigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl diese Verfassung tats&#228;chlich gewisse Freiheiten garantierte und ein gew&#228;hltes Parlament einf&#252;hrte (zumindest was das Unterhaus betrifft, f&#252;r das Oberhaus sah sie vor, dass ein Drittel der Abgeordneten vom K&#246;nig nominiert werden), ist die Behauptung, sie sei gleichbedeutend mit Demokratie, absolut demagogisch. Als eingefleischte Demokraten sollten Carrasco und Mettelsiefen eigentlich wissen, dass die Souver&#228;nit&#228;t des Volkes eine Demokratie definiert. Artikel 6 lautet allerdings folgendermassen: &#8222;In Afghanistan personifiziert der K&#246;nig die Souver&#228;nit&#228;t.&#8220; Artikel 15 garantiert ihm Straffreiheit, Artikel 16 und 17 der K&#246;nigsfamilie den Machterhalt. Artikel 9 definiert seine Rechte und Pflichten, er kann z.B. das Parlament aufl&#246;sen, internationale Vertr&#228;ge unterschreiben oder Gerichtsurteile aufheben. Gewaltenteilung sieht anders aus und jeder b&#252;rgerliche Staatsrechtler definiert eine solche Staatsform als konstitutionelle Monarchie, ganz bestimmt nicht als Demokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Film erw&#228;hnt nicht, dass der Autor des Putsches 1973 und Neffe des K&#246;nigs Mohammed Daoud Khan von 1953 bis 1963 Ministerpr&#228;sident war. W&#228;hrend dieser Zeit n&#228;herte sich Afghanistan der Sowjetunion an und betrieb eine aggressive Politik gegen&#252;ber Pakistan. Daoud Khan setzte sich die Aufhebung der Durand-Linie und die Annexion der paschtunischen Gebiete Pakistans zum Ziel. Pakistan schloss 1961 die Grenze, 1962 sandte Afghanistan sogar mehrmals Truppen &#252;ber die Grenze, der erhoffte paschtunische Aufstand im Nachbarland blieb jedoch aus. Um die Lage zu beruhigen, wurde Daoud Khan 1963 vom K&#246;nig abgesetzt. Mohammed Zahir Schah orientierte sich nun zunehmend an Washington und der Einfluss Moskaus in Afghanistan verringerte sich. Die Verfassung 1964 hatte nicht zuletzt zum Zweck, Daoud Khan von jeglichen Machtpositionen fernzuhalten, Artikel 24, informell bekannt als Daoud-Bestimmung, untersagte Mitgliedern der K&#246;nigsfamilie die Mitgliedschaft in politischen Parteien und hielt fest, dass sie nicht Parlamentsmitglieder, Ministerpr&#228;sidenten, Minister oder Richter sein k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afghanistan hatte 1939 seine Neutralit&#228;t erkl&#228;rt, nahm 1955 an der Bandung-Konferenz teil und schloss sich der Bewegung der Blockfreien Staaten an. W&#228;hrend einige Staaten der Bewegung sich ziemlich eindeutig entweder an Washington oder an Moskau orientierten, versuchte Afghanistan stets, beide Seiten nicht allzu stark zu ver&#228;rgern. Genau deshalb bekam das Land Finanzhilfe von beiden Seiten, Moskau hatte tendenziell gr&#246;sseren Einfluss im Norden, Washington im S&#252;den. Obwohl sein n&#246;rdlicher Eingang kurz eingeblendet wird, wird der 1964 fertiggestellte und von der UdSSR finanzierte Salang-Tunnel im Film nicht einmal erw&#228;hnt. Er galt damals als Wunder der Ingenieurskunst und war bis zum Bau des Eisenhower-Tunnels in den Rocky Mountains 1973 der h&#246;chstgelegene Tunnel der Welt. Bis heute ist er die wichtigste Verbindungsachse zwischen dem Norden und dem S&#252;den, allen voran zwischen den n&#246;rdlichen Grossst&#228;dten Mazar-i-Sharif und Kunduz und der Hauptstadt Kabul.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Statt &#252;ber die tats&#228;chliche wirtschaftliche und politische Struktur des Landes zu sprechen, verirrt sich die Erz&#228;hlung in der Tiefenpsychologie und uns wird erkl&#228;rt, dass der K&#246;nig ein ganz einfacher Mann war und in Wirklichkeit von seiner Frau kontrolliert wurde. Schliesslich sind K&#246;nige, genau wie die Bourgeoisie, allgemein f&#252;r ihre Einfachheit bekannt und sie herrschen selbstverst&#228;ndlich nur, um den Frauenrechten endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Zwar wird erw&#228;hnt, dass 80% der Bev&#246;lkerung auf dem Land in Armut leben und die Frauen dort praktisch keine Rechte haben, in Kabul scheinen jedoch alle zur Elite zu geh&#246;ren, alle haben universit&#228;re Bildung, gehen an Jazz-Konzerte und lesen sublime Poesie. Die Armen waren auch gl&#252;cklich, da es gn&#228;digerweise nicht verboten war, Drachen steigen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es passt bestens zu dieser prowestlichen M&#228;rchenwelt, dass Gulbuddin Hekmatyar als unschuldiger Zeitzeuge dargestellt wird. Geboren 1949 in einem Dorf der Provinz Kunduz, beklagt sich der arme Mann im Film &#252;ber die Korruption, diese sei die Ursache gewesen, dass seine brillanten schulischen Leistungen nicht gew&#252;rdigt worden seien. In Wirklichkeit genoss er die Unterst&#252;tzung des Gesch&#228;ftsmannes Gholam Serwar Nasher, der ihm 1968 ein Studium an der Milit&#228;rakademie Mahtab Qala in Kabul erm&#246;glichte, wegen seiner politischen Ansichten wurde er ausgeschlossen und begann 1969 sein Ingenieursstudium an der Universit&#228;t Kabul. Anfangs war er Mitglied der 1969 gegr&#252;ndeten Muslimjugend. Ein paar Archivaufnahmen von Demonstrationen sind sehr verk&#252;rzt als Zusammenfassung seines &#8222;Kampfes gegen die Kommunisten&#8220;: &#8222;Als Ingenieurstudent an der Universit&#228;t Kabul organisierte Hekmatyar Angriffe, die darin bestanden, S&#228;ure auf die Gesichter unverschleierter Frauen oder auf ihre unbedeckten Beine zu werfen und manchmal schoss er ihnen sogar in die Beine.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sonali Kolhatkar, James Ingalls, Bleeding Afghanistan. Washington, (...)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konfrontation zwischen Kommunisten und Islamisten an den Universit&#228;ten war kein &#8222;Kulturkampf&#8220;, sondern ein politischer Konflikt, der mit allen Mitteln gef&#252;hrt wurde, ein Abbild der afghanischen Zukunft. Im Jahr 1972 war Hekmatyar wegen dem Mord an einem maoistischen Studenten im Gef&#228;ngnis und floh 1973 nach Pakistan. Er verliess die Muslimjugend und gr&#252;ndete 1974 die Hezb-i Islami. Schon damals war er im Konflikt mit Ahmad Schah Massoud, der ebenfalls in Kabul studierte und Mitglied der Muslimjugend war, und versuchte bereits 1975 mithilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI, der ihn schon seit Anfang der 1970er Jahre unterst&#252;tzte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ihn zu ermorden, woraufhin Massoud ein paar Jahre im pakistanischen Exil verbrachte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der grossen Hungersnot 1971-1972 profitierte Daoud Khan am 17. Juli 1973 von der Abwesenheit des K&#246;nigs, um die Macht zu ergreifen. Des K&#246;nigs &#8222;einfacher Lebensstil&#8220; wurde ihm zum Verh&#228;ngnis, denn er weilte nicht etwa aus diplomatischen Gr&#252;nden in Italien, sondern um sich einer Augenoperation zu unterziehen und seinen Hexenschuss zu behandeln. Die Behauptung im Film, dass mit Daoud Khan auch &#8222;die kommunistische Partei an die Macht&#8220; kam, stimmt so nicht ganz. Die 1965 gegr&#252;ndete Demokratische Volkspartei Afghanistans war seit 1967 gespalten, die eher urbane und als gem&#228;ssigt geltende Parcham-Fraktion unterst&#252;tzte den Putsch, die eher rurale und als extremistisch geltende Khalq-Fraktion hingegen nicht. Letztere konzentrierte sich darauf, ihren Einfluss in der Armee zu vergr&#246;ssern, was sich 1978 als ziemlich n&#252;tzlich herausstellen w&#252;rde. Erst 1977 vereinigten sich die beiden Fraktionen, vermutlich nicht ganz ohne Unterst&#252;tzung aus Moskau, war es doch auch das Jahr, wo Daoud Khan sich zunehmend von Moskau abwendete (die Beziehungen jedoch nicht vollst&#228;ndig abbrach, wie es im Film behauptet wird) und sich Teheran und Islamabad ann&#228;herte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ende der Monarchie war aber nicht gleichbedeutend mit dem Ende der politischen Stabilit&#228;t. Daoud Khan f&#252;hrte die zuvor begonnene Modernisierungspolitik weiter und der aussenpolitische Zickzackkurs war alles andere als neu. Dieser ist eng verbunden mit der Bedrohung des grossen Nachbars, zuerst Britisch-Indien, dann Pakistan, der 1893 festgelegten Durand-Linie und dem Schreckgespenst Paschtunistan. Die eher prowestlichen Phasen in der Nachkriegszeit (im wesentlichen 1963-1973 und 1977-1978) waren das Resultat einer entspannten Lage mit Islamabad. Pakistan hatte sich schon 1954 mit den USA verb&#252;ndet und wenn die Lage angespannt war, wendete sich Kabul ihrem gemeinsamen Feind zu: Moskau. Schon w&#228;hrend des Zweiten Weltkrieges hatte Afghanistan nicht gez&#246;gert, zu Beginn relativ freundschaftliche Beziehungen mit der Achse zu unterhalten und sich dann dem Verlauf des Krieges entsprechend immer mehr den Alliierten anzun&#228;hern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist also extrem verk&#252;rzt, die politische Instabilit&#228;t Afghanistans einfach der sowjetischen Einmischung zuzuschreiben. Diverse M&#228;chte unterst&#252;tzten verschiedene politische Akteure, um im Land an Einfluss zu gewinnen, Moskau hatte die DVPA, London Massoud, Islamabad Hekmatyar und Peking die Maoisten zu diesem Zweck. Dass eine solche Konfiguration zu Konflikten f&#252;hrt, ist alles andere als &#8222;ein R&#228;tsel&#8220;, es war ein gew&#246;hnlicher Machtkampf zwischen Anh&#228;ngern der Monarchie und verschiedenen Fraktionen der Bourgeoisie, die jeweils von konkurrierenden imperialistischen M&#228;chten unterst&#252;tzt wurden. Obwohl es unter Daoud Khan zu einigen Protesten kam, blieb die Lage weitgehend stabil, erst mit der Aprilrevolution 1978 eskalierte der bis anhin latente Konflikt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der Ermordung des Vorsitzenden der Parcham-Fraktion Mir Akbar Khyber am 17. April 1979 ergriff die DVPA am 28. April in einem blutigen Putsch die Macht. Es ist heute noch nicht vollst&#228;ndig klar, wer ihn ermordete. Das Regime Daoud Khans beschuldigte Hekmatyar, Nur Muhammad Taraki, der Vorsitzende der Khalq-Fraktion, das Regime, einige Angeh&#246;rige der Parcham-Fraktion beschuldigten wiederum Hafizullah Amin von der Khalq-Fraktion, w&#228;hrend einige Angeh&#246;rige der Khalq-Fraktion die Sowjetunion und Babrak Karmal von der Parcham-Fraktion verd&#228;chtigten. Der Putsch war das Werk der Khalq-Fraktion und in Moskau war man nicht besonders gl&#252;cklich dar&#252;ber: &#8222;Trotz den vielen hoch platzierten Quellen des KGB in der afghanischen Regierung &#8211; einige waren sogar Minister &#8211; war die Revolte f&#252;r Moskau eine &#220;berraschung. Die sowjetische F&#252;hrung erfuhr die Neuigkeit aus einem Bericht von Reuters. Paradoxerweise war Breschnew nicht erfreut.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New York, (...)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der damalige sowjetische Vize-Aussenminister Georgi Kornienko kommentierte den Putsch in seinen Memoiren: &#8222;Sp&#228;ter offenbarte mir der Anf&#252;hrer der DVPA, Taraki, dass die afghanischen Anf&#252;hrer die M&#246;glichkeit gehabt h&#228;tten, die Sowjets &#252;ber den sich abzeichnenden Staatsstreich zu informieren, doch dass sie es absichtlich nicht getan h&#228;tten, denn sie bef&#252;rchteten, dass Moskau sie davon w&#252;rde abbringen wollen, eine bewaffnete Rebellion zu unternehmen, mit dem Argument der Abwesenheit einer revolution&#228;ren Situation in Afghanistan als Vorwand. Diese Bef&#252;rchtungen waren nicht unbegr&#252;ndet. H&#228;tte die UdSSR Kenntnis gehabt von ihren Absichten, h&#228;tte sie ihnen wahrscheinlich geraten, von diesem Projekt abzusehen, denn es gab von einem marxistischen Standpunkt aus tats&#228;chlich keine revolution&#228;re Situation im Land und die Beziehungen der UdSSR mit Afghanistan waren freundschaftlich unter Zahir Schah und unter Daoud, trotz dem Flirt Daouds mit dem Westen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zitiert nach Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterst&#252;tzung Moskaus f&#252;r die DVPA war stets eine Unterst&#252;tzung der Parcham-Fraktion: &#8222;Er [der KGB] hatte den gr&#246;ssten Teil seines Kapitals in die Parcham-Fraktion investiert und tendierte dazu, ihre Ansichten zu teilen, obwohl sie proportional einen geringen Anteil der Mitglieder der DVPA repr&#228;sentierte &#8211; 1&#8216;500 von 15&#8216;000.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rodric Braithwaite, Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89, Oxford, (...)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Schon am 13. Dezember 1979 plante der KGB, die F&#252;hrungsriege der Khalq-Fraktion zu vergiften&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gregory Feifer, op. cit., S. 58.&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Taraki war in der Zwischenzeit auf Befehl Amins am 8. Oktober 1979 ermordet worden. Dass Amin am 27. Dezember 1979 ermordet wurde, um &#8222;die Ordnung wiederherzustellen&#8220;, ist also gewiss nicht ganz falsch, aber es ist schon ein bisschen d&#252;rftig, diesen blutigen Fraktionskampf nicht einmal zu erw&#228;hnen. Die Erst&#252;rmung seines Palastes war ein geplanter Hinterhalt und bis fast zuletzt glaubte Amin, die sowjetischen Truppen seien zu seinem Schutz da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;The Storming of the Palace&#8220; in Rodric Braithwaite, op. cit., S. 82-102.&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 2: Das Reich des B&#246;sen und das Opium der Geister&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie erf&#228;hrt man bloss, was die gew&#246;hnlichen Leute in der UdSSR von der Invasion in Afghanistan hielten? Am besten stellt man die Frage einem hochrangigen Vertreter der Roten Armee, so erfahren wir vom Major Ruslan Aushev: &#8222;Wir, das Milit&#228;r, wollten alle nach Afghanistan geschickt werden.&#8220; Wenn man glaubw&#252;rdigere Quellen konsultiert, ergibt sich ein anderes Bild: &#8222;Verr&#252;ckte Leute nannten Afghanistan &#8218;eine Schule des Mutes&#8216;. Und waren weise genug, ihre S&#246;hne nicht dorthin zu schicken. Sie sprachen von &#8218;internationaler Pflicht&#8216;, &#8218;der Schlacht gegen die S&#246;ldner des Imperialismus an den s&#252;dlichen Grenzen unseres Vaterlandes&#8216;, &#8218;der resoluten Zur&#252;ckweisung der Aggression durch die Reaktion&#228;re der Region&#8216;. Und so weiter, und so fort. Sie versuchten, sich selbst und den Rest des Landes von der Tatsache zu &#252;berzeugen, dass Afghanistan &#8218;aus unreifen Jugendlichen standhafte K&#228;mpfer f&#252;r unseren kommunistischen Glauben macht&#8216;. Doch sollte Afghanistan Leute zum Glauben inspiriert haben, so war es ein Glaube, der ganz anders war, als jener, welcher von unserer Propaganda proklamiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the (...)&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Artyom Borovik schrieb f&#252;r das russische Magazin &lt;i&gt;Ogonjok&lt;/i&gt;, das seit dem Machtantritt Gorbatschows seine Politik verteidigte und somit ziemlich kritisch &#252;ber den Krieg berichtete. Die Regisseure scheinen hingegen die orthodoxe Parteilinie zu bevorzugen und befragen Mikhail Kozhukov, Berichterstatter der &lt;i&gt;Komsomolskaja Prawda&lt;/i&gt;, diese Zeitung war das Organ der Jugendorganisation der KP Komsomol, Kritik am Krieg fand man darin kaum bis gar nicht. Er erz&#228;hlt uns: &#8222;Ich hatte so ein moralisches Bed&#252;rfnis, etwas Sinnvolles zu tun. Es gab eine M&#246;glichkeit, diesen Menschen zu helfen, das war das Motiv, &#228;hnlich wie der B&#252;rgerkrieg in Spanien 1939.&#8220; Es soll hier nur nebenbei erw&#228;hnt werden, dass die sowjetische Einmischung in den Spanischen B&#252;rgerkrieg damals nicht von allen als hilfreich betrachtet worden war, wichtiger ist hier, dass der Vergleich &#252;berhaupt nicht zum Verst&#228;ndnis der damaligen Situation in Afghanistan beitr&#228;gt, sondern illustriert, wie ein parteitreuer Journalist sich die Gewissheit gibt, dass seine Propaganda der noblen Sache des Antifaschismus diente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die damalige westliche Kriegspropaganda kriecht im Film aus dem M&#252;lleimer der Geschichte hervor. So erkl&#228;rt uns Massood Khalili, ein enger Vertrauter Massouds, dass die Mudjahedin selbstverst&#228;ndlich weder &#8222;islamistisch&#8220; noch &#8222;fanatisch&#8220; waren. Auch wer immer schon wissen wollte, was &#8222;Jihad&#8220; genau bedeutet, erf&#228;hrt es hier: &#8222;Jihad bedeutet Kampf f&#252;r die Freiheit.&#8220; Shukria Barakzai gesteht ebenfalls, dass sie von den &#8222;Freiheitsk&#228;mpfern&#8220; fasziniert war. Massoud war eine Art Mischung zwischen Bob Dylan und Che Guevara, Hekmatyar ein frommer Muslim, der bloss seinen Glauben gegen die gottlosen Kommunisten verteidigen wollte. Einzig CIA-Offizier Milton Bearden r&#228;umt ein, dass einige der &#8222;Freiheitsk&#228;mpfer&#8220; vielleicht ein bisschen &#8222;b&#246;se&#8220; waren. In Anbetracht seiner Position ist er etwas pragmatischer als die naiven Journalisten und weiss insgeheim: Sie waren Bastarde, aber es waren unsere Bastarde!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Erz&#228;hlung steht in einer direkten Kontinuit&#228;t zur damaligen Propaganda in der westlichen Presse. Niemand wollte genau hinschauen, schliesslich stand das ganze Abenteuer im Dienste der Demokratie und der Freiheit: &#8222;Die Berichterstattung der Presse bez&#252;glich des Verhaltens der Guerilla w&#228;hrend dieser &#196;ra war positiv oder gar begeistert in ihrer &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit. Ihre unangenehmen Eigenschaften wurden verharmlost oder &#252;berhaupt nicht erw&#228;hnt. Obwohl einige Zeitungen eine gewisse Zur&#252;ckhaltung hinsichtlich der milit&#228;rischen Hilfe f&#252;r die Mudjahedin durch die USA (besonders die &lt;i&gt;Los Angeles Times&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Washington Post&lt;/i&gt;) und andere (wie das &lt;i&gt;Wall Street Journal&lt;/i&gt;) eine offenere Politik bef&#252;rworteten, waren diese Unterschiede nur graduell. Nahezu alle Zeitungen bef&#252;rworteten ein gewisses Ausmass an milit&#228;rischer Unterst&#252;tzung durch die USA und ziemlich alle waren sich einig, dass die Guerillas &#8218;heldenhaft&#8216;, &#8218;mutig&#8216; und allen voran &#8218;Freiheitsk&#228;mpfer&#8216; waren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;David Gibbs, &#8222;Forgotten Coverage of Afghan &#8218;Freedom Fighters&#8216;&#8220;, FAIR, 1. (...)&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Film wird auch suggeriert, die amerikanische Unterst&#252;tzung h&#228;tte erst 1980 begonnen. Sie begann in Wirklichkeit schon im Juli 1979, knapp ein halbes Jahr vor der sowjetischen Invasion&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Kurioserweise werden diesbez&#252;glich zentrale Figuren wie Charlie Wilson und Gust Avrakotos und die Arbeitsteilung zwischen den Geheimdiensten im Film nicht einmal erw&#228;hnt: &#8222;Washington und Riad waren im wesentlichen f&#252;r die Beschaffung von Geld und Waffen verantwortlich, der pakistanische Geheimdienst ISI f&#252;r die Verteilung des Materials und dem Kontakt zu den afghanischen Aufst&#228;ndischen. Die Verbindungsm&#228;nner zwischen CIA und ISI waren haupts&#228;chlich Wilson und Avrakotos. Die milit&#228;rische Operationshoheit &#252;ber die Geld- und Waffenfl&#252;sse wurden, einmal in Karachi angekommen, dem ISI &#252;bergeben, welcher sich um den Transport nach Peschawar und die dortige Verteilung an die afghanischen Mudjahedin k&#252;mmerte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, &#8222;Zur &#8218;Wurzel&#8216; des Islamischen Staats: Eine Kritik der (...)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Je nach Sch&#228;tzungen flossen im Rahmen der Operation Cyclone zwischen zwei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Ursula Lehmkuhl, &#8222;Die Reagan-Jahre: Zur&#252;ck zum &#8218;alten Glanz&#8216;&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und sechs&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Hasnain Kazim, &#8222;Das sowjetische Waterloo&#8220; in Der Spiegel, 22. (...)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Milliarden an die Mudjahedin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist also falsch, wenn gelegentlich behauptet wird, die CIA h&#228;tte Hekmatyar bevorzugt, sie begann sogar ab Ende 1984, Massoud zu unterst&#252;tzen, ohne den ISI dar&#252;ber zu informieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In Pakistan war die CIA nur Juniorpartner, es war der ISI, der wusste, wie der Hase l&#228;uft. Da Hekmatyar schon zuvor Pakistans Mann in Afghanistan war, ist dessen Bevorzugung kaum &#252;berraschend. Neben der Islamischen Partei Hekmatyars wurden sechs weitere Parteien unterst&#252;tzt, die drei ersten galten als gem&#228;ssigt, die drei anderen, zusammen mit jener Hekmatyars, als extremistisch: die Islamische und Nationale Revolutionsbewegung Afghanistans, die Nationale Befreiungsfront von Sibghatullah Modschaddedi, die Nationale Islamische Front Afghanistans von Ahmed Gailani, die Islamische Vereinigung Afghanistans von Massoud, die Islamische Union f&#252;r die Befreiung Afghanistans von Abdul Rasul Sayyaf, die bevorzugte Partei Riads, und die Islamische Partei von Junis Chalis, eine Abspaltung von Hekmatyars Partei. Daneben gab es im Widerstand vom Iran unterst&#252;tzte schiitische und von China unterst&#252;tzte maoistische Gruppen, im Vergleich zu den sunnitischen Gruppen waren sie jedoch relativ bedeutungslos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Waffen kamen in Karachi an und wurden dann nach Peshawar transportiert. Weder die Lastwagen noch die Schiffe fuhren leer zur&#252;ck: &#8222;Aber sie [die amerikanischen und arabischen Zahlungen] f&#252;hrten auch, da sich viele an ihnen bereichern wollten, zu einem rapiden Anstieg der Kriminalit&#228;t, vor der jeder die Augen verschlo&#223;, solange die Russen in Afghanistan standen, deren verheerende Folgen aber den Verwerfungen am Ende des Jahrzehnts den Weg bereiteten. So versorgten riesige Schiffsladungen mit leichten Waffen, die von der CIA geliefert und im Hafen von Karatschi gel&#246;scht wurden, zun&#228;chst den lokalen Markt (und machten diese Stadt zu einer der gewaltt&#228;tigsten der Welt), ehe sie an die offiziellen Empf&#228;nger weitergeleitet wurden. Und zur&#252;ck kamen die Lastwagen mit Heroin, das aus dem in Afghanistan und in den &#8218;Stammesgebieten&#8216; an der pakistanischen Grenze angebauten Opium gewonnen und &#252;ber Karatschi exportiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einzig im zweiten Teil der Serie werden &#8222;die Drogen&#8220; ganz beil&#228;ufig erw&#228;hnt. Doch der Export von Heroin war ein wesentliches Element in der Finanzierung des Jihad. Obwohl in Afghanistan der Opiumanbau seit sp&#228;testens dem 19. Jahrhunderts dokumentiert ist, begann der Aufstieg des Landes zum Marktf&#252;hrer in diesem Sektor in den 1980er Jahren. Die Produktion verdoppelte sich zwischen 1982 und 1983 und stieg daraufhin kontinuierlich an&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Vanda Felbab-Brown, Shooting Up. Counterinsurgency and the War on (...)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Anfang der 1990er Jahre wurde der Goldene Halbmond zum wichtigsten weltweiten Heroinproduzenten und l&#246;ste das Goldene Dreieck ab, heutzutage produziert Afghanistan 90% des weltweit konsumierten Heroins. Hekmatyar war von Anfang an daf&#252;r bekannt, die Heroinproduktion im Rahmen seiner Kriegswirtschaft systematisch zu nutzen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, 1991 schrieb &lt;i&gt;Die Zeit&lt;/i&gt; &#252;ber ihn: &#8222;Nach Einsch&#228;tzung westlicher Drogenfahnder z&#228;hlt Gulbuddin Hekmatyar zu den gr&#246;&#223;ten Heroinproduzenten im &#8218;Goldenen Halbmond&#8216;. Er betreibe Labors in den pakistanischen Stammesgebieten und im Dreil&#228;ndereck zwischen Pakistan, Iran und Afghanistan. Sein Schwager Mohamad Hascheem und die Jugendfreunde Janbaz Khan und Hazarat Gul sollen f&#252;r Herstellung und Vertrieb des &#8218;wei&#223;en Pulvers&#8216; verantwortlich sein.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Martin J&#228;ger, &#8222;Der Tod aus dem Hindukush&#8220; in Die Zeit, 6. Dezember 1991.&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die arabischen Freiwilligen werden im Film nur sehr oberfl&#228;chlich behandelt, man begn&#252;gt sich mit der Feststellung, dass bin Laden und ein paar andere dort waren, in Wirklichkeit waren es je nach Sch&#228;tzungen zwischen 16&#8216;000 und 35&#8216;000. Trotz seiner zentralen Rolle wird der Pal&#228;stinenser Abdallah Azzam nicht einmal erw&#228;hnt. Er traf 1981 in Peschawar ein und gr&#252;ndete 1984 zusammen mit bin Laden und al-Zawahiri das Dienstleistungsb&#252;ro zur Mobilisierung arabischer Freiwilliger in der ganzen Welt, 1986 wurde sogar ein B&#252;ro in Tucson im amerikanischen Bundesstaat Arizona er&#246;ffnet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 155.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam ist mehr als 30 Jahre nach seinem Tod immer noch eine bedeutende Figur des Jihadismus: &#8222;[E]r bleibt einer der am meist verehrten Figuren in der Welt des radikalen Jihadismus. In fast jeglicher Hinsicht ist Azzam einer der einflussreichsten jihadistischen Ideologen aller Zeiten [&#8230;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Hegghammer, The Caravan. Abdallah Azzam and the Rise of Global (...)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Vermutlich ist den Regisseuren nicht einmal aufgefallen, dass der interviewte algerische K&#228;mpfer Abdullah Anas mit richtigem Namen Boudjema Bounouma heisst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 6.&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und sein Schwiegersohn ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Dienstleistungsb&#252;ro war die Vorg&#228;ngerorganisation von Al-Qaida. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass es auch aktiv von der CIA unterst&#252;tzt wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe David Gibbs, op. cit.&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, und es arbeitete v.a. mit Hekmatyar zusammen. Azzam wurde am 24. November 1989 in einem Autobombenattentat in Peschawar ermordet, bis heute weiss niemand genau, von wem. Die Liste der Verd&#228;chtigen ist lang, sie umfasst bin Laden, al-Zawahiri, die afghanischen Mudjahedin, die CIA, den ISI und den Mossad. Nach seinem Tod &#252;bernahm bin Laden die Organisation und gab ihr den neuen Namen Al-Qaida, arabisch f&#252;r &#8222;die Basis&#8220;. Das beunruhigte damals niemanden, schliesslich galt er als &#8222;nicht anti-amerikanisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 156.&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mit dem R&#252;ckzug der Russen und dem Ende des Kalten Krieges wurde die Situation in Afghanistan langsam aber sicher f&#252;r die meisten Beobachter ein bisschen un&#252;bersichtlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 3: Tr&#252;mmer auf Tr&#252;mmer geh&#228;uft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als die Russen 1989 abzogen, blieb die DVPA an der Macht und ihr Pr&#228;sident Mohammad Najibullah trotz dem Desaster ein unersch&#252;tterlicher Optimist. Er dachte, die Zeit der &#8222;Vers&#246;hnung&#8220; sei nun endlich gekommen, das musste ein frommer Wunschtraum bleiben, denn f&#252;r die Mudjahedin war klar: Es war die Zeit der Abrechnung. Nachdem Zusammenbruch der UdSSR 1991 und der kompletten Einstellung der finanziellen Unterst&#252;tzung war sein Schicksal besiegelt, daran &#228;nderte auch die Tatsache nichts, dass der Artikel 1 der Verfassung von 1990 Afghanistan als &#8222;islamischen Staat&#8220; definierte. Im M&#228;rz 1992 trat er zur&#252;ck und machte den Weg frei f&#252;r eine &#220;bergangsregierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie sollte ab dem 28. April 1992 die Geschicke des Landes leiten, wie alle Regierungen Afghanistans zwischen 1992 und 1996 existierte sie jedoch weitgehend nur auf dem Papier. Die verschiedenen Fraktionen der Mudjahedin lieferten sich einen unerbittlichen Krieg um die Kontrolle Kabuls. Hekmatyar versichert uns: &#8222;Wir trafen aber die klare Entscheidung, kein ziviles Ziel anzugreifen.&#8220; Diese Aussage ist ein ausgesprochen schlechter Witz. Ausnahmslos alle Kriegsparteien w&#228;hrend dieser Zeit werden in diversen Berichten beschuldigt, skrupellos Wohnquartiere bombardiert zu haben, h&#228;ufig werden Hekmatyars Milizen diesbez&#252;glich als besonders dreist dargestellt, nicht umsonst hat Hekmatyar seit dieser Zeit den Beinamen &#8222;Schl&#228;chter von Kabul&#8220;. Morde, Vergewaltigungen und Erpressung waren trauriger Alltag f&#252;r eine Zivilbev&#246;lkerung, die zwischen den Fronten eines extrem chaotischen Krieges stand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund von konstanten Spannungen zwischen der wahhabitischen Miliz von Abdul Rasul Sayyaf und der schiitischen Miliz Hezb-e Wahdat von Karim Khalili wechselte letztere im Dezember 1992 die Seiten und ging ein B&#252;ndnis mit Hekmatyars Kr&#228;ften ein. Als K&#228;mpfer von Massoud und Sayyaf die schiitische Vorstadt Kabuls Ashraf betraten, r&#228;chten sie sich daf&#252;r an der Zivilbev&#246;lkerung: &#8222;Am 11. Februar 1993 betraten K&#228;mpfer von Massoud und Sayyaf die Hazara-Vorstadt Ashraf, sie t&#246;teten &#8211; gem&#228;ss Berichten der Bewohner &#8211; &#8218;ungef&#228;hr 1&#8216;000 Zivilisten&#8216;, sie k&#246;pften alte M&#228;nner, Frauen, Kinder und sogar ihre Hunde, ihre Leichen warfen sie in die Brunnen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Griffins, &#8222;A Gruesome Record&#8220; in The Guardian, 16. November 2001.&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Hoffentlich wird Bob Dylan nie erfahren, mit wem er in diesem Film verglichen worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pr&#228;zise Zahlen &#252;ber die Kriegsopfer zwischen 1992 und 1996 hat vermutlich niemand, ein Bericht spricht von 25&#8216;000 Toten allein zwischen Januar und Juni 1994&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe The Afghanistan Justice Project, &#8222;Casting Shadows: War Crimes and (...)&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nachdem die Miliz von Abdul Rashid Dostum bis 1992 auf der Seite der Regierung der DVPA gek&#228;mpft hatte, war sie ab 1992 zuerst mit Massoud, dann ab 1994 mit Hekmatyar verb&#252;ndet. Im gleichen Jahr mischte sich auch eine neue Kraft in den B&#252;rgerkrieg ein, die Taliban, paschtunisch f&#252;r &#8222;Studenten&#8220;, Koransch&#252;ler aus Kandahar und der pakistanischen Grenzregion. Sie eroberten Kandahar im November 1994 und Herat im September 1995. Der pakistanische Geheimdienst ISI gab ab 1994 die Unterst&#252;tzung Hekmatyars auf und unterst&#252;tzte von nun an die Taliban. Sie eroberten Kabul im September 1996. Nach dem B&#252;rgerkrieg 1989 bis 1992 der Mudjahedin gegen die Regierung der DVPA und jenem von 1992 bis 1996 zwischen den verschiedenen Milizen der Mudjahedin und den Taliban begann nun der dritte afghanische B&#252;rgerkrieg der 1990er Jahre zwischen den Taliban und der Nordallianz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der letzte amerikanische Botschafter verliess Kabul 1992, es war der Beginn von neun Jahren ohne diplomatische Pr&#228;senz im Land. Nach der Eroberung von Mazar-i-Sharif im Mai 1997 anerkannten Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate die Regierung der Taliban. Trotz allem waren die Pl&#228;ne f&#252;r die seit Anfang der 1990er Jahre geplante Trans-Afghanistan-Pipeline immer noch aktuell, 1996 er&#246;ffnete die amerikanische Firma Unocal ein B&#252;ro in Kandahar, um eventuell gegen&#252;ber ihrer argentinischen Konkurrentin Bridas bessere Karten zu haben, diese folgte 1997 mit einem B&#252;ro in Kabul. Die amerikanische Diplomatie wusste zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich, wie mit dem Regime der Taliban umgegangen werden sollte. Auf der aktualisierten Liste der Terrororganisationen im Herbst 1997 sucht man die Taliban und Al-Qaida auf jeden Fall vergeblich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derweil liefen die konkurrierenden Verhandlungen von Unocal und Bridas mit den Taliban weiter. Im Verlauf von 1997 waren sogar Delegationen der Taliban zu Gast bei Unocal in Texas und bei Bridas in Argentinien. In Washington war immer noch Ratlosigkeit vorherrschend: &#8222;Tats&#228;chlich gibt es bis anhin keine wirklichen Beweise, dass die Clinton-Regierung eine Politik der Kontaktaufnahme mit den Taliban verfolgte. Da die Nachwirkung des Afghanistan-Krieges andauerte &#8211; eine schwer bewaffnete Nation im Chaos, ein florierender Drogenhandel und terroristische Trainingslager &#8211;, war die Reaktion des Personals in den Hauptquartieren der CIA auf jede Erw&#228;hnung von Afghanistan der Schauder nahe. Im Aussenministerium existierte keine wirkliche Politik ausser dem best&#228;ndigen Ruf nach einer &#8218;breit abgest&#252;tzten Regierung&#8216; f&#252;r Afghanistan.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Richard Mackenzie, &#8222;The US and the Taliban&#8220; in William Maley (Hg.), (...)&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach zunehmendem feministischen Druck wurden die Taliban erstmals Ende 1997 durch Hillary Clinton und Madeleine Albright &#246;ffentlich von offizieller Seite kritisiert. Nach den parallelen Anschl&#228;gen gegen die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salam am 7. August 1998 war ein freundschaftlicher Kurs mit den Taliban im amerikanischen Politbetrieb endg&#252;ltig eine diskreditierte Position. Die CIA begann nun, &#252;ber die Ergreifung bin Ladens nachzudenken und auch Saudi-Arabien entzog dem Regime der Taliban Mitte September 1998 seine Unterst&#252;tzung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 413-415.&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Geheimdienste ergatterten allerdings kaum Informationen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 513.&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und niemand wusste, dass bin Laden seit sp&#228;testens Ende 1999 in Kandahar dabei war, einen grossen Coup zu planen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 485.&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei Tage vor seiner Ausf&#252;hrung wurde Massoud von zwei Attent&#228;tern ermordet, die sich als belgische Journalisten ausgegeben hatten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Am 9. September 2001, nicht am 7., wie im Film f&#228;lschlicherweise angegeben.&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. W&#228;hrend im Westen die Nordallianz als demokratische Kraft pr&#228;sentiert wurde, war die Einsch&#228;tzung der Revolution&#228;ren Vereinigung der Frauen Afghanistans schon 2002 ziemlich klar: &#8222;Seit einem Jahr richtet die Welt ihr Augenmerk auf Afghanistan: Folgt auf den Zusammenbruch des Talibanregimes nun eine gegen die Taliban und gegen religi&#246;se Tyrannei ausgerichtete Regierung? Doch alle Hoffnung und alle Willensanstrengungen unseres freiheitsliebenden Volkes und der Menschen in der Welt wandelten sich in Illusion und Verzweiflung, als wir sehen mu&#223;ten, da&#223; die USA und ihre Verb&#252;ndeten die Macht in Afghanistan an die Nordallianz &#252;bergaben - das sind Fundamentalisten, die noch blutr&#252;nstiger [&#8230;] sind und den Menschenrechten feindselig gegen&#252;berstehen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;RAWA, &#8222;Ohne Zur&#252;ckweisung der Fundamentalisten bleibt die Wahrung der (...)&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit dem 11. September 2001 machte sich in Washington niemand mehr Illusionen &#252;ber eventuelle diplomatische Beziehungen zu den Taliban. Am 20. September 2001 rief George W. Bush den &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; aus und am 7. Oktober 2001 begann eine Koalition der NATO die Kampfhandlungen gegen das Regime der Taliban, es fiel am 17. Dezember 2001. Eine Loya Jirga &#8211; grosse Versammlung der afghanischen Stammesf&#252;hrer &#8211; wurde einberufen, um Pr&#228;sidentschaftswahlen vorzubereiten. Diese fanden am 13. Juni 2002 statt und Hamid Karzai wurde mit dem sowjetisch anmutenden Ergebnis von 83% zum Pr&#228;sidenten der neuen &#220;bergangsregierung gew&#228;hlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 4: Die Mafia ist nicht fremd in dieser Demokratie, sondern v&#246;llig in ihr zuhause&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie so ziemlich alle Kriegsherren in Afghanistan nutzen auch die Taliban die Heroinproduktion f&#252;r ihre Kriegswirtschaft: &#8222;Nachdem sie 1996 Kabul eroberten und den gr&#246;ssten Teil des Landes kontrollierten, ermutigten die Taliban den lokalen Opiumanbau, sie boten staatlichen Schutz f&#252;r den Export und erhoben dringend gebrauchte Abgaben sowohl auf das geerntete Opium als auch auf das produzierte Heroin. Studien der UNO zu Opium zeigten, dass Afghanistans Opiumertrag w&#228;hrend den ersten drei Jahren der Taliban an der Macht 75% der weltweiten Produktion repr&#228;sentierte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alfred W. McCoy, &#8222;How the Heroin Trade Explains the US-UK Failure in (...)&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Im Jahr ihrer Machtergreifung repr&#228;sentierte der Opiumanbau 57&#8216;000 ha (2&#8216;804 t), der H&#246;hepunkt war 1999 mit 91&#8216;000 ha (4&#8216;565 t) erreicht, 2000 waren es immer noch 82&#8216;000 ha (3&#8216;276 t)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter (...)&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Wendepunkt kam im Jahr 2000. Nachdem das Regime der Taliban bereits seit 1999 mit dem B&#252;ro der Vereinten Nationen f&#252;r Drogen- und Verbrechensbek&#228;mpfung (UNODC) &#252;ber Massnahmen gegen den Opiumanbau verhandelte, erkl&#228;rte es sich bereit, im Gegenzug f&#252;r Entwicklungshilfe dagegen vorzugehen: &#8222;Im Juli 2000 verk&#252;ndete der oberste Anf&#252;hrer der Taliban Mullah Omar eine Fatwa, d.h. ein religi&#246;ses Rechtsgutachten, die darlegte, dass Mohnanbau und Opiumproduktion gegen die grundlegende islamische Tradition verstossen. Jegliche Missachtung eines solchen Dekrets w&#252;rde die religi&#246;se F&#252;hrungsposition Mullah Omars und die St&#228;rke der Herrschaft der Taliban in Frage stellen. Da sein pers&#246;nlicher Ruf und internationale politische Gef&#228;lligkeiten auf dem Spiel standen, war der Anreiz zur Durchsetzung in der Befehlskette der Taliban stark. Die Gouverneure der Distrikte erschufen &lt;i&gt;shuras&lt;/i&gt; zur &#220;berwachung in ihren Territorien. Die &lt;i&gt;shuras&lt;/i&gt; bestanden aus dem Polizeichef, dem Chef des Ministeriums zur F&#246;rderung der Tugenden und der Bek&#228;mpfung der Laster, geistlich f&#252;hrenden Ulemas der lokalen Moscheen und Stammes&#228;ltesten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Graham Farrell, John Thorne, &#8222;Where Have all the Flowers Gone? Evaluation (...)&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wom&#246;glich war jedoch die damit einhergehende Preiserh&#246;hung ein gutes Gesch&#228;ft f&#252;r die Taliban: &#8222;Der Handel schien aufgrund der Existenz von betr&#228;chtlichen Reserven von Opiaten innerhalb Afghanistans unvermindert weiterzugehen &#8211; obwohl das Verbot den Anbau drastisch reduzierte. W&#228;hrenddessen stieg der Preis aufgrund des zu Lasten der Mohnbauern durch die Taliban durchgesetzten Verbotes sprunghaft an. Asa Hutchinson, der Vorsitzende der Drogenvollzugsbeh&#246;rde (DEA) sagte, dass regionale Preise f&#252;r Opium in Afghanistan betr&#228;chtlich angestiegen sind, von 44$ pro Kilo vor dem Verbot bis zu 746$ pro Kilo vor den Terrorangriffen am 11. September in New York und Washington. Der weltweite Marktpreis ist hingegen stabil geblieben, ein Zeichen, dass sich das Angebot nicht verringert hat.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Manuel Perez-Rivas, &#8222;U.S.: Taliban Continue to Profit from Drug Trade&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Opium ist ziemlich lange haltbar, das deutet darauf hin, dass noch Reserven vorhanden waren. Als Resultat des Anbauverbots wuchs 2001 in ganz Afghanistan nur noch auf ungef&#228;hr 8&#8216;000 ha Mohn, die afghanische Opiumproduktion sank von 3&#8216;276 t 2000 auf 185 t 2001&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter (...)&#034; id=&#034;nh37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der gr&#246;sste Anteil davon, mehr als 6&#8216;000 ha, in den von der Nordallianz kontrollierten Gebieten, weniger als 1&#8216;000 ha in jenen der Taliban&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Graham Farrell, John Thorne, op. cit., S. 86.&#034; id=&#034;nh38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Januar 2002, als er noch Pr&#228;sident der im Dezember 2001 eingesetzten &#220;bergangsregierung war, versprach Hamid Karzai, dass er den Drogenhandel in Afghanistan beseitigen werde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Matthew Beard, &#8222;Karzai Promises to Rid His Country of Drug Trade&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Realit&#228;t spricht eine andere Sprache: Schon 2002 war die Anbaufl&#228;che wieder 74&#8216;000 ha, der Ertrag stieg von 185 t auf 3&#8216;400 t, mit 131&#8216;000 ha war sie 2004 fast doppelt so gross, der Ertrag stieg auf 4&#8216;200 t. Im letzten Jahr seiner Pr&#228;sidentschaft, 2014, war die Anbaufl&#228;che gr&#246;sser als je zuvor, 224&#8216;000 ha, der Ertrag lag bei 6&#8216;400 t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter (...)&#034; id=&#034;nh40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist ein bisschen einfach, f&#252;r solch astronomische Zahlen einfach die Taliban zu beschuldigen, umso mehr, weil sie, wie es einer ihrer Vertreter im Film selbst einr&#228;umt, zwischen 2002 und 2005 sehr schwach waren und wohl kaum bis gar nicht von den Ernten in diesen Jahren profitierten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In ihrer Hochburg Kandahar war es Karzais Halbbruder, der davon profitierte. Gelegen neben der Region Helmand, absolutes Epizentrum der afghanischen Opiumproduktion, ist die Region Kandahar in der Regel jene mit der zweitgr&#246;ssten Ernte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 17.&#034; id=&#034;nh41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ahmed Wali Karzai, von dem diverse Quellen behaupten, er sei auf der Gehaltsliste der CIA gestanden, war ab 2005 bis zu seinem Tod 2011 Vorsitzender des Provinzrates Kandahar, aber bereits zuvor war er der starke Mann in der Region: &#8222;Im Jahrzehnt seit 2001 setzte er alle Hebel in Bewegung, um der m&#228;chtigste Mann S&#252;dafghanistans zu werden. Er war eine Art Pate: Karzai arbeitete mit Drogenh&#228;ndlern zusammen, befehligte bewaffnete Banden und machte Deals mit genau jenen Aufst&#228;ndischen der Taliban, welche die Amerikaner zu t&#246;ten versuchten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dexter Filkins, &#8222;Death of an Afghan Godfather&#8220; in The New Yorker, 12. Juli 2011.&#034; id=&#034;nh42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich stritt er alles ab, das taten Leute aus Karzais Umfeld immer, wenn sie beschuldigt wurden, korrupt und/oder in den Drogenhandel verstrickt zu sein. Von der Justiz hatte sowieso niemand etwas zu bef&#252;rchten, schliesslich kontrollierte Karzai mit seiner Familie und seinen Freunden fast das gesamte Land. Auch Zeugen d&#252;rften schwer zu finden sein, in Kandahar herrscht das Gesetz des Schweigens: &#8222;Die ganze Zeit wurde gemunkelt, dass jene Leute in Kandahar, welche die Wahrheit kannten, kontinuierlich schwiegen, sei es aus Angst vor Vergeltung oder weil sie auch auf der Gehaltsliste standen. In einem Gespr&#228;ch mit der &lt;i&gt;Times&lt;/i&gt; verglich Anthony Lloyd, ein westlicher Funktion&#228;r, Kandahar mit den Boston der 1930er Jahre w&#228;hrend der Prohibition: &#8218;Wenn man ausserhalb der Einflusssph&#228;re des Karzai-Kartells steht, dann ist das Leben angespannt,&#8216; sagte der Funktion&#228;r. &#8218;Es gibt furchtbar viel Gewalt hier, ausgel&#246;st durch Macht, Geld und Drogen. Es gibt ein Bed&#252;rfnis, die Instabilit&#228;t andauern zu lassen, versteckt hinter dem Feigenblatt der Respektabilit&#228;t.&#8216;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Simon Tisdall, &#8222;Ahmed Wali Karzai, the Corrupt and Lawless Face of Modern (...)&#034; id=&#034;nh43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als gr&#246;sste Privatbank des Landes h&#228;tte die Kabul Bank in diesem Teil des Filmes zumindest eine Erw&#228;hnung verdient gehabt. Sie wurde 2004 in Kabul gegr&#252;ndet, ihr Vorsitzender war Sherkhan Farnood, Mitte 2008 stiess Khalil Ferozi hinzu und wurde zum Gesch&#228;ftsf&#252;hrer. Die beiden kannten sich schon lange und wussten scheinbar, wie man Gesch&#228;fte macht: &#8222;Sowohl Ferozi als auch Farnood verbrachten Zeit in Moskau in den 1980er Jahren, sie machten Gesch&#228;fte, die gelegentlich mit der kriminellen Unterwelt verwickelt waren. Farnood unterhielt Hawala-Systeme, Geldwechselsysteme ohne Regulierung, die es &#252;berall in S&#252;dasien gibt. Ferozi sagt, er sei ein Kleinh&#228;ndler gewesen, der G&#252;ter von Russland nach Afghanistan exportierte. Nichts extravagantes: Mehl, Koch&#246;l und Wasserpumpen. Trotzdem bekam er ein Mandat der gr&#246;ssten Gesch&#228;ftsbank Afghanistans, eine Entscheidung, die vom Vorsitzenden der Zentralbank Abdul Qadeer Fitrat genehmigt wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jon Boone, &#8222;The Financial Scandal that Broke Afghanistan&#8216;s Kabul Bank&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende August 2010 begann &#8222;einer der schlimmsten Bankenskandale der Geschichte&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jon Boone, &#8222;Afghan Finance Minister Admits Doubts over Kabul Bank&#8216;s (...)&#034; id=&#034;nh45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;: &#8222;Der Skandal um die Kabul Bank begann Ende August 2010, nachdem sich in Afghanistan Ger&#252;chte verbreiteten, dass die Kabul Bank einen Verlust von 300 Millionen $ ausweise und dass ihre beiden obersten Verantwortlichen, der Vorsitzende des Verwaltungsrates Sherkhan Farnood und der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Khalillulah Ferozi (auch Frozi oder Fruzi geschrieben), wegen finanzieller Misswirtschaft gefeuert worden seien. Der Vorsitzende der afghanischen Zentralbank Abdul Qadeer Fitrat bestritt, dass die beiden M&#228;nner gefeuert seien, und sagte, dass sie aufgrund einer Vorgabe der neuen Zentralbank gek&#252;ndigt haben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Huffman, &#8222;The Kabul Bank Scandal and the Crisis that Followed&#8220;, 3. (...)&#034; id=&#034;nh46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Alle Staatsangestellten erhielten ihren Lohn auf Konten der Kabul Bank und zu diesem Zeitpunkt waren die Ersparnisse von einer Million Afghanen auf ihren Konten, alles in allem mehr als 1.3 Milliarden $&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Grant McLeod, &#8222;Responding to Corruption and the Kabul Bank Scandal&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aufgrund der brodelnden Ger&#252;chtek&#252;che bildeten sich in der ersten Septemberwoche enorme Schlangen vor den Filialen der Bank, alle wollten ihr Geld abheben, bevor es zu sp&#228;t war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die meisten d&#252;rfte es schon zu sp&#228;t gewesen sein. Das Schema war einfach und komplex zugleich, die afghanische Elite pl&#252;nderte systematisch das Verm&#246;gen der Mittelklassen: &#8222;Der Diebstahl bei der Kabul Bank wurde durch ein komplexes System des Massenbetrugs bewerkstelligt. Der Vorsitzende Farnood und der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Fernozi f&#252;hrten die Regie des Betrugs, indem sie fiktive Unternehmen erschufen und ihnen dann Darlehen gew&#228;hrten. Stattdessen wurde das Geld an die Aktion&#228;re der Kabul Bank und andere Mitglieder der afghanischen Elite wie f&#252;hrende Gesch&#228;ftsm&#228;nner, Minister, Parlamentsmitglieder und ehemalige Politiker verteilt. Diese Individuen gaben das Geld aus f&#252;r gesch&#228;ftliche Unterfangen, Familienmitglieder, die Kampagne zur Wiederwahl Karzais 2009 und seine politische Agenda, Villen f&#252;r mehrere Millionen Dollar [&#8230;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Huffman, op. cit., S. 13.&#034; id=&#034;nh48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zudem wurde Kapital via Farnoods und Fernozis Shaheen Exchange nach Dubai transferiert und im dortigen Immobilienmarkt investiert, entweder zur Spekulation oder um diversen Leuten h&#252;bsche Villen zu spendieren, z.B. diversen Verwandten Karzais oder Ahmad Zia Massoud, dem Bruder von Ahmad Schah Massoud. Auch Firmen wie z.B. Pamir Airways, Kabul Oil Company oder Afghan Investment Company profitierten vom Geldsegen, alles Unternehmen, an denen Aktion&#228;re der Kabul Bank beteiligt waren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 16-17.&#034; id=&#034;nh49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einmal mehr war das engste Umfeld Karzais an den Machenschaften beteiligt, sein Bruder Mahmoud Karzai war nach Farnood und Ferozi der drittgr&#246;sste Aktion&#228;r der Bank. Dank einer doppelten Buchhaltung wurde anfangs der Verlust mit 300 Millionen $ angegeben, sp&#228;ter kam die wahre Zahl von 925 Millionen $ ans Licht, fast ein Zw&#246;lftel des damaligen afghanischen Bruttoinlandsprodukts. Ein weiterer Aktion&#228;r war Abdul Ghafar Dawi, er ist der Eigent&#252;mer und Pr&#228;sident von Dawi Oil, dem gr&#246;ssten afghanischen Lieferanten f&#252;r Flugzeugtreibstoff, zu den Kunden des Unternehmens geh&#246;ren die USA und die NATO. Seine Frau ist die im Film omnipr&#228;sente Shukria Barakzai, die &#246;ffentlich verk&#252;ndete, der Skandal solle aufgekl&#228;rt werden. Sie d&#252;rfte damit nicht die Rolle ihres Mannes gemeint haben: &#8222;[D]er Generalstaatsanwalt suchte nach S&#252;ndenb&#246;cken, indem niedere Angestellte der Kabul Bank ins Visier genommen wurden, statt die Aktion&#228;re.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 4.&#034; id=&#034;nh50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwar kam es in der Geschichte zu einigen Verurteilungen, doch die meisten hochrangigen Beteiligten kamen ungeschoren davon oder ihre Gef&#228;ngnisstrafen waren weitgehend fiktiv. Sherkhan Farnood beispielsweise hatte zu hoch gepokert, er starb am 24. August 2018 in einem Gef&#228;ngnis in Kabul&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farnood war ein begabter und weltweit bekannter Pokerspieler. Sein Tod (...)&#034; id=&#034;nh51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dass er &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; ins Gef&#228;ngnis musste, k&#246;nnte durchaus damit zusammenh&#228;ngen, dass er damals ein bisschen zu gespr&#228;chig gewesen war und im Juli 2010 der amerikanischen Botschaft &#8222;alles&#8220; erz&#228;hlt hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Michael Huffman, op. cit., S. 9.&#034; id=&#034;nh52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ferozi hatte mehr Gl&#252;ck: Er konnte tags&#252;ber Gesch&#228;fte machen und musste lediglich im Gef&#228;ngnis &#252;bernachten, er bekam sogar ein Mandat, um in Kabul eine &#8222;Smart City&#8220; zu bauen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mujib Mashal, &#8222;Afghan Businessman Convicted in Kabul Bank Fraud Is (...)&#034; id=&#034;nh53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, 2019 wurde er begnadigt und vollst&#228;ndig aus dem Gef&#228;ngnis entlassen. Auch Dawi wurde 2017 zu einer Gef&#228;ngnisstrafe verurteilt, trotzdem ist er auf der Homepage von Dawi Oil immer noch als Gesch&#228;ftsf&#252;hrer aufgef&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem die Kabul Bank dank einer Finanzspritze von 820 Millionen $ von der Regierung gerettet und 2011 zur New Kabul Bank wurde, geriet die afghanische Regierung unter Druck von den internationalen Geldgebern. Es ist wohl kein Zufall, dass die ersten Verurteilungen am 4. Dezember 2014 ausgesprochen wurden, am gleichen Tag begann eine Geberkonferenz f&#252;r Afghanistan in London. Trotz aller sch&#246;ner Worte waren 2017 nur 29 von 407 geschuldeten Millionen $ zur&#252;ckgezahlt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Zarmina Mohammadi, &#8222;Millions of Dollars Still Owed to the Kabul (...)&#034; id=&#034;nh54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. All das ins Ausland transferierte Geld kam nie zur&#252;ck&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Grant McLeod, op. cit., S. 7-8.&#034; id=&#034;nh55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und Afghanistan war 2019 auf Rang 173 von 180 in der Liste von Transparency International. Der Aufbau der Demokratie war demnach ein sehr gutes Gesch&#228;ft f&#252;r die prowestliche afghanische Elite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fazit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den vier Teilen des Films wird ein M&#228;rchen erz&#228;hlt, es spielt in einem fernen aber wundersch&#246;nen Land, wo die Leute schon immer fromm und tapfer waren. Dieses Land hatte einen guten K&#246;nig, der die Demokratie einf&#252;hren wollte, doch dann kamen die b&#246;sen Russen und machten alles kaputt. Das ehrenwerte afghanische Volk wollte seiner Tradition nicht beraubt werden und erkl&#228;rte der Gottlosigkeit den heiligen Krieg. Selbstlose Krieger verteidigen es vor der roten Gefahr, die nicht minder selbstlose CIA half ein bisschen. In kulturalistischer Manier werden alle Konflikte mit ethnischen Spannungen erkl&#228;rt und die wenigen kritischen Bemerkungen im vierten Teil reichen bei weitem nicht, um ein positives Urteil &#252;ber den Film zu f&#228;llen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird nicht einmal versucht, die imperialistischen Konflikte zu erkl&#228;ren, gleich zu Beginn wird proklamiert, Afghanistan sei &#8222;ein R&#228;tsel&#8220; und das bleibt es bis zum Ende des Films. Hekmatyar hat nicht ganz unrecht, wenn er das Ausland beschuldigt, f&#252;r die Konflikte in Afghanistan verantwortlich zu sein, als langj&#228;hriger Agent Pakistans weiss er schliesslich, wovon er spricht. Tats&#228;chlich treffen in Afghanistan viele miteinander konkurrierende Interessen aufeinander, die NATO, Pakistan, Iran, Russland, China, Indien, sie alle mischen auf die eine oder andere Art und Weise im politischen und wirtschaftlichen Leben Afghanistans mit und die Liste ist selbstverst&#228;ndlich unvollst&#228;ndig. Die verschiedenen Fraktionen der afghanischen Bourgeoisie suchen ihre internationale Unterst&#252;tzung dort, wo sie sie kriegen k&#246;nnen, und falls n&#246;tig, wechseln sie die Seite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hekmatyars Geschichte ist eine Illustration einer solchen flexiblen B&#252;ndnispolitik. Nach dem R&#252;ckzug der Russen verb&#252;ndete er sich sogar mit Shanawaz Tanai, dem Verteidigungsminister unter Najibullah und Mitglied der Khalq-Fraktion, gemeinsam versuchten sie am 6. M&#228;rz 1990 erfolglos die Regierung zu st&#252;rzen. Nach dem Kollaps der Demokratischen Republik Afghanistans im April 1992 schloss sich ein betr&#228;chtlicher Teil der Khalq-Fraktion Hematyars Miliz an. Dostums Miliz verb&#252;ndete sich daraufhin mit Massoud nachdem sie bisher auf Seiten der DVPA-Regierung gek&#228;mpft hatte, 1994 wechselte sie die Seite und schloss sich gemeinsam mit der schiitischen Hezb-e Wahdat Hekmatyars Fraktion an. Nachdem Hekmatyar ab 1994 zunehmend vom ISI fallengelassen wurde, n&#228;herte er sich zuerst den Taliban an, dann ging er 1997 ins iranische Exil. Den Iran musste er 2002 verlassen, danach waren seine K&#228;mpfer im Widerstand gegen die NATO-Truppen aktiv, 2015 rief er seine K&#228;mpfer dazu auf, den lokalen Ableger des Islamischen Staats im Kampf gegen die Taliban zu unterst&#252;tzen und 2016 unterzeichnete er schliesslich ein Friedensabkommen mit der Regierung in Kabul. Im Westen galt er je nach Periode als Freiheitsk&#228;mpfer oder Terrorist und neustens scheinbar, in Anbetracht seiner Rolle im Film, als Demokrat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist reichlich naiv, sich Afghanistan in der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts ohne ausl&#228;ndische Einfl&#252;sse vorzustellen, dann h&#228;tte das Land nicht besonders viel Infrastruktur. Es ist kaum industrialisiert, der sekund&#228;re Sektor repr&#228;sentiert bloss 21.1% des BIP&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Falls nicht anders angegeben, stammen die Zahlen aus dem World Factbook der CIA.&#034; id=&#034;nh56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der prim&#228;re 23% und der terti&#228;re 55.9%, wobei pr&#228;zisiert wird, dass die Zahlen die Opiumproduktion nicht einbeziehen. Wenn man die Sektoren in Funktion der Arbeitspl&#228;tze miteinander vergleicht, ergibt sich ein anderes Bild: Fast die H&#228;lfte aller afghanischen Arbeitspl&#228;tze, 44.3%, liefert der prim&#228;re Sektor, nur 18.1% der sekund&#228;re und 37.6% der terti&#228;re. Die Opiumproduktion repr&#228;sentiert ein Drittel des afghanischen BIP und 600&#8216;000 Vollzeitarbeitsstellen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Justin Rowlatt, &#8222;How the US Military&#8216;s Opium War in Afghanistan Was (...)&#034; id=&#034;nh57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Bezogen auf das BIP von 2017 bedeutet das, dass die Opiumproduktion dem Land fast 7 Milliarden Dollar j&#228;hrlich einbringt. Da dieses Geld fr&#252;her oder sp&#228;ter gewaschen werden muss, d&#252;rfte gerade im terti&#228;ren Sektor viel Kapital aus der Opiumproduktion schlummern. Aufgrund solcher Zahlen kann man nur zu einem Schluss gelangen: Die wirtschaftliche Struktur des Landes ist davon &#252;berdeterminiert. Der Skandal um die Kabul Bank ist ziemlich sicher nur die Spitze des Eisberges und illustriert die weitgehende Normalit&#228;t mafi&#246;ser Praktiken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie illusorisch der afghanische &#8222;Kampf gegen die Drogenwirtschaft&#8220; ist, zeigt folgende Anekdote: &#8222;Die Bauern hielten jegliche Bem&#252;hungen f&#252;r &#252;berfl&#252;ssig, das, was sie anpflanzten, zu verstecken, denn Tausende geschwollene Fruchtkapseln des Schlafmohns tanzten freudig in einem Feld, das nur eine halbe Stunde vom Flughafen Mazar-i-Sharif entfernt war und gleich neben der Hauptstrasse lag. [&#8230;] Der Bauer, Taza Meer, war entspannt unter dem Schutz eines omin&#246;s ausschauenden Mannes mit einer AK-47 um seine Schulter geh&#228;ngt. &#8218;Mach dir keine Sorgen wegen ihm&#8216;, versicherte er. &#8218;Er ist der lokale Polizist.&#8216; Der Anbau von Opium ist ein schweres Verbrechen in Afghanistan, das mit dem Tod bestraft werden kann, doch hier stand ein Polizist, der einen Reporter der BBC auf einem Mohnfeld empfing, das kurz davor stand, geerntet zu werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Oft wird behauptet, es seien allen voran oder nur die Taliban, welche vom Opiumanbau profitieren, die Region Mazar-i-Sharif ist allerdings alles andere als eine ihrer Hochburgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Krieg in Afghanistan ist also auch ein Krieg &lt;i&gt;um die Kontrolle der Opiumproduktion&lt;/i&gt;. Das im Februar unterzeichnete Friedensabkommen mit den Taliban ist eher ein R&#252;ckzugsabkommen und kommt f&#252;r die NATO schon fast einer Kapitulation gleich. Auch wenn es wirklich umgesetzt werden sollte, wird der Westen wohl nicht einfach so 90% der weltweiten Heroinproduktion den Taliban &#252;berlassen. Diese f&#252;hren ihre Angriffe weiter wie zuvor und da im Moment sowohl Ashraf Ghani als auch Abdullah Abdullah behaupten, legitimer Pr&#228;sident Afghanistans zu sein, wird die Situation immer chaotischer. F&#252;r das afghanische Proletariat sind die Perspektiven d&#252;ster und f&#252;r die proletarischen Frauen noch viel d&#252;sterer. Jene verarmten Bauern, welche durch den verbreiteten Landraub oder aus anderen Gr&#252;nden dazu gezwungen werden, sich zu proletarisieren, werden in den meisten F&#228;llen keine legale Arbeit finden, sie sichern den Nachschub an Kanonenfutter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer nichts als seine Arbeitskraft zu verkaufen hat, wird in diesem Krieg schlichtweg zerrieben, das bringt die im vierten Teil von Emily Miller berichtete Aussage einer Dorfbewohnerin auf den Punkt: &#8222;Warum glauben sie, dass sie anders sind als die Taliban? Sie kommen um 2 Uhr morgens zu mir nach Hause, bedrohen mich und die tun das selbe. Welche Seite soll ich w&#228;hlen? Wenn ich mit den Taliban zusammenarbeite, sind sie hinter mir her, wenn ich mit ihnen zusammenarbeite, sind die Taliban hinter mir her.&#8220; Im Kampf des Kapitals gegen den tendenziellen Fall der Profitrate hat die Drogenproduktion im Gegensatz zu anderen illegalen Wirtschaftssektoren einen entscheidenden Vorteil: Sie schafft Mehrwert. Mit jeder neuen Krise, der damit einhergehenden Ausbreitung der Peripherie und der zunehmenden Befestigung der kapitalistischen Zentren wird dieser Zustand zur Normalit&#228;t f&#252;r einen immer gr&#246;sseren Anteil des globalen Proletariats. Ob die jeweiligen Regierungen formal als demokratisch gelten oder nicht, macht in einem solchen Kontext keinen grossen Unterschied.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mai 2020&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die vier Episoden sind bis am 5. Juli 2020 auf der Homepage von ARTE verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sonali Kolhatkar, James Ingalls, &lt;i&gt;Bleeding Afghanistan. Washington, Warlords, and the Propaganda of Silence&lt;/i&gt;, New York, Seven Stories Press, S. 9. Siehe auch George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Cover Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, S. 222.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, S. 21.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zitiert nach Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, S. 119.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, Oxford, Oxford University Press, 2011, S. 60.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gregory Feifer, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 58.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8222;The Storming of the Palace&#8220; &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; Rodric Braithwaite, op. cit., S. 82-102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, London/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990], S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;David Gibbs, &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Forgotten Coverage of Afghan &#8218;Freedom Fighters&#8216;&#8220;&lt;/a&gt;, FAIR, 1. Januar 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Zur-Wurzel-des-Islamischen-Staats&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Zur &#8218;Wurzel&#8216; des Islamischen Staats: Eine Kritik der &#8218;Thesen zum Islamismus&#8216; von La Banda Vaga&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2019.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Ursula Lehmkuhl, &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Die Reagan-Jahre: Zur&#252;ck zum &#8218;alten Glanz&#8216;&#8220;&lt;/a&gt;, Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung, 11. Oktober 2008.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Hasnain Kazim, &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/geschichte/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Das sowjetische Waterloo&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Der Spiegel&lt;/i&gt;, 22. Dezember 2009.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, S. 124.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2004 [2000], S. 180.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Vanda Felbab-Brown, &lt;i&gt;Shooting Up. Counterinsurgency and the War on Drugs&lt;/i&gt;, Washington, Brookings Institution Press, 2010, S. 115.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Martin J&#228;ger, &#8222;Der Tod aus dem Hindukush&#8220; in &lt;i&gt;Die Zeit&lt;/i&gt;, 6. Dezember 1991.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Hegghammer, &lt;i&gt;The Caravan. Abdallah Azzam and the Rise of Global Jihad&lt;/i&gt;, Cambridge, Cambridge University Press, 2019, S. 3.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 6.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe David Gibbs, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Griffins, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2001/nov/16/afghanistan.terrorism2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Gruesome Record&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 16. November 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe The Afghanistan Justice Project, &#8222;Casting Shadows: War Crimes and Crimes against Humanity: 1978-2001&#8220;, 2005, S. 63.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Richard Mackenzie, &#8222;The US and the Taliban&#8220; in William Maley (Hg.), &lt;i&gt;Fundamentalism Reborn? Afghanistan and the Taliban&lt;/i&gt;, New York, New York University Press, 1998, S. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Am 9. September 2001, nicht am 7., wie im Film f&#228;lschlicherweise angegeben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;RAWA, &lt;a href=&#034;http://www.rawa.org/dec10-02_de.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Ohne Zur&#252;ckweisung der Fundamentalisten bleibt die Wahrung der Menschenrechte Illusion oder Traum&#8220;&lt;/a&gt;, 10. Dezember 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alfred W. McCoy, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/news/2018/jan/09/how-the-heroin-trade-explains-the-us-uk-failure-in-afghanistan&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;How the Heroin Trade Explains the US-UK Failure in Afghanistan&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 9. Januar 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter Narcotics, &#8222;Afghanistan Opium Survey 2018. Cultivation and Production&#8220;, S. 6-7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Graham Farrell, John Thorne, &#8222;Where Have all the Flowers Gone? Evaluation of the Taliban Crackdown against Opium Poppy Cultivation in Afghanistan&#8220; in &lt;i&gt;International Journal of Drug Policy&lt;/i&gt;, Nr. 16, 2005, S. 85.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Manuel Perez-Rivas, &lt;a href=&#034;http://edition.cnn.com/2001/US/10/03/inv.drugs.terrorism/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;U.S.: Taliban Continue to Profit from Drug Trade&#8220;&lt;/a&gt;, CNN, 3. Oktober 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter Narcotics, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 6-7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Graham Farrell, John Thorne, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 86.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Matthew Beard, &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/world/asia/karzai-promises-to-rid-his-country-of-drug-trade-9206524.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Karzai Promises to Rid His Country of Drug Trade&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Independent&lt;/i&gt;, 7. Januar 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter Narcotics, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 6-7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 17.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dexter Filkins, &lt;a href=&#034;https://www.newyorker.com/news/news-desk/death-of-an-afghan-godfather&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Death of an Afghan Godfather&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The New Yorker&lt;/i&gt;, 12. Juli 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Simon Tisdall, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2011/jul/12/ahmed-karzai-modern-afghan-warlord&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Ahmed Wali Karzai, the Corrupt and Lawless Face of Modern Afghanistan&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 12. Juli 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jon Boone, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2011/nov/15/afghan-bank-missing-billion&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;The Financial Scandal that Broke Afghanistan&#8216;s Kabul Bank&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 16. Juni 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jon Boone, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2011/nov/15/afghan-bank-missing-billion&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Afghan Finance Minister Admits Doubts over Kabul Bank&#8216;s Missing $1bn&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 15. November 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Huffman, &#8222;The Kabul Bank Scandal and the Crisis that Followed&#8220;, 3. Dezember 2011, S. 7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Grant McLeod, &#8222;Responding to Corruption and the Kabul Bank Scandal&#8220;, United States Institute of Peace, Dezember 2016, S. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Huffman, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 13.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 16-17.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 4.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farnood war ein begabter und weltweit bekannter Pokerspieler. Sein Tod wurde in einem Artikel auf dem Portal Casino.org kommentiert, siehe Klaus Zimmermann, &lt;a href=&#034;https://www.casino.org/de/nachrichten/wsope-bracelet-gewinner-sherkhan-farnood-ist-in-afghanischem-gefangnis-gestorben/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;WSOPE Bracelet Gewinner Sherkhan Farnood ist in afghanischem Gef&#228;ngnis gestorben&#8220;&lt;/a&gt;, 31. August 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Michael Huffman, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 9.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mujib Mashal, &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2015/11/05/world/asia/afghan-businessman-convicted-in-kabul-bank-fraud-is-still-free-to-make-money.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Afghan Businessman Convicted in Kabul Bank Fraud Is Still Free to Make Money&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;New York Times&lt;/i&gt;, 4. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Zarmina Mohammadi, &lt;a href=&#034;https://tolonews.com/business/millions-dollars-still-owed-kabul-bank&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Millions of Dollars Still Owed to the Kabul Bank&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Tolo News&lt;/i&gt;, 12. Februar 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Grant McLeod, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 7-8.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Falls nicht anders angegeben, stammen die Zahlen aus dem World Factbook der CIA.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Justin Rowlatt, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-us-canada-47861444&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;How the US Military&#8216;s Opium War in Afghanistan Was Lost&#8220;&lt;/a&gt;, BBC News, 25. April 2019.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Th&#233;orie communiste - Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban (2003)</title>
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&lt;p&gt;Um die Ereignisse des 11. Septembers 2001 zu verstehen, muss man von vier Tatsachen ausgehen, die wir in diesem Text als vorausgesetzt betrachten: dem Ende des Kalten Krieges (nat&#252;rlich); dem Verschwinden der autonomen Figur des Rentiers nach dem Golfkrieg; der Aufl&#246;sung des nationalen Rahmens, sowohl was den Verwertungs- und Akkumulationsprozess des Kapitals, als auch was die Reproduktion der Arbeitskraft betrifft; der Globalisierung, nicht als quantitativer geographischer (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/220px-wtcgroundzero.jpg?1689296007' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='113' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Um die Ereignisse des 11. Septembers 2001 zu verstehen, muss man von vier Tatsachen ausgehen, die wir in diesem Text als vorausgesetzt betrachten: dem Ende des Kalten Krieges (nat&#252;rlich); dem Verschwinden der autonomen Figur des Rentiers nach dem Golfkrieg; der Aufl&#246;sung des nationalen Rahmens, sowohl was den Verwertungs- und Akkumulationsprozess des Kapitals, als auch was die Reproduktion der Arbeitskraft betrifft; der Globalisierung, nicht als quantitativer geographischer Expansionsprozess, sondern als Akkumulationsstruktur des restrukturierten Kapitals.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Das Imperium des Chaos&#8220; (Alain Joxe)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann keine historisch-geographische Konfiguration der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise in nationalen oder gar regionalen Begriffen wie zu Zeiten des &#8222;Fordismus&#8220; analysieren und die Art von hervorgebrachten Verh&#228;ltnissen zwischen Zentrum und Peripherie hat sich ge&#228;ndert. Indem der Rahmen der Konfrontation zwischen den USA und der UdSSR verlassen worden ist, erlangen die in der Dritten Welt entstehenden Konflikte einen neuen Status, sie erlangen eine neue Besonderheit zu einem Zeitpunkt, wo sie keine eigene, autonome, regionale Bedeutung mehr haben k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Invasion Kuwaits durch den Irak war die erste regionale Krise einer neuen Periode. Sie hat die USA dazu gebracht, diese Invasion mit einem sehr hohen Niveau an Konfliktbereitschaft zu behandeln, indem sie schnell alle m&#246;glichen Arrangements und Vermittlungen abgelehnt haben. Es ging darum, aus der L&#246;sung dieser Krise eine wichtige Etappe in der F&#246;rderung einer &#8222;neuen internationalen Ordnung&#8220; zu machen. &#8222;Mit dem Ende des internationalen bipolaren Systems ist die amerikanische Strategie nicht mehr eine Strategie des belagerten (oder erobernden) Imperiums, die sich darin ersch&#246;pfen w&#252;rde, an allen Punkten des Limes pr&#228;sent zu sein. Der Limes ist nun ubiquit&#228;r. Die Grenze ist nicht nur transnational, sondern transkontinental und wahrscheinlich transplanetarisch.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Crise du golfe: les changements strat&#233;giques&#8220;, Fondation pour les &#233;tudes (...)&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die ausl&#228;ndischen Interventionen der USA sind nicht mehr betroffen vom &#252;berdeterminierenden Charakter, der darin bestand, &#8222;den Kommunismus einzud&#228;mmen&#8220;. Durch die Transformation des allgemeinen Charakters der Intervention konnte die L&#246;sung der Krise f&#252;r die USA &#252;ber die einfache Weiterf&#252;hrung des Status quo hinausgehen: Aufrechterhaltung der bedingungslosen Unterst&#252;tzung Israels, Weiterf&#252;hrung der Ungleichm&#228;ssigkeiten in der regionalen Entwicklung, Unterst&#252;tzung der &#8222;guten&#8220; arabischen Staaten, Eind&#228;mmung der anderen. Obwohl die USA die Krise nicht provoziert hatten, haben sie auch nichts getan, um sie zu verhindern oder sie durch Kompromisse zu l&#246;sen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Ende seines Buches&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alain Joxe, Le Cycle de la dissuasion. 1945-1990, Paris, La D&#233;couverte, 1990.&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; beschreibt Alain Joxe durch die amerikanische Politik nach dem Kalten Krieg die Modalit&#228;ten der Globalisierung, die sie implizierenden Konflikte und die Art und Weise ihrer territorialen Organisation und Herrschaft. Alain Joxe tendiert h&#228;ufig dazu, die Restrukturierung des Kapitals als einen amerikanischen Willen oder eine amerikanische Strategie darzustellen, es ist falsch, das einseitig so zu pr&#228;sentieren. Aber es ist genauso falsch, die Akteure immer nur als Agenten zu betrachten. Im ersten der beiden F&#228;lle wird die Entwicklung der kapitalistischen Produktionsweise als ein Spiel von Interessen und Kr&#228;fteverh&#228;ltnissen dargestellt, im zweiten werden die allgemeinen Gesetze des Kapitals hingegen hypostasiert und in ihrer Abstraktion selbst zum Motor der Geschichte, die dann nur noch ihre Verwirklichung ist. In beiden F&#228;llen betrachtet man die Akteure als indeterminiert, im ersten Fall ist das Gesetz nur das zuf&#228;llige Resultat ihres Handelns, im zweiten sind sie nur von vom Gesetz oder Konzept manipulierte Marionetten. Wenn ich sage, &#8222;die USA wollen dies oder das&#8220;, ist mein Subjekt voll mit Determinationen bis einem schlecht wird, nicht Determinationen, welche auf es einwirken, sondern sie sind es schlicht und einfach; man w&#252;rde schon eine Mehrdeutigkeit einf&#252;gen, indem man sagen w&#252;rde, dass sie es definieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die NATO-Mitgliedschaft Europas verpflichtete die USA zu einem Minimum an imperialer Territorialit&#228;t. Indem sie sich davon abwenden, bewegen sie sich in eine Richtung, die sie schon immer angezogen hat: In jene, welche aus ihnen die erste imperiale Weltmacht einer neuen Art machen w&#252;rde; &lt;i&gt;durch die endg&#252;ltige Verwischung der Grenze zwischen Krieg und Frieden und jener zwischen Ordnung und Chaos&lt;/i&gt; [von uns unterstrichen] w&#252;rden sie unverhohlen durch indirekte Strategien &#252;ber ein dereguliertes und delokalisiertes globalistisches Universum herrschen. [&#8230;] Es ist die m&#246;gliche Form eines &#252;ber die ganze Welt herrschenden amerikanischen Imperiums. Es wird sich nicht um ein irdisches Imperium handeln, kein &#8218;Welt-Imperium&#8216;, um die Terminologie Wallersteins zu &#252;bernehmen, sondern um eine neue Form eines universellen &#8218;Meer-Imperiums&#8216;, das aus der Singularit&#228;t der Weltwirtschaft und der kontrollierten, durch die Weltraummacht m&#246;glich gemachten Echtzeitkontrolle entstanden ist. Das Imperium des Chaos ist die absolut rationale Form, welche die Organisation der vom liberalen System des Konkurrenzmarktes beherrschten und mit modernen Waffen- und Kommunikationssystemen ausger&#252;steten Weltgesellschaft annehmen muss. Es bereitet f&#252;r das 21. Jahrhundert eine Welt vor, welche g&#228;nzlich auf der Gew&#246;hnung an Ungleichheiten und Ghettos gebaut ist. [&#8230;] Die Rolle der milit&#228;rischen Macht im Imperium des Chaos ist es, die freie Zirkulation der Fl&#252;sse auf der gesamten Oberfl&#228;che der Erde zu erlauben, die V&#246;lker zu zwingen, nicht in &#8218;die internen Angelegenheiten des Marktes&#8216; zu intervenieren, welcher allein beauftragt ist, die Verbindungsstr&#246;me und die Kerne der aufstrebenden M&#228;chte zu bestimmen, unter der Bedingung, dass diese Kerne eher amerikanisch sind. Die Beherrschung des Planeten wird mithilfe von &#8218;gezielten&#8216; Interventionen durchgesetzt, nicht nur dank der See- und Luftmacht, sondern auch durch die Weltraummacht, die Technologiemacht: Alles in allem die Macht der Niemandsl&#228;nder. Schon jetzt existiert gewissermassen nur inneres Chaos im vereinigten Imperium. [&#8230;] Das Imperium des Chaos ist also eine Welt, wo der Krieg zwischen zentralen M&#228;chten verschwunden sein k&#246;nnte und wo sich die Weltgesellschaft in gewaltt&#228;tigen, verschachtelten oder nebeneinanderliegenden und befestigten Untereinheiten organisieren w&#252;rde, welche sowohl auf Ebene des Planeten als auch des Quartiers Erpressung und Schutzgeldeintreibung praktizieren. Keine der Organisationsebenen des geographischen Raumes (Kontinent, Staat, Region, Stadt, Quartier) h&#228;tte noch einen legitimen Anspruch auf die Herrschaft des Friedens &#8218;im Innern&#8216;. [&#8230;] Um zu &#252;berleben, wird man also zu den Stammessolidarit&#228;ten (Ethnie, Sprache, Religion) und ihren modernen Versionen (Mafias, Strassengangs, Sekten) zur&#252;ckkehren. Diese Entwicklung ist keine Utopie. Sie zeichnet sich sichtbar vor unseren Augen ab, seit langer Zeit, in den s&#252;dlichen Peripherien des kapitalistischen Systems, in unseren Vorst&#228;dten, seit kurzem in China und in der UdSSR. [&#8230;] Doch diese Weigerung, sich am Boden zu engagieren, ist gleichbedeutend mit einem Verzicht auf Ordnung. Die einzige Verbindung zwischen dem milit&#228;rischen Handeln, der Herrschaft und dem Aufbau einer politischen Ordnung ist seit eh und je die Eroberung. Indem sie sich von jeglicher Verpflichtung des Schlachtfeldes, der Besatzung und der Eroberung zur&#252;ckziehen, ziehen sich die USA auch von jeglicher Notwendigkeit zur&#252;ck, ein positives Ordnungsmodell hervorzubringen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 284 und S. 287-290.&#034; id=&#034;nh2-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Grenze der Analyse und der Beschreibung von Alain Joxe liegt in der Tatsache, dass er keine &#8222;Ordnung&#8220; sieht, denn f&#252;r ihn ist Ordnung nicht die Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise, sondern grundlegend die Demokratie, die f&#252;r ihn gleichbedeutend ist mit der Gesellschaft, definiert als Verh&#228;ltnis zwischen B&#252;rgern. Die Ordnung ist das Resultat einer Staatsb&#252;rgerschaft auf einem Territorium, einer kommunitaristisch-politischen Einbringung des Individuums, nicht eines widerspr&#252;chlichen Verh&#228;ltnisses zwischen Klassen. Das Interesse dieser Analyse ist hingegen, dass sie gut aufzeigt, dass, wenn man als Ausgangspunkt den globalen Charakter der internationalen Zirkulation des Kapitals setzt (d.h., wenn man diese Zirkulation nicht als Verh&#228;ltnisse und Summen zwischen vorbestimmten Gebieten setzt), es aussichtslos ist und der Ausgangshypothese widerspricht, eine nationale oder regionale integrierende Reorganisation zu suchen, die in sich selbst koh&#228;rent ist. Man kann nicht von der gegenw&#228;rtigen Restrukturierung des Kapitals verlangen, eine Art der Koh&#228;renz der kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse zu verwirklichen, die einem vergangenen Stadium angeh&#246;rte. Die gegenw&#228;rtige Restrukturierung wird nicht den &#8222;Fordismus&#8220; dort wiederbeleben, wo er existierte, und ihn noch weniger dorthin bringen, wo er nicht existierte. Sie bringt auch keine &#8222;R&#252;ckkehr zu Stammessolidarit&#228;ten&#8220; hervor. Die gegenw&#228;rtige Situation Afghanistans beweist alles andere als das Gegenteil. Es handelt sich nicht um eine R&#252;ckkehr: Die Konturen, der Inhalt des &#8222;Stammes&#8220;, sind eine gegenw&#228;rtige Hervorbringung, nat&#252;rlich kann man die Geschichte von allem und jedem schreiben und somit die Gemeinschaft als Ethnie, Stamm, religi&#246;se Gemeinschaft und, wieso nicht, als Quartier betrachten, wie es Michel Seurat in Bezug auf Tripoli im Libanon versuchte. Schenken wir der Entstaatlichung Afghanistans eine besondere Beachtung, diesbez&#252;glich muss ein bisschen von den Taliban in ihrem Verh&#228;ltnis zur &#8222;ethnischen Spaltung&#8220; Afghanistans gesprochen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kurze Geschichte der Ethnien&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende des 19., Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Paschtune Abdur Rahman Khan Afghanistan unter der Herrschaft der St&#228;mme des S&#252;dens vereinigt. Die &lt;i&gt;kuffar&lt;/i&gt; werden unter Zwang konvertiert, die Hazara niedergeschlagen; Abdur Rahman Khan &#8222;beauftragt die nomadischen Paschtunen mit der Eroberung der L&#228;nder der sesshaften Tadschiken und Usbeken. Diese kontinuierliche Aufzehrung ging w&#228;hrend der gesamten Herrschaftsperiode von Mohammed Zahir Schah weiter. [&#8230;] Wie so viele L&#228;nder der Dritten Welt war Afghanistan zweigeteilt: einerseits das modernisierte und &#228;usseren Einfl&#252;ssen offene Kabul, andererseits l&#228;ndliche Gebiete, die sich seit Jahrhunderten kaum ver&#228;ndert haben und gleich vor den Pforten der Hauptstadt begannen. Weil er sie vergessen hatte, wurde der K&#246;nig Amanullah Khan (1919-1929), der seiner K&#246;nigin den Schleier abgenommen, den Bart, lange Haare und die traditionelle Kleidung in den Strassen Kabuls nach dem Vorbild Atat&#252;rks verboten hatte, von einem einfachen tadschikischen R&#228;uber, &lt;i&gt;Batscha-e Saqqao&lt;/i&gt;, dem &#8218;Sohn des Wassertr&#228;gers&#8216;, von seinem Thron verjagt, dieser wurde danach ebenfalls ermordet. Mohammed Nadir Schah (Vater von Mohammed Zahir Schah) erleidet 1933 das gleiche Schicksal.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde vom 5. Dezember 2001.&#034; id=&#034;nh2-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Mohammed Zahir Schah zieht daraus den Schluss, dass vorsichtig reformiert werden muss, doch diese Vorsicht &#8222;verst&#228;rkte nur die Wut der Mullahs, Vorg&#228;nger der islamistischsten Anf&#252;hrer der Mudjahedin und der Taliban, ohne die Frustration der urbanen Linken zu bes&#228;nftigen, unterbezahlte Armeeangeh&#246;rige und Funktion&#228;re, arbeitslose Studenten, k&#252;nftige Gegner in gnadenlosen Gefechten&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Gegen 1910 schafft der K&#246;nig Habibullah Khan mit dem Ziel der Schw&#228;chung der feudalen Anf&#252;hrer die Leibeigenschaft ab, ohne an den Herrschaftsverh&#228;ltnissen etwas zu &#228;ndern. Die neuen landwirtschaftlichen Arbeiter verdienen nicht genug, um sich zu ern&#228;hren; und ihre unzufriedenen Vorgesetzten erhalten als Kompensation die Anerkennung der Eigentumsurkunden. Doch diese Massnahme hindert die Nomaden an freier Wanderschaft und zerst&#246;rt die saisonale wirtschaftliche Komplementarit&#228;t zwischen Nomaden und Bauern. [&#8230;] Da keine Register existieren, erhebt der Staat willk&#252;rliche Steuern, welche die &#228;rmsten Bauern in den 1950er Jahren nicht mehr bezahlen k&#246;nnen. Die zu 85% rurale afghanische Wirtschaft ger&#228;t aus dem Lot. Die Nahrungsmittelproduktion sinkt, gleichzeitig steigt die urbane Nachfrage. Das Land importiert 1949 pl&#246;tzlich Getreide. In Anbetracht der Unterern&#228;hrung empfehlen die Experten rentablen Anbau, z.B. Baumwolle, um Devisen zu erlangen und Getreide kaufen zu k&#246;nnen, statt es anzubauen. Es war die Epoche der Planwirtschaft und das Land versucht sich darin, immer noch ohne jegliche Daten. Die ausl&#228;ndischen Entwicklungshelfer arbeiten ohne Koordination. Sie werfen dem Volk seinen Traditionalismus vor, doch nur die Tradition erlaubt es, in den Bergen oder der W&#252;ste zu leben. Aber es wird um jeden Preis modernisiert. Nach 75 Jahren Anstrengung waren auf dem Land in den 1980er Jahren weniger als ein Viertel der Transaktionen monetarisiert. Die von den Kommunisten 1978 gewollte Landreform scheitert, da kein Grundbuch existiert. Die blinde Willk&#252;r des Regimes f&#252;hrt zu einer spontanen Rebellion mithilfe von Schaufeln und Hacken. Dann f&#228;llt die UdSSR in Afghanistan ein. Darauf folgt der Krieg und diverse Nichtregierungsorganisationen, die manchmal eine milit&#228;rische Ausbildung zu Verf&#252;gung stellen, aber auf alle F&#228;lle Geld, Medikamente und Macht.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Autor erw&#228;hnt die grosse Hungersnot von 1971-1972 (mindestens 100&#8216;000 Tote) als Resultat einer &#8222;aus dem Lot geratenen&#8220; Landwirtschaft nicht. Diese grosse Hungersnot zeigt jedoch, dass es nicht die Versuche der &#8222;Modernisierung&#8220; an sich sind, welche dazu f&#252;hren, dass die Landwirtschaft &#8222;aus dem Lot ger&#228;t&#8220;, sondern die widerspr&#252;chliche &#8222;Modernisierung&#8220; zugunsten eines traditionellen gesellschaftlichen Rahmens. W&#228;hrend der Hungersnot wurde die Verteilung von 500&#8216;000 Tonnen Getreide der internationalen Hilfe im Rahmen eines Programms &lt;i&gt;Fronarbeit gegen Nahrung&lt;/i&gt; organisiert, die Abmachung wurde allerdings selten eingehalten, da die &lt;i&gt;arbabs&lt;/i&gt; (Grundherren) und die Funktion&#228;re alles in ihre Taschen gesteckt hatten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das Land wird brutal mit der Marktwirtschaft konfrontiert. Der Zufluss von Dollars zur Bezahlung der Ausgaben der Nichtregierungsorganisationen ruft neue Bed&#252;rfnisse hervor, welche den Mohnanbau beg&#252;nstigen. S&#246;ldner kaufen das Getreide der Nahrungshilfe, um es den Bauern zu bringen und ihnen denselben zu empfehlen. Die Mohnproduktion steigt von 500 Kilogramm auf 5&#8216;000 Tonnen in 15 Jahren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Habib Haider, &#8222;Afghanistan, agriculture d&#8216;abord&#8220; in Le Monde.&#034; id=&#034;nh2-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; In Zentralasien und Afghanistan hat der Zusammenbruch der UdSSR die Zerst&#246;rung der traditionellen gesellschaftlichen Formen beschleunigt, die sowjetische Macht hatte sie bemerkenswert integriert (oder umgekehrt: sie hatten sich bemerkenswert in die sowjetischen politischen und wirtschaftlichen Machtformen integriert). Diese Republiken haben keinen grossen Nationalismus zum Zeitpunkt des &#8222;Zusammenbruchs des Imperiums&#8220; gezeigt (und den Prognosen von Carr&#232;re d&#8216;Encausse somit widersprochen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jegliches ethnische Gleichgewicht Afghanistans ist durch den Krieg gegen die Sowjets modifiziert worden. Die ethnischen Spaltungen sind relativ neu, w&#228;hrend dem Krieg bilden die Tadschiken, Usbeken und Hazara zum ersten Mal politisch-milit&#228;rische Organisationen. Zuvor definierten sich die Leute im Pandjir-Tal (die Hochburg Massouds) nie als Tadschiken. Der Krieg hat die ethnischen Identit&#228;ten polarisiert und erstarrt. Der Krieg fabriziert Ethnie, eine Ethnie, die ausserhalb ihres Kontexts nicht existiert. &#8222;Die schiitischen Hazara werden im Iran gleich behandelt wie die sunnitischen Paschtunen, d.h. als Ausl&#228;nder, die man loswerden muss. Das gleiche gilt f&#252;r die Usbeken. Die afghanischen Usbeken bekommen fast nie die usbekische Nationalit&#228;t, wenn sie nach Usbekistan ziehen. In Tat und Wahrheit werden diese Afghanen, welche sich in Afghanistan zunehmend bek&#228;mpfen, wieder ihrer afghanischen Identit&#228;t zugewiesen, sobald sie ihr Land verlassen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy in Le Monde vom 3. April 2001.&#034; id=&#034;nh2-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In seinem Text &#8222;Exil, relations interethniques et identit&#233; dans la crise afghane&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Pierre Centlivres, &#8222;Exil, relations interethniques et identit&#233; dans (...)&#034; id=&#034;nh2-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; verteidigt Pierre Centlivres die These einer Verschleierung des ethnischen Problems; eine Verschleierung, die vor den 1980er Jahren m&#246;glich war. Doch, obwohl &#8222;die ethnische Pluralit&#228;t ein Tabuthema war&#8220;, betont Centlivres, dass &#8222;die als ethnische Gruppen oder j&#252;ngst als Nationalit&#228;ten bezeichneten Einheiten disparat und heterogen sind&#8220; und dass keine davon definierte territoriale Grundlagen hat. Die ethnische Frage hat sich erst mit dem Versuch gestellt, zur Zeit Abdur Rahman Khans einen Nationalstaat zu konstituieren, &#8222;die von ihm ertr&#228;umte vereinigte Nation ist in Wirklichkeit in diverse Nationalit&#228;ten geteilt&#8220; (ein &#228;hnliches Ph&#228;nomen in Bezug auf Afrika zur Zeit der Kolonialisierung wird im kollektiven, von de Chr&#233;tien und Prunier bei Khartala herausgegebenen Werk &lt;i&gt;Les Ethnies ont une histoire&lt;/i&gt; analysiert). Die &lt;i&gt;Fixierung&lt;/i&gt; auf die Ethnizit&#228;t ist in Afghanistan eine Konstruktion im Rahmen des Versuches, einen Nationalstaat aufzubauen, wobei die &#8222;Paschtunisierung&#8220; des Landes eines der erkl&#228;rten Ziele war. Dieser Versuch hat die ehemals labile und heterogene &#8222;Ethnizit&#228;t&#8220; zugunsten einer fixen Definition im Rahmen der gemeinsamen Beteiligung am &#8222;afghanischen Nationalstaat&#8220; verschleiert. Diese konstituierende Fixierung ist mit dem Zerfall jenes Staates, welche die Bev&#246;lkerung zwingt, sich innerhalb dieses Rahmens zu definieren, zum Inhalt und zum Ziel politischer Aspirationen geworden, nicht nur in Afghanistan selbst, sondern allen voran im Exil, haupts&#228;chlich in den Fl&#252;chtlingslagern. Die im Versuch der Gr&#252;ndung eines Nationalstaates verschleierte Ethnizit&#228;t ist allen voran jene, welche zuvor existierte und verschwindet, und v.a. jene Ethnizit&#228;t, welche dieser Versuch hervorbringt und auf welcher er teilweise beruht. Ethnische Fluidit&#228;t und Interaktion (h&#228;ufig von Konflikten gepr&#228;gt) werden in eine fixe Zuweisung verwandelt und die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse schliessen die Interaktion aus. Die aus dem Zerfall des Staates resultierende ethnische Zuweisung f&#252;hrt dazu, dass die Afghanen, v.a. im Exil, unter einer doppelten Knute leben: politisch gem&#228;ss dieser Zuweisung (ihrer Stellung im afghanischen &#8222;Staat&#8220;) und allt&#228;glich in Bezug auf das &#220;berleben. &#8222;Im allt&#228;glichen Leben ist der R&#252;ckzug eng mit dem &lt;i&gt;qawm&lt;/i&gt; verbunden, der in der Regel als zuweisend f&#252;r jegliche Zugeh&#246;rigkeitsgruppe definiert wird, im Gegensatz zu dem, was ausserhalb von ihr ist, vom Quartier bis zur Abstammung. [&#8230;] Durch deren Vermittlung kommen die Fl&#252;chtlinge in den grossen St&#228;dten mit dem Arbeitsmarkt und den Arbeitgebern in Kontakt, aber auch durch pers&#246;nliche Netzwerke, die eng mit dem &lt;i&gt;qawm&lt;/i&gt; und dem Quartier verbunden sind. Deshalb sieht man in den Kohleminen rund um Quetta, in den Ziegeleien Peschawars oder den Streichholz- oder Seifenfabriken in Karachi Teams von Arbeitern aus dem gleichen Dorf oder der gleichen ethnischen Unterteilung.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese Einheit ist infraethnisch in jenem Sinne, als dass die Ethnie nun eine politische Zuweisung darstellt. &#8222;Man sieht also, dass man zwischen der konkreten, auf dem &lt;i&gt;qawm&lt;/i&gt; basierenden Ebene der Praktiken und jener der Referenzen und dem Machtstreben unterscheiden muss.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Taliban sind das Ergebnis einer gesellschaftlichen Transformation w&#228;hrend des Krieges gegen die Sowjets. Sie entstammen nicht den Aristokratien der St&#228;mme. Wie der talentierte Motorradfahrer Mullah Omar entstammen sie armen Bauernfamilien, die sich in den Fl&#252;chtlingslagern begegnet sind. Es ist bezeichnend, dass &lt;i&gt;die Hervorbringung ethnischer Identit&#228;ten simultan zur Destrukturierung der alten Gesellschaft stattfindet&lt;/i&gt;. &#8222;Die Taliban stellen eine Herausforderung f&#252;r die traditionellen Stammesstrukturen dar.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; In den Verhandlungen mit den Taliban vor dem 11. September war das einzige Ziel der USA die Auslieferung Bin Ladens, denn was die Taliban in Afghanistan repr&#228;sentieren, ist absolut &#8222;modern&#8220;. Deshalb konnte es zu einer Begegnung zwischen Bin Laden und den Taliban kommen. &#8222;Die Taliban verk&#246;rpern einen besonderen Widerspruch: Sie sind weder traditionalistische Stammesangeh&#246;rige, obwohl sie diesen Netzwerken entstammen, noch paschtunische Nationalisten, obwohl sie mehrheitlich dieser die Macht repr&#228;sentierenden Ethnie angeh&#246;ren, oder revolution&#228;re Aktivisten des Islams, sondern Anh&#228;nger einer grotesken Bigotterie mit messianischer Dimension. Bisweilen kommt es zu &#220;berraschungen. Im Namen der heiligen Prinzipien des Islams hat Mullah Omar, w&#228;hrend er gleichzeitig eine beispiellose Repression gegen die Frauen institutionalisierte, Massnahmen getroffen, die es den paschtunischen Ehefrauen erlaubten, nicht mehr vom Paschtunwali abh&#228;ngig zu sein, dem unerbittlichen Ehrenkodex des Stammes. Ein Dekret verbietet nun alte Praktiken wie z.B. die Verpflichtung f&#252;r eine Witwe, einen Schwager zu heiraten, oder die &#8218;Gabe&#8216; von Frauen, um eine lange Vendetta nach einem Mord zu verhindern&#8230; Das gleiche gilt f&#252;r Erbfragen. In Afghanistan erben die Frauen gem&#228;ss Gewohnheitsrecht nichts. Da die Scharia verpflichtet, haben sie nun das Recht auf einen halben Anteil.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bruno Philip in Le Monde vom 11./12. M&#228;rz 2001.&#034; id=&#034;nh2-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine globale Abtrennung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was als regionale oder nationale Destrukturierung (Entstaatlichung) analysiert wird, bekommt ihre Bedeutung durch eine andere globale Koh&#228;renz im Rahmen der allgemeinen Restrukturierung der kapitalistischen Produktionsweise und sie ist definitorisch davon. Das Problem best&#252;nde darin, theoretisch den Status der Schnittstellen zwischen mehr oder weniger dichten produktiven Fokussierungen des globalen Zyklus des Kapitals und dem zu definieren, was man als R&#228;nder, St&#228;mme oder Ghettos, Schattenwirtschaft, diverse Mafias, Kleptokratien, Offshore-Finanzzentren beschreibt. Die Neuheit liegt in der Tatsache, dass es sich nicht mehr um eine Artikulation zwischen der kapitalistischen Produktionsweise und anderen Produktionsweisen handelt, obwohl letztere nur in Bezug auf erstere bedeutend waren, sondern um eine globale hierarchische Verbreitung der kapitalistischen Produktionsweise, die global als Totalit&#228;t gesetzt wird. Der globale Zyklus des Kapitals kann nicht mehr als Artikulation beschrieben werden, eher als Verbreitung. Man kann auch insofern nicht mehr von Enklaven oder Entwicklung je nach Enklaven sprechen, als dass in einer dualistischen Gesellschaft mit Schattenwirtschaften, Ghettos oder Ethnien die gesamte Gesellschaft f&#252;r und durch diese Enklaven funktioniert, mag es auch nur zur Bezahlung irgendeines unproduktiven pharaonischen Projekts sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser Situation der &#220;berwindung der nationalen und regionalen Integrationen verliert die sich mehr oder weniger in einem begrenzten Gebiet abspielende Reproduktion des Kapitals diesen Rahmen der Referenzen und der Koh&#228;renz. Der Staat garantierte ihre Koh&#228;renz in jenem Sinne, als dass er vom herrschenden Pol der gegenseitigen Verstrickung zwischen Proletariat und Kapital ausgeht (jenem, welcher den anderen subsumiert), er war der Garant derselben, man nennt es die Garantie des &#8222;sozialen Kompromisses&#8220;. Das grundlegende konzeptuelle Prinzip dieses Koh&#228;renzverlustes liegt in der &lt;i&gt;Spaltung zwischen dem Verwertungsprozess des Kapitals und der Reproduktion der Arbeitskraft&lt;/i&gt;. Die Begriffe Parallel- oder Schattenwirtschaften sind oberfl&#228;chlich insofern, als dass sie sich nur auf den juristischen Charakter der (deklarierten oder nicht deklarierten) T&#228;tigkeit, auf ihre Gr&#246;sse und ihren unmittelbaren Markt beziehen, sie erkl&#228;ren nicht die Urspr&#252;nge dieses &#8222;Schattens&#8220; und des viel umfassenderen Charakters des Ph&#228;nomens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verwertung des Kapitals entwischt &#8222;nach oben&#8220;, in Anteilen oder Segmenten des globalen Zyklus desselben, auf der Ebene der Investitionen, des Produktionsprozesses, der Anleihen, des Marktes, der Zirkulation des Mehrwerts, der Gewinngemeinschaften, des auf der Konkurrenz basierenden Rahmens. Die L&#228;nder des Maghreb werden immer abh&#228;ngiger von der europ&#228;ischen Gesamtheit, der Mittlere Osten hingegen von der amerikanischen oder japanischen, Zentralasien von einem Triumvirat aus den USA, Russland und China bestehend, j&#252;ngst dominiert von ersteren. Xinjiang hat f&#252;r Peking eine vitale Stellung: Reservevorrat an Treibstoffen und dar&#252;ber hinaus geplante Plattform einer &#8222;Seidenstrasse&#8220;, die China zur Garantie einer strategischen Tiefe in Zentralasien wiederbeleben m&#246;chte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Reproduktion der Arbeitskraft entwischt &#8222;nach unten&#8220;: Selbstversorgung, lokale Solidarit&#228;ten, Parallelwirtschaften, was einen Einfluss auf den alten sozialen Zusammenhalt hat, indem dem religi&#246;sen Bereich neue Bedeutungen des Zusammenseins verleiht werden. Parallel dazu zerfallen der zentrale nationale Rahmen und die Rolle des Staates. Die Interventionen, z.B. in den Philippinen, haben u.a. zum Ziel, jegliche nationale oder regionale Verst&#228;ndigung zu torpedieren, wie schon der Golfkrieg. In den Philippinen hatte die Zentralregierung vor kurzem ein Waffenstillstandsabkommen mit der Islamischen Befreiungsfront der Moros in Mindanao unterzeichnet. Sei es mit der Politik der Protektorate (Kosovo, Mazedonien, Osttimor, Kambodscha und jetzt Afghanistan), den Politiken der Renationalisierung (&lt;i&gt;nation building&lt;/i&gt;) oder der Sabotage jeglicher nationalen Wiederverst&#228;ndigung, es geht darum, &lt;i&gt;einerseits die Reproduktion und Zirkulation des Kapitals und andererseits die Reproduktion und Zirkulation der Arbeitskraft voneinander zu trennen&lt;/i&gt;. Die Reproduktion des Kapitals und seine Akkumulation in Pakistan oder den Philippinen sind selbst nicht verbunden mit der Reproduktion der pakistanischen oder philippinischen Arbeitskraft (das ist einer der Gr&#252;nde f&#252;r die &#8222;Deislamisierung&#8220; des pakistanischen Staates). In einer derartigen &#8222;neuen Weltordnung&#8220; ist, wie wir sehen werden, die Frage der Unterscheidung zwischen Kriegs- und Polizeioperationen nicht mehr wirklich relevant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Niederlage des Rentiers und die Sezession&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Bin Laden, Al-Qaida und die Taliban resultiert die Opposition gegen die USA aus dem total utopischen Willen, eine riesige, vom globalen Kapital sezessionistische Zone vom Roten Meer bis nach Indonesien zu erschaffen. Das erste bedeutende Al-Qaida zugeschriebene Attentat geschieht, als sich die amerikanische Gaspipeline durch Afghanistan pr&#228;zisiert. &#8222;Die Attentate am 7. August 1998 gegen die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salam waren der Anfang vom Ende der Gaspipeline. Am 21. August verk&#252;ndigte Unocal offiziell, alle Aktivit&#228;ten bez&#252;glich des Projekts der Gaspipeline in Afghanistan einzustellen. Am gleichen Tag bombardierte die amerikanische Luftwaffe mutmasslich terroristische Ziele in Afghanistan und im Sudan. [&#8230;] Das turkmenische Gas wird auf den Frieden warten m&#252;ssen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde vom 22. Oktober 2001.&#034; id=&#034;nh2-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Allerdings war im Januar 1998 ein Abkommen mit den 1996 an die Macht gekommenen Taliban unterzeichnet worden, das Regime der Taliban hatte damals noch gute Presse in den USA. Ein Friedensabkommen in Afghanistan h&#228;tte die &#214;ffnung Zentralasiens gegen&#252;ber der Welt erlaubt (und wird sie erlauben), abseits des exklusiven Konfliktes mit Russland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein solch &#8222;sezessionistischer&#8220; Wille hat nur durch die kapitalistische Entwicklung der letzten 25 Jahre entstehen k&#246;nnen. Die Reicht&#252;mer sollen den Muslimen, den Einheimischen von Nutzen sein! &#8222;Der Zusammenbruch der Sowjetunion haben die USA hochm&#252;tiger gemacht und sie haben angefangen, sich als die Chefs dieser Welt zu betrachten, indem sie das aufbauen, was sie eine neue Weltordnung nennen. [&#8230;] Sie wollen unsere L&#228;nder besetzen, unsere Rohstoffe stehlen, ihre Vertreter als unsere Anf&#252;hrer durchsetzen [&#8230;] und sie wollen, dass wir damit einverstanden sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Erkl&#228;rung von Bin Laden in Peter Bergen, Holy War Inc., New York, Free (...)&#034; id=&#034;nh2-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ein solches &#8222;Sezessionsprojekt&#8220; hat erst nach dem Krieg in Kuwait einen Sinn bekommen, seine Wurzel ist die saudische Niederlage, welche der Golfkrieg war: Die Bedeutung der Saudi-Araber ist alles andere als konjunkturell und &#252;berschneidet sich sogar mit den Ambivalenzen der offiziellen saudischen Positionen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass der Jemen bef&#252;rchtet, das n&#228;chste Ziel einer amerikanischen Intervention zu sein (Herkunftsland sehr vieler K&#228;mpfer im Netzwerk Bin Ladens), zeigt (neben den spezifischen, durch die Wiedervereinigung des Jemens aufgeworfenen Fragen), dass das Zentrum von Bin Ladens Aktivit&#228;t nicht Zentralasien oder Afghanistan ist, sondern die Arabische Halbinsel. Nicht, dass es sich um ein &lt;i&gt;nationales&lt;/i&gt; saudisches Ziel handeln w&#252;rde, doch es kann insofern nicht die geringste Glaubw&#252;rdigkeit f&#252;r ein sezessionistisches Projekt existieren, als dass die Finanz- und &#214;lmacht Saudi-Arabiens nicht daran beteiligt ist. Wenn Saudi-Arabien der Kern des Projekts bleibt, so auch als Resultat der Zeit nach dem Golfkrieg, die Zeit der Niederlage der autonomen Figur des Rentiers und die Einf&#252;hrung der Rente in den allgemeinen Ausgleich der Profitrate. Das sezessionistische Projekt ist gr&#246;sstenteils ein Produkt der aktuellen Situation des Landes, es gr&#252;ndet auf seinem inneren Zusammenbruch, seiner Implosion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Probleme der Renten&#246;konomie sind allseits bekannt: Von Anfang an zirkuliert der Wert als Einkommen und nicht als Kapital; Entwertung produktiver T&#228;tigkeiten; Steigerung der Abh&#228;ngigkeit; jegliche produktive T&#228;tigkeit wird nicht an ihrer F&#228;higkeit zur Mehrwertsch&#246;pfung gemessen, sondern an jener, sich zus&#228;tzlichen, schon bestehenden Wert anzueignen.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Th&#233;orie communiste, Nr. 11, Dezember 2002.&#034; id=&#034;nh2-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8222;Die Saudi-Araber m&#252;ssen beginnen, zu arbeiten&#8220;, erkl&#228;rt der Prinz Abdallah im Dezember 1998. In 20 Jahren ist das BIP per Einwohner von 16&#8216;500 $ 1981 auf 6000 $ 2000 gefallen. Ein R&#252;ckgang, dessen Ursachen sowohl der tiefe Erd&#246;lpreis als auch das Bev&#246;lkerungswachstum von 9 auf 22 Millionen im gleichen Zeitraum sind. Der Rentierstaat hat den die herrschende Klasse mit ihren Untertanen verbindenden &#8222;Pakt&#8220; gebrochen: die politische Gef&#252;gigkeit im Austausch f&#252;r die Garantien des Sozialstaates. Die meisten saudischen Angestellten sind in der Tat im &#246;ffentlichen Sektor angestellt, wir sprechen hier nicht von der importierten Arbeitskraft. &#8222;Doch der Staat, der sich gegen&#252;ber dem Weltw&#228;hrungsfonds und der WTO bez&#252;glich Reformen engagiert hat, hat nicht mehr die Mittel, um den Neuank&#246;mmlingen im Arbeitsmarkt eine Anstellung zu bieten, das betrifft etwa 100&#8216;000 Hochschulabg&#228;nger pro Jahr. Die weitgehend von Bestellungen des &#246;ffentlichen Sektors abh&#228;ngige Privatwirtschaft hat nicht gen&#252;gend Arbeitspl&#228;tze f&#252;r alle von ihnen. Alles in allem absorbiert die Wirtschaft nur die H&#228;lfte davon. Die auf 25-30% gesch&#228;tzte Arbeitslosigkeit der aktiven m&#228;nnlichen Bev&#246;lkerung ist die Ursache f&#252;r eine Unzufriedenheit, dank welcher der islamische Protest ziemlich problemlos rekrutieren kann; das Ressentiment gegen&#252;ber eingewanderten, in der Regel aus Asien stammenden Arbeitern ist gross, es ist jedoch weit davon entfernt, jene Animosit&#228;t zu erreichen, die gegen&#252;ber Personal aus dem Westen allgemein und Amerikanern im Besonderen gehegt wird, gen&#228;hrt durch die permanente Pr&#228;senz von 20&#8216;000 Amerikanern, wovon mehr als 5&#8216;000 Soldaten sind. Die Ansicht, dass diese Pr&#228;senz ein Sakrileg ist, wird von allen Saudi-Arabern geteilt, bis hinein in die herrschende Familie. Die Unverbl&#252;mtheit, mit welcher die amerikanischen Regierungen Saudi-Arabien wirtschaftlich f&#252;r seine guten Dienste 1991 unter Druck gesetzt haben, wird als Erpressung betrachtet. In Saudi-Arabien ist die Verteilung der Rente ein zentraler Streitgegenstand, doch die Grenzen des Systems zeigen sich mit der immer st&#228;rker werdenden islamistischen Opposition. Diese organisierte Opposition gegen die amerikanische Pr&#228;senz ist verantwortlich f&#252;r zwei Attentate gegen die amerikanischen Truppen 1995 und 1996. Zudem gibt sie der Opposition der St&#228;mme des S&#252;dens gegen die Macht der Saud eine neue Aktualit&#228;t [die St&#228;mme des Nordens teilen sich die Reicht&#252;mer des Landes].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was Bin Laden repr&#228;sentiert, kann man nicht verstehen, wenn man sich nicht auf den Krieg in Kuwait und die Krise der Renten&#246;konomien bezieht: das Verschwinden der autonomen Figur des Rentiers. Den Coup von Saddam wiederholen, aber ohne den Nationalismus. Die Schlacht um Pipelines, wovon die Taliban und Al-Qaida Akteure sind, hat eine ganz andere Dimension denn jene eines einfachen interkapitalistischen Konflikts, sie ist auch und allen voran ein Konflikt, deren Ausgang eine Determinierung eines Stadiums der Geschichte des Kapitalismus darstellt (letztendlich wie alle interkapitalistischen Konflikte): die Erkl&#228;rung der neuen, durch den Golfkrieg geschaffenen Situation f&#252;r rechtsg&#252;ltig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bin Laden ist nicht ein neuer Saddam, sein Ziel und seine Daseinsberechtigung ist nicht der Nationalismus, sondern eine Sezession innerhalb der Globalisierung, die nur zur Stornierung dieser Niederlage f&#252;hren k&#246;nnte. Die Wende Bin Ladens gegen seinen Sch&#246;pfer ist das Produkt des Endes des Kalten Krieges als allgemeiner Rahmen und der Nachkriegszeit in Bezug auf Kuwait als determinierende besondere Situation. Die Begriffe &#8222;Sch&#246;pfer&#8220; und &#8222;Gesch&#246;pf&#8220; kaschieren in Tat und Wahrheit die Wirklichkeit: Die Amerikaner formten eine Kraft in ihrem Dienst, ausgehend von existierendem Material in den bestehenden gesellschaftlichen Bedingungen, die &#8222;Wende&#8220; erinnert somit etwas weniger an &#8222;Frankenstein&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Das Ereignis&lt;/i&gt; des 11. Septembers ist sehr wohl Teil einer Beziehung zwischen Staaten und eines wirtschaftlichen Feilschens. Nachdem George W. Bush an die Macht gekommen ist, werden die Verhandlungen mit den Taliban energisch neu lanciert, um die Erwartungen der amerikanischen &#214;lfirmen nicht zu entt&#228;uschen. Man musste aus dem &#8222;grossen Spiel&#8220; aussteigen, das in Tat und Wahrheit seit dem 19. Jahrhundert ein Nullsummenspiel war, der von den Amerikanern erwartete totale Sieg der Taliban erweist sich ab 1998 als unm&#246;glich. Amerikaner und Pakistaner einerseits, Russen, Iraner und Inder andererseits neutralisieren sich gegenseitig. Um Zentralasien zu &#246;ffnen, m&#252;ssen die Taliban zu Verhandlungen gebracht und die Regierung Afghanistans f&#252;r die Nordallianz ge&#246;ffnet werden, das ist das Ziel des amerikanischen Drucks ab 1998, er intensiviert sich mit der Wiederwahl George W. Bushs. Daf&#252;r m&#252;ssen sich die Taliban von Bin Laden und Al-Qaida lossagen. Die ber&#252;hmte Pipeline konnte nur mit der Vollendung dieser &#214;ffnung und dieser Lossagung Realit&#228;t werden. Etliche Dokumente und Bezeugungen zeigen, dass die Drohungen und Erpressungen gegen&#252;ber den Taliban w&#228;hrend des ganzen Jahres 2001 pr&#228;zis waren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Ben Laden, la v&#233;rit&#233; interdite&#8220;, Zusammenfassung und Ausz&#252;ge in Le Monde (...)&#034; id=&#034;nh2-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &#8222;Bin Laden hatte keine Schwierigkeiten, Mullah Omar davon zu &#252;berzeugen, dass er, sollte er ihn fallen lassen, danach auch zermalmt w&#252;rde. Im Sommer 2001 folgerten die Taliban richtiger- oder f&#228;lschlicherweise, dass eine schwere milit&#228;rische Operation gegen sie in Vorbereitung ist. Einmal mehr hatte Bin Laden keine Schwierigkeiten, sie davon zu &#252;berzeugen, dass es unter diesen Umst&#228;nden besser war, zuerst zu schiessen. [&#8230;] Das bleibt eine Spekulation, auf wirklichen Indizien basierend. Sie hat den Vorteil, eine politische Koh&#228;renz f&#252;r jenes R&#228;derwerk zu bieten, das mit dem 11. September im Unvorstellbaren kulminiert ist.&#8220; Es ist nutzlos, die Details der Verhandlungen &#252;ber die ber&#252;hmte Gaspipeline anzusprechen, die das turkmenische Gas via Afghanistan bis zum Indischen Ozean bringen sollte (die ganze Geschichte ist allseits bekannt, Hamid Karzai arbeitete sogar als Berater f&#252;r Unocal). Was dabei interessanter ist, ist die Unnachgiebigkeit der Taliban in denselben gegen&#252;ber der UNO und den USA. Die Weigerung, Bin Laden &#8222;fallen zu lassen&#8220; (sollte das m&#246;glich gewesen sein) war gleichbedeutend mit der Opposition gegen jegliches innere afghanische Abkommen. Pakistan hatte mit einem solchen Abkommen am meisten zu verlieren, die Unnachgiebigkeit der Taliban ergibt sich daraus. F&#252;r Pakistan und die Taliban konnte die amerikanische milit&#228;rische Drohung gegen&#252;ber der Verweigerung jeglichen Abkommens mit der Nordallianz und den Usbeken durchkreuzt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Rahmen dieses Feilschens war das, was im Nachhinein als &#8222;falsches strategisches Kalk&#252;l&#8220; erscheint, nicht im Vorhinein sinnentleert. Die Ermordung Massouds war gleichbedeutend mit der Schw&#228;chung der Nordallianz und sollten sich die USA trotzdem auf sie st&#252;tzen wollen, w&#252;rden sie mit der Opposition Pakistans konfrontiert sein, das eine Zerschlagung der Macht der Taliban nie akzeptieren w&#252;rde. Russland, in Opposition zu den USA bez&#252;glich der unilateralen Ablehnung der Atomabkommen, w&#252;rde nicht zu einer Zusammenarbeit bereit sein. Die USA w&#252;rden dazu verurteilt sein, von weit entfernt ineffizient zu bombardieren. Doch Pakistan hat sich f&#252;r den Kaschmir, die Rivalit&#228;t mit Indien, die Akzeptierung seiner Atombombe, die teilweise Streichung seiner Schuld entschieden und Putin daf&#252;r, eine Kr&#246;te zu schlucken und die Tschetschenen ein bisschen mehr zu massakrieren, danach die Georgier.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom Islamismus zu Al-Qaida&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der religi&#246;se Charakter des sezessionistischen Projektes war nicht absolut notwendig, doch er ist eine daf&#252;r verst&#228;ndliche Formgebung und ein verst&#228;ndlicher Inhalt. Das Sezessionsprojekt ist von Natur aus interklassistisch, es mobilisiert &#8222;die Massen&#8220;, die nicht von der intensiven Kapitalisierung profitiert haben, Fraktionen der von der Rente profitierenden &#8222;&#214;laristokratie&#8220; gegen jene, welche sich &#8222;den Ungl&#228;ubigen verkauft haben&#8220;, die von der kapitalistischen Globalisierung niedergewalzten Mittelklassen; es wird gerechtfertigt durch das h&#246;here Interesse der muslimischen Welt, die all ihre Mitglieder und gesellschaftlichen Kategorien umfasst und &#252;bersteigt. Der Islam ersetzt hier den anti-imperialistischen Nationalismus, der mit der allgemeinen Niederlage des ehemaligen Kampfzyklus obsolet geworden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz dem Anschein ist die Verwirklichung eines derartigen Projekts in sich selbst eine Disziplinierung der proletarisierten Massen (man kann in den kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnissen in Anbetracht der Modalit&#228;ten des Arbeitszwanges und der Ausbeutung von Disziplinierung sprechen). Sind die Dinge einmal auf den Punkt gebracht, d.h. die Hierarchie der Determinierungen zwischen der globalen Reproduktion des Kapitals und der lokalen Reproduktion der Arbeitskraft (durch Gewalt, falls notwendig), ist es m&#246;glich, zu einer Verst&#228;ndigung zwischen dem Islamismus und &#8222;dem grossen amerikanischen Satan&#8220; zu kommen, man sieht das schon in Pakistan und im Sudan. Der Islamismus entwickelt sich auf der Grundlage eines auf allen Ebenen besiegten Proletariats: in seinen unmittelbaren K&#228;mpfen; in den grossen Krawallen gegen den Weltw&#228;hrungsfonds in den 1980er Jahren und Anfang der 1990er Jahre; in den nationalistischen Programmen selbstzentrierter Entwicklung. Die Islamisierung des Klassenkampfes ist das Resultat eines geschlagenen Proletariats. Die religi&#246;se Form entwickelt sich auf der Grundlage traditioneller Strukturen, die durch das langfristig unertr&#228;gliche Verh&#228;ltnis zwischen den beiden Aspekten des doppelten Lebens des Proletariers in den j&#252;ngst industrialisierten und abh&#228;ngigen (nicht endogenen) Gebieten zerschlagen worden sind: Eine enorme Diskrepanz zwischen der Industrialisierung einerseits und der Lebensweise und der Reproduktion der Arbeitskraft andererseits, die auf absolute Art und Weise nicht als freie Arbeitskraft bezeichnet werden kann. Die Fabrik, wie es Serge Latouche in &lt;i&gt;Die Verwestlichung der Welt&lt;/i&gt; formuliert, scheitert daran, als &#8222;Haus der Kultur&#8220; zu funktionieren. Das Scheitern dieser Strukturen zusammen mit der in den 1980er und 1990er Jahren definitiven Niederlage der K&#228;mpfe lassen dem religi&#246;sen Verh&#228;ltnis diesen Platz: isoliertes Individuum &#8211; Universalit&#228;t. Das Kapital kann in diesem Fall nichts anders tun, als eine andere Gemeinschaft neben der seinen zu akzeptieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der ersten Phase der &#8222;Muslimbr&#252;der&#8220; ab den 1950er Jahren und w&#228;hrend den 1960er Jahren verschwindet der Islamismus als gesellschaftlich und politisch organisierte Kraft fast vollst&#228;ndig. Die Erhebungen von Hama (1964) und Damaskus (1966) sind weniger sein Werk als die spontane Reaktion der von einigen religi&#246;sen Anf&#252;hrern begleiteten H&#228;ndlern gegen die Massnahmen der Verstaatlichung der wesentlichen wirtschaftlichen T&#228;tigkeiten. Die wiedererstehende islamistische Bewegung zu Beginn der 1970er Jahre hat weder die gleiche Natur, noch die gleichen gesellschaftlichen Ziele. Sie ist allen voran Ausdruck der Krise und des Scheiterns der politischen und wirtschaftlichen Nationalismen, sie rekrutiert zu dieser Zeit innerhalb dieser gleichen Mittelklassen, die bis anhin mit dieser Politik des sozialen Aufstiegs und diversen wirtschaftlichen Privilegien gut gefahren waren: Lehrer, Studenten, niedere Offiziere, Ingenieure&#8230; Es ist auch die Periode des Aufstiegs der &#214;lmonarchien und der auf der Rente basierenden Integration der Region. Diese Bewegung findet in dieser Mutation die Bedingungen ihrer Entwicklung, umso mehr, als dass die herrschenden M&#228;chte, sei es in Syrien, in &#196;gypten (aber auch in Tunesien und Algerien), welche damals weitgehend zur Liquidation ihrer linksnationalistischen Tendenzen und Elemente &#252;bergegangen waren, in ihnen nat&#252;rliche B&#252;ndnispartner entdecken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch das Scheitern der selbstzentrierten wirtschaftlichen Entwicklung und die darauf folgende, &#246;ffnend genannte, liberale Politik haben zur Erscheinung einer enormen Masse an Ausgeschlossenen gef&#252;hrt, die sich ab Ende der 1970er Jahre in den Krawallen der grossen arabischen St&#228;dte zeigt. Und ab diesem Zeitpunkt &#252;berwinden die islamistischen Bewegungen das Stadium einer vertraulichen Existenz oder terroristischer Praktiken. Ab den 1980er Jahren wird der Islamismus zum Ausdruck aller Grenzen dieser Revolten, die er mehr oder weniger erfolgreich umrahmt, gegen eine staatliche Macht, gegen&#252;ber welcher er kein anderes Programm entgegenzusetzen hat, als das, welches sie schon anwendet. Die Islamisten sind das populistische Antlitz der Gesch&#228;fte machenden Bourgeoisie an der Macht, Ausdruck sowohl der Grenzen der Renten&#246;konomie als auch der Demonstrationen des Proletariats, welche diese &#214;konomie und ihre Grenzen hervorrufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frage ist nicht, wie Religion, Politik, Wirtschaft Individuen auf ihren einsamen Inseln miteinander verbinden, sondern zu verstehen, weshalb die Verbindungen zwischen besonderen Individuen, die durch eine determinierte Produktionsweise und in derselben definiert werden, die Form von Religion, Politik, Wirtschaft annehmen. Was sind die Grenzen dieser Krawalle, die den Islamismus als ihren synthetischen Ausdruck konstituieren? In der kapitalistischen Konstitution des Ausschlusses erscheinen die Entfremdung des Proletariers gegen&#252;ber der Gesamtheit der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse und seine eigene Reproduktion nicht als Produkt seiner eigenen T&#228;tigkeit und die Entfremdung als widerspr&#252;chliches Verh&#228;ltnis, das er zur Gesamtheit dieser Gesellschaft unterh&#228;lt, sondern als &lt;i&gt;inh&#228;rente&lt;/i&gt; Tatsache seiner Individualit&#228;t, er ist &lt;i&gt;der Arme&lt;/i&gt;. Da sie der Individualit&#228;t inh&#228;rent geworden ist, l&#246;st sich die Trennung mit den anderen Individualit&#228;ten und der Gemeinschaft erst in einem Verh&#228;ltnis auf, das diese Individualit&#228;ten transzendiert und sich ihnen gegen&#252;ber als radikal &#228;usseres setzt. Die historisch-kulturellen Besonderheiten und die gesellschaftlichen Zw&#228;nge der Periode geben diesem Verh&#228;ltnis nur als Religion, Kultur, Nation eine Form. In seinem Widerspruch mit den kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnissen, innerhalb welchen es als &#8222;ausgeschlossen&#8220; reproduziert wird, bringt das Proletariat die inh&#228;renten Grenzen dieser Bedingungen und Eigenschaften dieses Widerspruchs in Form der Religion hervor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die islamistischen Bewegungen der 1980er Jahre sind gleichbedeutend mit dem Zusammentreffen dreier gesellschaftlicher Prozesse: der Ratlosigkeit und der Marginalisierung der Mittelklassen gegen&#252;ber dem Liberalismus und der &#214;ffnung aufgrund ihrer gesellschaftlichen Lage, die sie nicht als Kapitalismus kritisieren k&#246;nnen, sondern als &#8222;Verwestlichung&#8220;, als Lebensweise und Kultur; des Scheiterns der Nationalismen und der Einrichtung der Integration durch die Rente mit den Golfl&#228;ndern als Mittelpunkt; &#8222;des sozialen Ausschlusses&#8220; und der Vervielfachung der Armutskrawalle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solange die islamistische Bewegung nur Ausdruck des ersten dieser Elemente war, war sie beschr&#228;nkt auf eine terroristische Praxis (eine im Gegensatz zum gegenw&#228;rtigen Terrorismus stets nationalistische Praxis) ohne grosse Perspektive: die Besetzung der Moschee in Mekka 1979, die Ermordung Sadats 1981. Die soziale Herkunft der Beschuldigten in der Aff&#228;re des Angriffs auf die Milit&#228;rakademie von Heliopolis in &#196;gypten ist aussagekr&#228;ftig: 42 Studenten, 17 Sch&#252;ler der Milit&#228;rakademie, 3 Soldaten, 4 technische Ingenieure, 1 Repr&#228;sentant liberaler Berufe, 3 Arbeiter. Die Erhebung der Stadt Hama in Syrien im Februar 1982 erlangte durch die gesellschaftlichen Eigenschaften Syriens eine gr&#246;ssere Bedeutung als die vorhergehenden Ereignisse: Bipolarit&#228;t Syriens (zwischen Aleppo und Hama einerseits, Damaskus andererseits), Begegnung der marginalisierten Mittelklassen mit den K&#228;mpfen der H&#228;ndler. Durch die Zerst&#246;rung der Stadt ist eine gesellschaftliche Struktur zerst&#246;rt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ohne sich zu verlieren, konnte diese islamistische Bewegung die Macht der herrschenden Bourgeoisie nicht in Frage stellen. Betrachtet man die islamistische Bewegung sowohl im Maghreb als auch im Nahen Osten als Kritik der herrschenden Ordnung, so verwechselt man einerseits den Ausdruck der Armut, den sie in ihrer Praxis und ihrer religi&#246;sen Sprache auszudr&#252;cken vermag und schon immer auszudr&#252;cken vermochte, und andererseits die Revolte gegen diesen Ausschluss, eine Revolte, welche die islamistische Bewegung stets bek&#228;mpfte und auf deren Grenzen und Scheitern sie floriert als politische und gesellschaftliche Anerkennung derselben. Als Produkt entwerteter Mittelklassen war es die historische Gelegenheit der islamistischen Bewegungen der 1980er Jahre, sich nach dem Scheitern der Staatsstreiche als Produkt und Quintessenz des Zusammenbruches des politischen und wirtschaftlichen arabischen Nationalismus, der Integration durch die Rente der Region mit den Golfstaaten als Mittelpunkt und v.a. des notwendigerweise konfliktreichen Aufbaus einer dualen, &lt;i&gt;spezifisch kapitalistischen&lt;/i&gt; Gesellschaft wiedergefunden zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kommt n&#228;mlich Mitte der 1980er Jahre, nach dem Schnitt Mitte der 1960er Jahre und dem Scheitern des ersten terroristischen Islamismus Mitte derselben 1980er Jahre, zu einer neuen Wende in der Entwicklung der islamistischen Bewegungen. &#8222;Die herrschenden Regime in der muslimischen Welt haben, um den sie bedrohenden Brand der islamistischen Gruppen auszul&#246;schen, andere Feuer angez&#252;ndet, indem sie eine Reislamisierung &#8218;von unten&#8216; beg&#252;nstigt haben. Sie haben die Entwicklung von Bewegungen zugelassen, die alle Freiheit hatten, die strengste Auslegung der Normen des Islams in allen Bereichen des allt&#228;glichen Lebens zu predigen, jedoch eigentlich in politischen Fragen nicht intervenieren sollten. [&#8230;] Diese Reislamisierung von unten, die seit der Mitte der 1980er Jahre ein betr&#228;chtliches Ausmass angenommen hat, ist weitgehend von Saudi-Arabien und Kuwait finanziert worden, sie sahen diesen konservativen, rigoristischen und, so glaubte man, die gesellschaftliche Stabilit&#228;t garantierenden Pietismus mit einem wohlwollenden Auge.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel in Le Monde vom 11. Januar 1991.&#034; id=&#034;nh2-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese von Kepel unternommene Analyse setzt diese &#8222;Reislamisierung von unten&#8220; nicht in ein Verh&#228;ltnis zu den st&#228;dtischen Krawallen im Mittleren Osten. F&#252;r ihn haben diese Bewegungen nur zum Ziel, radikale Gruppen auf ihrem eigenen Terrain anzugreifen, als ob sie die haupts&#228;chliche Bedrohung f&#252;r &#8222;die herrschende Ordnung&#8220; dargestellt h&#228;tten, als ob man letztendlich nicht in den F&#252;hrungspositionen dieser radikalen Gruppen und dieser &#8222;Reislamisierung von unten&#8220; die gleichen gesellschaftlichen Gruppen finden w&#252;rde, als jene, welche im Terrorismus engagiert sind. Die Analyse bleibt, indem sie die Gr&#252;nde des Erfolgs der Bewegungen ausser Acht l&#228;sst, machiavellistisch und instrumentalistisch, denn diese k&#246;nnen nicht g&#228;nzlich mit dem aus dem Golf kommenden Geldsegen erkl&#228;rt werden. Ausserdem erkennt die Analyse dieser Reislamisierung von unten ihr einen doppelten Aspekt (rebellisch und konservativ) an, doch nur um es zu konstatieren, diese beiden Aspekte werden nie artikuliert. Das gleiche gilt f&#252;r einen sehr langen, einmal mehr in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 7. M&#228;rz 1991 ver&#246;ffentlichten Artikel, wo diese Bewegung &#8222;die herrschende Ordnung stabilisiert und kritisiert&#8220;, ohne dass man weiss, wie sich diese beiden Aspekte artikulieren. In diesem Artikel scheint diese Dualit&#228;t sogar das Resultat ihres Erfolges zu sein. In Tat und Wahrheit ist die Idee eines rebellischen Aspektes der islamistischen Bewegungen selbst zweifelhaft. Die islamistischen Bewegungen sind w&#228;hrend den gesamten 1980er Jahren im wesentlichen eine Kraft der Aufrechterhaltung der gesellschaftlichen Ordnung geblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die islamistischen Bewegungen &#252;berfluten die muslimische Welt vom Maghreb bis nach Indonesien, sie sind nicht eine Besonderheit des Mittleren Ostens, obwohl sie von Anfang an von den Golfstaaten politisch und finanziell unterst&#252;tzt wurden, h&#228;ufig mit dem Segen der USA. In diesem ganzen Gebiet hat die Entwicklung des Kapitalismus durch die Kolonialisierung, die Mandatsherrschaft und die Erschaffung des Staates Israel die traditionellen Gesellschaften zerst&#246;rt. Die kapitalistische Modernisierung unter der &#196;gide des Kleinb&#252;rgertums hat im Rahmen des globalen Kapitalismus zur Katastrophe gef&#252;hrt, es ist nie f&#228;hig gewesen, aus dem Kapital die einzige Gemeinschaft zu machen, den demokratischen Treueeid gegen&#252;ber dem Staat zu erschaffen, die Figur des B&#252;rgers hervorzubringen, des ausschliesslich in der Reproduktion des Kapitals atomisierten und integrierten Individuums. Diese Entwicklung basierte sogar teilweise auf der zuvor angesprochenen Dualit&#228;t als doppeltes Leben des Arbeiters. Die regionale Integration durch die Rente in ihrem Scheitern &#252;berl&#228;sst das endlich besondere kapitalistische Individuum seiner Bedingung &#8222;als Ausgeschlossener&#8220;. Seit den 1950er Jahren folgt diese gesamte Region in unterschiedlichen Rhythmen dem selben Lauf. Alles in allem ist religi&#246;se Formalisierung der Klassenk&#228;mpfe nichts, das spezifisch mit der muslimischen Welt assoziiert werden k&#246;nnte; man denke an Indien, an Lateinamerika (Befreiungstheologie, Evangelisten), an Polen in den 1980er Jahren oder an einige Republiken der ehemaligen UdSSR.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der B&#252;rgerkrieg in Algerien, die Unf&#228;higkeit der Hamas, eine politische Perspektive in Pal&#228;stina zu definieren und v.a. die saudische Niederlage, welche der Golfkrieg in Wirklichkeit darstellt (was nicht im Widerspruch zur offensichtlichen irakischen Niederlage steht), sind gleichbedeutend mit dem Scheitern dieses politischen Islamismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine neue globale Ver&#228;nderung zeichnet sich in Wirklichkeit seit Anfang der 1990er Jahre ab: das Verschwinden des Islamismus als nationales Projekt. Der gegenw&#228;rtige Islamismus ist das Resultat der Infragestellung des nationalen Rahmens f&#252;r die Reproduktion der kapitalistischen Akkumulation und der widerspr&#252;chlichen Situation der Reproduktion der Arbeitskraft, die gleichzeitig den Ausbeutungsbedingungen und dem Arbeitszwang unterworfen ist, welche Teil eines globalen Zyklus des Kapitals sind, und, durch diese Tatsache selbst (Aufl&#246;sung des nationalen Rahmens), auf die &#8222;Wiedererschaffung&#8220; der Bedingungen und des Rahmens der &#8222;traditionellen&#8220; Reproduktion verwiesen wird. &lt;i&gt;Eine zuf&#228;llige und explosive Begegnung zwischen einer globalen Integration und Abh&#228;ngigkeit einerseits und andererseits der Wiedererschaffung einer &#8222;traditionellen&#8220; Reproduktion, die jegliche innere (endogene) Finalit&#228;t und Bedeutung verloren hat&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um eine &#8222;Entnationalisierung&#8220; des Islamismus, oder gar um seine &#8222;Deterritorialisierung&#8220;. In Pakistan muss man bis zur Eliminierung von Ali Bhutto (1977) zur&#252;ckgehen, um diesen Prozess der &#8222;Entnationalisierung&#8220; zu verstehen, der gleichbedeutend ist mit seinem Scheitern als politischer und &#8222;populistischer&#8220; Islamismus wie er sich in den 1980er Jahren entwickelt hatte, die Jahre der saudischen Integration durch die Rente. Die von Zia-ul-Haq aufgegleiste Politik der Islamisierung ersetzt die unter Ali Buttho lancierten Entwicklungsprogramme. In den 1980er Jahren hat Pakistan noch Wachstumsraten von ungef&#228;hr 6% und profitiert von den Geldbetr&#228;gen der in die Golfstaaten ausgewanderten pakistanischen Arbeiter. Erst in den 1990er Jahren, d.h. nach dem Golfkrieg, der sowjetischen Niederlage in Afghanistan und dem Ende des Kalten Krieges, wird der Islamismus zu einer bedeutenden politischen Kraft in Afghanistan. Die islamistischen Organisationen f&#252;llen einmal mehr das vom Staat gelassene Machtvakuum. Pakistan widmet nur noch 3.5% seines Budgets der Bildung und der Gesundheit (38% der Verteidigung). &#8222;Millionen von Fl&#252;chtlingen, ein unkontrollierter Drogenhandel, der Kult der Kalaschnikow und die Kultur des Jihad sind das Erbe des Afghanistan-Krieges.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde.&#034; id=&#034;nh2-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Pakistan ist mit der Tatsache konfrontiert, dass die Schaffung einer nationalen Unterordnung seiner Verschiedenheit sich als immer schwieriger erweist: eine Vorherrschaft der Punjabis, die besonders von den Sindhis, den Belutschen und den Muhajir von Karachi nur z&#228;hneknirschend hingenommen wird. Es handelt sich um ein Problem interner K&#228;mpfe innerhalb der herrschenden Klasse: Die aus einer unternehmungslustigen kapitalistischen Klasse entstammenden Muhajir mussten sich der Macht des punjabischen Landadels unterordnen und die paschtunischen und belutschischen gesellschaftlichen Stammesstrukturen akzeptieren. Was uns jedoch hier gegenw&#228;rtig interessiert, ist die Tatsache, dass dieses Problem des Staatsaufbaus innerhalb der islamistischen Opposition selbst pr&#228;sent ist, die nationalistische Tendenz wird von den Radikalsten bek&#228;mpft, f&#252;r sie z&#228;hlt die Umma viel mehr als die Nation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was zentral in dieser Bewegung des Zusammenbruches des Staatsaufbaus ist, ist das Verschwinden des staatlichen Nationalismus als Vermittlungsinstanz im &#8222;anti-imperialistischen Kampf&#8220;. Die Transformationen des Islamismus und das Scheitern des politischen Islamismus bezeugen diese Entwicklung (sogar im Sudan ist der Staat dabei, sich des nationalen Islamismus zu entledigen, er ist nun mit einem Islamismus konfrontiert, f&#252;r welchen der nationale Rahmen anekdotenhaft ist, gleichzeitig lokalisiert er sich auf beschr&#228;nkte Art und Weise und mit wechselnden Territorien - &#8222;Kriegsherren&#8220;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Diese neue Form des radikalen Islamismus resultiert aus einer gewissen Anzahl konstanter Akte des Scheiterns: dem Ende der Dritte-Welt-Ideologie, dem Bankrott des arabischen Sozialismus, der Sackgasse des politischen Islams, einhergehend mit der Erkenntnis, dass die offiziellen religi&#246;sen Autorit&#228;ten der arabischen Welt von den herrschenden Regimen &#8218;nationalisiert&#8216; worden sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., Januar 2002.&#034; id=&#034;nh2-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bin Laden verweigert sich &#8222;dem Islamismus in einem Land&#8220; und hat keine nationale Strategie (die zentrale Stellung Saudi-Arabiens in seiner Strategie ist nicht das Resultat einer nationalen Strategie), seine Netzwerke bestehen aus Aktivisten, die das Scheitern der islamistischen Parteien in verschiedenen L&#228;ndern miterlebt haben. Es handelt sich also um eine innere (fast inh&#228;rente) Opposition gegen die Globalisierung, die sich auf ihrer Ebene und in den gleichen Begriffen wie sie verortet, sie konstituiert sich nicht einmal als Alternative zu ihr. Sie ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten. Was den &#8222;terroristischen&#8220; Aspekt betrifft, sind die Aktionsformen an die neuen Formen der kapitalistischen Reproduktion als &lt;i&gt;Herrschaft&lt;/i&gt; angepasst (daher kommt zumindest teilweise die religi&#246;se Form). Es handelt sich nicht um eine Guerilla, die ein Territorium kontrolliert, und sogar das hypothetische &#8222;Endziel&#8220; der Sezession existiert nur mangels Alternativen, als Resultat einer Art &#8222;Widerspruch&#8220; (in Wirklichkeit eine Dualit&#228;t) in der Daseinsberechtigung der Bewegung: Deterritorialisierung und Internationalisierung einerseits; &#8222;anti-imperialistische&#8220; Revolte andererseits.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bin Laden repr&#228;sentiert einen &#8222;abstrakten&#8220; (d.h. deterritorialisierten) Islamismus. Seine Netzwerke entwickeln sich nach dem Scheitern des popul&#228;ren und nationalistischen Islamismus im Mittleren Osten, haupts&#228;chlich in &#196;gypten (1997), woher die meisten seiner milit&#228;rischen F&#252;hrungskr&#228;fte und politischen Berater kommen. &#8222;Die Strasse&#8220; ist nicht gegen die amerikanische Intervention in Afghanistan aufgestanden (einzig die Stadt Quetta, nur 200 km von Kandahar entfernt, erlebte am 8. Oktober 2001 eine aufst&#228;ndische Situation). Al-Qaida ist das Gegenteil der Gamma Islamijah (wovon einige ihrer Kader stammen, nach der &#8222;Niederlage&#8220; 1997). Bin Laden ist in Afghanistan, da er am 18. Mai 1996 mit dem Einverst&#228;ndnis der Amerikaner vom Sudan in dieses Land ausgeschafft worden ist. Der Sudan war bereit, ihn in die USA oder nach Saudi-Arabien auszuschaffen, doch erstere konnten seine Verurteilung nicht garantieren, letztere wollten allen voran keinen M&#228;rtyrer. Weiter zu dieser &#8222;Deterritorialisierung&#8220;: Auf die milit&#228;rische Niederlage der Taliban und der Truppen der Al-Qaida folgte keine Bewegung der Guerilla. Eine solche Bewegung entsprach weder der Ideologie noch der Praxis der Taliban und Al-Qaida, weder ihrem gesellschaftlichen R&#252;ckhalt, noch den sozialen Bedingungen in Afghanistan (kleine lokale Machthaber, die naturgem&#228;ss bereit sind, sich mit der momentan herrschenden Macht zu verb&#252;nden).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Ab Beginn des amerikanischen Krieges in Afghanistan wurden diese Gebiete [die &lt;i&gt;Stammesgebiete&lt;/i&gt; in Pakistan] von vielen als Orte betrachtet, die den &#8218;verlorenen Soldaten&#8216; Bin Ladens zum Zeitpunkt der Niederlage ein ideales Refugium bieten k&#246;nnten. Besonders weil das Ph&#228;nomen der relativen Talibanisierung der Grenzprovinz im pakistanischen Nordosten gewisse Paschtunen dazu h&#228;tte bringen k&#246;nnen, sich solidarisch mit den Anh&#228;ngern Al-Qaidas zu zeigen. Die Realit&#228;t ist allerdings etwas nuancierter, denn der nach dem 11. September vorherrschende Kontext hat die Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse ver&#228;ndert. &#8218;Ich dachte, die St&#228;mme w&#252;rden nicht auf die Avancen der Regierung eingehen. Aber nein, sie arbeiten mit den Beh&#246;rden zusammen. Die Stammesf&#252;hrer haben verstanden, dass es nach der Niederlage der Taliban und Al-Qaida nutzlos f&#252;r sie war, von der amerikanischen Macht besiegte Leute zu unterst&#252;tzten. Sie haben nicht das geringste Bed&#252;rfnis, dass der Krieg zu ihnen kommt&#8216;, sagt Pareshan Khattak, ehemaliger Rektor der Universit&#228;t von Peschawar und Anthropologe. Das bedeutet nicht, dass die St&#228;mme pl&#246;tzlich auf ihre Rechte verzichtet haben und von nun an stillschweigend die &#8218;Einmischung&#8216; der Regierung akzeptieren. &#8218;Doch sie wissen nun, woher der Wind bl&#228;st&#8216;, sagt ein Funktion&#228;r in den Stammesgebieten. &#8218;Die meisten Stammesf&#252;hrer stehen den Taliban nicht unbedingt nahe und sind deshalb nicht immer bereit, den &lt;i&gt;maleks&lt;/i&gt;, die Stammesf&#252;hrer, die monatlich von der Regierung bezahlt werden: das Geld.&#8216;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde.&#034; id=&#034;nh2-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Saudi-Arabien hatte aus seiner Politik der Unterst&#252;tzung des Islamismus ein Werkzeug im Kampf gegen die Welle des arabischen Nationalismus gemacht. Die fundamentalistischen Bewegungen haben sich allerdings seit dem Golfkrieg gegen die saudische Politik gewendet. Der Golfkrieg und das Ende des Kalten Krieges sind gleichbedeutend mit einem Bruch im Islamismus. Eine neue Art des Islamismus ist w&#228;hrend dem Kampf gegen die UdSSR in Afghanistan entstanden. Ein erdloser Islamismus, wovon der Terrorismus die angemessene Aktionsform wird. Der Terrorismus der am Ende des antisowjetischen Krieges in Afghanistan gegr&#252;ndeten Al-Qaida ist fast nur gegen die amerikanischen Interessen gerichtet, er ist in seiner Form der Rekrutierung und seiner Identit&#228;t transnational, er handelt im Namen &#8222;der Umma&#8220;, die auf den f&#252;nf Kontinenten verteilte muslimische Nation, die Anh&#228;nger werden in den Mittelklassen rekrutiert, sie sind h&#228;ufig gebildet in westlicher Kultur. Dieses nebul&#246;se Netzwerk wird von keinem Staat instrumentalisiert, es hat keine strukturierte popul&#228;re Basis&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., November 2001.&#034; id=&#034;nh2-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein globaler Terrorismus in seiner Organisation sowohl hinsichtlich seiner Perspektive als auch seiner Ziele. Und er hat keine pr&#228;zisen Forderungen. Al-Qaida ist eine Organisation, die perfekt zum &#8222;Zeitalter der Globalisierung&#8220; passt, sie brauchte nur eine leere H&#252;lle, einen leeren Staat, und &lt;i&gt;die Aufl&#246;sung der Staatsform kann man in weiten Teilen der Welt antreffen&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die mangelnde Unterst&#252;tzung durch die &#8222;Strasse&#8220; in den arabischen L&#228;ndern f&#252;r die von Bin Laden lancierte &#8222;Herausforderung&#8220; gegen&#252;ber den USA ist problematisch. Es gab keine grossen Demonstrationen (ausser in den n&#246;rdlichen St&#228;dten Pakistans, wo viele afghanische Fl&#252;chtlinge leben), doch die stillschweigende Unterst&#252;tzung ist massiv, auch wenn sie keine politische Form annehmen kann. Dieser Widerspruch kann (jenseits der Effizienz der Repression in den arabischen L&#228;ndern und Pakistan) durch die Tatsache erkl&#228;rt werden, dass diese Unterst&#252;tzung nicht in Form des Nationalismus wie jene f&#252;r Saddam und den Irak ausgedr&#252;ckt und/oder vereinnahmt werden kann; sie kann auch nicht in den Begriffen eines sozialen Kampfes ausgedr&#252;ckt werden. Bin Laden ist weder ein Nationalist, noch ein politischer Islamist (im Sinne der Bewegungen wie dem FIS in Algerien, der Muslimbruderschaft in Syrien, in &#196;gypten und in Jordanien, der Hamas in Pal&#228;stina, der Refah in der T&#252;rkei oder der Gamma Islamijah in &#196;gypten), er versucht nicht, in einem bestimmten Land (nicht einmal Saudi-Arabien) die Macht zu ergreifen. Er l&#228;sst sich in einem Land ohne Staat nieder (Afghanistan der Taliban) oder baut in einem solchen (Somalia) Lager auf. Seine Opposition gegen die kapitalistische Globalisierung unter amerikanischer F&#252;hrung ist nicht minder diffus und &#8222;deterritorialisiert&#8220; als sie selbst. Die territoriale Verankerung seines Handelns ist nie abgesteckt (endlich), er definiert sie nicht: Afghanistan, Saudi-Arabien, die muslimischen L&#228;nder des Roten Meeres von Indonesien bis zum S&#252;den der Philippinen, aber auch die ehemaligen sowjetischen Republiken Zentralasiens, die chinesische Region Xinjiang, das Horn von Afrika, die europ&#228;ischen oder amerikanischen muslimischen Gemeinschaften&#8230; Das Ziel der Sezession ist eine weltweite Sezession, sie ist nur mangels Alternativen territorialisiert. Sie situiert sich innerhalb der kapitalistischen Globalisierung und ist nur ihre Kehrseite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die nationalen politischen islamistischen Bewegungen &#8222;erf&#252;llen die Erwartungen einer entweder durch das Exil, das Studium im Ausland oder der Auswanderung &#8218;deterritorialisierten&#8216; und internationalisierten Jugend nicht, sie erkennt sich in keiner nationalen Sache wieder. [&#8230;] Verschiedene Formen von Religiosit&#228;t k&#246;nnen eine Antwort auf die Bed&#252;rfnisse einer globalisierten muslimischen Bev&#246;lkerung sein, doch der Neofundamentalismus eignet sich besonders daf&#252;r, da er das, was als Kulturverlust erlebt wird, in einen Diskurs der Neugr&#252;ndung eines von Br&#228;uchen und Traditionen gereinigten universellen Islams verwandelt, der somit auf alle Gesellschaften anwendbar ist. Er definiert die globale Welt als eine virtuelle Umma, welche nur darauf wartet, durch die Anstrengung aller Muslime verwirklicht zu werden. Er richtet sich nicht an wirkliche Gemeinschaften, sondern an isolierte Individuen, die zu ihrem Glauben und ihrer Identit&#228;t zur&#252;ckkehren. Die Neofundamentalisten sind jene, welche es geschafft haben, die Globalisierung zu islamisieren, indem sie in ihr die Voraussetzungen f&#252;r einen Wiederaufbau der universellen muslimischen Gemeinschaft gesehen haben, selbstverst&#228;ndlich unter der Bedingung, die herrschende Kultur zu st&#252;rzen: die Verwestlichung in ihrer amerikanischen Form. Doch indem sie das tun, bauen sie nur ein Universelles auf, das als Spiegel von Amerika dient, sie tr&#228;umen eher von einem McDonalds der halal ist als von einer R&#252;ckkehr der K&#252;che der wirklichen damaligen Kalifen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, &#8222;L&#8216;islam au pied de la lettre&#8220; in Le Monde diplomatique, (...)&#034; id=&#034;nh2-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Ereignis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA sind nur der Feind, weil sie die Universalit&#228;t darstellen und &#8222;korrupte&#8220; Regime auf der ganzen Welt unterst&#252;tzen. Der Angriff auf das World Trade Center und das Pentagon hatte unm&#246;glich eine Schw&#228;chung der USA selbst zum Ziel, es ging eher darum, zu zeigen, dass sie nicht unverletzlich sind. Die Zerst&#246;rung einer Faszination. Die Einf&#252;hrung einer Sezession, die nicht territorial ist (nur mangels Alternativen wird sie es), sondern allen voran in den Verhaltensweisen, den Haltungen, den Mentalit&#228;ten. Diesbez&#252;glich erkennt man die spezifisch terroristische Dimension dieser Aktion, ihre Singularit&#228;t.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist der am 3. November in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; erschienene Text von Baudrillard besonders aufschlussreich. Nat&#252;rlich muss man seine ganze psychoanalytische Problematik vergessen, die aus &#8222;der Allergie&#8220; gegen eine universelle Herrschaft etwas nicht minder Universelles macht, das einem invariablen und inh&#228;renten Trieb jedes Individuums entstammt. Der grundlegende Punkt dieses Textes liegt im Thema &#8222;der mit sich selber ringenden Globalisierung&#8220;. Dort, wo Baudrillard in die Psychoanalyse versinkt, vermischt und identifiziert er die terroristische Form mit ihren Ursachen. Die terroristische Form kommt von dem, was er sagt, &#8222;der mit sich selber ringenden Globalisierung&#8220;; doch die Ursache ist nicht in einer konzeptuellen Bewegung zwischen dem &#8222;Globalen&#8220; und dem &#8222;Einzelnen&#8220; zu finden. Hier sind wir mitten in der Tautologie. Baudrillard arbeitet sehr wohl die terroristische Besonderheit dieser Aktion heraus: Sie &#252;bersteigt die gew&#246;hnliche Problematik des Kr&#228;fteverh&#228;ltnisses, sie ist der &#8222;Heimfall&#8220; der Erscheinungen der Globalisierung und der amerikanischen Macht gegen sie selbst, sie ist ihr &#8222;getragener Schatten&#8220;; sie ist &#8222;spektakul&#228;r&#8220; in jenem Sinne, als dass die Realit&#228;t nicht die Fiktion &#252;bersteigt, sondern zu ihrem h&#246;chstem Stadium wird (die diesem Ereignis gewidmete Antwort der Marvel-Gruppe und ihrer Superhelden in ihrer Sondernummer &#8222;A Moment of Silence&#8220; ist diesbez&#252;glich sehr aussagekr&#228;ftig). Doch Baudrillard schafft es nur mithilfe hohler Formeln, das zu definieren, was er einen &#8222;Selbstmord der Globalisierung&#8220; nennt: &#8222;Es ist die Welt selbst, die gegen die Globalisierung Widerstand leistet&#8220;; &#8222;heutzutage ist sie [die einheitliche Weltordnung] virtuell an ihr Ende gekommen, ringt mit den &#252;berall im Kern des Globalen selbst diffusen antagonistischen Kr&#228;ften, in all ihren gegenw&#228;rtigen Kr&#228;mpfen. Fraktaler Krieg aller Zellen, &lt;i&gt;aller Singularit&#228;ten&lt;/i&gt; [von uns unterstrichen], die in Form von Antik&#246;rpern revoltieren&#8220;; &#8222;dieser Antagonismus ist &#252;berall, er ist innerhalb uns aller&#8220;. Die von der Globalisierung ausgel&#246;sten Br&#252;che und Antagonismen werden also zu einem &#8222;Selbstmord&#8220; der Globalisierung, was sinnlos ist. Als ob ich von der Tatsache, dass das Kapital ein prozessierender Widerspruch ist, auf einen &#8222;Selbstmord des Kapitals&#8220; schliessen w&#252;rde. Was in dieser Art von R&#228;sonnement verschwindet, ist die besondere Realit&#228;t der Pole eines Widerspruchs, die Totalit&#228;t hat alles subsumiert und zerteilt sich unendlich in jedes ihrer Elemente, sie legt sich nicht mehr besonders in widerspr&#252;chlichen Polen dar, sondern l&#246;st sich in einem reinen &#8222;Heimfall&#8220; gegen sich selbst auf. Baudrillard sieht die Singularit&#228;t der terroristischen Aktion nur, indem er ihr jeglichen &#8222;Sinn&#8220; verweigert, jegliche m&#246;gliche &#8222;Interpretation&#8220;. Ein solcher Ansatz kann uns die Singularit&#228;t der Aktion vom 11. September liefern: Eine Aktion, welche die Globalisierung nicht verl&#228;sst, sondern nur ihre Kehrseite ist, und weil sie nur ihre Kehrseite ist, hat sie ihr gegen&#252;ber keine reale Macht. Der Terrorismus ist also die Existenz dieses Machtvakuums. Er ist, das stimmt, der &#8222;Heimfall&#8220; der Globalisierung, doch er ist somit &lt;i&gt;nur das&lt;/i&gt; und genau deswegen ist er nur Terrorismus: Wille, die Regel des Spiels innerhalb des Spiels selbst zu &#228;ndern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Baudrillard glaubt an das, was er schreibt. Die Wirklichkeit ist nur noch das Prinzip der Wirklichkeit und das Prinzip ist verloren gegangen. Wie Anselm Jappe in seinem Buch &#252;ber Debord ist Baudrillard ein radikaler Anh&#228;nger der Theorie des Spektakels. Er nimmt also die Aktion des 11. Septembers als Grund f&#252;r den Beginn der Rezession in den USA f&#252;r bare M&#252;nze: &#8222;Das System verinnerlicht gewissermassen seine eigene Niederlage.&#8220; Sogar insofern, als dass die St&#228;rkung der Polizeikontrollen als Niederlage des politischen Liberalismus verstanden wird. Jeglicher amerikanischer Unternehmensf&#252;hrer oder jegliche politische Beraterin von Tony Blair sehen darin, weit pragmatischer, nur eine sich er&#246;ffnende Gelegenheit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der terroristischen Aktion verschwinden die besonderen Wirklichkeiten der Pole des Widerspruches der kapitalistischen Produktion sehr wohl, denn, wie Baudrillard schreibt: &#8222;Das &#252;bersteigt bei weitem den Hass auf die Weltmacht unter den Enterbten und den Ausgebeuteten, unter jenen, welche auf die falsche Seite der Weltordnung gefallen sind.&#8220; Dieser sehr wohl &lt;i&gt;reale&lt;/i&gt; Hass und die sehr wohl reale Opposition werden als &#8222;innerer Bruch der Globalisierung&#8220; zusammengefasst, d.h. als diesen &#252;berall seienden Antagonismus (&#8222;in jedem von uns&#8220;) zwischen der Universalit&#228;t der Globalisierung und der Singularit&#228;t jedes einzelnen und der Welt. Man k&#246;nnte sich damit begn&#252;gen, zu sagen, dass Baudrillard in den Begriffen einer Globalisierung r&#228;soniert, als ob diese in sich selbst eine gesellschaftliche Realit&#228;t sein k&#246;nnte, ohne sie als Form der Entwicklung der kapitalistischen Akkumulation zu charakterisieren. Diese Nichtbeachtung des spezifischen Objekts der terroristischen Aktion f&#252;hrt dazu, dass das Ereignis in der Analyse verschwindet. Der Terrorismus ist eben genau das Resultat der m&#246;glichen Existenz einer Kritik der Globalisierung, die sie nicht als kapitalistische Produktionsweise versteht, und die m&#246;gliche Existenz dieser Kritik ist ein Resultat der gegenw&#228;rtigen Modalit&#228;ten der Opposition gegen diese Produktionsweise, die innerhalb der Akzeptierung dieses un&#252;berwindbaren Horizonts verortet ist. Man findet hier in und durch die selbstverst&#228;ndliche Akzeptierung der kapitalistischen Produktionsweise den &#8222;Heimfall&#8220; von Baudrillard. Dieser &#8222;Heimfall&#8220; geniesst ein prosaisches Dasein im radikalen Demokratismus, ein heroisches im Terrorismus. Im einen wie dem anderen Fall wird die Globalisierung f&#252;r sich selbst gesetzt (d.h. als ihre eigene Vermittlung), als Ding an sich, Verh&#228;ltnis zwischen dem &#8222;Globalen&#8220; und dem &#8222;Einzelnen&#8220;. Es sind sehr wohl der Hass und die Opposition der Ausgebeuteten, die damit &#252;berwunden werden, denn dieser Hass und diese Opposition k&#246;nnen in der vorherrschenden Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise nur innerhalb derselben existieren, insofern als dass der Angriff gegen diese Welt f&#252;r jene die sie angreifen nicht ihre Infragestellung, ihre Selbsttransformation ist. Somit geht die &#8222;Unterst&#252;tzung der Strasse&#8220; nicht weiter als eine stillschweigende Unterst&#252;tzung, denn sie ist, durch das Wesen dessen selbst, was unterst&#252;tzt wird, getrennt von den wirklichen Ausbeutungssituationen. Wir kommen immer wieder zur&#252;ck auf die Dynamik und die Grenzen dieses Kampfzyklus. Der Terrorismus ist in diesem Fall die von der Globalisierung konstruierte Grenze des Hasses und der Opposition &#8222;jener, welche auf die falsche Seite gefallen sind&#8220;. Die Tatsache, dass er als &#8222;Staatsterrorismus&#8220; existiert, als Resultat einer kapitalistischen Erpressung zwischen &#8222;Staaten&#8220;, ist einer der ach so normalen Figuren des &#220;bergangs, die er annehmen kann, ohne dass er sie aussch&#246;pft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Restrukturierung/Abtrennung/Polizei&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Umgekehrt und symmetrisch dazu sind die amerikanischen Interventionen als Aktivit&#228;ten Teil der Restrukturierung als Konterrevolution im Verh&#228;ltnis zum fr&#252;heren Kampfzyklus, nicht dass Al-Qaida oder die FARC in Kolumbien revolution&#228;re Organisationen w&#228;ren, sondern als Zerst&#246;rung des gesellschaftlichen Existenzrahmens des fr&#252;heren Zyklus. Es handelt sich im wesentlichen um den nationalen Rahmen, d.h. um die Verbindung zwischen Kapitalakkumulation und Reproduktion der Arbeitskraft, welche diesen Rahmen definiert und dieser im Gegenzug nachhaltig sicherte. Die Intervention in Afghanistan hat also f&#252;r die USA keinen lokalen Sinn, man interveniert nicht aus &#8222;afghanischen&#8220;, sondern aus allgemeinen, globalen Gr&#252;nden in Afghanistan. Die Intervention in Afghanistan kann also nur als erste Etappe einer Intervention gerechtfertigt werden, welche andere Staaten (Sudan, Somalia, Jemen, Philippinen, Indonesien, Erpressungsversuche gegen&#252;ber Saudi-Arabien usw.) oder sogar einfache bewaffnete oder unbewaffnete Organisationen, welche f&#252;r den kapitalistischen freien Warenverkehr ein Risiko darstellen k&#246;nnen (IRA, FARC, Abu Sayyaf&#8230;) betreffen oder bedrohen wird. Im gegenw&#228;rtigen Rahmen der kapitalistischen Produktionsweise (hinzu kommt die Bedeutung der Region im Falle des Mittleren Ostens: die ber&#252;hmten Erd&#246;lfragen, von denen trotz allem gesprochen werden muss) kann keine Sezession toleriert werden, sie hat &#252;berhaupt keinen Sinn mehr, was nur eine andere Art und Weise zu sagen ist, dass sie nicht toleriert werden kann. Das kann nirgends toleriert werden und noch weniger in so wichtigen Regionen wie im Mittleren Osten oder in S&#252;dostasien, drittwichtigster Handelspartner der USA (2000 waren dort die amerikanischen Investitionen sechs Mal h&#246;her als in China).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Interventionsformen sind jene der Disziplin. Obwohl das Hauptresultat des Kapitals die Reproduktion der Entgegensetzung von Proletariat und Kapital ist, ist es nicht selbstverst&#228;ndlich, dass sich aus dieser Entgegensetzung ipso facto das erste Tauschmoment zwischen Kapital und Arbeit (Kauf/Verkauf der Arbeitskraft) ergibt. Vom Roten Meer bis nach Indonesien ist das Problem nicht ein vermeintliches Chagrinleder der kapitalistischen Entwicklung, sondern im Gegenteil die enorme, spezifisch kapitalistische Entwicklung, die dort in den letzten 25 Jahren stattgefunden hat. Die Situation der Arbeitskraft ist dort grundlegend die selbe wie in weiter entwickelten Gebieten: Die Arbeitskraft existiert gegen&#252;ber dem Kapital als globale gesellschaftliche Arbeitskraft. Doch w&#228;hrend sie in den entwickelten Gebieten &lt;i&gt;global&lt;/i&gt; vom Kapital gekauft und &lt;i&gt;individuell&lt;/i&gt; benutzt wird, gibt es in den neuen Peripherien keinen globalen Kauf, deshalb ist die Disziplinierung der Arbeitskraft bedeutend&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;L&#8216;oppression comme moment de l&#8216;exploitation&#8220; in Roland Simon, (...)&#034; id=&#034;nh2-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Disziplin &#8222;verwaltet&#8220; die Br&#252;che auf der Ebene des dritten Moments der Ausbeutung, sie ist in Anbetracht eines in einen &#8222;Armen&#8220; verwandelten Proletariers, in Anbetracht einer einfachen Forderung nach Reichtum, Begehrens f&#252;r oder Hass auf die USA notwendig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aussenpolitik der USA ist von einem &#8222;neuen unilateralen hegemonischen Kurs&#8220; gepr&#228;gt, weil mit dem Afghanistan-Krieg der Kalte Krieg wirklich geendet hat. Die USA bereiten nach dem 11. September eine planetarische Antwort vor, f&#252;r welche es nur noch &lt;i&gt;inneres Chaos&lt;/i&gt; gibt. Der Golfkrieg war noch ein von zwischenstaatlichen Verh&#228;ltnissen gepr&#228;gter Krieg. Die USA verk&#252;nden nun offen, dass &#252;berall auf der Welt zur Erreichung ihrer Ziele Gewaltanwendung notwendig und legitim ist, es geht nat&#252;rlich nicht darum, sich dar&#252;ber zu emp&#246;ren, sondern zu verstehen, was neu ist an diesem Diskurs, d.h. die von ihm abgedeckte neue Realit&#228;t, die dazu f&#252;hrt, dass die amerikanische Armee nun in Kandahar oder Mogadischu &lt;i&gt;wie in Los Angeles&lt;/i&gt; interveniert. Eine neue Realit&#228;t, die dazu f&#252;hrt, dass sich die Amerikaner trotz der russischen Opposition in den Republiken Zentralasiens niederlassen, trotz den chinesischen Bef&#252;rchtungen in der muslimischen Provinz Xinjiang, die nahe amerikanische Pr&#228;senz ersch&#252;ttert die &#8222;Gruppe von Schanghai&#8220; (Russland, China, Usbekistan, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan), welche zum Ziel hatte, der amerikanischen Pr&#228;senz in Zentralasien etwas entgegenzusetzen. Die amerikanische Pr&#228;senz in Kirgisien wird offen so pr&#228;sentiert, dass sie darauf ausgelegt ist, &#8222;lange Jahre&#8220; zu dauern, der St&#252;tzpunkt von Manas ist ein &#8222;Angelpunkt der Observation in Zentralasien&#8220;. Gleichzeitig wird die amerikanische Pr&#228;senz in Somalia und den St&#252;tzpunkten Omans und Bahrains gest&#228;rkt. In den Philippinen ist die Aufmerksamkeit v.a. auf die Gruppe Abu Sayyaf gerichtet, aber auch auf die kommunistische &#8222;Neue Volksarmee&#8220; (NPA) mit ihren st&#228;dtischen Kommandos, die Bedrohung Singapurs verpflichten die USA zu einer massiveren Pr&#228;senz in S&#252;dostasien, trotz dem offensichtlichen Z&#246;gern in Anbetracht einer direkten Intervention in Indonesien (das schwache Glied des &#8222;anti-terroristischen Kampfes&#8220; in der Region).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Niederschlagung der Sezession ist gleichbedeutend mit der Vereinnahmung der Kontrolle und gesellschaftlichen Reproduktion des Islamismus. Nicht nur seines Aspektes des &#8222;Wohlfahrtsstaates&#8220;, sondern auch seiner F&#228;higkeit, die kleine Warenproduktion und ihre Netzwerke zu kontrollieren, zu besteuern und ihre Produkte zu verteilen. Vom Kaspischen Meer bis nach Wladiwostok wuchert die obsz&#246;ne Lebendigkeit des Werts durch alle Produktionen und allen Handel, legal oder nicht. Um die Kosten des Krieges und der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Mudjahedin zu tragen, haben der ISI (pakistanischer Geheimdienst) und die CIA Hunderte von Laboratorien zur Verarbeitung von Heroin installiert, die Mudjahedin hatten ihrerseits eine &#8222;Revolutionssteuer&#8220; durchgesetzt und den Bauern die Anweisung gegeben, Opium anzupflanzen. Zwar hat das Regime der Taliban den Opiumanbau ausgemerzt (vier Jahre nach ihrer Machtergreifung und wom&#246;glich, um zu wichtig gewordene Vorr&#228;te loszuwerden), doch sie begn&#252;gten sich damit, den (auf 50 Millionen Dollar pro Jahr gesch&#228;tzten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Le Monde vom 4. November 2001.&#034; id=&#034;nh2-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) Opiumhandel zu besteuern, genau wie alle anderen Sektoren illegalen Handels (Waffen, wertvolle Edelsteine &#8211; etwa 75 Millionen Dollar&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh2-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) und waren nicht in den h&#246;heren Schichten des Handels vertreten. In Tadschikistan sind die in die Regierung aufgenommenen islamistischen Anf&#252;hrer des B&#252;rgerkrieges zu Drogenbaronen geworden. &#8222;Die als einzige Unterst&#252;tzung des Regimes stets pr&#228;sente russische Armee spielt mit ihren Flugzeugen eine Schl&#252;sselrolle im Heroinhandel.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde vom 16. September 2001.&#034; id=&#034;nh2-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesellschaftliche &#8222;Vereinnahmung&#8220; des Islamismus kann allerdings problematisch sein (Bildung, Frauen&#8230;). Nach der Einstellung der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Taliban und der Disziplinierung der radikalen islamistischen Tendenzen wischt Musharraf (Pr&#228;sident Pakistans) die seit 1977 von Zia-ul-Haq ins Werk gesetzte politische Islamisierung in seiner am 12. Januar 2002 gehaltenen Rede vom Tisch (die Niederlage der Taliban ist zu diesem Zeitpunkt offensichtlich) und definiert Pakistan als &#8222;einen islamischen, fortschrittlichen und dynamischen Wohlfahrtsstaat&#8220; und, w&#228;hrend er gleichzeitig jene Gruppen angreift, &#8222;welche einen Staat im Staate geschaffen und die Macht der Regierung herausgefordert haben&#8220;, bedankt er sich bei den Madrassas f&#252;r ihre &#8222;exzellenten Massnahmen ohne staatliche Unterst&#252;tzung zum Wohle der Enterbten&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde vom 15. Januar 2002.&#034; id=&#034;nh2-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Pakistan ist seit dem Beginn der 1980er Jahre ein wichtiger Lieferant der multinationalen Firmen f&#252;r billige Produkte: Textilien, medizinisches Material, Lederwaren, Teppiche f&#252;r Ikea, Konfektion f&#252;r Wal-Mart, Heimtextilien aus Baumwolle f&#252;r die Galeries Lafayette, Carrefour, Auchan, Leder f&#252;r die Schuhe von Eram, Fussb&#228;lle f&#252;r Adidas, Nike, Puma.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Terrorismus von Bin Laden ist in Wirklichkeit mit einer bedeutenden wirtschaftlichen Frage verbunden, jener der gegenw&#228;rtigen Akkumulationsweise des Kapitalismus: extensive oder intensive Phase. Die Unterscheidung dieser beiden Akkumulationsweisen ist nur teilweise mit den beiden Extraktionsweisen des Mehrwerts verbunden. Obwohl die Extraktion des Mehrwerts in ihrer relativen Weise weitgehend vorherrschend ist, ist sie nie ausschliesslich und zudem kann sie sich selbst entweder als Selbstzentrierung auf die schon am weitesten entwickelten Gebiete oder als Ausbreitung modellieren. Die enorme Pl&#252;nderung (&#8222;Planet der Slums&#8220;) ist paradoxerweise gleichbedeutend mit einer sich realisierenden Ausbreitung der intensiven Akkumulation. Die Theorie der kapitalistischen Akkumulation und der auf dem Kapital als &#8222;Chagrinleder&#8220; gegr&#252;ndeten Reproduktion der Produktionsverh&#228;ltnisse kann der Kritik nicht widerstehen. In dieser Theorie wird die Dualit&#228;t der kapitalistischen Welt (entwickelt/unterentwickelt, um es extrem zu vereinfachen) nicht als systematisch betrachtet, obwohl das Entwickelte fast immer als das &#8222;Nicht-Entwickelte&#8220; erschaffende und manchmal sogar als das es reproduzierende verstanden wird, wird es nie als es notwendigerweise f&#252;r sich selbst reproduzierend verstanden; ausserdem betrachtet diese &#8222;Theorie des Chagrinleders&#8220; das, was widerspr&#252;chlich ist in der kapitalistischen Akkumulation, als Zeichen ihres Scheiterns, und nicht gleichzeitig als Zeichen ihrer Dynamik; zu guter Letzt ist es nur eine objektivistische Theorie &#252;ber Verh&#228;ltnisse zwischen Kapitalfraktionen. Die Globalisierung ist nicht ein &#214;lfleck auf einem &lt;i&gt;gegebenen&lt;/i&gt; Raum, sondern eine Akkumulationsstruktur, eine &lt;i&gt;Konstruktion&lt;/i&gt; des Raumes wie die Geographen sagen w&#252;rden. Eben genau weil die &#8222;Pl&#252;nderung&#8220; gleichbedeutend mit einer Ausbreitung der intensiven Akkumulation ist, gibt es keine Dritte-Welt-Ideologie mehr, welche nur die Frustration eines selbstzentrierten Kapitals war, deshalb ist der Terrorismus auch deterritorialisiert, trotz des (absolut notwendigen und absolut irrealen) sezessionistischen Zieles, &lt;i&gt;er verortet sich auf der gleichen Ebene wie sein Gegner&lt;/i&gt;. Die Globalisierung bringt ihren Gegner auf der gleichen Ebene der abstrakten Universalit&#228;t hervor: das Kapital/die Religion. Der polizeiliche Aspekt des amerikanischen Interventionismus besonders und des westlichen allgemein ist kein Anzeichen der zunehmenden Zur&#252;ckgezogenheit des &#8222;Nordens&#8220; auf sich selbst. In diesem Interventionismus ist eine Beschleunigung der Globalisierung am Werk, eine Disziplinierung im Rahmen eines doppelten Abgleitens der globalen Reproduktion des kapitalistischen Produktionsverh&#228;ltnisses, von der wir zu Beginn dieses Textes sprachen: Abtrennung zwischen einem Abgleiten der Reproduktion der Verwertung und der Akkumulationsbedingungen nach &#8222;oben&#8220; und der Reproduktion der Arbeitskraft und der Bedingungen ihrer Verf&#252;gbarkeit und ihrer Mobilisierung nach &#8222;unten&#8220;. Obwohl dieser Prozess uns den Schl&#252;ssel f&#252;r die staatliche Aufl&#246;sung liefert, kann er dennoch nicht ohne eine &lt;i&gt;teilweise&lt;/i&gt; Wiederverstaatlichung gewisser Regionen weitergehen, welche seit 25 Jahren kapitalistische Entwicklung erduldet haben. Diesbez&#252;glich ist die Frage des &#8222;Chagrinleders&#8220; eines der wenigen Themen des Textes &#8222;Septembre gris&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gilles Dauv&#233;, Karl Nesic und J-P Carrasso, &#8222;Grey September&#8220;, 2001.&#034; id=&#034;nh2-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, wor&#252;ber man diskutieren kann, ein Thema, das schon im Text &#252;ber Serbien pr&#228;sent war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind in eine merkw&#252;rdige kapitalistische Welt eingetreten, in welcher die Produktionsweise, je mehr die Reproduktionsweisen der Arbeitskraft sich von den &#8222;theoretischen Regeln&#8220; der reellen Subsumtion zu entfernen scheinen, umso mehr total und &#252;berall spezifisch kapitalistisch wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;, Nr. 18, Februar 2003.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Crise du golfe: les changements strat&#233;giques&#8220;, Fondation pour les &#233;tudes de d&#233;fense nationale, 1990, S. 62.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alain Joxe, &lt;i&gt;Le Cycle de la dissuasion. 1945-1990&lt;/i&gt;, Paris, La D&#233;couverte, 1990.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 284 und S. 287-290.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 5. Dezember 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Habib Haider, &#8222;Afghanistan, agriculture d&#8216;abord&#8220; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 3. April 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Pierre Centlivres, &#8222;Exil, relations interethniques et identit&#233; dans la crise afghane&#8220; &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; Olivier Roy (Hg.), &lt;i&gt;Revue du monde musulman et de la M&#233;diterran&#233;e&lt;/i&gt;, Nr. 59-60: &lt;i&gt;Des ethnies aux nations en Asie centrale&lt;/i&gt;, 1991.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bruno Philip in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 11./12. M&#228;rz 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 22. Oktober 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Erkl&#228;rung von Bin Laden &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; Peter Bergen, &lt;i&gt;Holy War Inc.&lt;/i&gt;, New York, Free Press, zitiert in &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt; vom Oktober 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;, Nr. 11, Dezember 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Ben Laden, la v&#233;rit&#233; interdite&#8220;, Zusammenfassung und Ausz&#252;ge in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 13. November 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 11. Januar 1991.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., Januar 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., November 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &#8222;L&#8216;islam au pied de la lettre&#8220; in &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt;, April 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8222;L&#8216;oppression comme moment de l&#8216;exploitation&#8220; &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; Roland Simon, &lt;i&gt;Fondements critiques d&#8216;une th&#233;orie de la r&#233;volution&lt;/i&gt;, Paris, Senonevero, 2001, S. 653 f.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 4. November 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 16. September 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 15. Januar 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gilles Dauv&#233;, Karl Nesic und J-P Carrasso, &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/grey-september-gilles-dauve-karl-nesic-and-j-p-carasso&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Grey September&#8220;&lt;/a&gt;, 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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<item xml:lang="de">
		<title>Doc Sportello - Zur &#8222;Wurzel&#8220; des Islamischen Staats: Eine Kritik der &#8222;Thesen zum Islamismus&#8220; von La Banda Vaga</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Zur-Wurzel-des-Islamischen-Staats</link>
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		<dc:date>2019-06-26T10:02:00Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>
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		<description>
&lt;p&gt;Version fran&#231;aise &lt;br class='autobr' /&gt;
Im Oktober 2018 hat La Banda Vaga ihre &#8222;Thesen zum Islamismus&#8220; ver&#246;ffentlicht. Ihre er&#246;ffnende Feststellung kann durchaus geteilt werden: &#8222;Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu &#252;berschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn &#252;berhaupt nur vereinzelt auf. Darum erscheint es uns dringend notwendig eine linke Debatte &#252;ber das Wesen des Islamismus und den Umgang damit in Gang zu setzen.&#8220; (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Eigene-Texte" rel="tag"&gt;Eigene Texte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Afghanistan" rel="tag"&gt;Afghanistan&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/destroyed_neighborhood_in_raqqa.png?1689328838' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='72' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Version fran&#231;aise&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2018 hat La Banda Vaga ihre &lt;a href=&#034;https://kosmoprolet.org/de/thesen-zum-islamismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Thesen zum Islamismus&#8220;&lt;/a&gt; ver&#246;ffentlicht. Ihre er&#246;ffnende Feststellung kann durchaus geteilt werden: &#8222;Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu &#252;berschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn &#252;berhaupt nur vereinzelt auf. Darum erscheint es uns dringend notwendig eine linke Debatte &#252;ber das Wesen des Islamismus und den Umgang damit in Gang zu setzen.&#8220; Zudem ist es sehr begr&#252;ssenswert, dass der Islamismus als &#8222;ein modernes Ph&#228;nomen&#8220; charakterisiert wird, der Bezug auf einen konstruierten &#8222;wahren Islam&#8220; ist diesbez&#252;glich nur scheinbar ein Widerspruch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es also nicht mit einer &#8222;Steinzeitideologie&#8220; zu tun, wie gemeinhin oft schwadroniert wird. Die gesamte seri&#246;se Forschung zum Thema teilt in der Regel diese Definition als kleinsten gemeinsamen Nenner: &#8222;Die politische Dimension des Islamismus ist komplex und weitgehend verbunden mit den Identit&#228;tspolitiken seiner Anh&#228;nger. Islamistische Ideen sind allerdings in einem grossen Ausmass Teil eines muslimischen Modernismus, der mehr als ein Jahrhundert zur&#252;ckreicht. Der Islamismus hat seine Wurzeln im sp&#228;ten 19. Jahrhundert, als viele muslimische intellektuelle Bewegungen entstanden. Sie waren im wesentlichen die Antwort der intellektuellen Eliten auf den politischen Niedergang des Osmanischen Reiches und die damit einhergehende St&#228;rkung der kolonialen Kontrolle muslimischer Gesellschaften durch imperiale europ&#228;ische M&#228;chte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Emin Poljarevic, &#034;Islamism&#034; in The Oxford Encyclopedia of Islam and (...)&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Zeilen w&#228;ren jedoch niemals geschrieben worden, wenn es an den Thesen nicht auch einiges zu kritisieren g&#228;be. Ein erster Kritikpunkt ist die mangelnde definitorische Pr&#228;zision: &#8222;Eine Bewegung ist dementsprechend erst dann islamistisch, wenn sie den Anspruch hat eine alternative Wirklichkeit zu den bestehenden Verh&#228;ltnissen zu schaffen, die sozialen Strukturen, kulturellen Normen und &#246;konomische Basis der Gesellschaft weitgehend entsprechend islamistischen Doktrinen umzugestalten.&#8220; So ziemlich jede politische Bewegung will &#8222;eine alternative Wirklichkeit zu den bestehenden Verh&#228;ltnissen&#8220; schaffen und die Umgestaltung &#8222;d[er] sozialen Strukturen, kulturellen Normen und [der] &#246;konomischen Basis&#8220; ist alles andere denn eine pr&#228;zise Beschreibung von irgendwas. In Bezug auf &#8222;die sozialen Strukturen&#8220; und die &#8222;kulturellen Normen&#8220; ist die Definition tautologisch: Es ist Islamist, wer will, dass die Gesellschaft islamistisch wird. In Bezug auf die &#8222;&#246;konomische Basis&#8220; fragt man sich hingegen, was das genau bedeuten soll. Sind wir uns einig, dass die &#8222;&#246;konomische Basis&#8220; weltweit die globale kapitalistische Gesellschaft als Totalit&#228;t ist oder ist f&#252;r La Banda Vaga der &#8222;Islamismus in einem Land&#8220; m&#246;glich?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oxford formuliert es jedoch auch nicht viel pr&#228;ziser: &#8222;Der Begriff &#8218;Islamismus&#8216; repr&#228;sentiert allermindestens eine Form von gesellschaftlichem und politischem Aktivismus, der auf der Idee gr&#252;ndet, dass das &#246;ffentliche und politische Leben von einer Reihe an islamischen Prinzipien geleitet sein sollte. In anderen Worten sind Islamisten jene, welche glauben, dass der Islam eine wichtige Rolle in der Organisation einer mehrheitlich muslimischen Gesellschaft spielen sollte, und versuchen, diese Ansicht zu verbreiten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 1.&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Das liegt haupts&#228;chlich daran, dass der Begriff &#8222;Islamismus&#8220; unter einem Etikett sehr viele, teilweise sehr unterschiedliche Str&#246;mungen vereint und sich daher denkbar schlecht f&#252;r eine pr&#228;zise Definition eignet. Das ist das grundlegende Problem der Thesen: Sind es Thesen zum IS, zu den Taliban, zu den Muslimbr&#252;dern, zum Iran oder zum gesamten von konservativen Traditionen auf die eine oder andere Art inspirierten Islam?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Iran als S&#252;ndenbock&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus nahezu unerkl&#228;rbaren Gr&#252;nden wird zuerst mal der Iran erw&#228;hnt: &#8222;Dieser Ansatz f&#252;hrt unseren Blick nicht nur, aber in starkem Ma&#223;, auf den Iran. Mit dessen &#8218;islamischer Revolution&#8216; bzw. korrekterweise Konterrevolution betrat der Islamismus im Jahr 1979 zum ersten Mal als eigenst&#228;ndige Macht die Weltb&#252;hne. Als einflussreiches &#8218;Erfolgsmodell&#8216; des Islamismus bildet er trotz aller (nicht zuletzt konfessionellen) Differenzen auch eine Wurzel f&#252;r den gegenw&#228;rtigen Terror und die Staatsbildungsversuche des IS.&#8220; Das Problem hier ist, dass das Staatsmodell des Irans alles andere als ein &#8222;traditionell muslimisches&#8220; ist: Der Iran ist eine Republik mit einer Verfassung, einer Gewaltenteilung und mehr oder weniger demokratischen Wahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Roy hat die Situation bereits 1992 in seinem Werk &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt; ziemlich treffend analysiert: &#8222;Wieso sollte ein positives Recht aufgebaut werden, obwohl es die Scharia gab? Der Iran hat sich tats&#228;chlich eine wahrhaftige Verfassung gegeben, die nicht nur eine leere Parole ist, sondern wirklich die Funktionsweise einer Gesamtheit von Institutionen organisiert, ohne sich gross ob ihrer Konformit&#228;t mit der Scharia zu sorgen; auf bedeutende Art und Weise ist die Legitimit&#228;t der Verfassung in ihrem Artikel 1 explizit auf den Volkswillen gegr&#252;ndet, und nicht einzig und allein auf der Scharia.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Paris, Seuil, 2015 [1992], S. 252.&#034; id=&#034;nh3-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; In der Schlussfolgerung betont er noch einmal explizit die kulturelle Modernit&#228;t des schiitischen Islamismus im Vergleich mit seinem sunnitischen Pendant: &#8222;Die politischen und sogar kulturellen Modelle, welche in der islamischen Revolution im Iran am Werk sind, sind modern im Verh&#228;ltnis zu Regimen wie jenem in Saudi-Arabien oder sogar im Verh&#228;ltnis zu den Debatten unter Neofundamentalisten &#252;ber die Tugenden, welche ein k&#252;nftiger &#8218;Emir&#8216; eines islamischen Staates haben muss.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 286.&#034; id=&#034;nh3-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die islamische Konterrevolution&#8220; war eben auch eine b&#252;rgerliche Revolution, wenn auch angef&#252;hrt von der konservativen und religi&#246;sen Bourgeoisie. Es sollte nicht vergessen werden, dass dabei eine mehr als 2&#8216;000 Jahre alte Monarchie in den M&#252;lleimer der Geschichte bef&#246;rdert worden ist. Die Niederlage des kommunistischen Teils des Aufstands gegen den Schah ist ein Ausdruck des beginnenden Niedergangs der Arbeiterbewegung weltweit. H&#228;tte die Tudeh-Partei die Macht an sich gerissen, w&#228;ren die iranischen Proletarier einfach nach Afghanistan statt in den Irak als Kanonenfutter gekarrt worden und der iranische Staat w&#228;re zw&#246;lf Jahre sp&#228;ter mit dem ganzen sowjetischen Imperium untergegangen. Es gab zumindest die Scharfsinnigkeit in der Tendenz rund um Mansoor Hekmat und unter den sowieso gr&#246;sstenteils skeptischen kurdischen Kommunisten, einem B&#252;ndnis mit den Mollahs per se zu misstrauen. Die Geschichte hat ihnen, zumindest diesbez&#252;glich, Recht gegeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage sind Teheran und Moskau nichtsdestotrotz enge B&#252;ndnispartner. Mit der Entstehung des IS hat die ganze Sache wenig bis gar nichts zu tun, w&#228;hrend &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/the-mysterious-relationship-between-al-qaida-and-iran/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;mit Al-Qaida eine Art Waffenstillstand vielleicht immer noch existiert oder zumindest existierte, der jedoch nie eine wirkliche Zusammenarbeit war, wenn es die gab, war sie gepr&#228;gt von Opportunismus und gegenseitiger Erpressung&lt;/a&gt;, gab es das mit dem IS nie, iranische Truppen bek&#228;mpfen ihn aktiv im Irak, auch &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/recruited-by-iran-to-fight-for-syrian-regime-young-afghans-bring-home-cash-and-scars/2018/07/29/ecf9e34c-64e0-11e8-81ca-bb14593acaa6_story.html?noredirect=on&amp;utm_term=.ba1253a2995a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;mithilfe von Kanonenfutter in Form von Hazara aus Afghanistan, denen man die iranische Staatsb&#252;rgerschaft verspricht, sollten sie das Gemetzel tats&#228;chlich &#252;berleben&lt;/a&gt;. Die j&#252;ngere Geschichte des Irans w&#252;rde einen eigenst&#228;ndigen Text verdienen und kann ganz sicher nicht als eine &#8222;Wurzel&#8220; des IS dargestellt werden, umso weniger, als dass auch die Beziehungen zu Al-Qaida und der historischen Tradition dahinter voller Widerspr&#252;che sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sunnitischer Islamismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Wurzel sucht man besser in der Geschichte des sunnitischen Islamismus. Grob schematisch kann seine moderne Phase in drei Perioden unterteilt werden. Die erste davon beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts wie weiter oben von Poljarevic skizziert, sie ist die Periode der theoretischen Hervorbringung, der Islamismus ist auf der politischen B&#252;hne nicht oder kaum pr&#228;sent. Die 1906 gegr&#252;ndete All-indische Muslimliga ist eine der ersten explizit politischen Organisationen. Es handelte sich jedoch v.a. um einen alternativen Nationalismus zu jenem der hinduistischen Mehrheit, das gleiche gilt f&#252;r die 1941 gegr&#252;ndete Jamaat-e-Islami, historisch sind diese Entwicklungen allerdings sehr wohl bedeutend, sei es nur schon wegen der mit ihr verbundenen Deobandi-Tradition, ein wichtiger ideologischer Bezugspunkt der Taliban. Wie im Text von La Banda Vaga wird diese spezifisch regionale Tradition des Islamismus auf dem indischen Subkontinent h&#228;ufig &#252;bersehen, viel bekannter ist die mit Azhar verbundene &#228;gyptische Tradition und die damit verbundene Gr&#252;ndung der Muslimbruderschaft 1928.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist der Beginn der politischen Periode, sie ist durch den zunehmenden Aktivismus einer Bourgeoisie gepr&#228;gt, die in der Regel mehr oder weniger politisch isoliert ist und ideologisch f&#252;r eine alternative Form der kapitalistischen Modernisierung steht, welche den religi&#246;sen Traditionen mehr Platz einr&#228;umen w&#252;rde. Politisch war der Einfluss der Muslimbruderschaft beschr&#228;nkt, einen gewissen Einfluss gewann sie durch die Verwaltung von Bildungsinstitutionen, z.B. in Katar ab den 1950er Jahren. Auf dem indischen Subkontinent lieferten sich die muslimische und die hinduistische Bourgeoisie einen Zweikampf um die Aufteilung des postkolonialen Kuchens, das f&#252;hrte zur Abspaltung Pakistans, wovon sich sp&#228;ter wiederum Bangladesch abspaltete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein wichtiger Theoretiker der &#228;gyptischen Tradition dieser Zeit war Sayyid Qutb, obwohl er diese Bedeutung gr&#246;sstenteils erst posthum erhielt. Er wurde am 9. Oktober 1906 in eine Familie konservativer Landeigent&#252;mer geboren und schloss sich Anfang der 1950er Jahre der Muslimbruderschaft an, nachdem er bereits seine ersten theoretischen Schriften verfasst hatte. Gilles Kepel fasst Qutbs spezifische theoretische Innovation folgendermassen zusammen: &#8222;F&#252;r Saiyid Qutb und seine Nacheiferer dagegen hatte die moderne Geschichte der islamischen L&#228;nder seit ihrer Entlassung in die Unabh&#228;ngigkeit keinerlei exemplarische Bedeutung. Sie wurde von ihm sogar durch ein arabisches Wort, das aus dem Koran stammt &#8211; &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt; &#8211;, entwertet und ge&#228;chtet; dieses Wort bezeichnet den Zustand der Unwissenheit, in dem die Araber lebten, bevor der Islam zu Beginn des 7. Jahrhunderts dem Propheten Muhammed offenbart wurde. Wie die heidnischen Araber der urspr&#252;nglichen &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt;, so Qutb, seien auch die Muslime im Zeitalter des Nationalismus von einer tiefen Unkenntnis &#252;ber den Islam erf&#252;llt. So wie die vorislamischen Araber steinerne G&#246;tzenbilder anbeteten, verehrten die Zeitgenossen von Qutb in seinen Augen symbolische G&#246;tzen wie Nation, Partei und Sozialismus. Indem Qutb auf diese Weise den Anspruch der Nationalisten bestritt, die Geschichte neu zu begr&#252;nden, und indem er die Nationalisten gleichsam in die finstere Epoche vor der Offenbarung einordnete, wollte er eine kulturelle Revolution ansto&#223;en.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh3-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er ist wohl der erste islamistische Theoretiker, welcher den &lt;i&gt;tauhid&lt;/i&gt; in einer konsequenten und modernen politischen Version theoretisierte. &lt;i&gt;Tauhid&lt;/i&gt; ist der Glaube an die Einheit/Einzigkeit Gottes, die ersten Worte der Schahada, das Glaubensbekenntnis, welches die erste S&#228;ule des Islams darstellt. Kaum ein Muslim w&#252;rde auf die Idee kommen, sie so auszulegen, niemand will sich das Leben unn&#246;tig komplizierter machen als es ist. Qutb wurde 1966 unter Nasser hingerichtet, aber sein theoretisches Erbe hat mehr Schaden angerichtet als anfangs irgendwer h&#228;tte glauben k&#246;nnen. Im Namen dieses Prinzips mussten im M&#228;rz 2001 beispielsweise zwei Buddha-Statuen in Bamyan von den Taliban gesprengt werden, um den Bewohnern ihres Emirats &lt;i&gt;schirk&lt;/i&gt; zu ersparen, den Fall in die G&#246;tzendienerei, den Unglauben, das Gegenteil von &lt;i&gt;tauhid&lt;/i&gt;. Alte Statuen l&#246;sten damals viel Emp&#246;rung aus, viel mehr als die permanente und systematische Repression gegen &lt;i&gt;alle politischen Gegner&lt;/i&gt; und gegen &lt;i&gt;fast alle, insbesondere Frauen&lt;/i&gt;. Es ist der theoretische Hintergrund gegen jegliche westlichen Konzepte der Staatsf&#252;hrung, das Ziel ist das Kalifat, die Herrschaft der Umma, man ist sich nur nicht einig wie, doch die Begeisterung &#252;ber die Idee einer &lt;i&gt;islamischen Republik&lt;/i&gt; ist in diesen Kreisen ganz klar eher bis ganz inexistent.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Sieg des Petroislam&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;Sieg des Petroislam&#8220; war saudisch, nicht iranisch. Die &#214;lkrise 1973 erlaubte es Saudi-Arabien, die B&#252;chse der Pandora zu &#246;ffnen: &#8222;Saudi-Arabien verf&#252;gte nunmehr &#252;ber schier unbegrenzte Mittel, um sein altes Streben nach &#8218;Deutungshoheit&#8216; &#252;ber den Islam auf der Ebene der &lt;i&gt;umma&lt;/i&gt;, der Gemeinschaft der Muslime, in die Tat umzusetzen. In den sechziger Jahren hatte der dynamische Nationalismus die politische Bedeutung der Religion geschw&#228;cht. Der Krieg von 1973 mischte die Karten neu. Die wahhabitische Doktrin stand au&#223;erhalb der Arabischen Halbinsel nur bei orthodoxen Gruppen (bzw. den Salafisten) in hohem Ansehen, die ein buntgemischtes Spektrum umfa&#223;ten: neben den arabischen Muslimbr&#252;dern fanden sich hier indische und pakistanische Gruppen sowie schwarzafrikanische und asiatische Muslime, die nach Mekka gereist waren und nach der R&#252;ckkehr in ihre Heimatl&#228;nder &#8218;auf arabische Art&#8216; predigten, um den Islam von &#8218;abergl&#228;ubischen Vorstellungen&#8216; zu reinigen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 94-95.&#034; id=&#034;nh3-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht dass das irgendwie beabsichtigt oder geplant gewesen w&#228;re (h&#246;chstens erhofft), aber die Konjunktur war passend. Das Problem war, dass diese &#8222;neue Fr&#246;mmigkeit&#8220; unvermeidlich fr&#252;her oder sp&#228;ter die Frage des saudisch-wahhabitischen Pakts und des saudischen Herrschaftsanspruchs stellen musste. Das geschah am 20. November 1979, dem ersten Tag des Jahres 1400 gem&#228;ss islamischem Kalender. Die Wahl des Datums bezieht sich auf die muslimische Tradition des &lt;i&gt;mujaddid&lt;/i&gt;, auf den sich auf einen Hadith beziehenden Glauben, dass an jedem Jahrhundertwechsel ein Erneuerer erscheint, der den Islam von &#228;usseren Elementen reinigt und ihm seine urspr&#252;ngliche Reinheit zur&#252;ckgibt. Zwischen 300 und 600 bewaffnete K&#228;mpfer brachten die Grosse Moschee von Mekka unter ihre Kontrolle. Sie nannten sich die Ichwan, die Br&#252;der, der Name der hanbalitischen Miliz, welche in den 1910er und 1920er Jahren f&#252;r einen grossen Teil der saudischen Territorialgewinne verantwortlich gewesen war und daraufhin zwischen 1927 und 1930 erfolglos gegen die Dynastie der Saud revoltiert hatte. Erst am 4. Dezember, nach heftigen K&#228;mpfen, mehreren Hundert Toten und Verletzen und dem Einsatz pakistanischer und franz&#246;sischer Spezialkr&#228;fte konnte die saudische Armee die Kontrolle &#252;ber die Moschee zur&#252;ckgewinnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte nicht vergessen, dass Saudi-Arabien, wie es Steve Coll treffend bemerkte, der einzige moderne Nationalstaat ist, der durch einen Jihad geschaffen worden ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh3-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese Tatsache pr&#228;destinierte das K&#246;nigreich dazu, auch im 1979 ausgerufenen Jihad gegen die sowjetischen Invasoren Afghanistans eine zentrale Rolle zu spielen. Ende April 1978 &#252;bernahm die Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) mithilfe eines milit&#228;rischen Putsches die Macht in Kabul. Entgegen anf&#228;nglichen Vermutungen im Westen war der Putsch nicht von Moskau angeordnet worden. Obwohl die DVPA die offizielle moskautreue Partei Afghanistans war, war ihr Putsch nicht Grund f&#252;r besonders grossen Enthusiasmus im Kreml: &#8222;Sp&#228;ter offenbarte mir der Anf&#252;hrer der DVPA, Taraki, dass die afghanischen Anf&#252;hrer die M&#246;glichkeit gehabt h&#228;tten, die Sowjets &#252;ber den sich abzeichnenden Staatsstreich zu informieren, doch dass sie es absichtlich nicht getan h&#228;tten, denn sie bef&#252;rchteten, dass Moskau sie davon w&#252;rde abbringen wollen, eine bewaffnete Rebellion zu unternehmen, mit dem Argument der Abwesenheit einer revolution&#228;ren Situation in Afghanistan als Vorwand. Diese Bef&#252;rchtungen waren nicht unbegr&#252;ndet. H&#228;tte die UdSSR Kenntnis gehabt von ihren Absichten, h&#228;tte sie ihnen wahrscheinlich geraten, von diesem Projekt abzusehen, denn es gab von einem marxistischen Standpunkt aus tats&#228;chlich keine revolution&#228;re Situation im Land und die Beziehungen der UdSSR mit Afghanistan waren freundschaftlich unter Zahir Schah und unter Daoud, trotz dem Flirt Daouds mit dem Westen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, Balland, 1996, S. (...)&#034; id=&#034;nh3-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die DVPA wurde Anfang 1965 im Haus Tarakis gegr&#252;ndet. Sie war von Anfang an gezeichnet vom Graben zwischen Stadt und Land, verk&#246;rpert durch die beiden Fraktionen Parcham (&#8222;Fahne&#8220;) und Khalq (&#8222;Volk&#8220;). Parcham war jene Fraktion, welche Daoud 1973 in seinem Putsch unterst&#252;tzte und grunds&#228;tzlich das Vertrauen Moskaus genoss, der eher urbane Fl&#252;gel der Partei, Khalq, die rurale, haupts&#228;chlich paschtunische Fraktion der Partei hatte in Moskau wenig Kredit. Zwischen 1966 und 1976 waren sie komplett gespalten, die Wiedervereinigung 1976 erlaubte den Putsch 1978, der sich sehr bald f&#252;r praktisch alle Beteiligten als sehr problematisch erweisen w&#252;rde, Nur Muhammad Taraki, der historische Anf&#252;hrer der Khalq-Fraktion, sass auf einem Schleudersitz&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 98-108.&#034; id=&#034;nh3-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben dem &#8222;Aufbau des Sozialismus&#8220; genoss auch die Liquidation der gegnerischen Fraktion eine sehr hohe Priorit&#228;t: &#8222;Sie nahmen eine maximalistische Politik mit Landreform und Alphabetisierung in Angriff und leiteten den sofortigen Aufbau des Sozialismus ein, der sie &#8211; begleitet von Tausenden Verhaftungen und Hinrichtungen &#8211; der breiten Masse der Bev&#246;lkerung entfremdete. Mit einer S&#228;uberungsaktion, der sogar f&#252;hrende K&#246;pfe aus den eigenen Reihen zum Opfer fielen, schaltete die radikalere Khalq-Fraktion die Parcham aus, deren F&#252;hrung nach Moskau fl&#252;chtete. Ab April 1979 brachen &#252;berall im Land Aufst&#228;nde aus, und im Dezember kontrollierte die Partei nur noch die St&#228;dte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 174.&#034; id=&#034;nh3-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Im September 1979 traf es Taraki selbst: Er wurde von seinem &#8222;Genossen&#8220; Hafizullah Amin zum R&#252;cktritt gezwungen und einen Monat sp&#228;ter ermordet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der afghanisch-sowjetische Krieg&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der 1968 als nachtr&#228;gliche Rechtfertigung der Invasion der Tschechoslowakei erschaffenen, die Irreversibilit&#228;t einer sozialistischen Revolution postulierenden Breschnew-Doktrin auf der einen Seite und der Pflicht zum defensiven Jihad im Falle einer Invasion des Dar al-Islam auf der anderen war der Spielraum f&#252;r Verhandlungen schon auf rein ideologischer Ebene gering, die geostrategische Bedeutung Afghanistans und der Kontext des Kalten Krieges besorgten den Rest. Gem&#228;ss Akram wurde die Entscheidung zugunsten einer sowjetischen Intervention am 12. Dezember 1979 in Moskau gef&#228;llt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Assem Akram, op. cit., S. 141. Am 10. gem&#228;ss Rodric Braithwaite, (...)&#034; id=&#034;nh3-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zuerst einmal mussten die Fraktionsk&#228;mpfe zu Moskaus Zufriedenheit geregelt werden, deshalb wurde am 27. Dezember 1979 Amin von einem sowjetischen Spezialkommando im Pr&#228;sidentenpalast eliminiert und durch Babrak Karmal ersetzt, den Anf&#252;hrer der Parcham-Fraktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Washington war man sich selbstverst&#228;ndlich einig, dass man Moskau nicht einfach gew&#228;hren lassen k&#246;nnte. Schon ein paar Tage nach dem sowjetischen Einmarsch &lt;a href=&#034;https://sites.temple.edu/immerman/brezenski-memoranda-to-carter-on-soviet-intervention-in-afghanistan/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;war f&#252;r Brzezinski klar: Endlich w&#252;rde man sich an der UdSSR f&#252;r Vietnam r&#228;chen k&#246;nnen.&lt;/a&gt; Das &#8222;sowjetische Vietnam&#8220; war in den folgenden Jahren ein gefl&#252;geltes Bonmot in prowestlichen diplomatischen Kreisen. Besonders ein texanischer demokratischer Kongressabgeordneter machte sich Afghanistan zu seiner Mission: Charlie Wilson, ein undurchsichtiger Gesch&#228;ftsmann, pers&#246;nlicher Freund von Somoza, Alkoholiker und nicht besonders diskreter Kokainkonsument&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Falls nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Wilson aus George (...)&#034; id=&#034;nh3-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zusammen mit seinem Kumpel Gust Avrakotos von der CIA war er dabei, der im Sommer 1979 unter Carter lancierten Operation Cyclone eine ganz neue Qualit&#228;t zu verschaffen, ohne sich gross um demokratische Gepflogenheiten und Transparenz zu sorgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Januar 1980 gab Carter gr&#252;nes Licht f&#252;r die direkte Bewaffnung der Mudjahedin, in Wirklichkeit begann die Unterst&#252;tzung allerdings wohl schon im Mai 1979, als &lt;a href=&#034;https://nsarchive2.gwu.edu//NSAEBB/NSAEBB57/essay.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ein &#8222;Beamter der CIA&#8220; Hekmatyar traf, die ersten Treffen begannen ab April 1979, das wissen wir kurioserweise nur, weil iranische Studenten Anfang November 1979 in die amerikanische (und auch in die britische) Botschaft eindrangen, dort heftig randalierten und u.a. die das belegenden Dokumente der CIA pl&#252;nderten&lt;/a&gt;. Washington und Riad waren im wesentlichen f&#252;r die Beschaffung von Geld und Waffen verantwortlich, der pakistanische Geheimdienst ISI f&#252;r die Verteilung des Materials und dem Kontakt zu den afghanischen Aufst&#228;ndischen. Die Verbindungsm&#228;nner zwischen CIA und ISI waren haupts&#228;chlich Wilson und Avrakotos. Die milit&#228;rische Operationshoheit &#252;ber die Geld- und Waffenfl&#252;sse wurden, einmal in Karachi angekommen, dem ISI &#252;bergeben, welcher sich um den Transport nach Peschawar und die dortige Verteilung an die afghanischen Mudjahedin k&#252;mmerte. Sieben sunnitische islamistische Parteien wurden unterst&#252;tzt, die drei ersten werden allgemein als &#8222;gem&#228;ssigt&#8220;, die vier letzteren als &#8222;radikal&#8220; klassifiziert:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische und Nationale Revolutionsbewegung Afghanistans: kleine Bewegung, aktiv haupts&#228;chlich im S&#252;den und Osten Afghanistans, zerfiel in den 1990er Jahren, einige desertierten zu den Taliban, andere gr&#252;ndeten die marginale Nationale und Islamische Partei f&#252;r Wohlstand Afghanistans;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Nationale Befreiungsfront: konservative paschtunische Sufi-Tradition, die Bewegung zerfiel weitgehend, der historische Anf&#252;hrer Sibghatullah Modschaddedi zog sich nach dem R&#252;ckzug der Russen fast vollst&#228;ndig aus dem politischen Leben zur&#252;ck und erschien zwischendurch wieder als Experte und/oder Vermittler auf der politischen B&#252;hne, er starb Anfang 2019;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Nationale Islamische Front Afghanistans: einflussreich v.a. in der Provinz Nangarhar und in Kabul, haupts&#228;chlich ein Familienunternehmen von Ahmed Gailani (1932-2017), er unterst&#252;tzte Ende der 1990er die Nordallianz gegen die Taliban und 2004 Karzai in seinem Pr&#228;sidentschaftswahlkampf, verschwand daraufhin nahezu g&#228;nzlich in der Bedeutungslosigkeit;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Vereinigung Afghanistans: als &#252;berwiegend von ethnischen Tadschiken gepr&#228;gt ist sie die einzige nicht-paschtunische vom ISI unterst&#252;tzte Partei &#8211; verb&#252;ndet damals mit Ahmad Schah Massoud, dem &#8222;L&#246;wen von Pandjschir&#8220; und ungl&#252;cklichen Geheimfavoriten des MI6, der am 9. September 2001 von zwei sich als belgische Journalisten ausgebenden Selbstmordattent&#228;tern ermordet wurde &#8211; Ende der 1990er Jahre Teil der Nordallianz und heute im afghanischen Parlament vertreten;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Union f&#252;r die Befreiung Afghanistans: paschtunische Partei mit einer tadschikischen Minderheit, haupts&#228;chlich stark in Paghman, im Westen der Provinz Kabul, Partei von Abdul Rasul Sayyaf, verd&#228;chtigt, in der Ermordung Massouds eine Rolle gespielt zu haben, heute relativ erfolgreicher Politiker in der Provinz Kandahar, im B&#252;rgerkrieg auf der Seite der Taliban und f&#252;r hemmungslose Brutalit&#228;t ber&#252;chtigt, seit 2007 marginale Partei in der rechten Ecke des afghanischen Parlaments, die sich haupts&#228;chlich f&#252;r die Begnadigung von gefangenen K&#228;mpfern der Taliban einsetzt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Partei (Chalis-Fraktion): eine &#8222;gem&#228;ssigte&#8220; Abspaltung von Gulbuddin Hekmatyars 1973 gegr&#252;ndeter Islamischer Partei, die Partei unter der F&#252;hrung von Junis Chalis unterst&#252;tzte in den 1990er Jahren die Taliban, aus dieser Partei stammt urspr&#252;nglich auch der 2018 gestorbene Jalaluddin Haqqani (den Wilson damals als &#8222;personifizierte Gottheit&#8220; bezeichnet hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 473.&#034; id=&#034;nh3-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), dessen Haqqani-Netzwerk, das seit 2014 von seinem Sohn angef&#252;hrt wird, bis heute eng mit den Taliban zusammenarbeitet;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Partei (Hekmatyar-Fraktion): 1973 gegr&#252;ndete islamistische Partei unter der F&#252;hrung von Gulbuddin Hekmatyar, der als Urvater des afghanischen Jihadismus bezeichnet werden kann und der heimliche Favorit des ISI war, die Praxis der Partei w&#228;hrend dem Krieg und dem darauf folgenden B&#252;rgerkrieg waren von einer kompromisslosen Linie und hemmungsloser Brutalit&#228;t gepr&#228;gt, den &#220;bernamen &#8222;Schl&#228;chter von Kabul&#8220; hat sich Hekmatyar redlich verdient, das 1984 von Abdallah Yusuf Azzam, Osama bin Laden und Aiman al-Zawahiri gegr&#252;ndete Dienstleistungsb&#252;ro (das weiter unten etwas ausf&#252;hrlicher analysiert wird) arbeitete haupts&#228;chlich mit ihm zusammen, w&#228;hrend dem Taliban-Regime war er im iranischen Exil, schloss sich aber ab 2001 bin Laden an, &lt;a href=&#034;https://www.rferl.org/a/islamic-state-afghanistan-hekmatyar/27114317.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;proklamierte 2015 seine Unterst&#252;tzung des IS&lt;/a&gt; und unterzeichnete am 22. September 2016 ein Friedensabkommen mit der afghanischen Regierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daneben k&#228;mpften eine vom Iran unterst&#252;tzte schiitische und eine von China unterst&#252;tzte maoistische Koalition gegen die sowjetische Invasion, in Anbetracht der, je nach Sch&#228;tzungen, zwischen &lt;a href=&#034;http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zwei&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;http://www.spiegel.de/einestages/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sechs&lt;/a&gt; von der CIA im Rahmen der Operation Cyclone in die sunnitischen Gruppen investierten Milliarden sind diese beiden Koalitionen jedoch vernachl&#228;ssigbar und es soll hier nicht weiter auf sie eingegangen werden. Es sollte allerdings pr&#228;zisiert werden, dass die Maoisten unter der DVPA mit einer systematischen Repression konfrontiert waren, aber auch von ihren islamistischen &#8222;Waffenbr&#252;dern&#8220; sehr misstrauisch be&#228;ugt und immer mal wieder angegriffen wurden, so wurde z.B. Faiz Ahmad, der Anf&#252;hrer der Afghanischen Befreiungsorganisation, am 12. November 1986 zusammen mit sechs seiner Genossen von Hekmatyars Schergen ermordet. Eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme des afghanischen Maoismus in diesem Kontext ist die 1977 gegr&#252;ndete Revolution&#228;re Vereinigung der Frauen Afghanistans (RAWA), sie verurteilte sowohl die Regierung der DVPA als auch das B&#252;ndnis mit den Islamisten und hat bis heute den historischen Verdienst, seit ihrer Gr&#252;ndung keine einzige afghanische Regierung und ausl&#228;ndische Invasion unterst&#252;tzt zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nur in den groben Linien auf den genauen Kriegsverlauf eingegangen werden. Akram folgend kann er in drei Abschnitte unterteilt werden, die &#8222;Stationierung der Truppen&#8220; 1979-1982, der &#8222;intensivste Abschnitt&#8220; 1982-1986 und &#8222;sowjetische R&#252;ckschl&#228;ge und R&#252;ckzug&#8220; 1986-1989&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Assem Akram, op. cit., S. 173-176.&#034; id=&#034;nh3-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er sch&#228;tzt, dass schon 1981-1982 80% des Territoriums von den Mudjahedin kontrolliert war, nachts wurde es dort vollst&#228;ndig dunkel, um sowjetische Luftangriffe zu vermeiden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 176.&#034; id=&#034;nh3-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Vielleicht noch mehr, je nachdem, ob seine Sch&#228;tzung sich auf den Tag oder die Nacht bezieht, denn sie kontrollierten die l&#228;ndlichen Regionen in der Nacht, auch wenn es am Tag nicht unbedingt der Fall war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 164. Das gleiche gilt heute in (...)&#034; id=&#034;nh3-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Desertionen waren ein grosses Problem f&#252;r die afghanische Armee, bis zu 60% der Soldaten sollen zu den Mudjahedin &#252;bergelaufen sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 136-137.&#034; id=&#034;nh3-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein gewisser Teil vielleicht aus ideologischen Gr&#252;nden, aber wohl eher wegen der kaltbl&#252;tigen Grausamkeit der Kriegsf&#252;hrung auf beiden Seiten, in einer solchen Situation kann es vorkommen, dass man sich der st&#228;rkeren Fraktion ohne jegliche ideologische Betrachtungen anschliesst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New (...)&#034; id=&#034;nh3-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von einigen wenigen kritischen, haupts&#228;chlich feministischen Stimmen war &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Begeisterung &#252;ber die afghanischen &#8222;Freiheitsk&#228;mpfer&#8220; in der westlichen Medienwelt einhellig&lt;/a&gt;. In einem Anflug orientalistischen &#220;bereifers war der Enthusiasmus f&#252;r die frommen und b&#228;rtigen Mudjahedin &#252;berschw&#228;nglich, sie wurden als unschuldige und bescheidene Stammesangeh&#246;rige dargestellt, die, in Anbetracht einer Invasion durch das &#8222;Reich des B&#246;sen&#8220;, bloss ihre Traditionen und ihre Religion verteidigen wollten und dabei von westlichen Geheimdiensten &#8222;ein bisschen&#8220; unterst&#252;tzt wurden. Kritische Journalisten &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;riskierten, von eingebetteten Missionen mit den Mudjahedin ausgeschlossen zu werden&lt;/a&gt; und somit fast jeglichen Zugang zu Informationen zu verlieren. Die Berichterstattung der sowjetischen Presse war vermutlich sogar kritischer und objektiver, sie wird h&#228;ufig als Beleg f&#252;r Gorbatschows Politik der Glasnost angef&#252;hrt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. ebd., S. 213.&#034; id=&#034;nh3-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Gegensatz zu den anderen sowjetischen Journalisten, die in Kabul stationiert waren, war Artyom Borovik ab 1987 in diverse sowjetische Truppen eingebettet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Sarah E. Mendelson, Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet (...)&#034; id=&#034;nh3-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er schrieb kritische Artikel im Magazin &lt;i&gt;Ogonyok&lt;/i&gt; und ver&#246;ffentlichte 1990 ein Buch, das simultan auf Englisch und Russisch erschien&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of (...)&#034; id=&#034;nh3-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon auf der ersten Seite ist der def&#228;tistische Ton gegeben: &#8222;Verr&#252;ckte Leute nannten Afghanistan &#8218;eine Schule des Mutes&#8216;. Und waren weise genug, ihre S&#246;hne nicht dorthin zu schicken. Sie sprachen von &#8218;internationaler Pflicht&#8216;, &#8218;der Schlacht gegen die S&#246;ldner des Imperialismus an den s&#252;dlichen Grenzen unseres Vaterlandes&#8216;, &#8218;der resoluten Zur&#252;ckweisung der Aggression durch die Reaktion&#228;re der Region&#8216;. Und so weiter, und so fort. Sie versuchten, sich selbst und den Rest des Landes von der Tatsache zu &#252;berzeugen, dass Afghanistan &#8218;aus unreifen Jugendlichen standhafte K&#228;mpfer f&#252;r unseren kommunistischen Glauben macht&#8216;. Doch sollte Afghanistan Leute zum Glauben inspiriert haben, so war es ein Glaube, der ganz anders war, als jener, welcher von unserer Propaganda proklamiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 1.&#034; id=&#034;nh3-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zudem r&#228;umt er offen ein, dass Amin vom KGB ermordet worden ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 5.&#034; id=&#034;nh3-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, spricht von Desertionen, verkauften sowjetischen Dienstwaffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 36.&#034; id=&#034;nh3-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und auch &#252;ber die von sowjetischen Soldaten begangenen Grausamkeiten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. ebd., S. 258.&#034; id=&#034;nh3-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dar&#252;ber hinaus zeigt sein Bericht, dass phantasievolle improvisierte Sprengfallen nicht vom IS erfunden worden sind: &#8222;Der Zwischenfall [die Entdeckung eines Thermoskruges mit eingebauter Sprengfalle] erweckt Verwunderung in mir &#252;ber den betr&#228;chtlichen Erfindergeist dieser Banditen, &#252;ber deren reiche und unersch&#246;pfliche Vorstellungskraft. Innerhalb jedes befestigten Punktes &#8211; den Bunkern, Betonbunkern, den vierst&#246;ckigen Sch&#252;tzengr&#228;ben unter dem Boden &#8211; finden die Soldaten mit Sprengfallen versehene Kugelschreiber, Uhren, Feuerzeuge, Kassettenrekorder und &#228;hnliches. Der versteckte Tod ist so meisterhaft getarnt worden, dass nur jemand mit einem ge&#252;bten Auge ihn sehen kann.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 35-36.&#034; id=&#034;nh3-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Heroin als Bumerang&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie schon damals in Vietnam, war Heroin erneut der Treibstoff des Krieges: &#8222;Aber sie [die amerikanischen und arabischen Zahlungen] f&#252;hrten auch, da sich viele an ihnen bereichern wollten, zu einem rapiden Anstieg der Kriminalit&#228;t, vor der jeder die Augen verschlo&#223;, solange die Russen in Afghanistan standen, deren verheerende Folgen aber den Verwerfungen am Ende des Jahrzehnts den Weg bereiteten. So versorgten riesige Schiffsladungen mit leichten Waffen, die von der CIA geliefert und im Hafen von Karatschi gel&#246;scht wurden, zun&#228;chst den lokalen Markt (und machten diese Stadt zu einer der gewaltt&#228;tigsten der Welt), ehe sie an die offiziellen Empf&#228;nger weitergeleitet wurden. Und zur&#252;ck kamen die Lastwagen mit Heroin, das aus dem in Afghanistan und in den &#8218;Stammesgebieten&#8216; an der pakistanischen Grenze angebauten Opium gewonnen und &#252;ber Karatschi exportiert wurde. Die Begehrlichkeiten, die die amerikanischen und arabischen Hilfslieferungen weckten, und die riesigen Profite, die Gelegenheitskriminelle aus ihnen zogen, bereiteten nach Abzug der Sowjets zun&#228;chst den USA, dann auch den arabischen Staaten gr&#246;&#223;tes Kopfzerbrechen, als hochger&#252;stete Gruppen, die ihrer Kontrolle entglitten waren und vom Drogenhandel lebten, nach eigenem Gutd&#252;nken &#252;berall auf dem Globus den Dschihad ausriefen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 180-181.&#034; id=&#034;nh3-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser Drogenschmuggel der Mudjahedin war ein offenes Geheimnis und wird auch von Mohammad Yousuf, dem f&#252;r die Mission verantwortlichen Kommandanten des ISI, in seinen Memoiren offen einger&#228;umt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mohammad Yousaf, Mark Adkin, The Bear Trap. The Defeat of A (...)&#034; id=&#034;nh3-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mitte der 1980er Jahre begann als direkte Folge der Heroinpreis ziemlich &#252;berall im Westen zu sinken und Heroinabh&#228;ngige wurden in dieser Zeit in den meisten grossen St&#228;dten zu einem g&#228;ngigen Strassenbild. Der Goldene Halbmond l&#246;ste gleichzeitig allm&#228;hlich das Goldene Dreieck als wichtigster geographischer Ursprung des weltweit konsumierten Heroins ab. Heutzutage produziert Afghanistan je nach Sch&#228;tzungen etwa 90% davon. 2017 wurde der Umsatz der Heroinproduktion Afghanistans auf &lt;a href=&#034;https://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Opium-survey-peace-security-web.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zwischen 4.1 und 6.6 Milliarden Dollar gesch&#228;tzt, was 20 bis 32% des afghanischen BIP repr&#228;sentiert&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.politifact.com/global-news/statements/2017/apr/04/ted-yoho/yoho-afghanistan-poppy-growth-way/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sie garantiert etwa 400&#8216;000 Afghanen einen Job, mehr als die afghanische Armee&lt;/a&gt;. Gleichzeitig ist die Abh&#228;ngigkeit von Opiaten auch in der afghanischen Bev&#246;lkerung explodiert, was in einem Land, &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2016/06/06/world/asia/afghanistan-kabul-graveyard.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;wo es an Platz f&#252;r Friedh&#246;fe mangelt&lt;/a&gt;, alles andere als erstaunlich ist. &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/de_ch/article/yvea8j/afghanistans-opiumplage&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Epizentrum der afghanischen Drogenszene ist das Untergeschoss der Br&#252;cke Pul-sokhta in Kabul&lt;/a&gt;, eine massive Konzentration verdr&#228;ngten Elends.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In die andere Richtung flossen anf&#228;nglich haupts&#228;chlich leichte Waffen und die Absender waren um eine gewisse Diskretion bem&#252;ht. Gem&#228;ss Yousuf seien bis 1985 nur urspr&#252;nglich aus dem sozialistischen Block stammende Waffen an die Mudjahedin geliefert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 83.&#034; id=&#034;nh3-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Damit konnten sie zwar den Boden kontrollieren, doch die sowjetische Armee kontrollierte die Luft: &#8222;Luftmacht war gewiss des Feindes gr&#246;sste St&#228;rke. Sie bescherte ihm nicht nur unbegrenzte Feuerkraft sondern auch Mobilit&#228;t. Richtig benutzt und zusammen kombiniert k&#246;nnte dies zur taktischen, oder gar strategischen Niederlage der Guerillas auf dem Schlachtfeld f&#252;hren. Das Problem vom Standpunkt der Mudjahedin aus gesehen war nicht einmal, dass sie selbst keine Luftmacht hatten, sondern dass ihre Mittel, um den Beschuss der Flugzeuge und Helikopter des Feindes zu erwidern, sich auf einige alte SA-7 beschr&#228;nkten, schultergest&#252;tzte Kurzstrecken-Boden-Luft-Raketen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 59.&#034; id=&#034;nh3-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sollte sich 1986 &#228;ndern: Am 26. September testeten K&#228;mpfer Hekmatyars zum ersten Mal die brandneue amerikanische Flugabwehrrakete Stinger im Gefecht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe George Crile, op. cit., S. 426-427.&#034; id=&#034;nh3-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ob diese Tatsache ein Wendepunkt im Kriegsverlauf darstellte oder nicht, dar&#252;ber streiten sich die Experten. Sie d&#252;rfte jedenfalls die sowjetische Niederlage besiegelt haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 205.&#034; id=&#034;nh3-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Unerw&#252;nschter Nebeneffekt der Sache war, dass die etwa 1&#8216;000 gelieferten Stinger aufgrund der Korruption oder als Kriegsbeute manchmal bei ungeplanten Empf&#228;ngern landeten, schon bald waren auch der Iran und Russland stolze Besitzer davon. &lt;a href=&#034;https://slate.com/news-and-politics/2001/10/stingers-stingers-who-s-got-the-stingers.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Noch 2011 fragte man sich&lt;/a&gt;, wo die Stinger mittlerweile genau sein k&#246;nnten, diverse jihadistische Gruppen rund um die Welt besitzen einen oder mehrere und die CIA investierte sogar doppelt so viel wie die Stinger selbst gekostet hatten, 65 Millionen Dollar, um so viele wie m&#246;glich davon zur&#252;ckzukaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sowjetischer R&#252;ckzug, Machtergreifung der Taliban und Globalisierung des Jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie heute ein bisschen &#252;berall auf der Welt schlossen sich auch damals ausl&#228;ndische Freiwillige den Mudjahedin an, haupts&#228;chlich von der arabischen Halbinsel und anderen islamischen Regionen. W&#228;hrend gewisse junge Araber aus reichem Haus (oder Palast) Afghanistan benutzten, um einen abenteuerlichen Urlaub zu verbringen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gilles Kepel, op. cit., S. 185.&#034; id=&#034;nh3-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, kamen andere ausl&#228;ndische Freiwillige mit ernsthafteren Absichten, so &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;reiste z.B. ein gewisser Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi Ende der 1980er Jahre nach Afghanistan, um sich Hekmatyars Fraktion anzuschliessen&lt;/a&gt;. Es war der Beginn einer langen jihadistischen Karriere und man w&#252;rde sp&#228;ter noch viel von ihm h&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Betreuung der ausl&#228;ndischen Freiwilligen gr&#252;ndete der Pal&#228;stinenser Abdullah Azzam, ein nicht unbedeutender jihadistischer Theoretiker dieser Zeit, 1984 gemeinsam mit Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri das Dienstleistungsb&#252;ro, das 1986 sogar ein erstes amerikanisches B&#252;ro in Tucson im Bundesstaat Arizona er&#246;ffnete, um dort in der arabischen Gemeinschaft f&#252;r die Mudjahedin zu rekrutieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 155.&#034; id=&#034;nh3-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam starb am 24. November 1989 und bin Laden &#252;bernahm das Dienstleistungsb&#252;ro. Er gab ihm einen neuen Namen: die Basis, auf Arabisch Al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 204.&#034; id=&#034;nh3-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sorgen dar&#252;ber machte sich bei der CIA damals niemand, bin Laden war schliesslich gem&#228;ss der g&#228;ngigen Einsch&#228;tzung &#8222;nicht anti-amerikanisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 156.&#034; id=&#034;nh3-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt war der sowjetische R&#252;ckzug schon weit fortgeschritten und der sowjetisch-afghanische Krieg ging allm&#228;hlich in den afghanischen B&#252;rgerkrieg &#252;ber. Bereits am 4. Dezember 1987 war in Washington der geordnete sowjetische R&#252;ckzug zwischen der CIA und dem KGB diskutiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 168-169.&#034; id=&#034;nh3-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach dem Mauerfall Anfang November 1989 war den meisten Beteiligten klar, dass die B&#252;ndnisse von gestern nicht mehr die B&#252;ndnisse von morgen sein w&#252;rden, das &#8222;Ende der Geschichte&#8220; und seine genauen Konturen kannte allerdings noch niemand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Herbst 1990 kam es zum Bruch zwischen bin Laden und Saudi-Arabien. Bin Laden wollte das Problem der irakischen Invasion von Kuwait mithilfe des Jihad l&#246;sen, Saudi-Arabien hielt eine amerikanische Intervention f&#252;r die vern&#252;nftigere L&#246;sung, auch Hekmatyar und Sayyaf wollten kein B&#252;ndnis mit den USA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 222-223.&#034; id=&#034;nh3-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mitte 1991 wurde bin Laden vom saudischen Geheimdienst freundlich informiert, dass die USA ihm wom&#246;glich auf den Fersen seien und er zu &#8222;seinem eigenen Wohl&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 231.&#034; id=&#034;nh3-39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; aus Saudi-Arabien verbannt werde. Nach einem Zwischenhalt, je nach Quellen, in Afghanistan oder Pakistan fand er 1992 Unterschlupf im Sudan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 601-602.&#034; id=&#034;nh3-40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, wo 1989 die islamistische Nationale Kongresspartei von Omar al-Bashir durch einen Putsch an die Macht gekommen war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 13. September 1991 einigten sich der amerikanische Staatssekret&#228;r James Baker und der sowjetische Aussenminister Boris Pankin auf eine beidseitige Einstellung der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Rebellen respektive die Regierung der DVPA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 232.&#034; id=&#034;nh3-41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Dezember 1991, kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, zog sich der KGB aus Afghanistan zur&#252;ck und Anfang 1992 wurde wie vereinbart die Hilfe f&#252;r Najibullah eingestellt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 299.&#034; id=&#034;nh3-42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach dem Fall seiner Regierung im April 1992 gibt es nicht mehr viele Gr&#252;nde f&#252;r eine aufgrund der grossen Gefahr und der chaotischen Lage sehr kostspielige amerikanische Pr&#228;senz. Die T&#252;ren der amerikanischen Botschaft waren schon seit 1989 in der Regel geschlossen, Ende 1992 zog dann das gesamte Personal in ruhigere Gefilde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der letzte amerikanische Botschafter in Kabul f&#252;r eine Periode, die neun Jahre dauern sollte, Peter Tomsen, sorgte sich in seinem letzten Memo am 18. Dezember 1992 ziemlich weitsichtig &#252;ber &#8222;die Bem&#252;hungen der islamischen Extremisten, Afghanistan als Basis f&#252;r Training und Ausf&#252;hrung von Terrorismus in der Region und dar&#252;ber hinaus zu benutzen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Steve Coll, op. cit., S. 239.&#034; id=&#034;nh3-43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seine Einsch&#228;tzung der Lage war (zurecht) d&#252;ster, er schrieb einige Wochen sp&#228;ter: &#8222;Amerikanische Beharrlichkeit in der Aufrechterhaltung unserer schon etablierten Stellung in Afghanistan k&#246;nnte betr&#228;chtlich &#8211; auf g&#252;nstige Art und Weise &#8211; zu einem gem&#228;ssigten Ausgang beitragen, das w&#228;re gleichbedeutend mit der Untergrabung der Extremisten, der Aufrechterhaltung einer Freundschaft mit einem strategisch gelegenen, freundlich gesinnten Land, einem Beitrag zur Erf&#252;llung anderer Ziele in Afghanistan und einer breiteren zentralasiatischen Region, z.B. Bet&#228;ubungsmittel, Wiedererlangung der Stinger, Anti-Terrorismus&#8230; Wir setzen uns der Gefahr aus, jene St&#228;rken wegzuwerfen, welche wir uns in den letzten zehn Jahren zu einem betr&#228;chtlichen Preis aufgebaut haben&#8230; Unser Einsatz, wenn auch beschr&#228;nkt, ist wichtig im heutigen geostrategischen Zusammenhang. Die Gefahr ist, dass wir das Interesse verlieren und vorteilhafte Investitionen in Afghanistan aufgeben, was eine Region gef&#228;hrdet, wo wir wenige, aber wertvolle Hebel haben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh3-44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Kassandra h&#228;tte es nicht besser formulieren k&#246;nnen&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nicht detailliert auf den bis 1996 dauernden B&#252;rgerkrieg eingegangen werden, einzig auf jene politische Kraft, welche am Ende davon an die Macht gelangt war: die Taliban. &#8222;Taliban&#8220; ist Paschtunisch f&#252;r &#8222;Studenten&#8220; und verweist auf ihren Ursprung in den Koranschulen der Region Kandahar und der pakistanischen Grenzregion. Im Fr&#252;hling 1994 eroberten sie die erste Ortschaft, das Dorf Spin Boldak an der pakistanischen Grenze. Am 3. November des gleichen Jahres fiel ihnen die zweitgr&#246;sste Stadt Afghanistans, die s&#252;dliche Grossstadt Kandahar in die H&#228;nde, weniger als ein Jahr sp&#228;ter, im September 1995, die drittgr&#246;sste, mehrheitlich nicht-paschtunische Grossstadt Herat im Westen. Schon seit Fr&#252;hling genossen sie die alleinige &#8211; wenn auch etwas misstrauische &#8211; Unterst&#252;tzung des ISI, die Fraktion von Jaladdin Haqqani hatte sich damals ebenfalls den Taliban angeschlossen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 293.&#034; id=&#034;nh3-45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im September 1996 eroberten sie Kabul und proklamierten am 27. das &#8222;Islamische Emirat Afghanistans&#8220;, der Beginn ihrer f&#252;nfj&#228;hrigen Herrschaft &#252;ber das Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst nach einem langen Hin und Her schafften sie es, den Norden des Landes vollst&#228;ndig zu kontrollieren. Die im Mai 1997 begonnene blutige Auseinandersetzung mit den haupts&#228;chlich von Russland und dem Iran unterst&#252;tzten lokalen Machthabern der Metropole des Nordens und viertgr&#246;ssten Stadt Masar-e Sharif kulminierte im August 1998 in der Macht&#252;bernahme der Taliban und einem Massaker Tausender, haupts&#228;chlich schiitischer Zivilisten. Nachdem ihre Regierung schon nach der Eroberung Kabuls von den USA anerkannt worden war, folgten nun Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, auf der zwischenzeitlich im Herbst 1997 erschienen ersten offiziellen amerikanischen Liste ausl&#228;ndischer terroristischer Organisationen sucht man die Taliban oder Al-Qaida vergeblich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd, S. 334, 349 und 351.&#034; id=&#034;nh3-46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz vor dem Fall von Kabul griff bin Laden, der bereits im Mai 1996 nach Afghanistan zur&#252;ckgekehrt war, tief in seine Tasche und &#252;bergab den Taliban drei Millionen Dollar von seinem pers&#246;nlichen Verm&#246;gen zur Unterst&#252;tzung des Angriffs auf Kabul, die Unterst&#252;tzung des ISI verst&#228;rkte sich derweil mit dem Fall der Hauptstadt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 331-332.&#034; id=&#034;nh3-47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach den erfolglosen Attentatsversuchen gegen den &#228;gyptischen Premierminister Atef Sidki 1993 und den Pr&#228;sidenten Hosni Mubarak 1995 geriet die mit bin Laden verbundene &#228;gyptische Gruppe Al-Jihad zunehmend unter Druck, genau wie die Gamaa Islamiya, die ebenfalls Kontakte zu ihm unterhielt, 1992 den Publizisten Faradsch Fauda ermordete und 1997 f&#252;r das Massaker von Luxor verantwortlich war (62 Tote, haupts&#228;chlich Touristen), und damit einhergehend auch das sudanesische Regime, das ihn beherbergte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die R&#252;ckkehr der &#8222;Afghanen&#8220; nach &#196;gypten und Algerien Anfang der 1990er Jahre war gleichbedeutend mit der Einf&#252;hrung ihrer in Afghanistan gelernten Methoden: &#8222;In beiden L&#228;ndern f&#252;hrte die Einnahme Kabuls durch die Mudschahiddin noch im gleichen Jahr [1992] zu einer deutlichen Zunahme der Gewalt. Mehrere hundert algerische und &#228;gyptische &#8218;Afghanen&#8216; waren in ihre Heimat zur&#252;ckgekehrt. Sie hatten in Peschawar den &#8218;salafistischen Dschihadismus&#8216; kennengelernt und sorgten nun mit ihrer internationalen Erfahrung f&#252;r eine Radikalisierung des lokalen Dschihad.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 332.&#034; id=&#034;nh3-48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Andere ausl&#228;ndische Afghanistan-Veteranen trugen den Jihad nach Bosnien, Tschetschenien und Tadschikistan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 356.&#034; id=&#034;nh3-49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, auch der Kaschmir-Konflikt nahm als direkte Folge zunehmend eine jihadistische Wendung auf Seiten Pakistans&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 179-180.&#034; id=&#034;nh3-50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend der ersten Schlacht von Mogadischu, dem amerikanischen Fiasko am 3. und 4. Oktober 1993, waren ebenfalls &#8222;Afghanen&#8220; beteiligt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 377.&#034; id=&#034;nh3-51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;i&gt;Black Hawk Down&lt;/i&gt;, das 1999 erschienene Buch dar&#252;ber vom Journalisten Mark Bowden wurde 2001 von Ridley Scott verfilmt. Nach dem Abschuss von zwei Helikoptern wurden zwei amerikanische Soldaten vom Mob gelyncht, einige konnten gerettet werden, die Operation kostete 18 Soldaten der amerikanischen Koalition (zusammen mit Malaysia und Pakistan) das Leben, mehr als Tausend auf Seiten der Somalischen Nationalen Allianz und der mit ihnen verb&#252;ndeten Jihadisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Truppen der UNO verliessen 1995 das Land und die verschiedenen Fraktionen bekriegten sich weiter. Die 2000 in Nairobi gebildete &#220;bergangsregierung konnte erst im Dezember 2006 mit tatkr&#228;ftiger Unterst&#252;tzung &#196;thiopiens die jihadistische Allianz Union islamischer Gerichte aus Mogadischu vertreiben und eine prek&#228;re Kontrolle &#252;ber die Hauptstadt erlangen. Die gem&#228;ssigten Kr&#228;fte der Allianz gingen ins Exil, eine Fraktion blieb: Al-Shabaab, Arabisch f&#252;r &#8222;die Jugend&#8220;, der vollst&#228;ndige Name ist &#8222;Bewegung der Mudjahedin-Jugend&#8220;. Bereits als unabh&#228;ngige Fraktion innerhalb der Allianz bestehend, wurde sie 2006 von Aden Hashi Ayro neu organisiert, er soll zuvor &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/obituaries/aden-hashi-ayro-militant-islamist-leader-in-somalia-820385.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in einem afghanischen Trainingslager von Al-Qaida ausgebildet worden sein&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Al-Qaida, ein globales Netzwerk f&#252;r den Jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch Afghanistan-Veteranen auf der Suche nach dem verlorenen Jihad alimentierten nicht nur diverse Kriege rund um den Globus, sondern waren auch dabei, Al-Qaida in Form eines globalen jihadistischen Netzwerkes neu zu organisieren, in jener Form also, wie man die Organisation heutzutage im wesentlichen kennt. Am 29. Dezember 1992 kam es in Aden, der ehemaligen Hauptstadt des S&#252;djemens, zu einem gegen das amerikanische Milit&#228;r gerichteten Bombenanschlag. Die Bomben explodierten in zwei Hotels, die bekannt daf&#252;r waren, amerikanisches Milit&#228;rpersonal zu beherbergen, doch er verfehlte sein Ziel, es starben dabei ein Hotelangestellter und ein &#246;sterreichischer Tourist, auch unter den Verletzten waren einzig Hotelangestellte und Touristen. Es ist historisch das erste Attentat von Al-Qaida in ihrer heutigen Form.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autobombe, die am 26. Februar 1993 in einem unterirdischen Parkhaus des World Trade Center in New York explodierte und sechs Opfer forderte, genau wie jene am 13. November 1995 in einem Trainingszentrum des amerikanischen Milit&#228;rs in Riad, welche f&#252;nf Amerikaner und zwei Inder t&#246;tete, werden ihr zugeschrieben, obwohl sie sich nie offiziell dazu bekannte. Erst die parallelen Anschl&#228;ge gegen die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salam mit 224 Toten und mehr als 5&#8216;000 Verletzten am 7. August 1998 konnten die amerikanischen Kriegsstrategen endg&#252;ltig davon &#252;berzeugen, dass f&#252;r die Verb&#252;ndeten von gestern das B&#252;ndnis definitiv Geschichte war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war der Wendepunkt im amerikanischen Verh&#228;ltnis zu den Taliban. Aufgrund der seit Anfang der 1990er Jahre geplanten Trans-Afghanistan-Pipeline hatte die amerikanische &#214;lfirma Unocal 1996 gar ein B&#252;ro in der Taliban-Hochburg Kandahar er&#246;ffnet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 338.&#034; id=&#034;nh3-52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, um die Chancen auf einen lukrativen Vertrag gegen&#252;ber ihrer argentinischen Konkurrentin Bridas zu erh&#246;hen. Der zunehmende feministische Druck hatte schon im Herbst 1997 dazu gef&#252;hrt, dass das Regime der Taliban erstmals von amerikanischer Seite durch Madeleine Albright und Hillary Clinton &#246;ffentlich kritisiert worden war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 362-363.&#034; id=&#034;nh3-53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die CIA begann, &#252;ber eine geheime Operation zur Ergreifung bin Ladens in Afghanistan nachzudenken, verlor das Regime der Taliban Mitte September 1998 die Unterst&#252;tzung Saudi-Arabiens&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 413-415.&#034; id=&#034;nh3-54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Zusammenarbeit mit den pakistanischen und saudischen Partnern im &#8222;Kampf gegen den Terrorismus&#8220; war jedoch prek&#228;r und von Ambivalenzen gepr&#228;gt und trotz dem saudischen Bruch mit den Taliban flossen immer noch Millionen via saudische islamische Hilfsorganisationen in ihre Kassen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 511-513.&#034; id=&#034;nh3-55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Keinem Geheimdienst gelang es, den harten Kern von Al-Qaida zu infiltrieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 513.&#034; id=&#034;nh3-56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und niemand wusste, dass bin Laden seit sp&#228;testens Ende 1999 in Kandahar dabei war, grosse Pl&#228;ne zu schmieden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 485.&#034; id=&#034;nh3-57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Pl&#228;ne wurden am 11. September 2001 umgesetzt, zwei Tage nach der Ermordung Massouds, die Folgen davon sind allseits bekannt. Die im Oktober 2001 begonnene amerikanische Invasion Afghanistans genoss sogar die Unterst&#252;tzung Russlands und ein paar Monate sp&#228;ter war das Regime der Taliban gest&#252;rzt. Die Chefetage landete entweder in Guantanamo oder im pakistanischen Exil, wo die Bewegung als Miliz 2003 wieder neu aufgebaut war. Der pakistanische Geheimdienst ISI hielt all das nicht davon ab, weiterhin &lt;a href=&#034;https://www.aljazeera.com/mritems/Documents/2010/6/13/20106138531279734lse-isi-taliban.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;einen Fuss in der Bewegung zu halten und sich gleichzeitig als treuer Verb&#252;ndeter im &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; darzustellen&lt;/a&gt;. Seitens der USA genoss Afghanistan seit dem Sturz der Taliban nicht mehr die oberste Priorit&#228;t, man war mittlerweile schon mit dem Irak besch&#228;ftigt, eine Invasion, die auch f&#252;r Al-Qaida gleichbedeutend mit dem Beginn eines neuen Kapitels war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Sturz von Saddam Hussein durch die amerikanische Invasion 2003 war der Widerstand gegen die amerikanische Besatzung von Anfang an betr&#228;chtlich. Die von Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi angef&#252;hrte Organisation Jamaat al-Tawhid wal-Jihad (&#8222;Partei f&#252;r den Monotheismus und den Jihad&#8220;) war eine massgebliche Kraft im Guerillakrieg gegen die neuen Machthaber in Bagdad. Im Herbst 2004 schwor er Al-Qaida die Treue und seine Organisation wurde zu ihrer Filiale im Irak, der Name wurde ge&#228;ndert in Tanzim Qaidat al-Jihad fi Bilad al-Rafidayn (&#8222;Basisorganisation des Jihad in Mesopotamien&#8220;), gemeinhin bekannt als Al-Qaida im Irak. Die Gruppe wurde 2007 umbenannt in Islamischer Staat im Irak, 2013 endete das schon immer angespannte Verh&#228;ltnis in einem Bruch und es entstand der Islamische Staat im Irak und der Levante&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe den Text Doc Sportello, &#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; (...)&#034; id=&#034;nh3-58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der 2014 ein globales Kalifat proklamierte und sich von da an, um diesen universellen Anspruch zu unterstreichen, schlichtweg Islamischer Staat nannte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu den Thesen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soviel zur wirklichen historischen Wurzel des IS, kommen wir nun zu den eigentlichen Thesen. Es ist ein marxistischer Gemeinplatz, eine beliebige unangenehme Sache als &#8222;ein Ph&#228;nomen der kapitalistischen Krise&#8220; zu proklamieren und dieser Versuchung erlag auch La Banda Vaga. Die Verbindung zwischen Weltwirtschaftskrise und Aufstieg der Muslimbruderschaft m&#252;sste allerdings schon belegt werden. Wie weiter oben schon angesprochen, muss der Ursprung des Islamismus eher in der Konkurrenz verschiedener Fraktionen der Bourgeoisie im Kampf gegen die britische Kolonialisierung gesucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der 1970er Jahre geht bei La Banda Vaga vergessen, dass die damalige &#214;lkrise f&#252;r &#214;l exportierende L&#228;nder wie den Iran und Saudi-Arabien alles andere als eine Krise war. Wie weiter oben schon erw&#228;hnt, hat sie und die damit beginnende kapitalistische Restrukturierung zweifelsohne mit der Ausbreitung des Islamismus zu tun, doch diese Verbindung sind die daraus folgende ideologische Missionierung Saudi-Arabiens und der beginnende Niedergang der Arbeiterbewegung, der es den Islamisten erst m&#246;glich machte, &#8222;die arme st&#228;dtische Jugend&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gillel Kepel, op. cit., S. 32.&#034; id=&#034;nh3-59&#034;&gt;59&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; zu rekrutieren, nicht ein von La Banda Vaga insinuiertes historisches Gesetz, gem&#228;ss welchem das Kapital bei jeder Krise mechanizistisch eine Dosis Islamismus absondere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Abhandlung &#252;ber den &#8211; im islamistischen Diskurs durchaus pr&#228;senten &#8211; Antisemitismus kann mit einem kurzen Verweis auf Bernard Lewis nicht als erledigt betrachtet werden. Es ist erst einmal sehr erstaunlich, dass eine kommunistische Gruppe auf diesen h&#246;chst kontroversen Autoren verweist. Lewis war zwar zum Anfang seiner Karriere Marxist, aber 1986, als das Buch &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt; erschien, war er schon l&#228;ngst ein etablierter Propagandist der amerikanischen Neokonservativen. Der Verweis auf das antideutsche Dogma des &#8222;europ&#228;ische[n] Exportgut[s] des Antisemitismus&#8220; wird als Erkl&#228;rung weder den jeweiligen historischen Zusammenh&#228;ngen, noch jeglichem materialistischem Anspruch gerecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar Lewis selbst f&#252;hrt einen materialistischen Grund f&#252;r die &#220;bersetzung der ersten Texte an: &#8222;Die christlichen Minderheiten hatten gute Gr&#252;nde, gegen die Juden zu opponieren, denn sie waren ihre sch&#228;rfsten kommerziellen Konkurrenten und es ist bezeichnend, da&#223; Ausbr&#252;che antij&#252;discher Agitation ohne Ausnahme von Boykottaufnahmen begleitet waren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, &#8222;Treibt sie ins Meer!&#8220; Die Geschichte des Antisemitismus, (...)&#034; id=&#034;nh3-60&#034;&gt;60&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nat&#252;rlich wird die Bourgeoisie die &#8222;Schuld an allem Elend&#8220; nicht in den Produktionsverh&#228;ltnissen suchen, sei es nur schon, weil diese ihr alles andere als Elend bringen. Zudem m&#252;ssten diese &#220;bersetzungen wohl auch im Kontext der ersten zionistischen Auswanderungswelle in Richtung osmanisches Pal&#228;stina gesehen werden, sowie der damit einhergehenden, beginnenden Theoretisierung des Zionismus, f&#252;r welche &#8211; zumindest im Falle Herzls &#8211; die Tradition des deutschen Nationalismus eine nicht unbedeutende Inspirationsquelle darstellte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man braucht gar nicht erst auf die Tatsache zu verweisen, dass Lewis Anfang der 2000er Jahre einer der fleissigsten intellektuellen Propagandisten f&#252;r die amerikanische Invasion des Iraks war, auch im zitierten Werk findet man h&#246;chst dubiose Aussagen, die nur mit einem Verweis auf den damaligen geopolitischen Kontext erkl&#228;rt werden k&#246;nnen. So behauptet er z.B., Kurdisch sei keine Sprache, und es gebe keine kurdische Literatur&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 50.&#034; id=&#034;nh3-61&#034;&gt;61&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Erkl&#228;rung f&#252;r diese &#8211; offensichtlich falsche &#8211; Behauptung muss im Kontext der starken Aktivit&#228;t und Propaganda der PKK in den 1980er Jahren und in der Tatsache gesucht werden, dass f&#252;r Lewis die T&#252;rkei &#8211; neben Israel &#8211; den verl&#228;sslichsten Partner des Westens im Nahen Osten darstellte und somit nat&#252;rlich gegen die separatistischen Bestrebungen der Kurden unterst&#252;tzt werden musste. Genau aus dem gleichen Grund wiederholt er auch in diesem Werk seine haneb&#252;chene These, gem&#228;ss welcher es nie einen V&#246;lkermord an den Armeniern gegeben habe, es war schlichtweg &#8222;eine entsetzliche menschliche Trag&#246;die&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 19.&#034; id=&#034;nh3-62&#034;&gt;62&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Berbersprache spricht er ebenfalls Schriftlichkeit und literarische Tradition ab&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 50.&#034; id=&#034;nh3-63&#034;&gt;63&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, das ist nicht minder falsch denn die Verbannung des Kurdischen in die weniger zivilisierten R&#228;nge, auch in diesem Fall ist die implizite Verteidigung der Arabisierungspolitik des damaligen algerischen Pr&#228;sidenten und Freund des Westens Chadli Bendjedid als Reaktion auf den Berberfr&#252;hling 1980 alles andere als ein Zufall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r seinen epischen Widersacher Edward Said ist Lewis einer der Hauptvertreter des Orientalismus, d.h. jener Forschung, die, gem&#228;ss Said, den imperialistischen Interessen des Westens dient, indem sie einen durch den westlichen Intellektuellen konstruierten Orient zu analysieren versucht. Seine Analyse ist massgeblich von Michel Foucault beeinflusst und sie weist die gleichen Grenzen auf, n&#228;mlich den Widerspruch, dass einerseits jeglicher Diskurs als konstruiert gesetzt wird, aber andererseits dem &#8222;orientalistischen Diskurs&#8220; vorgeworfen wird, er spreche nicht vom &#8222;Orient als solche[n]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Said, Orientalismus, Frankfurt a.M., S. Fischer, 2009 [1978], S. 127.&#034; id=&#034;nh3-64&#034;&gt;64&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Said und Lewis f&#252;hrten gewissermassen einen Stellvertreterkrieg zwischen Pal&#228;stina und Israel innerhalb der Mauern der angels&#228;chsischen Akademie, doch ihre kulturalistische Sichtweise hinderte beide daran, die kapitalistische Produktionsweise als solche zu erfassen. Die &#8222;Beherrschung durch Europa&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., S. 160.&#034; id=&#034;nh3-65&#034;&gt;65&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; bei Lewis findet ihr Echo in der &#8222;&lt;i&gt;St&#228;rke&lt;/i&gt; des westlichen kulturellen Diskurses&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Said, op. cit., S. 36.&#034; id=&#034;nh3-66&#034;&gt;66&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; bei Said. Beide verkennen die Erschliessung des Weltmarkts durch das Kapital als materielle Grundlage der vermeintlichen kulturellen &#220;berlegenheit des Westens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau aus diesem Grund ist es problematisch, sich zur Etikettierung des Islamismus als antisemitisch auf Lewis zu berufen. F&#252;r ihn ist der Antisemitismus ein &#8222;Virus&#8220;, der &#8222;in den Blutkreislauf des Islams eingedrungen ist&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., S. 319.&#034; id=&#034;nh3-67&#034;&gt;67&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Kultur also als gesunden, homogenen K&#246;rper, der von Krankheiten bedroht wird, eine Sichtweise, die Kommunisten eigentlich fernliegen sollte. Islamistischer Antisemitismus ist nicht ein &#8222;Exportgut&#8220;, sondern manifestiert sich in den meisten F&#228;llen im Zusammenhang der Unterst&#252;tzung nationalistischer Anspr&#252;che der pal&#228;stinensischen Bourgeoisie. Die islamistische Feindschaft gegen&#252;ber Juden artikuliert sich weder auf einer rassistischen noch auf einer kulturalistischen Grundlage, Juden sind schlicht und einfach Ungl&#228;ubige und werden aus diesem Grund gehasst, genau wie die Christen, sie haben jedoch genau wie diese, zumindest theoretisch, als &lt;i&gt;ahl-ul-kitab&lt;/i&gt;, &#8222;Leute des Buches&#8220;, die M&#246;glichkeit, die Schutzsteuer &lt;i&gt;Jizya&lt;/i&gt; zu bezahlen und unbehelligt im Kalifat zu leben, im Gegensatz z.B. zu den als Ketzern betrachteten Schiiten oder den als Teufelsanbeter betrachteten Jesiden, die in der Hierarchie des IS deutlich tiefer stehen und denen im besten Falle ein Leben als Sklave zugestanden wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende November 2015 erschien in der Nr. 7 der franz&#246;sischsprachigen Zeitschrift des IS &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; gar ein Nachdruck eines Texts des jihadophilen franz&#246;sischen Schriftstellers Marc-&#201;douard Nabe (auch bekannt unter seinem literarischen Pseudonym Alain Zannini), in welchem er die Verschw&#246;rungstheorien Alain Sorals angreift&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l&#8216;ennemi&#8220; in Dar al-Islam, Nr. 7, 30. (...)&#034; id=&#034;nh3-68&#034;&gt;68&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Islamisten glauben gewiss auch, dass Juden in diversen Verschw&#246;rungen engagiert sind (wozu jihadistische Anschl&#228;ge selbstredend nicht z&#228;hlen), aber dieser Glaube ist nicht ein ideologisch &#252;berdeterminierendes Element wie f&#252;r Nazis oder Spezialisten f&#252;r Verschw&#246;rungstheorien wie z.B. Els&#228;sser, Soral oder Meyssan. &#8222;Schuld an allem Elend&#8220; sind f&#252;r Islamisten logischerweise nicht &#8222;die Produktionsverh&#228;ltnisse&#8220;, aber auch nicht &#8222;verborgene Strippenzieher&#8220;, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass die Welt dekadent bleiben wird, solange sie nicht unter der Herrschaft eines globalen und gottgef&#228;lligen Kalifats steht. Konvertiten j&#252;dischen Ursprungs sind beim IS &#252;brigens sowohl &lt;a href=&#034;https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5062641,00.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in der Telegram-Gruppe&lt;/a&gt; als auch &lt;a href=&#034;https://www.timesofisrael.com/2-israeli-jews-converted-to-islam-joined-is-in-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;im Kalifat selbst willkommen&lt;/a&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe auch Farhad Khosrokhavar, Le Nouveau Jihad en Occident, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh3-69&#034;&gt;69&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Thesen 2 und 3 betrifft, sind wir uns hingegen im wesentlichen einig. Leider haben beide einen toten Winkel, denn sie nicht f&#228;hig, zu erkl&#228;ren, weshalb sich die &#8222;arme st&#228;dtische Jugend&#8220; ab den 1970er Jahren den Islamisten anschloss, vorher jedoch nicht. Die Erkl&#228;rung hierf&#252;r ist die beginnende kapitalistische Restrukturierung und der damit einhergehende Niedergang der Arbeiterbewegung, zuvor engagierte sich dieses Segment der Bev&#246;lkerung gr&#246;sstenteils in panarabischen und/oder sozialistischen Bewegungen. Diese Restrukturierung kann gem&#228;ss Th&#233;orie communiste folgendermassen zusammengefasst werden: &#8222;Die Restrukturierung als Niederlage, Ende der 1960er Jahre und w&#228;hrend den 1970er Jahren, dieses auf die Arbeiteridentit&#228;t gegr&#252;ndeten Kampfzyklus hatte als Inhalt die Zerst&#246;rung all dessen, was zu einem Hindernis der Fluidit&#228;t der Selbstvoraussetzung des Kapitals geworden war. Man fand einerseits alle Trennungen, Absicherungen, Vorschriften, welche der Wertminderung der Arbeitskraft entgegen standen, da sie verhinderten, dass die gesamte Arbeiterklasse, weltweit, in der Kontinuit&#228;t ihrer Existenz, ihrer Reproduktion und ihrer Vergr&#246;sserung, sich als solche dem gesamten Kapital stellen musste. Man fand andererseits alle Zw&#228;nge des Kreislaufs, des Umschlags, der Akkumulation, welche die Umwandlung der &#220;berproduktion in Mehrwert und zus&#228;tzliches Kapital verhinderten. Jegliche &#220;berproduktion muss &#252;berall ihren Markt, jeglicher Mehrwert &#252;berall seine M&#246;glichkeit, als zus&#228;tzliches Kapital zu operieren, d.h. die M&#246;glichkeit, sich in Produktionsmittel und Arbeitskraft umzuwandeln, finden k&#246;nnen, ohne dass eine Formalisierung des internationalen Zyklus (Ostblock, Peripherie) diese Umwandlung vorherbestimmt. Das Finanzkapital war der leitende Architekt dieser Restrukturierung. Mit der in den 1980er Jahren vollendeten Restrukturierung fallen die Mehrwertproduktion und die Reproduktion der Produktionsbedingungen desselben zusammen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;.&#034; id=&#034;nh3-70&#034;&gt;70&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Tatsache ist sicherlich eine &#8222;Niederlage der Linken&#8220;, doch sie ist viel mehr als nur das, allen voran hat sie grosse Auswirkungen auf die &#8222;sogenannte Unterentwicklung gro&#223;er Regionen des politischen S&#252;dens&#8220;. Am Ende der zweiten These wird der politische Islam auf einen Taschenspielertrick der herrschenden Klassen in den jeweiligen L&#228;ndern reduziert: &#8222;Nicht zuletzt angesichts dieser strukturellen Desintegration entdeckten viele Staaten des Nahen Ostens den Islam als integrative Kraft, um die gesellschaftlichen Probleme wenn schon nicht zu l&#246;sen, so doch ideologisch zu &#252;berdecken.&#8220; Ideologie ist weit mehr als diskursiver Betrug, &#8222;jede Ideologie [hat] die (sie definierende) Funktion [&#8230;], konkrete Individuen zu Subjekten zu &#8218;konstituieren&#8216;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Louis Althusser, &#8222;Ideologie und ideologische Staatsapparate&#8220; in Ideologie (...)&#034; id=&#034;nh3-71&#034;&gt;71&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die 1973 beginnende &#8222;islamistische Epoche&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 28.&#034; id=&#034;nh3-72&#034;&gt;72&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist auch damit zu erkl&#228;ren, dass kriselnde nationalistische Regime die zunehmend erstarkenden Islamisten als repressive Hilfskraft gegen die Linken benutzten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 92-93.&#034; id=&#034;nh3-73&#034;&gt;73&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die ideologische Neuorientierung der &#228;gyptischen Bourgeoisie auf den Tr&#252;mmern des Nasserismus und der im Werk Kepels umfassend dargestellte Aufstieg des Islamismus in der gesamten islamischen Welt k&#246;nnen nicht auf eine &#8222;Manipulation der Massen&#8220; reduziert werden, sie sind gleichbedeutend mit dem Beginn einer neuen Epoche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese neue Epoche, die von der Banda Vaga diagnostizierte &#8222;Niederlage der Linken&#8220;, ist der Beginn der Restrukturierung, sie beginnt zur gleichen Zeit wie Kepels &#8222;islamistische Epoche&#8220;. Die &#214;lkrise lieferte Saudi-Arabien die n&#246;tigen Ertr&#228;ge und machten ihren Beginn erst m&#246;glich. Die Restrukturierung er&#246;ffnete den Niedergang der Arbeiterbewegung und die industriellen Heilsversprechen diverser nationalistischer Regime wurden nun endg&#252;ltig als Illusion wahrgenommen. Diese Entwicklung wird in These 4 in ihren Grundz&#252;gen zusammengefasst. Auch in Bezug auf das Recycling des anti-imperialistischen Diskurses sind wir uns einig: &#8222;Obwohl er [der Islamismus] ein Produkt einer gescheiterten Modernisierung und des Niedergangs des panarabischen Nationalismus darstellt, f&#252;hrt er das Erbe des panarabischen Antiimperialismus in einer religi&#246;sen Form weiter, die Umma wird als von imperialistischen Ungl&#228;ubigen belagert betrachtet.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-74&#034;&gt;74&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Einzig die &#8222;emanzipatorische Hoffnung&#8220; des Sozialismus gilt es zu relativieren: Als vom Programmatismus getragene Affirmation der Arbeiterklasse ist diese Perspektive obsolet geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In These 5 bezeichnet La Banda Vaga den &#8222;Islamismus&#8220; als &#8222;patriarchales Projekt&#8220;. Es handelt sich jedoch viel eher um eine moderne Form der M&#228;nnerherrschaft. Ein &#8222;Patriarch&#8220; ist ein Stammesf&#252;hrer, der Begriff &#8222;Patriarchat&#8220; kann u.U. eine ad&#228;quate Darstellung der M&#228;nnerherrschaft z.B. in von Taliban beherrschten paschtunischen Stammesgebieten oder von Al-Shabaab kontrollierten D&#246;rfern irgendwo im somalischen Hinterland sein, aber bestimmt nicht bezogen auf den IS und auch nicht auf den Iran, beide sind Produkte der Moderne. Olivier Roy betonte schon 1992 den Unterschied zwischen dem Frauenbild im traditionellen Islam und im Islamismus: &#8222;Die Frauenfrage ist [&#8230;] einer der Punkte des Bruches des Islamismus mit dem traditionellen Fundamentalismus. Die Islamisten halten die Rolle der Frau in der Bildung und der Gesellschaft f&#252;r wesentlich. Sie sehen sie als Person und nicht mehr nur als Instrument zur Befriedigung der sexuellen Begierde und zur Reproduktion.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, op. cit., S. 82.&#034; id=&#034;nh3-75&#034;&gt;75&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Einmal mehr ist der Iran ein denkbar schlechtes Beispiel, um diese These zu belegen. Zwar werden Frauen im Iran in diversen gesellschaftlichen Bereichen diskriminiert, doch die &#246;ffentliche Sph&#228;re ist ihnen nicht vollst&#228;ndig verschlossen wie unter einem eher traditionalistisch gepr&#228;gten islamistischen Regime wie z.B. jenem in Saudi-Arabien oder der Taliban.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gleiche gilt f&#252;r das Regime des IS. Betreffend der Rolle der Frauen beim IS stellt der Soziologe Farhad Khosrokhavar zurecht einen Paradigmenwechsel fest: &#8222;Bevor der IS 2014 auftauchte, engagierten sich sehr wenige Frauen in Europa f&#252;r den Jihad. [&#8230;] Zwischen 2013 und 2015 sieht man einen betr&#228;chtlichen Anstieg der Anzahl im Jihad engagierten Frauen: Sie sind mehr als 500 (10%) von den ungef&#228;hr 5&#8216;000 Personen, die aus westlichen L&#228;ndern nach Syrien gereist sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, op. cit., S. 127.&#034; id=&#034;nh3-76&#034;&gt;76&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Frauen formten im Kalifat eine eigene Brigade der Sittenpolizei, sie k&#228;mpften manchmal an der Front oder ver&#252;bten Anschl&#228;ge, alles T&#228;tigkeiten, die z.B. ein paschtunischer Anh&#228;nger der Taliban als f&#252;r Frauen h&#246;chst unangebracht betrachten w&#252;rde. Vermutlich stimmt die etwas paternalistisch t&#246;nende Bemerkung der Banda Vaga, dass Frauen &#8222;in diesem System also eigentlich nichts zu gewinnen haben&#8220;, nur gibt es auf dieser Welt ohnehin nicht viel zu gewinnen, insbesondere als Frau und noch weniger als proletarische Frau.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#252;rde es stimmen, dass sich diese Frauen, wie es La Banda Vaga behauptet, nur dem IS anschliessen, &#8222;weil sie zumindest psychisch vom Ordnungsversprechen des Islamismus profitieren, das ihnen einen festen Platz in der Weltordnung zuweist und dadurch Orientierung bietet&#8220;, muss die Frage aufgeworfen werden, wieso sich zuvor so wenige Frauen jihadistischen Gruppen anschlossen. Es muss wohl eher davon ausgegangen werden, dass f&#252;r die meisten dieser Frauen das Leben im Kalifat eine emanzipatorische Perspektive im Vergleich zum Leben im konservativen Elternhaus darstellte, auch wenn man diese Tatsache nur z&#228;hneknirschend akzeptieren kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die von La Banda Vaga vorgebrachten psychoanalytischen Erkl&#228;rungsversuche erkl&#228;ren in Wirklichkeit nicht gar viel, der subtil gehaltene Nazivergleich in Form der Anspielung auf Theweleits &#8222;M&#228;nnerphantasie&#8220; noch weniger. Pathologisierung ist keine Erkl&#228;rung. Im Absatz &#252;ber die rekrutierten Frauen glaubt man, zwischen den Zeilen eine Art Bedauern zu erkennen, dass &#8222;wir&#8220; es nicht geschafft haben, sie vorher zu rekrutieren, da es bei &#8222;uns&#8220; vermeintlich viel mehr &#8222;zu gewinnen&#8220; gibt. &#8222;Frauenrechte&#8220; sind, auch &#8222;wenn vorhanden&#8220;, proletarischen Frauen sowieso meistens nicht zug&#228;nglich, genauso wenig die &#246;ffentliche Sph&#228;re, das Netzwerk der RAWA in Afghanistan unter den Taliban beispielsweise wurde einfach noch klandestiner, besonders &#246;ffentlich war es schon zuvor nicht. Die Situation der Frauen unter islamistischen Regimes gr&#252;ndet nicht auf &#8222;M&#228;nnerphantasien&#8220;, sondern ganz klaren &lt;i&gt;ideologischen&lt;/i&gt; Vorgaben im theologischen Kleid (Koran, Hadithe, Scharia und einer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Interpretation davon), und &#8222;M&#228;nnerphantasien&#8220; k&#246;nnen auch bestens unter s&#228;kularen Regimes ausgelebt werden, so war es z.B. in &#196;gypten 2011 der heutige Pr&#228;sident al-Sisi, der sich besonders eifrig f&#252;r &#8222;Jungfr&#228;ulichkeitstests&#8220; an Demonstrantinnen einsetzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der These 6 k&#246;nnte man schwer das Gegenteil behaupten, nur wie h&#228;tte der Arabische Fr&#252;hling sein &#8222;Scheitern&#8220; vermeiden sollen? Einzig eine kommunistische Weltrevolution h&#228;tte uns letztendlich erlaubt, von einem &#8222;erfolgreichen&#8220; Arabischen Fr&#252;hling zu sprechen. Zudem waren die Proteste nicht zuerst &#8222;explizit s&#228;kular bzw. sozial&#8220; und nach ihrem &#8222;Scheitern&#8220; tauchten aus dem Nichts Islamisten auf. In Tunesien gelten Epizentren der Proteste wie Sfax, Kasserine oder Ben Guerdane als islamistische Hochburgen und das war auch vor 2010 schon so. Die Tatsache, dass die Muslimbr&#252;der ihren Mitgliedern in &#196;gypten verbieten mussten, an den Protesten teilzunehmen, deutet darauf hin, dass die Basis wohl ziemlich enthusiastisch daran teilnahm, vermutlich haupts&#228;chlich zur Verteidigung ihrer grundlegendsten Klasseninteressen, im Gegensatz zu radikaleren Islamisten wie z.B. die Anh&#228;nger des IS, die sich wohl eher in einer strategischen Optik der Destabilisierung der Staatsgewalt daran beteiligt haben d&#252;rften. Was Th&#233;orie communiste zum Interklassismus in den Gelbwesten schrieb, kann auch auf den Arabischen Fr&#252;hling angewendet werden: &#8222;Die Frage ist jene des Lebensstandards, der Einkommen. Doch diese Frage bleibt nicht eine wirtschaftliche Frage, sie wird unmittelbar politisch. Die Abgaben, die Steuern, das ist der Staat. In dieser unmittelbaren Verwandlung der Wirtschaft in Politik findet der Interklassismus seine Form, die ihn definiert und st&#228;rkt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Anmerkung zur Bewegung der Gelbwesten&#8220;, November 2018.&#034; id=&#034;nh3-77&#034;&gt;77&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der These 7 bezeichnet La Banda Vaga den &#8222;Islamismus als ein Mittel imperialistischer Machtpolitik&#8220;, was er selbstverst&#228;ndlich sein kann, aber nicht zwingend sein muss. W&#228;hrend im Falle der Al-Qaida durch das B&#252;ro der Taliban in Doha eine lose Verbindung zur &#8222;Staatengemeinschaft&#8220; besteht, kann das vom IS nicht behauptet werden. Trotz punktueller t&#252;rkischer Unterst&#252;tzung, kann nicht von einem &#8222;B&#252;ndnis&#8220; gesprochen werden, wie in einem &#228;lteren Text bereits dargelegt wurde: &#8222;Waffenlieferungen aus der T&#252;rkei treffen freilich ziemlich regelm&#228;ssig in Syrien ein, wie z.B. &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;jene, welche vor ein paar Jahren einen Skandal ausgel&#246;st hatte&lt;/a&gt;. Es ist auch wahrscheinlich, dass der Islamische Staat vom t&#252;rkischen Milit&#228;rapparat als geringeres &#220;bel im Vergleich zur PYD betrachtet wird. Das reicht jedoch nicht, um von einem &#8218;B&#252;ndnis&#8216; zu sprechen, die wirklichen Verb&#252;ndeten der T&#252;rkei sind eher gem&#228;ssigtere islamistische Gruppen wie z.B. der Jabhat Tahrir Suriya.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-78&#034;&gt;78&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das diplomatische Parkett des IS ist die kriminelle Unterwelt und dort werden sehr wohl Beziehungen gepflegt, z.B. &lt;a href=&#034;https://theglobalamericans.org/2017/09/gangs-guns-drugs-islamic-foreign-fighters-security-challenges-trinidad-tobago/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zu als Rekrutierungsagenturen fungierenden islamistischen Strassengangs in Trinidad und Tobago&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/the-mafia-runs-guns-for-isis-in-europe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zur Camorra&lt;/a&gt;. Es d&#252;rfte somit kein Zufall sein, dass &lt;a href=&#034;https://www.ilmattino.it/napoli/cronaca/napoli_sgominata_gang_permessi_soggiorno_soldi_napoli_terroristi_parigi-4510321.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sich die Attent&#228;ter von Paris 2015 ihre gef&#228;lschten Dokumente via Neapel beschafften&lt;/a&gt;. Diese kriminelle Unterwelt ist nat&#252;rlich auch &#8222;in imperialistische Politik und die Dynamiken der Staatenkonkurrenz eingebettet&#8220;, nur ist es nicht immer so einfach, herauszufinden, auf welche pr&#228;zise Art und Weise. Es wird auch immer wieder mal gemutmasst, dass &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/is-the-mafia-saving-italy-from-isis-or-just-profiting-from-them&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;diese &lt;i&gt;pax mafiosa&lt;/i&gt; der Hauptgrund daf&#252;r ist, dass es in Italien noch nie zu einem jihadistischen Anschlag gekommen ist&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der These 8 kommt La Banda Vaga zu folgender Schlussfolgerung: &#8222;Wer deshalb seine Hoffnung im Kampf gegen den Islamismus auf den aufgekl&#228;rten Westen setzt, scheint zumindest unter historischer Kurzsichtigkeit zu leiden.&#8220; Da sind wir nat&#252;rlich gleicher Meinung, das gleiche gilt f&#252;r die Bemerkung in der folgenden These: &#8222;Eine Verharmlosung des Islamismus aus Angst, die antimuslimischen Rassismus im Westen zu st&#228;rken und zu bef&#246;rdern, ist vor diesem Hintergrund ebenso fehl am Platz wie die &#8218;antiimperialistische&#8216; Verkl&#228;rung des Islamismus zu einer antikapitalistischen Bewegung, wie sie zumindest in Teilen der Linken bis heute anzutreffen ist.&#8220; Nicht minder einig sind wir uns in der Verurteilung einer &#8222;Volksfront gegen den Islamismus&#8220;, doch im restrukturierten Kapitalismus sind die Zeiten der Volksfronten sowieso hinter uns. Schade, dass auch hier wieder der implizite Nazivergleich durchschimmert, genau wie in der folgenden Bemerkung: &#8222;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Islamismus schweigen.&#8220; Extremismustheoretische Betrachtungen sollten wir der Bourgeoisie &#252;berlassen, sie sind n&#228;mlich ebenfalls eine &#8222;Aufgabe der eigenen Positionen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass wir in vielen Punkten gleicher Meinung sind. Neben den methodologischen Differenzen verorten sich unsere Meinungsverschiedenheiten allen voran in der Analyse des Antisemitismus, der Rolle des Irans, der Situation der Frauen und allgemeiner auf taxonomischer Ebene. Wie weiter oben betont, tendiert La Banda Vaga dazu, &#196;pfel mit Birnen zu vergleichen und nicht zwischen eher politischen und jihadistischen Auspr&#228;gungen des Islamismus zu unterscheiden, zudem wird der quietistische, unpolitische Teil des Salafismus nicht erw&#228;hnt, obwohl er eigentlich ebenfalls in die Kategorie &#8222;Islamismus&#8220; geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterschiede zwischen dem Iran, den Muslimbr&#252;dern und dem IS sind viel gr&#246;sser, als man es bei der Lekt&#252;re der Thesen erahnen k&#246;nnte, es w&#228;re deshalb wohl auch sinnvoller, diese Ph&#228;nomene getrennt voneinander zu analysieren. Sowohl die Islamische Republik als auch die Muslimbruderschaft sind &#220;berbleibsel der Moderne, der IS hingegen repr&#228;sentiert nicht den &#8222;idealtypischen Islamismus&#8220; (eine materialistische Geschichtsschreibung kennt keine &#8222;Idealtypen&#8220;), sondern schlichtweg jihadistischen Islamismus auf der H&#246;he unserer Zeit, seine Verschmelzung mit der kriminellen Unterwelt als ein Produkt des restrukturierten Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was tun? &#8222;Kommunismus oder Barbarei&#8220;, das ist in der Tat die Alternative. Erst wenn auch der letzte Gold-Dinar kommunisiert sein wird, werden wir keine solchen Texte mehr schreiben m&#252;ssen. Th&#233;orie communiste beschrieb das Verh&#228;ltnis vom Islamismus zur Globalisierung des restrukturierten Kapitalismus folgendermassen: &#8222;Er [der Islamismus als innere Opposition] ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;.&#034; id=&#034;nh3-79&#034;&gt;79&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wer einen Schatten bek&#228;mpfen will, w&#252;rde auch gegen Windm&#252;hlen k&#228;mpfen, die Erfolgsaussichten sind in beiden F&#228;llen gering. Und leider muss man davon ausgehen, dass das Kapital nicht den gleichen Fehler machen wird wie Peter Schlemihl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juni 2019&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Sur la &#171; racine &#187; de l'&#201;tat islamique : une critique des &#171; Th&#232;ses sur l'islamisme &#187; de La Banda Vaga&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;En octobre 2018, La Banda Vaga a publi&#233; ses &lt;a href=&#034;https://kosmoprolet.org/de/thesen-zum-islamismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Th&#232;ses sur l'islamisme &#187;&lt;/a&gt;. Leur constat initial peut tout &#224; fait &#234;tre partag&#233; : &#171; Le flot d'analyses journalistiques et scientifiques n'est plus gu&#232;re g&#233;rable, des analyses mat&#233;rialistes d&#233;centes sont toutefois rares. C'est pour cette raison qu'il nous semble urgemment n&#233;cessaire de d&#233;clencher un d&#233;bat de gauche sur la nature de l'islamisme et la mani&#232;re d'y faire face. &#187; En outre, on ne peut que saluer la caract&#233;risation de l'islamisme comme &#171; un ph&#233;nom&#232;ne moderne &#187;, la r&#233;f&#233;rence &#224; la construction d'un &#171; islam v&#233;ritable &#187; ne constitue &#224; cet &#233;gard qu'une contradiction apparente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On n'a donc pas affaire &#224; une &#171; id&#233;ologie moyen&#226;geuse &#187;, comme on le pr&#233;tend fr&#233;quemment. Tout travail de recherche s&#233;rieux sur le sujet partage g&#233;n&#233;ralement cette d&#233;finition comme le plus petit d&#233;nominateur commun : &#171; La dimension politique de l'islamisme est complexe et en grande partie li&#233;e aux politiques identitaires de ses adeptes. Les id&#233;es islamistes font cependant largement partie d'un modernisme musulman vieux de plus d'un si&#232;cle. L'islamisme a &#233;merg&#233; &#224; la fin du XIXe si&#232;cle avec plusieurs autres mouvements intellectuels dans le monde musulman. Ils &#233;taient essentiellement la r&#233;ponse des &#233;lites intellectuelles au d&#233;clin politique de l'Empire ottoman et au renforcement subs&#233;quent du contr&#244;le colonial des soci&#233;t&#233;s musulmanes par les puissances imp&#233;riales europ&#233;ennes. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Emin Poljarevic, &#171; Islamism &#187; in The Oxford Encyclopedia of Islam and (...)&#034; id=&#034;nh3-80&#034;&gt;80&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ces lignes n'auraient pourtant jamais &#233;t&#233; &#233;crites si ces th&#232;ses n'&#233;taient pas passablement critiquables. Un premier point de critique est la pr&#233;cision d&#233;finitoire manquante : &#171; Un mouvement est en cons&#233;quence seulement islamiste s'il a la pr&#233;tention de cr&#233;er une r&#233;alit&#233; alternative aux rapports existants, de transformer en grande partie les structures sociales, les normes culturelles et la base &#233;conomique de la soci&#233;t&#233; selon les doctrines islamistes. &#187; Un peu pr&#232;s chaque mouvement politique veut &#171; cr&#233;er une r&#233;alit&#233; alternative aux rapports existants &#187; et la transformation des &#171; structures sociales, [d]es normes culturelles et [de] la base &#233;conomique &#187; est tout sauf une description pr&#233;cise de quoi que ce soit. Concernant &#171; les structures sociales &#187; et &#171; les normes culturelles &#187;, la d&#233;finition est tautologique : est islamiste, qui veut que la soci&#233;t&#233; devienne islamiste. Par rapport &#224; &#171; la base &#233;conomique &#187;, on se demande en revanche, ce que cela signifie pour de vrai. Sommes-nous d'accord que &#171; la base &#233;conomique &#187; est la soci&#233;t&#233; capitaliste en tant que totalit&#233; &#224; l'&#233;chelle mondiale ou est-ce que &#171; l'islamisme dans un pays &#187; est-il possible pour La Banda Vaga ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Or, Oxford ne fournit pas de d&#233;finition beaucoup plus pr&#233;cise non plus : &#171; Le terme &#8216;islamisme' repr&#233;sente du moins une forme d'activisme social et politique bas&#233; sur l'id&#233;e que la vie publique et politique devrait &#234;tre guid&#233;e par une s&#233;rie de principes islamiques. En d'autres termes, les islamistes sont ceux qui pensent que l'islam devrait jouer un r&#244;le important dans l'organisation d'une soci&#233;t&#233; &#224; majorit&#233; musulmane et ils essayent de r&#233;pandre cette croyance. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 1.&#034; id=&#034;nh3-81&#034;&gt;81&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cela est largement d&#251; au fait que le terme &#171; islamisme &#187; rassemble sous une &#233;tiquette beaucoup de courants parfois tr&#232;s diff&#233;rents les uns des autres et se pr&#234;te donc tr&#232;s mal &#224; une d&#233;finition pr&#233;cise. C'est le probl&#232;me fondamental des th&#232;ses : sont-elles des th&#232;ses sur l'EI, sur les talibans, sur les Fr&#232;res musulmans, sur l'Iran ou sur tout l'islam marqu&#233; d'une mani&#232;re ou d'une autre par des traditions conservatrices ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'Iran comme bouc &#233;missaire&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour des raisons &#224; peu pr&#232;s inexplicables, l'Iran est mentionn&#233; en premier : &#171; Cette approche dirige notre regard vers l'Iran, pas uniquement, mais en grande partie. Avec sa &#8216;r&#233;volution islamique', ce qui, pour de vrai, veut dire contre-r&#233;volution, l'islamisme monta sur la sc&#232;ne mondiale pour la premi&#232;re fois en tant que force propre. Comme &#8216;produit phare' influent de l'islamisme, il constitue aussi, malgr&#233; toutes les diff&#233;rences (notamment confessionnelles), une racine de la terreur et des tentatives de constitution d'un &#201;tat de la part de l'EI. &#187; Le probl&#232;me ici, c'est que le mod&#232;le &#233;tatique de l'Iran est tout sauf &#171; traditionnellement musulman &#187; : l'Iran est une r&#233;publique avec une constitution, une s&#233;paration des pouvoirs et des &#233;lections plus ou moins d&#233;mocratiques.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Roy a d&#233;j&#224; analys&#233; la situation de mani&#232;re assez pertinente en 1992 dans son ouvrage &lt;i&gt;L'&#201;chec de l'Islam politique&lt;/i&gt; : &#171; Pourquoi &#233;tablir un droit positif alors qu'il y a la &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt; ? L'Iran s'est en effet dot&#233; d'une v&#233;ritable Constitution qui n'est pas de l'ordre du slogan, mais qui organise r&#233;ellement le fonctionnement d'un ensemble d'institutions, sans trop se soucier de leur conformit&#233; avec la &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt; ; de mani&#232;re significative, la l&#233;gitimit&#233; de la Constitution est explicitement fond&#233;e en son article 1 sur la volont&#233; populaire, et non sur la seule &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt;. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Paris, Seuil, 2015 [1992], p. 252.&#034; id=&#034;nh3-82&#034;&gt;82&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dans sa conclusion, il souligne une fois de plus explicitement la modernit&#233; culturelle de l'islamisme chiite compar&#233; &#224; son pendant sunnite : &#171; Les mod&#232;les politiques et m&#234;me culturels &#224; l'&#339;uvre dans la r&#233;volution islamique d'Iran sont modernes par rapport &#224; des r&#233;gimes comme l'Arabie Saoudite, ou m&#234;me par rapport au d&#233;bat qui agite les n&#233;ofondamentalistes sur les vertus que doit avoir le futur &#8216;amir' d'un &#201;tat islamique .&#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 286.&#034; id=&#034;nh3-83&#034;&gt;83&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#171; La contre-r&#233;volution islamique &#187; fut malgr&#233; tout aussi une r&#233;volution bourgeoise, m&#234;me si la bourgeoisie conservatrice et religieuse s'est trouv&#233;e &#224; sa t&#234;te. Il ne faudrait pas oublier qu'une monarchie vieille de plus de deux mille ans a &#233;t&#233; envoy&#233;e dans les poubelles de l'histoire. La d&#233;faite de la composante communiste de l'insurrection contre le chah d&#233;coule du d&#233;but du d&#233;clin du mouvement ouvrier &#224; l'&#233;chelle globale. Si le Tudeh avait pris le pouvoir, les prol&#233;taires iraniens auraient tout simplement &#233;t&#233; envoy&#233;s comme chair &#224; canon en Afghanistan, non pas en Irak, et l'&#201;tat iranien aurait coul&#233; dix ans plus tard avec tout l'empire sovi&#233;tique. Il y avait &#224; tout le moins de la lucidit&#233; dans la tendance autour de Mansoor Hekmat et parmi les communistes kurdes, de toute mani&#232;re en grande partie sceptiques, de se m&#233;fier en soi d'une alliance avec les mollahs. Pour ceci en tout cas, l'histoire leur a donn&#233; raison.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aujourd'hui, T&#233;h&#233;ran et Moscou sont n&#233;anmoins des partenaires tr&#232;s proches. Avec la constitution de l'EI, cela n'a quand m&#234;me pas grand-chose &#224; voir. Tandis qu'&lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/the-mysterious-relationship-between-al-qaida-and-iran/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;il y avait une esp&#232;ce d'armistice avec Al-Qa&#239;da qui existe peut-&#234;tre toujours, qui n'&#233;tait pourtant jamais une v&#233;ritable collaboration, si elle existait, elle &#233;tait davantage fa&#231;onn&#233;e par l'opportunisme et le chantage mutuels&lt;/a&gt;, cela n'a jamais &#233;t&#233; le cas avec l'EI, les troupes iraniennes le combattent activement en Irak, souvent &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/recruited-by-iran-to-fight-for-syrian-regime-young-afghans-bring-home-cash-and-scars/2018/07/29/ecf9e34c-64e0-11e8-81ca-bb14593acaa6_story.html?noredirect=on&amp;utm_term=.ba1253a2995a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#224; l'aide de chair &#224; canon comme les Hazaras d'Afghanistan auxquels on promet la citoyennet&#233; iranienne s'ils devaient vraiment survivre au massacre&lt;/a&gt;. L'histoire r&#233;cente de l'Iran m&#233;riterait son propre texte et ne peut certainement pas &#234;tre consid&#233;r&#233;e comme une &#171; racine &#187; de l'EI, d'autant moins que m&#234;me les rapports avec Al-Qa&#239;da et sa tradition historique sont pleins de contradictions.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'islamisme sunnite&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette racine, il vaut mieux la chercher dans l'histoire de l'islamisme sunnite. De mani&#232;re tr&#232;s sch&#233;matique, on peut diviser sa phase moderne en trois p&#233;riodes. La premi&#232;re commence, comme esquiss&#233; plus haut par Poljarevic, &#224; la fin du XIXe si&#232;cle, c'est celle de sa production th&#233;orique, l'islamisme n'est pas ou gu&#232;re pr&#233;sent sur la sc&#232;ne politique. La Ligue musulmane panindienne, fond&#233;e en 1906, est l'une des premi&#232;res organisations explicitement politiques. Il s'agissait n&#233;anmoins surtout d'un nationalisme alternatif &#224; celui de la majorit&#233; hindoue, la m&#234;me chose est valable pour la Jamaat-e-Islami fond&#233;e en 1941, d'un point de vue historique, ces d&#233;veloppements ont malgr&#233; tout de l'importance, ne serait-ce qu'au sujet de la tradition deobandie qui y est li&#233;e et qui est un point de rep&#232;re id&#233;ologique important pour les talibans. Comme dans le texte de La Banda Vaga, cette tradition sp&#233;cifiquement r&#233;gionale li&#233;e au sous-continent indien est souvent oubli&#233;e, la tradition &#233;gyptienne li&#233;e &#224; Al-Azhar et &#224; la fondation des Fr&#232;res musulmans en 1928 est bien plus connue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;C'est l&#224; le d&#233;but de la p&#233;riode politique, elle est marqu&#233;e par un activisme croissant de la part d'une bourgeoisie qui est en r&#232;gle g&#233;n&#233;rale plus ou moins isol&#233;e politiquement et qui repr&#233;sente d'un point de vue id&#233;ologique une forme alternative de modernisation capitaliste avec une plus grande place pour les traditions religieuses. L'influence des Fr&#232;res musulmans &#233;tait politiquement peu importante, se limitant &#224; la gestion d'institutions scolaires comme par exemple au Qatar d&#232;s les ann&#233;es 1950. Sur le sous-continent indien, les bourgeoisies musulmane et hindoue se livr&#232;rent &#224; une bataille pour leur part de g&#226;teau postcolonial ce qui a eu comme r&#233;sultat l'ind&#233;pendance du Pakistan et ensuite celle du Bangladesh.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Un th&#233;oricien majeur de la tradition &#233;gyptienne &#233;tait Sayyid Qotb, m&#234;me s'il a acquis cette importance en grande partie apr&#232;s sa mort. Il est n&#233; le 9 octobre 1906 dans une famille de propri&#233;taires terriens conservateurs et se joignit aux Fr&#232;res musulmans au d&#233;but des ann&#233;es 1950 apr&#232;s avoir d&#233;j&#224; r&#233;dig&#233; ses premiers &#233;crits th&#233;oriques. Gilles Kepel r&#233;sume ainsi son innovation th&#233;orique particuli&#232;re : &#171; Pour Sayyid Qotb et ses &#233;mules, au contraire, l'histoire moderne des pays musulmans depuis les ind&#233;pendances est d&#233;nu&#233;e de toute valeur exemplaire. Elle est m&#234;me d&#233;valoris&#233;e, stigmatis&#233;e par un terme arabe venu du Coran, &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt;, qui d&#233;signe l'&#233;tat d'ignorance' dans lequel vivaient les Arabes avant la R&#233;v&#233;lation de l'islam au proph&#232;te Mohammed, au d&#233;but du septi&#232;me si&#232;cle de l'&#232;re chr&#233;tienne. Les musulmans de l'&#226;ge des nationalismes ignorent l'islam, selon Qotb, &#224; l'instar des Arabes pa&#239;ens de la &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt; primitive. De m&#234;me que ceux-ci adoraient des idoles de pierre, les contemporains de Qotb v&#233;n&#232;rent, selon lui, les idoles symboliques que sont la nation, le parti, le socialisme, etc. En d&#233;niant ainsi la pr&#233;tention des nationalistes &#224; fonder l'Histoire et en les rejetant dans les t&#233;n&#232;bres d'avant la R&#233;v&#233;lation, Qotb effectue une r&#233;volution culturelle. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme, Paris, Gallimard, (...)&#034; id=&#034;nh3-84&#034;&gt;84&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il est sans doute le premier th&#233;oricien islamiste &#224; avoir th&#233;oris&#233; le &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt; dans une version politique cons&#233;quente et moderne. Le &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt; est la croyance en l'unicit&#233; de Dieu, les premiers mots de la &lt;i&gt;chahada&lt;/i&gt;, la profession de foi repr&#233;sentant le premier pilier de l'islam. Cela ne viendrait &#224; l'id&#233;e &#224; un peu pr&#232;s aucun musulman de l'interpr&#233;ter ainsi, personne ne veut se rendre la vie plus compliqu&#233;e que ce qu'elle l'est d&#233;j&#224;. Qotb a &#233;t&#233; ex&#233;cut&#233; 1966 sous Nasser, mais son h&#233;ritage th&#233;orique, contrairement &#224; ce que l'on aurait pu croire initialement, a eu beaucoup d'impacts. Au nom de ce principe, les talibans ont d&#251; faire sauter deux statues de bouddha pour &#233;viter aux habitants de leur &#233;mirat le &lt;i&gt;shirk&lt;/i&gt;, la chute dans l'idol&#226;trie, la m&#233;cr&#233;ance, le contraire du &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt;. De vieilles statues suscit&#232;rent &#224; l'&#233;poque beaucoup d'indignation, bien plus que la r&#233;pression permanente et syst&#233;matique contre &lt;i&gt;tous les adversaires politiques&lt;/i&gt; et contre &lt;i&gt;presque tout le monde&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;contre les femmes &lt;/i&gt;&lt;i&gt;en particulier&lt;/i&gt;. C'est la base th&#233;orique contre tous les concepts occidentaux de gouvernement, l'objectif est le califat, la domination de l'oumma, il y a seulement des d&#233;saccords sur la mani&#232;re, mais l'enthousiasme pour l'id&#233;e d'une &lt;i&gt;r&#233;publique islamique&lt;/i&gt; dans ces milieux est tr&#232;s limit&#233;, voire inexistant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#171; La victoire du p&#233;tro-islam &#187;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#171; La victoire du p&#233;tro-islam &#187; n'&#233;tait pas iranienne, mais saoudienne. La crise p&#233;troli&#232;re de 1973 permit &#224; l'Arabie saoudite l'ouverture de la bo&#238;te de Pandore : &#171; L'Arabie Saoudite acquiert alors des moyens illimit&#233;s pour mettre en &#339;uvre son ancienne ambition d'h&#233;g&#233;monie sur le sens de l'islam &#224; l'&#233;chelle de l'Oumma, de la Communaut&#233; des Croyants tout enti&#232;re. Durant les ann&#233;es 1960 le dynamisme du nationalisme avait relativis&#233; l'importance politique de la religion. La guerre de 1973 change la donne. La doctrine wahhabite ne jouissait de prestige, en dehors de la p&#233;ninsule, que parmi les milieux rigoristes (ou &#8216;salafistes') qui se r&#233;clamaient d'une mouvance internationale disparate : les Fr&#232;res musulmans arabes y c&#244;toyaient des groupes indiens et pakistanais ainsi que des musulmans n&#233;gro-africains ou asiatiques pass&#233;s par La Mecque et revenus pr&#234;cher &#8216;&#224; l'arabe' dans leur pays pour y purger l'islam des &#8216;superstitions'. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 69-70.&#034; id=&#034;nh3-85&#034;&gt;85&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cela n'a &#233;t&#233; ni pr&#233;vu ni planifi&#233; (peut-&#234;tre esp&#233;r&#233;), mais la conjoncture &#233;tait appropri&#233;e. Or, cette &#171; d&#233;votion moderne &#187; a d&#251; in&#233;vitablement poser la question du pacte saoudo-wahhabite et de la pr&#233;tention saoudienne &#224; la domination t&#244;t ou tard. Cela arriva le 20 novembre 1979, premier jour de l'an 1400 selon le calendrier islamique. Le choix de la date fait allusion &#224; la tradition musulmane du &lt;i&gt;moujaddid&lt;/i&gt;, une croyance se r&#233;f&#233;rant &#224; un hadith, selon lequel &#224; chaque tournant de si&#232;cle appara&#238;t un r&#233;novateur qui purge l'islam d'&#233;l&#233;ments ext&#233;rieurs et lui rend sa puret&#233; initiale. Entre trois cents et six cents combattants arm&#233;s r&#233;ussirent &#224; prendre le contr&#244;le de la Grande Mosqu&#233;e de La Mecque. Ils s'appelaient &lt;i&gt;ichwan&lt;/i&gt;, les fr&#232;res, le nom d'une milice hanbaliste qui avait &#233;t&#233; &#224; l'origine dans les ann&#233;es 1910 et 1920 d'une grande partie des gains territoriaux saoudiens et qui s'&#233;tait ensuite entre 1927 et 1930 r&#233;volt&#233;e sans succ&#232;s contre la dynastie des Saoud. Seulement le 4 d&#233;cembre, suite &#224; des combats violents, plusieurs centaines de morts et de bless&#233;s et la mobilisation de forces sp&#233;ciales pakistanaises et fran&#231;aises, l'arm&#233;e saoudienne a pu regagner le contr&#244;le de la mosqu&#233;e.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il ne faut pas oublier que l'Arabie saoudite est, comme l'a remarqu&#233; avec raison Steve Coll, le seul &#201;tat-nation moderne &#224; avoir &#233;t&#233; cr&#233;&#233; par un jihad&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh3-86&#034;&gt;86&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Le royaume allait donc &#233;galement jouer un r&#244;le central dans le jihad contre les envahisseurs sovi&#233;tiques d'Afghanistan proclam&#233; en 1979. Fin avril 1978, le Parti d&#233;mocratique populaire d'Afghanistan (PDPA) prit le pouvoir &#224; Kaboul par un putsch militaire. Contrairement aux premiers soup&#231;ons en Occident, celui-ci n'avait pas &#233;t&#233; ordonn&#233; par Moscou. Malgr&#233; le fait que le PDPA &#233;tait officiellement le parti de Moscou en Afghanistan, son putsch ne suscita pas beaucoup d'enthousiasme dans le Kremlin : &#171; Plus tard, le chef du PDPA, Taraki, me confiera que les dirigeants afghans avaient eu la possibilit&#233; de pr&#233;venir les Sovi&#233;tiques du coup d'&#201;tat qui se tramait, mais qu'ils &#233;taient abstenus &#224; dessein, car ils craignaient que Moscou ne s'efforce de les dissuader d'entreprendre une r&#233;bellion arm&#233;e, en prenant pr&#233;texte de l'absence de situation r&#233;volutionnaire en Afghanistan. Ces craintes n'&#233;taient pas d&#233;pourvues de fondement. Si l'URSS avait eu vent de leurs intentions, elle leur aurait sans doute conseill&#233; de renoncer &#224; ce projet, car il n'y avait effectivement pas de situation r&#233;volutionnaire dans le pays, d'un point de vue marxiste, et les relations de l'URSS avec l'Afghanistan &#233;taient amicales sous Zaher-Chah et sous Daoud, malgr&#233; le flirt de ce dernier avec l'Occident. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, Balland, 1996, p. (...)&#034; id=&#034;nh3-87&#034;&gt;87&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le PDPA a &#233;t&#233; fond&#233; en 1965 dans la maison de Taraki. Il &#233;tait marqu&#233; d&#232;s le d&#233;part par un foss&#233; entre ville et campagne, incarn&#233; par les deux factions Parcham (&#171; Drapeau &#187;) et Khalq (&#171; Peuple &#187;). Parcham &#233;tait la faction qui avait soutenu Daoud dans son putsch en 1973, c'&#233;tait elle qui jouissait de la confiance de Moscou, l'aile plut&#244;t urbaine du parti, Khalq, la faction rurale, majoritairement pachtoune, n'y avait que peu de cr&#233;dit. Entre 1966 et 1976, la scission &#233;tait totale, la r&#233;unification 1976 permit le putsch de 1978 qui allait rapidement se r&#233;v&#233;ler comme tr&#232;s probl&#233;matique pour tous les participants, Nur Muhammad Taraki, le leader historique de la faction Khalq, &#233;tait assis sur un si&#232;ge &#233;jectable&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 98-108.&#034; id=&#034;nh3-88&#034;&gt;88&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Outre &#171; l'&#233;dification du socialisme &#187;, la liquidation de la faction ennemie &#233;tait tr&#232;s prioritaire : &#171; Ils mirent en &#339;uvre une politique maximaliste de r&#233;forme agraire, d'alphab&#233;tisation et de construction du socialisme &#8211; accompagn&#233;e de milliers d'arrestations et d'ex&#233;cutions &#8211; qui leur ali&#233;na la masse de la population. La faction Khalq, la plus extr&#233;miste, &#233;limina le Parcham, dont les dirigeants se r&#233;fugi&#232;rent &#224; Moscou, dans un processus d'&#233;puration qui toucha jusqu'aux chefs du Khalq m&#234;mes. &#192; partir d'avril 1979, des soul&#232;vements &#233;clat&#232;rent partout, et en d&#233;cembre le parti ne contr&#244;lait plus que les villes [&#8230;]. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 138.&#034; id=&#034;nh3-89&#034;&gt;89&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; En septembre 1979, ce fut le tour &#224; Taraki : son &#171; camarade &#187; Hafizullah Amin le for&#231;a &#224; d&#233;missionner et l'assassina un mois plus tard.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La guerre afghano-sovi&#233;tique&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Avec d'un c&#244;t&#233; la doctrine Brejnev, d&#233;finie en 1968 en guise de justification de l'invasion de la Tch&#233;coslovaquie et postulant l'irr&#233;versibilit&#233; d'une r&#233;volution socialiste, et de l'autre l'obligation du jihad d&#233;fensif en cas d'invasion du &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, la marge de man&#339;uvre pour des n&#233;gociations &#233;tait d&#233;j&#224; limit&#233;e d'un point de vue purement id&#233;ologique, la signification g&#233;ostrat&#233;gique de l'Afghanistan et le contexte de la Guerre froide suffirent donc pour faire &#233;clater le conflit. Selon Akram, la d&#233;cision pour une invasion sovi&#233;tique fut prise le 12 d&#233;cembre 1979 &#224; Moscou&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Assem Akram, op. cit., p. 141. Le 10 selon Rodric Braithwaite, cf. (...)&#034; id=&#034;nh3-90&#034;&gt;90&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Avant tout, les conflits de factions durent &#234;tre r&#233;gl&#233;s &#224; la satisfaction de Moscou. Ainsi, Amin fut &#233;limin&#233; par un commando sovi&#233;tique sp&#233;cial dans le palais pr&#233;sidentiel le 27 d&#233;cembre 1979 et remplac&#233; par Babrak Karmal, le leader de la faction Parcham.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#192; Washington, on &#233;tait bien &#233;videmment d'accord qu'on ne pourrait pas laisser faire Moscou. D&#233;j&#224; quelques jours apr&#232;s l'invasion russe, &lt;a href=&#034;https://sites.temple.edu/immerman/brezenski-memoranda-to-carter-on-soviet-intervention-in-afghanistan/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Brzesinski &#233;tait convaincu d'une chose : enfin, on pourrait se venger aupr&#232;s de l'URSS pour Vietnam&lt;/a&gt;. Le &#171; Vietnam sovi&#233;tique &#187; devenait dans les ann&#233;es suivantes un bon mot r&#233;current dans les cercles diplomatiques pro-occidentaux. Un d&#233;put&#233; de congr&#232;s d&#233;mocrate texan consid&#233;rait l'Afghanistan comme sa mission sp&#233;ciale : Charlie Wilson, un homme d'affaires louche, ami personnel de Somoza, alcoolique et consommateur de coca&#239;ne peu discret&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Si rien d'autre n'est pr&#233;cis&#233;, toutes les informations sur Wilson (...)&#034; id=&#034;nh3-91&#034;&gt;91&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ensemble avec son pote Gust Avrakotos de la CIA, il &#233;tait en train de donner une toute nouvelle qualit&#233; &#224; l'Op&#233;ration Cyclone, lanc&#233;e en &#233;t&#233; 1979 sous la pr&#233;sidence de Carter, sans se soucier plus que tant des coutumes d&#233;mocratiques et de la transparence.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En janvier 1980, Carter donna le feu vert pour l'armement direct des moudjahedines. En r&#233;alit&#233;, le soutien commen&#231;a sans doute d&#233;j&#224; en mai 1979 lorsqu'&lt;a href=&#034;https://nsarchive2.gwu.edu//NSAEBB/NSAEBB57/essay.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;un &#171; officier de la CIA &#187; rencontra Hekmatyar, les premi&#232;res rencontres eurent lieu en avril 1979. Curieusement, on le sait seulement parce que des &#233;tudiants iraniens p&#233;n&#233;tr&#232;rent dans l'ambassade am&#233;ricaine (et dans la britannique aussi), y laiss&#232;rent un bordel consid&#233;rable et pill&#232;rent entre autres les documents de la CIA l'attestant&lt;/a&gt;. Washington et Riyad &#233;taient les principaux responsables pour trouver de l'argent et des armes, le service de renseignement pakistanais ISI &#233;tait charg&#233; de la distribution du mat&#233;riel et du contact avec les insurg&#233;s afghans. Les hommes de liaison principaux entre la CIA et l'ISI &#233;taient Wilson et Avrakotos. D'un point de vue militaire, la souverainet&#233; op&#233;rationnelle sur les flux d'argent et d'armes &#233;tait, une fois arriv&#233;s &#224; Karachi, remise &#224; l'ISI qui s'occupait du transport &#224; Peshawar et l&#224;-bas de la distribution aux moudjahedines afghans. Sept partis islamistes sunnites &#233;taient soutenus, les trois premiers sont g&#233;n&#233;ralement consid&#233;r&#233;s comme &#171; mod&#233;r&#233;s &#187;, les quatre derniers comme &#171; radicaux &#187; :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Mouvement r&#233;volutionnaire islamique et national d'Afghanistan (Harakat-i-Inqilab-i-Islami) : mouvement relativement petit, actif principalement dans le sud et l'est du pays, il s'est d&#233;compos&#233; dans les ann&#233;es 1990, certains ont d&#233;sert&#233; chez les talibans, d'autres ont fond&#233; le Parti national et islamique pour la prosp&#233;rit&#233; d'Afghanistan (Hezb-e Sa'adat-e Melli wa Islami-ye Afghanistan), un parti marginal ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front de lib&#233;ration nationale (Dschebhe e Nedschat e Melli e Afghanistan) : tradition soufie pachtoune et conservatrice, le mouvement s'est en grande partie d&#233;compos&#233;, le leader historique Sibghatullah Mojaddedi s'est retir&#233; quasiment compl&#232;tement de la vie politique apr&#232;s le d&#233;part des Russes, de temps en temps, on le voyait en tant qu'expert et/ou n&#233;gociateur sur la sc&#232;ne politique, il est d&#233;c&#233;d&#233; d&#233;but 2019 ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front islamique national d'Afghanistan (Mahaz-e Milli-ye Islami-ye Afghanistan) : influent surtout dans la province Nangarhar et &#224; Kaboul, surtout une entreprise familiale d'Ahmed Gailani (1932-2017), il soutint &#224; la fin des ann&#233;es 1990 l'Alliance du Nord contre les talibans et 2004 Karzai dans sa campagne pr&#233;sidentielle, est devenu quasiment insignifiant par la suite ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front uni islamique et national pour le salut de l'Afghanistan (Jamiat-e-Islami) : compos&#233; majoritairement de Tadjiks, c'est le seul parti non-pachtoune soutenu par l'ISI &#8211; alli&#233; &#224; l'&#233;poque &#224; Ahmad Shah Massoud, &#171; le lion de Pandjir &#187;, le favori malheureux du MI6 qui a &#233;t&#233; assassin&#233; le 9 septembre 2001 dans un attentat-suicide par deux attaquants pr&#233;tendument journalistes belges &#8211; participant &#224; la fin des ann&#233;es 1990 &#224; l'Alliance du Nord et si&#233;geant dans le parlement afghan aujourd'hui ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Union islamique pour la lib&#233;ration d'Afghanistan (Ittehad-e Islami bara-ye Azadi-ye Afghanistan) : parti pachtoune avec une minorit&#233; tadjike, fort principalement dans la r&#233;gion Paghman &#224; l'ouest de la province de Kaboul, parti d'Abdul Rasul Sayyaf, soup&#231;onn&#233; d'avoir jou&#233; un r&#244;le dans l'assassinat de Massoud, aujourd'hui un politicien relativement c&#233;l&#232;bre dans la province de Kandahar, dans la guerre civile du c&#244;t&#233; des talibans, r&#233;put&#233; d'&#234;tre un adepte d'une brutalit&#233; sans retenue, depuis 2007 un parti de droite marginal dans le parlement afghan bataillant le plus souvent pour obtenir la gr&#226;ce pour des combattants incarc&#233;r&#233;s des talibans ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Parti islamique (&#7716;ezb-i Isl&#257;m&#299;, faction Khalis) : une scission &#171; mod&#233;r&#233;e &#187; du Parti islamique fond&#233; en 1973 par Gulbuddin Hekmatyar, le parti men&#233; par Mohammad Younes Khalis soutenait les talibans dans les ann&#233;es 1990, de ce parti est issu Djal&#226;louddine Haqqani (que Wilson avait &#224; l'&#233;poque appel&#233; une &#171; divinit&#233; personnifi&#233;e &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;George Crile, op. cit., p. 473.&#034; id=&#034;nh3-92&#034;&gt;92&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), d&#233;c&#233;d&#233; en 2018, son r&#233;seau Haqqani, dont son fils est &#224; la t&#234;te depuis 2014, travaille jusqu'&#224; nos jours &#233;troitement avec les talibans ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Parti islamique (&#7716;ezb-i Isl&#257;m&#299;, faction Hekmatyar) : parti islamiste fond&#233; en 1973 et men&#233; par Gulbuddin Hekmatyar, qui peut &#234;tre appel&#233; l'anc&#234;tre du jihadisme afghan et qui &#233;tait le favori secret de l'ISI, la pratique du parti pendant la guerre et la guerre civile qui s'ensuivit &#233;tait marqu&#233;e par une violence excessive, Hekmatyar a litt&#233;ralement m&#233;rit&#233; le surnom &#171; boucher de Kaboul &#187;, le Bureau des services fond&#233; en 1984 par Abdallah Youssouf Azzam, Oussama ben Laden et Ayman al-Zawahiri (analys&#233; plus en d&#233;tail dans la suite du texte) travaillait principalement avec lui, pendant le r&#233;gime des talibans, il &#233;tait en exile en Iran, mais il rejoignit ben Laden d&#232;s 2001, &lt;a href=&#034;https://www.rferl.org/a/islamic-state-afghanistan-hekmatyar/27114317.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;en 2015, il proclama son soutien pour l'EI&lt;/a&gt; et il finit par signer un accord de paix avec le gouvernement afghan le 22 septembre 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il y avait aussi une coalition chiite soutenue par l'Iran et une coalition mao&#239;ste soutenue par la Chine qui se battaient contre l'invasion sovi&#233;tique, mais, &#233;tant donn&#233; les &lt;a href=&#034;http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;deux&lt;/a&gt; &#224; &lt;a href=&#034;http://www.spiegel.de/einestages/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;six&lt;/a&gt; milliards, selon les estimations, investis par la CIA dans le cadre de l'Op&#233;ration Cyclone dans les groupes sunnites, ces deux coalitions sont n&#233;gligeables et seront laiss&#233;es de c&#244;t&#233; ici. Il faudrait pourtant pr&#233;ciser que les mao&#239;stes &#233;taient confront&#233;s sous le PDPA &#224; une r&#233;pression syst&#233;matique et en m&#234;me temps &#224; la m&#233;fiance profonde de leurs &#171; fr&#232;res d'armes &#187; islamistes qui les attaquaient fr&#233;quemment. Le 12 novembre 1986, Faiz Ahmad, le leader de l'Organisation de lib&#233;ration afghane, a &#233;t&#233; assassin&#233; avec six de ses camarades par les sbires de Hekmatyar. Une exception notable du mao&#239;sme afghan dans ce contexte est l'Association r&#233;volutionnaire des femmes d'Afghanistan (RAWA). Fond&#233;e en 1977, elle d&#233;non&#231;a autant le gouvernement du PDPA que l'alliance avec les islamistes et a jusqu'&#224; aujourd'hui le m&#233;rite historique de n'avoir soutenu aucun gouvernement afghan ni aucune invasion &#233;trang&#232;re depuis sa fondation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le d&#233;roulement de la guerre ne sera d&#233;crit ici que dans les grandes lignes. Suivant Akram, on peut distinguer trois phases, &#171; L'installation des troupes &#187; de 1979 &#224; 1982, &#171; La phase la plus intense de la guerre &#187; de 1982 &#224; 1986 et les &#171; Reculs sovi&#233;tiques et [le] retrait &#187; de 1986 &#224; 1989&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Assem Akram, op. cit., p. 173-176.&#034; id=&#034;nh3-93&#034;&gt;93&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il estime que d&#233;j&#224; en 1981-1982, 80 % du territoire &#233;tait contr&#244;l&#233; par les moudjahedines, la nuit, il n'y avait pas la moindre lumi&#232;re afin d'&#233;viter les frappes a&#233;riennes sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 176.&#034; id=&#034;nh3-94&#034;&gt;94&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Le pourcentage est peut-&#234;tre m&#234;me plus &#233;lev&#233; si son estimation se r&#233;f&#232;re au jour, car ils contr&#244;laient les r&#233;gions rurales pendant la nuit sans que ce soit forc&#233;ment le cas le jour&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., S. 164. La m&#234;me chose est valable (...)&#034; id=&#034;nh3-95&#034;&gt;95&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Les d&#233;sertions &#233;taient un r&#233;el probl&#232;me pour l'arm&#233;e afghane, jusqu'&#224; 60 % des soldats auraient rejoint les rangs des moudjahedines&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 136-137.&#034; id=&#034;nh3-96&#034;&gt;96&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Une partie peut-&#234;tre pour des raisons id&#233;ologiques, mais la plupart sans doute plut&#244;t &#224; cause de la mani&#232;re extr&#234;mement cruelle de faire la guerre des deux c&#244;t&#233;s, rejoindre la faction la plus forte dans une telle situation n'est pas forc&#233;ment une question d'affiliation&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New (...)&#034; id=&#034;nh3-97&#034;&gt;97&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hormis quelques voix critiques, majoritairement f&#233;ministes, &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;l'enthousiasme pour les &#171; combattants de la libert&#233; &#187; afghanes &#233;tait unanime dans le paysage m&#233;diatique occidental&lt;/a&gt;. On assistait &#224; un exc&#232;s de z&#232;le orientaliste pour les moudjahedines pieux et barbus, ils &#233;taient d&#233;peints comme des membres de clan innocents et modestes qui, &#233;tant donn&#233; une invasion par &#171; l'Empire du mal &#187;, voulaient seulement d&#233;fendre leurs traditions et leur religion, aid&#233;s &#171; un peu &#187; par les services de renseignement occidentaux. Les journalistes critiques &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;risquaient d'&#234;tre exclus des missions embarqu&#233;es avec les moudjahedines&lt;/a&gt; et de perdre ainsi l'acc&#232;s &#224; quasiment toute information. La couverture de la presse sovi&#233;tique &#233;tait vraisemblablement m&#234;me plus critique et objective, elle est souvent cit&#233;e comme exemple de la politique gorbatch&#233;vienne de la glasnost&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. par exemple Gregory Feifer, op. cit., p. 213.&#034; id=&#034;nh3-98&#034;&gt;98&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Contrairement &#224; d'autres journalistes sovi&#233;tiques stationn&#233;s &#224; Kaboul, Artyom Borovik fut d&#232;s 1987 embarqu&#233; dans diverses troupes sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Sarah E. Mendelson, Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet (...)&#034; id=&#034;nh3-99&#034;&gt;99&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il a r&#233;dig&#233; des articles critiques dans la revue &lt;i&gt;Ogonyok&lt;/i&gt; et il a publi&#233; en 1990 un livre qui parut simultan&#233;ment en anglais et en russe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the (...)&#034; id=&#034;nh3-100&#034;&gt;100&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;D&#233;j&#224; sur la premi&#232;re page, le ton est d&#233;faitiste : &#171; Des hommes fous appel&#232;rent l'Afghanistan &#8216;une &#233;cole du courage'. Et ils &#233;taient suffisamment sages pour ne pas y envoyer leurs fils. Ils parl&#232;rent du &#8216;devoir international', &#8216;de la bataille contre les mercenaires de l'imp&#233;rialisme aux fronti&#232;res m&#233;ridionales de notre patrie', &#8216;du rejet d&#233;termin&#233; de l'agression de la part des r&#233;actionnaires de la r&#233;gion'. Et ainsi de suite. Ils essay&#232;rent de se convaincre eux-m&#234;mes et de convaincre le reste du pays que l'Afghanistan &#8216;transformerait des jeunes immatures en fervents combattants pour notre foi communiste'. Mais, si l'Afghanistan a suscit&#233; la foi chez des gens, ce fut une foi tr&#232;s diff&#233;rente de celle promue par notre propagande. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 1.&#034; id=&#034;nh3-101&#034;&gt;101&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; En outre, il ne cache pas qu'Amin a &#233;t&#233; assassin&#233; par le KGB&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 5.&#034; id=&#034;nh3-102&#034;&gt;102&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, il parle des d&#233;sertions, des armes de service sovi&#233;tiques vendues&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 36.&#034; id=&#034;nh3-103&#034;&gt;103&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et aussi des atrocit&#233;s commises par les soldats sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 258.&#034; id=&#034;nh3-104&#034;&gt;104&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Son r&#233;cit montre aussi que des pi&#232;ges explosifs cr&#233;atifs n'ont pas &#233;t&#233; invent&#233;s par l'EI : &#171; L'incident [la d&#233;couverte d'un thermos dot&#233; d'un pi&#232;ge &#224; feu] m'&#233;tonna de l'&#233;norme inventivit&#233; de ces bandits, de leur imagination riche et in&#233;puisable. &#192; l'int&#233;rieur de chaque fortification &#8211; des bunkers, des casemates, des tranch&#233;es-abris quatre &#233;tages au-dessous du sol &#8211; les soldats trouvent des stylos, des montres, des magn&#233;tophones et d'autres objets pi&#233;g&#233;s. La mort cach&#233;e &#233;tait camoufl&#233;e tellement magistralement que seul un &#339;il exp&#233;riment&#233; peut le voir. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 35-36.&#034; id=&#034;nh3-105&#034;&gt;105&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'h&#233;ro&#239;ne comme boomerang&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Comme &#224; l'&#233;poque au Vietnam, l'h&#233;ro&#239;ne fut encore le carburant de la guerre : &#171; En cons&#233;quence [des flux financiers am&#233;ricains et saoudiens] explose une criminalit&#233; qui parasite l'aide, sur laquelle chacun ferme les yeux tant que les Russes sont en Afghanistan, mais dont les cons&#233;quences d&#233;vastatrices ouvriront la voie &#224; toutes les d&#233;rives &#224; partir de la fin de la d&#233;cennie. Ainsi, des cargaisons d'armes l&#233;g&#232;res en quantit&#233;s &#233;normes, livr&#233;es par la CIA et d&#233;barqu&#233;es au port de Karachi, alimentent le march&#233; local (et feront de cette ville une des plus violentes du monde) avant d'&#234;tre achemin&#233;es par la route vers leurs destinataires officiels. Au retour, les camions seront charg&#233;s d'h&#233;ro&#239;ne extraite de l'opium cultiv&#233; en Afghanistan et dans les &#8216;zones tribales' de la fronti&#232;re pakistanaise, et export&#233; par Karachi. Les convoitises et les profits gigantesques suscit&#233;s par les &#224;-c&#244;t&#233;s criminels de l'aide am&#233;ricaine et arabe &#224; la r&#233;sistance deviendront une pr&#233;occupation majeure des &#201;tats-Unis, puis des &#201;tats arabes apr&#232;s le retrait sovi&#233;tique, lorsque des groupes &#233;chappant &#224; leur contr&#244;le, surarm&#233;s et financ&#233;s par les trafics locaux, propageront le &lt;i&gt;jihad&lt;/i&gt; o&#249; il leur semblera bon sur la plan&#232;te. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 143-144.&#034; id=&#034;nh3-106&#034;&gt;106&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ce trafic de drogue des moudjahedines &#233;tait un secret bien connu, le commandant de l'ISI responsable de la mission l'admet ouvertement dans ces m&#233;moires&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, The Bear Trap. The Defeat of A (...)&#034; id=&#034;nh3-107&#034;&gt;107&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Par cons&#233;quent, le prix de l'h&#233;ro&#239;ne baissa un peu partout en Occident au milieu des ann&#233;es 1980 et les h&#233;ro&#239;nomanes commenc&#232;rent dans la plupart des grandes villes &#224; faire partie du d&#233;cor pendant cette p&#233;riode. Le Croissant d'or rempla&#231;a en m&#234;me temps le Triangle d'or comme origine g&#233;ographique principale de l'h&#233;ro&#239;ne mondialement consomm&#233;e. Aujourd'hui, l'Afghanistan en produit selon les estimations environ 90 %. En 2017, le chiffre d'affaires de la production d'h&#233;ro&#239;ne &lt;a href=&#034;https://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Opium-survey-peace-security-web.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;fut estim&#233; entre 4.1 et 6.6 milliards de dollars, ce qui repr&#233;sente 20 &#224; 32 % du PIB afghan&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.politifact.com/global-news/statements/2017/apr/04/ted-yoho/yoho-afghanistan-poppy-growth-way/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;elle garantit un emploi &#224; approximativement 400'000 Afghans, plus que l'arm&#233;e afghane&lt;/a&gt;. Parall&#232;lement, l'h&#233;ro&#239;nomanie a &#233;galement explos&#233; au sein de la population afghane, ce qui n'est tout sauf &#233;tonnant dans un pays &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2016/06/06/world/asia/afghanistan-kabul-graveyard.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;qui manque de cimeti&#232;res&lt;/a&gt;. &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/de_ch/article/yvea8j/afghanistans-opiumplage&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;L'&#233;picentre du milieu afghan de la drogue est le sous-sol du pont Pul-sokhta &#224; Kaboul&lt;/a&gt;, une concentration massive de mis&#232;re refoul&#233;e.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le flux dans l'autre direction &#233;tait au d&#233;but essentiellement compos&#233; d'armes l&#233;g&#232;res et les exp&#233;diteurs se pr&#233;occupaient d'une certaine discr&#233;tion. Selon Yousuf, seulement des armes provenant du bloc socialiste auraient &#233;t&#233; livr&#233;es au moudjahedines jusqu'en 1985&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, op. cit., p. 83.&#034; id=&#034;nh3-108&#034;&gt;108&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ainsi, ils contr&#244;laient le sol, mais l'arm&#233;e sovi&#233;tique contr&#244;lait le ciel : &#171; La puissance a&#233;rienne &#233;tait certainement le plus grand atout de l'ennemi. Elle n'accorda pas seulement une puissance de feu illimit&#233;e, mais aussi la mobilit&#233;. Utilis&#233;es correctement, ces deux pouvaient &#234;tre combin&#233;es sur le champ de bataille pour vaincre les gu&#233;rillas de mani&#232;re tactique, voire strat&#233;gique. Le probl&#232;me, du point de vue des moudjahedines, n'&#233;tait pas tant qu'ils n'avaient pas de puissance a&#233;rienne propre, mais que leurs moyens de riposte aux avions et h&#233;licopt&#232;res ennemis ont &#233;t&#233; limit&#233;s &#224; quelques SA-7 p&#233;rim&#233;s, tir&#233;s &#224; l'&#233;paule, des missiles surface-air (SAM). &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 59.&#034; id=&#034;nh3-109&#034;&gt;109&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ceci changea en 1986 : le 26 septembre, des miliciens de Hekmatyar test&#232;rent pour la premi&#232;re fois le tout nouveau lance-missile sol-air am&#233;ricain Stinger dans un combat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. George Crile, op. cit., p. 426-427.&#034; id=&#034;nh3-110&#034;&gt;110&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Cela fut-il ou non un tournant dans le cours de la guerre ? Les experts continuent &#224; en d&#233;battre. En tout cas, la d&#233;faite sovi&#233;tique &#233;tait d&#233;sormais scell&#233;e&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 205.&#034; id=&#034;nh3-111&#034;&gt;111&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'un des effets collat&#233;raux inattendus de l'op&#233;ration a &#233;t&#233; le fait que parmi environ 1'000 Stinger fournis, beaucoup finirent &#224; cause de la corruption ou en tant que butin de guerre chez des destinataires impr&#233;vus. Rapidement, l'Iran et la Russie se vant&#232;rent d'en poss&#233;der. &lt;a href=&#034;https://slate.com/news-and-politics/2001/10/stingers-stingers-who-s-got-the-stingers.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Encore en 2001, on se demandait&lt;/a&gt; o&#249; les Stinger pourraient bien &#234;tre. Entre-temps, des groupes jihadistes divers et vari&#233;s autour du globe en poss&#233;daient un, voire plusieurs, et la CIA a investi le double de leur co&#251;t initial, 65 millions de dollars, pour en racheter un maximum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Retrait sovi&#233;tique, prise de pouvoir des talibans et mondialisation du jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#192; l'&#233;poque comme aujourd'hui, les volontaires d'un peu partout dans le monde se joignirent aux moudjahedines, venus dans leur grande majorit&#233; de la p&#233;ninsule arabique et d'autres r&#233;gions islamiques. Tandis que certains jeunes Arabes de bonne famille (bourgeoise, voire royale) se servirent de l'Afghanistan pour passer des vacances aventureuses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Gilles Kepel, op. cit., p. 185.&#034; id=&#034;nh3-112&#034;&gt;112&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, d'autres vinrent avec des intentions plus s&#233;rieuses. Ainsi, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;un certain Abou Moussab al-Zarqaoui se d&#233;pla&#231;a par exemple &#224; la fin des ann&#233;es 1980 en Afghanistan pour se joindre &#224; la faction de Hekmatyar&lt;/a&gt;. Ce fut le d&#233;but d'une longue carri&#232;re jihadiste et il fera beaucoup parler de lui par la suite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afin de s'occuper des volontaires &#233;trangers, le Palestinien Abdallah Azzam, un th&#233;oricien jihadiste d'une certaine importance, fonda en 1984 ensemble avec Oussama ben Laden et Ayman al-Zawahiri le Bureau des services. Ce dernier ouvrit m&#234;me en 1986 son premier bureau am&#233;ricain &#224; Tucson dans l'&#201;tat de l'Arizona pour y recruter au sein de la communaut&#233; arabe pour les moudjahedines&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, op. cit., p. 155.&#034; id=&#034;nh3-113&#034;&gt;113&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam est mort le 24 novembre 1989 et ben Laden a repris le Bureau des services. Il l'a rebaptis&#233; : la base, Al-Qa&#239;da en arabe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 204.&#034; id=&#034;nh3-114&#034;&gt;114&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Personne ne s'en souciait &#224; l'&#233;poque au sein de la CIA car ben Laden &#233;tait consid&#233;r&#233; comme &#171; non anti-am&#233;ricain &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 156.&#034; id=&#034;nh3-115&#034;&gt;115&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le retrait sovi&#233;tique &#233;tait d&#233;j&#224; consid&#233;rablement avanc&#233; &#224; ce moment-l&#224; et la guerre afghano-sovi&#233;tique se transforma peu &#224; peu en guerre civile afghane. D&#233;j&#224; le 4 d&#233;cembre 1987, un retrait sovi&#233;tique ordonn&#233; avait &#233;t&#233; discut&#233; &#224; Washington entre la CIA et le KGB&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 168-169.&#034; id=&#034;nh3-116&#034;&gt;116&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s la chute du mur d&#233;but novembre 1989, tout le monde r&#233;alisa que les alliances d'hier ne seraient plus celles de demain, personne ne connaissait encore la &#171; fin de l'histoire &#187; et ses contours.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En automne 1990, la rupture entre ben Laden et l'Arabie saoudite a eu lieu. Ben Laden aurait pr&#233;f&#233;r&#233; r&#233;soudre le probl&#232;me de l'invasion irakienne du Kowe&#239;t par le biais du jihad, l'Arabie saoudite consid&#233;rait qu'une invasion am&#233;ricaine serait une solution plus judicieuse. Hekmatyar et Sayyaf ne voulaient pas non plus d'alliance avec les &#201;tats-Unis&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 222-223.&#034; id=&#034;nh3-117&#034;&gt;117&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Au milieu de l'ann&#233;e 1991, ben Laden fut gentiment averti par les services secrets saoudiens que les &#201;tats-Unis le traqueraient peut-&#234;tre et qu'il serait banni de l'Arabie saoudite &#171; pour son propre bien &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 231.&#034; id=&#034;nh3-118&#034;&gt;118&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s une escale, selon les sources, en Afghanistan ou en Pakistan, il trouva refuge en 1992 au Soudan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 601-602.&#034; id=&#034;nh3-119&#034;&gt;119&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, o&#249; le Congr&#232;s national islamiste d'Omar el-Bechir avait pris le pouvoir par un putsch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le 13 septembre 1991, le secr&#233;taire d'&#201;tat am&#233;ricain James Baker et le ministre des Affaires &#233;trang&#232;res sovi&#233;tique Boris Pankine se mirent d'accord d'arr&#234;ter conjointement le soutien pour les rebelles respectivement le gouvernement du PDPA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 232.&#034; id=&#034;nh3-120&#034;&gt;120&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. En d&#233;cembre 1991, peu avant l'effondrement de l'Union sovi&#233;tique, le KGB s'est retir&#233; d'Afghanistan et au d&#233;but de 1992, l'aide &#224; Najibullah a &#233;t&#233; arr&#234;t&#233;e comme convenu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 299.&#034; id=&#034;nh3-121&#034;&gt;121&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s la chute du gouvernement de ce dernier, il n'y avait plus beaucoup de raisons de maintenir une pr&#233;sence am&#233;ricaine devenue tr&#232;s co&#251;teuse &#224; cause du grand danger et de la situation chaotique. Les portes de l'ambassade &#233;taient d&#233;j&#224; depuis 1989 g&#233;n&#233;ralement ferm&#233;es, &#224; la fin de 1992, tout le personnel trouva des planques plus tranquilles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dernier ambassadeur &#224; Kaboul durant neuf ans, Peter Tomsen se souciait dans son dernier m&#233;mo du 18 d&#233;cembre 1992 de mani&#232;re assez clairvoyante &#171; des efforts des extr&#233;mistes islamistes afin d'utiliser l'Afghanistan comme une base d'entra&#238;nement et d'ex&#233;cution pour le terrorisme dans la r&#233;gion et au-del&#224; &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Steve Coll, op. cit., p. 239.&#034; id=&#034;nh3-122&#034;&gt;122&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Son &#233;valuation de la situation &#233;tait (l&#233;gitimement) sombre, il &#233;crivit quelques semaines plus tard : &#171; La pers&#233;v&#233;rance am&#233;ricaine dans le maintien de notre position d&#233;j&#224; &#233;tablie en Afghanistan pourrait &#8211; &#224; peu de co&#251;ts &#8211; consid&#233;rablement contribuer &#224; un r&#233;sultat favorable et mod&#233;r&#233; qui permettrait d'&#233;carter les extr&#233;mistes, de maintenir une amiti&#233; avec un pays amical situ&#233; strat&#233;giquement, de nous aider &#224; accomplir nos autres objectifs en Afghanistan et dans la r&#233;gion d'Asie centrale en g&#233;n&#233;ral, par exemple les stup&#233;fiants, la r&#233;cup&#233;ration des Stinger, l'antiterrorisme [&#8230;] On risque de jeter les atouts qu'on a acquis en Afghanistan dans les dix derni&#232;res ann&#233;es, qu'on a pay&#233; cher [&#8230;] Les enjeux dans le contexte g&#233;ostrat&#233;gique actuel sont limit&#233;s, mais importants. Il y a le danger qu'on perde l'int&#233;r&#234;t et qu'on abandonne notre capital investi en Afghanistan ce qui d&#233;stabilise une r&#233;gion o&#249; l'on n'a que quelques leviers pr&#233;cieux. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh3-123&#034;&gt;123&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cassandra n'aurait pas su mieux le formuler&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La guerre civile jusqu'en 1996 ne sera pas trait&#233;e en d&#233;tail dans ce texte, seule la force ayant conquis le pouvoir &#224; la fin sera abord&#233;e : les talibans. &#171; Talibans &#187; signifie &#233;l&#232;ves en pachtoune et fait r&#233;f&#233;rence &#224; leur origine dans les &#233;coles coraniques dans la r&#233;gion de Kandahar et la r&#233;gion frontali&#232;re du Pakistan. Au printemps 1994, ils conquirent le premier village, Spin Boldak, proche de la fronti&#232;re pakistanaise. Le 3 novembre de la m&#234;me ann&#233;e, ce fut le tour &#224; la capitale m&#233;ridionale, Kandahar, deuxi&#232;me ville du pays, moins d'un an plus tard, en septembre 1995, &#224; la m&#233;tropole occidentale H&#233;rat, troisi&#232;me ville du pays et majoritairement non-pachtoune. D&#233;j&#224; depuis le printemps, ils dispos&#232;rent du monopole &#8211; m&#234;me s'il fut un peu m&#233;fiant &#8211; de l'ISI, la faction de Djal&#226;louddine Haqqani se joignit &#233;galement &#224; cette &#233;poque aux talibans&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 293.&#034; id=&#034;nh3-124&#034;&gt;124&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. En septembre 1996, ils conquirent Kaboul et proclam&#232;rent le 27 du m&#234;me mois l'&#171; &#201;mirat islamique d'Afghanistan &#187;, le d&#233;but de leur r&#232;gne quinquennal sur le pays.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seulement suite &#224; de nombreuses batailles, ils r&#233;ussirent &#224; contr&#244;ler compl&#232;tement le nord du pays. L'affrontement sanglant commenc&#233; en mai 1997 avec les notables locaux de la m&#233;tropole du nord et quatri&#232;me ville du pays Mazir-i Sharif, soutenus surtout par la Russie et l'Iran, culmina en ao&#251;t 1998 dans la prise du pouvoir des talibans et un massacre de milliers de civils, principalement chiites. Apr&#232;s avoir d&#233;j&#224; &#233;t&#233; reconnu comme gouvernement l&#233;gitime apr&#232;s la conqu&#234;te de Kaboul par les &#201;tats-Unis, s'ensuivirent le Pakistan, l'Arabie saoudite et les &#201;mirats arabes unis, sur la premi&#232;re liste am&#233;ricaine d'organisations terroristes &#233;trang&#232;res, parue en automne 1997, il n'y a ni les talibans, ni Al-Qa&#239;da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 334, 349 et 351.&#034; id=&#034;nh3-125&#034;&gt;125&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peu avant la chute de Kaboul, ben Laden, d&#233;j&#224; rentr&#233; en Afghanistan en mai 1996, cassa sa tirelire et donna aux talibans trois millions de dollars de sa fortune personnelle en guise de soutien &#224; l'attaque sur Kaboul et par la suite, le soutien de l'ISI se renfor&#231;a avec la chute de la capitale&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 331-332.&#034; id=&#034;nh3-126&#034;&gt;126&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s les tentatives d'attentat infructueuses contre le Premier ministre &#233;gyptien Atif Sedki en 1993 et le Pr&#233;sident Hosni Moubarak en 1995, le groupe Al-Jihad li&#233; &#224; ben Laden &#233;tait de plus en plus sous pression, tout autant qu'Al-Gamaa al-Islamiya, qui avait &#233;galement des contacts avec lui, assassina le journaliste Faraj Fouda en 1992 et fut responsable pour le massacre de Louxor (soixante-deux morts, en grande majorit&#233; des touristes), et enfin le r&#233;gime soudanais qui avait h&#233;berg&#233; ben Laden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le retour des &#171; Afghans &#187; en &#201;gypte et en Alg&#233;rie au d&#233;but des ann&#233;es 1990 allait de pair avec l'introduction de leurs m&#233;thodes apprises en Afghanistan : &#171; Cette acc&#233;l&#233;ration de la violence, concomitante dans les deux pays, se produisit l'ann&#233;e de la chute de Kaboul aux mains des &lt;i&gt;moujahidines&lt;/i&gt;. Plusieurs centaines d'&#8216;Afghans' alg&#233;riens comme &#233;gyptiens &#233;taient rentr&#233;s chez eux. Form&#233;s au moule du &#8216;salafisme jihadisme' &#224; Peshawar, ils contribueraient &#224; radicaliser le &lt;i&gt;jihad&lt;/i&gt; local en y transposant leur exp&#233;rience internationale. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 275.&#034; id=&#034;nh3-127&#034;&gt;127&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; D'autres v&#233;t&#233;rans afghans &#233;trangers ont port&#233; le jihad en Bosnie, en Tch&#233;tch&#233;nie et au Tadjikistan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 295.&#034; id=&#034;nh3-128&#034;&gt;128&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, pour la m&#234;me raison, le conflit au Cachemire aussi a pris un tournant de plus en plus jihadiste du c&#244;t&#233; pakistanais&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 142-143.&#034; id=&#034;nh3-129&#034;&gt;129&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pendant la premi&#232;re bataille de Mogadiscio, le fiasco am&#233;ricain du 3 et 4 octobre 1993, il y avait aussi des &#171; Afghans &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 377.&#034; id=&#034;nh3-130&#034;&gt;130&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;i&gt;Black Hawk Down&lt;/i&gt;, le livre sur l'&#233;v&#233;nement par le journaliste Mark Bowden, paru en 1999, fut adapt&#233; au cin&#233;ma en 2001 par Ridley Scott. Suite &#224; deux h&#233;licopt&#232;res descendus, deux soldats am&#233;ricains furent lynch&#233;s par la pl&#232;be, certains ont pu &#234;tre sauv&#233;s. L'op&#233;ration a co&#251;t&#233; la vie &#224; dix-huit soldats de la coalition am&#233;ricaine (ensemble avec la Malaisie et le Pakistan) et &#224; plus d'un millier du c&#244;t&#233; de l'Alliance nationale somalienne et des jihadistes alli&#233;s &#224; eux.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les troupes de l'ONU ont quitt&#233; le pays en 1995 et les diff&#233;rentes factions continu&#232;rent &#224; se battre. En d&#233;cembre 2006 seulement, le gouvernement de transition constitu&#233; en 2000 &#224; Nairobi a pu chasser l'alliance jihadiste Union des tribunaux islamiques de Mogadiscio et obtenir un contr&#244;le pr&#233;caire sur la capitale. Les &#233;l&#233;ments mod&#233;r&#233;s de l'alliance se sont exil&#233;s, une faction est rest&#233;e : Al-Shabab, terme arabe signifiant &#171; la jeunesse &#187;, le nom complet est &#171; Mouvement des jeunes moudjahedines &#187;. Existant d&#233;j&#224; en tant que faction ind&#233;pendante au sein de l'alliance, elle a &#233;t&#233; r&#233;organis&#233;e par Aden Hashi Ayro en 2006, il aurait auparavant &#233;t&#233; form&#233; &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/obituaries/aden-hashi-ayro-militant-islamist-leader-in-somalia-820385.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans un camp d'entra&#238;nement afghan par Al-Qa&#239;da&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Al-Qa&#239;da, un r&#233;seau mondial pour le jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les v&#233;t&#233;rans d'Afghanistan &#224; la recherche du jihad perdu n'aliment&#232;rent cependant pas que des guerres partout autour du globe, ils &#233;taient aussi en train d'organiser Al-Qa&#239;da en tant que r&#233;seau jihadiste mondial. La forme donc, dans laquelle on conna&#238;t commun&#233;ment l'organisation aujourd'hui. Le 29 d&#233;cembre 1992, il y eut &#224; Aden, l'ancienne capitale du Y&#233;men du Sud, une attaque &#224; la bombe contre l'arm&#233;e am&#233;ricaine. Les bombes explos&#232;rent dans deux h&#244;tels connus pour h&#233;berger du personnel militaire am&#233;ricain. L'attaque n'atteignit pourtant pas sa cible, deux employ&#233;s d'h&#244;tel et un touriste autrichien sont morts, aussi parmi les bless&#233;s, il n'y eut que des employ&#233;s d'h&#244;tel et des touristes. Ce fut historiquement le premier attentat d'Al-Qa&#239;da dans sa forme contemporaine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La voiture pi&#233;g&#233;e ayant explos&#233; dans un parking souterrain du World Trade Center &#224; New York le 26 f&#233;vrier 1993, tout comme celle dans un centre d'entra&#238;nement de l'arm&#233;e am&#233;ricaine &#224; Riyad, ayant co&#251;t&#233; la vie &#224; cinq Am&#233;ricains et deux Indiens, lui sont attribu&#233;es, m&#234;me s'il n'a jamais officiellement revendiqu&#233; ces attentats. Les attaques parall&#232;les contre les ambassades &#224; Nairobi et Dar es Salam avec deux cent vingt-quatre morts et plus de cinq mille bless&#233;s le 7 ao&#251;t 1998 ont fini par convaincre les strat&#232;ges de guerre am&#233;ricains que pour les alli&#233;s d'hier, l'alliance &#233;tait d&#233;finitivement obsol&#232;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ce fut le tournant dans la relation am&#233;ricaine avec les talibans. En lien avec le gazoduc TAPI, planifi&#233; depuis le d&#233;but des ann&#233;es 1990, l'entreprise p&#233;troli&#232;re am&#233;ricaine Unocal avait m&#234;me ouvert un bureau &#224; Kandahar, le bastion des talibans, en 1996&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, op. cit., p. 338.&#034; id=&#034;nh3-131&#034;&gt;131&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, afin d'augmenter les chances de d&#233;crocher un contrat lucratif face &#224; sa concurrente argentine Bridas. La pression f&#233;ministe croissante avait d&#233;j&#224; en automne 1997 comme effet une premi&#232;re critique am&#233;ricaine publique du r&#233;gime des talibans de la part de Madeleine Albright et de Hillary Clinton&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 362-363.&#034; id=&#034;nh3-132&#034;&gt;132&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alors que la CIA commen&#231;ait &#224; r&#233;fl&#233;chir sur une op&#233;ration secr&#232;te pour capturer ben Laden en Afghanistan, le r&#233;gime des talibans perdit le soutien saoudien &#224; la mi-septembre 1998&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 413-415.&#034; id=&#034;nh3-133&#034;&gt;133&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. La collaboration avec les partenaires pakistanais et saoudien dans la &#171; lutte contre le terrorisme &#187; &#233;tait pourtant pr&#233;caire et ambigu&#235;. Malgr&#233; la rupture saoudienne avec les talibans, des millions &#224; travers les organisations de charit&#233; islamiques continuaient &#224; alimenter leurs caisses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 511-513.&#034; id=&#034;nh3-134&#034;&gt;134&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aucun service de renseignement ne r&#233;ussissait &#224; infiltrer le noyau dur d'Al-Qa&#239;da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 513.&#034; id=&#034;nh3-135&#034;&gt;135&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et personne ne savait que ben Laden fusse en train de pr&#233;parer des projets importants &#224; Kandahar depuis au moins fin 1999&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 485.&#034; id=&#034;nh3-136&#034;&gt;136&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ces projets, dont les r&#233;percussions sont bien connues, furent r&#233;alis&#233;s le 11 septembre 2001, deux jours apr&#232;s l'assassinat de Massoud. L'invasion am&#233;ricaine d'Afghanistan, entam&#233;e en octobre 2001, avait m&#234;me le soutien russe et quelques mois plus tard, le r&#233;gime taliban fut renvers&#233;. Les dirigeants finirent soit &#224; Guantanamo, soit dans l'exile pakistanais o&#249; le mouvement fut r&#233;tabli comme milice en 2003. Cela n'emp&#234;cha pas le service secret pakistanais ISI &lt;a href=&#034;https://www.aljazeera.com/mritems/Documents/2010/6/13/20106138531279734lse-isi-taliban.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;de garder un pied dedans tout en pr&#233;tendant &#234;tre un alli&#233; fiable dans la &#171; guerre contre la terreur &#187;&lt;/a&gt;. Du c&#244;t&#233; des &#201;tats-Unis, l'Afghanistan n'&#233;tait plus la priorit&#233; depuis la chute des talibans, l'Irak &#233;tait d&#233;j&#224; &#224; l'ordre du jour, une invasion qui ouvrit aussi un nouveau chapitre pour Al-Qa&#239;da.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Apr&#232;s le renversement de Saddam Hussein par l'invasion am&#233;ricaine en 2003, la r&#233;sistance contre l'occupation am&#233;ricaine &#233;tait consid&#233;rable d&#232;s le d&#233;part. L'organisation Jama'at al-Tawhid wal-Jihad (&#171; Parti pour le monoth&#233;isme et le jihad &#187;), men&#233;e par Abou Moussab al-Zarqaoui, &#233;tait une force centrale dans la gu&#233;rilla contre le nouveau pouvoir &#224; Bagdad. En automne 2004, il a pr&#234;t&#233; all&#233;geance &#224; Al-Qa&#239;da et son organisation est devenue sa succursale en Irak. Le nom fut chang&#233; en Tanzim al-Qa&#239;dat al-Jihad fi Bilad al-Rafidayn (&#171; Organisation de base du jihad en M&#233;sopotamie &#187;), commun&#233;ment appel&#233;e Al-Qa&#239;da en Irak. Le groupe devint en 2007 l'&#201;tat islamique en Irak. En 2013, le rapport toujours tendu finit par se rompre et l'&#201;tat islamique en Irak et au Levant a &#233;t&#233; cr&#233;&#233;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Doc Sportello, &#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une (...)&#034; id=&#034;nh3-137&#034;&gt;137&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ce dernier a proclam&#233; un califat mondial en 2014 et s'est appel&#233; d&#233;sormais, pour souligner cette pr&#233;tention universelle, simplement &#201;tat islamique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sur les th&#232;ses&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ceci sur la v&#233;ritable racine historique de l'EI, abordons maintenant les th&#232;ses. C'est un lieu commun dans les d&#233;bats marxistes de d&#233;finir une chose d&#233;sagr&#233;able quelconque comme &#171; un ph&#233;nom&#232;ne de la crise capitaliste &#187; et La Banda Vaga a c&#233;d&#233; &#224; cette tentation. Le lien entre la crise &#233;conomique globale et la mont&#233;e des Fr&#232;res musulmans devrait toutefois &#234;tre prouv&#233;. Comme mentionn&#233; ci-dessus, l'essor de l'islamisme est plut&#244;t li&#233; &#224; la concurrence de diff&#233;rentes factions bourgeoises dans la lutte contre la colonisation britannique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant les ann&#233;es 1970, La Banda Vaga oublie que la crise p&#233;troli&#232;re n'en fut pas une pour les pays exportant du p&#233;trole comme l'Iran et l'Arabie saoudite. Comme d&#233;j&#224; mentionn&#233; plus haut, cette crise et ainsi le d&#233;but de la restructuration sont certainement li&#233;s &#224; l'expansion de l'islamisme, mais ce lien consiste en la propagation saoudienne de l'id&#233;ologie et en le d&#233;but du d&#233;clin du mouvement ouvrier qui a enfin permis aux islamistes de recruter &#171; la jeunesse urbaine pauvre &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 15.&#034; id=&#034;nh3-138&#034;&gt;138&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et non pas &#224; une loi historique insinu&#233;e par La Banda Vaga selon laquelle le capital s&#233;cr&#233;terait m&#233;caniquement une dose d'islamisme lors de chaque crise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ainsi, l'expos&#233; sur l'antis&#233;mitisme &#8211; qui est bien s&#251;r pr&#233;sent dans le discours islamiste &#8211; ne peut &#234;tre consid&#233;r&#233; comme r&#233;solu par une allusion h&#226;tive &#224; Bernard Lewis. Tout d'abord, il est tr&#232;s &#233;tonnant qu'un groupe communiste se r&#233;f&#232;re &#224; cet auteur hautement controvers&#233;. Tout en ayant &#233;t&#233; marxiste au d&#233;but de sa carri&#232;re, il &#233;tait en 1986, quand le livre &lt;i&gt;S&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&#233;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;mites &lt;/i&gt;&lt;i&gt;et&lt;/i&gt;&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;i&gt;a&lt;/i&gt;&lt;i&gt;ntis&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&#233;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;mites&lt;/i&gt; a paru, un propagandiste &#233;tabli des n&#233;oconservateurs am&#233;ricains. L'allusion au dogme antideutsch de l'&#171; antis&#233;mitisme en tant qu'article d'exportation europ&#233;en &#187; ne sert d'explication ni &#224; l'&#233;gard des contextes historiques, ni d'un point de vue d'une approche mat&#233;rialiste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#234;me Lewis lui-m&#234;me avance une raison mat&#233;rialiste pour la traduction des premiers textes : &#171; Les minorit&#233;s chr&#233;tiennes avaient de bonnes raisons de s'opposer aux Juifs, leurs concurrents directs sur le plan &#233;conomique ; d'ailleurs, les manifestations antijuives s'accompagnaient invariablement d'appels au boycott. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, S&#233;mites et antis&#233;mites, Paris, Fayard, 1987 [1986], p. 167.&#034; id=&#034;nh3-139&#034;&gt;139&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bien s&#251;r, la bourgeoisie ne cherchera pas la &#171; faute &#224; toute la mis&#232;re &#187; dans les rapports de production, ne serait-ce que parce que ceux-ci lui apportent tout sauf la mis&#232;re. En outre, ces traductions doivent sans doute aussi &#234;tre vues dans le contexte de la premi&#232;re vague d'&#233;migration sioniste en direction de la Palestine ottomane, ainsi que dans celui de la th&#233;orisation du sionisme qui l'accompagne et commence avec elle, celle-ci est &#8211; dans le cas notamment de Herzl &#8211; tr&#232;s inspir&#233;e par le nationalisme allemand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il n'y a m&#234;me pas besoin de mentionner que Lewis &#233;tait au d&#233;but des ann&#233;es 2000 l'un des propagandistes les plus z&#233;l&#233;s pour l'invasion am&#233;ricaine de l'Irak. Dans l'ouvrage cit&#233;, on trouve tout autant des propos extr&#234;mement douteux qui ne peuvent &#234;tre expliqu&#233;s que par le contexte g&#233;opolitique de l'&#233;poque. Ainsi, il pr&#233;tend par exemple que le kurde ne serait pas une langue et qu'il n'y aurait pas de litt&#233;rature kurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 56. Les traductrices ont d&#251; &#233;prouver une certaine g&#234;ne face (...)&#034; id=&#034;nh3-140&#034;&gt;140&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'explication pour cette affirmation &#8211; &#233;videmment fausse &#8211; doit &#234;tre cherch&#233;e dans le contexte d'une activit&#233; et d'une propagande fortes de la part du PKK dans les ann&#233;es 1980 et dans le fait que pour Lewis, la Turquie &#233;tait &#8211; &#224; c&#244;t&#233; d'Isra&#235;l &#8211; le partenaire le plus fiable de l'Occident dans le Moyen-Orient et qu'elle devait donc &#234;tre soutenue contre les vell&#233;it&#233;s ind&#233;pendantistes des Kurdes. Pour la m&#234;me raison, il r&#233;p&#232;te dans cet ouvrage sa th&#232;se inou&#239;e qu'il n'y aurait jamais eu de g&#233;nocide commis &#224; l'&#233;gard des Arm&#233;niens, ce furent tout simplement des &#171; souffrances [&#8230;] terribles &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 21.&#034; id=&#034;nh3-141&#034;&gt;141&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &#192; la langue berb&#232;re, il d&#233;nie aussi toute scripturalit&#233; et tradition litt&#233;raire&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 56.&#034; id=&#034;nh3-142&#034;&gt;142&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ce qui n'est pas moins erron&#233; que la rel&#233;gation du kurde dans les sph&#232;res moins civilis&#233;es. Dans ce cas aussi, la d&#233;fense implicite de la politique d'arabisation du pr&#233;sident alg&#233;rien de l'&#233;poque et ami de l'Occident Chadli Bendjedid en guise de r&#233;action au Printemps berb&#232;re en 1980 est tout sauf une co&#239;ncidence.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour son adversaire &#233;pique Edward Sa&#239;d, Lewis est l'un des repr&#233;sentants principaux de l'orientalisme, c'est-&#224;-dire la recherche qui, selon Sa&#239;d, sert aux int&#233;r&#234;ts imp&#233;rialistes occidentaux en tentant d'analyser un Orient construit par l'intellectuel occidental. Son analyse est consid&#233;rablement influenc&#233;e par Michel Foucault et elle montre les m&#234;mes limites, tout discours est pos&#233; comme construit tout en reprochant au &#171; discours orientaliste &#187; qu'il ne parlerait pas de l'&#171; Orient r&#233;el &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Sa&#239;d, L'Orientalisme. L'Orient cr&#233;e par l'Occident, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh3-143&#034;&gt;143&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sa&#239;d et Lewis se men&#232;rent d'une certaine mani&#232;re une guerre de procuration entre la Palestine et Isra&#235;l entre les murs de l'acad&#233;mie anglosaxonne, mais leur point de vue culturaliste emp&#234;chait les deux de saisir le mode de production capitaliste en tant que tel. L'&#171; h&#233;g&#233;monie [europ&#233;enne] &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., p. 170.&#034; id=&#034;nh3-144&#034;&gt;144&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; chez Lewis trouve son &#233;cho dans &#171; la force du discours culturel occidental &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Sa&#239;d, op. cit., p. 38.&#034; id=&#034;nh3-145&#034;&gt;145&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; chez Sa&#239;d. Les deux m&#233;connaissent l'exploration du march&#233; mondial par le capital en tant que base mat&#233;rielle de la pr&#233;tendue sup&#233;riorit&#233; culturelle de l'Occident.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour cette raison pr&#233;cis&#233;ment, il est probl&#233;matique d'avoir recours &#224; Lewis pour &#233;tiqueter l'islamisme comme antis&#233;mite. Pour lui, l'antis&#233;mitisme est un &#171; virus &#187; qui &#171; [s'est] r&#233;pandu dans ses veines [de l'islam] &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., p. 339.&#034; id=&#034;nh3-146&#034;&gt;146&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, la culture, donc, en tant que corps sain et homog&#232;ne, menac&#233; par des maladies, un point de vue qui, en principe, ne devrait pas &#234;tre celui des communistes. L'antis&#233;mitisme islamiste n'est pas un &#171; article d'exportation &#187;, mais se manifeste dans la plupart des cas dans le contexte du soutien des vell&#233;it&#233;s nationalistes de la bourgeoisie palestinienne. L'hostilit&#233; islamiste envers les Juifs ne s'articule ni sur une base raciste, ni sur une base culturaliste, les Juifs sont tout simplement des m&#233;cr&#233;ants et sont ha&#239;s pour cette raison-l&#224;, tout comme les chr&#233;tiens, ils ont pourtant, comme ceux-ci, du moins th&#233;oriquement, en tant qu'&lt;i&gt;ahl-ul-kitab&lt;/i&gt;, &#171; gens du livre &#187;, la possibilit&#233; de payer la taxe de protection &lt;i&gt;jizya&lt;/i&gt; et de vivre de mani&#232;re indemne dans le califat, contrairement par exemple aux chiites consid&#233;r&#233;s comme des h&#233;r&#233;tiques ou aux Y&#233;zidis consid&#233;r&#233;s comme des adorateurs du diable, plac&#233;s bien plus bas dans la hi&#233;rarchie de l'EI et auxquels on accorde dans le meilleur des cas une vie en tant qu'esclaves.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fin novembre 2015, une reproduction d'un texte de l'&#233;crivain fran&#231;ais jihadophile Marc-&#201;douard Nabe (connu aussi sous son pseudonyme litt&#233;raire Alain Zannini) parut m&#234;me dans la revue francophone de l'EI &lt;i&gt;Dar al-Islam.&lt;/i&gt; Il y attaque les th&#233;ories complotistes d'Alain Soral&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. &#171; L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l'ennemi &#187; in Dar al-Islam, n&#176; 7, (...)&#034; id=&#034;nh3-147&#034;&gt;147&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Les islamistes croient certainement aussi que des Juifs sont engag&#233;s dans de complots divers et vari&#233;s (dont les attaques jihadistes ne font bien &#233;videmment pas partie), mais cette croyance n'est pas un &#233;l&#233;ment surd&#233;terminant comme pour des nazis ou des sp&#233;cialistes des th&#233;ories complotistes comme Els&#228;sser, Soral ou Meyssan. Pour les islamistes, ce ne sont logiquement pas &#171; les rapports de production &#187; qui sont &#171; responsables de toute la mis&#232;re &#187;, mais ce ne sont pas des &#171; manipulateurs cach&#233;s &#187; non plus, simplement le fait que le monde restera d&#233;cadent tant qu'il ne sera pas r&#233;gi par un califat mondial et pieux. Les convertis d'origine juive sont d'ailleurs bienvenus chez l'EI, autant &lt;a href=&#034;https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5062641,00.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans le groupe Telegram&lt;/a&gt; que &lt;a href=&#034;https://www.timesofisrael.com/2-israeli-jews-converted-to-islam-joined-is-in-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans le califat m&#234;me&lt;/a&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. aussi Farhad Khosrokhavar, Le Nouveau Jihad en Occident, Paris, Robert (...)&#034; id=&#034;nh3-148&#034;&gt;148&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant les th&#232;ses 2 et 3, on est en revanche largement d'accord. Les deux ont malheureusement un angle mort, car elles ne sont pas capables d'expliquer pourquoi la &#171; jeunesse urbaine pauvre &#187; s'est tourn&#233;e vers l'islamisme &#224; partir des ann&#233;es 1970, mais pas avant. L'explication pour cela est le d&#233;but de la restructuration capitaliste et le d&#233;clin du mouvement ouvrier qui l'accompagne. Avant, ce segment de la population s'engageait majoritairement dans des mouvements panarabistes et/ou socialistes. La restructuration peut, selon Th&#233;orie communiste, &#234;tre r&#233;sum&#233; de mani&#232;re suivante : &#171; La restructuration comme d&#233;faite, &#224; la fin des ann&#233;es 1960 et durant les ann&#233;es 1970, de tout ce cycle de luttes fond&#233; sur l'identit&#233; ouvri&#232;re a eu pour contenu la destruction de tout ce qui &#233;tait devenu une entrave &#224; la fluidit&#233; de l'autopr&#233;supposition du capital. On trouvait d'une part toutes les s&#233;parations, protections, sp&#233;cifications qui se dressaient face &#224; la baisse de la valeur de la force de travail, en ce qu'elles emp&#234;chaient que toute la classe ouvri&#232;re, mondialement, dans la continuit&#233; de son existence, de sa reproduction et de son &#233;largissement, doive faire face en tant que telle &#224; tout le capital. On trouvait d'autre part toutes les contraintes de la circulation, de la rotation, de l'accumulation, qui entravaient la transformation du surproduit en plus-value et capital additionnel. N'importe quel surproduit doit pouvoir trouver n'importe o&#249; son march&#233;, n'importe quelle plus-value doit pouvoir trouver n'importe o&#249; la possibilit&#233; d'op&#233;rer comme capital additionnel, c'est-&#224;-dire se transformer en moyens de production et force de travail, sans qu'une formalisation du cycle international (pays de l'Est, p&#233;riph&#233;rie) ne pr&#233;d&#233;termine cette transformation. Le capital financier a &#233;t&#233; le ma&#238;tre d'&#339;uvre de cette restructuration. Avec la restructuration achev&#233;e dans les ann&#233;es 1980, la production de plus-value et la reproduction des conditions de cette production co&#239;ncident. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; C'est au pr&#233;sent que nous parlons de la communisation &#187;.&#034; id=&#034;nh3-149&#034;&gt;149&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ce fait est certainement une &#171; d&#233;faite de la gauche &#187;, mais il est bien plus que cela, il a avant tout des r&#233;percussions importantes sur le &#171; soi-disant sous-d&#233;veloppement de vastes r&#233;gions du Sud politique &#187;. &#192; la fin de la deuxi&#232;me th&#232;se, l'islam politique est r&#233;duit &#224; un tour de passe-passe des classes dominantes dans les pays respectives : &#171; Face &#224; cette d&#233;sint&#233;gration structurelle notamment, beaucoup d'&#201;tats du Proche-Orient d&#233;couvrent l'islam en tant que force int&#233;gratrice pour couvrir les probl&#232;mes sociaux de mani&#232;re id&#233;ologique &#224; d&#233;faut de les r&#233;soudre. &#187; L'id&#233;ologie est bien plus que de l'escroquerie discursive, &#171; toute id&#233;ologie a comme fonction (qui la d&#233;finit) de &#8216;constituer' des individus concrets en sujets &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Louis Althusser, &#171; Id&#233;ologie et appareils id&#233;ologiques d'&#201;tat &#187; in (...)&#034; id=&#034;nh3-150&#034;&gt;150&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'&#171; &#232;re islamiste &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 11.&#034; id=&#034;nh3-151&#034;&gt;151&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, qui commen&#231;a en 1973, s'explique aussi par le fait que des r&#233;gimes nationalistes en crise utilis&#232;rent les islamistes en train de monter en puissance comme force r&#233;pressive auxiliaire contre la gauche&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 67-68.&#034; id=&#034;nh3-152&#034;&gt;152&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. La r&#233;orientation id&#233;ologique sur les d&#233;combres du nass&#233;risme et la mont&#233;e en puissance de l'islamisme dans tout le monde musulman, d&#233;crites de mani&#232;re d&#233;taill&#233;e dans l'ouvrage de Kepel, ne peuvent pas &#234;tre r&#233;duites &#224; une &#171; manipulation des masses &#187;, elles inaugurent une nouvelle &#232;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette nouvelle &#232;re, cette &#171; d&#233;faite de la gauche &#187;, diagnostiqu&#233;e par La Banda Vaga, est le d&#233;but de la restructuration qui co&#239;ncide avec celui de l'&#171; &#232;re islamiste &#187; de Kepel. La crise p&#233;troli&#232;re fournit les revenus n&#233;cessaires &#224; l'Arabie saoudite et la rendit possible. La restructuration ouvrit le d&#233;clin du mouvement ouvrier et les promesses de salut industriel des r&#233;gimes nationalistes divers et vari&#233;s &#233;taient maintenant d&#233;finitivement per&#231;ues comme des illusions. Ce d&#233;veloppement est r&#233;sum&#233; dans la th&#232;se 4. Concernant le recyclage du discours anti-imp&#233;rialiste, on est &#233;galement d'accord : &#171; Produit d'une modernisation rat&#233;e et du d&#233;clin du nationalisme panarabe, il [l'islamisme] r&#233;cup&#232;re pourtant l'anti-imp&#233;rialisme de ce dernier dans une forme religieuse, l'oumma consid&#233;r&#233;e comme assi&#233;g&#233;e par les imp&#233;rialistes m&#233;cr&#233;ants. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-153&#034;&gt;153&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Mais l'&#171; espoir &#233;mancipateur &#187; du socialisme est &#224; relativiser : en tant qu'affirmation de la classe ouvri&#232;re port&#233;e par le programmatisme, une telle perspective est devenue obsol&#232;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 5, La Banda Vaga d&#233;crit l'&#171; islamisme &#187; comme un &#171; projet patriarcal &#187;. Or, il s'agit plut&#244;t d'une forme moderne de domination masculine. Un &#171; patriarche &#187; est un chef de tribu. La notion de &#171; patriarcat &#187; peut &#233;ventuellement &#234;tre une description ad&#233;quate pour la domination masculine dans les zones tribales pachtounes contr&#244;l&#233;es par les talibans ou des villages contr&#244;l&#233;s par Al-Shabab dans l'arri&#232;re-pays somalien, mais certainement pas concernant l'EI et l'Iran non plus, les deux sont des produits de la modernit&#233;. Olivier Roy souligna d&#233;j&#224; en 1992 la diff&#233;rence entre l'image de la femme dans l'islam traditionnel et dans l'islamisme : &#171; La question de la femme [&#8230;] est un des points de rupture de l'islamisme avec le fondamentalisme traditionaliste. Les islamistes tiennent le r&#244;le de la femme pour essentiel dans l'&#233;ducation et la soci&#233;t&#233;. Ils voient en elle une personne et non plus seulement un instrument de jouissance ou de reproduction. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, op. cit., p. 82.&#034; id=&#034;nh3-154&#034;&gt;154&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Une fois de plus, l'Iran est un tr&#232;s mauvais exemple pour documenter cette th&#232;se. M&#234;me si les femmes en Iran sont discrimin&#233;es dans plusieurs domaines sociaux, elles ne sont pas exclues compl&#232;tement de la sph&#232;re publique comme dans des r&#233;gimes islamistes plus traditionalistes, par exemple en Arabie saoudite ou sous les talibans.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La m&#234;me chose est valable pour le r&#233;gime de l'EI. Concernant le r&#244;le des femmes dans l'EI, le sociologue Farhad Khosrokhavar constate &#224; juste titre un changement de paradigme : &#171; Avant l'av&#232;nement de Daesh en 2014, les femmes impliqu&#233;es dans le jihad en Europe &#233;taient fort peu nombreuses. [&#8230;] De 2013 &#224; 2015, on assiste &#224; un accroissement significatif du nombre de femmes impliqu&#233;es dans le jihadisme : elles sont plus de 500 (10%) sur les quelque 5'000 personnes ayant quitt&#233; les pays occidentaux pour la Syrie. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, op. cit., p. 127.&#034; id=&#034;nh3-155&#034;&gt;155&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Des femmes form&#232;rent dans le califat une brigade sp&#233;cifique de la police des m&#339;urs, elles se battirent parfois au front ou commirent des attentats, des activit&#233;s que, disons, un partisan pachtoune des talibans trouverait extr&#234;mement inadapt&#233;es pour des femmes. La remarque quelque peu paternaliste de La Banda Vaga que les femmes &#171; n'ont somme toute rien &#224; gagner dans ce syst&#232;me &#187; est sans doute vraie, il n'y a pourtant pas grand-chose &#224; gagner dans ce monde de toute mani&#232;re, encore moins en tant que femme, voire en tant que femme prol&#233;taire.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Si c'&#233;tait vrai que ces femmes, comme le pr&#233;tend La Banda Vaga, ne se joignaient &#224; l'EI que parce qu'&#171; elles profitent &#224; tout le moins psychiquement de la promesse d'ordre de l'islamisme qui leur donne une place fixe dans l'ordre du monde et ainsi de l'orientation &#187;, il faut se demander pourquoi tellement peu de femmes s'&#233;taient jointes aux groupes jihadistes avant. Il est plus probable que la vie dans le califat repr&#233;sent&#226;t pour la plupart de ces femmes une perspective &#233;mancipatrice compar&#233;e &#224; celle chez des parents conservateurs, m&#234;me si un tel fait ne peut &#234;tre admis qu'&#224; contrec&#339;ur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les tentatives d'explication psychanalytiques avanc&#233;es par La Banda Vaga n'expliquent en r&#233;alit&#233; pas grand-chose, la comparaison subtile avec le nazisme dans l'allusion aux &#171; fantasm&#226;lgories &#187; de Theweleit encore moins. La pathologisation n'est pas une explication. Dans le paragraphe sur les femmes recrues, on croit apercevoir entre les lignes une sorte de regret que &#171; nous &#187; n'ayons pas r&#233;ussi &#224; les recruter avant car il y aurait chez &#171; nous &#187; pr&#233;tendument bien plus &#171; &#224; gagner &#187;. Les &#171; droits des femmes &#187; ne sont, m&#234;me s'ils sont &#171; en place &#187;, pas accessibles aux femmes prol&#233;taires dans la plupart des cas, tout comme la sph&#232;re publique. Le r&#233;seau de la RAWA en Afghanistan sous les talibans est par exemple simplement devenu plus clandestin, il n'&#233;tait d&#233;j&#224; pas particuli&#232;rement public auparavant. La situation des femmes dans des r&#233;gimes islamistes n'est pas bas&#233;e sur des &#171; fantasm&#226;lgories &#187;, mais des directives &lt;i&gt;id&#233;ologiques&lt;/i&gt; dans des habits th&#233;ologiques (coran, hadiths, charia, interpr&#233;t&#233;s d'une &lt;i&gt;certaine&lt;/i&gt; mani&#232;re), et les &#171; fantasm&#226;lgories &#187; peuvent aussi tr&#232;s bien se r&#233;aliser dans des r&#233;gimes la&#239;cs. Ainsi, ce fut par exemple en &#201;gypte en 2011 le pr&#233;sident actuel al-Sisi qui revendiqua avec beaucoup de z&#232;le la mise en place de &#171; tests de virginit&#233; &#187; pour les manifestantes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant la th&#232;se 6, on pourrait difficilement affirmer le contraire, mais comment le Printemps arabe aurait-il d&#251; &#233;viter son &#171; &#233;chec &#187; ? Seule une r&#233;volution communiste mondiale nous aurait enfin permis de parler d'un Printemps arabe &#171; couronn&#233; de succ&#232;s &#187;. En outre, les contestations n'&#233;taient pas d'abord &#171; explicitement la&#239;ques respectivement sociales &#187; et apr&#232;s leur &#171; &#233;chec &#187;, les islamistes auraient surgi de nulle part. En Tunisie, des &#233;picentres des contestations comme Sfax, Kasserine ou Ben Guerdane sont consid&#233;r&#233;s comme des bastions islamistes et cela avait d&#233;j&#224; &#233;t&#233; le cas avant 2010. Le fait que les Fr&#232;res musulmans durent interdire &#224; leurs membres en &#201;gypte de participer aux contestations indique que la base y participait sans doute avec beaucoup d'enthousiasme, on peut supposer qu'ils le firent plut&#244;t pour d&#233;fendre leurs int&#233;r&#234;ts de classe &#233;l&#233;mentaires, par opposition &#224; des islamistes plus radicaux, comme les partisans de l'EI, qui y particip&#232;rent probablement davantage dans une optique de d&#233;stabilisation du pouvoir d'&#201;tat. Ce que Th&#233;orie communiste &#233;crit sur l'interclassisme des Gilets jaunes est aussi valable pour le Printemps arabe : &#171; La question est celle du niveau de vie, des revenus. Mais cette question ne demeure pas une question &#233;conomique, elle devient imm&#233;diatement politique. Les taxes, les imp&#244;ts, c'est L'&#201;tat. C'est dans cette imm&#233;diate mutation de l'&#233;conomie en politique que l'interclassisme trouve sa forme qui le d&#233;finit et le conforte. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; Note sur le mouvement des gilets jaunes &#187;, novembre 2018.&#034; id=&#034;nh3-156&#034;&gt;156&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 7, La Banda Vaga d&#233;crit l'&#171; islamisme comme un moyen d'une politique de force imp&#233;rialiste &#187;, ce qu'il peut &#234;tre, bien &#233;videmment, sans l'&#234;tre n&#233;cessairement dans tous les cas. Tandis que dans le cas d'Al-Qa&#239;da, il existe un lien vague avec la &#171; communaut&#233; d'&#201;tats &#187; &#224; travers le bureau des talibans &#224; Doha, on ne pourrait pas dire la m&#234;me chose de l'EI. Malgr&#233; un soutien turc ponctuel, on ne peut pas parler d'une &#171; alliance &#187;, comme d&#233;j&#224; &#233;voqu&#233; dans un texte plus ancien : &#171; Certes, des convois d'armes depuis la Turquie arrivent sans aucun doute tr&#232;s r&#233;guli&#232;rement en Syrie, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;comme celui qui avait caus&#233; un scandale il y a quelques ann&#233;es&lt;/a&gt;. Il est probable que l'&#201;tat islamique soit vu par l'appareil militaire turc comme un moindre mal compar&#233; au PYD. Cela ne suffit toutefois pas pour parler d'une &#8216;alliance', les v&#233;ritables alli&#233;s de la Turquie sont plut&#244;t des groupes islamistes plus mod&#233;r&#233;s comme le Jabhat Tahrir Souriya. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-157&#034;&gt;157&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le parquet diplomatique de l'EI est la p&#232;gre criminelle et il y entretient bel et bien des relations, par exemple &lt;a href=&#034;https://theglobalamericans.org/2017/09/gangs-guns-drugs-islamic-foreign-fighters-security-challenges-trinidad-tobago/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avec des gangs de rue islamistes &#224; Trinit&#233;-et-Tobago servant d'agences de recrutement&lt;/a&gt; ou &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/the-mafia-runs-guns-for-isis-in-europe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avec la Camorra&lt;/a&gt;. Il n'y a, donc, probablement point de co&#239;ncidence dans le fait que les attaquants de Paris en 2015 &lt;a href=&#034;https://www.ilmattino.it/napoli/cronaca/napoli_sgominata_gang_permessi_soggiorno_soldi_napoli_terroristi_parigi-4510321.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;se fussent procur&#233; leurs faux documents via Naples&lt;/a&gt;. Cette p&#232;gre criminelle fait bien s&#251;r aussi partie &#171; de la politique imp&#233;rialiste et des dynamiques de concurrence entre &#201;tats &#187;, mais il n'est pas toujours facile de savoir de quelle mani&#232;re pr&#233;cise. On suppose aussi fr&#233;quemment que &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/is-the-mafia-saving-italy-from-isis-or-just-profiting-from-them&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;cette &lt;i&gt;pax mafiosa&lt;/i&gt; est la raison principale pourquoi il n'y a jamais eu d'attaque jihadiste en Italie&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 8, La Banda Vaga arrive &#224; la conclusion suivante : &#171; Qui mise son espoir dans la lutte contre l'islamisme sur l'Occident &#233;clair&#233;, semble souffrir dans le meilleur des cas de myopie historique. &#187; On partage bien s&#251;r cet avis, comme celui exprim&#233; dans la th&#232;se suivante : &#171; Une minimisation de l'islamisme par peur de renforcer et de promouvoir le racisme antimusulman en Occident est dans ce contexte tout aussi inappropri&#233;e que la transfiguration &#8216;anti-imp&#233;rialiste' de l'islamisme en mouvement anticapitaliste comme on peut la rencontrer ne serait-ce que dans une partie de la gauche jusqu'&#224; aujourd'hui. &#187; On est tout aussi d'accord concernant la condamnation d'un &#171; front populaire contre l'islamisme &#187;, mais dans le capitalisme restructur&#233;, l'&#232;re des fronts populaires est derri&#232;re nous de toute mani&#232;re. C'est dommage que la comparaison avec le nazisme apparaisse de nouveau en filigrane, tout comme dans la remarque suivante : &#171; Qui ne veut pas entendre parler du capitalisme devrait aussi se taire sur l'islamisme. &#187; Il faudrait laisser les consid&#233;rations puisant dans la th&#233;orie de l'extr&#233;misme &#224; la bourgeoisie, car elles sont aussi un &#171; abandon de nos propres positions &#187;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En r&#233;sum&#233;, on peut dire qu'on est d'accord sur un certain nombre de points. En outre des diff&#233;rences m&#233;thodologiques, nous sommes en d&#233;saccord sur l'analyse de l'antis&#233;mitisme, du r&#244;le de l'Iran, de la situation des femmes et, plus g&#233;n&#233;ralement, sur le plan taxonomique. Comme soulign&#233; plus haut, La Banda Vaga a tendance &#224; comparer des pommes avec des poires et &#224; ne pas distinguer entre des orientations plut&#244;t politiques ou jihadistes de l'islamisme. En plus, le salafisme qui&#233;tiste, apolitique, faisant aussi partie de la cat&#233;gorie &#171; islamisme &#187;, n'est m&#234;me pas mentionn&#233;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les diff&#233;rences entre l'Iran, les Fr&#232;res musulmans et l'EI sont beaucoup plus grandes que l'on pourrait le croire lors de la lecture des th&#232;ses, il serait donc plus raisonnable d'analyser ces ph&#233;nom&#232;nes de mani&#232;re s&#233;par&#233;e. Autant la R&#233;publique islamique que les Fr&#232;res musulmans sont des reliquats de la modernit&#233;. Et l'EI ne repr&#233;sente pas le &#171; type id&#233;al d'islamisme &#187; (une historiographie mat&#233;rialiste ne conna&#238;t pas de &#171; type id&#233;al &#187;), simplement un islamisme jihadiste &#224; la hauteur de son &#233;poque, se fondant dans la p&#232;gre criminelle en tant que produit du capitalisme restructur&#233;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Que faire ? &#171; Le communisme ou la barbarie &#187;, c'est effectivement l'alternative. Seulement quand le dernier dinar-or aura &#233;t&#233; communis&#233;, on n'aura plus besoin d'&#233;crire ce genre de textes. Voici comment Th&#233;orie communiste d&#233;crit le rapport de l'islamisme &#224; la mondialisation : &#171; Elle [l'opposition islamiste] n'est pas sa contradiction mais son ombre. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie communiste, (...)&#034; id=&#034;nh3-158&#034;&gt;158&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Qui veut se battre contre un ombre, se battrait aussi contre des moulins &#224; vent, les deux combats sont peu prometteurs. Et malheureusement, il faut partir du principe que le capital ne fera pas la m&#234;me erreur que Peter Schlemihl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juin 2019&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Emin Poljarevic, &#034;Islamism&#034; in &lt;i&gt;The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics. Oxford Islamic Studies Online&lt;/i&gt;, 2015, S. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2015 [1992], S. 252.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 286.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2004 [2000], S. 42. Bedauernswert ist die ungenaue &#220;bersetzung in dieser Passage. Gem&#228;ss der franz&#246;sischen Version &#8222;wollte er&#8220; nicht nur &#8222;eine kulturelle Revolution ansto&#223;en&#8220;, sondern hat eine Kulturrevolution ausgel&#246;st (die Anspielung auf die chinesische Kulturrevolution ist, dar&#252;ber hinaus, aus der Feder des ehemaligen Trotzkisten Kepel ziemlich sicher gewollt), siehe Gilles Kepel, &lt;i&gt;Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2000, S. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 94-95.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, S. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, S. 119. Siehe insbesondere das Unterkapitel &#8222;Le coup d&#8216;&#201;tat communiste vu par Moscou&#8220;, S. 118-120, die &#220;bersetzung eines Auszugs der Memoiren des damaligen sowjetischen Vize-Aussenministers Georgi Kornienko.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 98-108.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 174.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 141. Am 10. gem&#228;ss Rodric Braithwaite, siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, London, Profile Books, 2011, S. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Falls nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Wilson aus George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, 2003. Das Buch ist 2007 sogar mit Tom Hanks in der Rolle von Wilson, Julia Roberts in jener von Joanne Hering und Philip Seymour Hoffman in jener von Gust Avrakotos verfilmt worden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 473.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 173-176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 164. Das gleiche gilt &lt;a href=&#034;https://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/resource-documents/12269.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;heute in vielen Regionen in Bezug auf die Taliban&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 136-137.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, S. 201.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. ebd., S. 213.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Sarah E. Mendelson, &lt;i&gt;Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet Withdrawal from Afghanistan&lt;/i&gt;, Princeton, Princeton University Press, 1998, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, London/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990]. Der Titel der russischen Ausgabe lautet &lt;i&gt;&#1040;&#1092;&#1075;&#1072;&#1085;&#1080;&#1089;&#1090;&#1072;&#1085;. &#1045;&#1097;&#1105; &#1088;&#1072;&#1079; &#1087;&#1088;&#1086; &#1074;&#1086;&#1081;&#1085;&#1091;&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. ebd., S. 258.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 35-36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 180-181.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;The Bear Trap. The Defeat of A Superpower&lt;/i&gt;, Barnsley, Leo Cooper, 2001 [1992], S. 135. Nat&#252;rlich vertritt er die Ansicht, dass der ISI damit nichts zu tun hatte und, so gut es ging, versuchte, den Schmuggel zu verhindern (siehe S. 108 z.B.).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 83.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 59.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 426-427.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 205.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 185.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 204.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 168-169.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 222-223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 231.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 601-602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 299.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 239.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 293.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd, S. 334, 349 und 351.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 331-332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 356.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 179-180.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 377.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 338.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 362-363.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 511-513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe den Text Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; eine Kritik&#8220;&lt;/a&gt; f&#252;r eine etwas ausf&#252;hrlichere Darstellung des Bruches zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat. Al-Zarqawi wird dort f&#228;lschlicherweise als ehemaliger Anf&#252;hrer von Ansar al-Islam bezeichnet, es handelt sich um eine Verwechslung, Ansar al-Islam ist eine haupts&#228;chlich im kurdischen Teil Iraks aktive Gruppe, die jedoch mit Zarqawis Koordination zusammenarbeitete, 2013 sich allerdings nicht seiner Fraktion anschloss.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-59&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-59&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;59&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gillel Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-60&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-60&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;60&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;&#8222;Treibt sie ins Meer!&#8220; Die Geschichte des Antisemitismus&lt;/i&gt;, Frankfurt a.M./Berlin, Ullstein, 1989 [1986], S. 156-157, deutsche Ausgabe von &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-61&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-61&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;61&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 50.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-62&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-62&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;62&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 19.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-63&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-63&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;63&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 50.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-64&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-64&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;64&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Said, &lt;i&gt;Orientalismus&lt;/i&gt;, Frankfurt a.M., S. Fischer, 2009 [1978], S. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-65&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-65&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;65&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 160.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-66&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-66&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;66&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Said, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-67&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-67&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;67&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 319.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-68&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-68&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;68&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l&#8216;ennemi&#8220; in &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, Nr. 7, 30. November 2015, S. 35-37.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-69&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-69&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;69&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe auch Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Le Nouveau Jihad en Occident&lt;/i&gt;, Paris, Robert Laffont, 2018, S. 526.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-70&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-70&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;70&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kommunisierung-im-Prasens&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-71&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-71&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;71&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Louis Althusser, &#8222;Ideologie und ideologische Staatsapparate&#8220; in &lt;i&gt;Ideologie und ideologische Staatsapparate. Aufs&#228;tze zur marxistischen Theorie&lt;/i&gt;, Hamburg, VSA, 1977, S. 140.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-72&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-72&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;72&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 28.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-73&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-73&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;73&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 92-93.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-74&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-74&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;74&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-75&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-75&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;75&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-76&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-76&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;76&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-77&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-77&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;77&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Anmerkung-zur&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Anmerkung zur Bewegung der Gelbwesten&#8220;&lt;/a&gt;, November 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-78&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-78&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;78&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-79&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-79&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;79&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-80&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-80&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;80&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Emin Poljarevic, &#171; Islamism &#187; in &lt;i&gt;The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics. Oxford Islamic Studies Online&lt;/i&gt;, 2015, p. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-81&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-81&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;81&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-82&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-82&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;82&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2015 [1992], p. 252.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-83&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-83&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;83&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 286.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-84&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-84&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;84&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2000, p. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-85&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-85&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;85&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 69-70.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-86&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-86&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;86&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, p. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-87&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-87&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;87&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, p. 119. Cf. particuli&#232;rement le sous-chapitre &#171; Le coup d&#8216;&#201;tat communiste vu par Moscou &#187;, p. 118-120, la traduction d'un extrait des m&#233;moires de Georgi Kornienko, vice-ministre sovi&#233;tique des Affaires &#233;trang&#232;res de l'&#233;poque.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-88&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-88&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;88&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 98-108.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-89&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-89&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;89&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 138.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-90&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-90&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;90&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 141. Le 10 selon Rodric Braithwaite, cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, Londres, Profile Books, 2011, p. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-91&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-91&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;91&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Si rien d'autre n'est pr&#233;cis&#233;, toutes les informations sur Wilson proviennent de George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, 2003. Le livre a m&#234;me &#233;t&#233; port&#233; &#224; l'&#233;cran en 2007 avec Tom Hanks dans le r&#244;le de Wilson, Julia Roberts dans celui de Joanne Hering et Philip Seymour Hoffman dans celui de Gust Avrakotos.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-92&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-92&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;92&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 473.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-93&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-93&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;93&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 173-176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-94&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-94&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;94&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-95&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-95&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;95&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 164. La m&#234;me chose est &lt;a href=&#034;https://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/resource-documents/12269.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;valable aujourd'hui dans beaucoup de r&#233;gions concernant les talibans&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-96&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-96&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;96&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 136-137.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-97&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-97&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;97&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, p. 201.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-98&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-98&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;98&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. par exemple Gregory Feifer, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, p. 213.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-99&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-99&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;99&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Sarah E. Mendelson, &lt;i&gt;Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet Withdrawal from Afghanistan&lt;/i&gt;, Princeton, Princeton University Press, 1998, p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-100&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-100&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;100&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, Londres/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990]. Le titre de l'&#233;dition russe est &lt;i&gt;&#1040;&#1092;&#1075;&#1072;&#1085;&#1080;&#1089;&#1090;&#1072;&#1085;. &#1045;&#1097;&#1105; &#1088;&#1072;&#1079; &#1087;&#1088;&#1086; &#1074;&#1086;&#1081;&#1085;&#1091;&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-101&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-101&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;101&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-102&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-102&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;102&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-103&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-103&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;103&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-104&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-104&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;104&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 258.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-105&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-105&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;105&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 35-36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-106&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-106&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;106&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 143-144.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-107&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-107&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;107&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;The Bear Trap. The Defeat of A Superpower&lt;/i&gt;, Barnsley, Leo Cooper, 2001 [1992], p. 135. Bien s&#251;r, il pr&#233;tend que l'ISI n'e&#251;t aucun rapport avec ces histoires et qu'il essay&#226;t tant bien que mal d'emp&#234;cher la contrebande (cf. par exemple p. 108).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-108&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-108&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;108&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, p. 83.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-109&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-109&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;109&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 59.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-110&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-110&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;110&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 426-427.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-111&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-111&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;111&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 205.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-112&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-112&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;112&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 185.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-113&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-113&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;113&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-114&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-114&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;114&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 204.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-115&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-115&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;115&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-116&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-116&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;116&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 168-169.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-117&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-117&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;117&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 222-223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-118&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-118&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;118&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 231.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-119&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-119&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;119&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 601-602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-120&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-120&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;120&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-121&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-121&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;121&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 299.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-122&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-122&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;122&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 239.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-123&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-123&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;123&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-124&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-124&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;124&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 293.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-125&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-125&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;125&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 334, 349 et 351.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-126&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-126&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;126&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 331-332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-127&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-127&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;127&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 275.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-128&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-128&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;128&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-129&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-129&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;129&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 142-143.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-130&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-130&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;130&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 377.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-131&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-131&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;131&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 338.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-132&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-132&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;132&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 362-363.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-133&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-133&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;133&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-134&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-134&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;134&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 511-513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-135&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-135&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;135&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-136&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-136&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;136&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-137&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-137&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;137&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une critique&#8220;&lt;/a&gt;, pour une analyse un peu plus d&#233;taill&#233;e de la rupture entre Al-Qa&#239;da et l'&#201;tat islamique. Al-Zarqaoui y est d&#233;crit &#224; tort comme l'ancien leader d'Ansar al-Islam. Il s'agit d'une confusion, Ansar al-Islam est un groupe bas&#233; dans la partie kurde de l'Irak qui travailla pourtant avec la coordination d'al-Zarqaoui sans toutefois rejoindre sa faction en 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-138&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-138&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;138&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 15.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-139&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-139&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;139&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;S&#233;mites et antis&#233;mites&lt;/i&gt;, Paris, Fayard, 1987 [1986], p. 167.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-140&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-140&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;140&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 56. Les traductrices ont d&#251; &#233;prouver une certaine g&#234;ne face &#224; la phrase &#224; traduire, l'omission dans ce passage n'est donc sans doute ni une co&#239;ncidence, ni une v&#233;ritable erreur de traduction : &#171; Mais ces langues [le kurde et le berb&#232;re] comportent de nombreux dialectes non &#233;crits, sans qu'aucun ne soit pr&#233;dominant. &#187; Dans la version originale, le m&#233;pris de l'auteur est &#233;vident : &#171; But both consist of many dialects, without a standard language, and neither has a written litterature. &#187; (Bernard Lewis, &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt;, New York/Londres, Norton, 1987 [1986], p. 47.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-141&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-141&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;141&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 21.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-142&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-142&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;142&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 56.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-143&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-143&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;143&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Sa&#239;d, &lt;i&gt;L'Orientalisme. L'Orient cr&#233;e par l'Occident&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2005 [1978], p. 88-89.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-144&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-144&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;144&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 170.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-145&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-145&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;145&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Sa&#239;d, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 38.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-146&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-146&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;146&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, op. cit., p. 339.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-147&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-147&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;147&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &#171; L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l'ennemi &#187; in &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, n&#176; 7, 30 novembre 2015, p. 35-37.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-148&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-148&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;148&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. aussi Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Le Nouveau Jihad en Occident&lt;/i&gt;, Paris, Robert Laffont, 2018, p. 526.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-149&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-149&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;149&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;http://dndf.org/?page_id=10005&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; C'est au pr&#233;sent que nous parlons de la communisation &#187;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-150&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-150&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;150&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Louis Althusser, &#171; Id&#233;ologie et appareils id&#233;ologiques d'&#201;tat &#187; in &lt;i&gt;Positions (1964-1975)&lt;/i&gt;, Paris, &#201;ditions sociales, 1976, p. 110.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-151&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-151&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;151&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 11.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-152&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-152&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;152&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 67-68.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-153&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-153&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;153&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-154&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-154&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;154&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-155&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-155&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;155&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-156&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-156&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;156&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;http://web.archive.org/web/20210117155127/http://blogtc.communisation.net/?p=243&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Note sur le mouvement des gilets jaunes &#187;&lt;/a&gt;, novembre 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-157&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-157&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;157&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-158&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-158&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;158&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;, n&#176; 18, f&#233;vrier 2003, p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; eine Kritik</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la</link>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
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		<dc:subject>Eigene Texte</dc:subject>
		<dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
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		<description>
&lt;p&gt;Version fran&#231;aise &lt;br class='autobr' /&gt;
Dieses kleine Buch von Mathieu P&#233;rez ist 2016 bei niet!&#233;ditions erschienen. Leider stellt der Verlag keine Informationen zum Autor zur Verf&#252;gung. Das Buch hat den Anspruch, &#8222;materialistisch&#8220; zu sein, doch die angek&#252;ndigte Zielsetzung ist zutiefst idealistisch: &#8222;Dieses kleine Buch will etwas zur Konstitution einer Bewegung beitragen, die sich in Frankreich dem Krieg entgegenstellen w&#252;rde, den Kriegen, welche Frankreich &#252;berall f&#252;hrt, wo es nur kann.&#8220; Der Ton ist gegeben. (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Afghanistan" rel="tag"&gt;Afghanistan&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/contre_l_etat_islamique_contre_la_guerre-couv-625x1025.jpg?1689334134' class='spip_logo spip_logo_right' width='91' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
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&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://niet-editions.fr/catalogue/contre-letat-islamique-contre-la-guerre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Dieses kleine Buch von Mathieu P&#233;rez&lt;/a&gt; ist 2016 bei niet!&#233;ditions erschienen. Leider stellt der Verlag keine Informationen zum Autor zur Verf&#252;gung. Das Buch hat den Anspruch, &#8222;materialistisch&#8220; zu sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas (...)&#034; id=&#034;nh4-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, doch die angek&#252;ndigte Zielsetzung ist zutiefst idealistisch: &#8222;Dieses kleine Buch will etwas zur Konstitution einer Bewegung beitragen, die sich in Frankreich dem Krieg entgegenstellen w&#252;rde, &lt;i&gt;den Kriegen&lt;/i&gt;, welche Frankreich &#252;berall f&#252;hrt, wo es nur kann.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh4-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Ton ist gegeben. Der Autor beruft sich implizit auf die pazifistische Tradition der Arbeiterbewegung und m&#246;chte, dass seine Worte aufr&#252;tteln und die Aktivisten an ihre Pflicht erinnern, gegen den franz&#246;sischen Imperialismus zu protestieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Aspekt verdirbt einem ein bisschen den Spass bei der Lekt&#252;re dieses sonst eher n&#252;chternen und gut dokumentierten B&#252;chleins. Obwohl die vom Autor konsultierten Quellen in der Regel seri&#246;s sind, enth&#228;lt der Text jedoch trotzdem einige Fehler. Der Autor behauptet z.B., Nichtregierungsorganisationen seien vom Islamischen Staat &#8222;toleriert&#8220; worden, ohne diese zu erw&#228;hnen oder auch nur die geringste Quellenangabe zu liefern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 42.&#034; id=&#034;nh4-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Gem&#228;ss dem Zeugenbericht eines Fl&#252;chtlings aus Deir ez-Zor ist ihr Verbot gar eine gezielte Strategie der Unterwerfung: &#8222;Als Daesh gekommen ist, sind alle Vereine verboten worden. Sie haben alles eingefroren. Alles konfisziert. Die Verarmung des Volkes war ihre Politik. Sie ist pr&#228;zis und methodisch. Unter Daesh ist es unm&#246;glich geworden, deine Familie zu ern&#228;hren, ohne den Treueeid zu schw&#246;ren. Die Bewohner der Stadt taten es aufgrund der Armut, weil sie nichts mehr hatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, (...)&#034; id=&#034;nh4-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom t&#252;rkischen Pr&#228;sidenten Erdogan behauptet der Autor, &#8222;sein B&#252;ndnis mit dem Islamischen Staat&#8220; sei &#8222;eine bekannte Tatsache&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 102.&#034; id=&#034;nh4-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Realit&#228;t ist allerdings etwas komplexer. Waffenlieferungen aus der T&#252;rkei treffen freilich ziemlich regelm&#228;ssig in Syrien ein, wie z.B. &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;jene, welche vor ein paar Jahren einen Skandal ausgel&#246;st hatte&lt;/a&gt;. Es ist auch wahrscheinlich, dass der Islamische Staat vom t&#252;rkischen Milit&#228;rapparat als geringeres &#220;bel im Vergleich zur PYD betrachtet wird. Das reicht jedoch nicht, um von einem &#8222;B&#252;ndnis&#8220; zu sprechen, die wirklichen Verb&#252;ndeten der T&#252;rkei sind eher gem&#228;ssigtere islamistische Gruppen wie z.B. der Jabhat Tahrir Suriya.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Verh&#228;ltnis zwischen dem Islamischen Staat und der Nusrafront wird vom Autoren folgendermassen zusammengefasst: &#8222;Diese Gruppe [die Nusrafront] scheint am Anfang eine Art syrische Filiale des Islamischen Staates Irak zu sein, bevor sie autonom geworden ist und es im Juni 2013 zum Bruch kam, von da an berief sich die Nusrafront auf Al-Qaida.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 90-91.&#034; id=&#034;nh4-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese kurze Zusammenfassung enth&#228;lt mehrere Ungenauigkeiten. So war z.B. die Nusrafront nie &#8222;eine Art syrische Filiale des Islamischen Staates Irak&#8220;. Das war nur in al-Baghdadis Kopf so&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part (...)&#034; id=&#034;nh4-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36916606&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Nusrafront hat sich dieser Fusion verweigert und als Reaktion auf diese &#196;usserungen offiziell Al-Qaida die Treue geschworen&lt;/a&gt;. All das geschah nicht im Juni 2013, sondern im April 2013. Im November 2013 gab al-Zawahiri al-Baghdadi die Anweisung, sich aus Syrien zur&#252;ckzuziehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in (...)&#034; id=&#034;nh4-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, letzterer zeigte sich unwillig, was gleichbedeutend mit dem Bruch mit Al-Qaida war. Was danach geschah, ist allseits bekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu McDonalds begn&#252;gt sich Al-Qaida mit einer einzigen Filiale pro Land. Fusionsentscheidungen liegen nat&#252;rlich im Kompetenzbereich der F&#252;hrung, nicht in jenem eines regionalen Emirs. Das Verh&#228;ltnis zur irakischen Filiale war ohnehin schon ziemlich lange gespannt. Schon 2005 hatte &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/harmony-program/atiyahs-letter-to-zarqawi-original-language-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;al-Zawahiri al-Zarqawi einen Brief geschickt, um die Strategie der irakischen Filiale zu kritisieren&lt;/a&gt;, nur ein Jahr nachdem &lt;a href=&#034;https://jamestown.org/program/zarqawis-pledge-of-allegiance-to-al-qaeda-from-muasker-al-battar-issue-21-2/#.VBeNlOk9Jy0&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dieser ihm die Treue geschworen hatte&lt;/a&gt;. Al-Zawahiri kritisierte v.a. dessen sektiererische und antischiitische Strategie. Doch aufgrund der Tatsache, dass die irakische Filiale auf dem Schlachtfeld im Kontext der amerikanischen Besatzung &#252;ber eine betr&#228;chtliche Feuerkraft verf&#252;gte, schien ein Bruch damals nicht in Frage zu kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, der Gr&#252;nder dieser undisziplinierten Filiale, war eine spezielle Figur in der jihadistischen Galaxie. Die Anf&#252;hrer von Al-Qaida entstammen meistens der guten Gesellschaft, der Vater Bin Ladens war an der Spitze der Saudi Bin Ladin Group, der gr&#246;ssten Baufirma des Landes, und der gegenw&#228;rtige Anf&#252;hrer von Al-Qaida, al-Zawahiri, ist Arzt und der Sohn einer b&#252;rgerlichen Familie. Al-Zarqawi entstammt der Unterwelt. Er wurde 1966 in einer industriellen Vorstadt von Amman in eine verarmte pal&#228;stinensisch-jordanische Fl&#252;chtlingsfamilie geboren. In seiner Jugend machte er als Kleinkrimineller Karriere und Ende der 1980er Jahre entschied er sich, nach Afghanistan zu gehen. W&#228;hrend des B&#252;rgerkrieges nach dem Abzug der Russen k&#228;mpfte er in den Reihen von Gulbuddin Hekmatyar. Er kehrte 1993 nach Jordanien zur&#252;ck, wurde 1994 verhaftet und f&#252;nf Jahre sp&#228;ter, am 29. M&#228;rz 1999, dank einer k&#246;niglichen Amnestie auf freien Fuss gesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er kehrte daraufhin nach Afghanistan zur&#252;ck, um ein Trainingslager zu verwalten, das von Bin Laden finanziert wurde. Al-Zarqawi weigerte sich jedoch, ihm die Treue zu schw&#246;ren und sich Al-Qaida anzuschliessen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der (...)&#034; id=&#034;nh4-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Erst f&#252;nf Jahre sp&#228;ter, am 19. Oktober 2004, schwor er ihm &#246;ffentlich die Treue und seine Organisation Ansar al-Islam hiess von nun an Al-Qaida des Jihads in Mesopotamien, h&#228;ufig schlichtweg Al-Qaida im Irak genannt. In seinem Brief an al-Zawahiri, der seiner oben erw&#228;hnten Antwort voranging, wird die Strategie des Islamischen Staats in groben Z&#252;gen skizziert: &#8222;Wenn wir sie [die H&#228;retiker] mit einzelnen schmerzhaften Schl&#228;gen dazu bringen k&#246;nnten, in den Kampf einzusteigen, k&#246;nnten wir die Karten neu mischen. Der Regierungsrat wird dann n&#228;mlich keine Macht und keinen Einflu&#223; [sic!] mehr haben, ebensowenig [sic!] die Amerikaner, die ja &#8211; wie von uns erw&#252;nscht &#8211; gemeinsam mit den H&#228;retikern in den Kampf einsteigen werden. Zahlreiche sunnitische Regionen stellen sich dann &#8211; wohl oder &#252;bel &#8211; auf die Seite der Dschihad-K&#228;mpfer, die somit &#252;ber ein Territorium verf&#252;gen werden, von dem aus sie zu Operationen gegen die H&#228;retiker in deren Hochburgen starten k&#246;nnen, unterst&#252;tzt von einer einleuchtenden Propaganda.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, &#8222;Auz&#252;ge aus dem &#8218;Brief an Bin Laden und (...)&#034; id=&#034;nh4-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon damals war al-Zawahiri skeptisch hinsichtlich der von al-Zarqawi vorgeschlagenen Strategie und er versuchte, es ihm auf diplomatische Art und Weise zu erkl&#228;ren: &#8222;Was [die Ignoranz der Massen &#252;ber den angeblich ketzerischen Charakter des Schiismus] erkl&#228;rt, weshalb viele unter jenen, welche euch lieben, sich fragen, wieso ihr die Schiiten angreift, eine Frage, die noch dringender wird, wenn ihr Moscheen angreift, umso mehr, wenn es sich um die Grabst&#228;tte des Imams Ali ibn Abi Talib (m&#246;ge Gott ihm gn&#228;dig sein!) handelt. Ich denke, dass, was immer du auch tun magst, um diesen Punkt zu erkl&#228;ren, es die einfachen Muslime nie akzeptieren und immer ablehnen werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi&#8220; in Gilles Kepel (et al., Hg.), (...)&#034; id=&#034;nh4-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Analyse dieser Periode ist unumg&#228;nglich, wenn man den Konflikt zwischen der Nusrafront und dem Islamischen Staat verstehen will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Filiale wurde 2007 zum Islamischen Staat im Irak, nach dem Tod ihres Anf&#252;hrers Abu Omar al-Baghdadi wird er 2010 durch Abu Bakr al-Baghdadi ersetzt. P&#233;rez fasst diesen Kontext nur ganz kurz zusammen, obwohl er fundamental ist, um die wahrhaften ideologischen Differenzen zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat zu verstehen. Ausserdem ist der Konflikt auch von der sozialen Zusammensetzung des Jihadismus gepr&#228;gt: &#8222;Doch das Gef&#252;hl der unwiderstehlichen Expansion, das damals diese Ideologie und die Bewegungen, die sich darauf berufen, auszeichnet, ruht auf einem &#228;u&#223;erst br&#252;chigen gesellschaftlichen Fundament. Das B&#252;ndnis zwischen der armen st&#228;dtischen Jugend und der frommen Mittelschicht, das von den Intellektuellen, welche die islamistische Doktrin erarbeiten, verk&#252;ndet wird, widersteht den langwierigen Auseinandersetzungen mit den Machthabern nur schlecht. Diese bem&#252;hen sich mit wachsendem Erfolg, die beiden sozialen Gruppen innerhalb der Bewegung gegeneinander aufzuwiegeln, indem sie hinter ihrem gemeinsamen, aber vagen Willen, den islamischen Staat zu errichten und die Scharia zum Ma&#223;stab aller Dinge zu machen, die Gegenl&#228;ufigkeit ihrer konkreten Interessen aufdecken.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh4-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die islamistische Bewegung wird von dieser Spannung &#252;berdeterminiert, sowohl innerhalb der verschiedenen Gruppen als auch zwischen ihnen: &#8222;Beide Gruppen fordern zwar die Anwendung der Scharia und die Errichtung eines islamischen Staates, verbinden damit aber unterschiedliche Vorstellungen. Die Jugendlichen geben dem einen sozialrevolution&#228;ren Inhalt, w&#228;hrend das B&#252;rgertum darin vor allem die Gelegenheit sieht, die herrschenden Eliten abzul&#246;sen, ohne die gesellschaftliche Ordnung anzutasten [&#8230;] Diese soziale Dualit&#228;t ist ein zentrales Merkmal der islamistischen Bewegungen &#8211; ja sie macht geradezu deren Wesen aus [&#8230;]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 88-89.&#034; id=&#034;nh4-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser interjihadistische Klassenkampf ist ein wesentlicher Faktor, um den Bruch zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat zu verstehen, das konfliktreiche Verh&#228;ltnis zwischen der AIS und dem GIA w&#228;hrend dem B&#252;rgerkrieg in Algerien zwei Jahrzehnte zuvor wurde beispielsweise ebenfalls von dieser Spannung &#252;berdeterminiert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 90.&#034; id=&#034;nh4-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl es sich nat&#252;rlich nicht um ein mechanistisches Gesetz handelt, muss man zwangsl&#228;ufig feststellen, dass der Islamische Staat in seinen R&#228;ngen mehr dem armen Proletariat oder der lohnabh&#228;ngigen Mittelklasse entstammende Anf&#252;hrer z&#228;hlt als Al-Qaida. Al-Qaida tendiert dazu, auf &#8222;den richtigen Zeitpunkt&#8220; zur Gr&#252;ndung des Kalifats warten zu wollen, seine Kriegsstrategen lesen Mao und Che Guevara, w&#228;hrend der IS eher dazu tendiert, Marighella zu lesen und das Kalifat &#8222;hier und jetzt&#8220; zu wollen. Ohne Kapital kein Kalifat, das ist offensichtlich, doch jenes des IS ist eher eine Frucht seiner Pl&#252;nderungswirtschaft als der Bourgeoisie in seinen R&#228;ngen. Und trotz dem Verlust eines betr&#228;chtlichen Teils seines Territoriums &lt;a href=&#034;https://foreignpolicy.com/2018/10/10/isiss-new-plans-to-get-rich-and-wreak-havoc/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;hat die Gruppe ihren Kriegsschatz offensichtlich nicht verloren&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu dem, was P&#233;rez zu glauben scheint, beschr&#228;nkt sich die Ursache dieser jihadistischen Bewegungen also nicht auf die &#8222;franz&#246;sischen Kriege&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 97.&#034; id=&#034;nh4-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zumindest weiss er, wer angefangen hat: &#8222;Wir m&#252;ssen, im Fall, der uns besch&#228;ftigt, mit der Idee abschliessen, es sei Daesh gewesen, der angefangen, der Frankreich &#8218;den Krieg erkl&#228;rt&#8216; h&#228;tte, indem er Attentate auf dem franz&#246;sischen Territorium begangen hat. Das ist schlicht und einfach falsch: Die franz&#246;sische Armee bombardierte die Stellungen des Islamischen Staates, bevor dieser Verantwortung f&#252;r irgendein Attentat in Frankreich &#252;bernahm.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 109.&#034; id=&#034;nh4-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wenn man &#8222;de[n] Islamischen Staat&#8220; durch &#8222;die dawla&#8220; und &#8222;Frankreich&#8220; durch &#8222;die Ungl&#228;ubigen&#8220; ersetzt, k&#246;nnte der Abschnitt Wort f&#252;r Wort in einer Nummer von Dar al-islam enthalten sein, der antiimperialistische Diskurs des IS dreht sich um das genau gleiche Argument. Die Verurteilung des franz&#246;sischen Imperialismus verwandelt sich in eine implizite Rechtfertigung des jihadistischen Imperialismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man also einmal bei der Schlussfolgerung des Buches angekommen ist, ist man ein bisschen entt&#228;uscht, schliesslich stand sie schon im Titel. Eine weitergehende Analyse des jihadistischen Ph&#228;nomens und etwas mehr historische und geographische Kontextualisierung w&#228;ren weit interessanter gewesen als Ratschl&#228;ge an Aktivisten, die einen abstrakten Pazifismus proklamieren. Es ist gewiss nicht das schlechteste Buch zum Thema, in dieser Kategorie ist die Konkurrenz mit Nicolas H&#233;nin und Samuel Laurent nicht einfach auszuhebeln, aber auch bei weitem nicht das beste. Wenn man eine tiefgehende und n&#252;chterne Analyse sucht, ist man z.B. mit Werken von Jean-Pierre Luizard oder Myriam Benraad einiges besser bedient, sie sind weit wertvollere Informationsquellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Perspektive, das Ph&#228;nomen von einem kommunistischen Standpunkt aus zu analysieren, bleibt noch viel Arbeit. Die Textreihe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;&lt;/a&gt; (&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Teil 1 und 2 als Buch bei bahoe books&lt;/a&gt;) von Tristan Leoni ist ein guter Beginn, viele Punkte werden darin angesprochen und sie liefert eine brauchbare Analyse der Ideologie des Islamischen Staates und den geopolitischen Streitgegenst&#228;nden im Nahen Osten, auch &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Die-kurdische-Frage-ISIS-USA-und&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die sehr pointierte Analyse von Il lato cattivo&lt;/a&gt; ist ein wichtiger theoretischer Beitrag. Dieser &#8222;entnationalisierte&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;, (...)&#034; id=&#034;nh4-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Islamismus ist sehr wohl zutiefst mit der Globalisierung des restrukturierten Kapitalismus verbunden: &#8222;Er [der Islamismus als innere Opposition] ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh4-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl er ein Produkt einer gescheiterten Modernisierung und des Niedergangs des panarabischen Nationalismus darstellt, f&#252;hrt er das Erbe des panarabischen Antiimperialismus in einer religi&#246;sen Form weiter, die Umma wird als von imperialistischen Ungl&#228;ubigen belagert betrachtet. Es w&#228;re jedoch notwendig, das bis anhin Gesagte mit einer fundierteren Analyse der wirtschaftlichen Funktionsweise einer jihadistischen Gruppe zu erg&#228;nzen. Der Islamische Staat ist nicht nur eine bewaffnete Gruppe mit dem Ziel, ein Kalifat zu verwirklichen, sondern auch eine Mafia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir br&#228;uchten also eine Theorie des kriminellen Kapitals. Denn, von einem rein abstrakten Standpunkt aus gesehen, &#8222;[herrscht] die Lohnarbeit [&#8230;] in Mosul genau wie in Mailand&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;, zweiter Teil: &#8222;Von der Utopie&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh4-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der Proletarier aus Mosul hat jedoch weit gr&#246;ssere Chancen, ein anderes Schicksal zu haben als jenes der Lohnarbeit denn jener aus Mailand. Wenn er vom Islamischen Staat zwangsrekrutiert wird, kann man dann noch von einem &#8222;Lohnarbeiter&#8220; sprechen? Wenn ein Proletarier dem Kalifen die Treue schw&#246;rt, legt er sein Leben in seine H&#228;nde, die Angst vor der Entlassung ist gleichbedeutend mit Todesangst. Das gleiche gilt f&#252;r einen Proletarier, der sich der Camorra, Los Zetas oder der Mara Salvatrucha anschliesst. Doch was soll er sonst tun? In Anbetracht der heftigen Auswirkungen der Krise in den peripheren Zonen sind diese mafi&#246;sen Gruppen h&#228;ufig die einzigen potentiellen Arbeitgeber. So gibt das kriminelle Kapital jenem &#252;bersch&#252;ssigem Proletariat eine Anstellung, welches von den anderen Fraktionen des Kapitals schon lange aufgegeben worden ist, es wird zu seinem Dispositiv der Disziplinierung. Mafi&#246;se Gruppen f&#252;hren Kriege um die Kontrolle von Territorien und die damit einhergehende Erpressung von Mehrwertanteilen, haupts&#228;chlich in den peripheren Zonen der globalen Wirtschaft, und sie versuchen in der Regel danach, die Beute in den befriedeten Zonen des Zentrums zu verstecken. Dieses Ph&#228;nomen sollte im Zusammenhang mit der Restrukturierung und ihrer Krise, dem tendenziellen Fall der Profitrate und der Verwaltung des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats analysiert werden. Eine Sache ist bislang gewiss: Im Gegensatz zu anderen Sektoren der globalen Wirtschaft, haben wir es hier mit einem Boomsektor zu tun, der wom&#246;glich ein Abbild der Zukunft ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;November 2018&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une critique&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;En 2016 est paru chez niet!&#233;ditions &lt;a href=&#034;https://niet-editions.fr/catalogue/contre-letat-islamique-contre-la-guerre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ce petit livre sign&#233; Mathieu P&#233;rez&lt;/a&gt;. L'&#233;diteur ne donne malheureusement aucune information quant &#224; l'auteur. Le livre se veut &#171; mat&#233;rialiste &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas (...)&#034; id=&#034;nh4-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, alors que son objectif avou&#233; est parfaitement id&#233;aliste : &#171; Ce petit livre se veut &#234;tre une contribution &#224; la constitution d'un mouvement qui, en France, s'opposerait &#224; la guerre, aux guerres que m&#232;ne la France partout o&#249; elle le peut. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh4-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Le ton est donn&#233;. &#201;voquant implicitement la tradition pacifiste du mouvement ouvrier, l'auteur souhaite que ses paroles bouleversent et rappellent aux militants leur devoir de protester contre l'imp&#233;rialisme fran&#231;ais.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cet aspect g&#226;che consid&#233;rablement le plaisir lors de la lecture de ce petit ouvrage sinon plut&#244;t factuel et bien document&#233;. Les sources consult&#233;es par l'auteur sont en r&#232;gle g&#233;n&#233;rale s&#233;rieuses, mais l'ouvrage contient quand m&#234;me quelques erreurs. L'auteur pr&#233;tend par exemple que des ONG auraient &#233;t&#233; &#171; tol&#233;r&#233;es &#187; par l'&#201;tat islamique sans pourtant en citer ou donner la moindre source&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 42.&#034; id=&#034;nh4-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Selon le t&#233;moignage d'un r&#233;fugi&#233; de Deir ez-Zor, leur interdiction constitue m&#234;me une strat&#233;gie d'assujettissement : &#171; Quand Daesh est arriv&#233;, toutes les associations ont &#233;t&#233; interdites. Ils ont tout gel&#233;. Tout confisqu&#233;. Leur politique &#233;tait d'appauvrir le peuple. C'est pr&#233;cis, c'est m&#233;thodique. Sous Daesh, il devenait impossible de nourrir ta famille si tu ne pr&#234;tais pas all&#233;geance. Les habitants de la ville l'ont fait &#224; cause de la pauvret&#233;, parce qu'ils n'avaient plus rien. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, (...)&#034; id=&#034;nh4-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du pr&#233;sident turc Erdogan, l'auteur affirme que &#171; son alliance avec l'&#201;tat islamique est un fait connu &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 102.&#034; id=&#034;nh4-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Or, la r&#233;alit&#233; est un peu plus complexe que cela. Certes, des convois d'armes depuis la Turquie arrivent sans aucun doute tr&#232;s r&#233;guli&#232;rement en Syrie, comme &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;celui qui avait caus&#233; un scandale il y a quelques ann&#233;es&lt;/a&gt;. Il est probable que l'&#201;tat islamique soit vu par l'appareil militaire turc comme un moindre mal compar&#233; au PYD. Cela ne suffit toutefois pas pour parler d'une &#171; alliance &#187;, les v&#233;ritables alli&#233;s de la Turquie sont plut&#244;t des groupes islamistes plus mod&#233;r&#233;s comme le Jabhat Tahrir Souriya.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le rapport entre l'&#201;tat islamique et le Front al-Nosra est r&#233;sum&#233; par l'auteur comme suit : &#171; Ce groupe [le Front al-Nosra] semble avoir &#233;t&#233; au d&#233;part une sorte de succursale syrienne de l'&#201;tat islamique d'Irak, avant de s'autonomiser, jusqu'&#224; la rupture de juin 2013, date &#224; laquelle le Front Al-Nosra se r&#233;clame d'Al-Qaida. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 90-91.&#034; id=&#034;nh4-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ce r&#233;sum&#233; sommaire comporte plusieurs impr&#233;cisions. Tout d'abord, le Front al-Nosra n'a jamais &#233;t&#233; &#171; une sorte de succursale syrienne de l'&#201;tat islamique d'Irak &#187;. C'&#233;tait le cas uniquement dans la t&#234;te d'al-Baghdadi&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Agence France-Presse, &#171; Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part (...)&#034; id=&#034;nh4-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36916606&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;le Front al-Nusra a refus&#233; cette fusion et il a pr&#234;t&#233; officiellement all&#233;geance &#224; Al-Qaida en r&#233;action &#224; ses propos&lt;/a&gt;. Tout ceci ne s'est pas produit en juin 2013, mais en avril 2013. En novembre 2013, al-Zawahiri a donn&#233; l'ordre &#224; al-Baghdadi de se retirer de la Syrie&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Agence France-Presse, &#171; Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria (...)&#034; id=&#034;nh4-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ce dernier s'est montr&#233; r&#233;ticent ce qui &#233;tait synonyme de rupture avec al-Qaida. La suite est connue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Contrairement &#224; McDo, al-Qaida se contente d'une seule succursale par pays. Les d&#233;cisions de fusion appartiennent bien &#233;videmment &#224; la direction, et non pas &#224; un &#233;mir r&#233;gional. Le rapport avec la succursale irakienne s'&#233;tait de toute mani&#232;re tendu depuis bien plus longtemps. D&#233;j&#224; en 2005, &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/harmony-program/atiyahs-letter-to-zarqawi-original-language-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;al-Zawahiri avait envoy&#233; une lettre &#224; al-Zarqawi pour critiquer la strat&#233;gie de sa succursale irakienne&lt;/a&gt;, une ann&#233;e seulement apr&#232;s &lt;a href=&#034;https://jamestown.org/program/zarqawis-pledge-of-allegiance-to-al-qaeda-from-muasker-al-battar-issue-21-2/#.VBeNlOk9Jy0&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avoir re&#231;u son serment d'all&#233;geance&lt;/a&gt;. Al-Zawahiri a critiqu&#233; surtout la strat&#233;gie sectaire et antichiite de ce dernier. Mais, &#233;tant donn&#233; que sur le champ de bataille, la succursale irakienne avait une force de frappe consid&#233;rable dans le contexte de la gu&#233;rilla contre l'occupation am&#233;ricaine, une rupture compl&#232;te ne semblait pas envisageable &#224; ce moment-l&#224;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abou Moussab al-Zarqaoui, le fondateur de cette succursale indisciplin&#233;e, &#233;tait une figure particuli&#232;re dans la galaxie jihadiste. G&#233;n&#233;ralement, les leaders d'al-Qaida sont issus de la bonne soci&#233;t&#233;, le p&#232;re de ben Laden &#233;tait &#224; la t&#234;te du Saudi Bin Ladin Group, plus grand constructeur du pays, et le leader actuel d'al-Qaida, al-Zawahiri, est m&#233;decin et fils d'une famille bourgeoise. Al-Zarqaoui est issu de la p&#232;gre. Il est n&#233; en 1966 dans une banlieue industrielle d'Amman et issu d'une famille palestino-jordanienne appauvrie. Dans sa jeunesse, il a connu une carri&#232;re de petit criminel et &#224; la fin des ann&#233;es 1980, il a d&#233;cid&#233; de gagner l'Afghanistan. Pendant la guerre civile suivant le d&#233;part des Russes, il s'est battu dans les rangs de Gulbuddin Hekmatyar. De retour en Jordanie en 1993, il a &#233;t&#233; arr&#234;t&#233; en 1994 et cinq ans plus tard, le 29 mars 1999, lib&#233;r&#233; gr&#226;ce &#224; une amnistie royale.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il est retourn&#233; en Afghanistan pour g&#233;rer un camp d'entra&#238;nement b&#233;n&#233;ficiant du soutien financier de Bin Laden. Al-Zarqaoui a toutefois refus&#233; de lui pr&#234;ter all&#233;geance et de rejoindre al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der (...)&#034; id=&#034;nh4-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. C'est seulement cinq ans plus tard, le 19 octobre 2004, qu'il lui a publiquement pr&#234;t&#233; all&#233;geance et que son organisation Ansar al-islam a &#233;t&#233; rebaptis&#233;e Al-Qaida du jihad en M&#233;sopotamie, appel&#233;e souvent al-Qaida en Irak. Dans sa lettre &#224; al-Zawahiri pr&#233;c&#233;dant sa r&#233;ponse mentionn&#233;e ci-dessus, la strat&#233;gie de l'&#201;tat islamique est esquiss&#233; dans ses grandes lignes : &#171; Si nous pouvons leur [aux h&#233;r&#233;tiques] infliger des coups douloureux, l'un apr&#232;s l'autre, afin de les amener au combat, nous pourrions alors redistribuer les cartes. Le Conseil de gouvernement n'aura d&#232;s lors plus de valeur ni d'influence, ni m&#234;me les Am&#233;ricains qui reviendront au combat avec les h&#233;r&#233;tiques, comme nous le souhaitons. Alors, qu'elles le veuillent ou non, de nombreuses r&#233;gions sunnites se rangeront aux c&#244;t&#233;s des combattants du jihad, et ces derniers se seront assur&#233;s un territoire d'o&#249; ils pourront repartir frapper les h&#233;r&#233;tiques au sein m&#234;me de leurs r&#233;gions, le tout soutenu par une propagande claire. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abou Moussab al-Zarqaoui, &#171; Lettre &#224; Ben Laden et al-Zawahiri &#187; in Gilles (...)&#034; id=&#034;nh4-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;D&#233;j&#224; &#224; l'&#233;poque, al-Zawahiri n'&#233;tait pas tout &#224; fait enthousiaste quant &#224; la strat&#233;gie propos&#233;e par al-Zarqaoui et il a essay&#233; de lui le faire comprendre de mani&#232;re diplomatique : &#171; Ce qui [l'ignorance des masses sur le caract&#232;re pr&#233;tendument h&#233;r&#233;tique du chiisme] explique que beaucoup de ceux qui vous aiment se demandent pourquoi vous attaquez les chiites, une interrogation qui grandit lorsque vous attaquez des mosqu&#233;es, encore plus si cette attaque est lanc&#233;e contre le tombeau de l'imam Ali ibn Abi Talib (que Dieu l'agr&#233;e !). Je pense que, quoi que tu fasses pour &#233;claircir ce point, les simples musulmans ne l'accepteront pas, et qu'ils le rejetteront toujours. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#171; Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi &#187; in ibid., p. 437-439. On notera le (...)&#034; id=&#034;nh4-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; L'analyse de cette p&#233;riode est indispensable pour comprendre le conflit entre le Front al-Nusra et l'&#201;tat islamique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En 2007, cette succursale est devenue l'&#201;tat islamique en Irak, apr&#232;s le d&#233;c&#232;s de son leader Abou Omar al-Baghdadi, Abou Bakr al-Baghdadi l'a remplac&#233; en 2010. P&#233;rez ne r&#233;sume que tr&#232;s bri&#232;vement tout ce contexte-l&#224;, il est pourtant central pour comprendre la v&#233;ritable divergence id&#233;ologique entre al-Qaida et l'&#201;tat islamique. En outre, ce conflit est aussi li&#233; &#224; la composition sociale du jihadisme : &#171; Mais le sentiment d'expansion irr&#233;sistible qui galvanise alors cette id&#233;ologie et les mouvements qui s'en r&#233;clament est bas&#233; sur des fondements sociaux extr&#234;mement fragiles. L'alliance entre la jeunesse urbaine pauvre et les classes moyennes pieuses, scell&#233;e par les intellectuels qui &#233;laborent la doctrine islamiste, r&#233;siste mal &#224; des affrontements de longue haleine contre les pouvoirs &#233;tablis. Ceux-ci s'emploient avec une efficacit&#233; croissante &#224; dresser les deux composantes du mouvement l'une contre l'autre, en exposant l'antagonisme entre leurs aspirations concr&#232;tes, par-del&#224; leur volont&#233; commune mais floue d'instaurer l'&#201;tat islamique et d'appliquer la chari'a. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Jihad, Paris, Folio, 2003 [2000], p. 28.&#034; id=&#034;nh4-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette tension surd&#233;termine la mouvance islamiste, &#224; la fois &#224; l'int&#233;rieur des diff&#233;rents groupes et entre ceux-ci : &#171; Comme nous le verrons plus loin, ces deux groupes [la jeunesse urbaine pauvre et la bourgeoise pieuse], s'ils r&#233;clament en ch&#339;ur l'application de la chari'a et l'instauration de l'&#201;tat islamique, ne s'en font pas la m&#234;me repr&#233;sentation. Les premiers lui donnent un contenu socialement r&#233;volutionnaire, tandis que les seconds y voient surtout l'occasion de se substituer aux &#233;lites en place, sans bouleverser les hi&#233;rarchies de la soci&#233;t&#233;. Cette ambigu&#239;t&#233; est au fondement de la mouvance islamiste contemporaine. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 114.&#034; id=&#034;nh4-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cette lutte des classes interjihadiste est un facteur essentiel pour comprendre la rupture entre al-Qaida et l'&#201;tat islamique, la m&#234;me tension surd&#233;terminait par exemple le rapport conflictuel entre l'AIS et le GIA pendant la guerre civile en Alg&#233;rie deux d&#233;cennies plus t&#244;t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 115.&#034; id=&#034;nh4-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#234;me si ce n'est &#233;videmment pas une loi m&#233;caniciste, force est de constater que l'&#201;tat islamique compte bien plus de leaders issus du prol&#233;tariat pauvre ou des classes moyennes salari&#233;es qu'al-Qaida. Al-Qaida a tendance &#224; vouloir attendre &#171; le bon moment &#187; pour fonder le califat, leurs strat&#232;ges de guerre lisent Mao et Che Guevara, tandis que ceux de l'&#201;tat islamique ont plut&#244;t tendance &#224; lire Marighella et &#224; vouloir le califat &#171; ici et maintenant &#187;. Pas de califat sans capital, &#233;videmment, mais celui de l'&#201;tat islamique provient bien davantage d'une &#233;conomie du pillage que des bourgeois dans ses rangs. Et malgr&#233; la perte d'une bonne partie de son territoire, &lt;a href=&#034;https://foreignpolicy.com/2018/10/10/isiss-new-plans-to-get-rich-and-wreak-havoc/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;le groupe n'a de toute &#233;vidence pas perdu son tr&#233;sor de guerre&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Contrairement &#224; ce que semble croire P&#233;rez, la cause de ces mouvements jihadistes ne se r&#233;sume donc pas par les &#171; guerres fran&#231;aises &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 97.&#034; id=&#034;nh4-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il sait du moins qui a commenc&#233; : &#171; Il faut, dans le cas qui nous occupe, en finir aussi avec l'id&#233;e selon laquelle ce serait &#8216;Daech' qui aurait commenc&#233;, qui aurait &#8216;d&#233;clar&#233; la guerre' &#224; la France en perp&#233;trant des attentats sur son territoire. C'est tout simplement faux : l'arm&#233;e fran&#231;aise bombardait les positions de l'&#201;tat islamique avant que ces derniers ne revendiquent le moindre attentat en France. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 109.&#034; id=&#034;nh4-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Si l'on remplace &#171; l'&#201;tat islamique &#187; par &#171; la dawla &#187; et &#171; France &#187; par &#171; les m&#233;cr&#233;ants &#187;, le passage pourrait figurer tel quel dans un num&#233;ro de Dar al-islam, le discours anti-imp&#233;rialiste de l'&#201;tat islamique tourne exactement autour du m&#234;me argument. La condamnation de l'imp&#233;rialisme fran&#231;ais se transforme en justification implicite de l'imp&#233;rialisme jihadiste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Une fois arriv&#233; &#224; la conclusion du livre, on est donc un peu d&#233;&#231;u car elle est d&#233;j&#224; dans le titre. Une analyse plus pouss&#233;e du ph&#233;nom&#232;ne jihadiste et un peu plus de contextualisation historique et g&#233;ographique auraient &#233;t&#233; bien plus int&#233;ressants que des conseils militants pr&#244;nant un pacifisme abstrait. Ce n'est d&#233;finitivement pas le pire livre sur l'&#201;tat islamique, dans cette cat&#233;gorie, avec Nicolas H&#233;nin et Samuel Laurent, la concurrence est rude, mais de loin pas le meilleur non plus. Si l'on cherche une analyse historique pouss&#233;e et sobre, des auteurs comme Jean-Pierre Luizard ou Myriam Benraad sont des sources d'information bien plus pr&#233;cieuses.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il y a encore du travail &#224; faire dans l'optique d'aborder le ph&#233;nom&#232;ne d'un point de vue communiste. La s&#233;rie de Tristan Leoni &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=667&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Califat et barbarie &#187;&lt;/a&gt; est un bon d&#233;but, de nombreux points y sont abord&#233;s et elle fournit une bonne analyse de l'id&#233;ologie de l'&#201;tat islamique et des enjeux g&#233;opolitiques dans le Moyen-Orient, une autre pierre &#224; l'&#233;difice est &lt;a href=&#034;http://dndf.org/?p=13854&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;l'analyse tr&#232;s pointue fournie par Il lato cattivo&lt;/a&gt;. Cet islamisme &#171; d&#233;nationalis&#233; &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie (...)&#034; id=&#034;nh4-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; est bel et bien profond&#233;ment li&#233; &#224; la mondialisation du capitalisme restructur&#233; : &#171; Elle [l'islamisme en tant qu'opposition interne] n'est pas sa contradiction mais son ombre. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 114.&#034; id=&#034;nh4-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Produit d'une modernisation rat&#233;e et du d&#233;clin du nationalisme panarabe, il r&#233;cup&#232;re pourtant l'anti-imp&#233;rialisme de ce dernier dans une forme religieuse, l'oumma consid&#233;r&#233;e comme assi&#233;g&#233;e par les imp&#233;rialistes m&#233;cr&#233;ants. Il serait cependant n&#233;cessaire de compl&#233;ter tout cela par une analyse plus pouss&#233;e du fonctionnement &#233;conomique d'un groupe jihadiste. L'&#201;tat islamique n'est pas seulement un groupe arm&#233; voulant implanter le califat, mais aussi une mafia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il nous faudrait donc une th&#233;orie du capital criminel. Car, d'un point de vue purement abstrait, &#171; le salariat r&#232;gne &#224; Mossoul autant qu'&#224; Milan &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#171; Califat et barbarie &#187;, 2e partie : &#171; De l'utopie &#187;, 2015.&#034; id=&#034;nh4-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, le prol&#233;taire de Mossoul a cependant bien plus de chances d'&#234;tre destin&#233; &#224; autre chose qu'au salariat que celui de Milan. S'il est enr&#244;l&#233; de force par l'&#201;tat islamique, peut-on encore parler d'un &#171; salari&#233; &#187; ? Lorsqu'un prol&#233;taire pr&#234;te all&#233;geance au calife, il met sa vie dans ses mains, la peur du licenciement est remplac&#233;e par celle de la mort. La m&#234;me chose est valable pour le prol&#233;taire qui rejoint la Camorra, Los Zetas ou la Mara Salvatrucha. Mais quoi faire d'autre ? Face &#224; la violence des effets de la crise dans les zones p&#233;riph&#233;riques, ces groupes mafieux sont souvent les seuls employeurs potentiels. Ainsi, le capital criminel donne un emploi &#224; un prol&#233;tariat surnum&#233;raire abandonn&#233; depuis longtemps par les autres fractions du capital, il en devient le dispositif de disciplinarisation. Les groupes mafieux m&#232;nent des guerres pour contr&#244;ler des territoires o&#249; racketter des parts de plus-value, principalement dans les zones p&#233;riph&#233;riques de l'&#233;conomie globale, et ils tentent g&#233;n&#233;ralement ensuite de planquer le butin dans les zones pacifi&#233;es du centre. Il faudrait examiner ce ph&#233;nom&#232;ne en lien avec la restructuration et sa crise, la baisse tendancielle du taux de profit et la gestion du prol&#233;tariat surnum&#233;raire. Pour l'instant, une chose est s&#251;re : contrairement au reste de l'&#233;conomie globale, ce secteur est en plein boom et nous donne peut-&#234;tre une id&#233;e de quoi demain sera fait.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Novembre 2018&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb4-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre&lt;/i&gt;, La Mas d'Azil, niet!&#233;ditions, 2016, S. 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, &lt;i&gt;Daesh, paroles de d&#233;serteurs&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2018, S. 116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 90-91.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part of Network&#8220;, 9. April 2013, online verf&#252;gbar, aber nur noch im Cache, urspr&#252;nglicher Artikel gel&#246;scht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria&#8220;, 8. November 2013, online verf&#252;gbar im Cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat &#187; in Ismail K&#252;peli (Hg.), &lt;i&gt;Kampf um Koban&#234;. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens&lt;/i&gt;, M&#252;nster, Edition Assemblage, 2015, S. 158.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, &#8222;Auz&#252;ge aus dem &#8218;Brief an Bin Laden und al-Zawahiri&#8220; in Gilles Kepel (&lt;i&gt;et al&lt;/i&gt;., Hg.), &lt;i&gt;Al-Qaida. Texte des Terrors&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2006 [2005], S. 479.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi&#8220; in Gilles Kepel (&lt;i&gt;et al&lt;/i&gt;., Hg.), &lt;i&gt;Al-Qaida dans le texte&lt;/i&gt;, Paris, PUF, 2008 [2005], S. 437-439. Auffallend ist der br&#252;ske &#220;bergang zum Du. Dieser Brief von 2005 war in der franz&#246;sischen Erstausgabe nicht enthalten und fehlt somit in der deutschen Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, Piper, 2004 [2000], S. 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 88-89.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 90.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 109.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;, Februar 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;, zweiter Teil: &#8222;Von der Utopie&#8220;, 2015, online verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas d'Azil, niet!&#233;ditions, p. 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, Paris, Gallimard, 2018, p. 116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 90-91.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Agence France-Presse, &#171; Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part of Network &#187;, 9 avril 2013, disponible en ligne en cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Agence France-Presse, &#171; Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria &#187;, 8 novembre 2013, disponible en ligen en cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat &#187; in Ismail K&#252;peli (&#233;d.), Kampf um Koban&#234;. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens, M&#252;nster, Edition Assemblage, 2015, p. 158.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abou Moussab al-Zarqaoui, &#171; Lettre &#224; Ben Laden et al-Zawahiri &#187; in Gilles Kepel (et al., &#233;ds.), Al-Qaida dans le texte, Paris, PUF, 2008 [2005], p. 413.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#171; Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi &#187; in ibid., p. 437-439. On notera le passage brusque au tutoiement.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, Jihad, Paris, Folio, 2003 [2000], p. 28.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 115.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 109.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie communiste, n&#176; 18, 2003, p. 113.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &#171; Califat et barbarie &#187;, 2e partie : &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=728&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; De l'utopie &#187;&lt;/a&gt;, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Die ersch&#252;tternde N&#252;chternheit der Geisteskranken (zur Rezension in der konkret 4/17)</title>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;W&#228;hrend unserer manischen Phasen kommt es bisweilen vor, dass wir einfach unbedacht und willk&#252;rlich irgendwelche Zeitschriften kaufen. So sind wir auf die Rezension des Buches Kalifat und Barbarei in der konkret Nr. 4/17 gestossen. Sie wurde von Friedrich C. Burschel geschrieben, er ist Journalist und Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wenn der Staat seine Dienste zur Verteidigung der Demokratie ben&#246;tigt, ist er als guter Demokrat selbstverst&#228;ndlich zur Stelle, so war er z.B. Leiter (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/konkret.svg.png?1689355243' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='56' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;W&#228;hrend unserer manischen Phasen kommt es bisweilen vor, dass wir einfach unbedacht und willk&#252;rlich irgendwelche Zeitschriften kaufen. So sind wir auf die Rezension des Buches &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kalifat und Barbarei&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; in der &lt;i&gt;konkret&lt;/i&gt; Nr. 4/17 gestossen. Sie wurde von Friedrich C. Burschel geschrieben, er ist Journalist und Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wenn der Staat seine Dienste zur Verteidigung der Demokratie ben&#246;tigt, ist er als guter Demokrat selbstverst&#228;ndlich zur Stelle, so war er z.B. Leiter der Landeskoordinierungsstelle &#8222;Bayern gegen Rechtsextremismus&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ungl&#252;cklicherweise leidet er offensichtlich an akuter Dyslexie, denn er glaubt tats&#228;chlich, es gehe dem Autor darum, &#8222;beim IS emanzipatorische Elemente [&#8230;] herauszuarbeiten&#8220;. Der Autor kommt jedoch auf S. 83 zu folgendem Schluss: &#8222; Als Tagtraum und neue Phase eines Albtraums kann diese gigantische, reaktion&#228;re ZAD rund um den Tigris und den Euphrat nur als monstr&#246;se Variante einer kapitalistischen Weltordnung verstanden und bek&#228;mpft werden, dessen Feind sie vorgibt zu sein.&#8220; Eine Lobrede t&#246;nt definitiv anders.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vermutlich vermisst der Kritiker die Gegen&#252;berstellung von westlicher Zivilisation und islamistischer Barbarei. Darauf deuten seine Emp&#246;rung dar&#252;ber, dass der IS so etwas vermeintlich positives wie einen Rechtsstaat aufbauen k&#246;nnte, und die Beschreibung desselben als &#8222;faschistoid-repressiv&#8220;. Der Hinweis auf die Repression ist trivial, jeder Staat benutzt sie. Die Charakterisierung des IS als &#8222;faschistoid&#8220; d&#252;rfte hingegen Teil seines politischen Programms sein. Der Duden definiert das Adjektiv folgendermassen: &#8222;faschistische Z&#252;ge zeigend&#8220;. Der Erkenntnisgewinn ist also nahe bei null, denn der Begriff ist dermassen vage, dass letztendlich alle Staaten so beschrieben werden k&#246;nnen. In Teilen der deutschen Linken versucht man permanent den Islamismus in die N&#228;he des Nationalsozialismus und des Faschismus zu r&#252;cken, damit man endlich die Geschichte als Farce wiederholen und mit dem Aufbau einer neuen Allianz beginnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Historisch betrachtet hat der zeitgen&#246;ssische Islamismus damit allerdings herzlich wenig zu tun. Obwohl die ideologischen Wurzeln in den Debatten innerhalb der Muslimbruderschaft zu finden sind und diverse theologische Elemente schon seit Jahrhunderten von islamischen Gelehrten diskutiert werden, kann man die gegenw&#228;rtige Form des jihadistischen Salafismus nicht verstehen, wenn man sich nicht mit der kapitalistischen Restrukturierung seit den 1970er Jahren befasst. Der &#214;lpreisschock 1973 f&#252;hrte dazu, dass man in Saudi-Arabien pl&#246;tzlich viel mehr Kleingeld zur Verf&#252;gung hatte als geplant. Zu diesem Zeitpunkt begann das saudische K&#246;nigshaus eine gewaltige ideologische Offensive zur Verbreitung des Wahhabismus. Weltweit wurden (und werden immer noch) Koranschulen und Moscheen finanziert und so l&#246;ste der Islamismus nach und nach den panarabischen Nationalismus als vorherrschende Ideologie der rebellischen Jugend ab&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe u.a. Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und (...)&#034; id=&#034;nh5-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Th&#233;orie communiste hat den Islamismus 2003 als &#8222;Opposition gegen die Globalisierung&#8220; bezeichnet, &#8222;die sich auf ihrer Ebene und in den gleichen Begriffen wie sie verortet, sie konstituiert sich nicht einmal als Alternative zu ihr. Sie ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;, 2003.&#034; id=&#034;nh5-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Karl-Heinz Lewed kommt in einem etwas j&#252;ngeren Text zu einem &#228;hnlichen Schluss: &#8222;Den zentralen Widerspruch, auf welchen die islamistische Ideologie des Niedergangs verweist, k&#246;nnte und kann nur in der Tatsache gefunden werden, dass, obwohl der Rahmen der gesellschaftlichen Netzwerke auf modernen Formen beruht, die Universalisierung der Produktion abstrakten Reichtums in diesen Formen scheiterte. Sie repr&#228;sentiert eine spezifische ideologische und (post)politische Form des Niedergangs der vereinnahmenden Modernisierung, womit sie als solche an der Kontinuit&#228;t dieses Prozesses beteiligt ist. Sowohl die Entstehung, als auch der Niedergang der Form des Nationalstaates sind konstitutiv f&#252;r die Entstehung des Islamismus.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl-Heinz Lewed, &#8222;Curtains for Universalism: Islamism as Fundamentalism (...)&#034; id=&#034;nh5-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Islamismus ist also weder eine archaische Form des Islams, noch ein entferntes Enkelkind des Faschismus und/oder des Nationalsozialismus. Er ist ein zutiefst modernes und postmodernes Ph&#228;nomen, das mit sterilen Extremismusvergleichen nicht erfasst werden kann. Diese Modernit&#228;t zeigt sich notabene &#8211; auch wenn man dar&#252;ber erstaunt sein mag &#8211; in seinem Frauenbild. Im Gegensatz zum traditionellen Fundamentalismus darf sich die Frau im Islamismus unter gewissen Umst&#228;nden an der &#246;ffentlichen Sph&#228;re beteiligen. Hierin findet man die konzeptuelle Erkl&#228;rung f&#252;r die Bedeutung jener Tatsache, welche unser Kritiker f&#252;r so nebens&#228;chlich h&#228;lt, n&#228;mlich dass Frauen in Raqqa ein Auto lenken d&#252;rfen, aber nicht in Riad. Olivier Roy stellte das schon 1992 fest: &#8222;Die Frauenfrage ist [&#8230;] einer der Punkte des Bruches des Islamismus mit dem traditionellen Fundamentalismus. Die Islamisten halten die Rolle der Frau in der Bildung und der Gesellschaft f&#252;r wesentlich. Sie sehen sie als Person und nicht mehr nur als Instrument zur Befriedigung der sexuellen Begierde und zur Reproduktion.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Seuil, 1992, S. 82.&#034; id=&#034;nh5-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nat&#252;rlich ist das alles nicht gleichbedeutend mit jeglicher emanzipatorischen feministischen Perspektive, doch das wird im Text auch nirgends behauptet. Weiter ist der Vorwurf unhaltbar, dass die Massaker gegen Jesiden und anderen als &#8222;ungl&#228;ubig&#8220; qualifizierten Gemeinschaften nirgends erw&#228;hnt werden. Vermutlich hat unser Kritiker die Seite 74 versehentlich &#252;berbl&#228;ttert, darum helfen wir ihm ein bisschen nach: &#8222;Und die ermordeten, vergewaltigten und versklavten schiitischen, christlichen und jesidischen Frauen? [&#8230;] Sie &lt;i&gt;verdienen&lt;/i&gt; dieses Schicksal, weil sie in der Logik des IS juristisch nicht in die Kategorie &#8218;Frauen&#8216; geh&#246;ren, dazu geh&#246;ren nur muslimische Frauen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch was den Antirassismus betrifft, wurde nirgends behauptet, Raqqa sei die bunteste Stadt der Welt. Der antirassistische Diskurs des IS ist allerdings eine Tatsache, denn im Kalifat wird die Zugeh&#246;rigkeit zur Gemeinschaft nicht durch die Nation, sondern durch die Religion bestimmt. Es gibt kein Volk, nur die Umma. Das f&#252;hrt durchaus auch manchmal zu Spannungen, so beklagten sich beispielsweise die K&#228;mpfer des Kalifats, als sie die libysche K&#252;stenstadt Sirte noch kontrollierten, &#252;ber den Rassismus der lokalen Bewohner. Als Reaktion berief der IS ein &#8222;Vers&#246;hnungstreffen&#8220; ein und warnte die Bewohner in einem Flugblatt, dass Rassismus nicht toleriert werde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Beheadings and racial tension: Life under Islamic State&#8220;, BBC News, (...)&#034; id=&#034;nh5-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Selbstverst&#228;ndlich l&#228;sst sich der Rassismus nicht per Dekret abschaffen, das beweist ein britischer IS-K&#228;mpfer, der sich in einem ausf&#252;hrlichen Text &#252;ber die angeblich schlechten Manieren seiner arabischen &lt;i&gt;akhis&lt;/i&gt; beklagt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Ab&#363; Sa'eed Al-Brit&#257;n&#299;, &#8222;Culture Clash: Understanding the Syrian (...)&#034; id=&#034;nh5-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesen paar Abs&#228;tzen sind die grundlegendsten Verleumdungen unseres Kritikers wohl widerlegt. Tristan Leoni meinte zwar, mit Leuten, die nicht lesen k&#246;nnen, lohne es sich nicht, zu diskutieren, und damit hat er grunds&#228;tzlich recht. Trotzdem kann eine solche Rezension voller L&#252;gen und Beleidigungen nicht unkommentiert stehen gelassen werden. Burschel mag emp&#246;rt sein &#252;ber die ersch&#252;tternde N&#252;chternheit eines Autoren, der davon ausgeht, dass man den Lesern nicht erkl&#228;ren muss, dass man Massenvergewaltigungen oder andere Grausamkeiten verurteilt. Und da er von der Materie des Buches vermutlich wenig bis gar nichts versteht, begn&#252;gt er sich damit, uns zu beleidigen. Er glaubt, die Taten des IS seien &#8222;wesentlich kriminell&#8220; und vergisst dabei, dass Kriminalit&#228;t definitionsgem&#228;ss keine Essenz ist, sondern von der herrschenden Gesetzgebung definiert wird. Diese Bemerkung entlarvt seinen sozialdemokratischen Standpunkt, denn im Gegensatz zu unserem Kritiker wollen wir weder Fanta, noch Fatwa, sondern schlicht und einfach den Kommunismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;13.05.17&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb5-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe u.a. Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, Piper, 2002 (2000), S. 85-102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;, 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl-Heinz Lewed, &#8222;Curtains for Universalism: Islamism as Fundamentalism in Modern Social Form&#8220; &lt;i&gt;in&lt;/i&gt;: Neil Larsen (&lt;i&gt;et al.&lt;/i&gt;, Hg.), &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.mcmprime.com/files/Marxism-and-the-Critique-of-Value.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Marxism and the Critique of Value&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, MCM&#8216; Publishing, 2014, S. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Seuil, 1992, S. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-africa-36600666&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Beheadings and racial tension: Life under Islamic State&#8220;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;BBC News&lt;/i&gt;, 23. Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Ab&#363; Sa'eed Al-Brit&#257;n&#299;, &lt;a href=&#034;https://web.archive.org/web/20201111165647/https://archive.is/5RtdO#selection-261.0-261.44&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Culture Clash: Understanding the Syrian Race&#8220;&lt;/a&gt;, online verf&#252;gbar, 24. August 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Tristan Leoni - Kalifat und Barbarei</title>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
		<dc:subject>Tristan Leoni</dc:subject>
		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>
		<dc:subject>Irak</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Erster Teil: Vom Staat &lt;br class='autobr' /&gt;
Zweiter Teil: Von der Utopie &lt;br class='autobr' /&gt;
Dritter Teil: Warten auf Raqqa &lt;br class='autobr' /&gt;
Vierter Teil: Der Endkampf? &lt;br class='autobr' /&gt;
Die Araber waren als S&#246;ldner oder als Hilfstruppen die unerl&#228;&#223;liche St&#252;tze der gro&#223;en Reiche. Man kaufte ihre Mitwirkung, man f&#252;rchtete ihre Erhebungen, man spielte ihre St&#228;mme gegeneinander aus. Warum sollten sie ihren Wert nicht zu ihrem eigenen Vorteil nutzen? Um dies zu erreichen, bedurfte es eines m&#228;chtigen Staates, der Arabien zu einen vermochte. Ein solcher Staat (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Tristan-Leoni" rel="tag"&gt;Tristan Leoni&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/kalifat_und_barbarei_cover.jpg?1689358653' class='spip_logo spip_logo_right' width='93' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#ErsterTeil&#034;&gt;Erster Teil: Vom Staat&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#ZweiterTeil&#034;&gt;Zweiter Teil: Von der Utopie&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#DritterTeil&#034;&gt;Dritter Teil: Warten auf Raqqa&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#VierterTeil&#034;&gt;Vierter Teil: Der Endkampf?&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die Araber waren als S&#246;ldner oder als Hilfstruppen die unerl&#228;&#223;liche St&#252;tze der gro&#223;en Reiche. Man kaufte ihre Mitwirkung, man f&#252;rchtete ihre Erhebungen, man spielte ihre St&#228;mme gegeneinander aus. Warum sollten sie ihren Wert nicht zu ihrem eigenen Vorteil nutzen? Um dies zu erreichen, bedurfte es eines m&#228;chtigen Staates, der Arabien zu einen vermochte. Ein solcher Staat konnte die erworbenen Reicht&#252;mer und den Handel in Schutz nehmen und die Habgier der besonders mittellosen Beduinen nach au&#223;en ablenken, anstatt sie die Handelst&#228;tigkeit der Araber selber hindern zu lassen. Die s&#252;darabischen Staaten, die den Nomaden gegen&#252;ber zu kolonialistisch waren und sich trotz ihrer fernen Verwandtschaft zu wenig um die Beduinen k&#252;mmerten, hatten in dieser Mission versagt.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Das gro&#223;e Bed&#252;rfnis der Epoche bestand in einem arabischen Staate, der von einer arabischen Ideologie geleitet und den neuen Verh&#228;ltnissen angepa&#223;t war, der jedoch dem Milieu der Beduinen, denen er ihren Platz einr&#228;umen mu&#223;te, noch nahe genug stand, einem Staate, der eine mit den gro&#223;en Reichen gleichrangige und gleicherma&#223;en geachtete Macht bildete. Die Wege waren f&#252;r den genialen Mann geebnet, der es besser als irgendein anderer verstand, diesem Bed&#252;rfnis zu entsprechen. Bald sollte dieser Mann zur Welt kommen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Mohammed&lt;/i&gt;, 1975 (1961), S. 44-45.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Anmerkung: Dieser Artikel war daran, geschrieben zu werden, als es zu den Angriffen am 13. November 2015 in Paris kam. Er ist also kein Positionsbezug von DDT21 zu diesen Ereignissen. Doch er k&#246;nnte es sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Geburt eines Staates ist weder g&#228;ngig, noch r&#252;hrend. Und der Fr&#252;hgeborene, der Proto-Staat ist, obwohl sehr zerbrechlich, schon sch&#228;dlich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Mit der gegenw&#228;rtigen Restrukturierung des Nahen Ostens erleben wir die Konstitution von neuen Einheiten, die bekanntesten davon sind der Islamische Staat (IS) und Rojava (Westkurdistan). Letztere sei als Musterbeispiel der Demokratie und des Feminismus ein Schutzwall gegen die Barbarei ersterer. Denn der Islamische Staat ist ein Monster, die Bilder beweisen es. Alles beweist es. Man m&#252;sste ihn &#252;brigens &lt;i&gt;Daesch&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Arabische Abk&#252;rzung f&#252;r den alten Namen des IS, den er von April 2013 bis (...)&#034; id=&#034;nh6-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; nennen, denn er habe die &#8222;noble&#8220; Bezeichnung Staat nicht verdient und habe &#8222;nichts&#8220; mit dem Islam &#8222;zu tun&#8220;. Die Erkl&#228;rung sollte reichen. Sie gen&#252;gt jedoch nicht, um zu verstehen, wieso und wie 8 bis 10 Millionen Leute seit Monaten in einem Territorium leben, das mit dem Rest des Planeten im Krieg steht. Die Tage des Kalifats sind wahrscheinlich gez&#228;hlt, doch die Frage bleibt: Wieso funktioniert es?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alle Blicke sind auf den IS gerichtet, doch sein Bild ist vernebelt. Der Abglanz, welcher uns via Medien erreicht, ist jener eines Jahrmarkts der Grausamkeiten, die sorgf&#228;ltig in Szene gesetzt werden, oder Episoden des Krieges, die von obskuren politisch-milit&#228;rischen Interessen abh&#228;ngen, z.B. die Schlacht von Koban&#234;. Aber unter den &#8222;Rebellengruppen&#8220;, die w&#228;hrend dem irakisch-syrischen Konflikt entstanden sind, ist der IS die einzige, welche versucht, eine Art staatliche Struktur aufzubauen und sich auf ein strukturiertes und ambiti&#246;ses politisches Projekt st&#252;tzt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das Projekt der PYD beschr&#228;nkt sich auf den syrischen Teil Kurdistans (...)&#034; id=&#034;nh6-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;: den Wiederaufbau des 1258 verschwunden Kalifats, der eine Kritik der Welt, ihrer Funktionsweise, des Westens, der Demokratie, des Nationalismus usw. impliziert. Bedeutet das, dass es eine Kritik des &lt;i&gt;Kapitalismus&lt;/i&gt; ist? Sicher nicht, eher jene einiger seiner &#220;bel und Exzesse, jene, welche das freie und harmonische Funktionieren einer ertr&#228;umten Kalifatsgesellschaft beeintr&#228;chtigen &#8211; und v.a. ihrer Wirtschaft.&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;ErsterTeil&#034;&gt;Erster Teil: Vom Staat&lt;/h3&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;&#8222;Das beste w&#228;r so'n autorit&#228;rer Herrscher, der ganz gut ist und ganz lieb und ordentlich.&#8220;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Lilo Pempeit zu ihrem Sohn Rainer Werner, 1977.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Wir werden nicht auf die jahrhundertealten Urspr&#252;nge und die K&#252;nstlichkeit der Staaten und Grenzen der Region zur&#252;ckkommen und auch nicht auf die Aufst&#228;nde 2011, die in Syrien und Irak einem B&#252;rgerkrieg und dann, ziemlich schnell, einer milit&#228;rischen Konfrontation Platz gemacht haben, die mehrere Lager hat und eine Unzahl an lokalen und internationalen Akteuren mit allerseits wechselnden Strategien und B&#252;ndnissen zusammenbringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Genealogie des IS, der anfangs die irakische Sektion der Al Qaida war und nun autonom geworden ist, ist ebenfalls h&#246;chst komplex&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu dieser Frage, siehe Myriam Benraad, Irak, la revanche de l'histoire, (...)&#034; id=&#034;nh6-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, doch bevor seine Truppen eine Reihe an &#252;berraschenden Siegen w&#228;hrend dem Sommer 2014 feiern konnten, interessierte sie kaum jemanden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die milit&#228;rische Frage&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS war am Anfang nur eine der Widerstandsgruppen gegen die amerikanische Besatzung im Irak (und somit eine terroristische Gruppe); doch ab 2009 profitiert er vom Anschluss von Tausenden sunnitischer K&#228;mpfer von Milizen und von Hunderten ehemaligen Offizieren der irakischen Armee&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ab 2006 hatte Bagdad in den al-Sahwa-Komitees (das Erwachen) sunnitische (...)&#034; id=&#034;nh6-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der milit&#228;risch sehr effiziente IS ist von einem betr&#228;chtlichen Teil der sunnitischen Bev&#246;lkerung des Iraks als &#8222;Befreiungsarmee&#8220; wahrgenommen und als solche gefeiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, Le Pi&#232;ge Daech, La D&#233;couverte, 2015, S. 17.&#034; id=&#034;nh6-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und viele Stammesf&#252;hrer haben sich entschieden, ihm Treue zu schw&#246;ren. Das erkl&#228;rt, weshalb etliche Orte so leicht in seine H&#228;nde gefallen sind (z.B. Mosul) und weshalb die (schiitischen) Truppen Bagdads in diesen Regionen nur wenig Widerstand geleistet haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS hat sich auch ein bedeutendes Arsenal angeeignet, das ihm ab 2013 dazu dient, sich in Syrien auszubreiten; in diesem Land werden die Orte dank heftigen K&#228;mpfen gegen andere islamistische Gruppen oder dank dem Anschluss derselben erobert. Im allgemeinen Chaos bringen ihm seine logistischen und Herrschaftskompetenzen eine gewisse Popularit&#228;t in der Bev&#246;lkerung. Erst in einer zweiten Phase lanciert er Offensiven gegen Rojava und das Regime von Damaskus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist bemerkenswert, dass der IS sehr um das &#220;berleben seiner K&#228;mpfer besorgt scheint und nicht z&#246;gert, falls notwendig Positionen aufzugeben (die Frage der Selbstmordattentate ist etwas anderes). Diese Armee z&#228;hle gem&#228;ss Sch&#228;tzungen zwischen 30'000 und 100'000 M&#228;nner: viele ehemalige irakische K&#228;mpfer von Milizen, Araber und Kurden und mindestens 20'000 ausl&#228;ndische Freiwillige. Ihr Sold wird regelm&#228;ssig ausgezahlt, was Pl&#252;nderungen, Diebst&#228;hle und Erpressungen beschr&#228;nkt, die andere Rebellengruppen gewohnheitsm&#228;ssig betreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der blutr&#252;nstige und gnadenlose Ruf seiner Truppen wird bewusst gepflegt; da er die Genfer Konvention nicht unterzeichnet hat, respektiert der IS &#252;berhaupt keine &#8222;Regel&#8220; des Krieges, allen voran gegen jene, welche er als ungl&#228;ubig oder abtr&#252;nnig betrachtet. Seine Gegner erlangen, unabh&#228;ngig von ihren Machenschaften, eine Aura der Achtbarkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Verwaltung eines Territoriums&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiederherstellung des Kalifats unter dem Namen Islamischer Staat ist am 29. Juni 2014 in der Nuri-Grossmoschee von Mosul verk&#252;ndet worden. Die Debatte &#252;ber den Begriff &#8222;Staat&#8220; hat seither nie aufgeh&#246;rt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe die Interviews mit Philippe-Joseph Salazar, die seit November 2015 (...)&#034; id=&#034;nh6-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Wort ein begrenztes Territorium beschreibt, innerhalb welchem eine souver&#228;ne Autorit&#228;t ihre Gesetze gegen eine fixe Bev&#246;lkerung durchsetzt, &#252;ber eine Armee und eine Wirtschaft verf&#252;gt, so &#228;hnelt der IS eher einem Staat, denn gewisse heute (mehr oder weniger) international anerkannte Einheiten (Liberia, Somalia, Jemen, Vatikan, Luxemburg, Libyen, S&#252;dsudan usw.), und nur beschr&#228;nkt einer terroristischen Gruppe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur die Instabilit&#228;t seiner Grenzen widerspricht dem westlichen Staatsmodell, doch der Krieg ist nicht der einzige Grund daf&#252;r:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Kann das Wort 'Dawla', das gew&#246;hnlich auf Arabisch f&#252;r 'Staat' benutzt wird und Teil der Abk&#252;rzung 'Daesch' ist, pr&#228;zis mit 'Staat' &#252;bersetzt werden? In der Geschichte der arabischen und muslimischen Welt beschreibt dieses Wort in der Tat Regierungsformen, die nicht viel mit der westlichen Geschichte des Wortes Staat zu tun haben. Es verweist auf die Ideen von 'Statik', Territorialit&#228;t, Grenze, Souver&#228;nit&#228;t, Unterscheidung zwischen dem Politischen und dem Sozialen, kurz auf ganz andere Dinge als das, was in der Geschichte der muslimischen Welt geschehen ist.&#8220; (Bernard Badie)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Interview mit Bernard Badie, Afrique Asie, Oktober 2015, S. 33.&#034; id=&#034;nh6-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Frage der Form hat der IS schon Stellung bezogen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Jene, welche P&#228;sse, Grenzen, Botschaften und Diplomatie wollen, haben nicht verstanden, dass die Anh&#228;nger der Religion von Ibr&#226;h&#238;m [&#8230;] nicht an diese heidnischen G&#246;tzen glauben und sie als Feinde betrachten. [&#8230;] Wir wollen den Staat des Propheten wieder aufbauen und jenen der vier rechtgeleiteten Kalifen; und nicht den Nationalstaat von Robespierre, Napoleon oder Ernest Renan.&#8220; (&lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dar al-Islam, Nr. 3, M&#228;rz-April 2015, S. 14 (Dar al-Islam ist die (...)&#034; id=&#034;nh6-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS verwaltet ein Territorium von 300'000 km&#178;, das von 8 bis 10 Millionen Einwohnern bev&#246;lkert ist. Er hat sofort Institutionen im kontrollierten Territorium aufgebaut (oder sie ver&#228;ndert). Sie sind rund um eine reduzierte Zentralverwaltung (sieben Ministerien neben dem Kalifen), einem Kriegsrat und sieben von einer Schura assistierten Provinzgouverneuren strukturiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die beiden grossen Zonen (Syrien und Irak) verf&#252;gen &#252;ber eine konsultative Versammlung, die aus Imamen, Predigern, den Notabeln der St&#228;dte und den Anf&#252;hrern der St&#228;mme bestehen, wo nicht alle Stimmen das gleiche Gewicht haben, jedoch der Konsens gesucht wird. Die Demokratie als westliche und &#8222;g&#246;tzendienerische&#8220; Erfindung wird abgelehnt und legislative Gewalt ist nutzlos: Die Scharia reicht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Raqqa (200'000 Einwohner) ist &lt;i&gt;de facto&lt;/i&gt; die Verwaltungshauptstadt, Mosul (2.5 Millionen Einwohner) die religi&#246;se Hauptstadt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn er ein Territorium erobert, gibt der IS die Macht lokalen Akteuren zur&#252;ck (oder l&#228;sst sie ihm Amt, wenn er ihnen vertraut): Stammesf&#252;hrer, Quartierchefs, unter der Bedingung, dass sie dem IS ausschliessliche Treue schw&#246;ren, keine anderen Embleme als jenes des IS tolerieren und seine sittlichen Benimmregeln respektieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass die Regierung des Kalifats sich brutal durch Gewalt und Willk&#252;r durchsetzt, ist gewiss kein Grund, ihr den Namen Staat abzusprechen, ganz im Gegenteil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aussergew&#246;hnliche Repression &#8211; und gew&#246;hnliche&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In einer Region, die in dieser Hinsicht ziemlich gut bedient ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rojava stellt die einzige Ausnahme dar. Die Chancen, dort willk&#252;rlich (...)&#034; id=&#034;nh6-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ist der IS eines der repressivsten Regime, doch es ist v.a. das einzige, das eine derartige Schaufensterauslage seiner &#8222;Grausamkeiten&#8220; macht. F&#252;r westliche Gesellschaften, die eine &lt;i&gt;Entbrutalisierung&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Sinne von George Mosse, jenem Historiker, der das Konzept der (...)&#034; id=&#034;nh6-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erlebt haben, kann das nur das Werk von &#8222;Barbaren&#8220; sein, d.h. sie sprechen nicht &#8222;unsere&#8220; Sprache.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Gebieten, die er kontrolliert, baut der IS jedoch eine Art Rechtsstaat wieder auf und &#8222;erf&#252;llt&#8220; somit &#8222;die Erwartungen der lokalen Akteure&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 15-16.&#034; id=&#034;nh6-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Irak hat er die schiitischen Truppen verjagt, die von der Bev&#246;lkerung als verabscheuenswerte Besatzungsarmee betrachtet wurden, eine &lt;i&gt;check point army&lt;/i&gt;, deren Pr&#228;senz nur &#220;bergriffe, Gewalt, Vergewaltigungen, Erpressung, verallgemeinerte Korruption und Unsicherheit zur Folge hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Armee von Bagdad, die von organisierter Abwesenheit und starker (...)&#034; id=&#034;nh6-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In einer Stadt wie Mosul, wo das Schmiergeld und der Klientelismus regierten, waren die ersten, h&#246;chst symbolischen, wenig aufw&#228;ndigen und sehr mediatisierten Massnahmen des neuen Regimes die Entlassung und &#246;ffentliche Hinrichtung der Korrupten. Die Einwohner stellen fest, dass &#8222;die Lage eindeutig besser ist als vorher, als es nicht mehr auszuhalten war&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 29.&#034; id=&#034;nh6-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn in Mosul die Ordnung herrscht, so ist das auch wegen einer gnadenlosen Repression. Aber sie ist weit davon entfernt, von einem t&#246;dlichen, unkontrollierten Wahnsinn diktiert zu sein, sie richtet sich nach kalten Staats- und Verwaltungslogiken und findet in einer w&#246;rtlichen Interpretation des Korans und der Hadithe (Handlungen und Worte des Propheten) ihre Legitimit&#228;t. Diese scheussliche, &#252;bermediatisierte Repression l&#228;sst sich in drei Kategorien einteilen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1) Politisch-medial&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um Hinrichtungen von Geiseln, die von den Medien des Kalifats in Szene gesetzt werden, um die Abendl&#228;nder zu schockieren. Sie nehmen einen prominenten Platz in den westlichen Medien ein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese Bilder kommen nicht &#252;ber die gleichen Kan&#228;le wie z.B. die (...)&#034; id=&#034;nh6-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2) &#8222;Kriegsverbrechen&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um ebenfalls sehr mediatisierte Massaker, die vom IS in den Stunden und Tagen nach der Eroberung einer Stadt oder eines neuen Territoriums begangen werden. Neben den Hinrichtungen von Anh&#228;ngern oder Schergen von anderen Regimen, oder sogar von demokratischen Aktivisten, die allen vorhergehenden Gruppen entkommen sind, kann die neue Kalifatsverwaltung die noch pr&#228;senten religi&#246;sen Minderheiten nicht &#252;bersehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine Behandlung, die durch ihre Praktiken und ihren religi&#246;sen Rahmen an (...)&#034; id=&#034;nh6-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Leute des Buches (die Christen) haben drei M&#246;glichkeiten: Bekehrung, Status als &lt;i&gt;dhimmi&lt;/i&gt; (B&#252;rger zweiter Klasse, aber gesch&#252;tzt) oder Exil. Viele haben schon vor dem Ankommen des IS letzteres gew&#228;hlt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die dhimmitude, die streng und zwingend ist, beinhaltet allen voran die (...)&#034; id=&#034;nh6-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Heiden&#8220; (die Jesiden z.B.) werden nicht einmal als Menschen betrachtet und haben somit &#252;berhaupt kein Recht. Sie m&#252;ssen get&#246;tet oder versklavt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Apostaten (Atheisten oder Bekehrte) verdienen schlicht und einfach den Tod. Der IS benutzt h&#228;ufig den &lt;i&gt;takfir&lt;/i&gt;, ein Verfahren, das es erlaubt, einem Gegner abzusprechen, Muslim zu sein, und aus ihm einen Apostaten zu machen (das gilt f&#252;r die Schiiten, aber auch f&#252;r praktisch alle Sunniten, die Gegner des IS sind).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sich der IS zum Ziel gemacht hat, strikt anzuwenden, was gem&#228;ss ihm Teil der koranischen Vorschriften ist, handelt es sich hier nur um Theorie. In der Praxis, w&#228;hrend den K&#228;mpfen, sind die Betreuung und die Disziplin noch nicht auf h&#246;chstem Niveau, &#8222;Fehlverhalten&#8220; und &#8222;&#220;bergriffe&#8220; sind gang und g&#228;be.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wiedereinf&#252;hrung der Sklaverei ist eine Folge der milit&#228;rischen Erfolge. Die gefangengenommenen Frauen und Kinder (&#8222;Ungl&#228;ubige&#8220;) werden als Teil der Beute betrachtet, die gerecht verteilt werden muss (oder zumindest der Ertrag ihres Verkaufs). Die Opfer werde somit in Bedienstete und/oder &#8222;Kebsen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abdel Bari Atwan, Islamic State: The Digital Caliphate, London, Saqi (...)&#034; id=&#034;nh6-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; verwandelt (einige sollen von t&#252;rkischen Zuh&#228;ltern gekauft worden sein). Auch hier ist der IS &#252;berzeugt, die Angaben im Koran hinsichtlich dieser Praxis buchstabengetreu anzuwenden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es ist problematisch, diese Machenschaften als &#8222;barbarisch&#8220; zu bezeichnen, (...)&#034; id=&#034;nh6-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3) Gew&#246;hnliche Justiz&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r viele Kommentatoren ist die allt&#228;gliche Justiz und das Strafrecht jener Dienst, welcher im Kalifat am effizientesten funktioniert. Religi&#246;se Richter, die &lt;i&gt;qadis&lt;/i&gt;, sind &#252;ber das ganze Territorium nominiert worden und haben sich im Justizpalast eingerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt verschiedene Strafen: Busse, Beschlagnahmung, &#246;ffentliche oder nicht-&#246;ffentliche Auspeitschung (z.B. weil man eine Zigarette geraucht hat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aufgrund ihrer Gef&#228;hrlichkeit wird die Zigarette mit dem im Islam (...)&#034; id=&#034;nh6-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), Gef&#228;ngnis, Amputation (f&#252;r einen Dieb), verschiedene Hinrichtungstechniken (wegen Ehebruch, Homosexualit&#228;t, Vergewaltigung, Korruption usw.). Es geht um Abschreckung und die Statuierung eines Exempels, die Hinrichtungen sind &#246;ffentlich und die Leichen werden vorgef&#252;hrt. Der R&#252;ckgang der Kriminalit&#228;t sei betr&#228;chtlich.&lt;br class='autobr' /&gt;
Man findet Aspekte dieser Praktiken in anderen muslimischen L&#228;ndern, allen voran in Saudi-Arabien.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Justiz geniesse bei der Bev&#246;lkerung einen &#8222;Ruf der Unbefangenheit&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Administration, police, communication&#8230; Daech, les rouages d'un (...)&#034; id=&#034;nh6-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Medien des IS heben nat&#252;rlich Beispiele hervor, die zeigen, dass die Jihadisten nicht &#252;ber dem Recht stehen: Hie und da wird ein Verantwortlicher wegen Korruption gekreuzigt oder ein K&#228;mpfer wegen einer Vergewaltigung hingerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &lt;i&gt;qadis&lt;/i&gt; verf&#252;gen &#252;ber eine Polizei, die beauftragt ist, ihre Entscheide durchzusetzen. Eine andere Einheit, die &lt;i&gt;muhtasib&#238;n&lt;/i&gt;, setzt die &lt;i&gt;hisbah&lt;/i&gt; (was sich gem&#228;ss dem Koran geh&#246;rt oder nicht) durch. Diese Sittenpolizei, welche durch die angestellten europ&#228;ischen Jihadistinnen bekannt geworden ist, &#252;berwacht auch die M&#228;rkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schliesslich gibt es auch eine politische Geheimpolizei, die &lt;i&gt;Anni&lt;/i&gt;, und Demonstrationen sind verboten. Die Kontrolle und die &#220;berwachung der Bev&#246;lkerung scheinen besonders furchtbar und Experten sehen darin die &#8222;Handschrift&#8220; irakischer Offiziere, die in den Techniken des Ostblocks ausgebildet worden waren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alain Rodier, &#034;Irak/Syrie: Daesh, comment &#231;a marche ?&#034;, 7. Juni 2015.&#034; id=&#034;nh6-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die aufgest&#246;berten Oppositionellen werden als abschreckendes Beispiel hingerichtet und, man ahnt es, &#8222;wenn man ihre Regeln ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert, wird einem niemand etwas zuleide tun&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss einem Mitglied der Oppositionsgruppe Raqqa Is Being Slaughtered (...)&#034; id=&#034;nh6-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Eine repressive Politik, so effizient sie auch sein mag, reicht jedoch nicht, um den Fortbestand eines Regimes zu garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das allt&#228;gliche Leben&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die verf&#252;gbaren Informationen sind bruchst&#252;ckhaft, h&#228;ufig anekdotenhaft und betreffen in den meisten F&#228;llen Raqqa oder Mosul. Die Realit&#228;t ist vermutlich auf dem Land oder von einer Stadt zur anderen ziemlich unterschiedlich, je nach dem, wie lange der IS schon dort ist, wie viel Unterst&#252;tzung oder Widerstand es seitens der Bev&#246;lkerung gibt, wie weit die Front entfernt ist. Die Reglementierungen k&#246;nnen z.B. schrittweise angewendet werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hala Kodmani, &#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la (...)&#034; id=&#034;nh6-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was in den Strassen auff&#228;llt, sind gewiss die Frauen in Schwarz. Die neuen Sitten- und Religionsgesetze (Tabak-, Alkohol- und Drogenverbot&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das ber&#252;hmte Captagon, eine Art Amphetamin und weder ein Psychotropikum, (...)&#034; id=&#034;nh6-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), v.a. jene, welche die Lage der Frauen betreffen, sind allseits bekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Tat und Wahrheit hat sich die Lage der Frauen im Irak seit dem ersten Embargo 1990 und v.a. nach 2003 schrittweise verschlechtert. Das gleiche gilt wahrscheinlich f&#252;r Syrien, wo die meisten von Assad &#8222;befreiten&#8220; Gebiete in den H&#228;nden von bewaffneten islamistischen Gruppen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben einer sehr strikten Kleiderordnung, die schon im zartesten Alter gilt (Schleierpflicht f&#252;r die M&#228;dchen ab dem dritten Schuljahr), k&#246;nnen sich die Frauen in den St&#228;dten des Kalifats nur in Anwesenheit eines m&#228;nnlichen Vormundes bewegen. Die einzigen Arbeitsstellen f&#252;r Frauen, die es erlauben, nicht zu Hause zu bleiben, scheinen jene des Medizin- oder Bildungssektors zu sein. Man kann anmerken, dass die Frauen im Gegensatz zu Saudi-Arabien das Recht haben, Fahrzeuge zu lenken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch von den M&#228;nnern wird gute Kleidung erwartet, allen voran, dass sie als zu westlich beurteilte Kleidung oder gewisse Markenkleider meiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Strassen der grossen St&#228;dte, in welchen die Polizei die Kleider pr&#252;ft, scheinen allerdings verstopft und l&#228;rmig, die St&#228;nde und L&#228;den gut ausgestattet, die Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit ist in vollem Gange&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe die Reportagen von Vice News aus Raqqa.&#034; id=&#034;nh6-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der IS will nicht das &lt;i&gt;business&lt;/i&gt; ersch&#252;ttern, nur den Schein und die Oberfl&#228;che, damit sie dem g&#246;ttlichen Willen entsprechen. Der Rhythmus der Tage wird durch die f&#252;nf t&#228;glichen Gebete bestimmt (oder durcheinandergebracht, gem&#228;ss einigen Gesch&#228;ftsm&#228;nnern), es hat endlich Beamte, welche den Verkehr an den Kreuzungen regeln, neue Nummernschilder, einen Mondkalender usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS schenkt auch der Sicherung und Verbesserung der Versorgung eine besondere Beachtung, sowie der Senkung der Lebensmittelpreise; daher kommt die Kontrolle &#252;ber die M&#252;hlen und B&#228;ckereien, die fr&#252;her in Syrien &#246;ffentliches Eigentum waren. W&#228;hrend eine noch junge &#8222;Konsumentenschutzbeh&#246;rde&#8220; die Hygiene und Qualit&#228;t der Produkte &#252;berwacht, ist die Aufmerksamkeit der &lt;i&gt;muhtasib&#238;n&lt;/i&gt; auf die Preise in den Strassen und den M&#228;rkten gerichtet: Man sollte nicht vergessen, dass man wegen &#8222;Spekulation und Hortung&#8220; hingerichtet werden kann&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zuvor organisierten die lokalen klientelistischen Netzwerke die k&#252;nstliche (...)&#034; id=&#034;nh6-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn eine Stadt erobert wird, ist eine der Priorit&#228;ten des IS, genau wie von jeder konsequenten Besatzungsarmee, die Funktion der &#246;ffentlichen Dienste wiederherzustellen. Die Angestellten der &#246;ffentlichen Unternehmer und die Funktion&#228;re werden angeregt, zu bleiben, und die Bezahlung der L&#246;hne ist garantiert, falls n&#246;tig (und sie ist regelm&#228;ssiger als unter der Herrschaft von Nouri al-Maliki)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bagdad und Damaskus zahlen manchmal weiterhin L&#246;hne an die Funktion&#228;re in (...)&#034; id=&#034;nh6-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das Standesamt funktioniert wieder, es passt sich einfach den gesetzlichen Modifikationen an (wie die Heiratsberechtigung f&#252;r M&#228;dchen ab neun Jahren).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS bem&#252;ht sich, die vom Krieg besch&#228;digte Infrastruktur wieder aufzubauen, doch lanciert auch neue Projekte, die in seiner Presse gepriesen werden: Reparatur von Br&#252;cken und Stromkreisen, Er&#246;ffnung von verbilligten Linien des &#246;ffentlichen Verkehrs, Wiederherstellung eines Postdienstes usw. W&#228;hrend der Eroberung von Palmyra, als die Hinrichtungen noch kaum vorbei waren, hat der IS eiligst Techniker vor Ort geschickt, damit es wieder Elektrizit&#228;t und Internetverbindungen gibt. Die Funktion&#228;re der Stadt haben eine Lohnvorauszahlung bekommen und neues medizinisches Ger&#228;t ist im Spital installiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hala Kodmani, &#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la (...)&#034; id=&#034;nh6-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In Raqqa ist sinnbildhaft der Palast des Gouverneurs in ein Spital verwandelt worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;www.france24.com, Oktober 2014.&#034; id=&#034;nh6-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den peripheren Gebieten, die manchmal vom vorherigen Regime vernachl&#228;ssigt worden waren, hat der IS &#8222;von bedeutenden Kontrasteffekten in seinem Verh&#228;ltnis zur Bev&#246;lkerung profitieren&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gr&#233;goire Chambaz, &#034;Facteurs tribaux dans les dynamiques du contr&#244;le (...)&#034; id=&#034;nh6-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; k&#246;nnen, indem er Impfkampagnen, den Bau von Krankenstationen, Brunnen und Schulen finanziert hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Bildung ist eine weitere der angezeigten Priorit&#228;ten. Das Regime besteht auf der Notwendigkeit, die Schulen und Universit&#228;ten wieder zu &#246;ffnen, allen voran die wissenschaftlichen und technischen Studieng&#228;nge. Es hat eine Medizinfakult&#228;t in Raqqa er&#246;ffnet, wo eine wissenschaftliche Universit&#228;t f&#252;r die Frauen reserviert ist. Die Schulprogramme haben eine brutale Reform hinnehmen m&#252;ssen, die vom saudischen Modell inspiriert ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
Es zirkulieren Bilder von Kindern und jungen Teenagern, die eine milit&#228;rische Ausbildung erhalten, ohne dass man n&#228;heres zum Kontext sagen k&#246;nnte: kompletter Schulabbruch oder (wahrscheinlicher) einw&#246;chige Weiterbildung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch die Propaganda des Regimes zeigt auch Jihadisten, die ihre l&#228;chelnden Kinder ins &#246;ffentliche Bad begleiten, mit ihnen spielen, andere Kinder am Steuer von Putschiautos oder auf gigantischen aufblasbaren Spielzeugen in Parks. Man weiss auch, dass in Mosul ein &#8222;Unterhaltungstag&#8220; mit Verteilung von Ballons (sic!) und ein Koranrezitierwettbewerb in Raqqa organisiert worden ist...&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, Foreign Policy, 20. (...)&#034; id=&#034;nh6-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein soziales Programm&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Hinrichtungsvideos sind nur ein Teil der Propaganda des IS auf dem Internet: Es kommt ein sozialer und karitativer Teil hinzu.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es geh&#246;rt zum klassischen Repertoire islamistischer (Oppositions-)Bewegungen, Hilfsprogramme f&#252;r die &#196;rmsten auf die Beine zu stellen. Jenes des IS ist von einem grossen Ausmass und die angek&#252;ndigten Massnahmen variieren: Zusch&#252;sse f&#252;r die &#228;rmsten Familien (in Raqqa, eine von Damaskus vernachl&#228;ssigte Stadt, 10 $ pro Kind, dann 250 $ am Winteranfang)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, L'&#201;tat islamique. Anatomie du (...)&#034; id=&#034;nh6-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Er&#246;ffnung von Kantinen, Verteilung von Lebensmitteln, Kontrolle oder Senkung der Preise der lebensnotwendigen Produkte, Begrenzung der Mieten, Familienzusch&#252;sse, Pr&#228;mien bei Heirat und f&#252;r jede Geburt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;1'000 Dollar gem&#228;ss Samuel Laurent, L'&#201;tat islamique, Seuil, 2014, S. 100.&#034; id=&#034;nh6-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Zusch&#252;sse f&#252;r die Familien von im Kampf gefallenen Soldaten usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So kauft der IS den sozialen Frieden und die Unterst&#252;tzung der Bev&#246;lkerung, doch es ist auch Teil seines politischen Projekts. Obwohl die Jihadisten, welche ein Territorium verwalten m&#252;ssen, die Gegner kreuzigen, m&#252;ssen sie auch zur immensen Mehrheit Sorge tragen, die ihre Interpretation der Scharia respektiert und die bis zu einem gewissen Grad auch von den milit&#228;rischen Eroberungen profitieren kann&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir denken hier an das Buch von G&#246;tz Aly, Hitlers Volksstaat. Raub, (...)&#034; id=&#034;nh6-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt zwingend einen Unterschied zwischen einem Programm und seiner Realit&#228;t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Informationen &#252;ber einen Mangel an Nahrungsmitteln und einer (...)&#034; id=&#034;nh6-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Umso mehr, weil der IS aufgrund seiner religi&#246;sen Legitimation die (von Gott) erschaffene Ordnung durch Interventionen bez&#252;glich der Einkommensunterschiede, der Klassen, der Hierarchien (manchmal Stammeshierarchien), Treuepflichten usw. nicht durcheinanderbringen darf. Er kann sich nur die Begrenzung der deutlichsten Exzesse und Missbr&#228;uche zum Ziel machen, ohne jedoch selbst der Korruption zu erliegen, was nicht einfach ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Myriam Benraad, &#034;D&#233;faire Daech : une guerre tant financi&#232;re que militaire&#034; (...)&#034; id=&#034;nh6-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Kalifatswirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Informationen in diesem Bereich sind im allgemeinen fragmentarisch und unkontrollierbar (man erf&#228;hrt z.B., dass die Zementindustrie 10% der Einnahmen des IS repr&#228;sentiere, ohne n&#228;here Pr&#228;zisierung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 118.&#034; id=&#034;nh6-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;); es werden viele Zahlen zitiert, doch man erf&#228;hrt sehr wenig Details &#252;ber die konkrete Funktionsweise der Unternehmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS verf&#252;ge &#252;ber ein Verm&#246;gen von 2'260 Milliarden Dollar, seine ber&#252;hmte &#8222;Kriegskasse&#8220;, doch in Tat und Wahrheit umfasst diese Zahl auch den Wert der &#214;l- und Gasinstallationen, der Phosphatminen, der Anbaufl&#228;chen und der auf seinem Territorium gelegenen kulturellen Sehensw&#252;rdigkeiten (davon Hunderte von Millionen Dollar, die er sich aus den Safes der Zentralbank von Mosul verschafft hat)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marine Rabreau, &#034;P&#233;trole, taxes, trafics d'humains : comment Daech se (...)&#034; id=&#034;nh6-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das Verm&#246;gen ist im Vergleich zu 2014 steigend. Das Staatsbudget 2015, ungef&#228;hr 2.5 Millionen Euros, sei kleiner geworden, besonders aufgrund der &#214;leinkommen (geringerer &#214;lpreis und vermehrte Bombenangriffe), obwohl die Einnahmen aus Steuern und Beschlagnahmungen steigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es allen voran mit einer Kriegswirtschaft zu tun, in Gebieten, die manchmal wegen den K&#228;mpfen verw&#252;stet sind und einen grossen Teil ihrer Bev&#246;lkerung verloren haben. Das gilt v.a. f&#252;r Syrien, wo von 22 Millionen Einwohnern 4 Millionen ins Ausland gefl&#252;chtet sind und 8 bis 10 Millionen ihr Zuhause verlassen haben m&#252;ssen; einige St&#228;dte sind unbesch&#228;digt in die H&#228;nde des IS &#8222;gefallen&#8220;, doch andere sind von langen K&#228;mpfen verw&#252;stet worden. Etliche Fabriken sind in andere Regionen oder in die T&#252;rkei umgezogen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Henri Mamarbachi , &#034;Comment fonctionne l'&#233;conomie de guerre en Syrie&#034;, (...)&#034; id=&#034;nh6-39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situation ist anders im irakischen Teil des Kalifats, wo sich die Wirtschaft und die Bev&#246;lkerung seit langem einer solchen Situation angepasst haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Wirtschaft des IS ist durch die T&#252;rkei (und in geringerem Ausmass durch Jordanien) mit dem Rest der Welt verbunden, doch der t&#252;rkische Kriegseintritt im Sommer 2015, sowie die kurdischen Offensiven bedrohen diesen Zugang.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Rahmen einer Kriegswirtschaft scheint der IS pragmatisch zu sein, um jene Produktionseinheiten so schnell wie m&#246;glich wieder zu beleben, welche f&#252;r seine milit&#228;rischen Anstrengungen und f&#252;r die Versorgung der von ihm verwalteten Bev&#246;lkerungen (und f&#252;r die Eintreibung der Steuern) notwendig sind, je nach Dringlichkeit, Art des Eigentums (die zahlreichen Staatsunternehmen oder private), Art des Unternehmens, lokalen Besonderheiten. Diese Anpassungsf&#228;higkeit wird durch die grosse Autonomie der lokalen Beh&#246;rden erleichtert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist dieser Realismus, und nicht ein Streben nach wirtschaftlichem Liberalismus, der die Privatisierung gewisser Staatsunternehmen (ohne dass ein finanzieller Profit ausgeschlossen werden kann) oder die Lancierung eines Unterst&#252;tzungsprogramms f&#252;r kleine Unternehmen und die lokale Wirtschaft&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erkl&#228;rt. Die von den Eigent&#252;mern verlassenen Fabriken sind wahrscheinlich vom IS wieder zum Funktionieren gebracht worden. Die Verwaltung gewisser &#214;lbetriebe wurde z.B. eine gewisse Zeit den schon vorhandenen Unternehmen oder in anderen F&#228;llen lokalen St&#228;mmen &#252;berlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf jeden Fall scheint der IS mehr Programme, Brosch&#252;ren, Dekrete, Fatwas usw. zu Sittenfragen denn zu Wirtschaftsfragen zu erlassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Abgaben und Steuerwesen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein neues Steuersystem, das auf regelm&#228;ssigen Abgaben und formalisierten Prozeduren und Tabellen basiert, ist eingef&#252;hrt worden, um einen funktionierenden Staat zu garantieren. Diese Steuern, die von den westlichen Medien als &#8222;Erpressung&#8220; und &#8222;Schutzgeld&#8220; bezeichnet werden, repr&#228;sentieren weniger als einen Drittel der Einnahmen des IS. Die &lt;i&gt;Zak&#226;t&lt;/i&gt; ist Teil davon, es handelt sich um gesetzliche Almosen und die dritte S&#228;ule des Islams, aber auch diverse andere Formen, f&#252;r die Bauern manchmal als Naturalsteuer; die &lt;i&gt;Sadaqa&lt;/i&gt;, eine freiwillige Spende an die Bed&#252;rftigen, und die &lt;i&gt;Djizya&lt;/i&gt;, die Steuer der &lt;i&gt;dhimmis&lt;/i&gt;, sie ist hoch, doch progressiv je nach Einkommen (man spricht von 60 bis 250 Dollar pro Monat in Mosul).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sehr viele Abgaben existieren (einige als Formen der &lt;i&gt;Zak&#226;t&lt;/i&gt;), z.B. auf: Unternehmen, Einkommen neu gegr&#252;ndeter Unternehmen, Telekommunikation, Schutz der Gesch&#228;fte, Bargeldbezug, L&#246;hne (5% f&#252;r den &#8222;sozialen Schutz&#8220;), die von Damaskus und Bagdad bezahlten L&#246;hne (50%), Produkte an den Grenzen, Kamele, Mautstellen usw. Dieses Steuerwesen ersetzt jenes der vorhergehenden Regime, doch auch die damals obligatorischen Schmiergelder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Erpressungen&#8220; bestehen aus zahlreichen F&#228;llen von Beschlagnahmungen: von Geld im Falle von Regelverletzungen (Alkohol oder Zigaretten), von H&#228;usern, Land, Fahrzeugen oder Vieh, nachdem diese von ihrem Eigent&#252;mer zur&#252;ckgelassen worden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vermehrung der Einnahmen 2015 hat zwei Ursachen: die Schwierigkeiten des Regimes, das gezwungen ist, die bestehenden Abgaben zu erh&#246;hen, und eine Verbesserung der Verwaltung und der Steuereintreibung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Aussergew&#246;hnliche und &#8222;kriminelle&#8220; Ressourcen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es handelt sich um Betr&#228;ge, die von privaten Spendern aus dem Golf (die Verbindungen zwischen St&#228;mmen spielen hier eine wichtige Rolle) &#252;berwiesen werden, L&#246;segeld von Geiseln, Verkauf/R&#252;ckkauf von Sklaven und den Handel mit Antiquit&#228;ten (oder eher dessen Einbettung). Da sie h&#228;ufig mit milit&#228;rischen Eroberungen verbunden sind, tendieren diese Eink&#252;nfte dazu, zu versiegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es zirkulieren zahlreiche Ger&#252;chte &#252;ber diverse Schwarzm&#228;rkte (Zigaretten, Drogen, Organe) und mafi&#246;se Aktivit&#228;ten, die der vom Regime verteidigten Ideologie widersprechen. Was gewisser scheint, ist die Besteuerung einiger vorher schon existierender Sektoren (z.B. jener des Captagons).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Banken&lt;/strong&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Charles Brisard and Damien Martinez, &#034;Islamic State : The (...)&#034; id=&#034;nh6-41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS hat sich mit einer Staatsbank und einer offiziellen W&#228;hrung ausgestattet: Dinare, Dirhams und Fulus des Kalifats in Form von Geldst&#252;cken aus Gold, Silber und Kupfer (der Wert des Geldst&#252;cks entspreche dem eigentlichen Wert des Metalls, aus dem es gemacht ist). Abgesehen davon, dass er wenig wahrscheinlich ist, weiss man wenig &#252;ber ihren wirklichen Gebrauch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS kontrolliert auf seinem Territorium mehrere Dutzend Finanzinstitute, einige davon machen nach wie vor Gesch&#228;fte und auch internationale &#220;berweisungen. Die Banken von Mosul, die Filialen von Finanzinstituten, deren Hauptquartier im Golf oder Bagdad liegt, haben weiterhin normal funktioniert (und tun das vielleicht immer noch).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dennoch ist das Regime mit Schwierigkeiten in Bezug auf die Wechselkurse konfrontiert: Obwohl die Einnahmen in Form von Dollars, Euros, t&#252;rkischen oder syrischen Liren einkassiert werden, regelt es seine Rechnungen in Dollar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Landwirtschaft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie repr&#228;sentiere zwischen 7 und 20% der Einnahmen des Kalifats, das die fruchtbaren Tigris- und Euphratt&#228;ler kontrolliert, wo 50% des syrischen Getreides, ein Drittel des irakischen Getreides (achtgr&#246;sste Getreideproduktion weltweit) und ungef&#228;hr 40% der irakischen Gerste produziert worden waren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch hier ist der Krieg ein wichtiger Faktor in Regionen, die stark von der Landwirtschaft gepr&#228;gt sind (im Bezirk Raqqa arbeitet 50% der aktiven Bev&#246;lkerung in diesem Sektor). Viele Bauern sind geflohen (besonders die Christen und die Kurden) und haben ihre H&#246;fe und ihr Land zur&#252;ckgelassen. Der IS hat sie sich angeeignet, doch es liegen Felder brach&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aline Joubert, &#034;L'&#201;tat islamique vit-il au-dessus de ses moyens ?&#034;, 7. (...)&#034; id=&#034;nh6-42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Kontrolle &#252;ber diese Produktion ist vital, denn sie erlaubt dem Regime, den Preis des Mehls und somit des Brotes als Grundlage der Ern&#228;hrung festzulegen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS kontrolliert auch einen grossen Teil der syrischen Baumwollfelder, deren Ertr&#228;ge 1% seiner Einnahmen repr&#228;sentiere. Der Export dieser Faser ist weniger leicht als jener des &#214;ls, doch die Hauptdestination ist die gleiche: 6% der t&#252;rkischen Importe sollen aus den Feldern des Kalifats kommen. Das reicht, um einen F&#252;nftel der T-Shirts &lt;i&gt;made in Turkey&lt;/i&gt; zu produzieren (was 1.2% der in Frankreich verkauften T-Shirts repr&#228;sentiert)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Le coton syrien continue d'habiller les Fran&#231;ais&#034;, Le Monde, 23. (...)&#034; id=&#034;nh6-43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sonstiges&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sich der IS die Mehrheit der syrischen Phosphatminen (die zur D&#252;ngerproduktion n&#246;tig sind) angeeignet hat, hat er nicht die Mittel, um die Gesamtheit der Produktion neu zu lancieren und er hat Schwierigkeiten, sie zu verkaufen. Sie repr&#228;sentiere trotzdem 10% seiner Eink&#252;nfte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 118.&#034; id=&#034;nh6-44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er kontrolliert auch Schwefelminen in Syrien und Irak, sowie zahlreiche Zementfabriken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Mineral&#246;le&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die amerikanischen Firmen 2003 alle irakischen Vertr&#228;ge an sich gerafft haben, sind sie seither mit der Konkurrenz von BP, Lukoil und v.a. China konfrontiert worden, China hat seit 2008 Dutzende Milliarden ins irakische &#214;l investiert und ist zum ersten Kunden und Investor im Land geworden. Heutzutage werden 50% der Produktion nach China exportiert (und 2035 vermutlich bis zu 80%) und es gibt Pl&#228;ne, die beiden L&#228;nder mit zwei Pipelines miteinander zu verbinden. Mehr als 10'000 chinesische Arbeiter waren vor der Entstehung des IS im Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die USA versuchten, sich milit&#228;risch aus der Region zur&#252;ckzuziehen, st&#246;rte die Vergr&#246;sserung des irakischen Chaos allen voran die chinesischen Investoren (die durch den Krieg schon aus Syrien vertrieben worden sind). Erst im August 2014, als der IS jene &#214;lfelder, die einen Vertrag mit amerikanischen Firmen haben (Kurdistan und S&#252;dirak), und Bagdad (dessen Fall f&#252;r die ganze Region katastrophal gewesen w&#228;re) bedrohte, musste die amerikanische Luftwaffe intervenieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS kontrolliert 60% des syrischen und 10 bis 15% des irakischen &#214;ls (letztere Zahl ist seit dem R&#252;ckzug der Truppen des IS im Herbst 2015 gewiss geringer). Die Produktion wird 2015 auf zwischen 20'000 und 50'000 &#214;lf&#228;sser t&#228;glich gesch&#228;tzt, gegen mindestens 70'000 das Jahr zuvor: Das ist nichts verglichen mit der regionalen Produktion (Syrien produzierte 2010 385'000 F&#228;sser t&#228;glich)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Jahr 2014 produziert Italien 121'000 F&#228;sser t&#228;glich und Kuwait 2.8 Millionen.&#034; id=&#034;nh6-45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das &#214;l, das 50 bis 60% unter dem Marktpreis verkauft wird, tr&#228;gt 1 bis 1.5 Millionen Dollar pro Tag ein, d.h. zwischen 350 und 600 Millionen Dollar j&#228;hrlich. Es ist die Haupteinnahmequelle des IS (je nach Quellen zwischen 25 und 40%), doch die Ertr&#228;ge gehen aufgrund des tieferen Marktpreises und der westlichen Bombenangriffe zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daesch rekrutiert &#252;brigens kompetentes Personal mit guten L&#246;hnen (Techniker, Ingenieure, Trader...) in Syrien und im Irak, doch auch im Ausland, um die Produktivit&#228;t seiner alternden Installationen zu verbessern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marine Rabreau, &#034;Comment Daech organise son lucratif march&#233; p&#233;trolier&#034;, Le (...)&#034; id=&#034;nh6-46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Islamische Staat hat sich zum Ziel gesetzt, den Ertrag der &#214;lfelder, im Vergleich zu jenem bevor er sie sich angeeignet hat, zu verdoppeln&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Elisabeth Studer, &#034;Daesh financ&#233; par la manne p&#233;troli&#232;re&#034;, www.leblogfinance.com&#034; id=&#034;nh6-47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS begn&#252;gt sich fast ausschliesslich damit, Roh&#246;l zu extrahieren, das gleich neben den &#214;lfeldern an unabh&#228;ngige H&#228;ndler, Schmuggler oder einfache Eigent&#252;mer von Lastwagen verkauft wird, die das &#214;l zur Raffinerie, zum lokalen Konsum (60 bis 70%) oder in den Export bringen. Im Oktober und November 2015 sollen amerikanische Bombenangriffe Hunderte von Lastwagen zerst&#246;rt haben. Auch grosse Raffinerien, sowie viele selbst gemachte (mobile) Raffinerien sind von der Koalition zerst&#246;rt worden, deshalb wendet sich der IS an private Raffinerien, deren Produktion er darauf mit Abgaben belastet. In Syrien konnten private &#214;lfirmen weiterhin in den vom IS eroberten Gebieten arbeiten, falls sie eine Steuer bezahlen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Financial Times, 16. Oktober 2015.&#034; id=&#034;nh6-48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Export funktioniert &#252;ber Schmuggelwege in Richtung Jordanien, T&#252;rkei oder von verfeindeten Gruppen gehaltene Gebiete mithilfe einer Unzahl von Lastwagen, manchmal auf dem R&#252;cken von Eseln oder Pferden oder durch selbst gemachte Mini-Pipelines. Im Irak ist der Schwarzmarkt f&#252;r &#214;l eine Praxis die auf die Zeiten des Embargos oder gar noch weiter zur&#252;ckgeht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien ist die Kontrolle &#252;ber die Extraktion eine wichtige Ursache zahlreicher Konflikte zwischen Rebellengruppen um die Verteilung dieser wichtigen Einkommensquelle. Das gleiche gilt f&#252;r die Gasfelder, die es erlauben, den Bev&#246;lkerungen Gas und Strom zu liefern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das f&#252;hrt auch zu verbl&#252;ffenden Gesch&#228;ften. Das auf dem Territorium des IS extrahierte &#214;l kann seinen Feinden verkauft werden: an andere Gruppen, an das Regime von Damaskus oder nach Rojava&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#034;Les ennemis de Daesh ach&#232;tent son p&#233;trole&#034;, RMC, 26. September 2014.&#034; id=&#034;nh6-49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Eroberung eines Gaskraftwerks in der N&#228;he von Palmyra hat Raqqa und Damaskus zum Feilschen gezwungen, denn niemand kontrolliert die Gesamtheit der Kette von der Produktion bis zur Verteilung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jacques Hubert-Rodier, &#034;Les affaires mafieuses d'Assad avec Daech&#034; in Les (...)&#034; id=&#034;nh6-50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In der Region Deir ez-Zor hat der IS die &#214;l- und Gasextraktion lokalen St&#228;mmen anvertraut, die einen Teil des Profits f&#252;r sich behalten, doch auch einen Teil der Produktion dem Regime von Assad verkaufen, um sich gegen Luftschl&#228;ge zu sch&#252;tzen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Frantz Glasman, &#034;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des (...)&#034; id=&#034;nh6-51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Man achte auf Sabotagen von Pipelines von St&#228;mmen, die nicht mitspielen d&#252;rfen!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Lediglich ein Staat?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einen Staat aufzubauen, w&#228;hrend man mit fast allen M&#228;chten des Planeten im Krieg steht, ist alles andere als einfach. Was wir oben beschrieben haben, ist weniger eine sozio&#246;konomische &#220;bersicht zu einem Zeitpunkt Z und eher die Skizzierung eines Prozesses zwischen dem Sommer 2014 und 2015. W&#228;hrend dieser Periode, die vielleicht eines Tages als &#8222;Bl&#252;tezeit&#8220; des Kalifats, als die Periode seiner gr&#246;ssten Expansion betrachtet werden wird, versucht sich der IS im Aufbau eines Staats und seiner Verwaltung, w&#228;hrend er versucht, die Wirtschaft wieder anzukurbeln und seiner Bev&#246;lkerung einen ertr&#228;glichen Lebensstandard zu erm&#246;glichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Periode ist wahrscheinlich abgeschlossen und der Prozess geht nun in die andere Richtung. Wenn es zu keiner betr&#228;chtlichen &#220;berraschung kommt, d&#252;rfte das Problem der territorialen Existenz des IS in Irak und Syrien durch die schrittweise Involvierung der T&#252;rkei in den Konflikt, die russische milit&#228;rische Intervention (Oktober 2015) und die Verst&#228;rkung jener des Westens (Sommer und Herbst 2015) in einigen Monaten geregelt sein. Es sind jetzt schon alle Indikatoren rot und die oben zitierten Produktionstabellen und Statistiken werden Ende 2016 sehr geringe Werte angeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir fragten uns am Anfang, wieso es funktioniert. Und wir haben gesehen, dass das &#220;berleben und die Expansion dieses Regimes nicht nur durch seine milit&#228;rischen und polizeilichen F&#228;higkeiten erkl&#228;rt werden k&#246;nnen. Einige sprechen sogar von einem &#8222;Wohlfahrtsstaat&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch das Kalifat ist auch mehr als lediglich ein banaler Staat. Er begn&#252;gt sich nicht mit Verwaltung, sondern beabsichtigt, die Welt zu ver&#228;ndern, ein neues Zeitalter einzuleiten oder es vorzubereiten... Ein Zeitalter, in welchem es f&#252;r den IS nat&#252;rlich nicht darum ginge, die Lohnarbeit oder die Warengesellschaft abzuschaffen, nur darum, sie nach seiner Weise umzubauen. &#8222;Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es n&#246;tig, dass sich alles ver&#228;ndert&#8220; [&#8230;], die Oberfl&#228;che, die Sitten, Gebr&#228;uche usw. Nat&#252;rlich, doch heutzutage heisst die Hoffnung f&#252;r Millionen von Einwohnern des Iraks und Syriens und dar&#252;ber hinweg Kalifat. Und Zehntausende Jugendliche, besonders viele Proletarier, &#252;berqueren den Planeten, um dort zu leben oder zu sterben, und viele andere tr&#228;umen davon. Diese Hoffnung ist trostlos. Oder nicht?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Literaturverweise:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1) Zum Islamischen Staat (nach Relevanz)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;Le Pi&#232;ge Daech. L'&#201;tat islamique ou le retour de l'histoire&lt;/i&gt;, Paris, La D&#233;couverte, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;Paroles arm&#233;es. Comprendre et combattre la propagande terroriste&lt;/i&gt;, Paris, Lemieux Editeur, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Myriam Benraad, &lt;i&gt;Irak, la revanche de l'histoire. De l'occupation &#233;trang&#232;re &#224; l'&#201;tat islamique&lt;/i&gt;, Paris, Vend&#233;miaire, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 / Zur Religion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Troploin, &lt;a href=&#034;https://www.troploin.fr/node/39&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Le Pr&#233;sent d'une illusion&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Lettre de Troploin&lt;/i&gt;, n&#176; 7, Juni 2006.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Mohammed&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, C.J. Bucher, 1975 [1961].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Islam und Kapitalismus&lt;/i&gt;, Berlin, Suhrkamp, 1986 [1966].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Emmanuel Carr&#232;re, &lt;i&gt;Das Reich Gottes&lt;/i&gt;, Berlin, Matthes &amp; Seitz, 2016 [2014].&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gilbert Achcar, &lt;i&gt;Marxisme, orientalisme, cosmopolitisme&lt;/i&gt;, Arles, Sinbad, Actes Sud, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=667&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;ZweiterTeil&#034;&gt;Zweiter Teil: Von der Utopie&lt;/h3&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Sofern man allerdings ein gesundes Urteil &#252;ber die Dinge f&#228;llt, warten die Revolutionen dieser Zeit &#252;berall nur mit einem Krieg unvorsichtiger Sklaven auf, die mit ihren Fussfesseln k&#228;mpfen und berauscht marschieren.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Saint-Just, &lt;i&gt;Der Geist der Revolution und der Verfassung in Frankreich&lt;/i&gt;, 1791.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Repression gegen jegliche Opposition erkl&#228;rt nicht alles. Allen voran erkl&#228;rt sie nicht den &#8222;Erfolg&#8220; des Islamischen Staates (IS), d.h. den R&#252;ckhalt, den er im Volk hat. Der Grund daf&#252;r ist, dass es sich eher um einen Prozess des Staatsaufbaus handelt, denn um die Besatzung eines Territoriums durch eine &#8222;terroristische Gruppe&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach mehreren Jahren eines unerbittlichen B&#252;rgerkrieges ist das Eintreffen der Truppen des IS nicht &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; gleichbedeutend mit der Ersetzung eines Terrorregimes durch ein anderes, sondern &lt;i&gt;auch&lt;/i&gt; [siehe den ersten Teil] mit der R&#252;ckkehr eines Rechtsstaates, einer relativen Ruhe, einer Verbesserung der Versorgung, der Reparatur von Infrastrukturen, der Wiedereinf&#252;hrung von &#246;ffentlichen Diensten, dem schnellen Aufbau einer Verwaltung &#8211; freilich im besten oder im schlimmsten der F&#228;lle, doch die Einwohner k&#246;nnen die Ordnung dem Chaos vorziehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hinter unseren Bildschirmen w&#252;rden wir es vorziehen, dass sie den (...)&#034; id=&#034;nh6-52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Tatsache, dass der IS mit seinen Herrschafts-, Verwaltungs-, logistischen und finanziellen F&#228;higkeiten spielt, erkl&#228;rt, dass er in verschiedenen St&#228;dten als Befreier empfangen werden konnte, er f&#252;r einige &#8222;als absolut respektables Regime&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, L'&#201;tat islamique. Anatomie du (...)&#034; id=&#034;nh6-53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; erscheinen kann oder St&#228;mme ihm die Treue schw&#246;ren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir denken nicht, dass der IS durch geheime, ans Licht zu bringende (...)&#034; id=&#034;nh6-54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch das ist nicht alles. Es wird noch mehr in Betracht gezogen werden m&#252;ssen, allen voran die &#8222;trostlose Hoffnung&#8220;. Ein Teil dieser Bev&#246;lkerung steht jenseits von Pragmatismus hinter dem Diskurs und dem Projekt des Kalifats. Denn der IS kann auf die aktive Beteiligung von Zehntausenden von K&#228;mpfern, Soldaten und Funktion&#228;ren z&#228;hlen, aber auch auf die passive Unterst&#252;tzung eines gewissen Teils der Einwohner des Iraks und Syriens (und auf die vorsichtige oder gleichg&#252;ltige Passivit&#228;t von vielen anderen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann gibt es Zehntausende Jugendliche, besonders viele Proletarier, die den Planeten &#252;berqueren, um im Kalifat zu leben oder zu sterben, w&#228;hrend so viele andere davon tr&#228;umen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sunnistan...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Global denken, lokal handeln.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Jacques Ellul&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Ist die Zeit f&#252;r den Aufbau eines islamischen Staates gekommen? Die Zeit eines neuen Staates? Weniger k&#252;nstlich als die bestehenden? Man weiss, dass der IS faktisch und symbolisch die mit der Richtschnur gezogene Grenze zwischen Syrien und dem Irak aufgehoben hat. Ist es dieser ber&#252;hmte grosse Staat, der die sunnitischen Araber zwischen den Ruinen von zwei anderen zusammenbringt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Teil der lokalen Bourgeoisie kann sich von einem Projekt vom Stile Sunnistan durchaus etwas erhoffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Man lese noch einmal das Zitat von Maxime Rodinson am Anfang des ersten Teils.&#034; id=&#034;nh6-55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Irak hatte keine Chance mehr und gleiches scheint f&#252;r Syrien zu gelten. Im Fall eines Auseinanderfallens des Iraks, so wie es vor dem Auftauchen des IS in Betracht gezogen worden war, h&#228;tte der sunnitische Teil einen Platz am Rande und als Enklave gehabt, was einiges weniger attraktiv ist als jener Platz, den er in einem zuk&#252;nftigen grossen sunnitischen Staat h&#228;tte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seine Form mag &#252;berraschend erscheinen, doch der IS spielt seine Rolle als Staat, indem er die Interessen der lokalen kapitalistischen Klasse sch&#252;tzt und eine Vision f&#252;r die Zukunft hat. Von einem wirtschaftlichen Standpunkt aus hat unser erster Teil den Willen gezeigt, den der IS hat, ein Territorium (jenseits k&#252;nstlicher, nationaler, ethnischer Differenzen) zu vereinigen und zu befrieden und dort die Wirtschaft wieder anzukurbeln, zu rationalisieren und zu modernisieren, besonders die &#214;lextraktion&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die pr&#228;senten Kr&#228;fte scheinen darum zu k&#228;mpfen, die wesentlichen (...)&#034; id=&#034;nh6-56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Und er ruft zur &lt;i&gt;Hijra&lt;/i&gt; auf, er l&#228;dt nicht nur die Muslime mit einer milit&#228;rischen Erfahrung in seine Territorien ein, sondern auch die Lehrer, Juristen, &#196;rzte und Ingenieure&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 101.&#034; id=&#034;nh6-57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, das dient der Vorbereitung der Zukunft und der Kompensierung f&#252;r die Auswanderung vieler Angeh&#246;rigen der Mittelklassen und der Eliten. Er ist zwar heute ge&#228;chtet, k&#246;nnte jedoch schon morgen die Bed&#252;rfnisse der grossen M&#228;chte befriedigen (Wiederaufbau des Landes, Neuverteilung der Karten f&#252;r die &#214;lproduktion, Waffenverk&#228;ufe usw.) oder zumindest das Terrain f&#252;r solche Projekte bereiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Erschaffung eines faktischen Sunnistans ist Teil einer unvermeidlichen Umgestaltung einer Karte des Mittleren Ostens, die vor einem Jahrhundert gezeichnet worden war. Der IS k&#252;mmert sich um die Drecksarbeit: Massaker und Umsiedlungen von Bev&#246;lkerungen, welche das Abstecken der zuk&#252;nftigen Grenzen erleichtern werden, was diese Gebiete von einem ethnischen und religi&#246;sen Standpunkt aus homogen macht und eine Konfessionalisierung vollendet, die schon lange begonnen hatte. Um dies zu tun, st&#252;tzt er sich auf die &lt;i&gt;traditionellste&lt;/i&gt; Form der Macht: die St&#228;mme. Al-Baghdadi vergisst nie, zu erw&#228;hnen, dass er Mitglied des Stammes der Quraisch ist, jener der Nachfahren Mohammeds: Modernisierung und Archaismus sind durchaus kompatibel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein Projekt beruht auf einer flexiblen, dezentralisierten staatlichen Struktur, die den lokalen Notabeln die von Bagdad und Damaskus beschlagnahmte Macht zur&#252;ckgibt. Er garantiert die innere gesellschaftliche Stabilit&#228;t, indem er seine Aufmerksamkeit auf das &#8222;Gesellschaftliche&#8220; (Sitten, allt&#228;gliches Leben) richtet und indem er die Revolte der &#196;rmsten und eine endemische Gewalt nach aussen kanalisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im irakischen Gebiet des Kalifats akzeptiert eine Mehrheit der sunnitischen Araber das neue Regime, passiv oder aktiv. Nach Jahren der Erniedrigung ist es ihre Rache (gegen die Schiiten und die Amerikaner), die Wiedereroberung der Macht, der Ehre und einer politischen Sichtbarkeit. Die Stammesf&#252;hrer haben sich aus Opportunismus oder soweit es ihren Interessen entspricht dem transnationalen Projekt des IS angeschlossen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 26.&#034; id=&#034;nh6-58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Auf sie folgten ehemalige Kader der Baath-Partei, ehemalige Offiziere der irakischen Armee und zahlreiche Proletarier der benachteiligten Quartiere und Gebiete in der Region.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch der IS, wom&#246;glich durch die amerikanische Intervention im Sommer 2014 in eine Strategie der &#8222;Bew&#228;ltigung&#8220; gedr&#228;ngt, hat sich nicht in einem ethnisch-religi&#246;sen Kommunitarismus des Typs Sunnistan eingeschlossen. Obwohl das Projekt des IS eine &#8222;Rache der Geschichte&#8220; darstellt, beschr&#228;nkt es sich nicht darauf, nur eine einzige Grenze niederzureissen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8230; oder Kalifat?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aus dem Westen importierten Ideologien (Nationalismus, Sozialismus und, als j&#252;ngste davon, die Demokratie) haben kaum Befriedigung gebracht, sie &#252;berzeugen nicht mal mehr in den L&#228;ndern, wo sie herkommen, und die Unangepasstheit des nationalen Rahmens an die Situation im Mittleren Osten muss nicht mehr gezeigt werden. Die grossen &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; Ideologien existieren nicht mehr:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn das Kalifat den gesellschaftlich genannten Reformen (Alltag, Lebensweise) eine derartige Bedeutung gibt, so ist das nicht aus Pedanterie. Das Gesellschaftliche macht den Unterschied, langfristig den einzigen Unterschied; es ist die beste Rechtfertigung des IS, sein politisches Markenzeichen, seine Erlangung von Autonomie gegen&#252;ber dem Westen, ein Bruch mit einem Jahrhundert der Kolonialisierung, der B&#252;cklinge, der ideologischen Anleihen und der wirkungslosen Verkleidung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS, der den Nationalismus als &#8222;Dreck aus dem Westen&#8220; denunziert, hat die Grenze zwischen Syrien und dem Irak abgeschafft, was ihm erlaubt hat, die Verbindung zwischen den St&#228;mmen neu zu beleben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Gegensatz zu den kurdischen Organisationen, die verk&#252;nden, dass sie die (...)&#034; id=&#034;nh6-59&#034;&gt;59&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Nationalismus, der in Europa seit 1945 als tot betrachtet wird, kommt dort in einer regionalistischen Form wieder auf (Norditalien, Flandern, Katalonien, Schottland...), doch seine Wiedergeburt am Rande des Kontinents (Ex-Jugoslawien, Ukraine) ist von m&#246;rderischen Konflikten begleitet. Was eigentlich verbinden sollte, trennt. Im Mittleren Osten hat ein &#8222;syrischer&#8220; oder &#8222;irakischer&#8220; Nationalstaat nur so viel Kraft wie der Diktator, der f&#228;hig ist, ihn zusammenzuhalten. Es ist also nicht erstaunlich, dass die ideologische &#8222;Vereinnahmung&#8220; des Internationalismus und des Universalismus durch den IS einer seiner verf&#252;hrendsten Aspekte ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sein offizielles Programm ist die Restauration des 1258 verschwundenen abbasidischen Kalifats und, in einer ersten Phase, die Wiedereroberung des muslimischen Bodens, von Indien bis nach Spanien. Wir k&#246;nnen dar&#252;ber lachen, aber einige nehmen die Sache sehr ernst, besonders jene, welche bereit sind, daf&#252;r zu sterben und zu t&#246;ten. Der &#8222;mittelalterliche&#8220; Charakter t&#228;uscht, denn obwohl dieser in Frankreich ungerechtfertigterweise als archaisch, derb und primitiv betrachtet wird, evoziert er in der arabisch-muslimischen Welt ein Goldenes Zeitalter, einen Bezugswert. Die &#220;bernahme dieser Thematik ist gleichbedeutend mit der Wiederbelebung &#8222;ein[es] arabische[n] Traum[s]&#8220;. Gewiss, &#8222;[e]in wahrgewordener Traum, der Tod verbreitet&#8220;, trotzdem ist es auch &#8222;die letzte glaubw&#252;rdige totalit&#228;re Ideologie, idealistisch und realistisch zugleich&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 178.&#034; id=&#034;nh6-60&#034;&gt;60&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, und sie ist f&#228;hig, die Massen zu mobilisieren. Dieser arabische Traum der huldvollen R&#252;ckeroberung der verlorenen Ehre nach Jahrhunderten der Erniedrigung mag mit dem universalistischen muslimischen Ideal im Widerspruch erscheinen, doch dieser Widerspruch ist nicht neu und artikuliert sich ziemlich deutlich &#8211; besonders wenn Araber das Projekt leiten. Egal ob Sieger oder besiegt wird das Kalifat versucht haben, mit Symbolen eine Mythologie zu erschaffen, die f&#228;hig ist, sein Verschwinden zu &#252;berleben und auch in Zukunft noch Leute tr&#228;umen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das versteckte Kind des Fr&#252;hlings?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist der IS der Repr&#228;sentant dieses islamischen Winters, der auf den Arabischen Fr&#252;hling gefolgt ist, oder ihn gar erstickt hat? Oder sein uneheliches Kind, das an die T&#252;re klopfen kommt?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Irak ist ein bisschen ein Sonderfall, denn das Land hat seit 2003 eine ausl&#228;ndische Besatzung und einen ersten Konfessionskrieg erlebt. Trotzdem bietet dem Regime von Nuri al-Maliki zwischen 2011 und 2012 eine breite soziale, mehrheitlich sunnitische Protestbewegung die Stirn, die er mit heftiger Repression beantwortet. Der Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten beginnt also erneut, doch er nimmt dieses Mal die Form eines offenen Krieges zwischen der Regierung von Bagdad und dem IS an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die syrische Situation 2011 ist eine eher klassische Ausgangssituation. Jene eines Landes, wo die korrupten Kader von alten Diktaturen ein Hindernis f&#252;r liberale Reformen sind, sogar wenn sie selber die Initiative daf&#252;r ergriffen hatten. Ein Kompromiss, der die widerspr&#252;chlichen Interessen der betroffenen Klassen h&#228;tte befriedigen k&#246;nnen, hatte nicht weniger als eine autonome und befriedete kapitalistische Entwicklung in der Region zur Voraussetzung &#8211; eine M&#246;glichkeit, die total ausgeschlossen werden konnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien profitiert selbstverst&#228;ndlich die alawitische Herrschaft von der Politik der &lt;i&gt;infit&#226;h&lt;/i&gt; (wirtschaftliche &#214;ffnung und Liberalisierung) der 2000er Jahre, doch auch ein bedeutender Teil der st&#228;dtischen sunnitischen Bourgeoisie, mit der sie sich verb&#252;ndet hat. Die Opfer dieser Reformen sind &#8211; man wird es erraten haben &#8211; die Arbeiter, die Arbeitslosen und die Bauern. Der Aufstand im M&#228;rz-April 2011 bricht in jenen Quartieren aus, wo sie leben, die Mobilisierung der Intellektuellen und aufstrebenden Mittelklassen, die mit den Grenzen der gesellschaftlichen Ver&#228;nderung und des demokratischen Fortschrittes unzufrieden sind, schliesst sich ihm schnell an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Anbetracht der Entschlossenheit des Regimes und der Armee&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In diesen L&#228;ndern hat sich die Armee, im Gegensatz zu Tunesien oder (...)&#034; id=&#034;nh6-61&#034;&gt;61&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der heftigen Repression, aber auch der Fortsetzung der Demonstrationen hat sich ein Teil der syrischen Bourgeoisie daf&#252;r entschieden, mit dem Regime zu brechen und alles auf seinen Sturz zu setzen. Dank der Unterst&#252;tzung der in den westlichen Hauptst&#228;dten lebenden Oppositionellen und diverser Staaten (besonders der Golfstaaten) wird die Revolte eine milit&#228;rische Wendung nehmen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir sprechen hier nicht von der Selbstverteidigung, welche Demonstranten (...)&#034; id=&#034;nh6-62&#034;&gt;62&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Man weiss, dass &#8222;der Krieg die Revolution frisst&#8220;, doch hier gab es sehr wenig zu essen und die Involution war schnell. Zwischen einem Regime, das die Karte der Glaubensspaltung spielt, &#228;usseren Einfl&#252;ssen und einem fruchtbaren Boden wird der Konflikt die Erscheinungsform einer Opposition zwischen Sunniten und Schiiten annehmen. Militarisierung und Rebellion gehen f&#252;r Hunderte von bewaffneten Gruppen immer mehr mit Islamismus oder Salafismus und Jihadismus einher. Doch nach 2012 &#8222;ist die Mehrheit der jungen Syrer, welche sich aus demokratischem Geist gegen das Regime aufgelehnt hatten, tot, im Exil oder nun Teil des Jihadismus. Es gibt keine gem&#228;ssigten Kr&#228;fte mehr&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 25-26.&#034; id=&#034;nh6-63&#034;&gt;63&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der bewaffnete und konfessionelle Aspekt des Konflikts radiert jedoch noch lange nicht jeglichen Klassenaspekt aus und &#252;berschneidet sich mit zuvor bestehenden Gegens&#228;tzen zwischen n&#252;tzlichen und peripheren Regionen, Stadt und Land, Innenst&#228;dten und armen Quartieren. In letzteren ist die Revolte entstanden, besonders in diesen &#8222;informellen Quartieren&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Val&#233;rie Clerc, &#8222;L'habitat des pauvres &#224; Damas : de la crise du logement (...)&#034; id=&#034;nh6-64&#034;&gt;64&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche die grossen syrischen St&#228;dte umgeben, z.B. Aleppo, wo eine mehrheitlich sunnitische Bev&#246;lkerung lebte, die aus den l&#228;ndlichen Gebieten nach der D&#252;rre 2008 geflohen war. Die K&#228;mpfe nehmen h&#228;ufig die Form von Konfrontationen zwischen den Peripherien mit mehrheitlich rebellischen Quartieren und einem regimetreuen Stadtzentrum an. Scheinbar kommen auch viele jihadistische Rebellen aus den &#228;rmsten l&#228;ndlichen Gebieten, aus jenen, welche Damaskus als erstes aufgibt. Ihr Eindringen in die Herzen der St&#228;dte war f&#252;r die Bewohner h&#228;ufig kein Grund zur Freude, sie nehmen sie als &#8222;eine Art l&#228;ndliches Lumpenproletariat&#8220; wahr, &#8222;das sich an den St&#228;dten r&#228;chen will&#8220;. In Deir ez-Zor und Aleppo z.B., wo die Bev&#246;lkerung &#8222;auf das Eindringen dieser Rebellen vom Land in die Stadt mit K&#228;lte reagiert hat&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Frantz Glasman, &#8222;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des (...)&#034; id=&#034;nh6-65&#034;&gt;65&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele dieser Rebellen schw&#246;ren dem IS den Treueeid, als dieser 2013 in Syrien eindringt. Sie sind somit die materielle Verbindung zwischen den Revolten 2011 und dem Kalifat, das sich als der &#8222;einzige wahre Erbe&#8220; des Arabischen Fr&#252;hlings betrachtet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pierre-Jean Luizard, op. cit., S. 35. Das Experiment von Rojava hat einen (...)&#034; id=&#034;nh6-66&#034;&gt;66&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist auf jeden Fall die Konsequenz, oder gar die Antwort auf sein Scheitern. Der Kampf gegen Korruption, der f&#252;r den IS zentral scheint, ist gewiss ein Echo auf die Anprangerung der Korruption durch die Demonstranten 2011. Durch seinen Respekt der Traditionen und seiner Ablehnung des Westens und seiner Demokratie, aber auch der Diktaturen, bringt der IS einen ethischen Faktor mit, der den laizistischen Demokraten fehlt. Und gegen die islamistischen Demokraten verurteilt er die Demokratie als Sch&#246;pfung des Westens und somit den Westen an und f&#252;r sich, womit er implizit den Theorien eines Kampfes der Kulturen zustimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS tut dies, der IS tut das, doch es ist die lokale Bourgeoisie, welche die Register zieht. Man kann tats&#228;chlich sagen, dass die wahrhaftige Bedeutung von &lt;i&gt;dawla&lt;/i&gt; nur Beiwerk ist und den IS als Staat wie jeden anderen sehen, n&#228;mlich als einen einfachen Ausdruck der lokalen Bourgeoisie, die ihre Interessen verteidigt und das Proletariat im Zaum h&#228;lt. Wie man das auch vom Ungarn des Admirals Horthy, vom Ecuador von Rafael Correa oder vom Frankreich von Fran&#231;ois Hollande sagen kann. Man kann anf&#252;gen, dass die Proletarier von rivalisierenden Bourgeoisien stets als Kanonenfutter benutzt werden. Das ist wahr, doch damit ist die Debatte noch lange nicht beendet. Die starke Involvierung von Proletariern im IS verdient es, hinterfragt zu werden (genau wie ihre Pr&#228;senz in der NSDAP oder in der Rotkappen-Bewegung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Klassengesellschaft in Syrien, in Irak, wie &#252;berall, freilich, doch wie steht es mit dem &lt;i&gt;Klassenkampf&lt;/i&gt;? In Syrien stellt sich die Frage manchmal fast nicht mehr, da die Abwanderung der Bev&#246;lkerungen so massiv gewesen ist (4 Millionen Auswanderer, 8 bis 10 Millionen intern Vertriebene): Die ersten Auswanderer waren die Reichsten (viele Kader und liberale Berufe), jene, welche noch dort sind, sind v.a. die &#196;rmsten. Eine Stadt wie Deir ez-Zor, die vorher zwischen 600&#8216;000 und 800&#8216;000 Einwohner z&#228;hlte, hat jetzt nur noch einige Zehntausende, was den Alltag des Klassenkampfes in der Fabrik oder im B&#252;ro ein bisschen durcheinanderbringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im irakischen Teil hat sich, wie wir gesehen haben, die Gesellschaft seit mehr als zehn Jahren angepasst, um im Krieg und dann im B&#252;rgerkrieg zu &#252;berleben, doch die T&#228;tigkeit des Kalifats stellt trotzdem einen Teil der kapitalistischen Klasse (Gesch&#228;ftsm&#228;nner, H&#228;ndler, Stammesf&#252;hrer) zufrieden. Umso mehr, weil die Hinrichtungen von Funktion&#228;ren und Notabeln jenen Pl&#228;tze offeriert, die es zuvor nicht sein konnten, und weil die neue B&#252;rokratie (bis jetzt) weniger parasit&#228;r scheint als die vorhergehende.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS offeriert den &#196;rmsten einen Ausweg, denn er ist, abgesehen von seinem karitativen Aspekt, ein potenzieller Arbeitgeber f&#252;r das &#252;bersch&#252;ssige Proletariat, das nicht ausgewandert ist. Die religi&#246;se Mobilisierung und der Eroberungskrieg (gegen aussen) verschaffen in erster Linie Zehntausenden von Proletariern und somit Familien ein Einkommen (der Sold wird p&#252;nktlich &#252;berwiesen). Der gesellschaftliche Aufstieg innerhalb der Bewegung kann schnell gehen (im Gegensatz zu Al Qaida, wo die Anf&#252;hrer in der Regel den gesellschaftlichen Eliten entstammen). Doch es kommen noch die Infrastrukturprojekte und die vom Regime eingeleiteten Wiederaufbauarbeiten dazu, eine Art &#8222;keynesianische&#8220; Ankurbelung finanziert durch die Kriegskasse des IS. Da er Steppen und W&#252;sten kontrolliert, unterst&#252;tzt er auch die armen Bauern und Beduinen dieser peripheren Regionen, die von den anderen Regierungen vernachl&#228;ssigt worden sind, oder verspricht, dies zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den Gebieten im Irak und Syrien, die der IS kontrolliert, scheint er eine Verbindung zwischen den Interessen eines Teils der kapitalistischen Klasse, doch auch eines Teils des Proletariats herzustellen, womit er die Errichtung einer Gemeinschaft erzwingt, die Tr&#228;ger des sozialen Friedens ist. Obwohl die gesellschaftliche Herkunft der Anf&#252;hrer nichts beweist, sollten wir nicht vergessen, dass die Schuras und beratenden R&#228;te, welche dem Kalifen in seiner Aufgabe zur Seite stehen [siehe den ersten Teil], aus Imamen, Notabeln der St&#228;dte und Stammesf&#252;hrern bestehen. Wir sind also weit entfernt von Arbeiterr&#228;ten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Islam als Verst&#228;rkung?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Inmittten dieser Zerfallserscheinungen hat der Islam die bemerkenswerte Eigenschaft, eine unmittelbare Gemeinschaft anzubieten (die sich in der tats&#228;chlich von ihm organisierten Solidarit&#228;t manifestiert) und sich gegen das Geld und die Grenzen zu behaupten. Dieser letzte Aspekt ist nicht zweitrangig. F&#252;r einen (muslimischen, katholischen oder nicht gl&#228;ubigen) Franzosen z&#228;hlt die Grenze wenig, denn er ist frei, zu reisen, obwohl er gleichzeitig die Garantie eines nationalen Rahmens hat, innerhalb welchem er, solange er den Gesetzen gehorcht, in den Genuss eines minimalen Schutzes und einer minimalen Unterst&#252;tzung kommt: In einem Wort, er hat einen Staat. Die H&#228;lfte der Afrikaner und etliche Orientale kennen das Gl&#252;ck dieses &#8218;grossen, bequemen Gef&#228;ngnisses&#8216; (Max Weber) nicht. Das Territorium, wo sie leben, ist dem Risiko ausgesetzt, von unkontrollierten Banden durchstreift und verw&#252;stet, ihre k&#228;rgliche Habseligkeiten jenem, zerstreut, und ihre Familie jenem, umgesiedelt oder dezimiert zu werden. Sie leiden gleichzeitig unter einem diktatorischen Staatsapparat und seiner Ausl&#246;schung. Sie privilegieren somit umso eher eine transnationale Gemeinschaft, weil der Nationalstaat f&#252;r sie ein Betrug ist: Die Umma der Gl&#228;ubigen erscheint als Ausweg und die Scharia als Stabilit&#228;tsfaktor.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Troploin, &lt;a href=&#034;http://www.troploin.fr/node/39&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Le Pr&#233;sent d&#8216;une illusion&#034;&lt;/a&gt;, 2006.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Scheinbar ist keine religi&#246;se Autorit&#228;t f&#228;hig, zu beurteilen, wie islamisch oder nicht der IS ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu diesem Teil, siehe besonders Philippe-Joseph Salazar, Paroles arm&#233;es, (...)&#034; id=&#034;nh6-67&#034;&gt;67&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Einige behaupten zwar, er habe &#8222;nichts mit dem Islam zu tun&#8220;. Wir sind noch viel ungeeigneter, die Sache zu beurteilen, weil f&#252;r uns der Glaube an Gott nat&#252;rlich ein Synonym f&#252;r Entfremdung ist. Wir begn&#252;gen uns also damit, zu bemerken, dass der IS selbst die Gesamtheit seiner Handlungen, Schriften und Aussagen durch eine sehr w&#246;rtliche Lekt&#252;re des Korans und eine sehr strenge der Hadithe erkl&#228;rt und rechtfertigt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Problem liegt nicht im Exzess der Gl&#228;ubigkeit, genauso wenig wie die L&#246;sung in seiner M&#228;ssigung liegt. Es ist nicht irrationaler ans Paradies (und somit an die geringe Bedeutung des irdischen Lebens), an das Bevorstehen der Apokalypse, an die R&#252;ckkehr des Kalifats zu glauben, als an die &#8222;schlichte&#8220; Existenz eines Gottes. Und wenn man die Realit&#228;t eines Paradieses anerkennt, reicht manchmal ein (grosser) Schritt, um es auf Erden f&#252;r umsetzbar zu halten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gem&#228;ss gewissen muslimischen Theologen beweisen etliche Zeichen, allen voran der Krieg in Syrien, dass das Ende der Zeit, die Stunde des Endkampfes gegen Satan nahe ist. Der Wiederaufbau des 1258 durch die Eroberung Bagdads durch die Mongolen verschwundenen Kalifats ist Teil dieses Rahmens und stellt die &#8222;Erf&#252;llung eines alten Traumes&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 6.&#034; id=&#034;nh6-68&#034;&gt;68&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; dar.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In sehr stark s&#228;kularisierten Regionen wie Frankreich scheint das verr&#252;ckt und man ist versucht, darauf mit Sarkasmus zu antworten. Da wir an tolerierte, da lauwarme, gem&#228;ssigte und dialogbereite Religionen gew&#246;hnt sind, ist es f&#252;r uns schwierig, das M&#228;rtyrertum oder die Eschatologie und noch schwieriger, das Zusammenspiel einer politischen (der Anspruch auf die Hegemonie des Kalifats) und einer religi&#246;sen Dimension (die angebliche eschatologische Verwirklichung des Islams) zu verstehen. Wir denken sofort an eine Scheinhandlung oder eine Instrumentalisierung. Die Religion ist jedoch nie ausschliesslich, ja nicht einmal besonders spirituell: Sie ist auch politisch, kulturell, wirtschaftlich und milit&#228;risch, ein sozialer Rahmen, der in gewissen L&#228;ndern sehr konkrete Formen annehmen kann (Aufteilung der Quartiere einer Stadt nach Konfessionen, wie z.B. in Beirut oder Belfast).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gilt &lt;i&gt;umso mehr&lt;/i&gt; f&#252;r den Islam, weil er auf einer Orthopraxie basiert: Muslim sein bedeutet, Praktiken zu respektieren (besonders die f&#252;nf S&#228;ulen). Der Respekt dieser Praktiken ist also mit einer Identit&#228;t, mit einer Zugeh&#246;rigkeit zu einer Gruppe, einer Gemeinschaft verbunden, die im Mittleren Osten &#252;ber den begrenzten Stammesrahmen hinausgeht und diesen umfasst. K&#252;nstlich? Nicht minder als die Nation oder die Baath-Partei, die ihre Ineffizienz als ideologischen Zement einer Gesellschaft bewiesen haben, die Proletarier und Bourgeois vereinen soll. Daher kommt die Bedeutung, welche die Aktivisten des Kalifats dem Respekt der Praktiken beimessen, der Teil der Erzeugung einer kulturellen und religi&#246;sen Homogenit&#228;t ist (die nach Jahren des B&#252;rgerkrieges schon fast &#8222;beruhigend&#8220; ist); daher kommt die Tatsache, dass sie zuerst die schlechten Gl&#228;ubigen (lasterhafte Sunniten, Korrupte usw.) angreifen. Die Aufgabe ist umso dringlicher, wenn sich die Apokalypse n&#228;hert, denn, &#8222;das Land des Islams muss von ungerechten Anf&#252;hrern, korrupten Ulemas, pervertierten Gl&#228;ubigen und unz&#252;chtigen Frauen ges&#228;ubert werden, um die Konfrontation des Glaubens und der Gottlosigkeit vorzubereiten. Das Schwert der Rache wird zuerst die Heuchler, dann die Ungl&#228;ubigen treffen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Pierre Filiu, L'Apocalypse dans l'islam, Fayard, 2008, S. 289.&#034; id=&#034;nh6-69&#034;&gt;69&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Doch es geht nicht nur um zu vergiessendes Blut, sondern darum, einen Staat aufzubauen, wo die Muslime, die Unterdr&#252;ckten ein Refugium finden und ihre Religion vollst&#228;ndig leben k&#246;nnen werden, w&#228;hrend sie sich materiell und spirituell auf den Endkampf vorbereiten. Eine Praxis begr&#252;ndet die Existenz eines Territoriums.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn die Religion die Massen mobilisiert, schliesst das Aufrichtigkeit aus? Ein Frage, die h&#228;ufig bez&#252;glich der Anf&#252;hrer des Kalifats und der ehemaligen baathistischen Offiziere gestellt wird, weniger h&#228;ufig bez&#252;glich der einfachen Aktivisten (immer diese Dichotomie zwischen den Manipulatoren und den Dummk&#246;pfen). Man &#228;ussert in der Regel Zweifel dar&#252;ber, wie echt Sympathien f&#252;r Werte oder Ideen sein k&#246;nnen, die uns emp&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Politik (genau wie im Leben) ist der totale Zynismus oder die totale Naivit&#228;t selten. Es ist egal, ob Al Baghdadi an Gott glaubt oder nur an Geld&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Man muss allerdings anmerken, dass er bis anhin, obwohl er &#252;ber eine Rolex (...)&#034; id=&#034;nh6-70&#034;&gt;70&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. F&#252;r die ehemaligen irakischen Offiziere war die Mitgliedschaft in der Baath-Partei noch lange nicht gleichbedeutend mit dem Eintreten f&#252;r die baathistische Ideologie. Man weiss hingegen, dass Saddam Hussein ab 1991 den Islam wieder aus den Schachteln der Geschichte ausgepackt hat und dass der Marxismus kein Impfstoff gegen die Religion ist (siehe seinen Einfluss bei den Gr&#252;ndern der Hezbollah oder dem Islamischen Jihad in Pal&#228;stina).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wichtig ist, ist die irgendwann entstehende Anschlussm&#246;glichkeit zwischen einem Glauben und einer Situation. Die islamische Geschichte ist reich an revolution&#228;ren Bewegungen, welche die millenaristische Dynamik mehr oder weniger geschickt instrumentalisiert haben und apokalyptische Texte erleben seit den 1970er Jahren einen zweiten Fr&#252;hling, der sich ab 2001 noch verst&#228;rkt hat (im Internet oder als Brosch&#252;ren). Jean-Pierre Filiu, der nicht vom franz&#246;sischen Politikbetrieb sprach, schrieb 2008, dass &#8222;eine subversive Gruppe, die verzweifelt den &#8218;Weg der Massen&#8216; wiederfinden oder sich von rivalisierenden Formationen unterscheiden will, in starke Versuchung kommen kann, sich der messianischen Thematik zu bedienen: Sie kann als Anschlussdiskurs, als Interpretationswerkzeug oder als Gr&#252;ndungsgeschichte dienen, mit einer betr&#228;chtlichen Wirkung&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Pierre Filiu, op.cit., S. 288.&#034; id=&#034;nh6-71&#034;&gt;71&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das trifft in Bezug auf den IS sehr wohl zu, diese Diskurse erhalten heute in der muslimischen Welt einen direkt politischen Sinn und konkretisieren sich im Krieg im Mittleren Osten. Es ist freilich absurd, zu glauben, dass es im 21. Jahrhundert in Syrien zu grossen Schlachten zwischen den R&#246;mern und den vom &lt;i&gt;Mahd&#238;&lt;/i&gt; (dem &#8222;rechtgeleiteten Imam&#8220;) angef&#252;hrten muslimischen Truppen kommt und dass Jesus auf dem weissen Minarett der Moschee von Damaskus erscheinen wird, um an der Endschlacht gegen Satan teilzunehmen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss dem Koran und den Hadithe werden die entscheidenden Schlachten der (...)&#034; id=&#034;nh6-72&#034;&gt;72&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aber wenn diese Idee Zehntausende von K&#228;mpfern antreibt, die &#252;berzeugt sind, dass sie an einem historischen revolution&#228;ren Bruch teilnehmen, der eine neue &#196;ra einleitet, dann wird die Idee zu einer &#8222;materiellen Kraft&#8220;. Sie zu verstehen bedeutet, ihre gesellschaftlichen Grundlagen zu erfassen, doch auch &#8222;die kulturelle, zeitlich-r&#228;umliche Distanz&#8220; (Salazar) zu messen, welche uns vom Jihadismus des Kalifats trennt. Als Engels die Bauernkriege im 16. Jahrhundert untersuchte, nahm er die Ideen (die Reformation, die millenaristischen Glaubensformen) als historischen Faktor ernst, ohne zu glauben, dass sie die Welt antreiben. Wir haben M&#252;he, dem IS die Stirn zu bieten, weil wir die Religion f&#228;lschlicherweise f&#252;r einen Sterbenden halten, der nur noch knapp &#252;berlebt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Prolos, Utopisten und Reaktion&#228;re?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die Wirklichkeit der Demokratie ist mir dann klar erschienen: Es geht darum, im Geist der Leute die Idee der Freiheit zu unterhalten und sie davon zu &#252;berzeugen, dass sie ein freies Volk sind, gleichzeitig stehen die people und eine falsche Realit&#228;t im Vordergrund, um sie davon abzulenken, was wirklich geschieht, wodurch unter den Abendl&#228;ndern eine haarstr&#228;ubende politische Ignoranz gen&#228;hrt wird.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Jake Bilardi, australischer Jihadist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Philippe-Joseph Salazar, op. cit., S. 216.&#034; id=&#034;nh6-73&#034;&gt;73&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die ausl&#228;ndischen Jihadisten sind auf den Titelseiten der Zeitungen im Westen und im Kalifat. Wie viele sind es? Man weiss es nicht, mehrere Tausende auf jeden Fall, vielleicht zwischen 15&#8216;000 und 30&#8216;000, die aus fast hundert L&#228;ndern gekommen sind, um sich dem IS anzuschliessen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Andere bewaffnete islamistische Gruppen, besonders die Nusrafront, (...)&#034; id=&#034;nh6-74&#034;&gt;74&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die H&#228;lfte kommt aus dem Mittleren Osten (Saudis, T&#252;rken, Jordanier usw.) und aus dem Maghreb (haupts&#228;chlich Tunesier), mehrere Tausend aus der EU (davon 60% aus Frankreich, Grossbritannien und Deutschland). Davon sind 1&#8216;500 bis 2&#8216;000 Franzosen, wovon viele schon zur&#252;ckgekommen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht alle, die sich dem Kalifat anschliessen, tun dies, um sich in seiner Armee zu engagieren (30&#8216;000 bis 100&#8216;000 Mann). Die Frauen in erster Linie (10% aller Freiwilligen, siehe weiter unten), sie sind von der Front ausgeschlossen. Doch der IS hat alle Muslime zur &lt;i&gt;hijra&lt;/i&gt; (Einwanderung, Hedschra) aufgerufen, besonders die Kader, Ingenieure, Lehrer usw. Wenn sie ankommen, bekommen die Freiwilligen eine Aufgabe, die ihren Kompetenzen und den Notwendigkeiten des Moments entspricht. Einige begn&#252;gen sich jedoch damit, dem Aufruf zu folgen, im Land des Islams zu leben: Franzosen haben z.B. in Raqqa zwei Restaurants er&#246;ffnet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden das Ausmass des Ph&#228;nomens nicht mit Abenteuerlust oder Faszination f&#252;r Gewalt erkl&#228;ren: Diese Motive existieren, betreffen allerdings nicht spezifisch den IS. Wir werden nicht mehr davon verstehen, indem wir es der Unwissenheit, der Pathologie, der Kindheit, den Familienproblemen oder der mentalen Manipulation via Internet zuschreiben, Erkl&#228;rungen, die v.a. den Spezialisten f&#252;r &#8222;Entradikalisierung&#8220; von jihadistischen Teenagern als Broterwerb dienen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die &#8222;Entradikalisierung&#8220;, von der man viel spricht und die bis anhin nur (...)&#034; id=&#034;nh6-75&#034;&gt;75&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es gibt kein typisches Profil des Jihadisten, doch man kann sie in zwei Gruppen aufteilen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erste besteht aus jungen Proletariern, die haupts&#228;chlich der Einwanderung aus dem Maghreb entstammen und in den Vorst&#228;dten aufgewachsen sind. Es handelt sich v.a. um M&#228;nner, die &#228;lter als 20 Jahre sind. Es ist ein Profil des Jihadisten, das die &#8222;Spezialisten&#8220; als klassisch betrachten, &#228;hnlich jenem, das in den 1990er Jahren existierte. Die Figur des kleinen Gangsterbosses, der mit Shit dealte und sich im Gef&#228;ngnis radikalisiert hat, existiert, ist jedoch nicht die Regel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zweite (wachsende) Gruppe bringt Jugendliche aus den (gar h&#246;heren) Mittelklassen zusammen, davon viele Teenager und Jugendliche (30 bis 40%) und M&#228;dchen (30%). Dieses Ph&#228;nomen ist scheinbar sehr f&#252;hlbar in Europa seit 2013, jene Periode, wo sich die Situation in Syrien stark verschlechtert und u.a. der IS auftaucht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie voller Hass f&#252;r die Gesellschaft, orientierungslos oder auf der Sinnsuche sind, versteht man kaum, wieso diese Jugendlichen von einem Land angezogen sind, wo man seine Zeit damit verbringt, armen Leuten die Kehle durchzuschneiden und sie zu k&#246;pfen. Vielleicht weil die Hinrichtungen und die Grausamkeiten, die von den Mainstream-Medien reichlich verbreitet werden, nur 2% der vom Kommunikationssektor des Kalifats im Internet verbreiteten Bildern repr&#228;sentieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss einer Studie &#252;ber die Propagandavideos des IS bezogen sich 52% der (...)&#034; id=&#034;nh6-76&#034;&gt;76&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Suche nach Gerechtigkeit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das, was die soziale Kontrolle und die Polizei &#8222;Radikalisierung&#8220; nennen, entsteht in der Regel aus einem tiefen Gef&#252;hl der sozialen Ungerechtigkeit und einer Bewusstwerdung: z.B. der Machtverh&#228;ltnisse &#8222;Herrscher/Beherrschte&#8220; in dieser Gesellschaft (aber nicht ihres Klassencharakters), des &#8222;Systems&#8220;, der Gewalt, welche die syrischen und pal&#228;stinensischen Bev&#246;lkerungen unter dem passiven Blick der Abendl&#228;nder erdulden m&#252;ssen usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt muss man sich fragen, warum die Antworten der Anarchistischen F&#246;deration (einfaches Beispiel) sich nicht aufdr&#228;ngen. Die schwache Verbreitung des &lt;i&gt;Monde libertaire&lt;/i&gt; ist wahrscheinlich nicht der einzige Grund daf&#252;r.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Antworten des IS sind nicht nur radikal bez&#252;glich ihrer Stigmatisierung des dekadenten Westens, der korrupten Golfstaaten und des Zionismus, sie st&#252;tzen sich auch auf eine konkrete Praxis und die M&#246;glichkeit unmittelbarer L&#246;sungen: Das Kalifat pr&#228;sentiert sich als milit&#228;rische Festung gegen die Grausamkeiten des Assad-Regimes, als Beistand f&#252;r die Bev&#246;lkerungen (soziale Verbesserungen, Spit&#228;ler, Waisenh&#228;user usw.) und als ein Werkzeug des g&#246;ttlichen Willens, dem man sich nur anschliessen muss, um die Welt zu ver&#228;ndern. Und falls n&#246;tig wird das Flugticket bezahlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Religion des Bruches&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konversion zum Islam ist eine obligatorische Etappe, die alle Jihadisten aus dem Westen charakterisiert. Unter ihnen sind viele &#8222;Biofranzosen&#8220; (25 bis 30%), die nicht in der muslimischen &#8222;Kultur&#8220; aufgewachsen sind. Jene, welche darin aufgewachsen sind, betrachten sich in der Regel auch als Konvertiten: Es sind die &lt;i&gt;born again&lt;/i&gt;, jene, welche zur&#252;ck zum Islam finden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;David Thomson, Les Fran&#231;ais jihadistes, Les Ar&#232;nes, 2014.&#034; id=&#034;nh6-77&#034;&gt;77&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Islam f&#252;llt, wie man sagt, die &#8222;metaphysische Leere&#8220;, die typisch ist f&#252;r unsere Gesellschaften, jene einer Jugend auf der Suche nach einer Identit&#228;t und R&#252;ckhalt und es ist in allen F&#228;llen ein Bruch. In erster Linie mit dem dekadenten Westen; einige Autoren sprechen sogar von einer Jugend, welche &#8222;die Ideale vom Anti-Mai-68 verk&#246;rpert&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, 20. November (...)&#034; id=&#034;nh6-78&#034;&gt;78&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, phasengleich mit den angesagten reaktion&#228;ren Autoren und sie sind, wie die jungen Demonstranten der Demonstration f&#252;r alle, gegen die Lockerung der Normen, die Aufl&#246;sung der Autorit&#228;t, die Patchworkfamilie usw. Es ist jedoch auch ein Bruch mit dem urspr&#252;nglichen Milieu und der Familie, denn der marokkanische, genau wie der algerische oder der franz&#246;sische Islam ist nicht &#8222;der richtige&#8220;, w&#228;hrend jener des Kalifats als am n&#228;chsten bei den Schriften pr&#228;sentiert wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man versucht in der Regel, die Jihadisten l&#228;cherlich zu machen, indem man sich &#252;ber die Schnelligkeit ihrer Konversion und ihre geringen religi&#246;sen Kenntnisse lustig macht (aber wie viele Katholiken k&#246;nnten die heilige Dreieinigkeit erkl&#228;ren?) Der Islam ist allerdings eine Religion, in welcher die Konversion besonders leicht ist; um Muslim zu werden, gen&#252;gt es, die &lt;i&gt;chahada&lt;/i&gt; auszusprechen und dann die f&#252;nf S&#228;ulen zu respektieren. Danach steht es dem Gl&#228;ubigen frei, sein ganzes Leben dem Studium der Schriften zu widmen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Antirassismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS tr&#228;gt einen antirassistischen Diskurs zur Schau (auch hier mit einer Verurteilung des Westens): Seine K&#228;mpfer sind Teil einer &#8222;multiethnischen Armee&#8220; und seine Medien legen Wert darauf, Bilder von Jihadisten mit verschiedenen Hautfarben zu zeigen. Das Kalifat f&#252;hlt sich berufen, die Gemeinschaft der Gl&#228;ubigen zusammenzubringen, auch Ethnien, die bis anhin seine Gegner waren oder sich anderswo gegenseitig bek&#228;mpfen. So k&#228;mpfen etliche Kurden in seiner Armee: Sie sollen w&#228;hrend der Schlacht von Koban&#234; 50% seiner Truppen ausgemacht haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 150. In (...)&#034; id=&#034;nh6-79&#034;&gt;79&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mindestens einer der sieben Anf&#252;hrer des IS ist ein irakischer Turkmene.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Populismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Freiwilligen sind auch empf&#228;nglich f&#252;r den Aufruf des Kalifats zur Revolte. Jene der Guten (die Ausgeschlossenen, die Opfer, jene von unten, welche Widerstand leisten und sich engagieren) gegen die B&#246;sen (die Reichen, die Korrupten, die &#8222;Verdorbenen&#8220;, die Eliten, die Intellektuellen, die Presse). Die Klassenspaltungen sind hier ziemlich egal, alles ist eine Frage der zu treffenden Entscheidung, sich dem Lager des Guten, jenem des IS anzuschliessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Jihadismus des Kalifats enth&#228;lt alle Attribute eines starken Populismus, der Revolutionen herbeif&#252;hrt. [&#8230;] Die Tatsache, dass dieses &#8218;Volk&#8216; religi&#246;s normiert wird, &#228;ndert nichts am Prozess. Es wird Zeit, dass man dies erkennt, denn es zeichnet sich eine Bewegung der populistischen Wiederverzauberung der Welt ab. Eine H&#228;ufung von spontanen und Gruppenhandlungen verursacht langsam eine Bewegung des kollektiven Bewusstseins. Und diese wachsende Bewegung wird zur konstitutiven Logik des &#8218;wahren, guten Volkes&#8216;, ein brutales Auftauchen des &#8218;Volkes&#8216;, das eine unwiderstehliche politische Form annimmt und sich gegen die designierten Feinde durch eine radikale Feindschaft manifestiert.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Philippe-Joseph Salazar, op. cit., S. 212, 222.&#034; id=&#034;nh6-80&#034;&gt;80&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Figur des &#8222;negativen Helden&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man hat das jihadistische Engagement mit anderen bewaffneten Mobilisierungen von Aktivisten verglichen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Laurent Bonelli, &#8222;Brigadistes, djihadistes&#8220;, Le Monde Diplomatique, August 2015.&#034; id=&#034;nh6-81&#034;&gt;81&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Vergleich ist nicht nur falsch, weil eine Sache gut w&#228;re (gegen den Faschismus und f&#252;r die Revolution zu k&#228;mpfen) und eine andere schlecht (eine Religion durch Zwang in der Welt zu verbreiten). Die vom Jihad gebotene &#8222;romantische Exotik&#8220; unterscheidet sich stark von ihren linken und auf die Dritte Welt bezogenen Pr&#228;zedenzf&#228;llen. Das 21. Jahrhundert f&#228;llt zeitlich mit der Entstehung einer der ersten Generationen zusammen, die glaubt, dass die Zukunft nicht besser sein wird als die Gegenwart, wahrscheinlich eher schlimmer, und dass die Politik daran nichts &#228;ndern kann. Wenn sich jegliches kollektives politisches Projekt verfl&#252;chtigt, das Tr&#228;ger von Hoffnung ist, ist die B&#252;hne frei f&#252;r den schwarzen Helden (die Farbe der Piraten, der Anarchisten, der Faschisten und der Jihadisten), den Extremisten, der die Gesellschaft in Angst und Schrecken versetzt, eine absolut hassenswerte Figur. Und somit besonders faszinierend.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kalifatsfeminismus?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Wenn man sich im absoluten Gegensatz zur westlichen Kultur platzieren will, ist die Hausfrau eine alternative Figur.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;G&#233;raldine Casutt, &#8222;Pourquoi les jeunes filles rejoignent les rangs de (...)&#034; id=&#034;nh6-82&#034;&gt;82&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es gibt keine kompetente feministische Autorit&#228;t, um zu beurteilen, ob der Islamische Staat feministisch ist oder nicht. Das mag &#252;berraschend erscheinen, doch die Frage qu&#228;lt zweifelsohne die Spezialisten und Journalisten, die sich f&#252;r die Frage der jihadistischen Frauen interessieren und das Wort Feminismus ist stets pr&#228;sent in ihren Texten, er wird verschieden charakterisiert: &#8222;Kalifats-&#8220;, &#8222;Pseudo-&#8220;, &#8222;fehlgeleitet&#8220;, &#8222;verdreht&#8220;, &#8222;Post-&#8220;, &#8222;Anti-&#8220; usw. Die j&#252;ngsten sprechen gar von einem Jihad Version &lt;i&gt;girl power&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;islamische Feminismus&#8220; ist in den 1990er Jahren entstanden. Die Aktivistinnen, die sich auf ihn berufen, entnehmen ihre Inspiration und ihre Rechtfertigungen den Suren des Korans, die gem&#228;ss ihnen eine Botschaft der Gleichheit und der Gerechtigkeit offenbaren. Die vorislamische Periode, die &lt;i&gt;Jahiliya&lt;/i&gt;, eine &#196;ra der Unordnung und der Ignoranz, sei in Arabien durch Laxheit, Promiskuit&#228;t und eine unkontrollierte Sexualit&#228;t charakterisiert gewesen. Der Islam bereitet dem ein Ende, indem er im Koran die Fragen der Heirat, der Abstammung, des Erbes usw. genau kodifiziert oder indem er gebr&#228;uchliche Praktiken (wie die Polygamie) juristisch umrahmt und begrenzt. Die Kontrolle &#252;ber die Frauen und ihre Sexualit&#228;t, die sich daraus ergeben hat, wird also historisch als Synonym f&#252;r Ordnung, Ausgeglichenheit und Frieden wahrgenommen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fatima Mernissi, Sexe id&#233;ologie islam, Tierce, 1983, S. 31, 83-84, 88.&#034; id=&#034;nh6-83&#034;&gt;83&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es handle sich hier um einen grossen Fortschritt f&#252;r die Frauen, der erkl&#228;rt, warum Mohammed als &#8222;eine der gr&#246;ssten universellen Figuren des Feminismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zahra Ali, F&#233;minismes islamiques, La Fabrique, 2012, S. 61.&#034; id=&#034;nh6-84&#034;&gt;84&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; betrachtet werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der IS charakterisiert sich nicht auf diese Art und Weise und beruft sich nicht auf den &#8222;islamischen Feminismus&#8220;, doch auch er sucht die Antworten auf die &#8222;Frauenfrage&#8220; im Koran und in den Hadithe. Das Kalifat kann gegen die Frauen agieren und gleichzeitig so tun, als ob er sie im Zentrum der Gesellschaft platzierte und sie besch&#252;tzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie besch&#252;tzen? Und die ermordeten, vergewaltigten und versklavten schiitischen, christlichen und jesidischen Frauen? [Siehe den ersten Teil.] Sie &lt;i&gt;verdienen&lt;/i&gt; dieses Schicksal, weil sie in der Logik des IS juristisch nicht in die Kategorie &#8222;Frauen&#8220; geh&#246;ren, dazu geh&#246;ren nur muslimische Frauen. Diese Sichtweise wird nat&#252;rlich von den Aktivisten und Aktivistinnen des Kalifats geteilt, die motiviertesten letzterer sind die ausl&#228;ndischen Jihadistinnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ein Widerspruch? Im Namen der Arbeiterklasse brach die KPF Streiks und (...)&#034; id=&#034;nh6-85&#034;&gt;85&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Aktivistinnen&#8220; und &#8222;motiviert&#8220;, weil ihr Engagement eine ernste Sache ist. Auch hier tendiert der westliche Diskurs eher dazu, sie als Opfer einer niedertr&#228;chtigen Einreihung, der Manipulation oder der Geisteskrankheit zu betrachten; viel mehr als die M&#228;nner, da viel weniger f&#228;hig, diese Art von Entscheidung zu treffen. Und zudem kann sich, gem&#228;ss einer immer noch sehr verbreiteten, essentialistischen Sichtweise, &#8222;die Frau&#8220;, die das Leben schenkt, nicht dem Lager des B&#246;sen und des Todes anschliessen. Doch man kann sich beruhigen, der IS hat &#228;hnliche Standpunkte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frauen repr&#228;sentieren 10% der ausl&#228;ndischen Freiwilligen. Unter ihnen sind mehrere Hundert Abendl&#228;nderinnen, wovon viele Franz&#246;sinnen oder Britinnen sind, die meisten davon jung (h&#228;ufig zwischen 15 und 25 Jahren), in der Regel gebildeter als ihre m&#228;nnlichen Kollegen und entstammen h&#228;ufiger den Mittelklassen. F&#252;r einige ist diese Entscheidung eine Art Emanzipation (oder zumindest eine Flucht) gegen&#252;ber dem famili&#228;ren und kulturellen Herkunftsmilieu, zumindest ein Akt der Autonomie und der &#220;bernahme von Verantwortung, der &#8222;flagrant mit der &#8218;kulturellen Strategie&#8216; eines in Europa eingeb&#252;rgerten Islams kontrastiert, der allen voran den Mann privilegiert&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Philippe-Joseph Salazar, op. cit., S. 142.&#034; id=&#034;nh6-86&#034;&gt;86&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ihre Motivationen &#228;hneln jenen der M&#228;nner: ein Gef&#252;hl der Ungerechtigkeit in Anbetracht des Leides des syrischen Volkes, eine Revolte gegen die von den Musliminnen im Westen erduldeten Diskriminierungen, der Wunsch, konkret zu helfen (eher humanit&#228;r als milit&#228;risch), aber auch die Lust, ihre Religion frei zu leben (Ganzk&#246;rperschleier, komplette Geschlechtertrennung usw.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl eine sehr mediatisierte Handvoll von ihnen f&#252;r die Polizei von Raqqa arbeitet, ist die Hauptfunktion der Frauen im Kalifat alles andere als sekund&#228;r: Ehefrauen und M&#252;tter zu sein. F&#252;r diese Frauen, die nicht mit der AK47 an der Front stehen k&#246;nnen, ist das eine Form des Jihad: &#8222;Es gibt f&#252;r sie keine gr&#246;ssere Verantwortung als jene, die Frau ihres Mannes zu sein&#8220; und &#8222;die Gr&#246;sse ihrer Stellung, das Ziel ihrer Existenz ist die g&#246;ttliche Aufgabe der Mutterschaft&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Brigade Al-Khansaa, Women of the Islamic State. A manifesto on women, 2015 (...)&#034; id=&#034;nh6-87&#034;&gt;87&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die in unseren Gesellschaften eher abgewertete &lt;i&gt;traditionelle&lt;/i&gt; Rolle der Mutter/Hausfrau wird vom Kalifat als jene &#8222;einer revolution&#228;ren Akteurin einer radikal alternativen Gesellschaft&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Interview mit G&#233;raldine Casutt, Le Nouvel Observateur, 9. April 2015.&#034; id=&#034;nh6-88&#034;&gt;88&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; pr&#228;sentiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hinzu kommt diese merkw&#252;rdige &#8222;Verlockung der Abh&#228;ngigkeit&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh6-89&#034;&gt;89&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, diese beruhigende Unterwerfung. Doch jene der Ehefrau unter den Mann sei nur relativ, formell, denn beide sind direkt Gott unterworfen (Colette Guillaumin w&#252;rde vielleicht von &#8222;g&#246;ttlicher Aneignung&#8220; sprechen). Die Wahl des Ehemannes ist jedoch nicht bedeutungslos, man &#252;berquert Kontinente, um ihn zu finden. Wir sprechen nicht von einem besonderen Individuum, sondern vom idealen Mann. Er existiert, er riskiert sein Leben im Namen Gottes auf dem Schlachtfeld, es ist der Jihadist: ein frommer, ehrlicher, aufrichtiger, treuer, mutiger, starker, viriler und besch&#252;tzender Mann, der an die Ehe und die Familie glaubt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-90&#034;&gt;90&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Mann der, das wissen die Leser von Soral und Zemmour sehr gut, in Frankreich nicht mehr existiert. Hunderte von jungen Frauen gehen nach Syrien, um einen solchen Mann zu heiraten und mit ihm eine Familie zu gr&#252;nden. Das ist ihre Hauptaufgabe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Das Ger&#252;cht eines &#8222;Sex-Jihad&#8220; zur &#8222;Erholung des Kriegers&#8220;, das lange (...)&#034; id=&#034;nh6-91&#034;&gt;91&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In den St&#228;dten des Kalifats sind gar Ehevermittlungsagenturen er&#246;ffnet worden, um die Eheschliessungen zwischen Jihadisten, aber auch zwischen Einheimischen zu erleichtern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Schreiberlinge des IS stimmen mit den reaktion&#228;ren Autoren in Frankreich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pr&#228;zisieren wir, dass Alain Soral, der den IS f&#252;r eine Marionette in den (...)&#034; id=&#034;nh6-92&#034;&gt;92&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#252;berein in ihrer Proklamation des &#8222;Scheiterns des westlichen Frauenmodells&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Brigade Al-Khansaa, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-93&#034;&gt;93&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, dem sie vorwerfen, dass es weder die Frauen (die dazu gezwungen werden, mit M&#228;nnern in Kontakt zu kommen, denen erlaubt wird, nackt zu sein, aber nicht, einen Nikab zu tragen) noch die Familie (Ehe f&#252;r Homosexuelle, Abtreibung) respektiert. Ausgehend von einer Feststellung, die von radikalen Feministinnen geteilt werden k&#246;nnte, n&#228;mlich jene einer falschen Gleichheit, die umso perverser ist, weil sie den Frauen einreden will, dass sie frei sind, geht der IS zu einem Diskurs &#252;ber, der eine Logik der Unterscheidung und eine &lt;i&gt;wirkliche Komplementarit&#228;t&lt;/i&gt; der Geschlechter unterst&#252;tzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist nicht einfach, die in sozialen Netzwerken zum Vorschein kommende &#8222;Subkultur der jihadistischen &lt;i&gt;girl power&lt;/i&gt;&#8220; oder &#8222;das &lt;i&gt;empowerment&lt;/i&gt; auf jihadistisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;H&#233;l&#232;ne F&#233;vrier, Sylvie Braibant, &#8222;Les sir&#232;nes pseudo-f&#233;ministes du (...)&#034; id=&#034;nh6-94&#034;&gt;94&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; vom Tisch zu wischen. Der Feminismus hat im Westen einen Teil seines Programms verwirklicht, er wird h&#228;ufig verzerrt dargestellt, ist jedoch konsensuell geworden, seine Errungenschaften sind selbstverst&#228;ndlich, die Gleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen wird &#252;berall verk&#252;ndet, die &#8222;Gender-Theorie&#8220; wird in der Schule gelehrt &#8211; die Ungleichheiten bestehen allerdings fort. Diese Widerspr&#252;che sind ein gefundenes Fressen f&#252;r den extremen Islam und geben ihm ein nonkonformistisches Flair.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem es der Ehe seiner Aktivisten und ihrer Familie (wir haben im ersten Teil gesehen, dass es verschiedene Pr&#228;mien und Zusch&#252;sse eingef&#252;hrt hat) eine derartig grosse Bedeutung beimisst, verankert das Kalifat sein Projekt entschlossen in der Zukunft. Es geht darum, die Hervorbringung von k&#252;nftigen K&#228;mpfern und Proletariern zu garantieren (die Pille ist auf seinem Territorium nat&#252;rlich verboten). Die jihadistischen Frauen, eine Art Avantgarde, spielen also eine gew&#252;rdigte Rolle und sind besonders respektiert und besch&#252;tzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Besonders &lt;i&gt;kontrolliert&lt;/i&gt;, wollt ihr sagen! Das ist alles nur patriarchalischer Diskurs und Heuchelei!&#8220; Zweifellos, doch die Ideologie des Kalifats ist so und, egal, was man davon h&#228;lt, funktioniert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die zunehmende Beteiligung der jihadistischen Frauen ist dennoch eine Quelle der Besorgnis f&#252;r die jihadistischen M&#228;nner, denn die weibliche Initiative frischt in ihren Ged&#228;chtnissen stets die Konflikte der &lt;i&gt;Jahiliya&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fatima Mernissi, op. cit., 1983, S. 88.&#034; id=&#034;nh6-95&#034;&gt;95&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; auf. Olivier Roy spricht diesbez&#252;glich in Bezug auf den syrischen Jihad von einer &#8222;widerspr&#252;chlichen Modernisierung&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Ein Kalifat gegen die Globalisierung?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Im Gegensatz zur &#8222;alten&#8220;, pyramidalen, geheimen, autorit&#228;ren, transnationalen Al Qaida sieht sich Daesch als modern, offen, verwurzelt und urban.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, op. cit., S. 114.&#034; id=&#034;nh6-96&#034;&gt;96&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Was sofort auff&#228;llt, wenn man sich mit dem Kalifat befasst, sind die Zentralit&#228;t der Religion, die &#252;bertriebene Gewalt und die offene Intoleranz. All das verbunden mit der totalit&#228;ren Absicht einer gesellschaftlichen Harmonie und der Suche nach einem inneren Ausgleich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine etwas provokative Genossin stellt diese &#8222;Suche nach einer (...)&#034; id=&#034;nh6-97&#034;&gt;97&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ausserhalb ihres Zusammenhangs erzeugen einige Projekte und Praktiken des Kalifats allerdings ein unerwartetes Echo. Sein Programm enth&#228;lt n&#228;mlich den Kampf gegen die Korruption und die Finanzspekulation (Verbot des Wuchers), die Schaffung einer alternativen W&#228;hrung (Geldst&#252;cke aus Gold, Silber und Kupfer, eine Anspielung auf die abbasidischen Dinaren und Dirhams, d.h. eine &#8222;echte&#8220; W&#228;hrung, um sich dem herrschenden W&#228;hrungssystem zu entziehen), die Aufwertung des &#246;ffentlichen Dienstes, die Dezentralisierung der Macht durch die regionale Autonomie, die Ablehnung der parlamentarischen Demokratie (und der Demokratie &#8222;an und f&#252;r sich&#8220;, der IS verteidigt eine Art &#8222;organischen Zentralismus&#8220; unter g&#246;ttlicher Herrschaft), die Abschaffung der Grenzen, der Kampf gegen den Rassismus, ohne die Ablehnung des ungez&#252;gelten Konsums und der Unterwerfung unter die Marken zu vergessen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Diskurs, der von den Globalisierungsgegnern kommen k&#246;nnte, wenn er sich auf &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt; und den Subcommandante Marcos, statt auf den Koran und den Kalifen Ibrahim beziehen w&#252;rde. Ja, der IS sieht sich als mittelalterlich, aber modern, &#8222;egalit&#228;r, universell und multiethnisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, Diplomatie, Nr. 77, (...)&#034; id=&#034;nh6-98&#034;&gt;98&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Haben die Worte hier noch einen Sinn? Nicht mehr oder weniger als anderswo. Der IS verfolgt offensichtlich weder praktisch noch theoretisch eine Kritik des Kapitalismus, er (und durch ihn ein Teil der lokalen Bourgeoisie) versucht, gewisse, ihm am wenigsten erlaubt, am st&#246;rendsten scheinende Aspekte zu ver&#228;ndern, andere werden angepasst. Obwohl gewisse Praktiken extrem sind, t&#246;nen die Diskurse h&#228;ufig sehr inhaltslos. Und obwohl man darin vertrautere Reime entdeckt, handelt es sich nicht dermassen um eine &#8222;Vereinnahmung&#8220;, sondern um eine Nivellierung nach unten, was nicht neu ist: Die extreme Rechte verurteilt auch schon lange die &lt;i&gt;Ausw&#252;chse&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Exzesse&lt;/i&gt; des Kapitalismus. Finanzkapitalismus, versteht sich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jener Teil der extremen Rechten, der sich vom Kampf der ZAD angezogen (...)&#034; id=&#034;nh6-99&#034;&gt;99&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er ist die Quelle allen &#220;bels, umso mehr als man leicht einige Dosen Verschw&#246;rungstheorien und Antisemitismus beif&#252;gen kann. Klassenverh&#228;ltnisse, Ausbeutung, Mehrwert und andere alte Z&#246;pfe verschwinden also in der Versenkung, was das Vokabular einfacher macht und alle sind einverstanden. Doch um zu existieren, muss der IS das &#8222;Gesellschaftliche&#8220; in den Mittelpunkt seiner Rede stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem westlich inspirierten, liberalen Mondialismus, der den Planeten beherrscht, setzt der IS eine weltweite Alternative entgegen, einen anderen Mondialismus, der offen die Zerst&#246;rung der lokalen Besonderheiten auf seine Fahnen schreibt, allen voran innerhalb des Islams, wo er die mystischen (Sufismus) oder magisch-medizinischen (Marabutismus) Praktiken bek&#228;mpft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf diesem Terrain steht er in Konkurrenz mit der wahhabitischen Ideologie, die weltweit von der saudischen Monarchie verbreitet wird. Der salafistische Universalismus des Kalifats ist dennoch anders, subversiv, zwar nicht links, doch zumindest populistisch (er vertr&#228;gt sich ziemlich gut mit der ehemaligen sozialistischen F&#228;rbung der Baath-Partei) und es ist f&#252;r ihn ein leichtes Spiel, die Saudis als Apostaten, Korrupte und Verb&#252;ndete der USA zu qualifizieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um seinen anderen Konkurrenten, die nebul&#246;se Al Qaida mit ihren Versprechen einer strahlenden Zukunft zu &#252;berholen, hat der IS den Vorteil der durch den Aufbau einer konkreten &#8222;Utopie&#8220; auf dem Terrain repr&#228;sentierten Anziehungskraft. Denn, obwohl die Aktivisten an ein Jenseits glauben, m&#246;chten sie nicht bis morgen warten, um eine bessere Welt aufzubauen, und ziehen es vor, schon heute in &#220;bereinstimmung mit ihrem Glauben zu leben. Indem sie das Kalifat aufbauen, beweisen sie, dass es m&#246;glich ist, &lt;i&gt;hier und jetzt&lt;/i&gt; zu handeln, um die Welt zu ver&#228;ndern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche Ver&#228;nderung? Die Versprechen einer leuchtenden Zukunft haben keinen grossen Erfolg mehr, die Parole des Kalifats ist &#8222;R&#252;ckw&#228;rts immer, vorw&#228;rts nimmer!&#8220; Im Islamischen Staat sind die neuen Reaktion&#228;re genau wie in Frankreich nicht (nur) Intellektuelle, sondern auch entpolitisierte Aktivisten, die Werte, eine Ethik verteidigen: &lt;i&gt;born again&lt;/i&gt; Salafisten, Demonstration f&#252;r alle, Verteidigung der Familie, der Traditionen, eines Territoriums, des Bodens usw. Wenn der Einbruch des Kapitalismus die Wurzel aller &#220;bel, aber zum Ende der Geschichte geworden ist, was tun, wenn nicht in die Zeit &#8222;davor&#8220; zur&#252;ckkehren und in diesem Fall, weshalb nicht ins Mittelalter? Wenn schon, dann ein Goldenes Zeitalter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r seine Aktivisten ist das Kalifat die &lt;i&gt;Dawla&lt;/i&gt;. Der Begriff wird gemeinhin mit Staat &#252;bersetzt, doch er bedeutet auch &#8222;die Idee der Revolution, d.h. die Umw&#228;lzung der Welt hin zur Fr&#246;mmigkeit und zum Gesetz Gottes&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, Diplomatie, Nr. 77, (...)&#034; id=&#034;nh6-100&#034;&gt;100&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Revolution oder Wiederaufbau einer alten Ordnung? Im ersten Teil &#252;bernahmen wir die ber&#252;hmte Formel aus dem &lt;i&gt;Gattopardo&lt;/i&gt; &#8222;Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es n&#246;tig, dass sich alles ver&#228;ndert&#8220; [&#8230;]. Der IS bietet eine pr&#228;kapitalistische Identit&#228;t an, das Ideal des Arabiens des 7. Jahrhunderts, ein H&#228;ndler- und Kriegerideal, eine magische Formel, um dem Leben einer verlorenen, unter die Werte der Modernit&#228;t unterworfenen Jugend neuen Sinn zu geben: Individualismus, Materialismus, Konsum und Hedonismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Kritik der Modernit&#228;t ist nicht gleichbedeutend mit jener der (...)&#034; id=&#034;nh6-101&#034;&gt;101&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotz seinem Separatismus und seiner Masslosigkeit ist der Diskurs des Kalifats allerdings, genau wie der vern&#252;nftigere Alternativismus, an den wir uns gew&#246;hnt sind, ein Diskurs, der vom herrschenden System hervorgebracht wird, und sein Projekt eine Alternative &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; des Bestehenden. Das Kalifat kann nur &#252;berleben, wenn es wirtschaftlich mit dem Rest der kapitalistischen Welt verbunden ist. Die Vorliebe der Jihadisten f&#252;r Sklaven bringt sie trotzdem nicht dazu, eine &#8222;auf der Sklaverei basierende Produktionsweise&#8220; (wieder)aufzubauen, und die Lohnarbeit herrscht in Mosul genau wie in Mailand. Als Tagtraum und neue Phase eines Albtraums kann diese gigantische, reaktion&#228;re ZAD rund um den Tigris und den Euphrat nur als monstr&#246;se Variante einer kapitalistischen Weltordnung verstanden und bek&#228;mpft werden, dessen Feind sie vorgibt zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Angesichts der Ungewissheit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Im Islam gibt es keinen Kommunismus.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Fatwa der Universit&#228;t Al-Azhar, 1948.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Als Hoffnung f&#252;r einige, Schrecken f&#252;r viele andere ist der IS nicht Russland 1919 und das Spiel hat sowieso schlecht begonnen f&#252;r einen Staat, der nicht den Vorteil der unendlichen Weite oder der Entfernung eines Territoriums hat, wo er seine &#8222;Utopie&#8220; aufbauen kann. Der relative Eintritt der T&#252;rkei in die internationale Koalition gegen Daesch ver&#228;ndert die Ausgangslage, indem er die vitalen Warenfl&#252;sse st&#246;rt oder blockiert. Die Zeit l&#228;uft in diesen letzten Jahren besonders schnell und das Kalifat steht wohl nicht vor seinen sieben fetten Jahren. Falls es nicht zu einer grossen historischen &#220;berraschung wie dem Zusammenbruch der syrischen Armee, gefolgt vom Fall von Damaskus und der Destabilisierung Libanons, Jordaniens oder Saudi-Arabiens&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Oder ein unerwarteter Dritter Weltkrieg zwischen der NATO und Russland, (...)&#034; id=&#034;nh6-102&#034;&gt;102&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; kommt, ist das mittelfristige &#220;berleben dieses Staats nicht sehr wahrscheinlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tats&#228;chlich hat der IS seine Macht, sein Prestige und seine Finanzen seinen kriegerischen Eroberungen zu verdanken. Die Stagnierung an den Fronten, die taktischen R&#252;ckz&#252;ge und die unaufh&#246;rlichen Bombenangriffe werden gleichbedeutend mit seiner Niederlage sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach einer langen Phase des &lt;i&gt;containment&lt;/i&gt; haben die Abendl&#228;nder scheinbar entschieden, zum &lt;i&gt;rollback&lt;/i&gt; des IS &#252;berzugehen. Ihre Strategie war bis anhin vorsichtig, sie bestand darin, das Leben f&#252;r die lokale Bev&#246;lkerung schwieriger zu machen: Ab dem Sommer 2014 befanden sich Kraftwerke, M&#252;hlen und Getreidesilos unter den ersten Zielen der amerikanischen Luftwaffe. Die Vervielfachung dieser Luftangriffe ab dem Herbst 2015 und das Vorr&#252;cken der kurdischen und schiitischen Truppen haben zu einer Abwanderung der Bev&#246;lkerung &lt;i&gt;innerhalb&lt;/i&gt; des Territoriums des Kalifats gef&#252;hrt, seine Verwaltung muss sich mit dem Verlust von Einnahmen und der Verwaltung der Fl&#252;chtlinge abfinden. Das medizinische Material wird immer seltener (der IS hat einen Operationstrakt als L&#246;segeld f&#252;r eine Geisel verlangt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Luc Mathieu, &#8222;A Raqqa, l'ambiance s'est tendue, la parano&#239;a grandit&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh6-103&#034;&gt;103&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), der Nachschub immer schwieriger, die Steuern steigen und m&#252;ssen im Voraus bezahlt werden usw.&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Finances de l'EI : la guerre secr&#232;te&#8220;, Le Monde, 29.-30. November 2015.&#034; id=&#034;nh6-104&#034;&gt;104&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Schwierigkeiten an der Front zwingt die Beh&#246;rden dazu, in gewissen Gebieten auf den Milit&#228;rdienst zur&#252;ckzugreifen, was Desertionen von Einberufenen zur Folge hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Tat und Wahrheit ist es der Prozess der Normalisierung und der Staatsbildung, den wir im ersten Teil zu skizzieren versucht haben, der gef&#228;hrdet ist. Das Kalifat wird somit eine Verminderung seiner &#8222;sozialen&#8220; F&#228;higkeiten erdulden m&#252;ssen, welche seine St&#228;rke ausmachen; es wird sie nur mit Steuererh&#246;hungen und vermehrter Repression kompensieren k&#246;nnen, was zu einer Meinungs&#228;nderung eines Teils der Bev&#246;lkerung und gewisser Stammesf&#252;hrer f&#252;hren wird. Es besteht dann das Risiko, dass die Meinungsverschiedenheiten wieder zutage treten (z.B. zwischen lokalen Notabeln und ausl&#228;ndischen Jihadisten).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die westliche Strategie ist nicht sehr r&#252;cksichtsvoll, aber sie zahlt sich wahrscheinlich aus. Ausser sie hat, zusammen mit den zivilen Opfern der Bombenangriffe und dem Vorr&#252;cken der kurdischen und schiitischen Truppen, das Gegenteil zur Folge und schweisst die Einwohner hinter dem Kalifat zusammen. Die Chancen, dass sie von den Vorteilen der Demokratie und der Laizit&#228;t &#252;berzeugt werden, sind hingegen ziemlich gering. Genau wie jene eines erneuten dauerhaften Friedens in der Region. Obwohl zum Tode verurteilt, wird das Kalifat wahrscheinlich langsam sterben (und vielleicht in wahrscheinlich anderer Gestalt auf anderen Kontinenten fortbestehen). Was die ausl&#228;ndischen Freiwilligen betrifft, scheinen sie durch das Spektakel nicht entradikalisiert zu werden...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als utopisches Projekt zum Aufbau eines Staates auf komplett neuen Grundlagen bedeutet der IS weniger eine Radikalisierung als die Islamisierung einer Revolte, als Echo auf eine aktive Konfessionalisierung mehr oder weniger &#252;berall, von der konservativen amerikanischen Rechten bis in die franz&#246;sischen Vorst&#228;dte. Seine Gewalt hat nicht viel mit einem dem Islam eigenen Extremismus zu tun, sondern eher mit der Tatsache, dass sich der religi&#246;se Fanatismus in einem Kontext des B&#252;rgerkrieges und der ausl&#228;ndischen Interventionen entfesselt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es w&#228;re sehr schade &#8211; und sch&#228;dlich &#8211; wenn der soziale Protest in n&#228;chster Zeit jene Formen ann&#228;hme, welche der IS heute skizziert. Hoffen wir, dass das nur ein schlechter Entwurf ist, der im Papierkorb landet. Jede Epoche sondert eine Art der Konterrevolution ab, die ihr eigen ist. In der Regel zerquetscht sie die Revolte der proletarischen Massen und leitet sie um, ausser sie dr&#252;ckt die Grenzen der Bewegung selbst aus. Am Anfang dieses 21. Jahrhunderts muss man anerkennen, das die konterrevolution&#228;ren Formen auf dramatische Art und Weise pr&#228;ventiv sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wird dabei herauskommen? Vergeltungsmassnahmen, neue Massaker, neue autorit&#228;re Regime, Hass, Groll usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Unter dem Vorwand, dass wir uns dem Ende des Artikels n&#228;hern, werden wir nicht einem zweckm&#228;ssigen Optimismus nachgeben, der uns auferlegen w&#252;rde, zum Schluss zu kommen, dass die Revolution trotz allem unvermeidlich ist. Einige Gewissheiten, freilich. Der Zusammenbruch des Kalifats wird keine der Ursachen beseitigen, welche sein Auftauchen und seinen Erfolg beg&#252;nstigt haben. Die L&#246;sung wird nicht nur im Mittleren Osten skizziert werden. Eine Kriegsperiode ist abscheulich, umso mehr, wenn es ein konfessioneller B&#252;rgerkrieg ist, und in der Regel kaum vorteilhaft f&#252;r das Proletariat. Doch es ist auch eine Periode grosser Ungewissheit, die manchmal die tiefen, die Gesellschaft strukturierenden Verh&#228;ltnisse nur sehr schlecht kaschiert&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Erster Teil&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Literaturverweise:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1) Zum Islamischen Staat (nach Relevanz)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;Le Pi&#232;ge Daech. L'&#201;tat islamique ou le retour de l'histoire&lt;/i&gt;, Paris, La D&#233;couverte, 2015.&lt;br class='autobr' /&gt;
Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015.&lt;br class='autobr' /&gt;
Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;Paroles arm&#233;es. Comprendre et combattre la propagande terroriste&lt;/i&gt;, Paris, Lemieux Editeur, 2015.&lt;br class='autobr' /&gt;
Myriam Benraad, &lt;i&gt;Irak, la revanche de l'histoire. De l'occupation &#233;trang&#232;re &#224; l'&#201;tat islamique&lt;/i&gt;, Paris, Vend&#233;miaire, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2 / Zur Religion&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Troploin, &#034;Le Pr&#233;sent d'une illusion&#034;, &lt;i&gt;Lettre de Troploin&lt;/i&gt;, Nr. 7, Juni 2006.&lt;br class='autobr' /&gt;
Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Mohammed&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, C.J. Bucher, 1975 [1961].&lt;br class='autobr' /&gt;
Maxime Rodinson, &lt;i&gt;Islam und Kapitalismus&lt;/i&gt;, Berlin, Suhrkamp, 1986 [1966].&lt;br class='autobr' /&gt;
Emmanuel Carr&#232;re, &lt;i&gt;Das Reich Gottes&lt;/i&gt;, Berlin, Matthes &amp; Seitz, 2016 [2014].&lt;br class='autobr' /&gt;
Gilbert Achcar, &lt;i&gt;Marxisme, orientalisme, cosmopolitisme&lt;/i&gt;, Arles, Sinbad, Actes Sud, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;http://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=728&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;DritterTeil&#034;&gt;Dritter Teil: Warten auf Raqqa&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;Dieser Text folgt auf den Text &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220; und verl&#228;ngert ihn, einen Text, der in zwei Teilen im &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;November&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Dezember 2015&lt;/a&gt; auf dem Blog DDT21 [und &lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in Buchform bei bahoe books 2016&lt;/a&gt;] ver&#246;ffentlicht worden ist, es geht dieses Mal weniger um den Islamischen Staat selbst und mehr um das Schicksal seiner unmittelbaren Nachbarn, die syrischen Rebellen, die kurdischen Kr&#228;fte oder Bewohner, die aus dieser Zone des Chaos fliehen wollen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Werden wir besiegt und ihr siegreich sein, wenn ihr Mosul, Raqqa oder Sirte erobert? Selbstverst&#228;ndlich nicht. Die wahre Niederlage w&#228;re der Verlust des Kampfeswillens.&#8220;&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Abu Mohammed al-Adnani, Sprecher des IS, Mai 2016.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Ich br&#228;uchte Leihproletarier, doch ich weiss nicht, wo ich sie finden kann.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Nikolai Erdman, 1925.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Der Islamische Staat befindet sich an allen Fronten im R&#252;ckzug und Raqqa, seine politische Hauptstadt, scheint im Begriff zu sein, in die H&#228;nde der vereinigten bewaffneten Kr&#228;fte der Freiheit, der Demokratie, der Laizit&#228;t und vielleicht sogar des Feminismus zu fallen. Das war Ende 2015, doch acht Monate sp&#228;ter hat sich daran nichts ge&#228;ndert. Aber obwohl das Kalifat immerzu stirbt, hat sich die Situation entwickelt und ein neues Kapitel beginnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;1) Si vis pacem&#8230;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war stets eine Frage des Willens. Jener der an der irakisch-syrischen Krise beteiligten L&#228;nder, mit dem IS abzuschliessen oder nicht. Das ist heute der Fall, die Politik des &lt;i&gt;containment&lt;/i&gt; wurde durch jene des &lt;i&gt;roll-back&lt;/i&gt; ersetzt. Jeder hat gute Gr&#252;nde gefunden, um aus dem IS den Hauptfeind zu machen: zu st&#246;rend gewordenen Machenschaften ein Ende setzen; politische Notwendigkeit, auf Attentate zu reagieren (Libanon, Sinai, Frankreich)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Obwohl sich die Attentate, wie jene im November 2015 in Frankreich, in (...)&#034; id=&#034;nh6-105&#034;&gt;105&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;; das Feld nicht den anderen M&#228;chten &#252;berlassen usw. Das Schicksal der lokalen Bev&#246;lkerungen, man wird es erahnt haben, z&#228;hlt hier kaum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Baschar al-Assad hofft, von diesem Gl&#252;cksfall profitieren zu k&#246;nnen. Seine Armee, die Armee der arabischen Republik Syrien (AAS), ist wieder in der Offensive und kontrolliert den gr&#246;ssten Teil des &#8222;n&#252;tzlichen&#8220; Syriens. Sie hat die Unterst&#252;tzung von diversen konfessionellen und politischen Milizen, vom libanesischen Hizbollah und v.a. die massive und direkte Unterst&#252;tzung Russlands. Der andere gewichtige B&#252;ndnispartner Iran ist nach der Aufhebung der Sanktionen im Januar 2016 (die auf das Abkommen bez&#252;glich seines Atomprogramms im Juli 2015 folgte) offiziell als Regionalmacht zur&#252;ck in der Gemeinschaft der Nationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie allen voran einen Krieg mithilfe Stellvertretern wie den YPG und den schiitischen Milizen f&#252;hren, beteiligen sich die USA immer mehr mit Bodentruppen im Irak und in Syrien. Eine Stationierung, die von den lokalen Bev&#246;lkerungen nicht immer gesch&#228;tzt wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jene L&#228;nder (T&#252;rkei und die Golfstaaten), welche eine Zeitlang versucht haben, den IS zu instrumentalisieren, haben schon lange auf andere Gruppen gesetzt und die syrische Opposition, das sollten wir nicht vergessen, wurde h&#246;flich gebeten, das Abtreten Assads nicht mehr als Vorbedingung f&#252;r Verhandlungen zu verlangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das liegt daran, dass sich die politische, diplomatische und milit&#228;rische L&#246;sung der syrisch-irakischen Krise abzeichnet. Aber das gemeinsame Ziel, dem Kalifat ein Ende zu setzen, ist keine Strategie und noch weniger ein Projekt f&#252;r die Nachkriegszeit. Hier sind die Interessen verschieden oder einander entgegengesetzt und die L&#246;sung eines Problems kann durchaus zum Auftauchen eines anderen f&#252;hren. Vor Ort sind, wenn der IS einmal verjagt ist, nur schon die Spannungen zwischen selbsternannten Repr&#228;sentanten der Gemeinschaften sp&#252;rbar. Die &#220;bergriffe gegen die sunnitischen arabischen Bev&#246;lkerungen w&#252;rden in diesem Chaos schon fast als nebens&#228;chlich gelten, wenn sie nicht Vorzeichen f&#252;r eine d&#252;stere Zukunft w&#228;ren. Es wird folglich nicht an Glut unter der Asche mangeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Irak ist auf dem Weg Richtung Status quo ante, d.h. die politisch-milit&#228;rische Herrschaft der Schiiten und Kurden &#252;ber das Land und die Erniedrigung der sunnitischen Bev&#246;lkerungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Syrien zeichnet sich eine letzte Verhandlungsrunde ab, die wom&#246;glich zu einem kompletten Waffenstillstand, einer Regierung der nationalen Einheit und, in einigen Jahren, nach den Wahlen, zur Pension Assads in Russland f&#252;hren werden. Jeder nimmt also gr&#246;sstm&#246;gliche Happen, um gest&#228;rkt an diesen Tisch zu gelangen, wo das Land in Einflussbereiche unterteilt werden wird. Man versucht besonders, die kontrollierten Gebiete geographisch koh&#228;rent zu machen, damit die milit&#228;rische Situation und die politischen Projekte endlich in &#220;bereinstimmung sind. Z.B. indem eine autonome Region unter t&#252;rkischem Einfluss im Norden des Landes erschaffen wird, daher die Konfrontationen um die Kontrolle von Aleppo, die davon die Hauptstadt sein k&#246;nnte. Die Karte der Gefechte, die bis anhin eher einem Leopardenfell glich, tendiert dazu, sich zu vereinfachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Waffenruhe zwischen dem Regime und den Rebellen, die im Februar 2016 in gewissen Regionen in Kraft getreten ist, wird teilweise respektiert und erlaubt es den loyalistischen Truppen, sich auf den IS und die radikalsten Islamisten wie Al Nusra (der syrische Arm der Al Qaida) zu konzentrieren. Aus einer Position der St&#228;rke heraus hat das Regime einen Prozess der &#8222;Vers&#246;hnung&#8220; neu lanciert, der aus lokalen Abkommen mit kleinen Rebellengebieten besteht, die seit Monaten oder gar Jahren umzingelt und am Ende sind: Waffenstillstand, Niederlegung der Waffen, dann Amnestie f&#252;r die Rebellen. Eine R&#252;ckkehr zur baathistischen Normalit&#228;t, die von der UNO und Russland &#252;berwacht wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wahrscheinlich Zeit, sich ein letztes Mal f&#252;r das richtige Lager zu entscheiden: Das erkl&#228;rt die Br&#252;che von B&#252;ndnissen, die Wenden und die &#196;nderungen der Etiketten, Namen und Fahnen etlicher bewaffneter Gruppen. Denn in Syrien geben sich die beteiligten Parteien einer chaotischen Jagd auf die Beute des zusammenschrumpfenden Kalifats hin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;2) Unruhe im Kalifat&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie bleiben alle ihrem Ruf treu: Die Russen bombardieren mit ausserordentlicher Brutalit&#228;t (sic!), so dass man glauben k&#246;nnte, sie zielten nur auf Spit&#228;ler und B&#228;ckereien; auf Seiten des Westens hingegen nur Vorsicht, Pr&#228;zision und Feinf&#252;hligkeit&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die USA f&#252;hren 90% dieser Bombenangriffe aus, Frankreich kaum 5%.&#034; id=&#034;nh6-106&#034;&gt;106&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seit mehreren Monaten sind die Truppen des IS also unter den Bomben der amerikanischen und russischen Luftwaffen mit einer eher merkw&#252;rdigen Koalition konfrontiert: die AAS (und ihre Verb&#252;ndeten), die YPG-SDF, Al Nusra (und andere islamistische Gruppen), die (sich im Wiederaufbau befindende) irakische Armee, etliche schiitische Milizen und die Spezialeinheiten von zehn bis 15 verschiedenen L&#228;ndern! Die Partie ist milit&#228;risch verloren, doch das Kalifat hat sich dazu entschieden, eine Verl&#228;ngerung zu provozieren. Es hat die kaum bev&#246;lkerten l&#228;ndlichen Gebiete aufgegeben und hat sich dorthin zur&#252;ckgezogen, wo der Widerstand leichter ist (Bergmassive) oder in Gebiete, die von wirklichem strategischem Wert sind, wie gewisse St&#228;dte, deren Eroberung es teuer zu stehen kommen l&#228;sst. Bis heute erlauben ihm seine milit&#228;rischen F&#228;higkeiten, dort Gegenoffensiven zu lancieren, wo man es nicht erwartet, und seine terroristischen Operationen zu intensivieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Irak folgt die R&#252;ckeroberung der sunnitischen St&#228;dte immer dem gleichen Schema: Bombenangriffe, Umzingelung, regelrechte Belagerung (auch wenn dabei die Bev&#246;lkerung verhungert)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Denn das Aushungern einer Stadt, der Entzug von Wasser, Elektrizit&#228;t und (...)&#034; id=&#034;nh6-107&#034;&gt;107&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Aufhetzung der St&#228;mme gegen den IS, vorsichtiger Angriff mit dem massiven Einsatz von Spezialkr&#228;ften (Armee, Polizei) und schiitischen Milizen und schliesslich eine grosse Polizeioperation. Ramadi wird im Februar 2016 auf diese Art und Weise nach zwei Monaten Strassenk&#228;mpfen erobert, Falludscha innerhalb eines Monats. Das Schema ist nur schwer anwendbar auf Mosul, eine Stadt mit mehr als zwei Millionen Einwohnern, welche die Truppen des IS vor zwei Jahren als Befreier empfangen hat. Es ist wahrscheinlich, dass die Stadtv&#228;ter und Stammesf&#252;hrer, statt ihre Stadt (und ihren Handel) der Zerst&#246;rung auszuliefern, die Soldaten des IS, wie sie es 2014 mit dem schiitischen Milit&#228;r getan haben, auffordern, sich zur&#252;ckzuziehen &#8211; und dass diese sich weigern werden, da sie kaum noch Orte haben, wo sie sich zur&#252;ckziehen k&#246;nnten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Staat kann nicht durch Repression allein zusammengehalten werden. Wie wir geschrieben haben, der IS hat es geschafft, die Unterst&#252;tzung eines Teils der Bev&#246;lkerung, der Stammesf&#252;hrer und lokalen Notabeln zu erlangen, indem er ihnen jene Sicherheit und Ordnung zur Verf&#252;gung gestellt, welche f&#252;r einen Neubeginn der wirtschaftlichen Aktivit&#228;t notwendig sind, und die Versorgung verbessert hat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Kalifat und Barbarei. Erster Teil: Vom Staat&#8220;, November 2015.&#034; id=&#034;nh6-108&#034;&gt;108&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Bombenangriffe sind also darauf angelegt, seine Wirtschafts- und Verwaltungst&#228;tigkeiten (logistische Infrastrukturen, Kraftwerke usw.) zu zerst&#246;ren, was ihm fortschreitend einen Teil der Unterst&#252;tzung des Volkes kostet und dazu beitr&#228;gt, seinen Niedergang zu beschleunigen. Von diesem Standpunkt aus befindet sich die Staatsstruktur des IS heute wohl in kompletter Aufl&#246;sung. &#8222;Der Islamische &#8218;Staat&#8216; hat sowohl in Syrien als auch im Irak Gebiete verloren und kontrolliert somit weniger Bev&#246;lkerungen. Die erhobene &#8218;Steuer&#8216; bringt weniger ein, weil es weniger &#8218;Steuerzahler&#8216; gibt. Was die kolossalen in den Finanzinstituten w&#228;hrend den verschiedenen Eroberungen besonders im Irak beschlagnahmten Summen betrifft, so verh&#228;lt es sich wie mit einem Erbe, es wird nach und nach aufgezehrt. Man muss anmerken, dass die Verwaltung eines &#8218;Staates&#8216; ziemlich teuer ist.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alain Rodier, &#8222;L&#8216;&#233;preuve de v&#233;rit&#233;?&#8220; in Atlantico, 28. Januar 2016.&#034; id=&#034;nh6-109&#034;&gt;109&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die L&#246;hne der Funktion&#228;re und die Zusch&#252;sse sind reduziert, die Abgaben erh&#246;ht worden. Die Zeiten einer auf Krieg und Pl&#252;nderung basierenden &#8222;Wirtschaft&#8220; sind zur&#252;ckgekommen. Abgeschnitten vom Rest der Welt muss der IS intern vor K&#228;mpfen, Bombenangriffen und Lebensmittelknappheit Fl&#252;chtende verwalten, wobei zuerst die K&#228;mpfer versorgt werden m&#252;ssen. Die Einf&#252;hrung der Wehrpflicht in einigen Sektoren tr&#228;gt ebenfalls zur Abkehr der Bev&#246;lkerung bei, gleichzeitig werden vermehrt Deserteure (auch ausl&#228;ndische Freiwillige) hingerichtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kalifat ist im Kontext des Zusammenbruchs von zwei Staaten geboren und gediehen, doch heute ist es selbst als staatliche Einheit auf der einen wie auf der anderen Seite der syrisch-irakischen Grenze dabei, zu verschwinden. Sein Hauptanziehungspunkt, die Macht, ist verschwunden, nur die Legende wird bleiben: Jene, welche es sich abgem&#252;ht hat, durch seine Propaganda und seinen eschatologischen Diskurs aufzubauen (und welche durch den Aufbau einer weltweiten Koalition gegen es best&#228;tigt worden ist). Auch der Groll jener, welche daran geglaubt oder von diesem Regime profitiert hatten, besonders die irakischen Sunniten, wird ebenfalls bleiben, ein Groll, welcher der IS weiterhin benutzen wird, sogar falls er auf ein lokales und internationales Guerillanetzwerk reduziert ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Damit n&#228;hert er sich in der Form Al Qaida an, welche hingegen seit 2014 (...)&#034; id=&#034;nh6-110&#034;&gt;110&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da wir versucht haben, die Funktionsweise des Kalifats zu verstehen, die Art und Weise, wie dort acht bis zehn Millionen Menschen ihren Alltag verbringen, haben wir bis jetzt nicht &#252;ber die &#8222;&#228;usseren&#8220; &lt;i&gt;wilayas&lt;/i&gt; (Provinzen) von Libyen, Jemen, &#196;gypten und Afghanistan gesprochen. Milit&#228;rische Einheiten, welche dem IS die Treue geschworen haben, kontrollieren mehr oder weniger einige Regionen oder Orte wie eine traditionelle Guerilla, sie sind jedoch nicht f&#228;hig, dort eine stabile Verwaltung aufzubauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Libyen ist eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme, dort hat der IS versucht, sein Gesellschaftsmodell umzusetzen. Im Oktober 2014, nach drei Jahren B&#252;rgerkrieg, schw&#246;rt eine in der Region von Sirte, die ehemalige Hochburg des Stammes von Gaddafi, aktive Gruppe dem Kalifen al-Baghdadi die Treue. Sie profitiert von der Marginalisierung, welche die Stadt nach der &#8222;Revolution&#8220; erdulden muss, kn&#252;pft B&#252;ndnisse mit diversen lokalen St&#228;mmen und bewaffneten Milizen und breitet ihre Kontrolle kontinuierlich &#252;ber einen 200 km langen K&#252;stenstreifen und f&#252;r kurze Zeit auf die Stadt Derna in der Region Kyrenaika aus. Ein islamisches Gericht und eine Sittenpolizei werden dort eingesetzt und strikte Regeln wie in Raqqa dekretiert. Die Flucht eines grossen Teils der 120&#8216;000 Einwohner hat jedoch das Alltagsleben komplett durcheinandergebracht. Da die Reise nach Syrien immer schwieriger wird, ziehen hingegen Tausende ausl&#228;ndischer K&#228;mpfer in die Stadt, davon viele Tunesier. Der antirassistische Diskurs des IS hat allerdings Schwierigkeiten, sich durchzusetzen, denn die Anwesenheit subsaharischer Jihadisten (Somalier, Senegalesen, Sudanesen usw.), die sehr zahlreich sind, wird von der lokalen Bev&#246;lkerung nicht wirklich akzeptiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die westlichen L&#228;nder m&#246;chten nicht, dass sich die staatliche Erfahrung des Kalifats in Nordafrika wiederholt und in Tunesien oder Algerien ausbreitet, eine erneute internationale Milit&#228;rintervention war in Betracht gezogen worden. Sie h&#228;tte nebenbei die L&#246;sung jener Probleme erlaubt, welche schon vor der Ansiedlung des IS existierten, wie jenes der Regulierung des Migrationsflusses (Verhandlungen mit Gaddafi zu diesem Thema waren seit 2008 in Gange) oder jenes der &#214;lgewinnung (oder sie h&#228;tte zumindest den Versuch erlaubt, sie zu l&#246;sen). Doch die gefundene, weniger teure und einfachere L&#246;sung, da sie keine wirkliche Langzeitstrategie voraussetzte, war die Unterst&#252;tzung der mit dem IS verfeindeten lokalen islamistischen Milizen mit Spezialkr&#228;ften und Bombenangriffen. Zum Zeitpunkt, wo wir diese Zeilen schreiben, und nach zwei Monaten K&#228;mpfen k&#228;mpfen die letzten Verteidiger von Sirte immer noch, wenn auch ohne Hoffnung, in einigen Quartieren des Stadtzentrums. Andere werden wahrscheinlich weiter s&#252;dlich in der W&#252;ste weiterhin im Namen des Kalifats k&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;3. &#8222;Rojava&#8220;?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Syrien enthielt vor dem Krieg mehrere nicht zusammenh&#228;ngende kurdische Siedlungsgebiete entlang der t&#252;rkischen Grenze: Jazira, Koban&#234; und Afrin, drei &#8222;Kantone&#8220; eines Territoriums, das von einigen &#8222;Rojava&#8220;, &#8222;der Westen&#8220; auf kurdisch, also &#8222;westliches Kurdistan&#8220; genannt wird. Die kurdische Bev&#246;lkerung wurde damals auf zwischen eineinhalb und drei Millionen gesch&#228;tzt, doch viele davon oder vielleicht gar die meisten lebten in Aleppo und Damaskus. Eine von den Assads diskriminierte Bev&#246;lkerung, die jedoch durch das B&#252;ndnis zwischen dem syrischen Regime und der PKK (von 1979 bis 1998 zur Destabilisierung der T&#252;rkei) ruhig gehalten wurde. Man muss bis 2003 warten, bis die PKK einen anfangs unbedeutenden syrischen Fl&#252;gel, die PYD, gr&#252;ndet. Das Gebiet erlebt 2004 einen bedeutenden Volksaufstand gegen die Diskriminierungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Jahr 2011 sind dort die dem Regime feindlich gesinnten Demonstrationen massiv und die kommunitaristischen Betrachtungen im Gegensatz zu 2004 nebens&#228;chlich. Das Regime spielt die Karte der Kommunitarisierung, gew&#228;hrt 150&#8216;000 Kurden die syrische Nationalit&#228;t, welche sie seit 1962 nicht mehr hatten, und befreit gefangene Mitglieder der PYD. Zu diesem Zeitpunkt hat die Partei ihren Auftritt im Norden Syriens, erw&#228;hnenswert hierzu ist auch die R&#252;ckkehr von Salih Muslim Muhammad aus dem Exil nach der Begnadigung durch Damaskus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Christophe Ayad, &#8222;Les Kurdes syriens profitent de la guerre pour faire (...)&#034; id=&#034;nh6-111&#034;&gt;111&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Juli zieht das Regime Soldaten und Polizisten aus den drei Kantonen zur&#252;ck und mobilisiert sie im Rest des Landes, wo sie sich an der Repression beteiligen. Die kurdische Partei &#252;bernimmt also ohne Gewalt die aufgegebenen Orte und Geb&#228;ude. In diesen Gebieten endet der Protest gegen Assad und f&#252;r Demokratie sogleich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;In ihren Gebieten sowie im kurdischen Quartier von Aleppo habe die PYD (...)&#034; id=&#034;nh6-112&#034;&gt;112&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und die PYD beginnt mit der Anwendung ihres Programms, dem &#8222;demokratischen Konf&#246;deralismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sogar die &#252;berzeugtesten Anh&#228;nger der PYD m&#252;ssen eingestehen, dass es sich (...)&#034; id=&#034;nh6-113&#034;&gt;113&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Drei Jahre sp&#228;ter, dank der medienwirksamen Schlacht von Koban&#234;, entdeckt ein Teil der &#228;usseren Linken und der Anarchisten in Frankreich Rojava. Gem&#228;ss einer bereits bekannten Aktivistenlogik (Algerien, Nicaragua oder Chiapas) detektieren sie dort eine wirkliche oder potentielle Revolution und st&#252;rzen sich in eine fanatische Unterst&#252;tzung. Dieser Prozess ist allerdings nur die postmoderne Version einer banalen nationalen Befreiungsbewegung mit ihren unvermeidlichen Makel, doch er hat den Aufbau einer westlichen Demokratie zum Ziel, die von B&#252;rgerbeteiligung begleitet wird. Die PYD sieht ihn realistisch und sucht eher nach sozialdemokratischer Unterst&#252;tzung (PS, PC und EELV im Falle Frankreichs). Eine ihrer Besonderheiten ist es, die im Westen popul&#228;re feministische Karte zu spielen, indem f&#252;r Journalisten systematisch K&#228;mpferinnen in den Vordergrund ger&#252;ckt werden (die &#8211; ein aufmerksames Auge wird das erkennen &#8211; in Wirklichkeit sehr selten in den ersten Reihen sind).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden hier weder auf den wenig libert&#228;ren Charakter dieser Partei und des Regimes von Rojava, noch auf den angeblich revolution&#228;ren Prozess zur&#252;ckkommen, die Kritiken sind zahlreich gewesen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dazu lese man u.a. &#8222;'I have seen the future and it works.' &#8211; Critical (...)&#034; id=&#034;nh6-114&#034;&gt;114&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Mode Rojava ist etwas vorbei, sie hat jedoch Sch&#228;den in der Aktivistenszene angerichtet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;A Letter to &#8216;Rojavist' Friends&#8220;, TKGV, Mai 2016.&#034; id=&#034;nh6-115&#034;&gt;115&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist z.B. heute schwierig den amerikanischen Imperialismus zu verurteilen, w&#228;hrend man gestern NATO-Unterst&#252;tzung f&#252;r die YPG forderte&#8230; Heutzutage sind die aus Rojava kommenden Informationen, abgesehen vom Projekt einer biologischen Kompostfabrik, alle milit&#228;rischer oder polizeilicher Natur und wenn einige Dutzend europ&#228;ische Maoisten immer noch in den Reihen der YPG k&#228;mpfen, so tun sie das Seite an Seite mit Hunderten von amerikanischen Soldaten der Spezialeinheiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die PYD hat geschickt vom syrischen Konflikt profitiert, um ihre eigenen Ziele zu verwirklichen: die Wiedervereinigung der drei bis anhin durch arabische oder turkmenische Gebiete (erstere manchmal bewusst &#8222;arabisiert&#8220; in den 1970er Jahren) getrennten Kantone. Das hat der Partei erlaubt, zu einem unumg&#228;nglichen Partner der am Konflikt beteiligten M&#228;chte zu werden, denn ihr Projekt harmonisiert mit ihrem Ziel, das Kalifat aus der Welt zu schaffen. Nach der Unterst&#252;tzung Washingtons erhielt sie jene Moskaus, wo sie &#252;brigens ihre ersten &#8222;diplomatischen&#8220; B&#252;ros er&#246;ffnet hat (danach in Prag, Berlin, Paris usw.). Die YPG, die je nach Sch&#228;tzungen zwischen 5&#8216;000 und 50&#8216;000 K&#228;mpfer (!) in ihren Reihen haben, sind zu den ber&#252;hmten &#8222;Bodentruppen&#8220; geworden, die kein Land mobilisieren wollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Damit die PYD von der Beteiligung an der Eroberung der Hauptstadt des IS &#252;berzeugt werden konnte, mussten die USA versprechen, die Wiedervereinigung der drei Kantone (milit&#228;risch und diplomatisch) zu unterst&#252;tzen. Ein Abkommen wurde im Oktober 2015 mit der Gr&#252;ndung einer neuen arabisch-kurdischen milit&#228;rischen Koalition geschlossen, die Syrischen demokratischen Kr&#228;fte (SDF), innerhalb welcher die YPG 75 bis 80% der K&#228;mpfer ausmachen. Es geziemt sich tats&#228;chlich eher, eine solche Koalition zu unterst&#252;tzen, denn die Schwesterpartei der PKK, die von der &#8222;internationalen Gemeinschaft&#8220; als &#8222;terroristisch&#8220; klassifiziert wird. Die Beteiligung der arabischen und syriakischen Aushilfskr&#228;fte ist &#252;brigens eine Notwendigkeit, um die nicht-kurdischen Gebiete und v.a. Raqqa zu erobern, deren 300&#8216;000 Einwohner einem Eindringen kurdischer Truppen nicht notwendigerweise wohlgesinnt w&#228;ren. Anfang 2016 wird die Operation dringend, denn im S&#252;den n&#228;hert sich die AAS der Stadt. Die USA haben also 500 Mann mobilisiert, die zusammen mit den YPG-SDF an den K&#228;mpfen teilnehmen. In Anbetracht des wirtschaftlichen und symbolischen Gewichts der Stadt ist es nicht unerheblich, ob sie Pro-Russen oder Pro-Amerikanern in die H&#228;nde f&#228;llt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter im Westen beteiligen sich die YPG im Februar 2016 an der von der AAS und der Hizbollah lancierten Initiative im Norden von Aleppo gegen mehrere &#8222;Rebellengruppen&#8220;, z.B. Al Nusra, zur Unterbrechung des strategischen Korridors von Azaz. Die Operation geniesst die Unterst&#252;tzung der russischen Luftwaffe und die Zustimmung der USA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige Tage vor der Offensive, am 31. Januar 2016, besuchte der (...)&#034; id=&#034;nh6-116&#034;&gt;116&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Weiter s&#252;dlich, wo der Vorwand der Wiedervereinigung der Kantone nicht geltend gemacht werden kann, helfen die YPG mehrmals den Truppen Assads, um die Umzingelung von Quartieren der &#8222;Rebellen&#8220; in Aleppo zu vollenden, wo noch 200&#8216;000 Einwohner leben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Zusammenarbeit zwischen den YPG und der AAS ist nicht &#252;berraschend, denn die ambivalente Beziehung zwischen der Verwaltung von Damaskus und jener von Rojava geht, wie wir gesehen haben, auf 2011 zur&#252;ck. Einige Mitglieder der exilierten syrischen Opposition, wozu auch kurdische Organisationen geh&#246;ren, betrachten die PYD schlicht und einfach als Teil des Regimes von Assad. Was das Verh&#228;ltnis zwischen den YPG und der AAS seit dem Beginn des Krieges charakterisiert, ist vor allen Dingen eine friedliche Koexistenz, die f&#252;r ihre jeweiligen Pl&#228;ne von Nutzen ist. Doch genau wie das B&#252;ndnis zwischen Hafiz al-Assad und der PKK bleibt jenes zwischen Bashar al-Assad und der PYD ein Zweckb&#252;ndnis und k&#246;nnte von einem Moment auf den anderen enden (umso mehr, weil ein Teil jener sunnitischen Rebellengruppen, welche sich den SDF angeschlossen haben, gegen Assad sind). Man sieht es gut in al-Hasaka und Qamischli, zwei loyalistische Enklaven im Herzen von Rojava, wo sich Checkpoints und K&#228;mpfer beider Lager gegen&#252;berstehen und wo es seit 2011 zu mehreren Scharm&#252;tzeln gekommen ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;J&#252;ngst im M&#228;rz 2016: Zusammenst&#246;sse zwischen kurdischen Polizisten und (...)&#034; id=&#034;nh6-117&#034;&gt;117&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die YPG h&#228;tten die Mittel, sie zu erobern, doch die Pr&#228;senz des Regimes ist ihnen n&#252;tzlich, der Flughafen von Qamischli garantiert z.B. eine regelm&#228;ssige Flugverbindung zwischen Rojava und dem Rest Syriens, was den (kurdischen und arabischen) Mittelklassen der Region erlaubt, nach Damaskus und dann ins loyalistische Gebiet f&#252;r Gesch&#228;fte, Studien, medizinische Behandlung oder anderes zu reisen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michel Korinman (Hg.), Daech. Menace sur les civilisations, L'Esprit du (...)&#034; id=&#034;nh6-118&#034;&gt;118&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Eroberung dieser beiden St&#228;dte durch die YPG wird also nur ganz am Ende des Konflikts stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man weiss heute nicht wirklich, ob man immer noch von &#8222;Rojava&#8220; sprechen soll, denn auf die Verwaltung der drei Kantone durch die PYD folgte im M&#228;rz eine einfache &#8222;Nordregion Syriens&#8220;, die autonom ist und deren Grenzen unklar und flexibel sind. Es geht darum, die arabischen oder christlichen Bev&#246;lkerungen zu beruhigen, f&#252;r welche die Hegemonie der PYD langsam irritierend wird (einigen arabischen Orten wie Tall Abyad ist der Anschluss an die Verwaltung des Kantons Koban&#234; ein Dorn im Auge)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wladimir van Wilgenburg, &#8222;Les Kurdes syriens cherchent &#224; prendre Raqqa en (...)&#034; id=&#034;nh6-119&#034;&gt;119&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Was sich abzeichnet, ist die Erschaffung einer (de facto) autonomen Region im Norden Syriens entlang der t&#252;rkischen Grenze, die politisch von der PYD beherrscht wird und unter dem milit&#228;rischen Schutz der USA steht. Letztere haben wahrscheinlich ihrem t&#252;rkischen Verb&#252;ndeten versprochen, dass diese Region nicht den Namen &#8222;Kurdistan&#8220; tragen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;4) Der Zusammenbruch der Klassen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und die Proletarier in all dem? Wir sprechen eigentlich von Anfang an von ihnen, aber in Form von Kanonenfutter. Es ist wahr, dass, wenn man nicht schon f&#252;r ein Lager zwangsrekrutiert worden ist, es eine Chance zum wirtschaftlichen &#220;berleben sein kann, den Kriegsberuf zu w&#228;hlen. &#8222;Da alle Berufe verschwunden sind, blieb den jungen M&#228;nnern nur noch die Wahl &#252;brig, sich als K&#228;mpfer zu engagieren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Catherine Gou&#235;set, &#8222;Syrie: cinq ans de guerre dans les faubourgs de Damas&#8220; (...)&#034; id=&#034;nh6-120&#034;&gt;120&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Und &#8222;schlicht und einfach&#8220; eine &#220;berlebenschance in einem Krieg, wo die Zivilisten einen h&#246;heren Blutzoll bezahlen als die Soldaten. &#8222;Es ist wahr. Das Problem im Krieg ist der Zivilist. Wenn man am leben bleiben will, greift man besser zu den Waffen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;G&#233;rard Chaliand.&#034; id=&#034;nh6-121&#034;&gt;121&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Eine Wirtschaft in Fetzen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss sich zuerst dar&#252;ber bewusst sein, dass die Wirtschaft des Landes zugrunde gerichtet ist, genau wie die St&#228;dte und die industriellen und landwirtschaftlichen Gebiete. Der Krieg habe dem syrischen Staat zwischen M&#228;rz 2011 und Ende 2015 ann&#228;hernd 250 Milliarden Dollar gekostet (Verlust wirtschaftlicher Produktion, Zerst&#246;rung oder Besch&#228;digung von Kapital, im Budget nicht vorgesehene milit&#228;rische Kosten)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;La guerre continue &#224; d&#233;truire, mais aussi &#224; cr&#233;er de (...)&#034; id=&#034;nh6-122&#034;&gt;122&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sein BIP hat sich zwischen 2010 und 2015 um 55% reduziert. Die Zoll- und Steuereinnahmen haben sich verringert, jene des &#214;lsektors um 95%. Das landwirtschaftliche Bruttoinlandprodukt hat sich um 60% verringert und die urbaren Fl&#228;chen von 6 Millionen Hektaren auf 3.6, was zu einer betr&#228;chtlichen Erh&#246;hung der Preise der zwar subventionierten landwirtschaftlichen Produkte gef&#252;hrt hat. In Tat und Wahrheit gibt es keinen nationalen Markt mehr, nur noch mehrere wirtschaftliche Regionen mit beschr&#228;nkter Handelst&#228;tigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor dem Krieg war die EU der prinzipielle Handelspartner des Landes, doch die wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien haben das ge&#228;ndert. Zwischen 2012 und 2013 sind die Importe von Syrien in die EU um 53% gesunken und die europ&#228;ischen Exporte nach Syrien um 36%. Alles in allem sind die Exporte und die Importe um respektive 89 und 60% zwischen 2011 und 2014 gesunken. China ist zu Syriens Hauptwarenlieferanten geworden, gefolgt von der T&#252;rkei und der Russischen F&#246;deration.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Anteil des Lohnes im Einkommen der Syrer sinkt aufgrund der Schliessung von zahlreichen Unternehmen: Seit 2011 haben einige Bosse ihre Fabriken in sichere Gebiete (entlang der K&#252;ste) delokalisiert, andere haben sich im Ausland (&#196;gypten, T&#252;rkei, Libanon) niedergelassen. In gewissen von den Rebellen gehaltenen Gebieten sind vollst&#228;ndige Fabriken demontiert, auf dem Schwarzmarkt verkauft und in der T&#252;rkei neu aufgebaut worden. &#8222;Von den 40&#8216;000 funktionierenden Fabriken und Werkst&#228;tten in der Provinz Aleppo, d.h. sowohl die Stadt als ihr Umland, sind nur noch 4&#8216;000 (10%) aktiv. Ungef&#228;hr 28&#8216;000 sind teilweise oder vollst&#228;ndig zerst&#246;rt worden, w&#228;hrend ungef&#228;hr 8&#8216;000 andere in die T&#252;rkei oder an die syrische K&#252;ste delokalisiert haben, oder schlichtweg geschlossen worden sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;Que reste-t-il du tissu industriel syrien?&#8220; in Le Commerce (...)&#034; id=&#034;nh6-123&#034;&gt;123&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl die gr&#246;ssten industriellen Komplexe wie Raffinerien, Kraftwerke oder Zementfabriken intakt scheinen, hat die Wirtschaft zwischen 2.1 und 2.7 Millionen Arbeitspl&#228;tze verloren. Die Geh&#228;lter f&#252;r die Funktion&#228;re sind heute (auch in den von den Rebellen kontrollierten Gebieten) in Syrien die Haupteinkommensquelle.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Arbeitslosigkeit betrug 2015 55%, die Jugendarbeitslosigkeit 78% (im Vergleich zu respektive 12 und 30% 2011). Heute leben 83.4% der Syrer unter der Armutsgrenze (im Vergleich zu 28% 2010). In diesem zugrunde gerichteten Land wird das Elend nur durch Gelegenheitsjobs, Status&#228;nderung hin zur Selbstst&#228;ndigkeit, Improvisationskunst, Darlehen, Verkauf diverser Objekte usw. abgeschw&#228;cht. Viele verdanken ihr &#220;berleben der humanit&#228;ren Hilfe, wie z.B. in den regimetreuen und ehemals &#8222;b&#252;rgerlichen&#8220; Vierteln Aleppos, wo ungef&#228;hr eine Million Einwohner lebten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Laure Stephan, &#8222;Dans les quartiers ouest, une vie en sursis&#8220; in Le Monde, (...)&#034; id=&#034;nh6-124&#034;&gt;124&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser Stadt sind heutzutage 52% aller Wohnungen unbewohnbar (haupts&#228;chlich in den informellen Vierteln). Eine grosse Mehrheit der Vertriebenen innerhalb ihres eigenen Landes oder gar ihrer eigenen Stadt m&#252;ssen in Wohngemeinschaften oder bei Angeh&#246;rigen leben, unvollendete oder besch&#228;digte Geb&#228;ude oder leere Wohnungen besetzen. In Latakia, einer als sicher geltenden Stadt, sind 82% der Fl&#252;chtlinge Mieter, h&#228;ufig in Wohngemeinschaften aufgrund des Anstiegs der Mieten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In den &#8222;befreiten&#8220; Gebieten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Bezug auf die gescheiterte &#8222;Revolution&#8220; im Fr&#252;hling 2011 werden die Gegner Assads immer noch h&#228;ufig &#8222;Revolution&#228;re&#8220; genannt. Einige benutzten das gleiche Adjektiv, um die Prozesse der Selbstorganisation in den &#8222;befreiten&#8220; oder &#8222;halbbefreiten&#8220;, d.h. nicht von der AAS, dem IS oder den YPG kontrollierten Gebieten zu beschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jenen Regionen, wo sich die regimetreuen Truppen zur&#252;ckgezogen haben, wird das allt&#228;gliche &#220;berleben ab Sommer 2012 von der Bev&#246;lkerung selbst organisiert. Die zahlreichen politischen Parteien der syrischen Opposition im Ausland genau wie die Gewerkschaften waren im Land inexistent und konnten der Bewegung keinen Rahmen geben. Eine Vielzahl von Vereinen, &#8222;Volks-&#8220;, &#8222;Lokal-&#8220; oder &#8222;Quartierkomitees&#8220;, lokalen (Komitees vereinigenden) oder (gew&#228;hlten) Gemeinder&#228;ten wurde gegr&#252;ndet, sie werden das Funktionieren der vitalen &#246;ffentlichen Dienste garantieren und den Nachschub verwalten. Es ist, was die &#8222;zivilen Institutionen&#8220; genannt werden wird, eine Selbstorganisation, die sich mit der Zeit in eine Selbstadministration verwandeln wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220; in CQFD, Nr. 142, April 2016.&#034; id=&#034;nh6-125&#034;&gt;125&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Tatsache, dass die Komitees auf eine nicht hierarchische Art und Weise funktionieren, die auf der gegenseitigen Hilfe gr&#252;ndet, erkl&#228;rt, dass einige darin einen libert&#228;ren Einfluss gesehen haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Besonders jener des syrischen Anarchisten Omar Aziz. Siehe Leila Shrooms, (...)&#034; id=&#034;nh6-126&#034;&gt;126&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aber gl&#252;cklicherweise sind die Anarchisten nicht die einzigen, die sich organisieren, wenn es ums &#220;berleben geht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend sie auf die R&#252;ckkehr einer Autorit&#228;t warten, versuchen die rebellischen Verwalter in Wirklichkeit jene Aufgaben zu erledigen, welche der von diesen Gebieten abwesende Staat nicht erledigen kann. Da die ehemaligen Funktion&#228;re die kompetentesten Leute sind, um die &#246;ffentlichen Dienste wieder zum Laufen zu bringen, werden sie selbstverst&#228;ndlich eingebunden, Polizisten manchmal eingeschlossen. Das ist umso praktischer, als dass Damaskus h&#228;ufig weiterhin ihre L&#246;hne bezahlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Zuerst muss die Ordnung wieder hergestellt und der Polizeidienst neu aufgebaut werden, manchmal indem man die erfahrenen, ehemals aktiven Beamten erneut rekrutiert. Die Gerichte m&#252;ssen neu organisiert und die Justiz neu aufgebaut werden. Das Zivilstandsregister muss aktuell gehalten werden, um den Bewohnern die notwendigen Dokumente zu liefern. Den Banken muss es erm&#246;glicht werden, in Sicherheit zu funktionieren. Die M&#228;rkte m&#252;ssen trotz der Wirtschaftsblockade und den Treibstoffmangeln beliefert werden. Die B&#228;ckereien m&#252;ssen funktionieren. Klandestine Kliniken m&#252;ssen organisiert werden, damit sie nicht von den Flugkr&#228;ften des Regimes zerst&#246;rt werden. Notleidenden Familien und Angeh&#246;rigen von Gefangenen muss geholfen werden. Fl&#252;chtlingen, welche aufgrund der Zerst&#246;rung ihrer H&#228;user auf der Strasse gelandet sind, muss Schutz und Ern&#228;hrung gew&#228;hrleistet werden. Abfall muss entsorgt, Verkehrswege aufrechterhalten, unabdingbare Geb&#228;ude repariert werden. Die Schulen m&#252;ssen wieder ge&#246;ffnet werden. Usw.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ignace Leverrier, &#8222;La mise en place en Syrie des organisations de la (...)&#034; id=&#034;nh6-127&#034;&gt;127&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die ersten neu aufgebauten Institutionen sind also h&#228;ufig die Polizei und die Justiz&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, op. cit., S. 35. Man kann (...)&#034; id=&#034;nh6-128&#034;&gt;128&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Aufbau einer Polizeikraft muss es erlauben, in einer Zeit, wo Bewaffnete allgegenw&#228;rtig sind, &#8222;die Sicherheit&#8220; zu garantieren. Ob Wahrheit oder Phantasie, es ist bedeutend, dass das Ger&#252;cht verbreitet ist, Assad habe Tausende Strafgefangene zu Beginn des Aufstands freigelassen. Eine effiziente Polizei erlaubt es auch, l&#228;stige bewaffnete Gruppen aus der Stadt fernzuhalten, welche diese Rolle spielen wollen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Fr&#252;hling 2013 kamen die Polizisten von Aleppo dank der finanziellen (...)&#034; id=&#034;nh6-129&#034;&gt;129&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hinsichtlich der Gerichte geht es f&#252;r die Aufst&#228;ndischen auch um politische Gr&#252;nde, schliesslich bek&#228;mpfen sie eine Diktatur und m&#252;ssen deshalb f&#252;r eine gerechte Justiz einstehen. Aber wie, vor allem wenn die Richter geflohen sind, und auf welches Recht soll man sich beziehen? Es sind die Scheiche, Anw&#228;lte und Rechtsstudenten die anfangs eingebunden werden. Obwohl manchmal weiterhin das syrische Zivilgesetz angewendet wird, w&#228;hrend andere f&#252;r das Gesetzbuch der Arabischen Union optieren (ein Zivil- und Strafgesetzbuch basierend auf der Scharia und 1996 von der Arabischen Liga erschaffen), wird in der Bev&#246;lkerung h&#228;ufig die Scharia als legitim betrachtet, allen voran in l&#228;ndlichen Regionen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 36.&#034; id=&#034;nh6-130&#034;&gt;130&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufrechterhaltung der bestehenden gesellschaftlichen Ordnung (Privateigentum, Geld, Lohnarbeit usw.) und die Rolle der Mittelklassen machen diese Art von Strukturen unabdingbar, daher, in Anbetracht des Chaos, die notwendige Suche nach einer Autorit&#228;t, d.h. eines Gewaltmonopols.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Befreit&#8220; bedeutet nicht notwendigerweise &#8222;demokratisch&#8220;, umso mehr, als dass sich die Organisation von Wahlen schwierig gestaltet. Die Kontrolle dieser Institutionen ist ein Kampf um die Macht. Bestimmt, benannt oder gew&#228;hlt findet man in den Machtpositionen etlicher R&#228;te viele Pers&#246;nlichkeiten der Bewegung von 2011 (der Mittelklassen), aber auch &#246;ffentliche Notabeln, Repr&#228;sentanten der Stammesstrukturen oder lokale milit&#228;rische Gruppen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Herbst 2012 lanciert die Opposition im Exil einen Integrations- und Zentralisierungsprozess der zivilen Institutionen und organisiert in der T&#252;rkei Treffen der &#8222;Unterh&#228;ndler&#8220;. Etliche Komitees entscheiden sich daf&#252;r, sich ihm anzuschliessen, um vom Netz der Umverteilung der internationalen humanit&#228;ren und finanziellen Hilfe zu profitieren, was sie absolut ben&#246;tigen, da die lokalen Ressourcen durch die Unm&#246;glichkeit der Abgaben- und Steuererhebung trockengelegt sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die K&#228;mpfer bleiben jedoch stets die Priorit&#228;t der Geldgeber und somit m&#252;ssen diese Institutionen mit diversen bewaffneten Gruppen zusammenleben. Das Gewaltmonopol ist in Tat und Wahrheit die Grundvoraussetzung f&#252;r alle anderen Monopole.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Militarisierung der Revolte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Fr&#252;hling 2011 st&#252;tzt sich Assad schnell zwecks einer heftigen Repression auf die Armee, welche ihm als Korporation treu bleibt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Gegensatz zur tunesischen und &#228;gyptischen Armee, die beide den (...)&#034; id=&#034;nh6-131&#034;&gt;131&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Bescheidene bewaffnete Selbstverteidigungsgruppen werden dann gegr&#252;ndet, um die Demonstrationsz&#252;ge zu begleiten. Doch mit dem Zustrom von Deserteuren und der Aufgabe gewisser Territorien durch das Regime (insbesondere der &#228;rmsten l&#228;ndlichen Gebiete aufgrund Truppenmangels) bilden sich bewaffnete autonome Gruppen w&#228;hrend des Sommers von lokalen Initiativen ausgehend. Gegen Ende Jahr wird &#252;berall gek&#228;mpft, denn diese Gruppen, die sich als Vorwegnahme einer neuen nationalen Armee sehen, spriessen im ganzen Land. Erst sp&#228;ter, ab 2012, versucht die Opposition im Exil, eine wahrhafte Armee zu koordinieren, die Freie syrische Armee (FSA), der Versuch scheitert jedoch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesem &#220;bergang zum bewaffneten Kampf, der sich schnell als Militarisierung ausdr&#252;ckt, sind nicht alle einverstanden. Wird die Gewalt nicht die Bewegung diskreditieren? In mehreren St&#228;dten, Homs zum Beispiel, widerspiegelt diese Debatte teilweise den Antagonismus zwischen den armen und l&#228;ndlichen (eher auf die &#8222;Praxis&#8220; fixierten) Vierteln und den st&#228;dtischen Eliten, die aus Studenten und Angeh&#246;rigen der liberalen Berufe bestehen und hinter den friedlichen Demonstrationen stehen. Die Militarisierung wird von vielen von ihnen als Enteignung der Revolution erlebt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 127, 286-287.&#034; id=&#034;nh6-132&#034;&gt;132&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; (trotz Ausnahmen, wie die Universit&#228;t von Aleppo, die ihre eigene bewaffnete Gruppe gr&#252;ndet).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die meisten K&#228;mpfer volksnahen und l&#228;ndlichen Milieus entstammen, ist die Zusammensetzung der F&#252;hrungsspitze komplexer, denn im Krieg werden die Karten teilweise neu gemischt. Die Kompetenzen, die Tapferkeit, die F&#228;higkeiten der Waffenbeschaffung z&#228;hlen und garantieren den fahnenfl&#252;chtigen Offizieren eine privilegierte Stellung. Obwohl eine prominente Stellung vor dem Krieg nicht f&#252;r eine milit&#228;rische F&#252;hrungsstellung reicht, ist sie nichtsdestominder ein Trumpf, genau wie die (richtige) Stammeszugeh&#246;rigkeit. Ein anderes Kriterium ist die urspr&#252;ngliche finanzielle Einlage, welche die F&#252;hrungspositionen von Handwerkern, Scheichen und H&#228;ndlern erkl&#228;rt, denn die Erbeutung von Waffen der AAS ist weder einfach, noch gen&#252;gend und der Aufbau und der Unterhalt einer Einheit, so klein sie auch sein m&#246;ge, erfordert bedeutende Ressourcen. Eine Patrone 7,62 (f&#252;r eine AK-47) wurde zu Beginn des Konflikts f&#252;r bis zu zwei Dollar verkauft. Daher die &#252;berraschenden Anekdoten, wie z.B. jene des H&#228;ndlers der die Gesamtheit seiner G&#252;ter verkauft hat, um eine Einheit von 30 M&#228;nnern w&#228;hrend drei Monaten auszustatten und zu bezahlen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 132.&#034; id=&#034;nh6-133&#034;&gt;133&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Zeitraum, w&#228;hrend welchem Sponsoren gefunden werden m&#252;ssen, indem die Videos ihrer Heldentaten auf YouTube ver&#246;ffentlicht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und eben genau weil sich die Opposition im Exil unf&#228;hig gezeigt hat, diese Gruppen zu finanzieren, im Besonderen die Solde zu bezahlen, ist keine Koordination m&#246;glich gewesen und die K&#228;mpfer mussten selbst das notwendige Geld finden, vor Ort oder im Ausland. Daher ist es schnell zu Konkurrenz und Rivalit&#228;ten gekommen, schon vor den Konfrontationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und wenn eine Gruppe an Bedeutung gewinnt, geschieht mit ihrem Budget das selbe. Pr&#228;dation, Kontrolle und Abgabenerhebung &#252;ber die Warenfl&#252;sse usw. sind das Resultat einer &#8222;Akkumulationslogik der Milit&#228;rmacht&#8220;, einem Streben nach einem Monopol, denn solange eine Gruppe es nicht hat, regiert das Chaos in der Region und die Wirtschaft leidet darunter. In den &#246;lreichen Gegenden erlauben es die Einkommen den lokalen Unternehmern, gen&#252;gend K&#228;mpfer zu unterhalten, um die meisten Eindringlinge abzuwehren und ihre Einrichtungen zu besch&#252;tzen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 308.&#034; id=&#034;nh6-134&#034;&gt;134&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man versteht, dass jene Gruppen einen Vorteil erlangen werden, welche Ressourcen und &#228;ussere Unterst&#252;tzung zur Verf&#252;gung haben, denn eine derartige Militarisierung w&#228;re ohne ausl&#228;ndische Unterst&#252;tzung unm&#246;glich gewesen, insbesondere jene der Golfmonarchien und, wenn auch in kleinerem Ausmass, jene der westlichen L&#228;nder (Frankreich hat, trotz des von der EU verordneten Embargos, ab 2012 gewissen Gruppen Waffen geliefert). Obwohl die &#228;ussere Opposition anfangs abgeneigt war, hat ein Teil der syrischen Bourgeoisie, die auf eine internationale Unterst&#252;tzung oder gar eine Milit&#228;rintervention gegen Assad z&#228;hlte, ihre Netzwerke und Kontakte spielen lassen und der Militarisierung Vorschub geleistet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die dank ihrer finanziellen Autonomie einigermassen ausdauernden bewaffneten Gruppen werden sich gegen die Unterwerfung unter die zivilen Beh&#246;rden str&#228;uben, umso mehr, wenn sie aus l&#228;ndlichen Regionen kommen und von den St&#228;dtern nicht willkommen geheissen werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Kalifat und Barbarei. Zweiter Teil: Von der Utopie&#8220;, Dezember 2015, (...)&#034; id=&#034;nh6-135&#034;&gt;135&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sie tendieren im Gegenteil dazu, sich als Verwalter zu pr&#228;sentieren, indem sie sich einen politischen Fl&#252;gel geben. Daher kommt auch das wachsende Gewicht jener, welche &#252;ber &#228;ussere Unterst&#252;tzung verf&#252;gen, z.B. die Muslimbr&#252;der, deren allt&#228;gliche Verwaltungsf&#228;higkeiten jenen ihrer Rivalen &#252;berlegen sind. Zudem tr&#228;gt ihr finanzieller Wohlstand dazu bei, dass sie weniger in Versuchung geraten, Erpressung, Pl&#252;nderung und Schutzgelderpressung zu praktizieren, und somit sind sie von der Bev&#246;lkerung besser angesehen (das gilt auch f&#252;r Al Nusra oder den IS).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Selbstverst&#228;ndlich verwandeln sich spontan von Deserteuren gebildete autonome Gruppen nicht &#252;ber Nacht in ein verallgemeinertes Chaos, wo sich Hunderte von Milizen, in der Regel islamistisch und vom Ausland subventioniert, in sich &#228;ndernden und tempor&#228;ren B&#252;ndnissen gegenseitig bek&#228;mpfen. Doch ab Herbst 2012 zeichnet sich ein Wettbewerb zwischen jenen Gruppen ab, welche sich mehr oder weniger auf die FSA beziehen, und jenen, welche ank&#252;ndigen, eine islamische Verwaltung in Syrien aufbauen zu wollen; ausser im S&#252;den herrschen letztere vor. Die Situation verschlimmert sich ab Fr&#252;hling 2013 aufgrund der Intervention &#228;usserer Akteure.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Drunter und dr&#252;ber?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bourgeois und Proletarier sind nicht gleich vor dem Tod und auch nicht vor dem Krieg, in beiden F&#228;llen spielt immer ein gewisses Mass an Ungewissheit mit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die K&#228;mpfe und Bombenangriffe betreffen besonders die proletarischen Quartiere der syrischen St&#228;dte, insbesondere die peripheren, sogenannt &#8222;informellen&#8220; Quartiere, wo die Opfer der Krise und der Landflucht vor dem Krieg eingepfercht waren und die 2011 Hochburgen der Revolte waren. Die Stadtzentren und b&#252;rgerlichen Quartiere sind in der Regel auf der regimetreuen Seite, ihnen sind somit die heftigsten Bombenangriffe erspart geblieben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier haben einige mehr als ihr Leben zu verlieren. Die Mitglieder der Mittelklassen z.B., welche Eigent&#252;mer von Immobilien sind, oder die Handwerker und Gesch&#228;ftsm&#228;nner k&#246;nnen ihren Status im Handumdrehen aufgrund der Ungeschicklichkeit eines Suchoi-Piloten verlieren. Die Entwertung des syrischen Pfundes hat nur die kleinen Sparer ruiniert, nicht die Bourgeois mit Konto im Ausland.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend einige Familien ihr Verm&#246;gen verlieren, florieren Kriegsprofiteure, die Schwarzhandel betreiben und investieren. Ein Kriegsherr wird m&#252;helos zum Unternehmer. Die Hierarchien werden umstrukturiert, zumindest zum Teil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor allen Dingen profitiert eine Minderheit der an den Protesten 2011 beteiligten Mittelklassen von den neuen Institutionen und nimmt F&#252;hrungspositionen ein. Dank ihrem Bildungsniveau und ihren technischen Kompetenzen gelangen neue Leute in Kaderpositionen, sie sind erfahrener und &#228;lter als jene, welche die Bewegung 2011 animierten (in Idlib muss man z.B. ein Universit&#228;tsdiplom haben, um gew&#228;hlt zu werden)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 282.&#034; id=&#034;nh6-136&#034;&gt;136&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Rolle der Angeh&#246;rigen der Mittelklassen ist zentral aufgrund der Abwesenheit der ehemaligen Eliten, die schnell ins Ausland gefl&#252;chtet sind oder in den regimetreuen Sektoren leben. Ehemals tonangebende Familien, die vom baathistischen Regime marginalisiert worden waren, sind hingegen zur&#252;ck auf der politischen B&#252;hne. &#8222;In diesem Kontext der zunehmenden Isolierung der Individuen kann eine Minderheit ihr Kapital vergr&#246;ssern aufgrund ihrer Zugeh&#246;rigkeit zu den Netzwerken des Protests [&#8230;] Jedoch bestimmt das Kapital, welches die Akteure zuvor hatten, weitgehend die Verteilung der Machtpositionen innerhalb der neuen Institutionen. W&#228;hrend die Landbewohner und das einfache Volk eine tonangebende Rolle in den milit&#228;rischen Institutionen spielen, setzen sich die Mittelklassen in den neu erstehenden zivilen Verwaltungen und die Eliten in den repr&#228;sentativen Institutionen ausserhalb Syriens durch.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 278.&#034; id=&#034;nh6-137&#034;&gt;137&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das im Februar in Kraft getretene Waffenstillstandsabkommen gibt den Zivilisten in diesen Gebieten etwas Platz zur&#252;ck. Die b&#252;rgerlichen Medien und Aktivisten haben schnell darauf aufmerksam gemacht, dass die Freitagsdemonstrationen gegen Assad in mehreren St&#228;dten wieder stattfinden. Als ob die syrische &#8222;Revolution&#8220;, nach f&#252;nf Jahren Unterbruch, in aller Ruhe wieder ihren Lauf nehmen k&#246;nnte. Wir sind weit von jenen Massen entfernt, welche die Strassen 2011 f&#252;llten, die Kundgebungen waren besonders bescheiden, z.B. 200 Demonstranten in Aleppo (von 200&#8216;000 Einwohnern in den Rebellenquartieren), und wiederholten sich nicht. Es ist wahr, dass sie in einigen St&#228;dten zu Spannungen oder gar Konfrontationen mit den lokalen bewaffneten Gruppen wie Al Nusra gef&#252;hrt haben. Das ist nicht erstaunlich, wenn man sich an den Antagonismus zwischen Stadt- und Landbewohnern erinnert, die bewaffneten islamistischen Gruppen repr&#228;sentieren die &#8222;konservative Kultur des l&#228;ndlichen Teils&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-138&#034;&gt;138&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die Frauen 2011 in der Regel in den Demonstrationsz&#252;gen einen spezifischen Platz einnahmen (in der Mitte oder hinten), sind sie total abwesend von den j&#252;ngsten Demonstrationen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. Syria Freedom forever, ein Blog von Gegnern Assads, wo man (...)&#034; id=&#034;nh6-139&#034;&gt;139&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Am Anfang konnte die Beteiligung an der &#8222;Revolution&#8220; f&#252;r gewisse Frauen ein Mittel sein, um sich von den gesellschaftlichen Normen zu befreien (f&#252;r andere war es die Witwenschaft), das sp&#228;te Auftauchen der Religi&#246;sen durch die Justizverwaltung und ihr politisches Gewicht haben diese Entwicklung gebremst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Mittelklassen haben sich dem proletarischen Aufstand von 2011 angeschlossen und ihn unter ihre Kontrolle gebracht. Der Krieg hatte ihnen jegliche Perspektive geraubt, doch heute scheint f&#252;r sie alles wieder m&#246;glich. Die Proletarier hingegen waren in einer denkbar schlechten Stellung, um von diesen Jahren des B&#252;rgerkriegs zu profitieren. Das wird sich vermutlich auch nicht &#228;ndern, falls es wieder Frieden geben sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;5) Unterwegs mit den Proletariern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf eine 2015 auf 22 Millionen gesch&#228;tzte syrische Bev&#246;lkerung sind sechseinhalb Millionen Binnenfl&#252;chtlinge (wovon 1.7 Millionen momentan in Lagern leben) und sechs Millionen offiziell in den Nachbarl&#228;ndern registriert (&#196;gypten, Irak, Jordanien, Libanon und T&#252;rkei)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, Syria at War: Five Years on, 2016, 36 S.&#034; id=&#034;nh6-140&#034;&gt;140&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist erw&#228;hnenswert, dass nach 2003 Hunderttausende Iraker (wom&#246;glich eineinhalb Millionen) in Syrien ein Refugium gefunden hatten. Gem&#228;ss der UNO sei es &#8222;die gr&#246;sste humanit&#228;re Krise weltweit seit dem Zweiten Weltkrieg&#8220;. Obwohl etliche Fl&#252;chtlinge seit 2011 versucht haben, Europa zu erreichen, schl&#228;gt die &#8222;Fl&#252;chtlingskrise&#8220; von 2015 alle Rekorde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die verschiedenen Organismen versuchen, einen Unterschied zwischen (...)&#034; id=&#034;nh6-141&#034;&gt;141&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der Kontinent hatte V&#246;lkerwanderungen in einem derartigen Ausmass seit der unmittelbaren Nachkriegszeit (1945-1947) nicht mehr gekannt. Es sind trotzdem die Nachbarl&#228;nder Syriens, welche die meisten Fl&#252;chtlinge &#8222;aufnehmen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So leben beispielsweise in der T&#252;rkei mehr als drei Millionen syrische Fl&#252;chtlinge, davon 10 bis 15% in Lagern nahe der syrischen Grenze und Hunderttausende in Istanbul. Da es f&#252;r die Syrer keine Visumpflicht gibt, hat nur eine Minderheit den Fl&#252;chtlingsstatus, der mit dem Recht auf eine Arbeitsbewilligung einhergeht, und die Mehrheit st&#252;tzt sich also auf die informelle Wirtschaft (Ende 2015 arbeiteten 400&#8216;000 syrische Fl&#252;chtlinge illegal im Land). Doch die T&#252;rkei ist h&#228;ufig nur eine Etappe f&#252;r die Migranten in Richtung Europa.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Libanon, welcher anf&#228;nglich vier Millionen Einwohner z&#228;hlte, hat offiziell 2016 1.2 Millionen Syrer aufgenommen, aber wohl eher zwei Millionen. Da juristisch betrachtet dort kein Fl&#252;chtlingslager existiert, sind mehrere Familien in prek&#228;ren Wohnsituationen, rudiment&#228;ren Unterk&#252;nften, Garagen oder Zelten zusammengepfercht. Die H&#228;lfte von ihnen hat eine nicht oder wenig qualifizierte Anstellung im Bausektor, als G&#228;rtner oder in der Landwirtschaft, auf illegale Art und Weise f&#252;r praktisch alle von ihnen. In diesen drei Sektoren waren schon vor dem Krieg viele Syrer und Einwanderer angestellt und sie leiden unter den aufgrund der Situation sinkenden L&#246;hnen: Das durchschnittliche monatliche Einkommen eines syrischen Arbeiters ist ungef&#228;hr 38% tiefer als der libanesische Mindestlohn (450 Dollar)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jeanine Jalkh, &#8222;R&#233;fugi&#233;s syriens: le risque de l&#8216;effet boomerang&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh6-142&#034;&gt;142&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund einer um sich greifenden anti-syrischen Fremdenfeindlichkeit und den Konflikten zwischen Fl&#252;chtlingen, verbunden mit der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zerbrechlichkeit des Landes und den Attentaten, ist das Risiko gross, dass sich der syrische Konflikt auf den kleinen Nachbarn ausdehnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Deutschland &#252;ber alles&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Europa sind die Zahlen ungewiss, insbesondere aufgrund der Mobilit&#228;t der Migranten. Mehr als 1.3 Millionen Fl&#252;chtlinge haben 2015 einen &#8222;Antrag auf internationalen Schutz&#8220; in einem Staat der EU gestellt, mehr als doppelt so viele wie im vorhergehenden Jahr. Etwa die H&#228;lfte bis ein Drittel von ihnen sind wahrscheinlich Syrer (mindestens 400&#8216;000, mehr als zweimal mehr als 2014), 20% Afghanen (ungef&#228;hr 180&#8216;000, viermal mehr als 2014) und 10% Iraker (120&#8216;000, siebenmal mehr). Doch jenseits der Zahlen wecken besonders die &lt;i&gt;angenommenen F&#228;higkeiten und Qualifikationen dieser Migranten&lt;/i&gt; das Interesse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im September 2015 kommt der Pr&#228;sident des MEDEF [franz&#246;sischer Arbeitgeberverband] zum Schluss, dass &#8222;die Migranten ein Segen f&#252;r Frankreich sind&#8220;, denn sie &#8222;haben h&#228;ufig ein hohes Bildungsniveau, sind meistens jung, gebildet und haben nur ein Bed&#252;rfnis, n&#228;mlich jenes, in Frieden zu leben und eine Familie grossziehen zu k&#246;nnen&#8220;. Der Wirtschaftsminister verk&#252;ndet, dass der Zustrom von Fl&#252;chtlingen eine &#8222;wirtschaftliche Chance&#8220; darstellt, &#8222;da es sich um Frauen und M&#228;nner handelt, die auch bemerkenswerte Qualifikationen haben&#8220;. Doch die Migranten gehen Frankreich aus dem Weg, da das Land bez&#252;glich des Empfangs und der Wirtschaft einen schlechten Ruf hat. Nur 10&#8216;000 syrische Fl&#252;chtlinge sind seit 2011 aufgenommen worden und 2015 haben etwa 5&#8216;000 ein Asylgesuch eingereicht, &lt;i&gt;was 1.3% aller eingereichten Gesuche in Europa entspricht&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Jeder weiss es, die Migranten wollen grossmehrheitlich nach Deutschland gelangen, das Land&lt;/i&gt; hat im Jahr 2015 &#252;ber eine Million Asylsuchende &lt;i&gt;verzeichnet&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gem&#228;ss einer Studie des Hochkommissars der Vereinten Nationen f&#252;r (...)&#034; id=&#034;nh6-143&#034;&gt;143&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Eine Volksschw&#228;rmerei hat einen Teil der Deutschen dabei gezeigt, &#8222;Willkommen!&#8220; zu sagen, doch viele, obwohl sie von guten Gef&#252;hlen getrieben sind, unterstreichen, dass diese Fl&#252;chtlinge nicht Einwanderer wie die anderen, alle sehr qualifiziert, gebildet und bereits zweisprachig seien. Als Beweis dient die Tatsache, dass alle von Journalisten befragten Migranten perfekt Englisch sprachen und Anw&#228;lte, Ingenieure oder Lehrer waren&#8230; Diese Bemerkungen werden sich einige Monate sp&#228;ter, wenn es darum gehen wird, zwischen den guten und den schlechte Ank&#246;mmlingen zu sortieren, als praktisch erweisen. Aber jenseits der Mobilisierung moralischer Argumente hat die Debatte &#252;ber den Empfang der Migranten in Deutschland sie allen voran als potenzielle oder gar unverhoffte Arbeitskraft betrachtet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Empfang und Rentabilit&#228;t&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wirklichkeit ist Deutschland seit Jahren mit einem Mangel an Arbeitskraft und demographischen Schwierigkeiten wie der Alterung der Bev&#246;lkerung und einer niedrigen Geburtenrate konfrontiert. Zu Schulbeginn 2015 sind 800&#8216;00 Lehrstellen unbesetzt geblieben in einem Land, das eine Million freie Arbeitsstellen z&#228;hlt, besonders im handwerklichen Sektor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r viele &#8222;Spezialisten&#8220; stellt der Einwanderer die L&#246;sung dar, umso mehr, weil er den Vorteil bietet, zur Arbeit schon alt genug zu sein, was die Kosten der Reproduktion und der Arbeitskraft reduziert: &#8222;[D]ie Ern&#228;hrung und Ausbildung eines Menschen kostet in seinen ersten 20 Lebensjahren etwa 200&#8216;000 Euro.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Wanderung, Flucht und Arbeit&#8220; in Wildcat, Nr. 99, Winter 2016.&#034; id=&#034;nh6-144&#034;&gt;144&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Doch zwischen 2000 und 2010 ist die Migrationsbilanz in Deutschland negativ geblieben, die Anzahl Asylbewerber begann erst 2008 wieder anzusteigen. 2014 hat das Land eine Migrationsbilanz von 550&#8216;000 Personen auf 1.46 Millionen Ank&#252;nfte im Land verzeichnet. Es geht also darum, die guten Einwanderer zu finden, aber auch, sie zu behalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Experten und Ermittler werden also versuchen, herauszufinden, ob der ber&#252;hmte &#8222;syrische Arzt&#8220; repr&#228;sentativ ist f&#252;r diese &#8222;neuen&#8220; Migranten. In Tat und Wahrheit variiert ihr Profil je nach Perioden und Bestimmungsorten. Die ersten, welche aufbrechen, sind theoretisch die qualifiziertesten, zumindest jene, welche am ehesten schnell eine Arbeit finden und zu Geld kommen, und somit danach ihre Familie nachziehen lassen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die UNO sind etwa die H&#228;lfte der syrischen Fl&#252;chtlinge j&#252;nger als 17, aber die anderen sind in ihren &#8222;produktiven Jahren&#8220; (erinnern wir uns daran, dass auf der anderen Seite des Rheins die Lehre mit 15 anf&#228;ngt). Gem&#228;ss der UNHCR sind jene, welche Europa erreichen, mehrheitlich junge ledige M&#228;nner, welche die Sekundarstufe abgeschlossen oder eine h&#246;here Ausbildung haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;81% seien M&#228;nner, 69% seien zwischen 18 und 35 und 86% haben eine h&#246;here (...)&#034; id=&#034;nh6-145&#034;&gt;145&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Herbst 2015 hat die deutsche Arbeitgeberschaft anfangs die &#8222;Migrantenkrise&#8220; befriedigt begr&#252;sst. Der CEO von Daimler k&#252;ndigt an, er wolle direkt in den Empfangszentren rekrutieren: &#8222;Die meisten der Fl&#252;chtlinge sind jung, gut ausgebildet und sehr motiviert. Genau solche Leute suchen wir.&#8220; Gem&#228;ss der Arbeitgeberschaft nahe stehenden Forschern &#8222;gibt es eine neue Qualit&#228;t des Empfangs im Vergleich zu fr&#252;heren Einwanderungswellen, wo wir nicht versucht hatten, die Leute hier zu behalten. Heute will man die Arbeiter langfristig integrieren und man tut viel mehr f&#252;r die Integration.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;C&#233;cile Boutelet, &#8222;En Allemagne, les patrons souhaitent faciliter (...)&#034; id=&#034;nh6-146&#034;&gt;146&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die deutsche Arbeitgeberschaft insistiert n&#228;mlich seit mehreren Jahren gegen&#252;ber der Regierung, damit sie die Prozeduren des Empfangs und der Regulierung vereinfacht. Sie fordert im besonderen die sogenannte &#8222;3+2-Regel&#8220;: die Garantie, dass ein Asylbewerber in Ausbildung w&#228;hrend seinen Ausbildungsjahren und danach zwei Jahre in Deutschland bleiben kann, um seinem Arbeitgeber zu erlauben, die Investition rentabel zu machen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;L&#8216;afflux de migrants profite aux patrons allemands&#8220; in Le Temps, 2. (...)&#034; id=&#034;nh6-147&#034;&gt;147&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im November 2014 wird die notwendige Aufenthaltszeit von Fl&#252;chtlingen bevor sie legal arbeiten k&#246;nnen unter dem Druck der Arbeitgeberschaft von neun auf drei Monate verk&#252;rzt, doch mittlerweile m&#246;chte der Bund der Industriellen (BdI) diesen Zeitraum erneut verk&#252;rzen. Im August 2015 wurde die Frist bevor man Zugang zu Ausbildungshilfen hat von vier Jahren auf 15 Monate verk&#252;rzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein anderes zu eliminierendes &#8222;Hindernis&#8220; ist jenes einer Art &#8222;Inl&#228;ndervorrang&#8220;, der dazu verpflichtet, die Einstellung eines Asylbewerbers der Anstellungsbeh&#246;rde vorzulegen, damit sie &#252;berpr&#252;ft, ob kein deutscher Kandidat oder einer aus einem anderen EU-Land diese Arbeitsstelle besetzen k&#246;nnte. Dieses System wurde seit November 2015 betr&#228;chtlich vereinfacht und zudem vertreibt die Anstellungsbeh&#246;rde eine Brosch&#252;re, die den Unternehmen erkl&#228;rt, wie das Gesetz umgangen werden kann, z.B. mit Hilfe von Praktika oder Weiterbildungen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;C&#233;cile Boutelet, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-148&#034;&gt;148&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im April 2016 ist diese Regel f&#252;r drei Jahre ausgesetzt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wermutstropfen und Missverst&#228;ndnisse&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die syrischen Migranten, um uns auf sie zu beschr&#228;nken, fliehen vor dem Krieg, versuchen, zu &#252;berleben, haben manchmal alles verloren, tr&#228;umen von einem neuen Leben und, f&#252;r die optimistischsten unter ihnen, davon, eines Tages in ein befriedetes Syrien zur&#252;ckzukehren. Sie haben sicher nicht Tausende an Kilometern aus Vergn&#252;gen oder aus Freude am Wandern zur&#252;ckgelegt, weder um ein europ&#228;isches Proletariat &#8222;auszutauschen&#8220; oder neu zu beleben, welches einige als zu gut gen&#228;hrt oder als zu unterworfen betrachten, noch um das Arbeitskraftproblem der deutschen Arbeitgeberschaft zu l&#246;sen. Und letztere, so m&#228;chtig sie auch sein mag, zettelt nicht Kriege an, um sich neue Proletarier zu beschaffen, sie profitiert ganz prosaisch von dieser Situation. Der Fluss der Migranten ist nicht ein Geschenk des Himmels, sondern schlichtweg das Resultat eines Blutbades.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es besteht eine Art Diskrepanz zwischen den Untersuchungen und der Realit&#228;t. Das erste Hindernis einer schnellen Besch&#228;ftigungsf&#228;higkeit der Migranten ist ihre komplette Unkenntnis der Sprache, manchmal gar des lateinischen Alphabets. Schlimmer, einige von ihnen stellen sich gar als Analphabeten heraus. Dazu kommt die Frage der Diplome und ihrer Gleichwertigkeit, zumindest falls sie solche besitzen, denn gem&#228;ss gewissen Studien sind 80% von ihnen schlechter qualifiziert als ein einfacher deutscher spezialisierter Arbeiter&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pascal Hugues, &#8222;R&#233;fugi&#233;s: un miracle &#233;conomique pour l&#8216;Allemagne?&#8220; in Le (...)&#034; id=&#034;nh6-149&#034;&gt;149&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird schwierig sein, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren, doch die Arbeitgeberschaft zeigt Bereitschaft, in ihre Ausbildung zu investieren, vorsichtig allerdings, denn die Fl&#252;chtlinge haben eine Aufenthaltsbewilligung f&#252;r lediglich drei Jahre, d.h. die n&#246;tige Zeit, sie zu beenden. &#8222;Bei Daimler haben 40 Asylbewerber im November ein Praktikum angefangen [&#8230;] Sie absolvieren jeden Tag eine Ausbildung von zweieinhalb Stunden in der Produktionswerkstatt und anschliessend dreieinhalb Stunden Deutschunterricht. Andere Ausbildungen dieser Art d&#252;rften dieses Jahr beginnen. Die Gruppe verk&#252;ndet, dass mehrere Hundert Asylbewerber bis 2016 in den Genuss eines solchen Programms kommen sollen. Die Angestellten der Gruppe werden von der F&#252;hrung zu einem System der Patentschaft ermutigt, welches die Integration der Neuank&#246;mmlinge erlauben soll.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Deutsche Bahn und Siemens haben &#228;hnliche Programme lanciert. Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh6-150&#034;&gt;150&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Willkommenspolitik hat die Unterst&#252;tzung des BdI und der Versammlung der Handelskammern, doch einige Chefs sind weiterhin skeptisch, v.a. jene der F&#246;derationen des Bau- oder Werkzeugmaschinensektors&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jean-Philippe Lacour, &#8222;Migrants: l&#8216;enthousiasme des industriels allemands (...)&#034; id=&#034;nh6-151&#034;&gt;151&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es wird tats&#228;chlich Zeit und viel Geld brauchen, die Experten haben es berechnet: Da die durchschnittliche Produktivit&#228;t eines Fl&#252;chtlings tiefer ist als jene eines deutschen Angestellten, wird es zwischen f&#252;nf und sieben Jahren dauern, bis er mehr produziert, als dass er dem Staat kostet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pascal Hugues, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-152&#034;&gt;152&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mittel- oder langfristig, in vier bis zehn Jahren, je nach Szenario, wird die erfolgreiche Integration der Fl&#252;chtlinge Nettoprofite bringen. Die UNO zeigt sich jedoch beruhigend: Wenn nur schon eine Minderheit in die Wirtschaft integriert wird, &#8222;ist die Investition rentabel&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-153&#034;&gt;153&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis anhin ist Vorsicht vorherrschend, denn zwischen Herbst 2015 und Juni 2016 sind nur 54 Fl&#252;chtlinge von den 30 Unternehmen des DAX angestellt worden! Es haben sich hingegen 131&#8216;000 bei der Bundesagentur f&#252;r Arbeit eingeschrieben, drei Viertel davon ohne berufliche Ausbildung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Les r&#233;fugi&#233;s en Allemagne restent aux portes du Dax&#8220; in Les &#201;chos, 5. (...)&#034; id=&#034;nh6-154&#034;&gt;154&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es scheint jedoch, dass Daimler die Ausbildung der Fl&#252;chtlinge finanziert, um sie anschliessend unter einigen seiner Zulieferbetrieben zu verteilen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Pascal Hugues, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-155&#034;&gt;155&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Zwischenzeit wird gesagt, dass die Fl&#252;chtlinge nicht dem M&#252;ssiggang verfallen sollen. Umso mehr, weil die Logistik ihres letztendlich der Gemeinde obliegenden Empfangs sich gr&#246;sstenteils auf Freiwillige st&#252;tzt, die mit der Zeit seltener werden. Die Regierung hat also entschieden, dass die Asylbewerber &#8222;in den Genuss&#8220; der ber&#252;hmten Ein-Euro-Jobs kommen d&#252;rfen (gemeinn&#252;tzige Arbeit, bezahlt 1.05 &#8364; pro Stunde und Sozialhilfebez&#252;gern vorbehalten), damit sie die mit ihrem Empfang verbundenen Aufgaben selbst ausf&#252;hren (Unterhalt der Unterkunft, K&#252;che usw.). Die Fl&#252;chtlinge haben n&#228;mlich nicht das Recht, angestellt zu sein und klassisch zu arbeiten, solange sie nicht offiziell Asyl haben. Es ist also ein Mittel zur Umschiffung von Schwierigkeiten. Seit April 2016 arbeiten 4&#8216;000 Migranten in den 75 Berliner Unterk&#252;nften, 9&#8216;000 in Bayern und die Regierung hat entschieden, 100&#8216;000 Jobs dieser Art zu kreieren (wovon Migranten aus als sicher geltenden L&#228;ndern wie z.B. Albanien oder Kosovo ausgeschlossen sein werden).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von einer anfangs unvermeidlichen Erh&#246;hung der Arbeitslosigkeit, welche Konsequenzen wird die pl&#246;tzliche Ankunft einer Million neuer Proletarier haben? Gem&#228;ss den Experten der UNO sollte die Auswirkung auf die L&#246;hne und die Anstellung der einheimischen Arbeiter &#8222;geringf&#252;gig oder inexistent&#8220; sein, freilich mit &#8222;einem gewissen Druck auf Anstellungen mit geringer Wertsch&#246;pfung und die niedrigsten L&#246;hne&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-156&#034;&gt;156&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein Gewerkschafter betonte Ende April in der Presse, dass die am wenigsten qualifizierten am meisten von Arbeitslosigkeit und Unterbesch&#228;ftigung betroffen sind und dass die neuen Fl&#252;chtlinge tendenziell ebenfalls dieser Gruppe angeh&#246;ren. Am wahrscheinlichsten ist eine versch&#228;rfte Konkurrenzsituation eines zunehmend segmentierten Prekariats (allein schon aufgrund der unterschiedlichen Behandlung der Migranten) und die Vertiefung der rassistischen Br&#252;che (auch zwischen neu angekommenen Migranten und schon l&#228;nger dort lebenden Einwanderern), wovon die Arbeitgeberschaft profitieren wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Denn die Lobrede auf die dem Land eigen seiende Willkommenskultur und die Bilder von durch l&#228;chelnde Deutsche empfangene Migranten haben ein anderes Ph&#228;nomen kaschiert, den Anstieg der Fremdenfeindlichkeit seit einigen Jahren mit Angriffen gegen die Zentren der Asylbewerber oder den imposanten Demonstrationen der PEGIDA in Ostdeutschland. Die Aggressionen an der Silvesternacht in K&#246;ln und in anderen deutschen St&#228;dten haben wahrscheinlich dazu beigetragen, dass ein Teil seine Meinung ge&#228;ndert hat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Nur eine Minderheit der festgenommenen Verd&#228;chtigen kommt aus Syrien. Zu (...)&#034; id=&#034;nh6-157&#034;&gt;157&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seither haben die gegen die Fl&#252;chtlinge gerichteten Thematiken der euroskeptischen Partei AfD ihr an den Regionalwahlen letzten M&#228;rz einen bedeutenden Stimmengewinn eingebracht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Episode &#8222;Migrantenkrise&#8220; ist provisorisch vorbei und die Fl&#252;chtlingsfl&#252;sse sind eindeutig am Zur&#252;ckgehen (92&#8216;000 Aufnahmen in Deutschland im Januar 2016, 16&#8216;000 im Juni). Die Schliessung der &#8222;Balkanroute&#8220; und das Inkrafttreten des Abkommens zwischen der EU und der T&#252;rkei erkl&#228;ren das zum Teil.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;An den Grenzen der Wirklichkeit?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Schluss jetzt!&#8220; Das ist die implizite Botschaft, die letzten M&#228;rz vom Chef der deutschen Chefs und seinem franz&#246;sischen Amtskollegen in einer gemeinsamen Kolumne ge&#228;ussert wurde, sie fordert eine &#8222;rasche&#8220; europ&#228;ische &#8222;Ergreifung der Initiative&#8220; und dass der Fl&#252;chtlingsfluss &#8222;unter Kontrolle gebracht und deutlich reduziert werden&#8220; muss. Das am 18. M&#228;rz 2016 zwischen der EU und der T&#252;rkei abgeschlossene Abkommen soll diese Forderungen befriedigen. Im Austausch gegen einige Milliarden Euros, eine Liberalisierung der Einreisepolitik und eine Neuaufnahme der Verhandlungen &#252;ber einen EU-Beitritt kontrolliert Ankara von nun an die Migranten auf seinem Territorium.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sieht es, die &#8222;Festung Europa&#8220; ist (bis anhin) allen voran ein Phantasma von Linken und Faschisten, denn die Wirtschaft der EU braucht jedes Jahr Hunderttausende Einwanderer. F&#252;r die Mitgliedsstaaten, definitionsgem&#228;ss im Dienst der Kapitalisten, geht es v.a. darum, die bestehenden Fl&#252;sse zu regulieren. Auf ziemlich zynische Art und Weise, denn der Tod ist mit im Spiel, die Hindernisse auf der Route der Migranten dienen als Filter, welcher idealerweise nur &#8222;bestimmte Menschen durchkommen&#8220; l&#228;sst, &#8222;die fit sind, &#252;ber Geld, pers&#246;nliche und famili&#228;re Ressourcen verf&#252;gen und einen unbedingten Willen haben&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wildcat, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-158&#034;&gt;158&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die im Zentrum des zur Koordination der K&#252;stenwache vorgesehenen Dispositivs stehende Agentur Frontex soll sich gem&#228;ss den Regierungen 2015 ziemlich ineffizient gezeigt haben. Es war notwendig, die NGOs und sympathische junge humanit&#228;re Helfer zu mobilisieren, um zur Sortierung und Fichierung der Migranten in den Lagern Griechenlands beizutragen. Diese bekannten &#8222;Aufnahme- und Identifikationszentren f&#252;r Fl&#252;chtlinge&#8220;, die &#8222;Hotspots&#8220;, dienen besonders dazu, wirtschaftliche Migranten von Fl&#252;chtlingen zu trennen, auf erstere wartet die Ausschaffung, auf letztere die Gastfreundschaft, in einer wohl verstandenen Mischung von H&#228;rte und Barmherzigkeit. Die T&#228;tigkeit der NGOs erlaubt es auch, die Hilfe der lokalen Bev&#246;lkerungen in einem strikten Rahmen der Barmherzigkeit und des Mitgef&#252;hls zu halten, statt sie m&#246;glicherweise f&#252;r jenen einer Solidarit&#228;t unter Proletariern zu &#246;ffnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was soll danach mit den Migranten geschehen? Das Problem ist, dass Staaten verschiedene Interessen, Arbeitslosenquoten und Arbeitskr&#228;ftebedarf haben &#8211; die nicht notwendigerweise mit den W&#252;nschen, Tr&#228;umen, M&#246;glichkeiten und dem Erfindergeist der Migranten &#252;bereinstimmen (die Welt ist schlecht). Die Verteilung und der Standortwechsel der Fl&#252;chtlinge sind m&#252;hsam. Polen will z.B. keine Migranten, Portugal m&#246;chte hingegen etwa zehntausend, um einige landwirtschaftliche Regionen neu zu bev&#246;lkern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-159&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Julia Mourri, &#8222;Le Portugal veut accueillir plus de migrants: les r&#233;fugi&#233;s (...)&#034; id=&#034;nh6-159&#034;&gt;159&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die notwendige Kontrolle des Migrationsflusses ist durch die Verwendung der Fl&#252;chtlinge als diplomatische Waffe komplizierter geworden (Griechenland und v.a. die T&#252;rkei, welche &#8222;die Schleusen&#8220; &#246;ffnen oder schliessen, um Druck auf die EU auszu&#252;ben) oder als Kriegswaffe (Provokation der Zivilbev&#246;lkerung zur Flucht, um die feindlichen Territorien mit Fl&#252;chtlingen zu fluten und sie zu destabilisieren, wie es Assad gegen die T&#252;rkei getan hat).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;Migrantenkrise&#8220; 2015 war vielleicht nur ein Experiment in Lebensgr&#246;sse in Voraussicht der k&#252;nftigen Jahrzehnte, kaum schl&#252;ssig, da es von Kontrollverlust, einer improvisierten Verwaltung, Entscheidungen in h&#246;chster Not und der Unangemessenheit der gegenw&#228;rtigen Dispositive gepr&#228;gt ist. Frontex wird somit durch eine andere europ&#228;ische Agentur der K&#252;sten- und Grenz&#252;berwachung mit erweiterten Kompetenzen ersetzt werden, sie wird von nun an das Recht haben, die Pr&#228;senz ihrer Einheiten jedem Staat der EU aufzuzwingen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-160&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Charles de Marcilly, &#8222;Crise des r&#233;fugi&#233;s: l&#8216;UE face aux d&#233;fis migratoires&#8220; (...)&#034; id=&#034;nh6-160&#034;&gt;160&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es liegt eine Reform der Migrationspolitik in der Luft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;6) Vom Traum der Revolution&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was wartet morgen auf Syrien? Die Riesen des Bauwesens und der Industrie bereiten sich auf jeden Fall darauf vor. Die UNO sch&#228;tzt die Kosten der Zerst&#246;rungen von Wohnungen und Infrastrukturen auf 90 Milliarden Dollar (79 Milliarden Euros), die Baustelle f&#252;r den Wiederaufbau wird enorm sein. Die Projekte f&#252;r Pipelines und Offshore-Gas werden wieder auf den Tisch kommen. Wer wird jedoch am besten platziert sein und wie wird der Kuchen geteilt werden? Gem&#228;ss Einflusszonen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Land selbst hat der Krieg das Problem des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats auf unnachsichtige Art und Weise geregelt, die Verw&#252;stungen, die zerst&#246;rten, delokalisierten, demontierten und gestohlenen Fabriken sind da noch nicht einmal in Betracht gezogen. Wird man letztendlich Arbeitskraft importieren m&#252;ssen? Umso mehr, weil seit 2011 die schulische und berufliche Bildung keine Priorit&#228;ten waren in Damaskus und ein Teil der Arbeitskraft, wahrscheinlich die am besten qualifizierte und ausgebildete, im Exil ist. Der Erzbischof von Aleppo hat es von seinem Standpunkt aus ausgedr&#252;ckt, jenem der syrischen Christen, doch sein Urteil gilt auch f&#252;r die anderen &#8222;Gemeinschaften&#8220;: &#8222;Mit der Ankunft von Hunderttausenden Fl&#252;chtlingen in Europa habe ich Angst um die Zukunft. Irgendwie habe ich den Eindruck, als ob eine Deportation unserer Bev&#246;lkerung organisiert worden w&#228;re, v.a. unserer produktiven Bev&#246;lkerung, jene, welche das Land und die Kirche wiederaufbauen k&#246;nnten. Die Mittelklasse, das Scharnier und R&#252;ckgrat unserer Gesellschaft, ist dabei, zerrieben zu werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-161&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;RTL, 30. Januar 2016.&#034; id=&#034;nh6-161&#034;&gt;161&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Proletarier betrifft, wurden sie wohl zu viel massakriert, gespalten, konfessionalisiert und in Gemeinschaften gezw&#228;ngt, als dass man von ihnen einen Ausbruch in den n&#228;chsten Jahren erwarten k&#246;nnte. Kriegszeiten bieten manchmal Gelegenheit zu einem radikalen Bruch dank der Zerbrechlichkeit und des Zusammenbruchs des Staates, wie 1871 in Paris, 1917 in Russland und 1918 in Deutschland, doch der B&#252;rgerkrieg verschliesst diese Perspektiven h&#228;ufig (wenn nicht fast immer).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soll man trotzdem alles in ein gutes Licht stellen? Wenn man genug lange sucht? Es ist freilich tr&#246;stlich, Helden, Hoffnung, einen Glauben zu haben, aber es sollte einem doch nicht dermassen vom Hocker reissen, dass man wild gestikulierend &#8222;Revolution! Revolution!&#8220; schreit &#8211; und sich selbst und andere versucht, zu &#252;berzeugen, dass das, was geschieht, &#8222;sehr interessant&#8220; ist. Weil &#8222;Leute etwas&#8220; tun. Propaganda ist stets eine betr&#252;bliche T&#228;tigkeit, doch hier, in den Ruinen Syriens, welche f&#252;r ihn den Gipfel des Urbanismus darstellen, sucht der desillusionierte europ&#228;ische Aktivist diesen Klumpen, der beweisen w&#252;rde, dass er recht hat, dass die Goldader existiert. Der Begriff &#8222;Revolution&#8220; ist benutzt worden, um diverse laufende Prozesse in Syrien zu beschreiben, aber h&#228;ufig von Aktivisten oder Journalisten, die darunter nur eine &#8222;wahrhaftige&#8220; Reform verstehen. Manchmal von anderen, eher gew&#246;hnt an radikale Kritik und die eigentlich wissen, dass Worte einen Sinn haben. Ein Wortfehler? Der Zustand des Proletariats in Frankreich, die Ern&#252;chterung, das deformierende und hypnotische Prisma der AK-47, gen&#252;gt das als Erkl&#228;rung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Selbstverwaltung des &#220;berlebens in einer aus Ruinen bestehenden Stadt, die Waffen in der Hand, w&#228;hrend die zusammengebrochene Gesellschaft nachge&#228;fft wird &#8211; wir werden diesen Albtraum nicht mit dem Wort &#8222;Revolution&#8220; schm&#252;cken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Warum ist die proletarische Revolte in Syrien 2011 gescheitert, genau wie die darauf folgende demokratische &#8222;Revolution&#8220;? Ist es schlichtweg aufgrund exogener Gr&#252;nde? Warum versucht man in Anbetracht des Zusammenbruchs des Staates, ihn zu ersetzen, seine R&#252;ckkehr vorzubereiten/zu erleichtern? Wieso wird die minimale T&#228;tigkeit einer im Krieg auf sich selbst gestellten Bev&#246;lkerung &#8211; der Kampf ums &#220;berleben &#8211; von der Mauer der Realit&#228;t &#252;berw&#228;ltigt? Die Zur&#252;ckdr&#228;ngung des Staates ist notwendig aber ungen&#252;gend, die Wiederherstellung der &#8222;Normalit&#228;t&#8220; ist gleichbedeutend mit der Vorbereitung seiner R&#252;ckkehr. Wenn man das Ideal der Revolution in den Grenzen dieser Art von Prozess selbst findet, verurteilt man sich zu schmerzlichen Niederlagen, z.B. in Bezug auf die Frage des Verh&#228;ltnisses zur Gewalt, zur Militarisierung oder zum Pragmatismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-162&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zur Idee z.B., dass ein &#8222;provisorisches&#8220; B&#252;ndnis mit diesen im Kampf so (...)&#034; id=&#034;nh6-162&#034;&gt;162&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Wir wissen selbstverst&#228;ndlich nicht wie die Proletarier konkret die Klassen abschaffen werden, wir verf&#252;gen &#252;ber kein Modell. Doch vielleicht sind wir eines Tages dran, mit der Apokalypse (der Offenbarung) konfrontiert zu sein und werden versuchen, zumindest ein bisschen n&#252;tzlich zu sein, indem wir z.B. auf einen Ausgang des Chaos gegen oben dr&#252;cken, indem wir versuchen, den Staat, die Armee, das Geld, die Lohnarbeit usw. loszuwerden. Daf&#252;r sollten wir zumindest ein bisschen ambitioniertere Tr&#228;ume haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Juli 2016&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Literaturverzeichnis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Erster Teil: Vom Staat&#8220;&lt;/a&gt;, November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Zweiter Teil: Von der Utopie&#8220;&lt;/a&gt;, Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gilles Dauv&#233;, &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=940&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Brouillards de guerre&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;***&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.cnrseditions.fr/science-politique/7282-syrie.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrie. Anatomie d'une guerre civile&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, CNRS &#233;ditions, 2016, 416 S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Michel Korinman (Hg.), &lt;i&gt;Daech. Menace sur les civilisations&lt;/i&gt;, L'Esprit du Temps, 2015, 384 S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pierre-Jean Luizard, B&#233;ligh Nabli, Wassim Nasr, Pierre Razoux, &#8222;Table ronde, ouverte &#224; la presse, de sp&#233;cialistes du Moyen-Orient&#8220; in &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.assemblee-nationale.fr/14/pdf/rap-enq/r3922-t2.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Rapport fait au nom de la commission d'enqu&#234;te relative aux moyens mis en &#339;uvre par l'&#201;tat pour lutter contre le terrorisme depuis le 7 janvier 2015&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, Bd. II, Assembl&#233;e nationale, S. 680-697.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu Rojava&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Gilles Dauv&#233;, &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=324&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kurdistan?&#8220;&lt;/a&gt;, Januar 2015.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;TKGV [Initialen der Autoren], &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/letter-rojavist-friends&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Letter to &#8216;Rojavist' Friends&#8220;&lt;/a&gt;, Mai 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.si-revue.de/zwei-lokale-kriege/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Zwei lokale Kriege&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Internationale situationniste&lt;/i&gt;, Nr. 11, Oktober 1967.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu den Migranten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Henri Simon, &lt;a href=&#034;https://www.echangesetmouvement.fr/2016/04/lindustrie-du-migrant-mutations-et-migrations-une-longue-histoire-de-la-vie-sur-terre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;industrie du migrant. Mutations et migrations: une longue histoire de la vie sur terre&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;&#201;changes&lt;/i&gt;, Nr. 154, Winter 2015-2016, S. 11-36.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Felix Baum, &lt;a href=&#034;https://cominsitu.wordpress.com/2016/07/12/from-welcome-to-farewell-germany-the-refugee-crisis-and-the-global-surplus-proletariat/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;From Welcome to Farewell: Gemany, the Refugee Crisis and the Global Surplus Proletariat&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Antithesi, &lt;a href=&#034;https://cominsitu.wordpress.com/2016/07/05/vogelfrei-migration-deportations-capital-and-its-state/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Vogelfrei. Migration, Deportations, Capital and Its State&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=1030&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;VierterTeil&#034;&gt;Vierter Teil: Der Endkampf?&lt;/h3&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Allm&#228;hlich erstelle ich die Liste des Alphabets der Ruinen. All das bedeutet etwas.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;_ Das kann nicht keinen Sinn haben.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;_ Der Krieg spricht zu uns&#8230;.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;David B., &lt;i&gt;La Lecture des ruines&lt;/i&gt;, 2001.&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Kann man in den Ruinen wie in den Linien einer Hand lesen? Die politische Hauptstadt des Islamischen Staates (IS) ist am 17. Oktober 2017 gefallen, ein vorhersehbarer Ausgang einer Schlacht, die vier Monate zuvor wirklich begonnen hat. Man sieht jedoch keine laut jubelnde Menschenmenge zum Empfang der Befreier in den Strassen und das hat seine Gr&#252;nde. W&#228;hrend diesem Zeitraum ist die Bev&#246;lkerung von 300&#8216;000 Einwohnern (wovon ein Drittel Fl&#252;chtlinge waren) auf fast null geschrumpft. Das Lager des Guten ist pr&#228;zis und gibt an, dass nur 1&#8216;000 bis 2&#8216;000 Zivilisten unter den Bombenangriffen gestorben sind; die anderen sind vor der Ann&#228;herung der K&#228;mpfe geflohen und versuchen heute auf den Strassen oder in den Fl&#252;chtlingslagern zu &#252;berleben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Eroberung Raqqas ist h&#246;chst symbolisch, denn die Stadt, unter der Kontrolle des IS seit Juni 2013, war seine politische Hauptstadt gewesen (obwohl seine Verwaltung einige Monate zuvor nach al-Mayadin, auf dem Euphrat 175 km flussabw&#228;rts, transferiert worden war). Einen Monat sp&#228;ter war eine strategisch bedeutende Schlacht in Abu Kamal &#8211; auf welche wir zur&#252;ckkommen werden &#8211; gleichbedeutend mit dem Ende des Kalifats als protostaatliches territoriales Gebilde. Der Zusammenbruch des IS scheint eine Klammer zu schliessen, jene der Konfrontation zwischen dem B&#246;sen und dem Rest der Welt; von nun an wird die syrische Aktualit&#228;t wieder jene des urspr&#252;nglichen Konflikts sein, dieses B&#252;rgerkrieges, welcher auf die sozialen Proteste 2011 folgte und sie beendete&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-163&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dieser Artikel ist die Fortsetzung einer Serie von Artikeln: &#8222;Kalifat und (...)&#034; id=&#034;nh6-163&#034;&gt;163&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Trotz einem Jahre andauernden Prozess der Libanonisierung und Konfrontationen zwischen Hunderten von mehr oder weniger durch ausl&#228;ndische M&#228;chte unterst&#252;tzten Milizen und bewaffneten Gruppen n&#228;hert sich der Konflikt seinem Ende.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Proletarier hatten die Wahl, sich ganz klein zu machen, auszuwandern oder ein Lager zu w&#228;hlen (der Soldatenberuf hat, als einziger in der Region, den Vorteil, einem einen Lohn und eine Mahlzeit zu verschaffen). Doch von nun an bereitet sich jeder in Anbetracht der sich n&#228;hernden Normalisierung auf eine rationalere und klassischere Ausbeutung dieser Arbeitskraft vor, von welcher man annimmt, dass sie vom Bombenhagel und den Ruinen gef&#252;gig gemacht worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Torloses Remis, der Ball im Mittelfeld?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Partie ist gespielt; die Ausschaltung der islamistischen Milizen in den &#246;stlichen Quartieren Aleppos im Dezember 2016 ist der Wendepunkt gewesen. Das Regime in Damaskus wird bleiben und das vom Krieg zerst&#246;rte Syrien wird in (russische, t&#252;rkische oder amerikanische) Einflusszonen unterteilt werden; die K&#228;mpfe von 2017, und wahrscheinlich auch jene 2018, gehen nur darum, die Umrisse davon zu pr&#228;zisieren. Der Erfolg des loyalistischen Lagers, der nicht weit von einem Pyrrhussieg entfernt ist, ist v.a. ein Erfolg Russlands. Mit einer beschr&#228;nkten (und somit relativ g&#252;nstigen) milit&#228;rischen Pr&#228;senz best&#228;tigt Russland seinen Einfluss im Land, verkauft zunehmend Waffen in der Region und st&#228;rkt seinen internationalen Einfluss, indem es sich als unumgehbare Macht im Nahen Osten und in der &#246;stlichen Mittelmeerregion positioniert. Die Effizienz seines Expeditionskorps wird n&#228;mlich mit diplomatischen Durchbr&#252;chen komplettiert: Moskau umgeht die fruchtlosen Verhandlungen in Genf und nimmt ab Januar 2017 den Friedensprozess in Syrien in die Hand, indem es Diskussionsrunden in Astana mit dem Iran, der T&#252;rkei und gewissen islamistischen Rebellengruppen lanciert. Der andere grosse Sieger ist der Iran, welcher seinen Einfluss sowohl in Syrien als auch im Irak vergr&#246;ssert, genau wie in einem geringeren Ausmass sein Verb&#252;ndeter, die libanesische Hizbollah. Die T&#252;rkei hat sich schliesslich im Sommer 2016, nach vielen diplomatischen Sinneswandeln, dem Trio Russland-Iran-Syrien angen&#228;hert, sie versucht ebenfalls, sich als unumgehbaren Akteur in der Region durchzusetzen (sei es nur durch die islamistischen Milizen und den Territorien, die sie nun im Norden Syriens kontrolliert). Das zeigt auch jenen, welche daran gezweifelt haben m&#246;gen, dass wir es offensichtlich nicht mit einem konfessionellen Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten zu tun haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA (und ihre westlichen Aushilfskr&#228;fte) behalten vorsichtig, obwohl sie marginalisiert sind, da sie nie eine wahrhafte Strategie in Syrien hatten, und im Gegensatz zu Trumps Versprechen, einen Fuss in der syrischen T&#252;r. Auf g&#252;nstige Art und Weise schaffen sie sich eine Einflusszone, deren einziges Interesse es ist, zu verhindern, dass der russisch-iranische Sieg total ist, und somit Israel und Saudi-Arabien zufriedenzustellen. Donald Trump, den einige als &#8222;islamophob&#8220; bezeichnen, wird vom Prinz Mohammed ben Salman mit dem Titel &#8222;wahrer Freund der Muslime&#8220; beehrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die rivalisierenden Kr&#228;fte&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Kalifat&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In dieser Mischung zwischen Schach und Poker, zu welcher der syrische Konflikt geworden ist, hielt der IS gute Karten in den H&#228;nden (Territorien, St&#228;dte, Strassen und strategische Standorte, Luftst&#252;tzpunkte, Erd&#246;lquellen usw.); f&#252;r die anderen gegen ihn verb&#252;ndeten Spieler geht es darum, ihm ein Maximum an Karten abzunehmen, die in einer nahen Zukunft im Rahmen von Verhandlungen getauscht werden k&#246;nnen. Daher kommt das Gew&#252;hl, das wir seit einem Jahr beobachten k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ab Sommer 2016 ist das Territorium des IS aufgrund der Vorst&#246;sse aller Armeen der Region (t&#252;rkische, kurdische, syrische, irakische usw.) zusammengeschrumpft, bis es im Juli 2017 zum Verlust von Mosul und im Oktober zu jenem von Raqqa kam. Er war trotzdem bis zum Ende f&#228;hig, heftige Gegenoffensiven hinter den Feindeslinien oder an ihren Flanken zu lancieren und gleichzeitig seine Hochburgen bis zu ihren letzten K&#228;mpfern zu verteidigen. Gem&#228;ss eher hohen Sch&#228;tzungen z&#228;hlte er 2014 zwischen 80&#8216;000 und 100&#8216;000 Soldaten in seinen Reihen; im Sommer 2017 waren es wahrscheinlich nur noch etwa 10&#8216;000. Die amerikanische Armee spricht von 80&#8216;000 get&#246;teten IS-K&#228;mpfern seit 2014! Zum Zeitpunkt, wo wir diese Zeilen schreiben, beschr&#228;nkt sich die Armee des Kalifats auf einige Tausende in der W&#252;ste, den Bergen und im Hinterland des Iraks und Syriens zerstreute Anh&#228;nger. Doch, obwohl die Offiziere des IS, gepaart mit dem Fanatismus ihrer Truppen, echte milit&#228;rische Qualit&#228;ten gezeigt haben, muss diese langsame Agonie auch mit der schwachen Koordination seiner sich gegenseitig Steine in den Weg legenden Feinde erkl&#228;rt werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl der im Kalifat aufgebaute Verwaltungs-, Wirtschafts- und Sozialapparat methodisch durch westliche Luftschl&#228;ge angegriffen wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-164&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die russische und syrische Luftwaffe haben in der Region Idlib das gleiche (...)&#034; id=&#034;nh6-164&#034;&gt;164&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, um die Bewohner zum Aufstand zu animieren, ist es nicht zu grossen Revolten gekommen (die Zerst&#246;rungen f&#252;hrten wom&#246;glich gar dazu, dass die Bev&#246;lkerung noch abh&#228;ngiger vom Protostaat wurde). Bis zum letzten Moment, und besonders durch nackten Zwang, hat es der IS geschafft, die Kontrolle &#252;ber seine Truppen und seine Bev&#246;lkerung zu behalten; dazu kam die Furcht vor den Befreiern, m&#246;gen sie schiitisch (in Mosul) oder kurdisch (in Raqqa) gewesen sein. Die St&#228;mme haben den definitiven Eigent&#252;merwechsel abgewartet, bevor sie ihren Treueeid modifizierten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die milit&#228;rische Niederlage ist allerdings nicht gleichbedeutend mit dem Ende des IS; Abu Mohammed al-Adnani, der Sprecher der Organisation, warnte im Mai 2016: &#8222;Werden wir besiegt und ihr siegreich sein, wenn ihr Mosul, Raqqa oder Sirte erobert? Selbstverst&#228;ndlich nicht. Die wahre Niederlage w&#228;re der Verlust des Kampfeswillens.&#8220; Die mit Propaganda beauftragten Kader haben sich in ihren Studios und B&#252;ros in Raqqa abgem&#252;ht, um eine Legende zu erschaffen, die andauern und k&#252;nftigen Jihadisten als Referenz dienen wird. Obwohl er anfangs einen sehr lokalisierten, territorialisierten Jihadismus unterst&#252;tzte und in einer eschatologischen Optik versuchte, einen wahrhaften Staat aufzubauen, ist der IS nun f&#252;r Jahre zu einer weltweiten T&#228;tigkeit als terroristisches und Guerillanetzwerk verurteilt (Sahelzone, Nordafrika, Sinai, Irak, Afghanistan, Philippinen&#8230;). Er hatte sich darauf vorbereitet, doch seine Zukunft ist ungewiss: Allm&#228;hliches Verschwinden zugunsten anderer Gruppen? Comeback? Namens&#228;nderung? Erstarken seines radikalen Fl&#252;gels&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-165&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;War der IS vom gem&#228;ssigten Teil der Bewegung angef&#252;hrt worden? Auf jeden (...)&#034; id=&#034;nh6-165&#034;&gt;165&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;? Verwandlung in ein haupts&#228;chlich europ&#228;isches Problem (da die westlichen Jihadisten am wenigsten an nationalen Logiken interessiert sind&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-166&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Romain Caillet in L&#8216;Invit&#233; des matins, France culture, 1. November 2017.&#034; id=&#034;nh6-166&#034;&gt;166&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;)?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das loyalistische Syrien&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Paradoxerweise haben die milit&#228;rischen Erfolge des loyalistischen Lagers ebenfalls zur Schw&#228;chung des syrischen Staates beigetragen. Abgesehen von einer wachsenden wirtschaftlichen Abh&#228;ngigkeit von Russland und dem Iran kann man auch eine &lt;i&gt;Tendenz&lt;/i&gt; hin zur Libanonisierung des Landes beobachten, d.h. eine Aufl&#246;sung der Macht zugunsten der Milizen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie zentral ist in der R&#252;ckeroberung des Territoriums, ist die der Regierung treu gebliebene syrische Armee (unter dem offiziellen Namen Armee der arabischen Republik Syrien, AAS) in Schwierigkeiten, trotz den 100&#8216;000 bis 150&#8216;000 M&#228;nnern, die sie z&#228;hlt (und wovon vielleicht etwa 50&#8216;000 einsatzf&#228;hig sind). Abgenutzt nach sechs Jahren eines sehr verlustreichen Konflikts (von den wahrscheinlich ungef&#228;hr 500&#8216;000 Toten des Konflikts sind etwa 100&#8216;000 loyalistische K&#228;mpfer) und mit Rekrutierungsschwierigkeiten k&#228;mpfend ist sie gezwungen gewesen, sich im Verlauf der Jahre immer mehr paramilit&#228;rische Gruppen und Einheiten einzuverleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dazu geh&#246;ren allen voran die lokalen Milizen und die &#8222;Volkskomitees&#8220;, die zu Beginn des Konflikts vom Pro-Assad-Lager erschaffen worden waren und innerhalb der Nationalen Verteidigungskr&#228;fte (ungef&#228;hr 100&#8216;000 Mann) vereinigt sind, sie rekrutieren haupts&#228;chlich, aber nicht nur, ethnische und religi&#246;se Minderheiten (Christen, Alawiten, Schiiten, Drusen&#8230;) und in den pal&#228;stinensischen Lagern (das machen auch die &#8222;Rebellen&#8220;). Andere Einheiten, die manchmal schon vor dem Konflikt existierten, sind mit politischen Organisationen verbunden (Baath, Syrische Soziale Nationalistische Partei oder Marxisten-Leninisten), mit sunnitischen St&#228;mmen (v.a. seit der 2017 begonnen Wiedereroberung des Ostens des Landes) oder mit dem Regime nahestehenden Gesch&#228;ftsm&#228;nnern, die sie direkt konstituiert und finanziert haben. Eine Vervielfachung von Milizen, die eine Aufl&#246;sung der hierarchischen Kontrolle und die Entwicklung von kleinkriminellen Praktiken (Pl&#252;nderung, Diebstahl, Schutzgelderpressung) zur Folge hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar innerhalb der regul&#228;ren Armee ist diese Tendenz hin zur Libanonisierung sp&#252;rbar. Um der Krise Herr zu werden, hat die syrische Armeef&#252;hrung den Offizieren vor Ort n&#228;mlich gr&#246;sseren Spielraum gegeben und die Kommandeure der Einheiten haben davon profitiert, um sich eine betr&#228;chtliche Autonomie zu verschaffen (damit ihre Selbstfinanzierung garantiert werden kann); das w&#252;rde die Schwierigkeiten und Funktionsst&#246;rungen in der Befehlskette der AAS erkl&#228;ren, wom&#246;glich gar den &#8211; taktisch wenig rentablen und politisch kontraproduktiven &#8211; Einsatz chemischer Waffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Situation wird durch die zunehmende Pr&#228;senz von ausl&#228;ndischen milit&#228;rischen Einheiten (zwischen 40&#8216;000 und 60&#8216;000 Mann) aus dem schiitischen Halbmond kompliziert, allen voran aus dem Iran, der milit&#228;rische Berater und Spezialkr&#228;fte (die Quds-Einheiten) liefert, dazu kommt jene der Hizbollah. Zu dieser Liste m&#252;ssen irakische Milizen und andere kleine Einheiten hinzugef&#252;gt werden, letztere bestehen allen voran aus afghanischen Hazara (als Fl&#252;chtlinge im Iran sind sie motiviert durch den Sold und der versprochenen Erhaltung der iranischen Nationalit&#228;t).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Inventar der Kr&#228;fte scheint beeindruckend, doch, w&#228;hrend die am wenigsten kampferprobten Einheiten ein grosses Territorium und eine Vielzahl von sekund&#228;ren Fronten kontrollieren mussten, wurden die einsatzf&#228;higsten Truppen kontinuierlich beansprucht und von einem Ende des Landes ins andere gekarrt. Ohne die Hilfe Moskaus h&#228;tten sie nicht das Gleichgewicht mit den islamistischen Armeen wiederherstellen und dann das Kr&#228;fteverh&#228;ltnis zu ihren Gunsten beeinflussen k&#246;nnen. Obwohl das russische Kontingent nominell beschr&#228;nkt ist &#8211; ungef&#228;hr 5&#8216;000 Mann, Logistiker, Instrukteure, Berater und SpezNaz (russische Spezialkr&#228;fte) eingeschlossen, und v.a. etwa f&#252;nfzig Kampfflugzeuge &#8211; wird es sich als sehr effizient erweisen (zu diesem Dispositiv kommen 3&#8216;000 Mann von privaten russischen Milit&#228;rfirmen dazu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-167&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michel Goya, &#8222;Syrie: le mod&#232;le de l&#8216;intervention russe&#8220; in DSI, Nr. 132, (...)&#034; id=&#034;nh6-167&#034;&gt;167&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In den Rebellengebieten&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sich die Niederlage der rebellischen Armee abzeichnet, interessieren sich jene Unterst&#252;tzer und Geldgeber, welche vorher ihre St&#228;rke waren, immer weniger f&#252;r sie. Die wichtigsten davon sind &#252;brigens sehr gespalten, Saudi-Arabien und VAE gegen Katar und die T&#252;rkei. Und w&#228;hrend letztere zu einer Ann&#228;herung mit Russland und sogar dem Iran tendieren, sind die beiden ersteren im Jemen-Krieg festgefahren. Die USA haben seit Anfang 2017 ihre fruchtlosen und teuren Versuche, &#8222;gem&#228;ssigte&#8220; islamistische bewaffnete Gruppen in Syrien zu konstituieren oder zu kontrollieren, ebenfalls eingestellt und sich schliesslich den Kurden der YPG zugewendet (genau wie Frankreich und Grossbritannien), die nur schwer als &#8222;Rebellen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-168&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die USA und ihr jordanischer Verb&#252;ndeter unterst&#252;tzen diese Gruppen (...)&#034; id=&#034;nh6-168&#034;&gt;168&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; klassifiziert werden k&#246;nnen und auf die wir zur&#252;ckkommen werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Gruppen &#8211; es gibt mehrere Hundert davon &#8211; &#228;ndern regelm&#228;ssig ihren Namen und gruppieren sich in nicht minder instabilen milit&#228;rischen Koalitionen. Die Gesamtheit ihrer K&#228;mpfer wurde 2016 auf zwischen 100&#8216;000 und 150&#8216;000 gesch&#228;tzt. Das K&#252;rzel FSA (Freie syrische Armee), das von einigen Dutzenden an Gruppen getragen wird, v.a. im S&#252;den des Landes, bezieht sich weder auf eine Armee, noch auf eine Koordination; es handelt sich schlichtweg um eine Etikette, die sich manchmal als n&#252;tzlich erweisen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2017 entstehen zwei m&#228;chtige Koordinationen aus dieser Unzahl an Gruppen und polarisieren sie. Einerseits die Hayat Tahrir al-Sham, die im Januar 2017 aus den &#220;berresten der Rebellengruppen der ehemaligen Nusrafront (die ehemalige syrische Filiale der Al-Qaida) entstanden ist und etwa 30&#8216;000 K&#228;mpfer z&#228;hle (davon viele ausl&#228;ndische Freiwillige), v.a. in der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens. Ihre Rivalin ist die Ahrar al-Sham, eine 2011 entstandene Koordination salafistischer Gruppen, die zwischen 10&#8216;000 und 25&#8216;000 in mehreren Provinzen zerstreute K&#228;mpfer z&#228;hle. Diese beiden Organisationen, welche die Provinz Idlib (zwei Millionen Einwohner&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-169&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die H&#228;lfte der Bewohner dieses Gebiets sind Fl&#252;chtlinge, deren Pr&#228;senz (...)&#034; id=&#034;nh6-169&#034;&gt;169&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) in eine Festung verwandelt haben, sind wahrhaftige, schwer ausger&#252;stete Armeen. Wenn sie sich verb&#252;nden, sind sie f&#228;hig, mit den Truppen von Damaskus zu rivalisieren, manchmal gar sie bez&#252;glich der Anzahl K&#228;mpfer und Material zu deklassieren (die Luftkraft ausgenommen, sie kompensiert dieses Defizit mehr oder weniger), wie z.B. w&#228;hrend der Schlacht von Aleppo (Sommer 2016) oder jener von Hama (M&#228;rz-April 2017). Doch sie sind auch f&#228;hig, sich gegenseitig um die Kontrolle der St&#228;dte und der Grenzposten mit der T&#252;rkei zu bek&#228;mpfen, d.h. um die Kontrolle des Handels, der humanit&#228;ren Hilfe und der &#8222;Abgaben&#8220;. Da die beiden Koordinationen sich ideologisch nahe stehen (die eine ist eher jihadistisch, die andere steht eher den Muslimbr&#252;dern nahe) und sie global betrachtet &#228;hnliche Ziele haben &#8211; den Aufbau eines mithilfe der Scharia regierten islamischen Regimes in Syrien &#8211;, wechseln einige Gruppen problemlos von der einen zur anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die als fiktiv betrachtete Trennung zwischen Al-Nusra und Al-Qaida tendiert dazu, zu einer Realit&#228;t zu werden &#8211; die Radikalen werfen HTS ihre Kompromisse, Zugest&#228;ndnisse und doktrinale Abweichungen vor. Der Sohn von Osama bin Laden, Hamsa, wahrscheinlich der zuk&#252;nftige Anf&#252;hrer von Al-Qaida, rief im September 2017 zum Jihad in Syrien auf, ohne die ehemalige Filiale zu erw&#228;hnen. Die Neuentstehung einer offiziellen Al-Qaida in diesem Land wird zu einer M&#246;glichkeit. Auf internationaler Ebene konnte sich diese Organisation im Schatten des IS entwickeln, letzterer zog alle Aufmerksamkeit und alle Schl&#228;ge auf sich, und sie hat mittlerweile in gewissen Regionen solide territoriale Verankerung (Sahelzone, Jemen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Region Idlib ist im Mai 2017 zu einer Deeskalationszone geworden (siehe weiter unten), russische, t&#252;rkische und iranische Puffertruppen sollten theoretisch dorthin zwischen Rebellen und Loyalisten entsendet werden; was werden die islamistischen Gruppen dazu meinen, welche aus der Region ihre Festung gemacht haben? Der T&#252;rkei w&#252;rde z.B. der Aufbau einer neuen &#8222;nationalen Armee&#8220;, rund um Ahrar al-Sham und den anderen von ihr kontrollierten Gruppen, unter der Befehlshoheit einer interimistischen Verwaltung, nicht missfallen. Was die HTS betrifft, ist es wahrscheinlich, dass sie sich syrischen oder t&#252;rkischen Truppen unterordnen werden muss oder mit ihnen konfrontiert sein wird. Seit Ende November intensivieren sich die K&#228;mpfe mit der AAS. Neue Massaker werden also f&#252;r 2018 vorbereitet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist erw&#228;hnenswert, dass die islamistischen Gruppen zwar fast vollst&#228;ndig &#252;ber das Gewaltmonopol verf&#252;gen, das jedoch nicht bedeutet, dass die Bev&#246;lkerung jener Gebiete sie unterst&#252;tzt, wo sie aktiv sind. Sie kann sich ihnen gar manchmal entgegenstellen: So haben die Bewohner mehrerer Orte der Region Idlib im Juli 2017 gegen die Anwesenheit der HTS demonstriert und verhindert, dass sie die lokale Verwaltung kontrolliert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-170&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Delphine Minoui, &#8222;Syrie: au c&#339;ur de la province d&#8216;Idlib, un fragile &#238;lot (...)&#034; id=&#034;nh6-170&#034;&gt;170&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Einwohner Syriens tr&#228;umen nicht alle von einem islamischen Staat oder einer Diktatur nach alter Schule, es gibt sogar jene, welche hoffen, es werde eine Demokratie aufgebaut, wie wir sie in Frankreich kennen. Anarchisten und R&#228;tekommunisten schliesslich existieren zwar in Syrien, man muss jedoch leider anerkennen, dass die laufenden Dynamiken in diesem Land seit f&#252;nf oder sechs Jahren kaum in ihrem Sinn sind.&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_123 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/jpg/02.carte-syrie-decembre-2017.jpeg-768x567.jpg?1689427024' width='500' height='369' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_124 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_center spip_document_center'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/jpg/01.carte-syrie-septembre-2015-copie-768x567.jpg?1689427029' width='500' height='369' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Krieg unter Freibeutern&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine kurze Rekapitulation der Entwicklung der Situation und gewisser Ereignisse, die nach der Niederschrift unseres letzten Artikels zum Thema im Juli 2016&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-171&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;, Juli 2016.&#034; id=&#034;nh6-171&#034;&gt;171&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; geschehen sind, scheint uns notwendig. Der allm&#228;hliche Zusammenbruch des Kalifats wird von einer Rivalit&#228;t der anderen anwesenden Akteure begleitet, welche sich so viel Territorium wie m&#246;glich aneignen m&#246;chten. Man kann mehrere Wettl&#228;ufe um die Eroberung dieser oder jener Ortschaft oder die Blockade der Route des anderen beobachten, sie enthalten das Risiko, dass sich mehr oder weniger kontrollierte Zusammenst&#246;sse zwischen K&#228;mpfern der rivalisierenden Armeen vervielfachen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was jedoch die Periode charakterisiert, sind die Fortf&#252;hrung und die Ausweitung eines Anfang 2016 begonnenen Prozesses der &#8222;Konfliktl&#246;sung&#8220;. Parallel zu seiner bewaffneten Intervention hat Russland tats&#228;chlich ein Vers&#246;hnungszentrum er&#246;ffnet, an das am Anfang niemand glauben wollte; es ist jedoch ein Klassiker der Aufstandsbek&#228;mpfung, die Rebellen zu spalten, indem man den gem&#228;ssigsten unter ihnen Waffenstillst&#228;nde, Reintegration und Amnestien anbietet. In diesem Rahmen wurde eine Reihe von Abkommen unterzeichnet, welche seit Jahren von den loyalistischen Kr&#228;ften belagerte Gebiete oder Ortschaften betreffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-172&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die &#252;berraschende L&#228;nge gewisser Belagerungen kann durch die (...)&#034; id=&#034;nh6-172&#034;&gt;172&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und einen pr&#228;zisen Prozess vorsehen: Zur&#252;ckgabe des Gebietes; Transferm&#246;glichkeit in ein anderes Rebellengebiet f&#252;r jene, welche es w&#252;nschen (im allgemeinen die K&#228;mpfer, ihre Familien und die politisch am meisten engagierten Personen) &#8211; ein Transfer, der unter der Aufsicht Russlands, der UNO und des Roten Halbmondes bewerkstelligt wird; Stationierung der russischen Milit&#228;rpolizei, humanit&#228;re Hilfsprogramme, Amnestie der Rebellen &#8211; Russland benutzt sein Gewicht gegen&#252;ber Damaskus, um Repression und Vergeltungsmassnahmen zu verhindern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf einer anderen Ebene machen die regelm&#228;ssig abgeschlossenen &#8211; und verletzten &#8211; Waffenstillst&#228;nde zwischen den wichtigsten kriegf&#252;hrenden Parteien ab Januar 2017 dem Friedensprozess von Astana Platz, wo, unter der Schirmherrschaft Russlands, des Irans und der T&#252;rkei, das Regime von Damaskus und gewisse auf dem Terrain aktive Rebellengruppen die L&#246;sung milit&#228;rischer und praktischer Fragen diskutieren (im Gegensatz zu den Verhandlungen in Genf, an welchen sich eine syrische Exilopposition ohne Verbindung zu den k&#228;mpfenden Gruppen beteiligt). Auch hier geht es darum, die Rebellen (wovon einige von der T&#252;rkei unterst&#252;tzt werden) zu spalten: Einerseits jene, mit welchen man verhandeln kann (Zur&#252;ckgaben von Territorium, Reintegration, Amnestien), und andererseits jene, welche von allen als Terroristen betrachtet werden. Vier rebellische Enklaven sind somit im Mai 2017 als &#8222;Deeskalationszonen&#8220; designiert worden, beispielsweise die Region von Idlib, wo sich die K&#228;mpfe allm&#228;hlich beruhigt haben. Andere lokale Abkommen komplettieren das Panorama: z.B. jenes rund um die von den YPG gehaltene, aber von prot&#252;rkischen Milizen bedrohte Stadt Tall Rifaat (die in der N&#228;he des Kantons Afrin liegt)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-173&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Syrian War Report, 7. September 2017.&#034; id=&#034;nh6-173&#034;&gt;173&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da sie von der Gesamtheit der Abkommen ausgeschlossen sind, werden die HTS und ihre Verb&#252;ndete das ganze Jahr lang von Offensiven profitieren, welche die AAS im Osten des Landes gegen den IS f&#252;hrt, um in der Region Idlib Angriffe gegen die loyalistischen Positionen in Aleppo und Hama zu lancieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein anderer Aspekt dieser Phase des Konflikts ist der Kampf im Osten zwischen Russland und den USA (repr&#228;sentiert durch die AAS einerseits, die YPG andererseits) um die Aneignung des vom IS kontrollierten Territoriums, v.a. ab seinem Zusammenbruch im Sommer 2017. W&#228;hrend Damaskus versucht, seine Autorit&#228;t wiederzuerlangen, geht es f&#252;r Washington darum, zu verhindern, dass das Regime die syrisch-irakische Grenze kontrolliert und eine Route er&#246;ffnet, die den schiitischen Halbmond Beirut-Damaskus-Bagdad-Teheran miteinander verbindet. Das Ziel der beiden Armeen ist somit die Erreichung und die Eroberung der Grenzstadt Abu Kamal&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-174&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Drei Strassenachsen verbinden Syrien und den Irak: Die erste im Norden (...)&#034; id=&#034;nh6-174&#034;&gt;174&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Relativ gesehen hat man diese Situation mit dem Rennen um Berlin, Prag und Wien zwischen den Alliierten 1945 vergleichen k&#246;nnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-175&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Danyves, &#8222;L&#8216;Est syrien, enjeu v&#233;ritable des quatri&#232;mes n&#233;gociations (...)&#034; id=&#034;nh6-175&#034;&gt;175&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Doch damals hatten sich Russen, Amerikaner und Engl&#228;nder &#252;ber Besatzungs- und Einflusszonen verst&#228;ndigt; das ist vielleicht heute in Syrien nicht der Fall, doch ein Minimum an Verst&#228;ndigung wird notwendig sein, um zu verhindern, dass sich die unvermeidbaren Zusammenst&#246;sse w&#228;hrend dem Aufeinandertreffen von AAS und YPG in einen offenen Konflikt verwandeln. Das Risiko ist umso gr&#246;sser, als dass jedes Lager Hilfsmilizen benutzt, die f&#252;r ihre Disziplinlosigkeit bekannt sind, und die Sprache der Bombenangriffe benutzt, um dem anderen Lager die roten Linien aufzuzeigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die USA unternahmen einen ersten Versuch vom S&#252;den herkommend im Juni 2017: Nachdem in Jordanien mehrere Rebellengruppen konstituiert und bewaffnet wurden, wurden sie losgeschickt, um aus Al-Tanf kommend Abu Kamal zu erobern; trotz der Unterst&#252;tzung amerikanischer, britischer und norwegischer (!) Spezialkr&#228;fte wurden diese Gruppen durch den Fortschritt der AAS blockiert. In Anbetracht dieser Niederlage &#228;ndern die USA definitiv ihre Taktik und optieren f&#252;r die Benutzung der YPG/DKS, um diese ber&#252;hmte Stadt vom Norden herkommend, vom linken Ufer des Euphrats aus zu erreichen (wir werden die Frage der Rolle der kurdischen Kr&#228;fte im n&#228;chsten Kapitel ausf&#252;hrlicher diskutieren). Dieses Rennen um die Eroberung von Abu Kamal wird schliesslich im November vom syrischen Regime dank einer gemeinsamen Operation der AAS und aus dem Irak gekommenen schiitischen Milizen gewonnen. Die Eroberung dieser Stadt, die letzte, welche der IS hielt (sei es in Syrien oder im Irak), ist auch gleichbedeutend mit dem Scheitern des amerikanischen Projekts.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Rojava hat &#220;bergewicht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine der grossen Gewinnerinnen des syrischen Konflikts ist freilich die PYD (der syrische Arm der PKK). Die Truppen dieser kurdischen Partei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-176&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ist es notwendig, zu pr&#228;zisieren, dass, wenn man von den Handlungen einer (...)&#034; id=&#034;nh6-176&#034;&gt;176&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, die YPG, kontrollieren mittlerweile, Ende 2017, rund ein Viertel Syriens; einige ihrer K&#228;mpfer halten heute mehr als 200 km von den kurdischen Siedlungsgebieten entfernt Wache. Entwickelt sich die &#8222;libert&#228;re&#8220; Erfahrung Rojavas im gleichen Rhythmus wie seine leichte Infanterie?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Dark Victory in Raqqa&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der extrem mediatisierte Fall der Kalifatshauptstadt hat den Homepages der Aktivisten allerdings nicht wirklich in den Kram gepasst. Wir sind weit entfernt von den lyrischen Lobges&#228;ngen im Herbst 2014 w&#228;hrend der Schlacht von Koban&#234; und das hat einen Grund.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Wort &lt;i&gt;Befreiung&lt;/i&gt; ist f&#252;r einige sogar etwas &#252;bertrieben in Bezug auf Raqqa. Nach vier Jahren heftiger K&#228;mpfe und schwerer Luftangriffe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-177&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wahrscheinlich ist es der Einsatz von chemischen Waffen durch Damaskus, (...)&#034; id=&#034;nh6-177&#034;&gt;177&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist die Stadt praktisch zerst&#246;rt, vier F&#252;nftel davon sind unbewohnbar und von den urspr&#252;nglich 300&#8216;000 Einwohnern ist keiner mehr &#252;brig&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-178&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Luke Mogelson, &#8222;Dark Victory in Raqqa&#8220; in The New Yorker, 6. November 2017.&#034; id=&#034;nh6-178&#034;&gt;178&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Einwohner, genau wie jene der Ortschaften rund um die Stadt, welche vor den K&#228;mpfen geflohen sind, sind nun auf den Strassen oder in Fl&#252;chtlingslagern. Nach langen Verhandlungen zwischen den YPG, der amerikanischen Armee und dem IS (via lokalen Notabeln und Stammesanf&#252;hrern) waren die einigen Tausend &#220;berlebenden aus dem belagerten Stadtzentrum evakuiert worden, das gleiche gilt f&#252;r die letzten K&#228;mpfer und ihre Familien, welche in die Hochburgen des Kalifats zur&#252;ckkehren konnten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-179&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese Art von Abkommen ist von einer grossen Banalit&#228;t im syrischen (...)&#034; id=&#034;nh6-179&#034;&gt;179&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch man muss anerkennen, dass viele Einwohner auch vor der neuen sich abzeichnenden &#8222;Besatzung&#8220; geflohen sind, jene der YPG, welche &lt;i&gt;in dieser Region&lt;/i&gt; einen &#252;beraus schlechten &lt;i&gt;Ruf&lt;/i&gt; haben und mit ethnischer S&#228;uberung, Machtmissbrauch, Rassismus, obligatorischem Milit&#228;rdienst (auch f&#252;r Frauen), usw. assoziiert werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-180&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Antoine Hasday, &#8222;&#192; Raqqa, les tribus arabes accepteront-elles un pouvoir (...)&#034; id=&#034;nh6-180&#034;&gt;180&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dieser Ruf wird von gewissen St&#228;mmen der Region gepflegt, sie sind entweder dem Regime von Damaskus treu geblieben oder haben dem IS die Treue geschworen &#8211; St&#228;mme und Familien sind ob solchen Fragen h&#228;ufig gespalten &#8211; und sie sind den Kurden immer noch zutiefst feindlich gesinnt &#8211; obwohl das grundlegende Problem eine Rivalit&#228;t um den Kauf der fruchtbaren landwirtschaftlichen Nutzfl&#228;chen der Region ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-181&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Andrew J. Tabler, &#8222;Eyeign Raqqa. A Tale of Four Tribes&#8221; in The Washington (...)&#034; id=&#034;nh6-181&#034;&gt;181&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die seri&#246;sesten Scheichs, welchen solche niederen Betrachtungen fernliegen, wissen, dass die Farbe der Uniformen nicht wirklich z&#228;hlt, wichtig ist einzig, dass Ruhe und Sicherheit anhalten und wieder Gesch&#228;fte gemacht werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schaffen wir zwei, drei, viele Kantone&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber nehmen wir den Faden wieder auf. Seit der Schlacht von Koban&#234; 2014, gleichbedeutend mit dem Ende des Fortschritts des IS, haben die YPG bedeutende, zuvor vom IS, islamistischen Gruppen oder der FSA kontrollierte Territorien an sich gerissen, weit mehr als urspr&#252;nglich geplant. Ihr Hauptziel war es, eine territoriale Kontinuit&#228;t zwischen den drei kurdischen Siedlungsgebieten im Norden Syriens zu schaffen, den &#8222;Kantonen&#8220; Ciz&#238;r&#234;, Koban&#234; und Afrin; was die Eroberung von den sie trennenden, mehrheitlich von Arabern besiedelten Gebieten implizierte. Ein Plan, der von der T&#252;rkei durchkreuzt worden ist, sie kontrolliert seit August 2016 eines der Territorien mithilfe von islamistischen Gruppen. Es ist erw&#228;hnenswert, dass einige Gebiete, besonders &#246;stlich von Afrin, im Februar 2016 in Zusammenarbeit mit der AAS erobert worden sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2015 werden unter der Schirmherrschaft der USA die Demokratischen Kr&#228;fte Syriens (DKS) geschaffen, eine milit&#228;rische Koalition, welche die R&#252;ckeroberung von vom IS gehaltenen Regionen erleichtern soll, wo die Kurden in der Minderheit oder inexistent sind; zu diesem Zweck werden den YPG mehrere arabische bewaffnete Gruppen anvertraut. Der von da an bedeutende territoriale Fortschritt der DKS w&#228;re ohne die Unterst&#252;tzung der USA nicht m&#246;glich gewesen: logistische Hilfe, Waffenlieferungen, Ausbildung, Unterst&#252;tzung durch Spezial- und Luftkr&#228;fte. Die Stationierung von Bodentruppen Seite an Seite mit den YPG bleibt trotzdem ziemlich bescheiden und diskret; obwohl mehrere amerikanische St&#252;tzpunkte in Rojava aufgebaut worden sind, sind es v.a. Operationsst&#252;tzpunkte, nur zwei davon sind strategisch und haben Landepisten f&#252;r Grossraumflugzeuge&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-182&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Juli 2017 versuchte die T&#252;rkei, Washington zu st&#246;ren, indem sie durch (...)&#034; id=&#034;nh6-182&#034;&gt;182&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Anzahl der K&#228;mpfer in den Spezialkr&#228;ften der YPG-DKS ist allm&#228;hlich gestiegen und hat sich bei 900 stabilisiert (dazu kommen die franz&#246;sischen und britischen Milit&#228;rkr&#228;fte). Schwereres Gesch&#252;tz hat das Dispositiv komplettiert: eine gepanzerte Rangereinheit, Anfang 2017 in der Gegend von Manbidsch stationiert (eine arabische Stadt, die von den YPG erobert worden ist), damit sie nicht mehr von den T&#252;rken bedroht werden kann; Marineeinheiten (Pionier- und Artillerietruppen im Rahmen der Offensive gegen Raqqa&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-183&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alexandre Alati, &#8222;Objectif Raqqa. Les moyens d&#8216;appui US en Syrie&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh6-183&#034;&gt;183&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Im Mai 2017 erlaubte Trump auch die Lieferung von schwerem Gesch&#252;tz an die YPG, z.B. etliche gepanzerte Fahrzeuge zum Transport von (Pionier-)Truppen (milit&#228;risches Material, das zuvor arabischen Einheiten der DKS vorbehalten war, um Ankara nicht zu provozieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-184&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Laurent Lagenau, &#8222;Le pr&#233;sident Trump approuve la livraison d&#8216;armes aux (...)&#034; id=&#034;nh6-184&#034;&gt;184&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Die YPG verf&#252;gen mittlerweile &#252;ber ein breites Spektrum an amerikanischen, russischen und franz&#246;sischen Panzerabwehrflugk&#246;rpern, die theoretisch von diesen Waffenlieferungen ausgeschlossen sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Austausch zu dieser Unterst&#252;tzung, welche ihr erlaubt, ihre eigenen Ziele zu erreichen, hat die PYD akzeptiert, die ber&#252;hmten &#8222;Bodentruppen&#8220; zur Verf&#252;gung zu stellen, welche den USA dermassen fehlten; sie waren daf&#252;r verantwortlich, Raqqa zu erobern und die Verkehrsachse Beirut-Damaskus-Bagdad-Teheran zu unterbrechen. Diese Operation war letztendlich gescheitert f&#252;r die amerikanische Strategie, aber erlaubte es trotzdem den YPG-DKS, das ganze Nordufer des Euphrats zu erobern und als nicht vernachl&#228;ssigbare Beute mehrere syrische Gas- und &#214;lfelder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Damaskuserlebnis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese neue Situation kompliziert selbstverst&#228;ndlich die Beziehungen zwischen der PYD und der syrischen Regierung. Es sollte daran erinnert werden, dass die Partei nicht die Unabh&#228;ngigkeit Kurdistans in Syrien fordert, sondern nur den Aufbau im Rahmen des bestehenden syrischen Staates einer f&#246;deralistischen Funktionsweise mit einer grossen Autonomie f&#252;r die Regionen. Was auch immer die ausgehandelten Abkommen von 2011 sein m&#246;gen &#8211; und was auch immer man davon halten mag &#8211;, so war es doch f&#252;r Rojava immer notwendig, gute Beziehungen zu Damaskus zu unterhalten, sei es nur aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden, zumindest durch Handelswege in der Luft oder, seit es wieder m&#246;glich ist, am Boden. Wenn z.B. das im Kanton Ciz&#238;r&#234; extrahierte Erd&#246;l zum Teil kleinindustriell raffiniert wird, so wird doch ein grosser Teil verkauft an die Regierung in Damaskus, die im Gegenzug der PYD Treibstoff verkauft. Diese Abkommen erlauben auch die Erschliessung des Kantons Afrin und, durch die loyalistischen Gebiete, eine Strassenverbindung mit den anderen Kantonen (auch f&#252;r die milit&#228;rischen Konvois der YPG).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige franz&#246;sische Kommentatoren und Aktivisten wollen lieber nicht dar&#252;ber sprechen, sie versuchen stattdessen die Existenz einer Animosit&#228;t zwischen Damaskus und Rojava aufzuzeigen, indem sie den Fokus auf die &lt;i&gt;einige Tage&lt;/i&gt; andauernden Zusammenst&#246;sse zwischen den loyalistischen Kr&#228;ften und den YPG in den von letzteren umzingelten St&#228;dten lenken (Spannungen, die schnell dank russischer Vermittlung abgebaut worden sind). Sie verschweigen die befriedete Koexistenz, welche die beiden Armeen &lt;i&gt;seit Jahren&lt;/i&gt; verbindet (manchmal innerhalb einer gleichen Stadt) &#8211; und zudem ihre enge Zusammenarbeit w&#228;hrend verschiedenen wichtigen Zeitpunkten, besonders die R&#252;ckeroberung der &#246;stlichen Quartiere Aleppos&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-185&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Schliessung des Azaz-Korridors im Februar 2016 durch eine gemeinsame (...)&#034; id=&#034;nh6-185&#034;&gt;185&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, welche das Misstrauen vieler &#8222;Rebellen&#8220; gegen&#252;ber den YPG durchaus erkl&#228;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzdem, und logischerweise, war das Zusammentreffen von AAS und DKS entlang des Euphrats und zu Ungunsten des IS im Herbst 2017 von mehreren Zusammenst&#246;ssen gepr&#228;gt, welche durch die Achtsamkeit der USA und Russland folgenlos geblieben sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Und welche Zukunft?&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Verlauf des Jahres 2017 haben die USA eine St&#228;rkung der arabischen Komponente der DKS unterst&#252;tzt, indem arabische Rekruten in die YPG aufgenommen, doch auch indem diverse gegen Assad gerichtete Kr&#228;fte im Nordosten in die DKS eingegliedert worden sind: Einheiten, welche das Etikett FSA behalten, kleine islamistische Milizen (auch ehemalige Verb&#252;ndete des syrischen Arms der Al-Qaida) und bewaffnete Gruppen gewisser St&#228;mme. Die DKS z&#228;hlen also im Herbst 2017 ungef&#228;hr 80&#8216;000 K&#228;mpfer, davon 60&#8216;000 der YPG (wovon ein Drittel Frauen sind&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-186&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;K&#228;mpferinnen, die manchmal innerhalb spezifischer Einheiten gruppiert (...)&#034; id=&#034;nh6-186&#034;&gt;186&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Man sieht, dass die kurdische Komponente, obwohl sie mechanisch an Bedeutung verliert, doch zentral bleibt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Situation ist komplexer auf dem politischen Terrain, denn die milit&#228;rischen Siege der YPG und die territoriale Ausdehnung Rojavas bringen auch gewisse Probleme. Obwohl die PYD in den drei urspr&#252;nglichen, mehrheitlich kurdischen Kantonen n&#228;mlich die politische B&#252;hne beherrschen kann &#8211; indem sie sich auf einige kleinere Verb&#252;ndete und eine Vielzahl unter ihrer Kontrolle stehende Vereine st&#252;tzt und indem sie das Monopol zur Bewaffnung beh&#228;lt &#8211;, so sieht die Situation in den gemischten oder mehrheitlich von Arabern besiedelten Gebieten anders aus. Die PYD muss sich ihren neuen Verb&#252;ndeten anpassen: Obwohl einige ans westliche Modell der Demokratie glauben, so sind doch andere Anh&#228;nger einer Funktionsweise und einer Ethik, die kaum libert&#228;r sind&#8230; Die in gewissen arabischen St&#228;dten, in entv&#246;lkerten Ruinen wie Tabqa und Raqqa eingef&#252;hrten Institutionen mussten also Notabeln und Stammesanf&#252;hrern einen wichtigen Platz einr&#228;umen (manchmal waren sie einige Tage zuvor noch mit dem IS verb&#252;ndet), doch haben auch den einen oder anderen entt&#228;uscht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-187&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Syrian Kurds Face Fresh Test Ruling Arab Regions after Isis&#8220; in Financial (...)&#034; id=&#034;nh6-187&#034;&gt;187&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Andere Komplikation: Obwohl Ende 2016 der Name Rojava (&#8222;westliches Kurdistan&#8220; auf kurdisch) aufgegeben und mit jenem der &#8222;Demokratischen F&#246;deration Nordsyrien&#8220; ersetzt worden ist, um die arabischen Minderheiten nicht zu provozieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-188&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wird das Wort &#8222;Rojava&#8220; gar nur im Westen gebraucht? Der Eid der (...)&#034; id=&#034;nh6-188&#034;&gt;188&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, hat die territoriale Ausdehnung auch die demographische Zusammensetzung dieser Verwaltungseinheit modifiziert und die Kurden sind wahrscheinlich nicht mehr in der Mehrheit. Aufgrund der j&#252;ngsten K&#228;mpfe, welche etliche Ortschaften entv&#246;lkert haben, ist es unm&#246;glich, zu wissen, wie viele Einwohner heute auf diesem Territorium &#252;berleben, doch verst&#228;ndlich, wieso die R&#252;ckkehr der Fl&#252;chtlinge mittlerweile einen politischen Streitgegenstand darstellt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-189&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fabrice Balanche, &#8222;Un Kurdistan ind&#233;pendant peut-il vraiment &#233;merger du (...)&#034; id=&#034;nh6-189&#034;&gt;189&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die K&#228;mpfer der YPG sind also in einer zumindest ungem&#252;tlichen Situation&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-190&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Im Oktober f&#252;hrte das gegen die Einwohner von Raqqa ausgesprochene Verbot, (...)&#034; id=&#034;nh6-190&#034;&gt;190&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&#8230; Umso mehr, weil noch eine andere Frage hinzukommt, jene des obligatorischen Milit&#228;rdienstes, neun bis zehn Monate f&#252;r mindestens ein Mitglied jeder Familie. Diese Dienstpflicht gab es bereits in den kurdischen Kantonen, sie dehnt sich 2017 allm&#228;hlich auf die anderen von den YPG kontrollierten Regionen aus: Die Armeef&#252;hrung hat n&#228;mlich angek&#252;ndigt, dass sie bis Ende Jahr die symbolische Zahl von 100&#8216;000 K&#228;mpfern erreicht haben m&#246;chte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-191&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tom Perry, &#8222;Syrian Kurdish YPG Aims to Expand Force to over 100'000&#8221; in (...)&#034; id=&#034;nh6-191&#034;&gt;191&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die YPG gliedern also immer mehr junge Araber ein, viele davon haben an den K&#228;mpfen in Raqqa teilgenommen &#8211; die Betreuung und die Offiziere bleiben nat&#252;rlich kurdisch. Im November kam es zu Demonstrationen gegen die Wehrpflicht rund um die St&#228;dte Tabqa und Manbidsch, begleitet von einem H&#228;ndlerstreik, Ereignisse, welche von den YPG als Manipulationen des t&#252;rkischen respektive syrischen Geheimdienstes bezeichnet werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-192&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wenn in Frankreich wie in den 1970er und 1980er Jahren eine antimilitaristischer&#034; id=&#034;nh6-192&#034;&gt;192&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die j&#252;ngere Geschichte hat uns gezeigt, dass eine Armee, welche die Demokratie in ein Territorium bringt, ohne formell eingeladen worden zu sein, f&#252;r die Bev&#246;lkerung schnell zu einer Besatzungsarmee werden kann. Das k&#246;nnte den YPG in den mehrheitlich arabischen Gebieten geschehen. Schon jetzt nutzt Ankara seinen Einfluss in der Region und unterst&#252;tzt arabische Protestbewegungen gegen die kurdische Beh&#246;rde, welche sich durchaus in einer nahen Zukunft in eine islamistische Guerilla und Attentate verwandeln k&#246;nnten. Es ist also wahrscheinlich, dass sich die PYD allm&#228;hlich in die kurdisch besiedelten Gebiete zur&#252;ckziehen und gewisse St&#228;dte (sowie die wichtigsten &#214;lfelder) den Beh&#246;rden von Damaskus oder einer unter amerikanischer Schirmherrschaft stehenden Interimsverwaltung zur&#252;ckgeben muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wird Rojava unter diesen Umst&#228;nden in den n&#228;chsten Jahren aussehen? Man kann wohl beruhigt sein, denn die Lieferung von Waffen und Panzern war wahrscheinlich nur ein Teil des abgeschlossenen Gesch&#228;fts; Washington hat sich h&#246;chstwahrscheinlich engagiert, einen F&#246;deralisierungsprozess Syriens und die Konstitution einer kurdischen Region zu unterst&#252;tzen, somit eine milit&#228;rische Pr&#228;senz in der Region aufrechtzuerhalten, mag sie auch nur symbolisch sein. Doch wie lange? Denn ohne Schutzpatron w&#228;re Rojava in einer schwierigen Situation, eingeklemmt zwischen Damaskus und Ankara. Ausser es wird Ersatz gefunden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-193&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige erw&#228;hnen Saudi-Arabien, unter der Bedingung, dass die YPG ein (...)&#034; id=&#034;nh6-193&#034;&gt;193&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Russland ist schliesslich auch da, unterst&#252;tzt ebenfalls die f&#246;derale Vision der PYD, stellt den Kanton Afrin unter seinen Schutz (indem es Panzer seiner Milit&#228;rpolizei dort stationiert) und &#252;bernimmt Vermittlungsdienste mit der Regierung in Damaskus. Doch es bleibt v.a. verb&#252;ndet mit derselben. Der Schaffung eines f&#246;deralen Syriens und einer Region im Norden im Genuss einer grossen Autonomie ist wom&#246;glich auf gutem Weg &#8211; die Situation d&#252;rfte schliesslich &#228;hnlich herauskommen wie im irakischen Kurdistan. Das dort herrschende politische Regime wird wahrscheinlich noch lange weit entfernt von westlichen Schemata sein, aber noch weiter entfernt von einer &#8222;libert&#228;ren Utopie&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Und welche Gesellschaft&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der westlichen linksradikalen Szene m&#252;ssen sogar die letzten Bewunderer &#8222;der libert&#228;ren Utopie&#8220; Rojavas &#8222;den staatlichen Aspekt&#8220; dieser &#8222;Erfahrung&#8220;, ihre &#8222;protostaatlichen Institutionen&#8220;, das Gewicht der PYD, die obligatorische Wehrpflicht, den Personenkult, den Respekt des Privateigentums usw. anerkennen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-194&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220; in Le Comptoir, 20. Oktober 2017.&#034; id=&#034;nh6-194&#034;&gt;194&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sie hegen trotzdem immer noch die Hoffnung, dass die Situation sich mit der Zeit positiv entwickeln kann. W&#228;hrend darauf gewartet wird, wird viel von &lt;i&gt;Kommunen&lt;/i&gt; gesprochen, welche die PYD in den D&#246;rfern und Quartieren aufbaut. Sie haben jedoch nicht viel mit Arbeiterr&#228;ten zu tun, sie sind v.a. Quartierr&#228;te mit beschr&#228;nkter Macht, konsultativ und der Rolle einer ersten juristischen Vermittlungsinstanz. Die restliche politische und administrative Funktionsweise, die scheinbar sehr b&#252;rokratisch sein soll, ist jedoch von den westlichen demokratischen Institutionen inspiriert &#8211; was tats&#228;chlich in Syrien eine Neuheit darstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Regime in Rojava proklamiert auch seinen &#8222;Willen, eine Organisationsform der Gesellschaft zu verteidigen, welche die Gleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen und die sprachliche Diversit&#228;t respektiert&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-195&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Groupe d'amiti&#233; France-Syrie du S&#233;nat, &#8222;Entretien avec M. Khaled Issa, (...)&#034; id=&#034;nh6-195&#034;&gt;195&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und &#8222;eine br&#252;derliche, demokratische, &#246;kologische und emanzipatorische Gesellschaft f&#252;r alle ohne Unterscheidung zwischen Geschlechterrollen, Ethnien oder Konfessionen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-196&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Seite &#8222;Le contrat social&#8220; auf der Homepage der Repr&#228;sentation Rojavas in (...)&#034; id=&#034;nh6-196&#034;&gt;196&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Das ist sch&#246;n und gut, genau wie die Einf&#252;hrung der Gleichheit zwischen M&#228;nnern und Frauen in allen Bereichen. Doch ist es nicht ein bisschen &#252;bertrieben, diese Prinzipien als &#8222;revolution&#228;r&#8220; zu bezeichnen? Und, wenn pr&#228;zisiert wird &#8222;f&#252;r patriarchale Gesellschaften&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-197&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220;, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-197&#034;&gt;197&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, muss man verstehen &#8222;f&#252;r diese Leute dort&#8220;? Denn wir sehen nicht sehr gut, weshalb &#8222;Revolution&#228;re&#8220; einen solchen Prozess unterst&#252;tzen und beweihr&#228;uchern sollten, ausser man glaubt in einem umgekehrten orientalistischen Elan, dass das &lt;i&gt;f&#252;r sie&lt;/i&gt; sehr gut ist, oder, dass (vielleicht nach den j&#252;ngsten theoretischen Entdeckungen) der Aufbau einer parlamentarischen Demokratie nach westlichem Modell mittlerweile eine unausweichliche Etappe auf dem Weg zu einer k&#252;nftigen sozialen Revolution darstellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl 2014 eine Verwirrung noch m&#246;glich war, ist es unverst&#228;ndlich wie einige 2017 in Rojava eine &#8222;revolution&#228;re&#8220; und &#8222;libert&#228;re&#8220; Erfahrung, ja gar eine der &#8222;Selbstverwaltung&#8220; wahrnehmen. Wir werden nicht weiter dar&#252;ber sprechen. Das Wort &#8222;Revolution&#8220; ist in der g&#228;ngigen Sprache weitgehend abgenutzt worden und hat keinen pr&#228;zisen politischen Sinn mehr. Es scheint, dass nun das gleiche in den linksradikalen oder anarchistischen Milieus geschieht, wo dieses Wort immer h&#228;ufiger ein Synonym ist f&#252;r eine &lt;i&gt;Evolution&lt;/i&gt; in Richtung mehr Demokratie. Wenn wir neben den Schlachten auch noch die Worte verlieren, schrumpft die Utopie selbst.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Im Irak, zur&#252;ck auf Feld eins?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die im Oktober 2016 lancierte Schlacht zur Wiedereroberung der Stadt Mosul vom IS endete offiziell im Juli 2017, sie war verantwortlich f&#252;r sehr schwere Verluste in den Reihen der irakischen Streitkr&#228;fte, Zehntausende von Toten, und wahrscheinlich gleich vielen unter den Zivilisten. Zwei Drittel der 1.5 Millionen Einwohner sind vor den K&#228;mpfen und den Bombenangriffen geflohen. Von einem humanit&#228;ren Standpunkt aus betrachtet steht diese Schlacht jener von Aleppo in nichts nach. Der Rest des Landes ist nach heftigen K&#228;mpfen allm&#228;hlich von einer &#8211; nach dem Debakel von 2014 &#8211; rekonstituierten irakischen Armee und einer Unmenge von Milizen zur&#252;ckerobert worden. Die dynamischsten letzterer sind die Haschd al-Shaabi, die &#8222;Volksmobilmachungskr&#228;fte&#8220;: eine Koalition von Dutzenden mehrheitlich schiitischer Milizen (mit einigen sunnitischen oder christlichen Ausnahmen). Obwohl einige am Kampf gegen die amerikanische Invasion nach 2003 beteiligt waren, wurden die meisten im Sommer 2014 gebildet, nach einer vom grossen Ayatollah Ali al-Sistani lancierten Fatwa. W&#228;hrend die regul&#228;re Armee mit Rekrutierungsschwierigkeiten konfrontiert ist, haben sich Tausende Freiwillige den Volksmobilmachungskr&#228;ften angeschlossen, haupts&#228;chlich junge Arbeitslose. Bestehend aus 100&#8216;000 Mann waren sie an allen K&#228;mpfen beteiligt, auch in den sunnitischen Gebieten und Ortschaften (ausser innerhalb von Mosul).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl sie grosse Unterst&#252;tzung vom Iran geniessen, gibt es in den Volksmobilmachungskr&#228;ften keine politische Einheit, h&#246;chstens einen starken irakischen Nationalismus, und sie sind in mehrere Fraktionen gespalten, deren Anf&#252;hrer in der Zukunft gewiss eine politische Rolle spielen werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-198&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Milices chiites, principale menace de l&#8216;apr&#232;s-Daech?&#8220; in Cultures monde, (...)&#034; id=&#034;nh6-198&#034;&gt;198&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Obwohl einige, wie der schiitische Anf&#252;hrer Moktada al-Sadr (der die Unterst&#252;tzung der sunnitischen Bev&#246;lkerungen erlangen m&#246;chte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-199&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Es w&#252;rde darum gehen, den Einfluss des Irans zu beschr&#228;nken, und sich (...)&#034; id=&#034;nh6-199&#034;&gt;199&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), dazu aufgerufen haben, ist es unwahrscheinlich, dass sie zerschlagen werden, sei es nur, weil sie seit drei Jahren eine Einkommensquelle f&#252;r Zehntausende schiitischer Familien sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele dachten, dass das irakische Kurdistan siegreich aus jenem Konflikt hervorgehen w&#252;rde, welcher es ihm erlaubt hatte, die Kontrolle &#252;ber von der irakischen Armee 2014 verlassene oder vom IS zur&#252;ckeroberte Gebiete zu &#252;bernehmen, besonders Kirkuk und seine &#214;lreserven. Dabei vergass man, dass diese Region zwischen zwei rivalisierenden Clans gespalten ist (der eine ist mit Ankara verbunden, der andere schaut nach Teheran) und Korruption und Vetternwirtschaft allgegenw&#228;rtig sind, die Konsequenzen einer auf der &#214;lrente basierenden Wirtschaft. Das Unabh&#228;ngigkeitsreferendum im September 2017 war wahrscheinlich ein Mittel, um den Einsatz gegen&#252;ber Bagdads zu erh&#246;hen, doch es war mit einer einhelligen internationalen Feindseligkeit konfrontiert: Sie war gr&#252;nes Licht f&#252;r die Volksmobilmachungskr&#228;fte, die nur einige Tage brauchten, um erneut die Kontrolle &#252;ber die umk&#228;mpften Gebiete zu &#252;bernehmen &#8211; der Zerfall der aufgedunsenen Peschmergas war f&#252;r Kurdistan gleichbedeutend mit dem Verlust von 50% seiner &#214;leinkommen und der Verlegung der Unabh&#228;ngigkeit auf den Sankt-Nimmerleins-Tag.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ist der Irak zum Status quo ante 2013 zur&#252;ckgekehrt &#8211; zur Herrschaft der arroganten Schiiten und der Marginalisierung der Sunniten &#8211;, jener, welcher vor der Geburt und des Erfolgs des IS vorgeherrscht hatte? Viel fehlt nicht. Ausser, dass die geschw&#228;chten Kurden dieses Ungleichgewicht nicht mehr werden ausgleichen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass die schiitische Macht, zus&#228;tzlich zur amerikanischen Unterst&#252;tzung, mittlerweile &#252;ber eine starke Unterst&#252;tzung Teherans und, in einem geringerem Ausmass, Moskaus verf&#252;gt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass das Land nie dermassen vom Krieg zerst&#246;rt war (Hunderte Milliarden Dollar seien notwendig f&#252;r seinen Wiederaufbau, eine Milliarde alleine f&#252;r die Stadt Mosul).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass das Land immer noch &#252;ber viel Erd&#246;l verf&#252;gt, das vor der Episode des Kalifats zu 60% nach Asien, zu 20% nach Amerika und zu 20% nach Europa exportiert worden war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen auch von der Tatsache, dass jetzt schon sunnitische islamistische Gruppen angek&#252;ndigt haben, dass sie einen Guerillakrieg gegen die amerikanischen Truppen und die Armee Bagdads f&#252;hren werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Wiederaufbau Syriens&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein grosser Teil Syriens ist eine einzige Ruine und seine Wirtschaft, die sich in einem desastr&#246;sen Zustand befindet, habe einen Sprung 30 Jahre nach hinten gemacht, mit einem um 55% geschrumpften BIP zwischen 2010 und 2015 und einem industriellen Sektor, der wegen Zerst&#246;rungen und Diebst&#228;hlen um 50% geschrumpft ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-200&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe das Kapitel &#8222;Eine Wirtschaft in Fetzen&#8220; in &#8222;Kalifat und Barbarei: (...)&#034; id=&#034;nh6-200&#034;&gt;200&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Wiederaufbau des Landes w&#252;rde Hunderte Milliarden Dollar kosten. Zerst&#246;rt oder besch&#228;digt, alles muss wiederaufgebaut werden &#8211; zwei Millionen Wohnungen, Tausende Schulen, Dutzende Spit&#228;ler, Strassen, Wasser- und Stromversorgung usw.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch nur weil ein Land oder eine Region eine einzige Ruine ist, bedeutet das nicht, dass es oder sie wiederaufgebaut werden &lt;i&gt;muss&lt;/i&gt;. Und von wem? Weshalb? Die syrische Regierung wird es nicht aus Grossz&#252;gigkeit tun, sie braucht den Wiederaufbau, um ihre Macht und einen Anschein von sozialem Frieden wiederzuerlangen, und jene Regionen, welche sich ihr gegen&#252;ber am feindlichsten gezeigt haben, werden nicht in den Genuss einer priorit&#228;ren Aufmerksamkeit kommen. Die &#228;usseren Kriegsteilnehmer sind auch nicht viel philanthropischer, man sieht es gut in Raqqa: Die westliche Luftwaffe hat die Stadt in Schutt und Asche gelegt und die YPG haben sie erobert; aber wer wird bezahlen, sei es nur, um die Wasser- und Stromversorgung wiederaufzubauen? (Das ist umso weniger klar, als dass man nicht weiss, wer die Stadt in einem Jahr kontrollieren wird.)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Idee eines weitreichenden Wiederaufbaus wird f&#252;r die syrische Regierung erst mit der russischen Intervention im September 2015 wirklich glaubw&#252;rdig. Denn man versteht allerseits, dass diese Macht, mit oder ohne Assad, nicht verschwinden wird; die Eroberung der Ostquartiere Aleppos im Dezember 2016 hat es den Skeptikern best&#228;tigt. F&#252;r jene, welche dem Regime nahestehen und sich dank der Kriegswirtschaft bereichert haben, geht es darum, die R&#252;ckkehr zum Frieden vorzubereiten, d.h. erneut gew&#246;hnliche Gesch&#228;fte zu machen &#8211; einige sehen in diesem Ruinenfeld die Gelegenheit, die vor 2011 lancierten liberalen Reformen weiterzuf&#252;hren. In dieser Perspektive hat der syrische Staat gesetzliche Anpassungen vorgenommen, welche die &#246;ffentlich-private Partnerschaft und die Privatisierungen beg&#252;nstigen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-201&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Benjamin Barthe, &#8222;Reconstruction en Syrie : les entreprises acquises au (...)&#034; id=&#034;nh6-201&#034;&gt;201&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es geht auch darum, die syrischen Chefs, welche ihre T&#228;tigkeiten zu Beginn des Konflikts in andere L&#228;nder der Region verlegt haben, zur R&#252;ckkehr zu bewegen, besonders die Textilindustriellen, welche gegenw&#228;rtig &#228;gyptische Arbeitskraft ausbeuten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-202&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#196;gypten will nicht, dass diese Investoren das Land verlassen und hat den (...)&#034; id=&#034;nh6-202&#034;&gt;202&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das frappierendste Anzeichen dieses sich abzeichnenden Wiederaufbaus, welcher nur die Verl&#228;ngerung der Vorkriegszeit mit anderen Mitteln ist, ist jenes der Stadtplanung: Man sieht spektakul&#228;re Projekte aufbl&#252;hen, welche manchmal nur aufgew&#228;rmte Varianten von schon vor dem Konflikt bestehenden Pl&#228;nen sind, sie hatten damals bereits zur Unzufriedenheit der Bev&#246;lkerung beigetragen, wie z.B. der Traum des B&#252;rgermeisters von Homs, seine Stadt in ein Las Vegas des Orients zu verwandeln. Es geht einerseits darum, die besch&#228;digten Stadtzentren zu renovieren, andererseits, wie es am h&#228;ufigsten der Fall ist, die weitl&#228;ufigen &#8222;informellen Quartiere&#8220; der Peripherien zu restrukturieren, wo das aus dem Umland gekommene Proletariat logierte und die Revolte 2011 begonnen hat. Viele dieser Quartiere wahren die B&#252;hne heftiger K&#228;mpfe und sind mittlerweile zu Ruinenfeldern reduziert worden&#8230; Ideal, um Tabula rasa zu machen und sch&#246;ne Geb&#228;ude hinzustellen, wo die dem Regime treu gebliebenen Mittelklassen und die ihm treu gebliebene Bourgeoisie logiert werden k&#246;nnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-203&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tom Rollin, &#8222;Syria's Reconstruction Plans Take Shape&#8220;, 22. Mai 2017.&#034; id=&#034;nh6-203&#034;&gt;203&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Krieg erleichtert die Gentrifizierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es stellt sich jedoch die Frage der Finanzierung. Weder der syrische Staat &#8211; dessen Kassen leer sind und dessen Verschuldung stark gestiegen ist (v.a. gegen&#252;ber dem Iran und Russland) &#8211; noch die privaten lokalen Akteure werden sie komplett tragen k&#246;nnen. Daher sucht man im Rahmen von liberalen Reformen ausl&#228;ndische Investitionen. Die Fortdauer einer gewissen Unsicherheit, einer Vetternwirtschaft, der Mauscheleien und der Korruption bremst das ganze nat&#252;rlich weiterhin &#8211; es werden also viele Projekte gemacht &#8211;, doch all das hindert die syrische Regierung nicht daran, sich noch st&#228;rker anzustrengen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abkommen und professionelle internationale Foren, welche dem Wiederaufbau gewidmet sind, folgen aufeinander, sowohl in Damaskus als auch im Ausland (Beirut, Amman und Peking 2017), Gelegenheiten, um potentielle Partner oder Investoren zu treffen, welche aus Russland oder dem Iran gekommen sind, aber auch aus Jordanien, Weissrussland, S&#252;dafrika, Indien, Malaysia und sogar aus den Golfstaaten und aus dem Irak&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-204&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mohammed Ghazal in Amman, &#8222;Les promoteurs arabes r&#233;fl&#233;chissent &#224; la (...)&#034; id=&#034;nh6-204&#034;&gt;204&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Brasilien ist dabei, die diplomatischen Beziehungen mit Damaskus wiederaufzunehmen, um Marktanteile zu erhalten. Der Libanon ist ganz vorne dabei: Die Chefs im Baugewerbe hoffen, dass sie von ihrer Erfahrung profitieren k&#246;nnen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-205&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige haben sich einen Vorsprung herausgeholt, so z.B. jener (...)&#034; id=&#034;nh6-205&#034;&gt;205&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, und das Land tr&#228;umt davon, das Eingangsportal f&#252;r die Baustellen Syriens via Sonderwirtschaftszone von Tripoli zu sein &#8211; sie ist dabei, gebaut zu werden, es sind eine Vergr&#246;sserung des Hafens, der Bau von Autobahnen und die Reaktivierung des (w&#228;hrend dem libanesischen B&#252;rgerkrieges zerst&#246;rten) Eisenbahnnetzes vorgesehen. Die von den Wirtschaftssanktionen der EU eingeschr&#228;nkten Europ&#228;er sind von diesen Diskussionen praktisch abwesend. Baschar al-Assad hat &#252;brigens, wenig &#252;berraschend, im August erkl&#228;rt, dass jene L&#228;nder, welche die &#8222;Terroristen&#8220; unterst&#252;tzt hatten (sprich die westlichen L&#228;nder und die Golfstaaten, welche bewaffnete islamistische Gruppen finanziert haben), von der Kuchenteilung des Wiederaufbaus ausgeschlossen sein werden. Den Riesen des franz&#246;sischen Bausektors werden im besten Fall einige unbesetzte Nischen in die H&#228;nde fallen, z.B. der von der UNESCO finanzierte Wiederaufbau des historischen Kulturerbes&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-206&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alexis Feertchak, &#8222;Pour sa reconstruction, la Syrie se tourne vers l'Asie&#8220; (...)&#034; id=&#034;nh6-206&#034;&gt;206&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Damaskus privilegiert die Schwellenl&#228;nder (die sich neutral gezeigt haben), China und, allen voran, Russland und den Iran. F&#252;r diese drei letzteren L&#228;nder repr&#228;sentiert Syrien, neben den m&#246;glichen Markterschliessungen, ein strategisches Gebiet zwischen Asien und Europa, insbesondere f&#252;r den Transport von Treibstoffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im April 2016 hat Russland mit Syrien einen ersten, ungef&#228;hr eine Milliarde Dollar schweren Vertrag zum Wiederaufbau der Stromversorgung, der Infrastrukturen, des Handels, der Finanz und anderen wirtschaftlichen Sektoren unterzeichnet. Die russischen Unternehmen haben schon Stellungen im Treibstoffsektor eingenommen (eine der geringsten Produktionen der Region) und haben ab September 2015 damit begonnen, die k&#252;stennahen Gas- und &#214;lreserven des Landes zu erkunden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das wirtschaftliche Gewicht des Irans in Syrien wird zunehmend gr&#246;sser, insbesondere seit dem Verlust der &#214;lfelder im Osten des Landes 2013, der Damaskus dazu gezwungen hat, Treibstoffe aus Teheran zu beziehen. Die Unterzeichnungen von Kreditabkommen zwischen den beiden L&#228;ndern werden immer h&#228;ufiger (besonders f&#252;r den Import des iranischen &#214;ls), oft gegen f&#252;r den Iran sehr g&#252;nstige Investitionsvertr&#228;ge im Minensektor (Phosphat), dem Bauwesen, dem Telekommunikationssektor und f&#252;r den Verkauf von Agrarland&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-207&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;Les p&#233;nuries mettent en lumi&#232;re la fragilit&#233; syrienne&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh6-207&#034;&gt;207&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist erw&#228;hnenswert, dass iranische Privatpersonen (v.a. aus dem Milit&#228;r) von der Krise profitieren, um Land und Zweitresidenzen in Damaskus zu erwerben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-208&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Renaud Toffier, &#8222;Syrie, Irak : le temps de la reconstruction&#8220;, 9. August 2017.&#034; id=&#034;nh6-208&#034;&gt;208&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peking hat die Regierung Syriens immer diskret unterst&#252;tzt, ein Land, wo China schon vor dem Krieg begonnen hatte, zu investieren, besonders im Treibstoffsektor. Die chinesischen Unternehmen haben ihre Arbeit im Land nie unterbrochen (2013 r&#252;steten sie die vom Regime gehaltenen Territorien mit Glasfaserkabeln aus). Obwohl Damaskus China aufgrund seiner Finanzierungskapazit&#228;ten und der Effizienz seiner Unternehmen fleissig den Hof macht, bleibt China vorsichtig&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-209&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jihad Yazigi, &#8222;La Chine h&#233;site &#224; d&#233;velopper sa relation &#233;conomique avec (...)&#034; id=&#034;nh6-209&#034;&gt;209&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; (besonders aufgrund der Wirtschafts- und Banksanktionen). Ein anderer Hemmschuh ist die Schw&#228;che der nat&#252;rlichen syrischen Ressourcen, welche, mit Ausnahme des Erd&#246;ls im (von den YPG gehaltenen) Nordosten, schon in den H&#228;nden der Russen und der Iraner sind und die Peking in der Regel im Gegenzug f&#252;r seine Investitionen erh&#228;lt. Man spricht allerdings von Projekten im Solarsektor. Langfristig ist Syrien ein zentrales Element im chinesischen Projekt des Aufbaus von &#8222;Seidenstrassen&#8220; (Strassen-, Eisenbahn- und Energietransportverbindungen), welche den Fernen Osten mit Europa verbinden sollen. Ein erstes, zwei Milliarden Dollar schweres Investitionsprojekt zum Aufbau eines Industrieparks, wo sich anf&#228;nglich 150 chinesische Unternehmen ansiedeln werden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-210&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;China to Invest US$2 Billion in the Reconstruction of Syria&#8220;, Juli 2017 (...)&#034; id=&#034;nh6-210&#034;&gt;210&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und eines Tages 40&#8216;000 Syrer arbeiten sollen, ist jedoch schon im Juli 2017 angek&#252;ndigt worden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Morgen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Arbeiter und Proletarier scheinen in diesem Text weitgehend abwesend zu sein. Doch, wie wir bereits zuvor geschrieben haben: &#8222;Wir sprechen eigentlich von Anfang an von ihnen, aber in Form von Kanonenfutter.&#8220; Hunderttausende K&#228;mpfer in ganz Syrien, die sich gegenseitig umbringen. Eine nur zu aktive Minderheit, welche den Krieg macht inmitten einer Mehrheit, welche ihn erdulden muss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von den 22 Millionen Einwohnern, welche Syrien 2011 z&#228;hlte, sind sechs Millionen ins Ausland geflohen und sieben Millionen sind Binnenfl&#252;chtlinge (was im Falle Frankreichs 18 bis 21 Millionen Einwohner entsprechen w&#252;rde). Seit Jahresanfang beobachtet man zum ersten Mal, dass Fl&#252;chtlinge nach Hause zur&#252;ckkehren, fast 600&#8216;000 im August (zu 80% Binnenfl&#252;chtlinge&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-211&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Syrie : mouvement de retour de r&#233;fugi&#233;s et de d&#233;plac&#233;s depuis le d&#233;but de (...)&#034; id=&#034;nh6-211&#034;&gt;211&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Diese R&#252;ckkehr wird m&#246;glich, insofern Damaskus seine Macht in den bisher von islamistischen Gruppen oder dem IS gehaltenen Gebieten zur&#252;ckerlangt. Das Regime ist freilich immer noch eine Diktatur, doch sie bombardiert keine Gebiete, welche sie kontrolliert, was in der aktuellen Phase des Konflikts und f&#252;r die dort lebenden Bev&#246;lkerungen ganz bestimmt ein Vorteil ist. Obwohl es nicht besonders wahrscheinlich ist, dass die nach Europa oder Nordamerika gegangenen Fl&#252;chtlinge zur&#252;ckkehren, insbesondere die Angeh&#246;rigen von Minderheiten (die Christen), so wird das hingegen ziemlich wahrscheinlich f&#252;r die &#228;rmsten der Fall sein, jene, welche unter sehr prek&#228;ren Bedingungen in der T&#252;rkei, im Libanon oder Jordanien leben. Doch, obwohl die milit&#228;rische Absicherung und die Deeskalation Fortschritte machen, bleiben der katastrophale Zustand der Wirtschaft des Landes und das Ausmass der Zerst&#246;rungen Argumente gegen eine R&#252;ckkehr. Die Arbeitslosenquote erreichte 2016 60% und jene der Jugendarbeitslosigkeit 2015 78%&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-212&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Syria at War, Five Years On, ESCWA and University of St Andrews, 2016.&#034; id=&#034;nh6-212&#034;&gt;212&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; &#8211; daher das Interesse f&#252;r den Soldatenberuf. 83% der Bev&#246;lkerung lebt mittlerweile unter der Armutsgrenze, 2010 war es ein Drittel. Man kann verstehen, dass sich der Klassenkampf an einem toten Punkt befindet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sprachen am Anfang von einem vom Bombenhagel und den Ruinen gef&#252;gig gemachtes Proletariat. Doch es kommt die Tatsache hinzu, dass es durch den B&#252;rgerkrieg gespalten und in Konfessionen und Gemeinschaften eingepfercht worden ist. Ein Zustand, der wahrscheinlich fortdauern wird, auch falls ein breiter Prozess des Wiederaufbaus beginnen sollte, denn Syrien verf&#252;gt weder &#252;ber gen&#252;gend wirtschaftliche und industrielle Kapazit&#228;ten, noch &#252;ber ausreichende &#228;ussere finanzielle Unterst&#252;tzung, um dreissig glorreiche Jahre zu lancieren, die Vollbesch&#228;ftigung und hypothetisch die Affirmation eines sich in einer Machtstellung befindenden Proletariats zu erreichen...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Auswanderung von sechs Millionen Syrern und der Tod von etwa 500&#8216;000 l&#246;st jene Probleme nicht, mit welchen der Staat schon vor dem Krieg konfrontiert war (zu grosser Bev&#246;lkerungswachstum, hohe Jugendarbeitslosigkeit) und welche bez&#252;glich der Ausl&#246;sung der Revolte eine Rolle gespielt haben. Denn das Land ist eine einzige Ruine und die Reservearmee der Arbeiter schon ziemlich gross. Was wird langfristig damit geschehen? Obwohl das Kapital manchmal merkw&#252;rdige &#220;berraschungen f&#252;r die Arbeiter bereith&#228;lt, hat es Syrien noch nicht n&#246;tig, eine eingewanderte Arbeitskraft einzustellen &#8211; ausser im Falle der qualifizierten Arbeiter, welche in grosser Anzahl nach Europa ausgewandert sind (z.B. jene des Gesundheits- und Pflegesektors), umso mehr, weil die Berufsausbildung in Syrien seit sechs Jahren eingeschr&#228;nkt oder unterbrochen ist; das gleiche gilt f&#252;r sehr qualifizierte Anstellungen wie jene der Ingenieure. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist das 2011 knifflige Problem der Jugendarbeitslosigkeit von Hochschulabg&#228;ngern gel&#246;st. Doch ohne Wiederaufbau und massive ausl&#228;ndische Investitionen ist das Land dazu verurteilt, ein Auswanderungsland zu bleiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All das daf&#252;r? Als ob die verbl&#252;ffende und unvertretbare Episode des Kalifats und Jahre des B&#252;rgerkriegs in Syrien nicht den geringsten Nutzen gehabt h&#228;tten, ausser jenen, gewisse Einflussgebiete zu modifizieren, die Karten neu zu mischen und k&#252;nftige Konflikte vorzubereiten. Das &#252;bliche grosse Spiel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Welche Lehre k&#246;nnen wir aus dieser Katastrophe ziehen, die wir nicht schon gezogen haben? Der Krieg ist eine Katastrophe, allen voran f&#252;r die ihn erduldenden und k&#228;mpfenden Proletarier, der B&#252;rgerkrieg f&#252;gt dem seine Grausamkeiten hinzu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-213&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Und obwohl es in der Geschichte der zwischenstaatlichen Kriege grosse (...)&#034; id=&#034;nh6-213&#034;&gt;213&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. War es notwendig, das zu pr&#228;zisieren? Dass der Umgang mit Waffen als getrennte T&#228;tigkeit jeglichen Ausdruck des Klassenkampfes erstickt? Doch dass es die Proletarier nicht daran hindert, besonders aktiv zu sein? Jene Fahnen, welche bis anhin am meisten Leute mobilisieren, sind leider nicht besonders emanzipatorisch. Dass die konfessionellen, ethnischen und nationalen Fragen im Zentrum des Diskurses stehen (sei es auf ausschliessende oder einschliessende Art und Weise), auf Kosten der wirklichen Probleme und v.a. der Interessen der Bev&#246;lkerungen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was soll noch gesagt werden, ohne sich zu wiederholen oder als zu negativ zu erscheinen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-214&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Besonders in Bezug auf die Schlussfolgerung unseres vorhergehenden (...)&#034; id=&#034;nh6-214&#034;&gt;214&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;? In diesem Chaos, und besonders im syrischen B&#252;rgerkrieg, gibt es eine Sache zu sehen und sie sticht einem die Augen aus, dermassen ist sie omnipr&#228;sent: Es ist &lt;i&gt;eben genau&lt;/i&gt; alles, was die Revolution &lt;i&gt;nicht ist&lt;/i&gt;; sei es hinsichtlich der Selbstorganisation, der Organisation des &#220;berlebens, der milit&#228;rischen Aktivit&#228;t, der Alternativen, der protostaatlichen Utopien usw. Es kann dort kein Modell gefunden werden und &#252;brigens auch kein Gegenmodell. Die Revolution wird gewiss kein Galadiner sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-215&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu dieser Frage, siehe Die Freunde vier Millionen junger Arbeiter, &#8222;Eine (...)&#034; id=&#034;nh6-215&#034;&gt;215&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, alles andere als das, doch sie wird nicht diesen sch&#228;ndlichen B&#252;rgerkriegen &#228;hneln, wovon der zeitgen&#246;ssische Kapitalismus das Geheimnis kennt; zumindest ein positiver Punkt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tristan Leoni, Dezember 2017&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=1906&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zus&#228;tzliche Anmerkung zur Frage der Quellen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist uns mehrmals vorgeworfen worden, Quellen zu benutzen, die nicht benutzt werden sollten, z.B. den &lt;i&gt;Figaro&lt;/i&gt;; Bemerkungen, die implizieren, dass &#8211; z.B. &#8211; &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt; eine zuverl&#228;ssigere Informationsquelle w&#228;re, da &#8222;links&#8220;. Ja, wir gestehen es, wir lesen Zeitungen und konsultieren Homepages, mit welchen wir politisch nicht einverstanden sind. Zum Gl&#252;ck. Es w&#228;re schwierig, solche Artikel, Artikel &#252;berhaupt zu schreiben oder sogar nachzudenken, indem man nur die Aktivistenpresse liest (welche &#252;brigens?). Wir wissen auch, dass eine Information, die man auf einer von Russland, dem Iran oder Katar beeinflussten Homepage gefunden hat, in unseren Gefilden praktisch keinen Wert hat (man muss versuchen, sie anderswo zu finden oder sie vergessen), w&#228;hrend eine andere, die man in der &lt;i&gt;Monde&lt;/i&gt; gefunden hat, als achtbar erscheinen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Offenlegung unserer Quellen, damit alle sie konsultieren, sich eine Meinung bilden k&#246;nnen, eventuell eine andere als unsere, scheint uns wichtig: Wir tun das wahrscheinlich zu h&#228;ufig, aber nicht genug f&#252;r einige (man kann immer den Autor kontaktieren, um mehr dar&#252;ber zu erfahren). Man kann davon ausgehen, dass jene, welche glauben, dass man, wenn man sich auf einen Artikel in &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt; bezieht, dem MEDEF die Treue schw&#246;rt, ziemlich wenig lesen. Wir m&#246;chten sie allerdings darauf hinweisen, dass wir schon Informationen aus folgenden Quellen zitiert haben: &lt;i&gt;Atlantico&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Crieur&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;L'Express&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;CQFD&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Point&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;RTL&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;RFI&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;L'Orient le Jour&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;&#201;changes&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Orient XXI&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Temps&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Nouvel Observateur&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Raids&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Afrique-Asie&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Sciences humaines&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Marianne&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Vice News&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;France 24&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Politique &#233;trang&#232;re&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;RMC&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;France culture&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;TV5 Monde&lt;/i&gt; usw. Diese Liste sollte mit &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; komplettiert werden, der franz&#246;sischsprachigen Zeitschrift des IS.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;B&#246;se Zungen k&#246;nnen also leicht eine Quelle finden, die ihnen nicht gef&#228;llt und ihnen best&#228;tigt, was sie vom Artikel halten, bevor sie ihn gelesen haben &#8211; wenn man einen Text von einer einzigen Seite her angreift, zeigt das, dass man grunds&#228;tzlich nichts zu sagen hat. Doch es stimmt, dass die Worte heutzutage keinen Sinn mehr haben und dass es, auf eine fast esoterische Art und Weise, darum geht, Texte zu dekonstruieren, um den versteckten Sinn zu entdecken und v.a. die (manchmal unbewussten) Absichten des Autors. Vor einer nicht allzu langer Zeit sagte man noch, dass es reicht, um einen Text zu verstehen, ihn zu lesen &#8211; sein Autor hatte sogar mit mehr oder weniger Gl&#252;ck versucht, daf&#252;r die richtigen Worte zu finden&#8230;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb6-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Arabische Abk&#252;rzung f&#252;r den alten Namen des IS, den er von April 2013 bis Juni 2014 benutzt hat, &#8222;der Islamische Staat im Irak und der Levante&#8220; (der seinerseits auf &#8222;Islamischer Staat im Irak&#8220; folgte).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das Projekt der PYD beschr&#228;nkt sich auf den syrischen Teil Kurdistans (&lt;i&gt;Rojava&lt;/i&gt;). Der IS will sich hingegen in einer ersten Phase von Indien bis nach Spanien ausbreiten. &#220;ber die PYD, siehe unseren im Januar 2015 auf DDT21 erschienenen Artikel &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Rojava-Realitat-und-Rhetorik&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Rojava: Realit&#228;t und Rhetorik&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu dieser Frage, siehe Myriam Benraad, &lt;i&gt;Irak, la revanche de l'histoire&lt;/i&gt;, Paris, Vend&#233;miaire, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ab 2006 hatte Bagdad in den &lt;i&gt;al-Sahwa&lt;/i&gt;-Komitees (das Erwachen) sunnitische Milizen angestellt, um gegen Al Qaida zu k&#228;mpfen. Der Premierminister Nouri al-Maliki beendet die Operation 2009, womit er 85'000 Mitglieder der Milizen entl&#228;sst.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;Le Pi&#232;ge Daech&lt;/i&gt;, La D&#233;couverte, 2015, S. 17.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe die Interviews mit Philippe-Joseph Salazar, die seit November 2015 auf Youtube verf&#252;gbar sind.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Interview mit Bernard Badie, &lt;i&gt;Afrique Asie&lt;/i&gt;, Oktober 2015, S. 33.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, Nr. 3, M&#228;rz-April 2015, S. 14 (&lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; ist die franz&#246;sischsprachige Zeitschrift des IS).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rojava stellt die einzige Ausnahme dar. Die Chancen, dort willk&#252;rlich eingesperrt, hingerichtet, gefoltert zu werden oder zu &#8222;verschwinden&#8220;, sind weit geringer als &#252;berall sonst in der Region. Sogar &lt;a href=&#034;https://www.hrw.org/news/2014/06/18/syria-abuses-kurdish-run-enclaves&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Human Rights Watch&lt;/a&gt; r&#228;umt das ein.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Sinne von George Mosse, jenem Historiker, der das Konzept der &#8222;Brutalisierung&#8220; ausgearbeitet und es auf die Gesellschaften nach dem Ersten Weltkrieg angewendet hat, er sieht darin die &#8222;Geb&#228;rmutter der Totalitarismen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 15-16.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Armee von Bagdad, die von organisierter Abwesenheit und starker Korruption gepr&#228;gt ist, war von einer seltenen Ineffizienz, die Sicherheit in der Stadt auch nur ann&#228;hernd zu garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 29.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese Bilder kommen nicht &#252;ber die gleichen Kan&#228;le wie z.B. die zahlreichen und im Internet sehr popul&#228;ren, die Jihadisten zeigen, die mit kleinen Katzen spielen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine Behandlung, die durch ihre Praktiken und ihren religi&#246;sen Rahmen an jene der Okzitanen w&#228;hrend den Kreuzz&#252;gen der Albigenser im 13. Jahrhundert erinnert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &lt;i&gt;dhimmitude&lt;/i&gt;, die streng und zwingend ist, beinhaltet allen voran die Zahlung einer Sondersteuer, die &lt;i&gt;Djizya&lt;/i&gt;. In Raqqa haben sich einige Dutzend Christen f&#252;r diesen Status entschieden, w&#228;hrend in Mosul die Bisch&#246;fe das Exil vorgezogen haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abdel Bari Atwan, &lt;i&gt;Islamic State: The Digital Caliphate&lt;/i&gt;, London, Saqi Books, 2015; Claude Moniquet, &lt;i&gt;Djihad : D'Al-Qaida &#224; l'&#201;tat Islamique, combattre et comprendre&lt;/i&gt;, La Bo&#238;te &#224; pandore, 2015, S. 182.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es ist problematisch, diese Machenschaften als &#8222;barbarisch&#8220; zu bezeichnen, daf&#252;r erinnern sie zu stark an die glorreichsten Stunden der griechischen Antike.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Aufgrund ihrer Gef&#228;hrlichkeit wird die Zigarette mit dem im Islam verbotenen Selbstmord in Verbindung gebracht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://bibliobs.nouvelobs.com/en-partenariat-avec-books/20151114.OBS9505/administration-police-communication-daech-les-rouages-d-un-quasi-etat.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Administration, police, communication&#8230; Daech, les rouages d'un quasi-&#201;tat&#034;&lt;/a&gt;, 18. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alain Rodier, &lt;a href=&#034;https://www.cercle-k2.fr/eng/studies/irak-syrie-daesh-comment-ca-marche-102#n1&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Irak/Syrie: Daesh, comment &#231;a marche ?&#034;&lt;/a&gt;, 7. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss einem Mitglied der Oppositionsgruppe Raqqa Is Being Slaughtered Silently, zitiert von Layal Abou Rahal, &lt;a href=&#034;https://www.lorientlejour.com/article/930705/raqa-la-ville-modele-du-califat-de-lei.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Raqqa, la ville mod&#232;le du califat de l'EI&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;L'Orient le Jour&lt;/i&gt;, 21. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hala Kodmani, &lt;a href=&#034;https://www.liberation.fr/planete/2015/06/01/ils-ont-cherche-a-gagner-la-confiance_1321064&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la confiance&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 1. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das ber&#252;hmte Captagon, eine Art Amphetamin und weder ein Psychotropikum, noch ein Halluzinogen, wird nicht als &lt;i&gt;haram&lt;/i&gt; beurteilt. Die Soldaten des IS benutzen es, denn es st&#228;rkt die psychische Lebendigkeit und den Widerstand gegen die M&#252;digkeit. Franz&#246;sische Jihadisten, die seinem Suchtpotenzial erlegen sind, sind vom IS ins Gef&#228;ngnis gesteckt worden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe die &lt;a href=&#034;https://news.vice.com/video/the-islamic-state-part-1&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Reportagen von &lt;i&gt;Vice News&lt;/i&gt; aus Raqqa&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zuvor organisierten die lokalen klientelistischen Netzwerke die k&#252;nstliche Knappheit von Grundnahrungsmitteln, um eine Preiserh&#246;hung auszul&#246;sen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bagdad und Damaskus zahlen manchmal weiterhin L&#246;hne an die Funktion&#228;re in Gebieten, die sie nicht mehr kontrollieren; das gilt auch f&#252;r Rojava.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hala Kodmani, &lt;a href=&#034;https://www.liberation.fr/planete/2015/06/01/ils-ont-cherche-a-gagner-la-confiance_1321064&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Palmyre, l'&#201;tat islamique a cherch&#233; &#224; gagner la confiance&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 1. Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.france24.com/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;www.france24.com&lt;/a&gt;, Oktober 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gr&#233;goire Chambaz, &lt;a href=&#034;https://courrierdorient.net/category/etat-islamique/#_ednref16&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Facteurs tribaux dans les dynamiques du contr&#244;le territorial de l'&#201;tat islamique&#034;&lt;/a&gt;, 11. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, &lt;i&gt;Foreign Policy&lt;/i&gt;, 20. August 2014 (&lt;i&gt;Courrier international&lt;/i&gt;, Sondernummer, Oktober-Dezember 2015).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015, S. 98. Ad&#220;: Eine deutsche &#220;bersetzung der Erstausgabe von 2014 ist auf Deutsch in Berlin 2015 beim Vergangenheitsverlag unter dem Titel &lt;i&gt;Der Islamische Staat. Anatomie des neuen Kalifats&lt;/i&gt; erschienen, doch mehrere erw&#228;hnte Stellen der zweiten franz&#246;sischen Auflage fehlen, deshalb hier nur der Verweis auf die franz&#246;sische Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;1'000 Dollar gem&#228;ss Samuel Laurent, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique&lt;/i&gt;, Seuil, 2014, S. 100.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir denken hier an das Buch von G&#246;tz Aly, &lt;i&gt;Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus&lt;/i&gt;, Fischer, Frankfurt a.M., 2005.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Informationen &#252;ber einen Mangel an Nahrungsmitteln und einer katastrophalen sozialen Situation vor dem Sommer 2015 sind selten. Siehe z.B. &#252;ber Raqqa im November 2014: Marie Le Douaran, &lt;a href=&#034;https://www.lexpress.fr/actualite/monde/proche-moyen-orient/a-raqqa-daech-vit-grand-train-mais-fait-mourir-la-ville-a-petit-feu_1655697.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;A Raqqa, Daech vit grand train mais fait mourir la ville &#224; petit feu&#034;&lt;/a&gt;, 27. Februar 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Myriam Benraad, &#034;D&#233;faire Daech : une guerre tant financi&#232;re que militaire&#034; in &lt;i&gt;Politique &#233;trang&#232;re&lt;/i&gt;, Bd. 80, Nr. 2, Sommer 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 118.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marine Rabreau, &#034;P&#233;trole, taxes, trafics d'humains : comment Daech se finance&#034;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 19. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Henri Mamarbachi , &#034;Comment fonctionne l'&#233;conomie de guerre en Syrie&#034;, &lt;a href=&#034;https://orientxxi.info&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;https://orientxxi.info&lt;/a&gt;, 8. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Yochii Dreazen, &#034;Daech, administrateur colonial&#034;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Charles Brisard and Damien Martinez, &lt;a href=&#034;https://risk.thomsonreuters.com/sites/default/files/GRC01815.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Islamic State : The Economy-Based Terrorist Funding&#034;&lt;/a&gt;, Thomson Reuters, Oktober 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Aline Joubert, &lt;a href=&#034;https://www.marianne.net/etat-islamique-vit-il-au-dessus-ses-moyens-100231809.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;L'&#201;tat islamique vit-il au-dessus de ses moyens ?&#034;&lt;/a&gt;, 7. M&#228;rz 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#034;Le coton syrien continue d'habiller les Fran&#231;ais&#034;, &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 23. September 2015 und Caroline Piquet, &#034;Peut-on retrouver du coton &#171;made in Daech&#187; dans nos v&#234;tements ?&#034;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 3. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 118.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Jahr 2014 produziert Italien 121'000 F&#228;sser t&#228;glich und Kuwait 2.8 Millionen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marine Rabreau, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/economie/le-scan-eco/decryptage/2015/11/26/29002-20151126ARTFIG00009-comment-daech-organise-son-lucratif-marche-petrolier.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Comment Daech organise son lucratif march&#233; p&#233;trolier&#034;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 26. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Elisabeth Studer, &#034;Daesh financ&#233; par la manne p&#233;troli&#232;re&#034;, &lt;a href=&#034;https://www.leblogfinance.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;www.leblogfinance.com&lt;/a&gt;, 19. Oktobrer 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, 16. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#034;Les ennemis de Daesh ach&#232;tent son p&#233;trole&#034;, RMC, 26. September 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jacques Hubert-Rodier, &#034;Les affaires mafieuses d'Assad avec Daech&#034; in &lt;i&gt;Les Echos&lt;/i&gt;, 19. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Frantz Glasman, &lt;a href=&#034;https://syrie.blog.lemonde.fr/2013/12/08/deir-ez-zor-a-lest-de-la-syrie-des-islamistes-des-tribus-et-du-petrole/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des tribus et du p&#233;trole&#8230;&#034;&lt;/a&gt;, 8. Dezember 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hinter unseren Bildschirmen w&#252;rden wir es vorziehen, dass sie den Kommunismus bevorzugen oder versuchen, ihn aufzubauen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;L'&#201;tat islamique. Anatomie du nouveau Califat&lt;/i&gt;, Paris, Bernard Giovanangeli Editeur, 2015, S. 100.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir denken nicht, dass der IS durch geheime, ans Licht zu bringende Verschw&#246;rungen erkl&#228;rt werden kann, um die Krise zu l&#246;sen. Zwischen 2006 und 2015 haben ihn mehrere L&#228;nder sukzessiv auf sehr verschiedene und h&#228;ufig indirekte Art und Weise unterst&#252;tzt: Millionen von Dollars, Toleranz von diversen Schmuggelt&#228;tigkeiten, Konzentration der Repression gegen andere Gruppen usw. Die Unterst&#252;tzung der Feinde seiner Feinde und die Erzeugung von Spaltungen sind klassische Techniken (die Unterst&#252;tzung der Hamas durch Israel in ihren Anfangszeiten reicht nicht, um den Erfolg dieser Partei zu erkl&#228;ren). Doch die am Anfang bescheidene, manchmal n&#252;tzliche Guerillabewegung ist zu einem autonomen Proto-Staat mit masslosen Ambitionen geworden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Man lese noch einmal das Zitat von Maxime Rodinson am Anfang des ersten Teils.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die pr&#228;senten Kr&#228;fte scheinen darum zu k&#228;mpfen, die wesentlichen Installationen (Erd&#246;lquellen, Raffinerien, Damm von Mosul) intakt zu kontrollieren. Die Abendl&#228;nder weigern sich bis anhin, die Erd&#246;lquellen des IS zu bombardieren und haben bis im Herbst 2015 gewartet, bevor sie die zivilen Tanklastwagen angegriffen haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 101.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 26.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-59&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-59&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;59&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Gegensatz zu den kurdischen Organisationen, die verk&#252;nden, dass sie die internationalen Grenzen anerkennen und sich besonders darum bem&#252;ht haben, jene zu materialisieren, welche das syrische vom irakischen Kurdistan trennt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-60&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-60&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;60&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 178.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-61&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-61&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;61&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In diesen L&#228;ndern hat sich die Armee, im Gegensatz zu Tunesien oder &#196;gypten und aus verschiedenen Gr&#252;nden, dazu entschieden, den sich im Amt befindenden Diktator (Baschar al-Assad und Nuri al-Maliki) nicht fallen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-62&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-62&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;62&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir sprechen hier nicht von der Selbstverteidigung, welche Demonstranten oder Dorfbewohner in die Tat umgesetzt haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-63&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-63&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;63&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 25-26.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-64&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-64&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;64&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Val&#233;rie Clerc, &lt;a href=&#034;http://ifpo.hypotheses.org/4472&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L'habitat des pauvres &#224; Damas : de la crise du logement vide &#224; la recrudescence des quartiers informels&#8220;&lt;/a&gt; in: &lt;i&gt;Les Carnets de l'Ifpo&lt;/i&gt;, Oktober 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-65&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-65&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;65&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Frantz Glasman, &#8222;De&#239;r ez-Zor, &#224; l'est de la Syrie. Des islamistes, des tribus et du p&#233;trole&#8230;&#8220;, 8. Dezember 2013, &lt;a href=&#034;http://syrie.blog.lemonde.fr&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;http://syrie.blog.lemonde.fr&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-66&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-66&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;66&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pierre-Jean Luizard, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 35. Das Experiment von Rojava hat einen anderen Rahmen. Nach einem Abkommen haben die Truppen der PKK die Truppen von Damaskus ersetzt, letztere haben sich teilweise aus diesem Gebiet zur&#252;ckgezogen. Jegliches institutionelle Vakuum ist somit verhindert worden und der aufst&#228;ndische Prozess vorbei gewesen. Die PKK hat danach ihr &#8222;libert&#228;res&#8220; kommunalistisches Programm umgesetzt.&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Arabische Fr&#252;hling wurde von dem, was damals noch nur der Islamische Staat im Irak war, im Gegensatz zum Pragmatismus von Al Qaida und Al Nusra, die darin eine Entwicklung sahen, die langfristig zu ihrem Vorteil sein w&#252;rde, als anti-islamistisch verurteilt. Abdel Bari Atwan, &lt;i&gt;Islamic State. The Digital Caliphate&lt;/i&gt;, Saqi, 2015, S. 69-71.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-67&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-67&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;67&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu diesem Teil, siehe besonders Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;Paroles arm&#233;es&lt;/i&gt;, Paris, Lemieux Editeur, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-68&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-68&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;68&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 6.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-69&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-69&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;69&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Pierre Filiu, &lt;i&gt;L'Apocalypse dans l'islam&lt;/i&gt;, Fayard, 2008, S. 289.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-70&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-70&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;70&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Man muss allerdings anmerken, dass er bis anhin, obwohl er &#252;ber eine Rolex verf&#252;gt, kein iPhone hat, nicht in einem Palast lebt, sondern sich vor Drohnen versteckt, keine Limousine f&#228;hrt, sondern einen Toyota Pickup.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-71&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-71&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;71&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Pierre Filiu, &lt;i&gt;op.cit.&lt;/i&gt;, S. 288.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-72&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-72&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;72&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss dem Koran und den Hadithe werden die entscheidenden Schlachten der Endzeit zwischen den Muslimen und den r&#246;mischen Armeen (die Byzantiner oder die NATO, je nach Interpretation), Satan und Konsorten im Sham (Syrien) stattfinden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-73&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-73&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;73&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 216.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-74&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-74&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;74&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Andere bewaffnete islamistische Gruppen, besonders die Nusrafront, empfangen ausl&#228;ndische Freiwillige, aber in geringerer Zahl.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-75&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-75&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;75&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &#8222;Entradikalisierung&#8220;, von der man viel spricht und die bis anhin nur auf Freiwillige angewendet wird, entstammt experimentellen europ&#228;ischen Programmen, die zum Ziel haben, die Neonazis zu &#8222;behandeln&#8220;. F&#252;r die gegenw&#228;rtigen Spezialisten kann das Problem der &#8222;Radikalisierung&#8220;, ein Prozess, der mit einer gewaltt&#228;tigen Handlung endet, sowohl extrem rechte als auch extrem linke Aktivisten, Islamisten als auch Tiersch&#252;tzer betreffen. Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Radicalisation&lt;/i&gt;, &#201;ditions de la Maison des sciences de l'homme, 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-76&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-76&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;76&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss einer Studie &#252;ber die Propagandavideos des IS bezogen sich 52% der Bilder auf die &#8222;utopische Welt&#8220; des Kalifats, 37% auf den Krieg und 2% inszenierten grausame Gewalt. Siehe David Thomson, &lt;i&gt;Le Secret des sources&lt;/i&gt;, France Culture, 12. Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-77&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-77&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;77&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;David Thomson, &lt;i&gt;Les Fran&#231;ais jihadistes&lt;/i&gt;, Les Ar&#232;nes, 2014.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-78&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-78&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;78&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, 20. November 2015 &lt;a href=&#034;http://www.scienceshumaines.com&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;http://www.scienceshumaines.com&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-79&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-79&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;79&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 150. In Anbetracht der pr&#228;senten Kr&#228;fte kann man daraus den Schluss ziehen, dass in den Reihen des IS mindestens gleich viele Kurden waren wie in jenen der YPG.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-80&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-80&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;80&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 212, 222.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-81&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-81&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;81&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Laurent Bonelli, &#8222;Brigadistes, djihadistes&#8220;, &lt;i&gt;Le Monde Diplomatique&lt;/i&gt;, August 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-82&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-82&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;82&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;G&#233;raldine Casutt, &#8222;Pourquoi les jeunes filles rejoignent les rangs de l'&#201;tat islamique&#8220;, &lt;a href='https://www.kommunisierung.net/madame.lefigaro.fr'&gt;madame.lefigaro.fr&lt;/a&gt;, 14. Dezember 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-83&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-83&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;83&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fatima Mernissi, &lt;i&gt;Sexe id&#233;ologie islam&lt;/i&gt;, Tierce, 1983, S. 31, 83-84, 88.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-84&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-84&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;84&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zahra Ali, &lt;i&gt;F&#233;minismes islamiques&lt;/i&gt;, La Fabrique, 2012, S. 61.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-85&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-85&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;85&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ein Widerspruch? Im Namen der Arbeiterklasse brach die KPF Streiks und fand &lt;i&gt;Arbeiter&lt;/i&gt;, um sie zu unterst&#252;tzten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-86&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-86&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;86&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Philippe-Joseph Salazar, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 142.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-87&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-87&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;87&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Brigade Al-Khansaa, &lt;a href=&#034;http://www.quilliamfoundation.org/wp/wp-content/uploads/publications/free/women-of-the-islamic-state3.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Women of the Islamic State. A manifesto on women&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, 2015 (Ver&#246;ffentlichung der Aktivistinnen des IS).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-88&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-88&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;88&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;http://www.tamoudre.org/pourquoi-des-femmes-rejoignent-elles-letat-islamique/touaregs/societe/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Interview mit G&#233;raldine Casutt&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;Le Nouvel Observateur&lt;/i&gt;, 9. April 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-89&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-89&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;89&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-90&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-90&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;90&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &#8222;Qui sont les jihadistes fran&#231;ais ?&#8220;, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-91&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-91&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;91&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Das Ger&#252;cht eines &#8222;Sex-Jihad&#8220; zur &#8222;Erholung des Kriegers&#8220;, das lange zirkulierte, ist eine Erfindung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-92&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-92&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;92&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pr&#228;zisieren wir, dass Alain Soral, der den IS f&#252;r eine Marionette in den H&#228;nden des Mossad h&#228;lt, in der Nr. 7 von &lt;i&gt;Dar-al-Islam&lt;/i&gt; als pro-iranischer, &#8222;ungl&#228;ubiger Verschw&#246;rungstheoretiker&#8220; denunziert wird.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-93&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-93&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;93&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Brigade Al-Khansaa, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-94&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-94&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;94&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;H&#233;l&#232;ne F&#233;vrier, Sylvie Braibant, &lt;a href=&#034;http://information.tv5monde.com/terriennes/girl-power-djihadiste-ou-le-feminisme-devoyee-48876&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les sir&#232;nes pseudo-f&#233;ministes du djihadisme&#8220;&lt;/a&gt;, 20. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-95&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-95&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;95&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fatima Mernissi, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, 1983, S. 88.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-96&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-96&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;96&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, Thomas Flichy de la Neuville, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-97&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-97&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;97&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine etwas provokative Genossin stellt diese &#8222;Suche nach einer Reinheit des Zusammenlebens&#8220; ein Echo auf den Formalismus dar, den man in der Aktivistenszene finden kann. Indem die Ergreifung des Wortes, das Vokabular, die Verhaltensweisen kodifiziert werden, versucht man um jeden Preis den Konflikt, die &lt;i&gt;fitna&lt;/i&gt; zu vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-98&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-98&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;98&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, Nr. 77, November-Dezember 2015, S. 44.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-99&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-99&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;99&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jener Teil der extremen Rechten, der sich vom Kampf der ZAD angezogen f&#252;hlt, folgt der gleichen Logik, er erkennt dort eine politische und rhetorische Orientierung, die er teilen kann: &#214;kologie, Territorium, Bauernschaft usw.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-100&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-100&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;100&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Hanne, &#8222;Le r&#234;ve d'Etat du djihadisme&#8220;, &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, Nr. 77, November-Dezember 2015, S. 44.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-101&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-101&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;101&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Kritik der Modernit&#228;t ist nicht gleichbedeutend mit jener der Technologie. Auf diesen Punkt bezogen, anerkennt der IS den Vorsprung des Westens, doch er f&#252;hrt ihn auf die Pl&#252;nderung der arabisch-muslimischen Kenntnisse durch die Europ&#228;er seit dem Mittelalter zur&#252;ck.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-102&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-102&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;102&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Oder ein unerwarteter Dritter Weltkrieg zwischen der NATO und Russland, der die Eschatologie des Kalifats best&#228;tigt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-103&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-103&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;103&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Luc Mathieu, &#8222;A Raqqa, l'ambiance s'est tendue, la parano&#239;a grandit&#8220;, &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 16. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-104&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-104&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;104&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Finances de l'EI : la guerre secr&#232;te&#8220;, &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 29.-30. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-105&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-105&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;105&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Obwohl sich die Attentate, wie jene im November 2015 in Frankreich, in Bezug auf die Innenpolitik f&#252;r gewisse Regierungen als n&#252;tzlich erweisen k&#246;nnen, wird ihre Vervielfachung l&#228;stig.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-106&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-106&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;106&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die USA f&#252;hren 90% dieser Bombenangriffe aus, Frankreich kaum 5%.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-107&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-107&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;107&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Denn das Aushungern einer Stadt, der Entzug von Wasser, Elektrizit&#228;t und gar des Internets sind nicht &#8222;Praktiken von Barbaren&#8220;, sondern einfach das von allen benutzte Einmaleins des Belagerungskrieges.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-108&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-108&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;108&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Erster Teil: Vom Staat&#8220;&lt;/a&gt;, November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-109&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-109&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;109&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alain Rodier, &lt;a href=&#034;https://www.atlantico.fr/decryptage/epreuve-verite-etat-islamique-face-aux-risques-desertion-djihadistes-dont-vient-diviser-solde-deux-alexandre-del-valle-alain-2564006.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;&#233;preuve de v&#233;rit&#233;?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Atlantico&lt;/i&gt;, 28. Januar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-110&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-110&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;110&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Damit n&#228;hert er sich in der Form Al Qaida an, welche hingegen seit 2014 zur Territorialisierung tendiert, besonders im Jemen und in Syrien.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-111&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-111&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;111&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Christophe Ayad, &lt;a href=&#034;https://abonnes.lemonde.fr/proche-orient/article/2012/09/25/syrie-les-kurdes-font-avancer-leurs-revendications_1765356_3218.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les Kurdes syriens profitent de la guerre pour faire avancer leurs revendications&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 25. September 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-112&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-112&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;112&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;In ihren Gebieten sowie im kurdischen Quartier von Aleppo habe die PYD selbst Repression gegen Demonstranten ausge&#252;bt, eine vor kurzem best&#228;tigte Information, siehe Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.cnrseditions.fr/science-politique/7282-syrie.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrie. Anatomie d&#8216;une guerre civile&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, CNRS &#233;ditions, 2016, S. 87.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-113&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-113&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;113&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sogar die &#252;berzeugtesten Anh&#228;nger der PYD m&#252;ssen eingestehen, dass es sich hier um eine &#8222;von oben kommende Anordnung&#8220; handelt, nicht um &#8222;das Resultat eines spontanen Volkswillens&#8220;. Siehe Mathieu L&#233;onard, &#8222;Le Kurdistan, nouvelle utopie&#8220; in &lt;i&gt;Le Crieur&lt;/i&gt;, Nr. 4, Juni 2016, S. 130-134.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-114&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-114&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;114&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dazu lese man u.a. &lt;a href=&#034;https://www.autistici.org/tridnivalka/i-have-seen-the-future-and-it-works/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;'I have seen the future and it works.' &#8211; Critical questions for supporters of the Rojava revolution&#8220;&lt;/a&gt;, Mai 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-115&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-115&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;115&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/letter-rojavist-friends&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Letter to &#8216;Rojavist' Friends&#8220;&lt;/a&gt;, TKGV, Mai 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-116&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-116&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;116&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige Tage vor der Offensive, am 31. Januar 2016, besuchte der Sonderbeauftragte von Barack Obama, Brett McGurk, Koban&#234; und traf die Verantwortlichen der PYD und der YPG.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-117&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-117&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;117&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;J&#252;ngst im M&#228;rz 2016: Zusammenst&#246;sse zwischen kurdischen Polizisten und Assad unterst&#252;tzenden Milizen arten in dreit&#228;gige K&#228;mpfe aus, erst dann beruhigt sich die Lage und die Offiziere beider Lager &#252;bernehmen wieder die Kontrolle &#252;ber ihre Truppen. Die Ankunft von h&#246;heren Offizieren, besonders russischen, erlaubt es, einen Waffenstillstand in der Stadt auszuhandeln und Verhandlungen &#252;ber den Gefangenenaustausch und der R&#252;ckkehr zu den anf&#228;nglichen Positionen zu er&#246;ffnen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-118&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-118&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;118&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michel Korinman (Hg.), &lt;i&gt;Daech. Menace sur les civilisations&lt;/i&gt;, L'Esprit du Temps, 2015, S. 280-281.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-119&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-119&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;119&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wladimir van Wilgenburg, &lt;a href=&#034;https://www.middleeasteye.net/fr/reportages/les-kurdes-syriens-cherchent-prendre-raqqa-en-s-alliant-une-nouvelle-force-arabe-23688069&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les Kurdes syriens cherchent &#224; prendre Raqqa en s&#8216;alliant &#224; une nouvelle force arabe&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Middle East Eye&lt;/i&gt;, Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-120&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-120&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;120&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Catherine Gou&#235;set, &lt;a href=&#034;https://www.lexpress.fr/actualite/monde/proche-moyen-orient/syrie-cinq-ans-de-guerre-dans-les-faubourgs-de-damas_1773183.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie: cinq ans de guerre dans les faubourgs de Damas&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;L&#8216;Express&lt;/i&gt;, 15. M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-121&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-121&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;121&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;G&#233;rard Chaliand.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-122&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-122&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;122&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2016/03/01/la-guerre-continue-a-detruire-mais-aussi-a-creer-de-nouvelles-structures/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La guerre continue &#224; d&#233;truire, mais aussi &#224; cr&#233;er de nouvelles structures&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-123&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-123&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;123&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2016/05/01/que-reste-t-il-du-tissu-industriel-syrien&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Que reste-t-il du tissu industriel syrien?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, Mai 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-124&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-124&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;124&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Laure Stephan, &#8222;Dans les quartiers ouest, une vie en sursis&#8220; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 6.-7. M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-125&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-125&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;125&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220; in &lt;i&gt;CQFD&lt;/i&gt;, Nr. 142, April 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-126&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-126&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;126&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Besonders jener des syrischen Anarchisten Omar Aziz. Siehe Leila Shrooms, &lt;a href=&#034;https://www.avanti4.be/analyses/article/la-base-sociale-de-l-opposition-civile-syrienne&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La base sociale de l&#8216;opposition civile syrienne&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Avanti 4&lt;/i&gt;, Oktober 2013 und Christophe Ayad, &lt;a href=&#034;https://www.lemonde.fr/disparitions/article/2013/02/26/mort-en-detention-de-omar-aziz-pere-des-comites-locaux-de-la-revolution-syrienne_1838928_3382.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Mort en d&#233;tention de Omar Aziz, p&#232;re des comit&#233;s locaux de la r&#233;volution syrienne&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 26. Februar 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-127&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-127&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;127&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ignace Leverrier, &lt;a href=&#034;http://www.ilasouria.org/wp-content/uploads/2014/01/11-Leverrier.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La mise en place en Syrie des organisations de la soci&#233;t&#233; civile&#8220;&lt;/a&gt;, Kolloquium Ilasouria.01, Oktober 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-128&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-128&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;128&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Adam Baczko, Gilles Dorronsoro, Arthur Quesnay, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 35. Man kann anmerken, dass der IS das gleiche tut, wenn er einen Ort erobert.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-129&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-129&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;129&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Fr&#252;hling 2013 kamen die Polizisten von Aleppo dank der finanziellen Unterst&#252;tzung der USA und der EU in den Genuss einer Weiterbildung durch eine private britische Sicherheitsfirma. Ebd., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-130&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-130&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;130&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-131&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-131&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;131&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Gegensatz zur tunesischen und &#228;gyptischen Armee, die beide den westlichen L&#228;ndern nahestehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-132&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-132&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;132&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 127, 286-287.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-133&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-133&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;133&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 132.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-134&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-134&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;134&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 308.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-135&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-135&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;135&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei. Zweiter Teil: Von der Utopie&#8220;&lt;/a&gt;, Dezember 2015, Kapitel &#8222;Das versteckte Kind des Fr&#252;hlings?&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-136&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-136&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;136&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 282.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-137&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-137&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;137&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 278.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-138&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-138&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;138&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;&#8216;Cessez-le-feu&#8216; en Syrie&#8220;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-139&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-139&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;139&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. &lt;a href=&#034;https://syriafreedomforever.wordpress.com/2016/03/04/the-doors-for-the-peacefull-revolution-reopens-carnavals-of-protest-demand-freedom-and-the-overthrow-of-the-assad-regime-4032016-%D8%A3%D8%A8%D9%88%D8%A7%D8%A8-%D8%A7%D9%84%D8%AB/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syria Freedom forever&lt;/a&gt;, ein Blog von Gegnern Assads, wo man Fotos und Videos aus mehreren St&#228;dten findet.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-140&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-140&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;140&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.unescwa.org/sites/www.unescwa.org/files/publications/files/syria-war-five-years.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syria at War: Five Years on&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, 2016, 36 S.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-141&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-141&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;141&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die verschiedenen Organismen versuchen, einen Unterschied zwischen Fl&#252;chtlingen (welche Kriegen entfliehen und von der Genfer Konvention betroffen sind) und Wirtschaftsfl&#252;chtlingen (die Arbeit suchen) zu etablieren, obwohl h&#228;ufig beides gleichzeitig der Fall ist. Die Unterscheidung ist also rein juristisch, variiert je nach Land und erlaubt es, Einwanderer zu trennen und zu ordnen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-142&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-142&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;142&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jeanine Jalkh, &lt;a href=&#034;https://www.lorientlejour.com/article/994042/refugies-syriens-le-risque-de-leffet-boomerang.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;R&#233;fugi&#233;s syriens: le risque de l&#8216;effet boomerang&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;L&#8216;Orient le jour&lt;/i&gt;, 30. Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-143&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-143&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;143&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gem&#228;ss einer Studie des Hochkommissars der Vereinten Nationen f&#252;r Fl&#252;chtlinge (UNHCR) wollen von den Syrern, welche zwischen April und September 2015 europ&#228;ischen Boden betreten, 50% nach Deutschland gehen und nur 0.4% nach Frankreich. Diese Zahlen m&#252;ssen nat&#252;rlich mit aller notwendigen Skepsis betrachtet werden, besonders weil die Fl&#252;chtlinge wohl schnell verstanden haben, dass die humanit&#228;ren Helfer auch Hilfspolizisten sind. UNHCR, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://reliefweb.int/sites/reliefweb.int/files/resources/UNHCR-Greece_SyrianSurvey%20%281%29.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrian Refugee Arrivals in Greece&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, 2015, 15 S.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-144&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-144&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;144&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.wildcat-www.de/wildcat/99/w99_migration.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Wanderung, Flucht und Arbeit&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Wildcat&lt;/i&gt;, Nr. 99, Winter 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-145&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-145&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;145&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;81% seien M&#228;nner, 69% seien zwischen 18 und 35 und 86% haben eine h&#246;here Schulbildung. Fragw&#252;rdige Daten, wie wir sehen werden. Und 58% dr&#252;cken ihre Intention aus, ihre Familie ins Ankunftsland nachziehen zu lassen. UNHCR, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-146&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-146&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;146&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;C&#233;cile Boutelet, &lt;a href=&#034;https://www.lemonde.fr/europe/article/2015/09/09/en-allemagne-les-patrons-souhaitent-faciliter-l-embauche-des-refugies_4749913_3214.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;En Allemagne, les patrons souhaitent faciliter l&#8216;embauche des r&#233;fugi&#233;s&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 9. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-147&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-147&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;147&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;http://www.letemps.ch/monde/2015/09/02/afflux-migrants-profite-aux-patrons-allemands&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;afflux de migrants profite aux patrons allemands&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Temps&lt;/i&gt;, 2. September 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-148&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-148&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;148&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;C&#233;cile Boutelet, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-149&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-149&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;149&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pascal Hugues, &#8222;R&#233;fugi&#233;s: un miracle &#233;conomique pour l&#8216;Allemagne?&#8220; in &lt;i&gt;Le Point&lt;/i&gt;, 1. Februar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-150&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-150&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;150&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Deutsche Bahn und Siemens haben &#228;hnliche Programme lanciert. Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-151&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-151&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;151&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jean-Philippe Lacour, &lt;a href=&#034;https://www.lesechos.fr/20/10/2015/lesechos.fr/021419406128_migrants---l-enthousiasme-des-industriels-allemands-retombe.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Migrants: l&#8216;enthousiasme des industriels allemands retombe&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt;, 20. Oktober 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-152&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-152&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;152&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pascal Hugues, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-153&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-153&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;153&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-154&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-154&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;154&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Les r&#233;fugi&#233;s en Allemagne restent aux portes du Dax&#8220; in &lt;i&gt;Les &#201;chos&lt;/i&gt;, 5. Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-155&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-155&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;155&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Pascal Hugues, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-156&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-156&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;156&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;UNO und Universit&#228;t Saint Andrews, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-157&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-157&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;157&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Nur eine Minderheit der festgenommenen Verd&#228;chtigen kommt aus Syrien. Zu diesem Ereignis, siehe das &lt;i&gt;Bulletin&lt;/i&gt; Nr. 9 (Februar 2016) von Mouvement communiste: &lt;a href=&#034;https://mouvement-communiste.com/documents/MC/Leaflets/BLT1602FRVF.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Cologne: les attaques contre les femmes sont le produit du patriarcat et font le jeu des racistes anti-immigr&#233;s&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-158&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-158&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;158&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Wildcat&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-159&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-159&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-159&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;159&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Julia Mourri, &lt;a href=&#034;https://leplus.nouvelobs.com/contribution/1486676-le-portugal-veut-accueillir-plus-de-migrants-les-refugies-aident-au-developpement-du-pays.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le Portugal veut accueillir plus de migrants: les r&#233;fugi&#233;s aident au d&#233;veloppement du pays&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;leplus.nouvelobs.com&lt;/i&gt;, 23. Februar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-160&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-160&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-160&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;160&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Charles de Marcilly, &#8222;Crise des r&#233;fugi&#233;s: l&#8216;UE face aux d&#233;fis migratoires&#8220; in &lt;i&gt;Diplomatie&lt;/i&gt;, Nr. 31, Februar-M&#228;rz 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-161&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-161&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-161&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;161&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;http://www.rtl.fr/actu/international/syrie-si-bachar-al-assad-quitte-le-pouvoir-ce-sera-la-guerre-civile-craint-mgr-jean-clement-jeanbart-7781621184&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;RTL&lt;/a&gt;, 30. Januar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-162&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-162&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-162&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;162&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zur Idee z.B., dass ein &#8222;provisorisches&#8220; B&#252;ndnis mit diesen im Kampf so talentierten jungen Leuten (Jihadisten von Al Nusra oder den Navy Seals) keine Konsequenzen haben wird.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-163&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-163&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-163&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;163&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dieser Artikel ist die Fortsetzung einer Serie von Artikeln: &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220; (&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ErsterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;erster&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#ZweiterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zweiter&lt;/a&gt; Teil im Dezember 2015) und &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt; (Juli 2016). Einige Fragen wurden darin schon behandelt (wie hier der &#220;bergang eines sozialen Protests zu einem B&#252;rgerkrieg, der zu einer Intervention ausl&#228;ndischer Akteure f&#252;hrt). Wir werden uns also darauf beziehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-164&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-164&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-164&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;164&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die russische und syrische Luftwaffe haben in der Region Idlib das gleiche getan, damit keine solchen Strukturen entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-165&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-165&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-165&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;165&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;War der IS vom gem&#228;ssigten Teil der Bewegung angef&#252;hrt worden? Auf jeden Fall existierte eine extremistische Tendenz innerhalb des Kalifats, doch da sie eine Minderheit darstellte, ist sie in &#8222;der Opposition&#8220; geblieben und wurde 2017 gar niedergeschlagen. Siehe Romain Caillet, &lt;a href=&#034;https://jihadologie.blogs.liberation.fr/2017/06/08/les-dissidents-radicaux-de-letat-islamique&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les dissidents radicaux de l&#8216;&#201;tat islamique&#8220;&lt;/a&gt;, 8. Juni 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-166&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-166&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-166&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;166&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Romain Caillet in &lt;i&gt;L&#8216;Invit&#233; des matins&lt;/i&gt;, France culture, 1. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-167&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-167&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-167&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;167&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michel Goya, &#8222;Syrie: le mod&#232;le de l&#8216;intervention russe&#8220; in &lt;i&gt;DSI&lt;/i&gt;, Nr. 132, November-Dezember 2017, S. 70-73.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-168&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-168&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-168&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;168&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die USA und ihr jordanischer Verb&#252;ndeter unterst&#252;tzen diese Gruppen trotzdem, sie sind haupts&#228;chlich FSA etikettiert und kontrollieren das Grenzgebiet zwischen Jordanien und dem Golan.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-169&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-169&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-169&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;169&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die H&#228;lfte der Bewohner dieses Gebiets sind Fl&#252;chtlinge, deren Pr&#228;senz einen Streitgegenstand darstellt. Ankara achtet darauf, dass ihnen dort humanit&#228;re Hilfe zugutekommt und sie die Grenze nicht &#252;berqueren m&#252;ssen. Das ist der HTS bewusst, sie spielt mit der T&#252;rkei das gleiche Spiel wie diese mit der EU. Fl&#252;chtlingslager sind auch ideale Orte zur Rekrutierung.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-170&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-170&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-170&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;170&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Delphine Minoui, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/international/2017/07/27/01003-20170727ARTFIG00262-syrie-au-coeur-de-la-province-d-idlib-un-fragile-ilot-de-resistance.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie: au c&#339;ur de la province d&#8216;Idlib, un fragile &#238;lot de r&#233;sistance&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 27. Juli 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-171&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-171&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-171&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;171&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-172&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-172&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-172&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;172&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &#252;berraschende L&#228;nge gewisser Belagerungen kann durch die Besonderheiten dieses B&#252;rgerkrieges erkl&#228;rt werden: Die finanziellen Interessen, die famili&#228;ren, Clan- oder Stammesverbindungen, die Korruption und die Soziologie des Checkpoints f&#252;hren dazu, dass z.B. wirtschaftlicher Austausch und Handel zwischen belagerten Rebellengebieten und dem loyalistischen Territorium weitergehen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-173&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-173&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-173&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;173&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.youtube.com/watch?time_continue=73&amp;v=jLMvhszIPjc&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syrian War Report&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, 7. September 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-174&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-174&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-174&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;174&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Drei Strassenachsen verbinden Syrien und den Irak: Die erste im Norden geht durch die Hochburgen der YPG; die zweite in Al-Tanf im S&#252;den ist von der amerikanischen Armee kontrolliert; der dritte in Abu Kamal im Zentrum wird vom IS gehalten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-175&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-175&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-175&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;175&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Danyves, &lt;a href=&#034;https://blogs.mediapart.fr/danyves/blog/180517/l-est-syrien-enjeu-veritable-des-quatriemes-negociations-d-astana-pour-la-paix-en-sy&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;Est syrien, enjeu v&#233;ritable des quatri&#232;mes n&#233;gociations d&#8216;Astana pour la paix en Syrie&#8220;&lt;/a&gt;, 18. Mai 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-176&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-176&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-176&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;176&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ist es notwendig, zu pr&#228;zisieren, dass, wenn man von den Handlungen einer politisch-milit&#228;rischen Organisation (die PYD-YPG als Repr&#228;sentation lediglich eines Teils der Kurden in Syrien, wahrscheinlich einer Minderheit) spricht, man nicht &#8222;die Kurden&#8220;, das &#8222;kurdische Volk&#8220; oder das kurdische Proletariat &#8222;kritisiert&#8220;? Wir werden hier nicht weiter auf all diese Punkte eingehen, auf welche, betreffend Rojava, im vorhergehenden Artikel &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt;, in &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/letter-rojavist-friends&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Letter to Rojavist Friends&#8220;&lt;/a&gt; (Mai 2016) und in &#8222;Kurdistan?&#8220; (Januar 2015) eingegangen worden war.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-177&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-177&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-177&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;177&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wahrscheinlich ist es der Einsatz von chemischen Waffen durch Damaskus, welcher es dem Westen erlaubt, Raqqa oder Tabqa mit weissen Phosphorgranaten zu bombardieren, sie sind durch alle internationalen Konventionen verboten&#8230; Luc Matthieu, &lt;a href=&#034;https://www.liberation.fr/planete/2017/06/11/a-raqqa-des-obus-au-phosphore-blanc_1576030&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;&#192; Raqqa, des obus au phosphore blanc&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Lib&#233;ration&lt;/i&gt;, 11. Juni 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-178&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-178&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-178&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;178&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Luke Mogelson, &lt;a href=&#034;https://www.newyorker.com/magazine/2017/11/06/dark-victory-in-raqqa&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Dark Victory in Raqqa&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The New Yorker&lt;/i&gt;, 6. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-179&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-179&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-179&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;179&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese Art von Abkommen ist von einer grossen Banalit&#228;t im syrischen Konflikt, doch, da die Medien damals auf Raqqa konzentriert waren, provozierte es Erstaunen und Unverst&#228;ndnis; die Verschw&#246;rungstheoretiker sahen darin sogar den Beweis f&#252;r die Kollusion zwischen dem IS und Washington.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-180&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-180&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-180&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;180&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Antoine Hasday, &lt;a href=&#034;https://www.slate.fr/story/148326/raqqa-tribus-sunnites-pouvoir-kurde&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;&#192; Raqqa, les tribus arabes accepteront-elles un pouvoir kurde?&#8220;&lt;/a&gt;, 11. Juli 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-181&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-181&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-181&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;181&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Andrew J. Tabler, &lt;a href=&#034;https://www.washingtoninstitute.org/uploads/Documents/pubs/PolicyNote39-Raqqa.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Eyeign Raqqa. A Tale of Four Tribes&#8221;&lt;/a&gt; in The Washington Institute, M&#228;rz 2017, S. 7-8.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-182&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-182&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-182&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;182&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Juli 2017 versuchte die T&#252;rkei, Washington zu st&#246;ren, indem sie durch die Presseagentur Anandolu die Lokalisierungsdaten und die Anzahl stationierter Truppen von zw&#246;lf im syrischen Kurdistan stationierten St&#252;tzpunkten (in einem davon sind die franz&#246;sischen Spezialkr&#228;fte stationiert) bekanntgab.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-183&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-183&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-183&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;183&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alexandre Alati, &#8222;Objectif Raqqa. Les moyens d&#8216;appui US en Syrie&#8220; in &lt;i&gt;Raids&lt;/i&gt;, Nr. 375, Oktober 2017, S. 48-57. Ende November wurde der R&#252;ckzug eines Bataillons von Marines angek&#252;ndigt, siehe Laurent Lagneau, &lt;a href=&#034;http://www.opex360.com/2017/11/30/lei-ayant-ete-defait-raqqa-plus-de-400-militaires-americains-vont-quitter-la-syrie/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;L&#8216;EI ayant &#233;t&#233; d&#233;fait &#224; Raqqa, plus de 400 militaires am&#233;ricains vont quitter la Syrie&#8220;&lt;/a&gt;, 30. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-184&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-184&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-184&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;184&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Laurent Lagenau, &lt;a href=&#034;https://www.opex360.com/2017/05/10/coalition-anti-ei-le-president-trump-approuve-la-livraison-darmes-aux-milices-kurdes-syriennes/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le pr&#233;sident Trump approuve la livraison d&#8216;armes aux milices kurdes syriennes&#8220;&lt;/a&gt;, 10. Mai 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-185&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-185&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-185&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;185&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Schliessung des Azaz-Korridors im Februar 2016 durch eine gemeinsame Offensive der AAS, der Hizbollah und der YPG gegen die &#8222;Rebellen&#8220; kann als Pr&#228;misse f&#252;r eine Erstickung der Stadt betrachtet werden, wovon er eine bedeutende Versorgungsachse darstellte. Im Juli in Aleppo unterst&#252;tzen die YPG die Truppen aus Damaskus vom kurdischen Quartier Scheich Maksud ausgehend dabei, die strategische Strasse von Castello zu unterbrechen, die letzte Versorgungsachse der rebellischen Quartiere, die nun komplett umzingelt sind und allm&#228;hlich von der AAS zur&#252;ckerobert werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-186&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-186&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-186&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;186&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;K&#228;mpferinnen, die manchmal innerhalb spezifischer Einheiten gruppiert werden, den YPJ, deren wirkliches Gewicht schwierig einzusch&#228;tzen ist, da sie von den Kommunikationsverantwortlichen der PYD dermassen mediatisiert worden sind (und auch von der westlichen b&#252;rgerlichen und Aktivistenpresse). Wenn man einen auch nur minimal aufmerksamen Blick hat, merkt man, dass die Frauen der YPG-YPJ zwar massiv w&#228;hrend Zeremonien, Presseterminen und Reportagen von akkreditierten Journalisten hinter der Front pr&#228;sent sind (in der Regel in ihren eigenen Uniformen), doch viel seltener auf den Bildern aus der Hitze des Gefechts.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-187&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-187&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-187&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;187&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.ft.com/content/40dabd50-d072-11e7-b781-794ce08b24dc&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrian Kurds Face Fresh Test Ruling Arab Regions after Isis&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Financial Times&lt;/i&gt;, 30. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-188&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-188&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-188&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;188&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wird das Wort &#8222;Rojava&#8220; gar nur im Westen gebraucht? Der &lt;a href=&#034;https://nordundostsyrien.de/wp-content/uploads/2022/08/Gesellschaftsvertrag.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Eid der Demokratischen F&#246;deration Nordsyriens&lt;/a&gt; ist folgender: &#8222;Ich schw&#246;re bei Gott dem Allm&#228;chtigen und beim Blut der M&#228;rtyrer*innen, den Gesellschaftsvertrag und seine Bestimmungen zu befolgen, die demokratischen Rechte des Volkes zu bewahren und die Werte der M&#228;rtyrer*innen, die Freiheit, den Frieden und die Sicherheit auf dem Territorium der Demokratischen F&#246;deration Nordsyrien und des f&#246;deralen Syrien zu sch&#252;tzen und zur Verwirklichung sozialer Gerechtigkeit im Einklang mit den Prinzipien der demokratischen Nation beizutragen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-189&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-189&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-189&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;189&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fabrice Balanche, &#8222;Un Kurdistan ind&#233;pendant peut-il vraiment &#233;merger du chaos syrien?&#8220; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 26. August 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-190&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-190&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-190&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;190&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Im Oktober f&#252;hrte das gegen die Einwohner von Raqqa ausgesprochene Verbot, in ihre Stadt zur&#252;ckzukehren, zu Demonstrationen in den Fl&#252;chtlingslagern. Es war aufgrund der Probleme der Minenr&#228;umung und polizeilichen Notwendigkeiten ausgesprochen worden, denn die YPG mussten (unterst&#252;tzt von den westlichen Diensten) unter den Durchschnittszivilisten die Anh&#228;nger, Funktion&#228;re oder K&#228;mpfer des IS ausfindig machen. Nach drei Wochen erhielten die ersten Einwohner die Erlaubnis, nach Hause zur&#252;ckzukehren. Doch aufgrund des Zustands von Raqqa und der mangelnden Vorbereitung auf die Verwaltung der Fl&#252;chtlinge ist es wahrscheinlich, dass Zehntausende von ihnen den Winter in aus Zelten bestehenden Lagern verbringen werden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-191&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-191&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-191&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;191&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tom Perry, &lt;a href=&#034;https://www.reuters.com/article/us-mideast-crisis-syria-ypg-exclusive/exclusive-syrian-kurdish-ypg-aims-to-expand-force-to-over-100000-idUSKBN16R1QS&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrian Kurdish YPG Aims to Expand Force to over 100'000&#8221;&lt;/a&gt; in Reuters, 20. M&#228;rz 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-192&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-192&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-192&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;192&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wenn in Frankreich wie in den 1970er und 1980er Jahren eine antimilitaristischer Diskurs existieren w&#252;rde, w&#252;rden sich die Aktivisten der dazu passenden Organisationen f&#252;r diese Ereignisse interessieren. Denn viele der aus Syrien stammenden Einwanderer, welche in Europa ein Refugium gefunden haben, sind faktisch Deserteure oder Kriegsdienstverweigerer, sowohl aus dem loyalistischen als auch dem kurdischen Gebiet. Sogar die OFPRA [franz&#246;sische Beh&#246;rde f&#252;r Fl&#252;chtlinge] hat in den Dokumenten, die sie nutzt, um den Lebenslauf der Fl&#252;chtlinge zu analysieren, auf die Einf&#252;hrung der obligatorischen Wehrpflicht in den kurdischen Kantonen aufmerksam gemacht, siehe OFPRA-DIDR, &lt;i&gt;Conflit syrien. Les r&#233;gions kurdes de Syrie, chronologie et bibliographie&lt;/i&gt;, OFPRA, 29. Januar 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-193&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-193&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-193&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;193&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige erw&#228;hnen Saudi-Arabien, unter der Bedingung, dass die YPG ein Stachel im Fleisch seiner Gegner (T&#252;rkei, Iran, Katar) bleiben. Alain Rodier, &lt;a href=&#034;https://www.cf2r.org/actualite/iran-pourquoi-teheran-tient-ses-kurdes/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Iran: pourquoi T&#233;h&#233;ran tient ses Kurdes?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Note d&#8216;actualit&#233;&lt;/i&gt;, Nr. 482, CF2R, 6. September 2017 und Aron Lund, &lt;a href=&#034;https://www.irinnews.org/analysis/2017/10/23/winter-coming-who-will-rebuild-raqqa&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Winter Is Coming: Who Will Rebuild Raqqa?&#8220;&lt;/a&gt;, 23. Oktober 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-194&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-194&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-194&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;194&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220; in &lt;i&gt;Le Comptoir&lt;/i&gt;, 20. Oktober 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-195&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-195&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-195&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;195&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Groupe d'amiti&#233; France-Syrie du S&#233;nat, &lt;a href=&#034;https://www.senat.fr/international/groupes_amitie_cr/groupe_france_syrie_entretien_avec_m_khaled_issa_representant_du_rojava_en_france.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Entretien avec M. Khaled Issa, repr&#233;sentant du Rojava en France&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-196&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-196&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-196&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;196&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Seite &lt;a href=&#034;https://www.rojavafrance.fr/contrat-social&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le contrat social&#8220;&lt;/a&gt; auf der Homepage der Repr&#228;sentation Rojavas in Frankreich.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-197&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-197&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-197&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;197&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Entretien avec Pierre Bance&#8220;, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-198&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-198&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-198&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;198&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.franceculture.fr/emissions/cultures-monde/cultures-monde-mardi-7-novembre-2017&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Milices chiites, principale menace de l&#8216;apr&#232;s-Daech?&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Cultures monde&lt;/i&gt;, France culture, 7. November 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-199&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-199&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-199&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;199&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Es w&#252;rde darum gehen, den Einfluss des Irans zu beschr&#228;nken, und sich daf&#252;r eventuell Saudi-Arabien anzun&#228;hern. Tim Kennedy, &#8222;R&#233;&#233;quilibrer les liens avec l&#8216;Irak&#8220; in &lt;i&gt;Arabies&lt;/i&gt;, Nr. 367, November 2017, S. 34-39.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-200&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-200&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-200&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;200&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe das Kapitel &#8222;Eine Wirtschaft in Fetzen&#8220; in &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt; und, f&#252;r aktuellere Zahlen, William Plummer, Isabelle de Foucaud, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/economie/le-scan-eco/dessous-chiffres/2017/04/07/29006-20170407ARTFIG00242-le-desastre-de-l-economie-syrienne-apres-six-ans-de-guerre.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Le d&#233;sastre de l&#8216;&#233;conomie syrienne apr&#232;s six ans de guerre&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 7. April 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-201&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-201&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-201&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;201&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Benjamin Barthe, &lt;a href=&#034;https://www.lemonde.fr/syrie/article/2017/04/03/reconstruction-en-syrie-les-entreprises-acquises-au-regime-favorisees_5104943_1618247.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Reconstruction en Syrie : les entreprises acquises au r&#233;gime favoris&#233;es&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;, 3. April 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-202&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-202&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-202&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;202&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#196;gypten will nicht, dass diese Investoren das Land verlassen und hat den Bau einer Industriezone f&#252;r die syrischen Unternehmer angek&#252;ndigt, welche 70 bis 80 Unternehmen diverser Sektoren gruppieren soll, besonders des Textil-, Lebensmittel- und Pharmazeutiksektors. &lt;a href=&#034;https://www.albawabaeg.com/91831&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Ministry of Trade Studies Launching Syrian Industrial Zone in Egypt&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Al-Bawaha Egypt&lt;/i&gt;, 4. April 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-203&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-203&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-203&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;203&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tom Rollin, &lt;a href=&#034;https://www.al-monitor.com/pulse/originals/2017/05/syria-war-reconstruction-process-regime-opposition.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syria's Reconstruction Plans Take Shape&#8220;&lt;/a&gt;, 22. Mai 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-204&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-204&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-204&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;204&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mohammed Ghazal in Amman, &lt;a href=&#034;https://almashareq.com/fr/articles/cnmi_am/features/2017/08/10/feature-02&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les promoteurs arabes r&#233;fl&#233;chissent &#224; la reconstruction de la Syrie&#8220;&lt;/a&gt;, 10. August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-205&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-205&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-205&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;205&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige haben sich einen Vorsprung herausgeholt, so z.B. jener Zementhersteller aus Beirut, der ab 2012 Land gekauft und ein Depot in Homs gebaut hat, um am Tag X gut platziert zu sein, siehe J. Philippine de Clermont-Tonnerre, &lt;a href=&#034;https://information.tv5monde.com/info/syrie-le-liban-aux-avant-postes-de-la-reconstruction-128611&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie: le Liban aux avant-postes de la reconstruction&#8220;&lt;/a&gt; in TV 5 Monde, 17. September 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-206&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-206&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-206&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;206&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alexis Feertchak, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/vox/monde/2017/09/12/31002-20170912ARTFIG00125-pour-sa-reconstruction-la-syrie-se-tourne-vers-l-asie.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Pour sa reconstruction, la Syrie se tourne vers l'Asie&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Figaro&lt;/i&gt;, 12. September 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-207&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-207&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-207&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;207&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2017/03/01/les-penuries-mettent-en-lumiere-la-fragilite-syrienne&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Les p&#233;nuries mettent en lumi&#232;re la fragilit&#233; syrienne&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, M&#228;rz 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-208&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-208&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-208&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;208&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Renaud Toffier, &lt;a href=&#034;https://www.lefigaro.fr/international/2017/08/09/01003-20170809ARTFIG00109-syrie-irak-le-temps-de-la-reconstruction.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie, Irak : le temps de la reconstruction&#8220;&lt;/a&gt;, 9. August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-209&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-209&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-209&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;209&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jihad Yazigi, &lt;a href=&#034;https://jihadyazigi.com/2017/08/01/la-chine-hesite-a-developper-sa-relation-economique-avec-damas/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;La Chine h&#233;site &#224; d&#233;velopper sa relation &#233;conomique avec Damas&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Le Commerce du Levant&lt;/i&gt;, August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-210&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-210&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-210&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;210&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://chinascope.org/archives/12730&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;China to Invest US$2 Billion in the Reconstruction of Syria&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2017 und &lt;a href=&#034;https://www.atimes.com/article/new-silk-road-will-go-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;The New Silk Road Will Go through Syria&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Asia Times&lt;/i&gt;, 13. Juli 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-211&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-211&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-211&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;211&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.rfi.fr/moyen-orient/20170701-syrie-hcr-mouvement-retour-refugies-deplaces-depuis-debut-annee&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie : mouvement de retour de r&#233;fugi&#233;s et de d&#233;plac&#233;s depuis le d&#233;but de l'ann&#233;e&#8220;&lt;/a&gt;, RFI, 1. Juli 2017, &lt;a href=&#034;https://www.europe1.fr/international/syrie-plus-de-600000-syriens-sont-rentres-chez-eux-depuis-janvier-3411068&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Syrie : plus de 600 000 Syriens sont rentr&#233;s chez eux depuis janvier&#8220;&lt;/a&gt;, Europe 1, 14. August 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-212&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-212&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-212&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;212&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.unescwa.org/sites/www.unescwa.org/files/publications/files/syria-war-five-years.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Syria at War, Five Years On&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, ESCWA and University of St Andrews, 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-213&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-213&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-213&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;213&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Und obwohl es in der Geschichte der zwischenstaatlichen Kriege grosse proletarische Bewegungen gab (Pariser Kommune, russische Revolutionen 1905 und 1917), war das im Falle von B&#252;rgerkriegen nie der Fall. Man konnte 2003 von einer Kommune von Bagdad tr&#228;umen, aber nicht von einer Kommune von Mosul 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-214&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-214&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-214&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;214&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Besonders in Bezug auf die Schlussfolgerung unseres vorhergehenden Artikels, die wir hier gr&#246;sstenteils reproduzieren k&#246;nnten. Siehe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil#DritterTeil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei: Warten auf Raqqa&#8220;&lt;/a&gt;, Juli 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-215&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-215&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-215&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;215&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu dieser Frage, siehe Die Freunde vier Millionen junger Arbeiter, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Eine-Welt-ohne-Geld-Kommunismus-1975-1976&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Eine Welt ohne Geld: Kommunismus&#8220;&lt;/a&gt;, 1976; Bruno Astarian, &lt;a href=&#034;https://theanarchistlibrary.org/library/bruno-astarian-crisis-activity-and-communisation&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Crisis Activity and Communisation&#8220;&lt;/a&gt;, 2010; Gilles Dauv&#233;, &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://entremonde.net/de-la-crise-a-la-communisation&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;De la crise &#224; la communisation&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, Genf/Paris, Entremonde, 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Floris Biskamp zum Salafismus: Eine linke Deklination der Extremismustheorie</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Floris-Biskamp-zum-Salafismus-Eine</link>
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		<dc:date>2015-09-27T01:00:00Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
		<dc:creator>Webmaster</dc:creator>


		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
		<dc:subject>Eigene Texte</dc:subject>
		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>

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&lt;p&gt;Auf der Homepage publikative.org erschien am 24. September ein Text mit dem Titel &#8222;Von Br&#252;dern und Kameraden: Ist der Salafismus ein Fall f&#252;r die Antifa?&#8220;. Als aussenstehender Beobachter der deutschen Linken ist man kaum &#252;berrascht: In Deutschland (und &#214;sterreich) ist absolut alles ein Fall f&#252;r die Antifa. Das Profil des Autors Floris Biskamp ist ebenfalls typisch f&#252;r moralische Autorit&#228;ten in einem gewissen Teil der deutschen Szene: Er unterrichtet als Politologe an der Uni Kassel, (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Eigene-Texte" rel="tag"&gt;Eigene Texte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/220px-les_salafistes_djihadistes_lancent_une_campagne_de_revision_au_maroc__6162420153_.jpg?1689469209' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='108' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Auf der Homepage publikative.org erschien am 24. September ein Text mit dem Titel &lt;a href=&#034;http://www.publikative.org/2015/09/24/ist-der-salafismus-ein-fall-fuer-die-antifa/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Von Br&#252;dern und Kameraden: Ist der Salafismus ein Fall f&#252;r die Antifa?&#8220;&lt;/a&gt;. Als aussenstehender Beobachter der deutschen Linken ist man kaum &#252;berrascht: In Deutschland (und &#214;sterreich) ist absolut alles ein Fall f&#252;r die Antifa. Das Profil des Autors Floris Biskamp ist ebenfalls typisch f&#252;r moralische Autorit&#228;ten in einem gewissen Teil der deutschen Szene: Er unterrichtet als Politologe an der Uni Kassel, interessiert sich f&#252;r Kritische Theorie und Postmodernismus und verwechselt moralische Emp&#246;rung mit politischer Analyse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb gleich diese Warnung: Dieser Text will die von Biskamp aufgeworfene Frage nicht beantworten, sondern die Art seiner Fragestellung kritisieren. Das ganze nahm auf Twitter seinen Anfang, doch Herr Prof. Biskamp findet den Avatar mit Stalin und Mao zu emp&#246;rend, um auf die Kritik einzugehen. In den gehobenen Kreisen der deutschen Akademielinken macht man n&#228;mlich keine Witze, es k&#246;nnte sich ja jemand dabei verletzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Text geht es deshalb nicht um &#8222;Antifa&#8220;, denn auch 80 Jahre sp&#228;ter beh&#228;lt Bordiga recht: Antifaschismus ist Klassenkollaboration. Antifaschismus bedeutet ein B&#252;ndnis mit Sozialdemokraten, Stalinisten und manchmal auch B&#252;rgerlichen, um die Demokratie gegen den Faschismus zu verteidigen. F&#252;r revolution&#228;re Kommunisten und Anarchisten gibt es &#252;berhaupt keinen Grund, ein solches B&#252;ndnis einzugehen, was nat&#252;rlich nicht heisst, dass man gegen Faschisten nicht zur&#252;ckschlagen soll. Aber sicher nicht, um den demokratischen Staat und seine Ausschaffungsfl&#252;ge, Gef&#228;ngnisse und Bullen zu verteidigen, sondern aus Solidarit&#228;t zu Freunden, Genossen und anderen Proletariern, welche zum Ziel des faschistischen Terrors werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau deshalb ist es auch sinnlos, den Salafismus aus einer antifaschistischen Perspektive zu &#8222;analysieren&#8220;. Schliesslich l&#228;uft auch diese Analyse letztendlich darauf hinaus, &#8222;unsere Wertegemeinschaft&#8220; gegen &#8222;die Barbarei&#8220; zu verteidigen. Die weitgehende Gleichsetzung von &#8222;Rechtsextremismus&#8220; [sic!] und Salafismus ist diesbez&#252;glich aussagekr&#228;ftig: Es ist das Bild einer barbarischen Horde inmitten unserer ach so toleranten Gesellschaft, welche es nat&#252;rlich zu verteidigen gilt. &lt;br class='autobr' /&gt;
Bei der Lekt&#252;re des Texts ist man zuerst einmal &#252;berrascht, wie oberfl&#228;chlich und karikaturartig der Salafismus dargestellt wird. Obwohl der Autor scheinbar seit Jahren zum politischen Islam forscht, f&#228;llt seine Analyse sehr d&#252;rftig aus. F&#252;r ihn gibt es &#8222;puristischen&#8220;, &#8222;politischen&#8220; und &#8222;djihadistischen&#8220; Salafismus und f&#252;r jede dieser Str&#246;mungen gibt es so eine Art Pendant im &#8222;Rechtsextremismus&#8220;. Denn im Gegensatz zu &#8222;uns Zivilisierten&#8220; sind die ideologischen Meinungsverschiedenheiten dieser &#8222;Barbaren&#8220; nicht politisch, sondern psychologisch zu erkl&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er schreibt: &#8222;Diese Parallelen [zwischen Salafisten und Nazis] sind alles andere als akzidentiell und gehen weit &#252;ber das blo&#223;e Kopieren einer Propagandataktik hinaus. &#220;ber die ideologische N&#228;he von Islamismus und Rechtsextremismus wurde schon viel geschrieben. Auch die &#196;hnlichkeit der Faktoren, die junge Menschen dazu motivieren, sich der einen oder anderen Gruppe anzuschlie&#223;en, ist un&#252;bersehbar: Es ist gut vorstellbar, dass dieselben jungen M&#228;nner, die diesen Sommer den deutschen Volksk&#246;rper von schwulen Gefahren reinhalten wollen, die muslimische Gemeinschaft gegen alles verteidigen w&#252;rden, was &#8218;haram&#8216; ist, wenn sie nur in den entsprechenden Momenten ihres Lebens an einen Koranverteilungstisch statt an einen rechten Kader geraten w&#228;ren &#8211; und andersherum.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nazis und Salafisten werden also nicht als Teil politischer Bewegungen verstanden, welche aufgrund gesellschaftlicher Widerspr&#252;che im Kapitalismus erkl&#228;rt werden k&#246;nnen, sondern pathologisiert. &lt;a href=&#034;http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.336441.de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Der Verfassungsschutz von Brandenburg verf&#228;hrt da ganz &#228;hnlich&lt;/a&gt;: &#8222;Sie [&#8222;extremistische&#8220; Bestrebungen] richten sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. So streben Teile des linksextremistischen Spektrums beispielsweise eine &#034;Diktatur des Proletariats&#034; an. Rechtsextremisten wollen statt dessen einen rassistischen &#034;totalen F&#252;hrerstaat&#034; errichten. Und Islamisten sind auf einen &#034;Gottesstaat&#034; ausgerichtet. Gewalt wird dabei h&#228;ufig als Mittel zur Durchsetzung der jeweiligen Ziele bef&#252;rwortet, propagiert oder sogar praktiziert.&#8220; Die &#8222;ideologische N&#228;he&#8220; zwischen den beiden beschr&#228;nkt sich also auf eine linke Deklination der Extremismustheorie, nur dass in dieser Variante implizit die &#8222;freiheitliche demokratische Grundordnung&#8220; als antirassistisch, antisexistisch und frei von jeglichen anderen Formen von Diskriminierung gesetzt wird. Wer h&#228;ufiger auf den Strassen als in den G&#228;ngen der Uni unterwegs ist, d&#252;rfte sie durchaus anders erlebt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch peinlicher wird es, wenn der Autor &#8222;puristische Salafisten&#8220; als &#8222;unpolitische Skinheads mit Bart und ohne Alkohol&#8220; bezeichnet. Mal abgesehen davon, dass der Autor nicht die geringste Ahnung der Skinhead-Subkultur zu haben scheint, ist die Unterteilung der Salafisten in verschiedene Niveaus des Extremismus typischer Politologenquatsch. Er schreibt &#252;ber &#8222;puristische Salafisten&#8220;: &#8222;Als puristisch-salafistisch sind insbesondere die Anh&#228;ngerinnen von Predigern wie al-Albani und al-Madkhali zu bezeichnen, die beide in der Entwicklung des Salafismus in Saudi-Arabien entscheidende Rollen spielten. Deren Denken pr&#228;gt in Deutschland eine Reihe von Moscheegemeinden insbesondere in gr&#246;&#223;eren St&#228;dten. Diese Gemeinden sind zwar theologisch radikal, ihnen kann jedoch keine im engen Sinne politisch radikale Gesinnung unterstellt werden.&#8220; Nur, wie misst man genau eine &#8222;politisch radikale Gesinnung&#8220;? Da diese Moscheen vermutlich weitgehend von Saudiarabien finanziert werden, w&#228;re also das saudische Regime auch bloss &#8222;theologisch radikal&#8220;? Ihm kann gewiss keine &#8222;politisch radikale Gesinnung unterstellt werden&#8220;, schliesslich ist es mit den USA und Israel verb&#252;ndet und spielt somit geopolitisch im gleichen Team wie der Autor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im gleichen Stil geht's weiter, wenn der Autor beim &#8222;djihadistischen Salafismus&#8220; ankommt. Claudia Dantschke mag die salafistische Szene tats&#228;chlich sehr gut kennen, doch ihre Analogie zwischen diesem Spektrum und der freien Kameradschaftsszene tr&#228;gt &#252;berhaupt nichts zum Verst&#228;ndnis des einen oder des anderen bei. &#8222;Gewaltbereitschaft&#8220; ist allgemein kein sinnvoller Indikator f&#252;r die Radikalit&#228;t oder den Charakter einer politischen Bewegung, denn diese h&#228;ngt sehr stark vom gesellschaftlichen Kontext ab. Man braucht nicht Alkohol zu trinken, um sich an Krawallen zu beteiligen, bei den Aufst&#228;nden in &#196;gypten und Tunesien beteiligten sich auch Islamisten an den Strassenk&#228;mpfen. Der Staat erf&#252;llt allerdings in diesem Bereich seine antifaschistischen Pflichten, somit spricht der Autor die Antifa von jeglicher Pflicht frei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den &#8222;politischen Salafismus&#8220; soll die Antifa hingegen bek&#228;mpfen, dieser steht in Biskamps Politologenschema zwischen den beiden anderen: &#8222;Der politische Salafismus ist weder bereit, sich quietistisch auf den Aufruf zu einer islamisch-korrekten Lebensf&#252;hrung im Privaten zu beschr&#228;nken, noch propagiert er offen Gewalt gegen die staatliche Ordnung.&#8220; Zumindest kann sich hier kein Antifa ob der exzessiven Komplexit&#228;t der Analyse beklagen. Die Worte sind klar, jetzt sind wir bei der wissenschaftlich abgesegneten Mission der Antifa. Wer mehr wissen m&#246;chte, wird auch hier nicht satt. Man sagt sich als Leser, dass es doch m&#246;glich sein m&#252;sste, die Diskurse der jeweiligen Prediger zu analysieren und so herauszufinden, ob sie eher auf der Linie der Muslimbr&#252;der, Al Qaida oder des IS sind. Dem Autor geht es jedoch gar nicht darum, er analysiert politische Str&#246;mungen nicht als solche, sondern beschr&#228;nkt sich darauf, den Extremismus-Anteil zu messen. Was die Antifa genau tun soll, pr&#228;zisiert der Autor auch nicht, er bel&#228;sst es bei der folgenden Warnung: &#8222;Antifaschistisches Engagement sollte m&#246;glichst nicht dazu f&#252;hren, dass diese Leute st&#228;rker ins Rampenlicht der &#214;ffentlichkeit r&#252;cken und sich dort im schlimmsten Falle noch als Opfer inszenieren k&#246;nnen.&#8220; Doch wenn die Nazidemo mit 20 Leuten durch die leeren Strassen von Kaffhausen dank der antifaschistischen Gegenmobilisierung ein mediales Echo bekommt, ist das gleiche auch in Bezug auf eine Koranverteilung denkbar. Und eins wissen wohl, im Gegensatz zu den meisten Antifaschisten, sowohl die Nazis als auch die Salafisten: Es gibt keine schlechte Werbung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Schluss wird der Vergleich noch tollk&#252;hner: Der Islamische Staat sei der Nationalsozialismus des Salafismus. Es ist wieder eine typische Politologenanalogie, welche die Komplexit&#228;t des Ph&#228;nomens verdeckt. Genau wie sich der &#8222;Rechtsextremismus&#8220; nicht auf Nazis beschr&#228;nkt, beschr&#228;nkt sich der Salafismus nicht auf Anh&#228;nger des IS. Gem&#228;ss dieser Logik ist Zawahiri kein echter &#8222;djihadistischer Salafist&#8220;, schliesslich &lt;a href=&#034;http://www.longwarjournal.org/archives/2015/09/zawahiri-says-islamic-states-caliphate-not-based-on-prophetic-method.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;verurteilt er das Kalifat des IS aufgrund einer mangelnden &#8222;prophetischen Methode&#8220;&lt;/a&gt;. Hier zeigt sich die D&#252;rftigkeit der Analyse in aller Deutlichkeit: Aufgrund einer total verfehlten Schematik ist der Autor nicht einmal f&#228;hig, den Konflikt zwischen Al Qaida und dem IS zu erfassen. Es hat zumindest den Vorteil, dass er daran nichts &#228;ndern muss, sollte Al Qaida eines Tages tats&#228;chlich ein Verb&#252;ndeter der USA werden, wie vor kurzem &lt;a href=&#034;http://www.thedailybeast.com/articles/2015/08/31/petraeus-use-al-qaeda-fighters-to-beat-isis.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;von Dan Petraeus gefordert&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles in allem weiss man also nach der Lekt&#252;re dieses Texts nicht mehr als vorher, die Antifaschisten kennen nun zumindest ihre neue Mission. Der Autor macht den gleichen Fehler wie etliche Politologen und Soziologen: Er erstellt ein Schema mit verschiedenen Kategorien und dann wird die gesellschaftliche Realit&#228;t aufgrund willk&#252;rlicher Kriterien dort reingepackt. Er verliert kein Wort zur wirklichen Geschichte des politischen Islams, zur Gr&#252;ndung der Muslimbruderschaft 1928 oder zur amerikanischen Unterst&#252;tzung der Mudjahedin in Afghanistan (wobei letztere Auslassung bei den Antideutschen h&#228;ufig ideologische Gr&#252;nde hat). Es gibt also in seinem Schema keine Geschichte und somit logischerweise auch keinen Klassenkampf. Das ganze Weltgeschehen beschr&#228;nkt sich auf einen heroischen Kampf zwischen Kr&#228;ften des Guten (die &#8222;tolerante&#8220; Gesellschaft verteidigt von der Antifa, welche von Uniprofessoren ihre Instruktionen bekommt) und den barbarischen Armeen der Finsternis (&#8222;Rechtsextreme&#8220;, Salafisten). Politisch zeigt sich zudem, dass die antideutsche Ideologie schon lange die Teppichetage der Gesellschaft erreicht hat. Es hat sich eine Art antideutsche Sozialdemokratie etabliert, genau wie ihre ideologischen Wegbereiter besch&#228;ftigt sie sich obsessiv mit den Themen Antisemitismus, Rassismus und Antifaschismus. Wer will kann das ganze, wie unser Salafismus-Experte, noch mit einer Prise Postmodernismus w&#252;rzen und fertig ist der deutsche Durchschnittslinke &#8211; garantiert frei von Extremismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Roland Simon - Zu Charlie: der B&#252;rger, der Andere und der Staat</title>
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&lt;p&gt;Es gab Reiser und seinen Prolo, Baguette unter dem Arm, Baskenm&#252;tze auf dem Kopf und Kippe im Mundwinkel, der ganz traurig ist, weil er von Georges Marchais erf&#228;hrt, dass er nie Diktator sein wird; einmal mehr Reiser mit seinem Vietnamesen auf seinem Fahrrad, der sagt &#8222;Am Sonntag die Waffenruhe, am Montag in die Fabrik&#8220;; es gab auch den &#8222;tragischen Ball&#8220; und &#8222;Georges der Killer&#8220;. F&#252;r Leute wie mich, von meiner Generation, sticht es etwas im Herz, wenn man vom Massaker der Zeichner von (...)&lt;/p&gt;


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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Es gab Reiser und seinen Prolo, Baguette unter dem Arm, Baskenm&#252;tze auf dem Kopf und Kippe im Mundwinkel, der ganz traurig ist, weil er von Georges Marchais erf&#228;hrt, dass er nie Diktator sein wird; einmal mehr Reiser mit seinem Vietnamesen auf seinem Fahrrad, der sagt &#8222;Am Sonntag die Waffenruhe, am Montag in die Fabrik&#8220;; es gab auch den &#8222;tragischen Ball&#8220; und &#8222;Georges der Killer&#8220;. F&#252;r Leute wie mich, von meiner Generation, sticht es etwas im Herz, wenn man vom Massaker der Zeichner von &lt;i&gt;Charlie Hebdo&lt;/i&gt; erf&#228;hrt, nat&#252;rlich war &lt;i&gt;Charlie&lt;/i&gt; schon lange nicht mehr so, doch sie waren immerhin die Zeichner von &lt;i&gt;L'Enrag&#233;&lt;/i&gt; 1968&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_146 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_left spip_document_left'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='https://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L225xH282/10000201000000f00000012cea13942328bae177-03686.png?1689597943' width='225' height='282' alt='' /&gt;
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&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_147 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_left spip_document_left'&gt;
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&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es sind nicht vier Millionen &#8222;n&#252;tzliche Idioten&#8220;, welche in Frankreich am Sonntag 11. Januar auf die Strasse gegangen sind. Sie forderten keine &#8222;innere Milit&#228;roperation&#8220;, welche 10000 Soldaten auf dem ganzen &#8222;nationalen Territorium&#8220; mobilisiert (Regierungserkl&#228;rung vom Montag den 12.). Vom Nachmittag und Abend des Mittwochs den 7. (der Tag des Gemetzels in der Redaktion von &lt;i&gt;Charlie&lt;/i&gt;) an waren die ersten Kundgebungen und die ersten &lt;i&gt;B&#252;rger&lt;/i&gt;demonstrationen f&#252;r die &#8222;Werte der Republik&#8220; und der &#8222;Meinungs&#228;usserungsfreiheit&#8220;, gegen die &#8222;Barbarei&#8220; &lt;i&gt;spontan&lt;/i&gt; organisiert, und die Parole &#8222;Ich bin Charlie&#8220; kam dort auf. Die &#8222;Ermahnung des Staates&#8220; und die Ingangsetzung der darauf folgenden erdr&#252;ckenden Propagandamaschine war nicht n&#246;tig. &lt;i&gt;Der Staat ist auf den fahrenden Zug aufgesprungen&lt;/i&gt;, nicht ohne einige Ungeschicklichkeiten am Anfang, wie jene der Organisation der Demonstrationen unter der &#196;gide eines Kartells der politischen Organisationen. Am 11. Januar war das politische Personal eher diskret in Anbetracht eines teilweisen Danaergeschenks f&#252;r das aktuelle Wesen des Staates, den man nicht mehr einfach als national bezeichnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich werden sie davon profitieren, um jegliche Form der Opposition und der Revolte zu kriminalisieren, die Kontrollen und die Repression zu verst&#228;rken und zu legitimieren, gest&#228;rkt sein in den externen Kriegen, die nun intern zu &#8222;gerechten&#8220; Kriegen geworden sind. Doch die grossen Tiraden auf dem Podium &#252;ber &#8222;die nationale Einheit&#8220; und Jaur&#232;s oder die (nicht so einfache) &#8222;inter-nationale Einheit&#8220; des Westens gegen&#252;ber der &#8222;postkolonialen&#8220; Welt sind nicht nur von der radikalen Rhetorik abgesehen absolut unangemessen und beschr&#228;nken sich auf eine Abfolge von langweiligen und anklagenden Aussagen, die nichts analysieren, weil es nicht ihr Ziel ist, sondern sie reduzieren auch die Analyse auf einige ewige Kanons der revolution&#228;ren Norm. Die enorme Mobilisierung am Sonntag 11. Januar auf eine Aff&#228;re der Manipulation, der Propaganda, der Einreihung zu reduzieren ist etwas einfach und vielleicht sogar tr&#246;stend. Wenn es auch noch so gewesen w&#228;re, m&#252;sste man noch erkl&#228;ren, wieso es funktioniert hat. Es ist nicht so einfach und vielleicht noch schlimmer. Diese pl&#246;tzliche Mobilisierung am Sonntag 11. Januar 2015 war &#228;usserst aktuell&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine vollst&#228;ndigere Analyse dieser aktuellen Situation, in wessen (...)&#034; id=&#034;nh7-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ereignis ist nicht pl&#246;tzlich eingetreten wie ein Donner in einem klaren Himmel. In allen europ&#228;ischen L&#228;ndern, sei es verbunden mit linken Thematiken (Front de Gauche, Podemos, Syriza...) oder rechten (die Aufz&#228;hlung k&#246;nnen wir uns sparen), ist die nationale &lt;i&gt;Staatsb&#252;rgerschaft&lt;/i&gt; zu jener Ideologie geworden, welche als Antwort auf die Krise fungiert, eine Krise, welche auf die &#8222;Ungerechtigkeit der Verteilung der Reicht&#252;mer&#8220; reduziert wird. Diese &#8222;nationale Staatsb&#252;rgerschaft&#8220; bildet die Grundlage f&#252;r einen Diskurs, welcher die Legitimit&#228;t des zu einem &lt;i&gt;entnationalisierten&lt;/i&gt; Apparat gewordenen Staates in Frage stellt und ihn f&#252;r die Ungerechtigkeit verantwortlich macht. Wenn die Demonstranten bei der Durchfahrt der Busse der CRS applaudieren, erweisen sie der ertr&#228;umten Ordnung des sch&#252;tzenden Staates &#8222;vor der liberalen Globalisierung&#8220; die Ehre und glauben, sie wiedergefunden zu haben. Dies, &lt;i&gt;augenblicklich&lt;/i&gt;, unabh&#228;ngig von der Vielf&#228;ltigkeit der wirklichen oder vermeintlichen Unsicherheiten, Gefahren, welche ihr Leben bedrohen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es sind diese Gefahren, diese Unsicherheiten, welche sich, von der Republik bis zur Nation, fl&#252;chtig im Mythos der Staatsb&#252;rgerschaft als Schutz kristallisiert haben. Jene, welche ein wahrer Nationalstaat und eine nicht nur identit&#228;re, sondern identit&#228;re da sch&#252;tzende nationale Staatsb&#252;rgerschaft bietet, jene, welche sich seit den 1970er Jahren aus dem Staub gemacht hat. Doch die nationale Staatsb&#252;rgerschaft ist nicht unschuldig, weder in ihrer Geburt, noch in ihren Auswirkungen. Sie wird angesichts &#8222;des Anderen&#8220; konstruiert, welcher sie bedroht und sie impliziert die Beseitigung der Bedrohung. Heute der Islamismus, morgen oder gleichzeitig der Klassen- oder Frauenkampf. Vier Millionen versammeln sich und das frappierende daran ist die Leere des Diskurses: Es gibt nichts zu sagen, nichts zu tun, ausser zu sagen, &#8222;Ich bin Republikaner&#8220;, nichts zu verstehen, ausser, &#8222;was eine Nation ist&#8220;, nichts anderes als eine immense Repr&#228;sentation der von anonymen schwarzen Raben bedrohten Republik spazieren zu f&#252;hren, schwarze Raben, welche jeder m&#252;helos erkennen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nation wird nur zu einem Thema der Mobilisierung und des Kampfes, wenn sie als bedroht konstruiert wird, und die Bedrohungen k&#246;nnen dann nur in jenen Begriffen formuliert werden, welche die Nation vorgibt, jene der Werte und ihrer Authentizit&#228;t. Der B&#252;rger ist eine Abstraktion bez&#252;glich seines Verh&#228;ltnisses zum konkreten Individuum, welches durch die Produktions-, Klassen- und Genderverh&#228;ltnisse definiert wird, doch es ist nicht eine Abstraktion ohne Bestimmungen. Die Gleichheit und Gleichwertigkeit der B&#252;rger untereinander, welche ihre Abstraktion ausmachen, setzt ein Teilen gemeinsamer historischen und kulturellen Eigenschaften voraus. Es gibt keine Staatsb&#252;rgerschaft ohne Identit&#228;t, ohne die M&#246;glichkeit, &#8222;wir&#8220; und &#8222;sie&#8220; sagen zu k&#246;nnen. &#8222;Wir&#8220; uns &#8222;sie&#8220; zu sagen ist nicht das Privileg des Front National, der Schweinefleischesser und Rotweintrinker. Das kann mit dem laizistischen L&#228;cheln der &#8222;Meinungs&#228;usserungsfreiheit&#8220; und der Verteidigung des &#8222;Frauenrechts&#8220; gesagt werden. Doch es wird immer in der Sprache des Staates gesagt. &#8222;Die Fragen der Einwanderung und des Islams sind klar gestellt, wir k&#246;nnen nicht so weitermachen mit der Einwanderung, welche, wenn sie nicht mit dem Terrorismus verbunden ist, die Dinge erschwert, indem sie Integrationsprobleme und Kommunitarismus erzeugt.&#8220; (Sarkozy) Vom wohlmeinenden laizistischen L&#228;cheln zur Aussage Sarkozys ist der Weg nicht weit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein guter, ein wahrer B&#252;rger muss umso diskreter sein, als dass seine Universalit&#228;t suspekt ist. &#8222;Ziehen Sie diesen Schleier aus&#8220; sagt der linke B&#252;rger, welcher f&#252;r die Emanzipation der Frauen k&#228;mpft, womit er aus der Herrschaft &#252;ber die Frauen das Privileg einiger archaischer Kulturen und eine bei uns aussterbende Sache macht. Denn dieser B&#252;rger ist &lt;i&gt;einheimisch&lt;/i&gt;. Und weil er &lt;i&gt;einheimisch&lt;/i&gt; ist, ist er &lt;i&gt;universell&lt;/i&gt;. Die Juden in der Demonstration ihrerseits haben Recht, sich zu fragen: &#8222;H&#228;tte es nur die Geiselnahme im koscheren Supermarkt am Freitag gegeben, und kein Attentat gegen &lt;i&gt;Charlie Hebdo&lt;/i&gt; am Mittwoch, h&#228;tte man die gleiche republikanische Aufwallung beobachten k&#246;nnen?&#8220; Selbstverst&#228;ndlich nicht (siehe Toulouse): Die nationale Staatsb&#252;rgerschaft, das Universelle, ist nicht bedroht, wenn ein Partikularer einen anderen Partikularen angreift, auch wenn nicht alle Partikularen identisch unter dem Universellen subsumiert sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kommt vor, dass ein Partikularer aus historischen Gr&#252;nden in der langen Zeitlichkeit und/oder wegen aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Umst&#228;nden eine Positivit&#228;t hat, durch welche er, w&#228;hrend er gleichzeitig als Partikularer designiert wird, zur gleichen universellen Sph&#228;re geh&#246;rt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Hegel, Philosophische Prop&#228;deutik, Kapitel &#034;Begriffslehre&#034;, Abs&#228;tze (...)&#034; id=&#034;nh7-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;: &#8222;Ohne die Juden w&#228;re Frankreich nicht Frankreich&#8220; (Manuel Valls). Hier existiert die Partikularit&#228;t weiterhin, sie ist nicht, wie es die Pflicht w&#228;re, im Universellen beseitigt, doch sie geh&#246;rt zu seiner Sph&#228;re; die Partikularit&#228;t ist eine Bestimmung des Universellen, obwohl sie nicht in ihm beseitigt wird. Das letzte Mal als ein Pr&#228;sident auf der Strasse demonstrierte war es Mitterand nach der Sch&#228;ndung des j&#252;dischen Friedhofes von Carpentras, es geschah nie nach einem Angriff auf eine Moschee oder den muslimischen Teil eines Friedhofes, auch nicht eines milit&#228;rischen Friedhofes. Aus diversen Gr&#252;nden, gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, geschichtlichen, sind nicht alle Partikularit&#228;ten gleichwertig und das Verh&#228;ltnis des Universellen zu ihnen reicht vom Einschluss (welcher sie nicht beseitigt) bis zum Misstrauen oder gar der Feindschaft. Zu gewissen Zeitpunkten werden Partikularit&#228;ten vom Universellen als sch&#228;dlich konstruiert, die Juden konnten das auf tragische Art und Weise erfahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was auch immer die gehaltenen Diskurse sein m&#246;gen, bedeutet die schlichte Existenz der Demonstrationen, wovon wir sprechen, und welche ihn dazu einladen, &#8222;sich in der Republik zu emanzipieren&#8220;, dass das gleiche &#252;berhaupt nicht f&#252;r unsere &#8222;muslimischen Mitb&#252;rger&#8220; (die Formel sagt alles) gilt. Das Partikulare wird nicht im gleichen Verh&#228;ltnis zum Universellen zum Ausdruck gebracht. Hier wird es auf negative Art und Weise zum Ausdruck gebracht, es bestimmt sich nur an sich und f&#252;r sich selbst, es geh&#246;rt zum Verschiedenen. Seien wir prosaischer, wenn sie sich auch nicht darauf beschr&#228;nken, sind die Demonstrationen am Donnerstag dem 8. und am Sonntag dem 11. ohne das in Frankreich durch die besorgte und feindliche Konstruktion des Islams (und der &#8222;Araber&#8220;) als schlicht und einfach fremdartig und ausl&#228;ndisch erzeugte Klima in ihrer Massivit&#228;t unbegreiflich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gr&#252;nde dieser (...)&#034; id=&#034;nh7-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &#8222;H&#246;ren wir auf mit dem Gutmenschentum&#8220;, sagen immer h&#228;ufiger die sehr republikanischen Geister, &#8222;diese Terroristen kommen sehr wohl aus eurer Gemeinschaft, macht ein bisschen Ordnung&#8220;. Nach den Angriffen am Mittwoch dem 7. und Freitag dem 9. haben sich die &#220;bergriffe gegen Araber und/oder Muslime gemehrt, doch betrachten wir eher die andere Seite der gleichen Medaille, die offene und humanistische Haltung (was uns die Einfachheit der humanistischen Verurteilung des Rassismus und &#8222;der Islamophobie&#8220; erspart).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die humanistische Anordnung, &#8222;den Anderen&#8220; zu akzeptieren, setzt die Existenz &#8222;des Anderen&#8220; voraus, seine Konstruktion als solcher und somit die Hierarchie gegen&#252;ber &#8222;dem Einen&#8220;, welcher die Macht hat, zu sagen, wer &#8222;der Andere&#8220; ist. Zwischen &#8222;Uns&#8220; und &#8222;den Anderen&#8220; steht eine Organisation der Gesellschaft, welche sich den Individuen aufzwingt und schon vor jedem von ihnen existiert. Jene, welche dazu aufgerufen werden, &#8222;den Anderen zu akzeptieren&#8220;, konstituieren die normale, legitime Gesellschaft. Der Ursprung der Einen und der Anderen ist die schlichte und nackte Macht. Der Eine ist jener, welcher die Macht hat, zu unterscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterscheidung ist die wirkliche, empirische, allt&#228;gliche Umsetzung des &lt;i&gt;Universalismus&lt;/i&gt; des B&#252;rgers. Sofern wir das Phantom eines &#8222;wahren Universalismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Kommunismus wird die Interaktion von einzigartigen Individuen sein, (...)&#034; id=&#034;nh7-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; hinter uns lassen, kann der Westen berechtigterweise das Monopol der universellen Werte beanspruchen, falls n&#246;tig mit F16 und Rafalen. Der Universalismus ist eine ideologische Produktion, welche mit der kapitalistischen Produktionsweise, der Abstraktion der Arbeit, dem Wert und dem B&#252;rger verbunden ist. Diese Produktionsweise ist die einzige universelle mit universellen ideologischen Praktiken, unter der Bedingung, dass die Individuen den Kriterien der Unversalit&#228;t entsprechen, d.h. dass sie keine Frauen sind oder kommunitaristische, ethnische, rassische, famili&#228;re, religi&#246;se Verbindungen unterhalten, welche mit dem Nationalstaat konkurrieren. Ein Staat, d.h. ein Nationalstaat, da er ein kapitalistischer Staat ist, kennt keine intermedi&#228;ren Gemeinschaften, keine in seiner Mitte anerkannte vielf&#228;ltige Identit&#228;ten, und grenzt alles, was seinem Kriterium der universellen Homogenit&#228;t schadet oder damit interferiert, als Fremdk&#246;rper, partikulare, und somit sch&#228;dliche Gemeinschaften ab. Jegliche Vermittlung zwischen der Macht und dem Individuum hat aufgeh&#246;rt, zu existieren. Wir m&#252;ssen auf diesem Mittelweg des Nationalstaats in seiner politischen Struktur bestehen, ein Mittelweg, ohne welchen man die Erkl&#228;rung der Homogenisierung nur plump auf die Entwicklung des Werts und des Kapitals verweist, wovon ausgehend man alles und jedes in einer indifferenzierten Totalit&#228;t erkl&#228;ren kann. Insofern als dass nur der Staat das von seinen Bestimmungen abstrahierte Individuum repr&#228;sentieren soll, welches der B&#252;rger ist, das &#8222;emanzipierte Individuum&#8220;, ist die einzige Garantie seiner &#8222;Emanzipation&#8220; die Zugeh&#246;rigkeit zur vom Staat repr&#228;sentierten nationalen Identit&#228;t und die Integration in die selbe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Religion betrifft, ist sie eine &lt;i&gt;prim&#228;re&lt;/i&gt;, instabile und unvollendete Form des Universalismus des Staates, der Ideologie, unter welcher politische Praxis erfolgt. Prim&#228;r und instabil deshalb, weil in jenem Moment, wo die Religion sich als herrschende Ideologie konstituiert, indem sie die Ideologien in sich vereint, unter welchen sich die Praktiken der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse und der Produktion entfalten, sie die Tatsache entbl&#246;sst und beansprucht, dass &lt;i&gt;die abstrakte Universalit&#228;t des Staates nicht im Staate selbst liegt&lt;/i&gt;, dass er nicht selbst &#8222;die ausgef&#252;hrte Religion&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx, Zur Judenfrage.&#034; id=&#034;nh7-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der vollendete politische Staat ist seinem Wesen nach das Gattungsleben des Menschen im Gegensatz zu seinem materiellen Leben. Alle Voraussetzungen dieses egoistischen Lebens bleiben au&#223;erhalb der Staatssph&#228;re in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft bestehen, aber als Eigenschaften der b&#252;rgerlichen Gesellschaft. Wo der politische Staat seine wahre Ausbildung erreicht hat, f&#252;hrt der Mensch nicht nur im Gedanken, im Bewu&#223;tsein, sondern in der Wirklichkeit, im Leben ein doppeltes, ein himmlisches und ein irdisches Leben, das Leben im politischen Gemeinwesen, worin er sich als Gemeinwesen gilt, und das Leben in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft, worin er als Privatmensch t&#228;tig ist, die andern Menschen als Mittel betrachtet, sich selbst zum Mittel herabw&#252;rdigt und zum Spielball fremder M&#228;chte wird. Der politische Staat verh&#228;lt sich ebenso spiritualistisch zur b&#252;rgerlichen Gesellschaft wie der Himmel zur Erde. (&#8230;) Der demokratische Staat, der wirkliche Staat, bedarf nicht der Religion zu seiner politischen Vervollst&#228;ndigung. Er kann vielmehr von der Religion abstrahieren, weil in ihm &lt;i&gt;die menschliche Grundlage der Religion auf weltliche Weise ausgef&#252;hrt ist&lt;/i&gt;.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh7-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das ganze hatte etwas Sakrales&#8220; (Nathalie Kosciusko-Morizet); &#8222;Das Volk Frankreichs ging zur Kommunion&#8220; (Rama Yade).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vier Millionen Franzosen auf der Strasse und 97% in den Umfragen haben ihren Treueeid zum &#8222;wahren Staat&#8220; erneuert und &#8222;den Anderen&#8220; freundlich gebeten, das selbe zu tun, falls er es nicht schon getan hatte. Sie baten ihn mit Mitleid und Mitgef&#252;hl darum, sich zu emanzipieren. Historisch geh&#246;rt diese Emanzipation im Namen der Universalit&#228;t in Frankreich zum alten politischen Repertoire der Linken. Da die M&#228;rtyrer von &lt;i&gt;Charlie&lt;/i&gt; auch den Ruf hatten, links zu sein, war alles zum Besten in der sch&#246;nen neuen Welt der zu verteidigenden universellen Werte. Man musste die &#8222;Muslime Frankreichs&#8220; dazu auffordern, ihren Protest &#8222;gegen die Barbarei&#8220; lauthals zu beteuern, zu sagen, dass &#8222;das nicht der wahre Islam ist&#8220; und &#8222;zur Demonstration zu gehen&#8220;. Sie, M&#228;nner und &lt;i&gt;Frauen&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Scheinbar ist die &#8222;nette Araberin&#8220;, Medienfigur des vergangenen (...)&#034; id=&#034;nh7-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sind nicht gekommen, doch der Imam in der Fernsehsendung, jener, den man eingeladen hat, stimmt zu, macht alles h&#246;flich wie es sich geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch was ist mit der allt&#228;glichen Erniedrigung, den Absagen an Bewerbungsgespr&#228;chen, der urbanen Relegation, den argw&#246;hnischen Blicken in den Bars? Es ist weder der Islamische Staat oder Al Qaida, noch ihre fernen Urspr&#252;nge, welche die Koauchibr&#252;der und Amedy Coulibaly hervorgebracht haben, es ist die franz&#246;sische Gesellschaft. &#8222;Die T&#228;ter dieses abscheulichen Attentats sind in Wirklichkeit franz&#246;sische B&#252;rger, welche eine republikanische und laizistische Schule besucht haben, jene von Jules Ferry. Frankreich muss zeigen, dass es kein &#8222;Brutkasten&#8220; von Terroristen ist, es sind nicht die Muslime, die Christen, die Juden, die Morgenl&#228;nder, welche zeigen m&#252;ssen, dass sie anders sind.&#8220; (Leserbrief in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;); &#8222;Diese Jihadisten sind in unseren St&#228;dten aufgewachsen, haben das Scheitern in unseren Schulen gelernt, den Hass in unseren Gef&#228;ngnissen&#8220;, f&#252;gt ein anderer Leser hinzu. Schon seit langem f&#252;hren die Massenarbeitslosigkeit, die Segmentierung des Arbeitsmarktes bis hin zu seiner Rassialisierung, die polizeiliche Behandlung der Banlieues dazu, dass die herrschende Klasse weiss, dass es nichts zu verteilen gibt, nichts anzubieten, ausser vielleicht eine Betreuung durch &#8222;den republikanischen Islam Frankreichs&#8220; dieser &#8222;muslimischen franz&#246;sischen Jugend&#8220;, wie es ein ehemaliger Aussenminister formuliert. Es braucht einen Cohn-Bendit, um zu verk&#252;nden, dass &#8222;in die Banlieues investiert werden muss&#8220;, und &#8222;eine nationale Sportstiftung&#8220; vorzuschlagen, &#8222;welche Sportlehrer unterst&#252;tzen w&#252;rde&#8220;. Malek Boutih ist direkter: &#8222;Wenn ein Gefahrenpotenzial besteht, m&#252;ssen Territorien gereinigt werden&#8220;, er schl&#228;gt vor, dass gewisse Banlieuegemeinden &#8222;tempor&#228;r vom Staat entm&#252;ndigt werden&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Insofern als dass heute, wie es Gilles Kepel formuliert, &#8222;ein jihadistischer Anziehungspunkt existiert, welcher dem republikanischen Pakt feindlich gesinnt ist&#8220; und dieser genau weiss, wo er zuschlagen muss, damit es weh tut, braucht man nicht im Geringsten in die Sahelzone, in den Jemen oder in den Irak zu gehen, um zu verstehen, woher er kommt. Diese &#8222;Gottesverr&#252;ckten&#8220; sind unsere Feinde, nicht weil sie &#8222;barbarischer&#8220; w&#228;ren als andere (die Dronen unserer Demokratien k&#246;nnen durchaus mit ihnen mithalten), sondern weil es ihr Ziel ist, die Br&#252;che in der ausgebeuteten und beherrschten Klasse, welche schon ohne sie ausreichend existieren, zu vertiefen und zu verh&#228;rten. Auch wenn es nicht darum geht, auf eine Einheit des Proletariats zu hoffen (die Segmentierung ist der Lohnarbeit inh&#228;rent und die Einheit des Proletariats kann nur gleichbedeutend mit seiner Aufhebung sein), so geht es auch nicht darum, diese Br&#252;che im kulturellen und religi&#246;sen Bereich zu versteifen, indem man sie essentialisiert. Die &#8222;jungen Proletarier der Banlieues&#8220; sind nicht immuner als andere gegen den allgemeinen ideologischen Wandel von Klassenkonflikten (und Konflikten zwischen Segmenten der ausgebeuteten Klasse) in kulturelle Konflikte. Umso mehr, weil die Tatsache, sich als &#8222;Muslim&#8220; zu bezeichnen, im internationalen Kontext ein &lt;i&gt;Bild&lt;/i&gt; der absoluten Konfrontation liefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;berlassen wir die Schlussfolgerungen den Historikern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Tag war ein einzigartiges Ph&#228;nomen, weil: &#8222;Unsere grossen nationalen Tage waren fast immer Tage des Kampfes&#8220; (Jean-No&#235;l Jeanneney).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der erste Tag des demokratischen Internationalismus&#8220; (Michel Winock).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Pascal Ory war diese Demonstration der Einheit, wo die parteiischen, gewerkschaftlichen oder kommunitaristischen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die &#8222;Zweitrangigkeit&#8220; der &#8222;kommunitaristischen Gemeinschaften&#8220; ist falsch (...)&#034; id=&#034;nh7-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zugeh&#246;rigkeiten zweitrangig geworden sind, vielsagend bez&#252;glich des Zustandes unserer Gesellschaft: &#8222;Die Tatsache, nicht geschlossen hinter einer Organisation zu marschieren, 1001 verschiedene Parolen br&#252;llen, wie wir es am Sonntag gesehen haben, ist das Zeichen eines sehr fortgeschrittenen Individualismus, welcher unsere westlichen Gesellschaften charakterisiert. Was wir gesehen haben, ist gewiss eine Massenkundgebung, doch eine Kundgebung, welche mehrheitlich individualistische Leute vereint.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man k&#246;nnte sagen, dass Pascal Ory in j&#252;ngster Vergangenheit nicht viele Demonstrationen gesehen hat, denn w&#228;hrend diesen ist es immer seltener, &#8222;geschlossen hinter einer Organisation zu marschieren&#8220;, doch sehen wir dar&#252;ber hinweg, denn Pascal Ory hat n&#228;mlich Recht. Es war eine Masse von isolierten Individuen, d.h. eine Masse von B&#252;rgern, welche nur zuschauen konnte, wie ihnen gegen&#252;ber ihre Gemeinschaft in der Form von ungef&#228;hr 50 Staatschefs vor&#252;berzog. Was auch immer diese Individuen selber im Besonderen denken m&#246;gen und was auch immer das Misstrauen sein mag, welches diese nationale Staatsb&#252;rgerschaft gegen&#252;ber dem aktuell reell existierenden Staat unterhalten mag, war es &lt;i&gt;unsere abstrakte Universalit&#228;t&lt;/i&gt;, welche vorbeizog (auch wenn sie nicht beritten war, wie zu Zeiten Hegels), und gegen&#252;ber welcher sie, als B&#252;rger, ihre Ehrbekundung erneuert haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese Entsprechung des B&#252;rgers (sogar als solcher) und des Staates ist (...)&#034; id=&#034;nh7-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es war m&#246;glich, es nicht zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In der Geschichte ist die Euphorie h&#228;ufig kurzlebig und auf die grossen Momente des Enthusiasmus folgt selten eine paradiesische Zukunft&#8220; (Michel Winock). Paradiesisch oder nicht, die aktuelle Konjunktur der Klassenk&#228;mpfe (Vorherrschaft der Distributionsverh&#228;ltnisse &#252;ber die Produktionsverh&#228;ltnisse, Ungerechtigkeit der Distribution und ihr Verantwortlicher, der entnationalisierte Staat, rassialisierte Segmentierung des Proletariats, Authentizit&#228;t des Volkes gegen&#252;ber den Eliten, interklassistische K&#228;mpfe) f&#252;hrt dazu, dass, &#252;ber ein Ereignis hinausgehend, das schnell abschwellen wird, die Zukunft im unvermeidlichen widerspr&#252;chlichen Spiel zwischen dem konkreten, in den gesellschaftlichen Produktionsverh&#228;ltnissen engagierten Individuum und dem B&#252;rger, &lt;i&gt;seiner notwendigen Abstraktion&lt;/i&gt;, ausgemacht wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir sind hier auf der Ebene der Ideologie, unter welcher sich das (...)&#034; id=&#034;nh7-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;R.S&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=13979&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb7-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine vollst&#228;ndigere Analyse dieser aktuellen Situation, in wessen Kontext sich diese Mobilisierung abspielt, siehe den Text von &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Eine-besondere-Sequenz&#034;&gt;&#034;Eine besondere Sequenz. Wo befinden wir uns in der Krise?&#034;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Hegel, &lt;i&gt;Philosophische Prop&#228;deutik&lt;/i&gt;, Kapitel &#034;Begriffslehre&#034;, Abs&#228;tze 2 bis 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gr&#252;nde dieser Konstruktion, siehe den Text &#034;M. Le Pen et la fin de l'identit&#233; ouvri&#232;re&#034;, &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt; Nr. 18. Seit der Niederschrift dieses Textes 2002 sind wir von einer Zustimmung &#8222;in negativer Form&#8220; (das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t) zu einer positiven Zustimmung im Rahmen der Bestimmungen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen der Krise &#252;bergegangen (siehe hier ebenfalls &#034;Eine besondere Sequenz&#034;, obwohl dieser Text kritikw&#252;rdig ist: v.a. bez&#252;glich der starren Gegen&#252;berstellung von Produktions- und Distributionsverh&#228;ltnissen, worauf er gr&#246;sstenteils basiert).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Kommunismus wird die Interaktion von einzigartigen Individuen sein, welche von keiner Gemeinschaft subsumiert sind, deshalb ist die Bezeichnung &#8222;Kommunismus&#8220; als gesellschaftlicher Zustand problematisch.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx, &lt;i&gt;Zur Judenfrage&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Scheinbar ist die &#8222;nette Araberin&#8220;, Medienfigur des vergangenen Jahrzehnts, verschwunden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &#8222;Zweitrangigkeit&#8220; der &#8222;kommunitaristischen Gemeinschaften&#8220; ist falsch in Anbetracht der massiven Abwesenheit (wenn man das so sagen kann) der &#8222;muslimischen Gemeinschaft&#8220;. Was in diesem Zusammenhang nicht als nebens&#228;chlich betrachtet werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese Entsprechung des B&#252;rgers (sogar als solcher) und des Staates ist aktuell ziemlich instabil, entweder untergr&#228;bt das konkrete Individuum den B&#252;rger, oder der Staat existiert nicht mehr als logische Folge des B&#252;rgers und der Zivilgesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir sind hier auf der Ebene der Ideologie, unter welcher sich das Versteckspiel zwischen Produktions- und Distributionsverh&#228;ltnissen abspielt (siehe, trotz seiner Grenzen, &#034;Eine besondere Sequenz&#034;).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Gestern wie heute, nieder mit der nationalen Einheit!</title>
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&lt;p&gt;Die Morde dieser letzten Tage sind schreckliche Ereignisse. Solche Akte provozieren logischerweise ein lebendiges Gef&#252;hl der Ablehnung. Doch die Benutzung der Tr&#228;nen und der Trauerbekundungen des Umfeldes der Opfer ist widerlich: Nichts rechtfertigt die sakrosankte nationale Einheit und alle daraus folgenden Angriffe gegen Proletarier. Die rassistischen Aggressionen gegen Muslime oder jene, die verd&#228;chtigt werden, es zu sein, haben sich schon geh&#228;uft. Die Ank&#252;ndigungen des Premierministers (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/je-suis-charlot2.jpg?1689511749' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='88' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Morde dieser letzten Tage sind schreckliche Ereignisse. Solche Akte provozieren logischerweise ein lebendiges Gef&#252;hl der Ablehnung. Doch die Benutzung der Tr&#228;nen und der Trauerbekundungen des Umfeldes der Opfer ist widerlich: Nichts rechtfertigt die sakrosankte nationale Einheit und alle daraus folgenden Angriffe gegen Proletarier.&lt;/strong&gt; Die rassistischen Aggressionen gegen Muslime oder jene, die verd&#228;chtigt werden, es zu sein, haben sich schon geh&#228;uft. Die Ank&#252;ndigungen des Premierministers bez&#252;glich der &#8222;Notwendigkeit, Massnahmen zu ergreifen&#8220; bereiten schon die Verabschiedung neuer Ausnahmegesetze vor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vor einem Jahrhundert, im Juli 1914, ermordete ein nationalistischer Aktivist Jean Jaur&#232;s in Paris, gleich neben dem Sitz seiner Zeitung, &lt;i&gt;L'Humanit&#233;&lt;/i&gt;. Dieser Akt beschleunigte die Geburt der nationalen Einheit, die Einheit aller grossen Parteien und Gewerkschaften dieser Zeit f&#252;r den Krieg gegen Deutschland. Ein Krieg, dessen schreckliche Konsequenzen noch heute, ein Jahrhundert danach, sp&#252;rbar sind. &#8222;Kapitalismus, sagte Jaur&#232;s, bringt Krieg mit sich, wie die Wolken das Gewitter.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Heute sp&#252;ren wir, wie sich dieses Gewitter erneut n&#228;hert.&lt;/strong&gt; Schon jetzt ist &#8222;der Aufruf zum Krieg gegen den Terrorismus und f&#252;r die Verteidigung der Zivilisation&#8220; auf der Titelseite aller Zeitungen, allen voran des Figaro, die vom Waffenh&#228;ndler Serge Dassault kontrollierte Tageszeitung. Schon jetzt spricht man von nationaler Einheit. Man mahnt uns zur Verantwortung, zur W&#252;rde. Eine W&#252;rde, welche jene Leute nicht zu ersticken scheint, welche nun Schulter an Schulter mit all jenen franz&#246;sischen und internationalen F&#252;hrungsfiguren demonstrieren, welche, zusammen genommen, die Beteiligung an Dutzenden von Kriegen, die Repression von Tausenden von Oppositionellen, Folter auf hohem Niveau repr&#228;sentieren...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese nationale Einheit, wovon sie sprechen, all diese Leute, welche mit der Macht einen Walzer tanzen, es ist immer die Einheit gegen die Ausgebeuteten. Im Rahmen einer fast vollst&#228;ndigen nationalen Einheit wurde in den USA der Patriot Act nach dem 11. September verabschiedet. Diverse Massnahmen, welche der Polizei, der Armee und den amerikanischen Geheimdiensten freie Hand geben. Er erlaubt z.B. die unbegrenzte Haft all jener, welche als &#8222;feindliche K&#228;mpfer&#8220; betrachtet werden. All das ohne Anklage oder Urteil. Diese Massnahmen erlaubten die Einrichtung des Lagers in Guantanamo. Die faktische Legalisierung der Folter usw. Soviel zur Verteidigung der Zivilisation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Soweit sind wir in Frankreich noch nicht. Doch manchmal beschleunigt sich alles.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und machen wir uns keine Illusionen. Diese Zivilisation, welche all diese national Vereinten verteidigen wollen, ist die Klassengesellschaft. Es ist das Privateigentum. Es ist ihre Kohle und die M&#246;glichkeit, sie auf unserem R&#252;cken gewinnbringend anzulegen. All diese grossen Worte der Demokratie, der Republik und Blabla treten vor den Imperativen des Profits zur&#252;ck. Man hat es vor kurzem einmal mehr in Griechenland gesehen: Wie viel Gewicht hatten diese grossen Prinzipien gegen&#252;ber den Notwendigkeiten des Kapitals? Wo waren all diese inbr&#252;nstigen Verteidiger der Pressfreiheit, als die griechische Regierung ohne Vorwarnung das &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen abschaltete? Und es sind die Regierungen der nationalen Einheit, welche jene Sparmassnahmen ergriffen haben, welche den griechischen Proletariern die Luft abschn&#252;ren. Vergessen wir nicht, dass seitdem die Anzahl Selbstmorde explosionsartig angewachsen ist, dass etlichen Krebskranken die sehr teure Behandlung nicht mehr bezahlt wird...Man k&#246;nnte etliche Beispiele erw&#228;hnen, auch aus vielen anderen L&#228;ndern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Denn die nationale Einheit ist in Mode in Europa.&lt;/strong&gt; Ein breites politisches Spektrum vereinigende grosse Koalitionen regierten in diesen letzten Jahren in Griechenland, Deutschland, Italien, Belgien, Holland, Irland usw. Das ist nicht unerheblich. Es bedeutet, dass &#252;berall Angriffe gegen die Proletarier im Gang sind. Das ist der wahre Krieg unserer Zeit: jener gegen die Ausgebeuteten. Die Staaten t&#228;uschen sich diesbez&#252;glich nicht und mit diesen Angriffen, in Erwartung unseres Widerstands, werden Massnahmen ergriffen, welche zum Ziel haben, die Aufrechterhaltung der Ordnung zu st&#228;rken, der Polizei mehr Befugnisse, mehr Mittel, mehr Waffen zu geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Antiterrorismus, von den Ausnahmegesetzen bis zu den Notstandsmassnahmen, schmiedet langsam aber sicher die Waffen der massiven Repression gegen die Proletarier. Diese Dispositive werden von einem Diskurs begleitet, jenem des inneren Feindes, des Terroristen. Diesen Terrorismus haben die kapitalistischen Staaten selbst verursacht, vor und nach dem 11. September, durch imperialistische Kriege, welche ganze L&#228;nder verw&#252;stet haben, durch die Niederschlagung von Millionen von Proletariern, durch das Elend, durch das Gef&#228;ngnis. Die Staaten definieren den inneren Feind je nach Interessen der Kapitalisten in verschiedenen Perioden. Ihre Diskurse sind &#252;berall die gleichen: Alle Mittel sind recht, um die Gesellschaft gegen den Virus des Fanatismus zu verteidigen. Es sind die gleichen Mittel, welche die Macht anschliessend gegen uns nutzen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Wir k&#246;nnen diesem Krieg nur unsere kollektive Solidarit&#228;t, unsere Klassenselbstverteidigung entgegensetzen.&lt;/strong&gt; Wir sind nicht &#8222;Charlie&#8220;, wir verweigern diese k&#252;nstliche Einheit mit den Ausbeutern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir sind nichts, werden wir alles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://www.tantquil.net/2015/01/12/hier-comme-aujourdhui-a-bas-lunion-nationale/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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