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		<title>Doc Sportello &#8211; Antwort an M. Lautr&#233;amont: Weshalb das Proletariat keine Avantgarde braucht</title>
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&lt;p&gt;Doc Sportello &#8211; Antwort an M. Lautr&#233;amont: Weshalb das Proletariat keine Avantgarde braucht &lt;br class='autobr' /&gt;
Am 29. Mai 2020 hat M. Lautr&#233;amont einen Text mit dem Titel &#8222;Covid-19, Klassengesellschaft und anarchistische Selbstreflexion&#8220; ver&#246;ffentlicht. Fr&#252;her lautete die Frage Was tun?, heute &#8222;Wie k&#228;mpfen?&#8220;. Denn offensichtlich tut es das revolution&#228;re Proletariat seiner Ansicht nach nicht gut genug: &#8222;Da sich aber eine &#246;konomische Krise anbahnt, t&#228;ten Linke und Anarchist*innen gut daran, sich auf kommende (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton70.jpg?1689545499' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='100' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Doc Sportello &#8211; Antwort an M. Lautr&#233;amont: Weshalb das Proletariat keine Avantgarde braucht&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 29. Mai 2020 hat M. Lautr&#233;amont einen Text mit dem Titel &lt;a href=&#034;https://www.ajourmag.ch/covid-19-klassengesellschaft-und-anarchistische-selbstreflexion/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Covid-19, Klassengesellschaft und anarchistische Selbstreflexion&#8220;&lt;/a&gt; ver&#246;ffentlicht. Fr&#252;her lautete die Frage &lt;i&gt;Was tun?&lt;/i&gt;, heute &#8222;Wie k&#228;mpfen?&#8220;. Denn offensichtlich tut es das revolution&#228;re Proletariat seiner Ansicht nach nicht gut genug: &#8222;Da sich aber eine &#246;konomische Krise anbahnt, t&#228;ten Linke und Anarchist*innen gut daran, sich auf kommende K&#228;mpfe vorzubereiten und die eigenen theoretischen und praxisbezogenen M&#228;ngel zu reflektieren. Die missliche Lage der selbsternannten Revolution&#228;r*innen hierzulande hat Programm, weil die linksradikale und anarchistische Szene jahrzehntelang durch einen selbstreferenziellen Aktionismus gekennzeichnet war. Durch das momentane Ausbleiben einer revolution&#228;ren Massenbewegung und die Unm&#246;glichkeit eines Aufstands sieht sich die revolution&#228;re Aktivist*in einmal mehr auf sich selbst und ihre Szene zur&#252;ckgeworfen. Die Aufrechterhaltung dieser festgesetzten Rolle &#8211; die an ein radikales Auftreten, spezifische sprachliche Ausdr&#252;cke und ritualisierte Aktionsformen gekoppelt ist &#8211; wird im schlimmsten Fall zur identit&#228;tsstiftenden politischen Praxis und dreht sich nur noch um sich selbst.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Feststellung ist freilich nicht grunds&#228;tzlich falsch, doch die entscheidende Passage hier, das &#8222;momentane Ausbleiben einer revolution&#228;ren Massenbewegung und die Unm&#246;glichkeit eines Aufstands&#8220;, scheint der Autor in der Folge des Texts als Ursache selbst zu vergessen, wenn er insinuiert, dass diese Tatsache durch voluntaristische Anstrengungen modifiziert werden k&#246;nnte. Zudem geh&#246;rt das von ihm verwendete Gendersternchen eben genau in die Kategorie &#8222;spezifische sprachliche Ausdr&#252;cke&#8220;, es ist Ausdruck der poststrukturalistischen Illusion, dass Sprache die Realit&#228;t determiniert, und wer dieses idealistische Dogma nicht teilt, wird auf gewissen Szeneplattformen als Sexist gebrandmarkt. Das bedeutet selbstverst&#228;ndlich nicht, dass solche Debatten nicht &lt;i&gt;wirkliche&lt;/i&gt; Konflikte ausdr&#252;cken und dass die M&#228;nnerherrschaft in der kapitalistischen Klassengesellschaft keine Tatsache ist. Doch zu glauben, dass sich daran was &#228;ndern w&#252;rde, wenn wir unsere Sprache ver&#228;ndern, ist idealistisches Wunschdenken. Zudem ist eine solche sprachliche Praxis eben gerade h&#246;chst &#8222;identit&#228;tsstiftend&#8220;, sie zieht eine klare Grenze zwischen einer angeblich dekonstruierten Szene, die als eine Art &lt;i&gt;safe space&lt;/i&gt; jenseits gesellschaftlicher Widerspr&#252;che gesetzt wird, und dem per se unter Sexismusverdacht stehenden Rest der Gesellschaft. Damit wird der strukturelle Charakter der M&#228;nnerherrschaft negiert und sie wird auf ein moralisches Problem reduziert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der zentrale Grund, wieso ich diesen Text nicht unkommentiert stehen lassen kann, ist jedoch folgende Passage: &#8222;W&#228;hrend der selbstreferenzielle Aktionismus die Theorie als Legitimierung des eigenen Handelns missbraucht, rechtfertigen die Intellektuellen ihr Nichtstun mit Theoriearbeit. Wer sich nicht in die identit&#228;tsstiftende und spektakul&#228;re Welt des Aktivismus st&#252;rzt, richtet sich eine kleine intellektuelle Nische ein, in der die Resignation mit einer Zur&#252;ckweisung jeglicher Praxis einhergeht. Was schliesslich bis zu einer merkw&#252;rdigen Nachahmung des so verteufelten Akademismus f&#252;hren kann. Wenn Intellektuelle um ihrer Intellektualit&#228;t willen &#252;ber die verallgemeinerte Misere des Kapitalismus sinnieren, scheinen sie eine radikale und sozial-revolution&#228;re Perspektive zu verteidigen. Ihre Kritik bleibt indes idealistisch, weil ihr jeglicher praktischer Handlungshorizont abhanden kommt oder gar nie anvisiert wurde.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist ziemlich offensichtlich, dass die &#8222;Theoriearbeit&#8220; dieses Blogs f&#252;r den Genossen in diese Kategorie der &#8222;Intellektualit&#228;t&#8220; geh&#246;rt. Entgegen seinen Vorstellungen dient sie nicht dazu, mein &#8222;Nichtstun&#8220; zu rechtfertigen, einerseits, weil ich es grunds&#228;tzlich nicht f&#252;r notwendig halte, dass irgendwer sein &#8222;Nichtstun&#8220; rechtfertigen m&#252;sste, andererseits, weil es absolut irrelevant ist, was ich tue oder nicht tue, f&#252;r die kommunistische Revolution ist einzig und allein das kollektive Handeln des Proletariats relevant. Die Aussage dr&#252;ckt eine zutiefst produktivistische Vorstellung von &#8222;Aktivismus&#8220; aus, als ob es einen Stachanow-Preis f&#252;r den Dienst an der Revolution zu gewinnen g&#228;be. Egal, das ist eigentlich ziemlich nebens&#228;chlich, am schlimmsten in der ganzen Passage ist der Vorwurf, solche &#8222;Theoriearbeit&#8220; sei &#8222;idealistisch, weil ihr jeglicher praktischer Handlungshorizont abhanden kommt oder gar nie anvisiert wurde&#8220;. Tats&#228;chlich wird hier Theorie nicht als Handlungsanleitung f&#252;r Aktivisten verstanden, was daran idealistisch sein soll, wird im Text nicht weiter erkl&#228;rt. Idealismus und Materialismus werden somit nicht als philosophische Herangehensweisen betrachtet, sondern verwandeln sich in eine Karikatur der m&#252;ssigen Debatte dar&#252;ber, was das ideale Gleichgewicht zwischen Theorie und Praxis sein k&#246;nnte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nicht weiter auf die Tatsache eingegangen werden, dass auch die Theorie eine Form der Praxis darstellt. Bei Lautr&#233;amont wird die Praxis schlichtweg zu politischem Aktivismus: &#8222;Dabei stellt sich die Frage, ob eine emanzipatorische politische Praxis den eigenen politischen Zusammenhang (egal ob Affinit&#228;tsgruppe oder gr&#246;ssere Organisation) oder die Bed&#252;rfnisse unserer Klasse ins Zentrum stellen sollte.&#8220; Es ist eine alte Frage der revolution&#228;ren Bewegungen: Soll man sich in sektiererische (Klein-)Gruppen zur&#252;ckziehen, um die revolution&#228;re Position nicht zu verw&#228;ssern, oder soll man, unter der Gefahr, Kompromisse schliessen zu m&#252;ssen, f&#252;r eine Massenlinie optieren. Nur ist dieses Problem heutzutage obsolet, da es eines der Arbeiterbewegung war. Es ist ein Relikt einer Epoche, wo die Arbeiteridentit&#228;t im Zentrum des Klassenkampfes stand und die Revolution als Affirmation des Proletariats konzipiert wurde. Diese Epoche ist seit den Beginn der Restrukturierung in den 1970er Jahren endg&#252;ltig vorbei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im restrukturierten Kapitalismus kann die kommunistische Revolution nur noch als Kommunisierung konzipiert werden. Es kann also keine &#8222;emanzipatorische politische Praxis&#8220; geben, denn die einzige proletarische Praxis, die man als emanzipatorisch betrachten k&#246;nnte, ist jene, welche hin zur Kommunisierung tendiert, und sie ist zutiefst antipolitisch: freie Verteilung von G&#252;tern, Zur&#252;ckdr&#228;ngung der Staatsgewalt, Zerst&#246;rung kapitalistischer Infrastruktur usw. Diese Bewegung weitet sich entweder aus und endet in der kommunistischen Revolution, oder sie wird niedergeschlagen. Die Politik als getrennte Sph&#228;re ist gleichbedeutend mit der Aufrechterhaltung der Herrschaft des Kapitals, der Regelung der Klassenkonflikte unter der Bedingung, die Klassengesellschaft nicht in Frage zu stellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Lautr&#233;amont jedoch will mit der Revolution hausieren gehen: &#8222;Wann soll es gelingen, die staaten- und klassenlose Gesellschaft international wieder als realistisches Ding der Unm&#246;glichkeit zu positionieren, wenn nicht zu Zeiten, in denen selbst in der befriedeten Schweiz die Klassenwiderspr&#252;che in aller Deutlichkeit an die Oberfl&#228;che katapultiert werden?&#8220; Seit es Klassengesellschaften gibt, ist die Idee einer klassenlosen Gesellschaft (Staatenlosigkeit ist eine logische Folge davon, es ist letztendlich &#252;berfl&#252;ssig, das zu pr&#228;zisieren, sie wird auch keine Gesellschaft im eigentlichen Sinn sein) nie aus den K&#246;pfen der Ausgebeuteten verschwunden. Aber sie ist nicht eine politische Option unter anderen, man entscheidet sich nicht entweder f&#252;r die SP, die &#246;kologische NGO oder die klassenlose Gesellschaft. Revolution&#228;re waren immer mit Repression konfrontiert und werden immer damit konfrontiert sein, weil die Revolution nicht eine politische Option in der demokratischen Gesellschaft unter anderen darstellt. Die Geschichte hat wiederholt gezeigt, dass die Bourgeoisie zu hemmungsloser Brutalit&#228;t bereit ist, um ihre Klassenherrschaft und somit die Herrschaft des Kapitals zu verteidigen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufst&#228;nde brechen nicht aus, weil Aktivisten diese &#8222;organisieren&#8220;, sondern sie sind in der Regel eine Reaktion gegen eine Verschlechterung der Lebensbedingungen des Proletariats. So geschehen in Chile: Die Erh&#246;hung der Ticketpreise der Metro in Santiago war der Tropfen, der das Fass zum &#220;berlaufen brachte. In Zeiten stagnierender oder gar sinkender Nominall&#246;hne kann jegliche Erh&#246;hung der Lebenskosten die Verarmung bedeuten. Nur l&#228;sst sich die chilenische Situation nicht mit jener der Schweiz vergleichen. Unter Pinochet erlebte das Land eine &#228;usserst brutale Restrukturierung, so etwas wie ein Sozialstaat ist praktisch inexistent und etliche Dienste, die in der Schweiz &#246;ffentlich sind, sind in Chile privatisiert. Im s&#252;damerikanischen Kontext gilt Chile zwar als reiches Land, doch das BIP pro Kopf ist in der Schweiz mehr als f&#252;nfmal h&#246;her und der Wohlstand wesentlich weniger ungleich verteilt. Das Proletariat in Chile hat also offensichtlich weniger zu verlieren als jenes hier, auch als jener Teil, der f&#252;r Nothilfe anstehen muss. Mit der Vertiefung der globalen Krise d&#252;rfte es auch hier fr&#252;her oder sp&#228;ter vermehrt zu immer weniger friedlichen Protesten kommen, auch wenn das nat&#252;rlich kein mechanizistisches Gesetz ist. Ob diese Proteste der Beginn der Revolution oder bloss die Begleitmusik zum Niedergang Europas sein werden, steht in den Sternen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eines ist hingegen gewiss: Sollte Agamben dann noch leben, wird er bestimmt einmal mehr einen Text ver&#246;ffentlichen, in welchem er sein zentrales Dogma, den zum Normalzustand werdenden Ausnahmezustand, einmal mehr als best&#228;tigt postulieren wird. Trotz leiser Kritik kommt er in Lautr&#233;amonts Text viel zu gut weg. Er bezeichnet die Pandemie nicht nur als &#8222;Medienhysterie&#8220;, sondern sagte in einem Interview mit der konservativen Zeitung &lt;i&gt;La Verit&#224;&lt;/i&gt; am 22. April 2020, die gegenw&#228;rtige staatliche Kontrolle gehe &#8222;viel weiter als alle Formen der ausge&#252;bten Kontrolle unter totalit&#228;ren Regimes wie dem Faschismus oder dem Nazismus&#8220;. Er ist der Guru einer imagin&#228;ren Partei, deren Komitee unsichtbar ist (die Mitgliederliste ist selbstverst&#228;ndlich geheim). Dieses Milieu zeichnet sich seit Anfang der Pandemie dadurch aus, sie zu negieren oder zu minimieren, wer es sich antun will, kann die etlichen Texte zu diesem Thema von Agamben, Franco &#8222;Bifo&#8220; Berardi, Julien Coupat und vielen anderen Exponenten dieser Galaxie lesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Von Leuten, die sich auf Heidegger berufen, darf man auch nichts besseres erwarten. Sie aufgrund ihrer geteilten Aversion gegen die Technologie mit den aufst&#228;ndischen Anarchisten zu vergleichen, tut letzteren allerdings unrecht. Nat&#252;rlich kann man ihre Obsession mit der Technologie kritisieren, doch zumindest verteidigen sie grundlegend revolution&#228;re und antagonistische Positionen, nicht irgendwelche alternativistische Lebensformen, und sie glauben auch nicht, dass man Kommunismus und Anarchie unter der Herrschaft des Kapitals zur&#252;ckgezogen in irgendwelchen b&#228;uerlichen Kommunen leben kann oder dass Autonomie bedeutet, seine eigenen Kartoffeln anzubauen. Ihre Texte und Zeitschriften kritisieren zwar die Massnahmen des Staates reflexartig, doch die Pandemie als solche wird darin nie kleingeredet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund der Ohnmacht in Anbetracht der Situation h&#228;lt Lautr&#233;amont Prinzipien wie Zauberst&#228;be in die Luft: &#8222;Doch einige der grundlegenden S&#228;ulen des Anarchismus in Erinnerung zu rufen ist essenziell: Selbstorganisation, gegenseitige Hilfe, Anti-autoritarismus und Solidarit&#228;t.&#8220; Es jedoch stark zu bezweifeln, dass die Situation so ist, wie sie ist, weil die &#8222;grundlegenden S&#228;ulen des Anarchismus&#8220; nicht gen&#252;gend respektiert werden. Dabei scheint alles so einfach zu sein: &#8222;Die kollektive Selbstorganisation ist aus meiner Sicht auch hierzulande essenziell, um aus der aktuellen defensiven Lage herauszufinden.&#8220; Nur sind wir hier im Moment nicht einmal wirklich in einer &#8222;defensiven Lage&#8220;, denn abgesehen von einigen Ausnahmen, verteidigt sich hier kaum eine Fraktion des Proletariats. In Chile ist die &#8222;kollektive Selbstorganisation&#8220; nicht eine Ursache der K&#228;mpfe, sondern ein Resultat davon. Zwischen solchen Verteidigungsk&#228;mpfen und der Revolution steht jedoch ein qualitativer Sprung, wor&#252;ber nicht an einer Versammlung entschieden werden wird. Die Revolution wird eine Katastrophe sein, wie es ein franz&#246;sischer Genosse formulierte, genauso unvorhersehbar und chaotisch, niemand wird sie vorbereiten oder organisieren k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dezember 2020&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - ARTE zu Afghanistan: M&#228;rchen aus 1001 Nacht</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello-ARTE-zu-Afghanistan-Marchen-aus-1001-Nacht</link>
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		<dc:date>2020-05-14T18:34:00Z</dc:date>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>

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&lt;p&gt;Die geographische Lage Afghanistans und der eigent&#252;mliche Charakter des Volkes verleihen dem Lande im Zusammenhang mit den Geschicken Zentralasiens eine politische Bedeutung, die kaum &#252;bersch&#228;tzt werden kann. &lt;br class='autobr' /&gt;
Friedrich Engels, 1857 &lt;br class='autobr' /&gt;
Unl&#228;ngst strahlte ARTE einen vierteiligen Dokumentarfilm zur j&#252;ngsten Geschichte Afghanistans aus. Nur schon der Titel liess einem das schlimmste bef&#252;rchten: Afghanistan. Das verwundete Land. Die Personifikation von Nationalstaaten ist eine typisch (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Eigene-Texte" rel="tag"&gt;Eigene Texte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Afghanistan" rel="tag"&gt;Afghanistan&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton69.jpg?1689273178' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='106' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Die geographische Lage Afghanistans und der eigent&#252;mliche Charakter des Volkes verleihen dem Lande im Zusammenhang mit den Geschicken Zentralasiens eine politische Bedeutung, die kaum &#252;bersch&#228;tzt werden kann.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Friedrich Engels, 1857&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Unl&#228;ngst strahlte ARTE einen vierteiligen Dokumentarfilm zur j&#252;ngsten Geschichte Afghanistans aus. Nur schon der Titel liess einem das schlimmste bef&#252;rchten: &lt;i&gt;Afghanistan. Das verwundete Land&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die vier Episoden sind bis am 5. Juli 2020 auf der Homepage von ARTE verf&#252;gbar.&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Personifikation von Nationalstaaten ist eine typisch b&#252;rgerliche Macke, genau wie ein Land sich freuen, trauern oder in Angst sein kann, kann es sich auch verwunden, wenn es nicht aufpasst. Und Afghanistan &lt;i&gt;hat nicht aufgepasst&lt;/i&gt;, daran lassen die Regisseure kaum Zweifel. Es sind dies einerseits Mayte Carrasco, die Friedensforschung und Internationale Beziehungen studiert hat, mittlerweile Lektorin ist an diversen Universit&#228;ten und CEO von Big Story Films, Abnehmer ihrer journalistischen Arbeit sind u.a. unabh&#228;ngige und kritische Medien wie z.B. Berlusconis Mediaset oder Springers &lt;i&gt;Die Welt&lt;/i&gt;, andererseits Marcel Mettelsiefen, Fotojournalist, Kriegsberichterstatter und Dokumentarfilmer und stolzer Tr&#228;ger u.a. des Axel-Springer-Preises, ein Preis, mit dem z.B. auch allseits f&#252;r ihre Sachlichkeit bekannte Journalisten wie Julian Reichelt oder Ulf Poschardt ausgezeichnet wurden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man ahnt also, wohin die Reise gehen wird. Von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, kommen in den vier Episoden nur Exponenten der afghanischen Elite zu Wort, die meisten davon sind seit Jahrzehnten treue Diener des Westens. Es wird zwar beil&#228;ufig erw&#228;hnt, dass das Leben der Schickeria in Kabul nicht repr&#228;sentativ f&#252;r den Alltag der Afghanen ausserhalb dieser Kreise ist, doch in Anbetracht des Gewichts, das die Regisseure ihm geben, muss man zwangsl&#228;ufig zum Schluss kommen, dass es doch &lt;i&gt;irgendwie massgeblich&lt;/i&gt; ist. Gleichzeitig kommen wesentliche Aspekte gar nicht oder kaum zur Sprache, &#252;beraus dubiose Leute d&#252;rfen unkommentiert ihre Geschichten erz&#228;hlen, Gulbuddin Hekmatyar erz&#228;hlt seine Seite an Seite mit liberalen Feministinnen, die Postmoderne und ihr absurder Realismus zeigen sich in H&#246;chstform.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 1: Demokratie &#8211; das ist die Macht des K&#246;nigs plus Elektrifizierung des ganzen Landes&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Koh&#228;renz zwischen Form und Inhalt zuliebe beginnt die Geschichte wie ein M&#228;rchen: &#8222;Dies ist die Geschichte eines Landes, das ebenso sch&#246;n wie verflucht zu sein scheint, ein Land, das seit so langer Zeit im Krieg gefangen ist, dass sich nur wenige daran erinnern k&#246;nnen, wie alles begann und warum. Geld, Macht, Religion? Niemand hat eine Antwort. Was ist in Afghanistan schiefgelaufen? Dieses Land bleibt ein R&#228;tsel.&#8220; Man erf&#228;hrt auch, dass das Leben in Kabul damals &#8222;romantisch&#8220; war, alle waren &#8222;gl&#252;cklich&#8220; und es war &#8222;vermutlich sogar besser als in Europa&#8220;. Das Land ist &#8222;umgeben von uralten Zivilisationen&#8220; und &#8222;vereint vom islamischen Glauben&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afghanistan war in Tat und Wahrheit nie besonders &#8222;vereint&#8220;, so hiess z.B. die Provinz Nuristan (&#8222;Land der Erleuchtung&#8220;) bis zur aufgezwungenen Islamisierung 1896 Kafiristan (&#8222;Land der Ungl&#228;ubigen&#8220;) und war zuvor religi&#246;s von hinduistischen und buddhistischen Einfl&#252;ssen gepr&#228;gt. Auch die Repression und Massaker gegen die schiitischen Hazara ziehen sich wie ein roter Faden durch die neuzeitliche Geschichte, ihr Gebiet Hazarajat geriet ebenfalls erst Ende des 19. Jahrhunderts unter die Kontrolle der Zentralregierung. Als gr&#246;sste ethnische Gruppe (ungef&#228;hr 40%) haben die grossmehrheitlich sunnitischen und hanafitischen Paschtunen stets das Geschehen gepr&#228;gt, ihr Ehrenkodex Paschtunwali gilt als besonders konservativ. Etymologisch bedeutet der Landesname urspr&#252;nglich &#8222;Land der Paschtunen&#8220;, erst seit der Verfassung 1964 bezeichnet der Begriff &#8222;Afghanen&#8220; offiziell alle B&#252;rger des Landes unabh&#228;ngig von ihrer ethnischen Zugeh&#246;rigkeit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl diese Verfassung tats&#228;chlich gewisse Freiheiten garantierte und ein gew&#228;hltes Parlament einf&#252;hrte (zumindest was das Unterhaus betrifft, f&#252;r das Oberhaus sah sie vor, dass ein Drittel der Abgeordneten vom K&#246;nig nominiert werden), ist die Behauptung, sie sei gleichbedeutend mit Demokratie, absolut demagogisch. Als eingefleischte Demokraten sollten Carrasco und Mettelsiefen eigentlich wissen, dass die Souver&#228;nit&#228;t des Volkes eine Demokratie definiert. Artikel 6 lautet allerdings folgendermassen: &#8222;In Afghanistan personifiziert der K&#246;nig die Souver&#228;nit&#228;t.&#8220; Artikel 15 garantiert ihm Straffreiheit, Artikel 16 und 17 der K&#246;nigsfamilie den Machterhalt. Artikel 9 definiert seine Rechte und Pflichten, er kann z.B. das Parlament aufl&#246;sen, internationale Vertr&#228;ge unterschreiben oder Gerichtsurteile aufheben. Gewaltenteilung sieht anders aus und jeder b&#252;rgerliche Staatsrechtler definiert eine solche Staatsform als konstitutionelle Monarchie, ganz bestimmt nicht als Demokratie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Film erw&#228;hnt nicht, dass der Autor des Putsches 1973 und Neffe des K&#246;nigs Mohammed Daoud Khan von 1953 bis 1963 Ministerpr&#228;sident war. W&#228;hrend dieser Zeit n&#228;herte sich Afghanistan der Sowjetunion an und betrieb eine aggressive Politik gegen&#252;ber Pakistan. Daoud Khan setzte sich die Aufhebung der Durand-Linie und die Annexion der paschtunischen Gebiete Pakistans zum Ziel. Pakistan schloss 1961 die Grenze, 1962 sandte Afghanistan sogar mehrmals Truppen &#252;ber die Grenze, der erhoffte paschtunische Aufstand im Nachbarland blieb jedoch aus. Um die Lage zu beruhigen, wurde Daoud Khan 1963 vom K&#246;nig abgesetzt. Mohammed Zahir Schah orientierte sich nun zunehmend an Washington und der Einfluss Moskaus in Afghanistan verringerte sich. Die Verfassung 1964 hatte nicht zuletzt zum Zweck, Daoud Khan von jeglichen Machtpositionen fernzuhalten, Artikel 24, informell bekannt als Daoud-Bestimmung, untersagte Mitgliedern der K&#246;nigsfamilie die Mitgliedschaft in politischen Parteien und hielt fest, dass sie nicht Parlamentsmitglieder, Ministerpr&#228;sidenten, Minister oder Richter sein k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afghanistan hatte 1939 seine Neutralit&#228;t erkl&#228;rt, nahm 1955 an der Bandung-Konferenz teil und schloss sich der Bewegung der Blockfreien Staaten an. W&#228;hrend einige Staaten der Bewegung sich ziemlich eindeutig entweder an Washington oder an Moskau orientierten, versuchte Afghanistan stets, beide Seiten nicht allzu stark zu ver&#228;rgern. Genau deshalb bekam das Land Finanzhilfe von beiden Seiten, Moskau hatte tendenziell gr&#246;sseren Einfluss im Norden, Washington im S&#252;den. Obwohl sein n&#246;rdlicher Eingang kurz eingeblendet wird, wird der 1964 fertiggestellte und von der UdSSR finanzierte Salang-Tunnel im Film nicht einmal erw&#228;hnt. Er galt damals als Wunder der Ingenieurskunst und war bis zum Bau des Eisenhower-Tunnels in den Rocky Mountains 1973 der h&#246;chstgelegene Tunnel der Welt. Bis heute ist er die wichtigste Verbindungsachse zwischen dem Norden und dem S&#252;den, allen voran zwischen den n&#246;rdlichen Grossst&#228;dten Mazar-i-Sharif und Kunduz und der Hauptstadt Kabul.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Statt &#252;ber die tats&#228;chliche wirtschaftliche und politische Struktur des Landes zu sprechen, verirrt sich die Erz&#228;hlung in der Tiefenpsychologie und uns wird erkl&#228;rt, dass der K&#246;nig ein ganz einfacher Mann war und in Wirklichkeit von seiner Frau kontrolliert wurde. Schliesslich sind K&#246;nige, genau wie die Bourgeoisie, allgemein f&#252;r ihre Einfachheit bekannt und sie herrschen selbstverst&#228;ndlich nur, um den Frauenrechten endlich zum Durchbruch zu verhelfen. Zwar wird erw&#228;hnt, dass 80% der Bev&#246;lkerung auf dem Land in Armut leben und die Frauen dort praktisch keine Rechte haben, in Kabul scheinen jedoch alle zur Elite zu geh&#246;ren, alle haben universit&#228;re Bildung, gehen an Jazz-Konzerte und lesen sublime Poesie. Die Armen waren auch gl&#252;cklich, da es gn&#228;digerweise nicht verboten war, Drachen steigen zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es passt bestens zu dieser prowestlichen M&#228;rchenwelt, dass Gulbuddin Hekmatyar als unschuldiger Zeitzeuge dargestellt wird. Geboren 1949 in einem Dorf der Provinz Kunduz, beklagt sich der arme Mann im Film &#252;ber die Korruption, diese sei die Ursache gewesen, dass seine brillanten schulischen Leistungen nicht gew&#252;rdigt worden seien. In Wirklichkeit genoss er die Unterst&#252;tzung des Gesch&#228;ftsmannes Gholam Serwar Nasher, der ihm 1968 ein Studium an der Milit&#228;rakademie Mahtab Qala in Kabul erm&#246;glichte, wegen seiner politischen Ansichten wurde er ausgeschlossen und begann 1969 sein Ingenieursstudium an der Universit&#228;t Kabul. Anfangs war er Mitglied der 1969 gegr&#252;ndeten Muslimjugend. Ein paar Archivaufnahmen von Demonstrationen sind sehr verk&#252;rzt als Zusammenfassung seines &#8222;Kampfes gegen die Kommunisten&#8220;: &#8222;Als Ingenieurstudent an der Universit&#228;t Kabul organisierte Hekmatyar Angriffe, die darin bestanden, S&#228;ure auf die Gesichter unverschleierter Frauen oder auf ihre unbedeckten Beine zu werfen und manchmal schoss er ihnen sogar in die Beine.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Sonali Kolhatkar, James Ingalls, Bleeding Afghanistan. Washington, (...)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Konfrontation zwischen Kommunisten und Islamisten an den Universit&#228;ten war kein &#8222;Kulturkampf&#8220;, sondern ein politischer Konflikt, der mit allen Mitteln gef&#252;hrt wurde, ein Abbild der afghanischen Zukunft. Im Jahr 1972 war Hekmatyar wegen dem Mord an einem maoistischen Studenten im Gef&#228;ngnis und floh 1973 nach Pakistan. Er verliess die Muslimjugend und gr&#252;ndete 1974 die Hezb-i Islami. Schon damals war er im Konflikt mit Ahmad Schah Massoud, der ebenfalls in Kabul studierte und Mitglied der Muslimjugend war, und versuchte bereits 1975 mithilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI, der ihn schon seit Anfang der 1970er Jahre unterst&#252;tzte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ihn zu ermorden, woraufhin Massoud ein paar Jahre im pakistanischen Exil verbrachte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der grossen Hungersnot 1971-1972 profitierte Daoud Khan am 17. Juli 1973 von der Abwesenheit des K&#246;nigs, um die Macht zu ergreifen. Des K&#246;nigs &#8222;einfacher Lebensstil&#8220; wurde ihm zum Verh&#228;ngnis, denn er weilte nicht etwa aus diplomatischen Gr&#252;nden in Italien, sondern um sich einer Augenoperation zu unterziehen und seinen Hexenschuss zu behandeln. Die Behauptung im Film, dass mit Daoud Khan auch &#8222;die kommunistische Partei an die Macht&#8220; kam, stimmt so nicht ganz. Die 1965 gegr&#252;ndete Demokratische Volkspartei Afghanistans war seit 1967 gespalten, die eher urbane und als gem&#228;ssigt geltende Parcham-Fraktion unterst&#252;tzte den Putsch, die eher rurale und als extremistisch geltende Khalq-Fraktion hingegen nicht. Letztere konzentrierte sich darauf, ihren Einfluss in der Armee zu vergr&#246;ssern, was sich 1978 als ziemlich n&#252;tzlich herausstellen w&#252;rde. Erst 1977 vereinigten sich die beiden Fraktionen, vermutlich nicht ganz ohne Unterst&#252;tzung aus Moskau, war es doch auch das Jahr, wo Daoud Khan sich zunehmend von Moskau abwendete (die Beziehungen jedoch nicht vollst&#228;ndig abbrach, wie es im Film behauptet wird) und sich Teheran und Islamabad ann&#228;herte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ende der Monarchie war aber nicht gleichbedeutend mit dem Ende der politischen Stabilit&#228;t. Daoud Khan f&#252;hrte die zuvor begonnene Modernisierungspolitik weiter und der aussenpolitische Zickzackkurs war alles andere als neu. Dieser ist eng verbunden mit der Bedrohung des grossen Nachbars, zuerst Britisch-Indien, dann Pakistan, der 1893 festgelegten Durand-Linie und dem Schreckgespenst Paschtunistan. Die eher prowestlichen Phasen in der Nachkriegszeit (im wesentlichen 1963-1973 und 1977-1978) waren das Resultat einer entspannten Lage mit Islamabad. Pakistan hatte sich schon 1954 mit den USA verb&#252;ndet und wenn die Lage angespannt war, wendete sich Kabul ihrem gemeinsamen Feind zu: Moskau. Schon w&#228;hrend des Zweiten Weltkrieges hatte Afghanistan nicht gez&#246;gert, zu Beginn relativ freundschaftliche Beziehungen mit der Achse zu unterhalten und sich dann dem Verlauf des Krieges entsprechend immer mehr den Alliierten anzun&#228;hern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist also extrem verk&#252;rzt, die politische Instabilit&#228;t Afghanistans einfach der sowjetischen Einmischung zuzuschreiben. Diverse M&#228;chte unterst&#252;tzten verschiedene politische Akteure, um im Land an Einfluss zu gewinnen, Moskau hatte die DVPA, London Massoud, Islamabad Hekmatyar und Peking die Maoisten zu diesem Zweck. Dass eine solche Konfiguration zu Konflikten f&#252;hrt, ist alles andere als &#8222;ein R&#228;tsel&#8220;, es war ein gew&#246;hnlicher Machtkampf zwischen Anh&#228;ngern der Monarchie und verschiedenen Fraktionen der Bourgeoisie, die jeweils von konkurrierenden imperialistischen M&#228;chten unterst&#252;tzt wurden. Obwohl es unter Daoud Khan zu einigen Protesten kam, blieb die Lage weitgehend stabil, erst mit der Aprilrevolution 1978 eskalierte der bis anhin latente Konflikt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach der Ermordung des Vorsitzenden der Parcham-Fraktion Mir Akbar Khyber am 17. April 1979 ergriff die DVPA am 28. April in einem blutigen Putsch die Macht. Es ist heute noch nicht vollst&#228;ndig klar, wer ihn ermordete. Das Regime Daoud Khans beschuldigte Hekmatyar, Nur Muhammad Taraki, der Vorsitzende der Khalq-Fraktion, das Regime, einige Angeh&#246;rige der Parcham-Fraktion beschuldigten wiederum Hafizullah Amin von der Khalq-Fraktion, w&#228;hrend einige Angeh&#246;rige der Khalq-Fraktion die Sowjetunion und Babrak Karmal von der Parcham-Fraktion verd&#228;chtigten. Der Putsch war das Werk der Khalq-Fraktion und in Moskau war man nicht besonders gl&#252;cklich dar&#252;ber: &#8222;Trotz den vielen hoch platzierten Quellen des KGB in der afghanischen Regierung &#8211; einige waren sogar Minister &#8211; war die Revolte f&#252;r Moskau eine &#220;berraschung. Die sowjetische F&#252;hrung erfuhr die Neuigkeit aus einem Bericht von Reuters. Paradoxerweise war Breschnew nicht erfreut.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New York, (...)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der damalige sowjetische Vize-Aussenminister Georgi Kornienko kommentierte den Putsch in seinen Memoiren: &#8222;Sp&#228;ter offenbarte mir der Anf&#252;hrer der DVPA, Taraki, dass die afghanischen Anf&#252;hrer die M&#246;glichkeit gehabt h&#228;tten, die Sowjets &#252;ber den sich abzeichnenden Staatsstreich zu informieren, doch dass sie es absichtlich nicht getan h&#228;tten, denn sie bef&#252;rchteten, dass Moskau sie davon w&#252;rde abbringen wollen, eine bewaffnete Rebellion zu unternehmen, mit dem Argument der Abwesenheit einer revolution&#228;ren Situation in Afghanistan als Vorwand. Diese Bef&#252;rchtungen waren nicht unbegr&#252;ndet. H&#228;tte die UdSSR Kenntnis gehabt von ihren Absichten, h&#228;tte sie ihnen wahrscheinlich geraten, von diesem Projekt abzusehen, denn es gab von einem marxistischen Standpunkt aus tats&#228;chlich keine revolution&#228;re Situation im Land und die Beziehungen der UdSSR mit Afghanistan waren freundschaftlich unter Zahir Schah und unter Daoud, trotz dem Flirt Daouds mit dem Westen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zitiert nach Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterst&#252;tzung Moskaus f&#252;r die DVPA war stets eine Unterst&#252;tzung der Parcham-Fraktion: &#8222;Er [der KGB] hatte den gr&#246;ssten Teil seines Kapitals in die Parcham-Fraktion investiert und tendierte dazu, ihre Ansichten zu teilen, obwohl sie proportional einen geringen Anteil der Mitglieder der DVPA repr&#228;sentierte &#8211; 1&#8216;500 von 15&#8216;000.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rodric Braithwaite, Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89, Oxford, (...)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Schon am 13. Dezember 1979 plante der KGB, die F&#252;hrungsriege der Khalq-Fraktion zu vergiften&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gregory Feifer, op. cit., S. 58.&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Taraki war in der Zwischenzeit auf Befehl Amins am 8. Oktober 1979 ermordet worden. Dass Amin am 27. Dezember 1979 ermordet wurde, um &#8222;die Ordnung wiederherzustellen&#8220;, ist also gewiss nicht ganz falsch, aber es ist schon ein bisschen d&#252;rftig, diesen blutigen Fraktionskampf nicht einmal zu erw&#228;hnen. Die Erst&#252;rmung seines Palastes war ein geplanter Hinterhalt und bis fast zuletzt glaubte Amin, die sowjetischen Truppen seien zu seinem Schutz da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;The Storming of the Palace&#8220; in Rodric Braithwaite, op. cit., S. 82-102.&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 2: Das Reich des B&#246;sen und das Opium der Geister&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie erf&#228;hrt man bloss, was die gew&#246;hnlichen Leute in der UdSSR von der Invasion in Afghanistan hielten? Am besten stellt man die Frage einem hochrangigen Vertreter der Roten Armee, so erfahren wir vom Major Ruslan Aushev: &#8222;Wir, das Milit&#228;r, wollten alle nach Afghanistan geschickt werden.&#8220; Wenn man glaubw&#252;rdigere Quellen konsultiert, ergibt sich ein anderes Bild: &#8222;Verr&#252;ckte Leute nannten Afghanistan &#8218;eine Schule des Mutes&#8216;. Und waren weise genug, ihre S&#246;hne nicht dorthin zu schicken. Sie sprachen von &#8218;internationaler Pflicht&#8216;, &#8218;der Schlacht gegen die S&#246;ldner des Imperialismus an den s&#252;dlichen Grenzen unseres Vaterlandes&#8216;, &#8218;der resoluten Zur&#252;ckweisung der Aggression durch die Reaktion&#228;re der Region&#8216;. Und so weiter, und so fort. Sie versuchten, sich selbst und den Rest des Landes von der Tatsache zu &#252;berzeugen, dass Afghanistan &#8218;aus unreifen Jugendlichen standhafte K&#228;mpfer f&#252;r unseren kommunistischen Glauben macht&#8216;. Doch sollte Afghanistan Leute zum Glauben inspiriert haben, so war es ein Glaube, der ganz anders war, als jener, welcher von unserer Propaganda proklamiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the (...)&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Artyom Borovik schrieb f&#252;r das russische Magazin &lt;i&gt;Ogonjok&lt;/i&gt;, das seit dem Machtantritt Gorbatschows seine Politik verteidigte und somit ziemlich kritisch &#252;ber den Krieg berichtete. Die Regisseure scheinen hingegen die orthodoxe Parteilinie zu bevorzugen und befragen Mikhail Kozhukov, Berichterstatter der &lt;i&gt;Komsomolskaja Prawda&lt;/i&gt;, diese Zeitung war das Organ der Jugendorganisation der KP Komsomol, Kritik am Krieg fand man darin kaum bis gar nicht. Er erz&#228;hlt uns: &#8222;Ich hatte so ein moralisches Bed&#252;rfnis, etwas Sinnvolles zu tun. Es gab eine M&#246;glichkeit, diesen Menschen zu helfen, das war das Motiv, &#228;hnlich wie der B&#252;rgerkrieg in Spanien 1939.&#8220; Es soll hier nur nebenbei erw&#228;hnt werden, dass die sowjetische Einmischung in den Spanischen B&#252;rgerkrieg damals nicht von allen als hilfreich betrachtet worden war, wichtiger ist hier, dass der Vergleich &#252;berhaupt nicht zum Verst&#228;ndnis der damaligen Situation in Afghanistan beitr&#228;gt, sondern illustriert, wie ein parteitreuer Journalist sich die Gewissheit gibt, dass seine Propaganda der noblen Sache des Antifaschismus diente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die damalige westliche Kriegspropaganda kriecht im Film aus dem M&#252;lleimer der Geschichte hervor. So erkl&#228;rt uns Massood Khalili, ein enger Vertrauter Massouds, dass die Mudjahedin selbstverst&#228;ndlich weder &#8222;islamistisch&#8220; noch &#8222;fanatisch&#8220; waren. Auch wer immer schon wissen wollte, was &#8222;Jihad&#8220; genau bedeutet, erf&#228;hrt es hier: &#8222;Jihad bedeutet Kampf f&#252;r die Freiheit.&#8220; Shukria Barakzai gesteht ebenfalls, dass sie von den &#8222;Freiheitsk&#228;mpfern&#8220; fasziniert war. Massoud war eine Art Mischung zwischen Bob Dylan und Che Guevara, Hekmatyar ein frommer Muslim, der bloss seinen Glauben gegen die gottlosen Kommunisten verteidigen wollte. Einzig CIA-Offizier Milton Bearden r&#228;umt ein, dass einige der &#8222;Freiheitsk&#228;mpfer&#8220; vielleicht ein bisschen &#8222;b&#246;se&#8220; waren. In Anbetracht seiner Position ist er etwas pragmatischer als die naiven Journalisten und weiss insgeheim: Sie waren Bastarde, aber es waren unsere Bastarde!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Erz&#228;hlung steht in einer direkten Kontinuit&#228;t zur damaligen Propaganda in der westlichen Presse. Niemand wollte genau hinschauen, schliesslich stand das ganze Abenteuer im Dienste der Demokratie und der Freiheit: &#8222;Die Berichterstattung der Presse bez&#252;glich des Verhaltens der Guerilla w&#228;hrend dieser &#196;ra war positiv oder gar begeistert in ihrer &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit. Ihre unangenehmen Eigenschaften wurden verharmlost oder &#252;berhaupt nicht erw&#228;hnt. Obwohl einige Zeitungen eine gewisse Zur&#252;ckhaltung hinsichtlich der milit&#228;rischen Hilfe f&#252;r die Mudjahedin durch die USA (besonders die &lt;i&gt;Los Angeles Times&lt;/i&gt; und die &lt;i&gt;Washington Post&lt;/i&gt;) und andere (wie das &lt;i&gt;Wall Street Journal&lt;/i&gt;) eine offenere Politik bef&#252;rworteten, waren diese Unterschiede nur graduell. Nahezu alle Zeitungen bef&#252;rworteten ein gewisses Ausmass an milit&#228;rischer Unterst&#252;tzung durch die USA und ziemlich alle waren sich einig, dass die Guerillas &#8218;heldenhaft&#8216;, &#8218;mutig&#8216; und allen voran &#8218;Freiheitsk&#228;mpfer&#8216; waren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;David Gibbs, &#8222;Forgotten Coverage of Afghan &#8218;Freedom Fighters&#8216;&#8220;, FAIR, 1. (...)&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Film wird auch suggeriert, die amerikanische Unterst&#252;tzung h&#228;tte erst 1980 begonnen. Sie begann in Wirklichkeit schon im Juli 1979, knapp ein halbes Jahr vor der sowjetischen Invasion&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Kurioserweise werden diesbez&#252;glich zentrale Figuren wie Charlie Wilson und Gust Avrakotos und die Arbeitsteilung zwischen den Geheimdiensten im Film nicht einmal erw&#228;hnt: &#8222;Washington und Riad waren im wesentlichen f&#252;r die Beschaffung von Geld und Waffen verantwortlich, der pakistanische Geheimdienst ISI f&#252;r die Verteilung des Materials und dem Kontakt zu den afghanischen Aufst&#228;ndischen. Die Verbindungsm&#228;nner zwischen CIA und ISI waren haupts&#228;chlich Wilson und Avrakotos. Die milit&#228;rische Operationshoheit &#252;ber die Geld- und Waffenfl&#252;sse wurden, einmal in Karachi angekommen, dem ISI &#252;bergeben, welcher sich um den Transport nach Peschawar und die dortige Verteilung an die afghanischen Mudjahedin k&#252;mmerte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, &#8222;Zur &#8218;Wurzel&#8216; des Islamischen Staats: Eine Kritik der (...)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Je nach Sch&#228;tzungen flossen im Rahmen der Operation Cyclone zwischen zwei&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Ursula Lehmkuhl, &#8222;Die Reagan-Jahre: Zur&#252;ck zum &#8218;alten Glanz&#8216;&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und sechs&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Hasnain Kazim, &#8222;Das sowjetische Waterloo&#8220; in Der Spiegel, 22. (...)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Milliarden an die Mudjahedin.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist also falsch, wenn gelegentlich behauptet wird, die CIA h&#228;tte Hekmatyar bevorzugt, sie begann sogar ab Ende 1984, Massoud zu unterst&#252;tzen, ohne den ISI dar&#252;ber zu informieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In Pakistan war die CIA nur Juniorpartner, es war der ISI, der wusste, wie der Hase l&#228;uft. Da Hekmatyar schon zuvor Pakistans Mann in Afghanistan war, ist dessen Bevorzugung kaum &#252;berraschend. Neben der Islamischen Partei Hekmatyars wurden sechs weitere Parteien unterst&#252;tzt, die drei ersten galten als gem&#228;ssigt, die drei anderen, zusammen mit jener Hekmatyars, als extremistisch: die Islamische und Nationale Revolutionsbewegung Afghanistans, die Nationale Befreiungsfront von Sibghatullah Modschaddedi, die Nationale Islamische Front Afghanistans von Ahmed Gailani, die Islamische Vereinigung Afghanistans von Massoud, die Islamische Union f&#252;r die Befreiung Afghanistans von Abdul Rasul Sayyaf, die bevorzugte Partei Riads, und die Islamische Partei von Junis Chalis, eine Abspaltung von Hekmatyars Partei. Daneben gab es im Widerstand vom Iran unterst&#252;tzte schiitische und von China unterst&#252;tzte maoistische Gruppen, im Vergleich zu den sunnitischen Gruppen waren sie jedoch relativ bedeutungslos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Waffen kamen in Karachi an und wurden dann nach Peshawar transportiert. Weder die Lastwagen noch die Schiffe fuhren leer zur&#252;ck: &#8222;Aber sie [die amerikanischen und arabischen Zahlungen] f&#252;hrten auch, da sich viele an ihnen bereichern wollten, zu einem rapiden Anstieg der Kriminalit&#228;t, vor der jeder die Augen verschlo&#223;, solange die Russen in Afghanistan standen, deren verheerende Folgen aber den Verwerfungen am Ende des Jahrzehnts den Weg bereiteten. So versorgten riesige Schiffsladungen mit leichten Waffen, die von der CIA geliefert und im Hafen von Karatschi gel&#246;scht wurden, zun&#228;chst den lokalen Markt (und machten diese Stadt zu einer der gewaltt&#228;tigsten der Welt), ehe sie an die offiziellen Empf&#228;nger weitergeleitet wurden. Und zur&#252;ck kamen die Lastwagen mit Heroin, das aus dem in Afghanistan und in den &#8218;Stammesgebieten&#8216; an der pakistanischen Grenze angebauten Opium gewonnen und &#252;ber Karatschi exportiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einzig im zweiten Teil der Serie werden &#8222;die Drogen&#8220; ganz beil&#228;ufig erw&#228;hnt. Doch der Export von Heroin war ein wesentliches Element in der Finanzierung des Jihad. Obwohl in Afghanistan der Opiumanbau seit sp&#228;testens dem 19. Jahrhunderts dokumentiert ist, begann der Aufstieg des Landes zum Marktf&#252;hrer in diesem Sektor in den 1980er Jahren. Die Produktion verdoppelte sich zwischen 1982 und 1983 und stieg daraufhin kontinuierlich an&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Vanda Felbab-Brown, Shooting Up. Counterinsurgency and the War on (...)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Anfang der 1990er Jahre wurde der Goldene Halbmond zum wichtigsten weltweiten Heroinproduzenten und l&#246;ste das Goldene Dreieck ab, heutzutage produziert Afghanistan 90% des weltweit konsumierten Heroins. Hekmatyar war von Anfang an daf&#252;r bekannt, die Heroinproduktion im Rahmen seiner Kriegswirtschaft systematisch zu nutzen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd.&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, 1991 schrieb &lt;i&gt;Die Zeit&lt;/i&gt; &#252;ber ihn: &#8222;Nach Einsch&#228;tzung westlicher Drogenfahnder z&#228;hlt Gulbuddin Hekmatyar zu den gr&#246;&#223;ten Heroinproduzenten im &#8218;Goldenen Halbmond&#8216;. Er betreibe Labors in den pakistanischen Stammesgebieten und im Dreil&#228;ndereck zwischen Pakistan, Iran und Afghanistan. Sein Schwager Mohamad Hascheem und die Jugendfreunde Janbaz Khan und Hazarat Gul sollen f&#252;r Herstellung und Vertrieb des &#8218;wei&#223;en Pulvers&#8216; verantwortlich sein.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Martin J&#228;ger, &#8222;Der Tod aus dem Hindukush&#8220; in Die Zeit, 6. Dezember 1991.&#034; id=&#034;nh19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die arabischen Freiwilligen werden im Film nur sehr oberfl&#228;chlich behandelt, man begn&#252;gt sich mit der Feststellung, dass bin Laden und ein paar andere dort waren, in Wirklichkeit waren es je nach Sch&#228;tzungen zwischen 16&#8216;000 und 35&#8216;000. Trotz seiner zentralen Rolle wird der Pal&#228;stinenser Abdallah Azzam nicht einmal erw&#228;hnt. Er traf 1981 in Peschawar ein und gr&#252;ndete 1984 zusammen mit bin Laden und al-Zawahiri das Dienstleistungsb&#252;ro zur Mobilisierung arabischer Freiwilliger in der ganzen Welt, 1986 wurde sogar ein B&#252;ro in Tucson im amerikanischen Bundesstaat Arizona er&#246;ffnet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 155.&#034; id=&#034;nh20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam ist mehr als 30 Jahre nach seinem Tod immer noch eine bedeutende Figur des Jihadismus: &#8222;[E]r bleibt einer der am meist verehrten Figuren in der Welt des radikalen Jihadismus. In fast jeglicher Hinsicht ist Azzam einer der einflussreichsten jihadistischen Ideologen aller Zeiten [&#8230;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Hegghammer, The Caravan. Abdallah Azzam and the Rise of Global (...)&#034; id=&#034;nh21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Vermutlich ist den Regisseuren nicht einmal aufgefallen, dass der interviewte algerische K&#228;mpfer Abdullah Anas mit richtigem Namen Boudjema Bounouma heisst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 6.&#034; id=&#034;nh22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und sein Schwiegersohn ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Dienstleistungsb&#252;ro war die Vorg&#228;ngerorganisation von Al-Qaida. Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass es auch aktiv von der CIA unterst&#252;tzt wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe David Gibbs, op. cit.&#034; id=&#034;nh23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, und es arbeitete v.a. mit Hekmatyar zusammen. Azzam wurde am 24. November 1989 in einem Autobombenattentat in Peschawar ermordet, bis heute weiss niemand genau, von wem. Die Liste der Verd&#228;chtigen ist lang, sie umfasst bin Laden, al-Zawahiri, die afghanischen Mudjahedin, die CIA, den ISI und den Mossad. Nach seinem Tod &#252;bernahm bin Laden die Organisation und gab ihr den neuen Namen Al-Qaida, arabisch f&#252;r &#8222;die Basis&#8220;. Das beunruhigte damals niemanden, schliesslich galt er als &#8222;nicht anti-amerikanisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 156.&#034; id=&#034;nh24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mit dem R&#252;ckzug der Russen und dem Ende des Kalten Krieges wurde die Situation in Afghanistan langsam aber sicher f&#252;r die meisten Beobachter ein bisschen un&#252;bersichtlich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 3: Tr&#252;mmer auf Tr&#252;mmer geh&#228;uft&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als die Russen 1989 abzogen, blieb die DVPA an der Macht und ihr Pr&#228;sident Mohammad Najibullah trotz dem Desaster ein unersch&#252;tterlicher Optimist. Er dachte, die Zeit der &#8222;Vers&#246;hnung&#8220; sei nun endlich gekommen, das musste ein frommer Wunschtraum bleiben, denn f&#252;r die Mudjahedin war klar: Es war die Zeit der Abrechnung. Nachdem Zusammenbruch der UdSSR 1991 und der kompletten Einstellung der finanziellen Unterst&#252;tzung war sein Schicksal besiegelt, daran &#228;nderte auch die Tatsache nichts, dass der Artikel 1 der Verfassung von 1990 Afghanistan als &#8222;islamischen Staat&#8220; definierte. Im M&#228;rz 1992 trat er zur&#252;ck und machte den Weg frei f&#252;r eine &#220;bergangsregierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sie sollte ab dem 28. April 1992 die Geschicke des Landes leiten, wie alle Regierungen Afghanistans zwischen 1992 und 1996 existierte sie jedoch weitgehend nur auf dem Papier. Die verschiedenen Fraktionen der Mudjahedin lieferten sich einen unerbittlichen Krieg um die Kontrolle Kabuls. Hekmatyar versichert uns: &#8222;Wir trafen aber die klare Entscheidung, kein ziviles Ziel anzugreifen.&#8220; Diese Aussage ist ein ausgesprochen schlechter Witz. Ausnahmslos alle Kriegsparteien w&#228;hrend dieser Zeit werden in diversen Berichten beschuldigt, skrupellos Wohnquartiere bombardiert zu haben, h&#228;ufig werden Hekmatyars Milizen diesbez&#252;glich als besonders dreist dargestellt, nicht umsonst hat Hekmatyar seit dieser Zeit den Beinamen &#8222;Schl&#228;chter von Kabul&#8220;. Morde, Vergewaltigungen und Erpressung waren trauriger Alltag f&#252;r eine Zivilbev&#246;lkerung, die zwischen den Fronten eines extrem chaotischen Krieges stand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aufgrund von konstanten Spannungen zwischen der wahhabitischen Miliz von Abdul Rasul Sayyaf und der schiitischen Miliz Hezb-e Wahdat von Karim Khalili wechselte letztere im Dezember 1992 die Seiten und ging ein B&#252;ndnis mit Hekmatyars Kr&#228;ften ein. Als K&#228;mpfer von Massoud und Sayyaf die schiitische Vorstadt Kabuls Ashraf betraten, r&#228;chten sie sich daf&#252;r an der Zivilbev&#246;lkerung: &#8222;Am 11. Februar 1993 betraten K&#228;mpfer von Massoud und Sayyaf die Hazara-Vorstadt Ashraf, sie t&#246;teten &#8211; gem&#228;ss Berichten der Bewohner &#8211; &#8218;ungef&#228;hr 1&#8216;000 Zivilisten&#8216;, sie k&#246;pften alte M&#228;nner, Frauen, Kinder und sogar ihre Hunde, ihre Leichen warfen sie in die Brunnen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Griffins, &#8222;A Gruesome Record&#8220; in The Guardian, 16. November 2001.&#034; id=&#034;nh25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Hoffentlich wird Bob Dylan nie erfahren, mit wem er in diesem Film verglichen worden ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pr&#228;zise Zahlen &#252;ber die Kriegsopfer zwischen 1992 und 1996 hat vermutlich niemand, ein Bericht spricht von 25&#8216;000 Toten allein zwischen Januar und Juni 1994&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe The Afghanistan Justice Project, &#8222;Casting Shadows: War Crimes and (...)&#034; id=&#034;nh26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nachdem die Miliz von Abdul Rashid Dostum bis 1992 auf der Seite der Regierung der DVPA gek&#228;mpft hatte, war sie ab 1992 zuerst mit Massoud, dann ab 1994 mit Hekmatyar verb&#252;ndet. Im gleichen Jahr mischte sich auch eine neue Kraft in den B&#252;rgerkrieg ein, die Taliban, paschtunisch f&#252;r &#8222;Studenten&#8220;, Koransch&#252;ler aus Kandahar und der pakistanischen Grenzregion. Sie eroberten Kandahar im November 1994 und Herat im September 1995. Der pakistanische Geheimdienst ISI gab ab 1994 die Unterst&#252;tzung Hekmatyars auf und unterst&#252;tzte von nun an die Taliban. Sie eroberten Kabul im September 1996. Nach dem B&#252;rgerkrieg 1989 bis 1992 der Mudjahedin gegen die Regierung der DVPA und jenem von 1992 bis 1996 zwischen den verschiedenen Milizen der Mudjahedin und den Taliban begann nun der dritte afghanische B&#252;rgerkrieg der 1990er Jahre zwischen den Taliban und der Nordallianz.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der letzte amerikanische Botschafter verliess Kabul 1992, es war der Beginn von neun Jahren ohne diplomatische Pr&#228;senz im Land. Nach der Eroberung von Mazar-i-Sharif im Mai 1997 anerkannten Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate die Regierung der Taliban. Trotz allem waren die Pl&#228;ne f&#252;r die seit Anfang der 1990er Jahre geplante Trans-Afghanistan-Pipeline immer noch aktuell, 1996 er&#246;ffnete die amerikanische Firma Unocal ein B&#252;ro in Kandahar, um eventuell gegen&#252;ber ihrer argentinischen Konkurrentin Bridas bessere Karten zu haben, diese folgte 1997 mit einem B&#252;ro in Kabul. Die amerikanische Diplomatie wusste zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich, wie mit dem Regime der Taliban umgegangen werden sollte. Auf der aktualisierten Liste der Terrororganisationen im Herbst 1997 sucht man die Taliban und Al-Qaida auf jeden Fall vergeblich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Derweil liefen die konkurrierenden Verhandlungen von Unocal und Bridas mit den Taliban weiter. Im Verlauf von 1997 waren sogar Delegationen der Taliban zu Gast bei Unocal in Texas und bei Bridas in Argentinien. In Washington war immer noch Ratlosigkeit vorherrschend: &#8222;Tats&#228;chlich gibt es bis anhin keine wirklichen Beweise, dass die Clinton-Regierung eine Politik der Kontaktaufnahme mit den Taliban verfolgte. Da die Nachwirkung des Afghanistan-Krieges andauerte &#8211; eine schwer bewaffnete Nation im Chaos, ein florierender Drogenhandel und terroristische Trainingslager &#8211;, war die Reaktion des Personals in den Hauptquartieren der CIA auf jede Erw&#228;hnung von Afghanistan der Schauder nahe. Im Aussenministerium existierte keine wirkliche Politik ausser dem best&#228;ndigen Ruf nach einer &#8218;breit abgest&#252;tzten Regierung&#8216; f&#252;r Afghanistan.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Richard Mackenzie, &#8222;The US and the Taliban&#8220; in William Maley (Hg.), (...)&#034; id=&#034;nh27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach zunehmendem feministischen Druck wurden die Taliban erstmals Ende 1997 durch Hillary Clinton und Madeleine Albright &#246;ffentlich von offizieller Seite kritisiert. Nach den parallelen Anschl&#228;gen gegen die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salam am 7. August 1998 war ein freundschaftlicher Kurs mit den Taliban im amerikanischen Politbetrieb endg&#252;ltig eine diskreditierte Position. Die CIA begann nun, &#252;ber die Ergreifung bin Ladens nachzudenken und auch Saudi-Arabien entzog dem Regime der Taliban Mitte September 1998 seine Unterst&#252;tzung&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 413-415.&#034; id=&#034;nh28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Geheimdienste ergatterten allerdings kaum Informationen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 513.&#034; id=&#034;nh29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und niemand wusste, dass bin Laden seit sp&#228;testens Ende 1999 in Kandahar dabei war, einen grossen Coup zu planen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 485.&#034; id=&#034;nh30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwei Tage vor seiner Ausf&#252;hrung wurde Massoud von zwei Attent&#228;tern ermordet, die sich als belgische Journalisten ausgegeben hatten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Am 9. September 2001, nicht am 7., wie im Film f&#228;lschlicherweise angegeben.&#034; id=&#034;nh31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. W&#228;hrend im Westen die Nordallianz als demokratische Kraft pr&#228;sentiert wurde, war die Einsch&#228;tzung der Revolution&#228;ren Vereinigung der Frauen Afghanistans schon 2002 ziemlich klar: &#8222;Seit einem Jahr richtet die Welt ihr Augenmerk auf Afghanistan: Folgt auf den Zusammenbruch des Talibanregimes nun eine gegen die Taliban und gegen religi&#246;se Tyrannei ausgerichtete Regierung? Doch alle Hoffnung und alle Willensanstrengungen unseres freiheitsliebenden Volkes und der Menschen in der Welt wandelten sich in Illusion und Verzweiflung, als wir sehen mu&#223;ten, da&#223; die USA und ihre Verb&#252;ndeten die Macht in Afghanistan an die Nordallianz &#252;bergaben - das sind Fundamentalisten, die noch blutr&#252;nstiger [&#8230;] sind und den Menschenrechten feindselig gegen&#252;berstehen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;RAWA, &#8222;Ohne Zur&#252;ckweisung der Fundamentalisten bleibt die Wahrung der (...)&#034; id=&#034;nh32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seit dem 11. September 2001 machte sich in Washington niemand mehr Illusionen &#252;ber eventuelle diplomatische Beziehungen zu den Taliban. Am 20. September 2001 rief George W. Bush den &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; aus und am 7. Oktober 2001 begann eine Koalition der NATO die Kampfhandlungen gegen das Regime der Taliban, es fiel am 17. Dezember 2001. Eine Loya Jirga &#8211; grosse Versammlung der afghanischen Stammesf&#252;hrer &#8211; wurde einberufen, um Pr&#228;sidentschaftswahlen vorzubereiten. Diese fanden am 13. Juni 2002 statt und Hamid Karzai wurde mit dem sowjetisch anmutenden Ergebnis von 83% zum Pr&#228;sidenten der neuen &#220;bergangsregierung gew&#228;hlt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Teil 4: Die Mafia ist nicht fremd in dieser Demokratie, sondern v&#246;llig in ihr zuhause&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie so ziemlich alle Kriegsherren in Afghanistan nutzen auch die Taliban die Heroinproduktion f&#252;r ihre Kriegswirtschaft: &#8222;Nachdem sie 1996 Kabul eroberten und den gr&#246;ssten Teil des Landes kontrollierten, ermutigten die Taliban den lokalen Opiumanbau, sie boten staatlichen Schutz f&#252;r den Export und erhoben dringend gebrauchte Abgaben sowohl auf das geerntete Opium als auch auf das produzierte Heroin. Studien der UNO zu Opium zeigten, dass Afghanistans Opiumertrag w&#228;hrend den ersten drei Jahren der Taliban an der Macht 75% der weltweiten Produktion repr&#228;sentierte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Alfred W. McCoy, &#8222;How the Heroin Trade Explains the US-UK Failure in (...)&#034; id=&#034;nh33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Im Jahr ihrer Machtergreifung repr&#228;sentierte der Opiumanbau 57&#8216;000 ha (2&#8216;804 t), der H&#246;hepunkt war 1999 mit 91&#8216;000 ha (4&#8216;565 t) erreicht, 2000 waren es immer noch 82&#8216;000 ha (3&#8216;276 t)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter (...)&#034; id=&#034;nh34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Wendepunkt kam im Jahr 2000. Nachdem das Regime der Taliban bereits seit 1999 mit dem B&#252;ro der Vereinten Nationen f&#252;r Drogen- und Verbrechensbek&#228;mpfung (UNODC) &#252;ber Massnahmen gegen den Opiumanbau verhandelte, erkl&#228;rte es sich bereit, im Gegenzug f&#252;r Entwicklungshilfe dagegen vorzugehen: &#8222;Im Juli 2000 verk&#252;ndete der oberste Anf&#252;hrer der Taliban Mullah Omar eine Fatwa, d.h. ein religi&#246;ses Rechtsgutachten, die darlegte, dass Mohnanbau und Opiumproduktion gegen die grundlegende islamische Tradition verstossen. Jegliche Missachtung eines solchen Dekrets w&#252;rde die religi&#246;se F&#252;hrungsposition Mullah Omars und die St&#228;rke der Herrschaft der Taliban in Frage stellen. Da sein pers&#246;nlicher Ruf und internationale politische Gef&#228;lligkeiten auf dem Spiel standen, war der Anreiz zur Durchsetzung in der Befehlskette der Taliban stark. Die Gouverneure der Distrikte erschufen &lt;i&gt;shuras&lt;/i&gt; zur &#220;berwachung in ihren Territorien. Die &lt;i&gt;shuras&lt;/i&gt; bestanden aus dem Polizeichef, dem Chef des Ministeriums zur F&#246;rderung der Tugenden und der Bek&#228;mpfung der Laster, geistlich f&#252;hrenden Ulemas der lokalen Moscheen und Stammes&#228;ltesten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Graham Farrell, John Thorne, &#8222;Where Have all the Flowers Gone? Evaluation (...)&#034; id=&#034;nh35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wom&#246;glich war jedoch die damit einhergehende Preiserh&#246;hung ein gutes Gesch&#228;ft f&#252;r die Taliban: &#8222;Der Handel schien aufgrund der Existenz von betr&#228;chtlichen Reserven von Opiaten innerhalb Afghanistans unvermindert weiterzugehen &#8211; obwohl das Verbot den Anbau drastisch reduzierte. W&#228;hrenddessen stieg der Preis aufgrund des zu Lasten der Mohnbauern durch die Taliban durchgesetzten Verbotes sprunghaft an. Asa Hutchinson, der Vorsitzende der Drogenvollzugsbeh&#246;rde (DEA) sagte, dass regionale Preise f&#252;r Opium in Afghanistan betr&#228;chtlich angestiegen sind, von 44$ pro Kilo vor dem Verbot bis zu 746$ pro Kilo vor den Terrorangriffen am 11. September in New York und Washington. Der weltweite Marktpreis ist hingegen stabil geblieben, ein Zeichen, dass sich das Angebot nicht verringert hat.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Manuel Perez-Rivas, &#8222;U.S.: Taliban Continue to Profit from Drug Trade&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Opium ist ziemlich lange haltbar, das deutet darauf hin, dass noch Reserven vorhanden waren. Als Resultat des Anbauverbots wuchs 2001 in ganz Afghanistan nur noch auf ungef&#228;hr 8&#8216;000 ha Mohn, die afghanische Opiumproduktion sank von 3&#8216;276 t 2000 auf 185 t 2001&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter (...)&#034; id=&#034;nh37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der gr&#246;sste Anteil davon, mehr als 6&#8216;000 ha, in den von der Nordallianz kontrollierten Gebieten, weniger als 1&#8216;000 ha in jenen der Taliban&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Graham Farrell, John Thorne, op. cit., S. 86.&#034; id=&#034;nh38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Januar 2002, als er noch Pr&#228;sident der im Dezember 2001 eingesetzten &#220;bergangsregierung war, versprach Hamid Karzai, dass er den Drogenhandel in Afghanistan beseitigen werde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Matthew Beard, &#8222;Karzai Promises to Rid His Country of Drug Trade&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Realit&#228;t spricht eine andere Sprache: Schon 2002 war die Anbaufl&#228;che wieder 74&#8216;000 ha, der Ertrag stieg von 185 t auf 3&#8216;400 t, mit 131&#8216;000 ha war sie 2004 fast doppelt so gross, der Ertrag stieg auf 4&#8216;200 t. Im letzten Jahr seiner Pr&#228;sidentschaft, 2014, war die Anbaufl&#228;che gr&#246;sser als je zuvor, 224&#8216;000 ha, der Ertrag lag bei 6&#8216;400 t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter (...)&#034; id=&#034;nh40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es ist ein bisschen einfach, f&#252;r solch astronomische Zahlen einfach die Taliban zu beschuldigen, umso mehr, weil sie, wie es einer ihrer Vertreter im Film selbst einr&#228;umt, zwischen 2002 und 2005 sehr schwach waren und wohl kaum bis gar nicht von den Ernten in diesen Jahren profitierten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In ihrer Hochburg Kandahar war es Karzais Halbbruder, der davon profitierte. Gelegen neben der Region Helmand, absolutes Epizentrum der afghanischen Opiumproduktion, ist die Region Kandahar in der Regel jene mit der zweitgr&#246;ssten Ernte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 17.&#034; id=&#034;nh41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ahmed Wali Karzai, von dem diverse Quellen behaupten, er sei auf der Gehaltsliste der CIA gestanden, war ab 2005 bis zu seinem Tod 2011 Vorsitzender des Provinzrates Kandahar, aber bereits zuvor war er der starke Mann in der Region: &#8222;Im Jahrzehnt seit 2001 setzte er alle Hebel in Bewegung, um der m&#228;chtigste Mann S&#252;dafghanistans zu werden. Er war eine Art Pate: Karzai arbeitete mit Drogenh&#228;ndlern zusammen, befehligte bewaffnete Banden und machte Deals mit genau jenen Aufst&#228;ndischen der Taliban, welche die Amerikaner zu t&#246;ten versuchten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Dexter Filkins, &#8222;Death of an Afghan Godfather&#8220; in The New Yorker, 12. Juli 2011.&#034; id=&#034;nh42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich stritt er alles ab, das taten Leute aus Karzais Umfeld immer, wenn sie beschuldigt wurden, korrupt und/oder in den Drogenhandel verstrickt zu sein. Von der Justiz hatte sowieso niemand etwas zu bef&#252;rchten, schliesslich kontrollierte Karzai mit seiner Familie und seinen Freunden fast das gesamte Land. Auch Zeugen d&#252;rften schwer zu finden sein, in Kandahar herrscht das Gesetz des Schweigens: &#8222;Die ganze Zeit wurde gemunkelt, dass jene Leute in Kandahar, welche die Wahrheit kannten, kontinuierlich schwiegen, sei es aus Angst vor Vergeltung oder weil sie auch auf der Gehaltsliste standen. In einem Gespr&#228;ch mit der &lt;i&gt;Times&lt;/i&gt; verglich Anthony Lloyd, ein westlicher Funktion&#228;r, Kandahar mit den Boston der 1930er Jahre w&#228;hrend der Prohibition: &#8218;Wenn man ausserhalb der Einflusssph&#228;re des Karzai-Kartells steht, dann ist das Leben angespannt,&#8216; sagte der Funktion&#228;r. &#8218;Es gibt furchtbar viel Gewalt hier, ausgel&#246;st durch Macht, Geld und Drogen. Es gibt ein Bed&#252;rfnis, die Instabilit&#228;t andauern zu lassen, versteckt hinter dem Feigenblatt der Respektabilit&#228;t.&#8216;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Simon Tisdall, &#8222;Ahmed Wali Karzai, the Corrupt and Lawless Face of Modern (...)&#034; id=&#034;nh43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als gr&#246;sste Privatbank des Landes h&#228;tte die Kabul Bank in diesem Teil des Filmes zumindest eine Erw&#228;hnung verdient gehabt. Sie wurde 2004 in Kabul gegr&#252;ndet, ihr Vorsitzender war Sherkhan Farnood, Mitte 2008 stiess Khalil Ferozi hinzu und wurde zum Gesch&#228;ftsf&#252;hrer. Die beiden kannten sich schon lange und wussten scheinbar, wie man Gesch&#228;fte macht: &#8222;Sowohl Ferozi als auch Farnood verbrachten Zeit in Moskau in den 1980er Jahren, sie machten Gesch&#228;fte, die gelegentlich mit der kriminellen Unterwelt verwickelt waren. Farnood unterhielt Hawala-Systeme, Geldwechselsysteme ohne Regulierung, die es &#252;berall in S&#252;dasien gibt. Ferozi sagt, er sei ein Kleinh&#228;ndler gewesen, der G&#252;ter von Russland nach Afghanistan exportierte. Nichts extravagantes: Mehl, Koch&#246;l und Wasserpumpen. Trotzdem bekam er ein Mandat der gr&#246;ssten Gesch&#228;ftsbank Afghanistans, eine Entscheidung, die vom Vorsitzenden der Zentralbank Abdul Qadeer Fitrat genehmigt wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jon Boone, &#8222;The Financial Scandal that Broke Afghanistan&#8216;s Kabul Bank&#8220; in (...)&#034; id=&#034;nh44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende August 2010 begann &#8222;einer der schlimmsten Bankenskandale der Geschichte&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Jon Boone, &#8222;Afghan Finance Minister Admits Doubts over Kabul Bank&#8216;s (...)&#034; id=&#034;nh45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;: &#8222;Der Skandal um die Kabul Bank begann Ende August 2010, nachdem sich in Afghanistan Ger&#252;chte verbreiteten, dass die Kabul Bank einen Verlust von 300 Millionen $ ausweise und dass ihre beiden obersten Verantwortlichen, der Vorsitzende des Verwaltungsrates Sherkhan Farnood und der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Khalillulah Ferozi (auch Frozi oder Fruzi geschrieben), wegen finanzieller Misswirtschaft gefeuert worden seien. Der Vorsitzende der afghanischen Zentralbank Abdul Qadeer Fitrat bestritt, dass die beiden M&#228;nner gefeuert seien, und sagte, dass sie aufgrund einer Vorgabe der neuen Zentralbank gek&#252;ndigt haben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Huffman, &#8222;The Kabul Bank Scandal and the Crisis that Followed&#8220;, 3. (...)&#034; id=&#034;nh46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Alle Staatsangestellten erhielten ihren Lohn auf Konten der Kabul Bank und zu diesem Zeitpunkt waren die Ersparnisse von einer Million Afghanen auf ihren Konten, alles in allem mehr als 1.3 Milliarden $&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Grant McLeod, &#8222;Responding to Corruption and the Kabul Bank Scandal&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aufgrund der brodelnden Ger&#252;chtek&#252;che bildeten sich in der ersten Septemberwoche enorme Schlangen vor den Filialen der Bank, alle wollten ihr Geld abheben, bevor es zu sp&#228;t war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die meisten d&#252;rfte es schon zu sp&#228;t gewesen sein. Das Schema war einfach und komplex zugleich, die afghanische Elite pl&#252;nderte systematisch das Verm&#246;gen der Mittelklassen: &#8222;Der Diebstahl bei der Kabul Bank wurde durch ein komplexes System des Massenbetrugs bewerkstelligt. Der Vorsitzende Farnood und der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Fernozi f&#252;hrten die Regie des Betrugs, indem sie fiktive Unternehmen erschufen und ihnen dann Darlehen gew&#228;hrten. Stattdessen wurde das Geld an die Aktion&#228;re der Kabul Bank und andere Mitglieder der afghanischen Elite wie f&#252;hrende Gesch&#228;ftsm&#228;nner, Minister, Parlamentsmitglieder und ehemalige Politiker verteilt. Diese Individuen gaben das Geld aus f&#252;r gesch&#228;ftliche Unterfangen, Familienmitglieder, die Kampagne zur Wiederwahl Karzais 2009 und seine politische Agenda, Villen f&#252;r mehrere Millionen Dollar [&#8230;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Michael Huffman, op. cit., S. 13.&#034; id=&#034;nh48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zudem wurde Kapital via Farnoods und Fernozis Shaheen Exchange nach Dubai transferiert und im dortigen Immobilienmarkt investiert, entweder zur Spekulation oder um diversen Leuten h&#252;bsche Villen zu spendieren, z.B. diversen Verwandten Karzais oder Ahmad Zia Massoud, dem Bruder von Ahmad Schah Massoud. Auch Firmen wie z.B. Pamir Airways, Kabul Oil Company oder Afghan Investment Company profitierten vom Geldsegen, alles Unternehmen, an denen Aktion&#228;re der Kabul Bank beteiligt waren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 16-17.&#034; id=&#034;nh49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einmal mehr war das engste Umfeld Karzais an den Machenschaften beteiligt, sein Bruder Mahmoud Karzai war nach Farnood und Ferozi der drittgr&#246;sste Aktion&#228;r der Bank. Dank einer doppelten Buchhaltung wurde anfangs der Verlust mit 300 Millionen $ angegeben, sp&#228;ter kam die wahre Zahl von 925 Millionen $ ans Licht, fast ein Zw&#246;lftel des damaligen afghanischen Bruttoinlandsprodukts. Ein weiterer Aktion&#228;r war Abdul Ghafar Dawi, er ist der Eigent&#252;mer und Pr&#228;sident von Dawi Oil, dem gr&#246;ssten afghanischen Lieferanten f&#252;r Flugzeugtreibstoff, zu den Kunden des Unternehmens geh&#246;ren die USA und die NATO. Seine Frau ist die im Film omnipr&#228;sente Shukria Barakzai, die &#246;ffentlich verk&#252;ndete, der Skandal solle aufgekl&#228;rt werden. Sie d&#252;rfte damit nicht die Rolle ihres Mannes gemeint haben: &#8222;[D]er Generalstaatsanwalt suchte nach S&#252;ndenb&#246;cken, indem niedere Angestellte der Kabul Bank ins Visier genommen wurden, statt die Aktion&#228;re.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 4.&#034; id=&#034;nh50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zwar kam es in der Geschichte zu einigen Verurteilungen, doch die meisten hochrangigen Beteiligten kamen ungeschoren davon oder ihre Gef&#228;ngnisstrafen waren weitgehend fiktiv. Sherkhan Farnood beispielsweise hatte zu hoch gepokert, er starb am 24. August 2018 in einem Gef&#228;ngnis in Kabul&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farnood war ein begabter und weltweit bekannter Pokerspieler. Sein Tod (...)&#034; id=&#034;nh51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dass er &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; ins Gef&#228;ngnis musste, k&#246;nnte durchaus damit zusammenh&#228;ngen, dass er damals ein bisschen zu gespr&#228;chig gewesen war und im Juli 2010 der amerikanischen Botschaft &#8222;alles&#8220; erz&#228;hlt hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Michael Huffman, op. cit., S. 9.&#034; id=&#034;nh52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ferozi hatte mehr Gl&#252;ck: Er konnte tags&#252;ber Gesch&#228;fte machen und musste lediglich im Gef&#228;ngnis &#252;bernachten, er bekam sogar ein Mandat, um in Kabul eine &#8222;Smart City&#8220; zu bauen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mujib Mashal, &#8222;Afghan Businessman Convicted in Kabul Bank Fraud Is (...)&#034; id=&#034;nh53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, 2019 wurde er begnadigt und vollst&#228;ndig aus dem Gef&#228;ngnis entlassen. Auch Dawi wurde 2017 zu einer Gef&#228;ngnisstrafe verurteilt, trotzdem ist er auf der Homepage von Dawi Oil immer noch als Gesch&#228;ftsf&#252;hrer aufgef&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem die Kabul Bank dank einer Finanzspritze von 820 Millionen $ von der Regierung gerettet und 2011 zur New Kabul Bank wurde, geriet die afghanische Regierung unter Druck von den internationalen Geldgebern. Es ist wohl kein Zufall, dass die ersten Verurteilungen am 4. Dezember 2014 ausgesprochen wurden, am gleichen Tag begann eine Geberkonferenz f&#252;r Afghanistan in London. Trotz aller sch&#246;ner Worte waren 2017 nur 29 von 407 geschuldeten Millionen $ zur&#252;ckgezahlt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Zarmina Mohammadi, &#8222;Millions of Dollars Still Owed to the Kabul (...)&#034; id=&#034;nh54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. All das ins Ausland transferierte Geld kam nie zur&#252;ck&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Grant McLeod, op. cit., S. 7-8.&#034; id=&#034;nh55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und Afghanistan war 2019 auf Rang 173 von 180 in der Liste von Transparency International. Der Aufbau der Demokratie war demnach ein sehr gutes Gesch&#228;ft f&#252;r die prowestliche afghanische Elite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Fazit&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den vier Teilen des Films wird ein M&#228;rchen erz&#228;hlt, es spielt in einem fernen aber wundersch&#246;nen Land, wo die Leute schon immer fromm und tapfer waren. Dieses Land hatte einen guten K&#246;nig, der die Demokratie einf&#252;hren wollte, doch dann kamen die b&#246;sen Russen und machten alles kaputt. Das ehrenwerte afghanische Volk wollte seiner Tradition nicht beraubt werden und erkl&#228;rte der Gottlosigkeit den heiligen Krieg. Selbstlose Krieger verteidigen es vor der roten Gefahr, die nicht minder selbstlose CIA half ein bisschen. In kulturalistischer Manier werden alle Konflikte mit ethnischen Spannungen erkl&#228;rt und die wenigen kritischen Bemerkungen im vierten Teil reichen bei weitem nicht, um ein positives Urteil &#252;ber den Film zu f&#228;llen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es wird nicht einmal versucht, die imperialistischen Konflikte zu erkl&#228;ren, gleich zu Beginn wird proklamiert, Afghanistan sei &#8222;ein R&#228;tsel&#8220; und das bleibt es bis zum Ende des Films. Hekmatyar hat nicht ganz unrecht, wenn er das Ausland beschuldigt, f&#252;r die Konflikte in Afghanistan verantwortlich zu sein, als langj&#228;hriger Agent Pakistans weiss er schliesslich, wovon er spricht. Tats&#228;chlich treffen in Afghanistan viele miteinander konkurrierende Interessen aufeinander, die NATO, Pakistan, Iran, Russland, China, Indien, sie alle mischen auf die eine oder andere Art und Weise im politischen und wirtschaftlichen Leben Afghanistans mit und die Liste ist selbstverst&#228;ndlich unvollst&#228;ndig. Die verschiedenen Fraktionen der afghanischen Bourgeoisie suchen ihre internationale Unterst&#252;tzung dort, wo sie sie kriegen k&#246;nnen, und falls n&#246;tig, wechseln sie die Seite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hekmatyars Geschichte ist eine Illustration einer solchen flexiblen B&#252;ndnispolitik. Nach dem R&#252;ckzug der Russen verb&#252;ndete er sich sogar mit Shanawaz Tanai, dem Verteidigungsminister unter Najibullah und Mitglied der Khalq-Fraktion, gemeinsam versuchten sie am 6. M&#228;rz 1990 erfolglos die Regierung zu st&#252;rzen. Nach dem Kollaps der Demokratischen Republik Afghanistans im April 1992 schloss sich ein betr&#228;chtlicher Teil der Khalq-Fraktion Hematyars Miliz an. Dostums Miliz verb&#252;ndete sich daraufhin mit Massoud nachdem sie bisher auf Seiten der DVPA-Regierung gek&#228;mpft hatte, 1994 wechselte sie die Seite und schloss sich gemeinsam mit der schiitischen Hezb-e Wahdat Hekmatyars Fraktion an. Nachdem Hekmatyar ab 1994 zunehmend vom ISI fallengelassen wurde, n&#228;herte er sich zuerst den Taliban an, dann ging er 1997 ins iranische Exil. Den Iran musste er 2002 verlassen, danach waren seine K&#228;mpfer im Widerstand gegen die NATO-Truppen aktiv, 2015 rief er seine K&#228;mpfer dazu auf, den lokalen Ableger des Islamischen Staats im Kampf gegen die Taliban zu unterst&#252;tzen und 2016 unterzeichnete er schliesslich ein Friedensabkommen mit der Regierung in Kabul. Im Westen galt er je nach Periode als Freiheitsk&#228;mpfer oder Terrorist und neustens scheinbar, in Anbetracht seiner Rolle im Film, als Demokrat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist reichlich naiv, sich Afghanistan in der zweiten H&#228;lfte des 20. Jahrhunderts ohne ausl&#228;ndische Einfl&#252;sse vorzustellen, dann h&#228;tte das Land nicht besonders viel Infrastruktur. Es ist kaum industrialisiert, der sekund&#228;re Sektor repr&#228;sentiert bloss 21.1% des BIP&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Falls nicht anders angegeben, stammen die Zahlen aus dem World Factbook der CIA.&#034; id=&#034;nh56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der prim&#228;re 23% und der terti&#228;re 55.9%, wobei pr&#228;zisiert wird, dass die Zahlen die Opiumproduktion nicht einbeziehen. Wenn man die Sektoren in Funktion der Arbeitspl&#228;tze miteinander vergleicht, ergibt sich ein anderes Bild: Fast die H&#228;lfte aller afghanischen Arbeitspl&#228;tze, 44.3%, liefert der prim&#228;re Sektor, nur 18.1% der sekund&#228;re und 37.6% der terti&#228;re. Die Opiumproduktion repr&#228;sentiert ein Drittel des afghanischen BIP und 600&#8216;000 Vollzeitarbeitsstellen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Justin Rowlatt, &#8222;How the US Military&#8216;s Opium War in Afghanistan Was (...)&#034; id=&#034;nh57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Bezogen auf das BIP von 2017 bedeutet das, dass die Opiumproduktion dem Land fast 7 Milliarden Dollar j&#228;hrlich einbringt. Da dieses Geld fr&#252;her oder sp&#228;ter gewaschen werden muss, d&#252;rfte gerade im terti&#228;ren Sektor viel Kapital aus der Opiumproduktion schlummern. Aufgrund solcher Zahlen kann man nur zu einem Schluss gelangen: Die wirtschaftliche Struktur des Landes ist davon &#252;berdeterminiert. Der Skandal um die Kabul Bank ist ziemlich sicher nur die Spitze des Eisberges und illustriert die weitgehende Normalit&#228;t mafi&#246;ser Praktiken.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie illusorisch der afghanische &#8222;Kampf gegen die Drogenwirtschaft&#8220; ist, zeigt folgende Anekdote: &#8222;Die Bauern hielten jegliche Bem&#252;hungen f&#252;r &#252;berfl&#252;ssig, das, was sie anpflanzten, zu verstecken, denn Tausende geschwollene Fruchtkapseln des Schlafmohns tanzten freudig in einem Feld, das nur eine halbe Stunde vom Flughafen Mazar-i-Sharif entfernt war und gleich neben der Hauptstrasse lag. [&#8230;] Der Bauer, Taza Meer, war entspannt unter dem Schutz eines omin&#246;s ausschauenden Mannes mit einer AK-47 um seine Schulter geh&#228;ngt. &#8218;Mach dir keine Sorgen wegen ihm&#8216;, versicherte er. &#8218;Er ist der lokale Polizist.&#8216; Der Anbau von Opium ist ein schweres Verbrechen in Afghanistan, das mit dem Tod bestraft werden kann, doch hier stand ein Polizist, der einen Reporter der BBC auf einem Mohnfeld empfing, das kurz davor stand, geerntet zu werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Oft wird behauptet, es seien allen voran oder nur die Taliban, welche vom Opiumanbau profitieren, die Region Mazar-i-Sharif ist allerdings alles andere als eine ihrer Hochburgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Krieg in Afghanistan ist also auch ein Krieg &lt;i&gt;um die Kontrolle der Opiumproduktion&lt;/i&gt;. Das im Februar unterzeichnete Friedensabkommen mit den Taliban ist eher ein R&#252;ckzugsabkommen und kommt f&#252;r die NATO schon fast einer Kapitulation gleich. Auch wenn es wirklich umgesetzt werden sollte, wird der Westen wohl nicht einfach so 90% der weltweiten Heroinproduktion den Taliban &#252;berlassen. Diese f&#252;hren ihre Angriffe weiter wie zuvor und da im Moment sowohl Ashraf Ghani als auch Abdullah Abdullah behaupten, legitimer Pr&#228;sident Afghanistans zu sein, wird die Situation immer chaotischer. F&#252;r das afghanische Proletariat sind die Perspektiven d&#252;ster und f&#252;r die proletarischen Frauen noch viel d&#252;sterer. Jene verarmten Bauern, welche durch den verbreiteten Landraub oder aus anderen Gr&#252;nden dazu gezwungen werden, sich zu proletarisieren, werden in den meisten F&#228;llen keine legale Arbeit finden, sie sichern den Nachschub an Kanonenfutter.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wer nichts als seine Arbeitskraft zu verkaufen hat, wird in diesem Krieg schlichtweg zerrieben, das bringt die im vierten Teil von Emily Miller berichtete Aussage einer Dorfbewohnerin auf den Punkt: &#8222;Warum glauben sie, dass sie anders sind als die Taliban? Sie kommen um 2 Uhr morgens zu mir nach Hause, bedrohen mich und die tun das selbe. Welche Seite soll ich w&#228;hlen? Wenn ich mit den Taliban zusammenarbeite, sind sie hinter mir her, wenn ich mit ihnen zusammenarbeite, sind die Taliban hinter mir her.&#8220; Im Kampf des Kapitals gegen den tendenziellen Fall der Profitrate hat die Drogenproduktion im Gegensatz zu anderen illegalen Wirtschaftssektoren einen entscheidenden Vorteil: Sie schafft Mehrwert. Mit jeder neuen Krise, der damit einhergehenden Ausbreitung der Peripherie und der zunehmenden Befestigung der kapitalistischen Zentren wird dieser Zustand zur Normalit&#228;t f&#252;r einen immer gr&#246;sseren Anteil des globalen Proletariats. Ob die jeweiligen Regierungen formal als demokratisch gelten oder nicht, macht in einem solchen Kontext keinen grossen Unterschied.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mai 2020&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die vier Episoden sind bis am 5. Juli 2020 auf der Homepage von ARTE verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Sonali Kolhatkar, James Ingalls, &lt;i&gt;Bleeding Afghanistan. Washington, Warlords, and the Propaganda of Silence&lt;/i&gt;, New York, Seven Stories Press, S. 9. Siehe auch George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Cover Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, S. 222.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, S. 21.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zitiert nach Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, S. 119.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, Oxford, Oxford University Press, 2011, S. 60.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gregory Feifer, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 58.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &#8222;The Storming of the Palace&#8220; &lt;i&gt;in&lt;/i&gt; Rodric Braithwaite, op. cit., S. 82-102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, London/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990], S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;David Gibbs, &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Forgotten Coverage of Afghan &#8218;Freedom Fighters&#8216;&#8220;&lt;/a&gt;, FAIR, 1. Januar 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Zur-Wurzel-des-Islamischen-Staats&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Zur &#8218;Wurzel&#8216; des Islamischen Staats: Eine Kritik der &#8218;Thesen zum Islamismus&#8216; von La Banda Vaga&#8220;&lt;/a&gt;, Juni 2019.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Ursula Lehmkuhl, &lt;a href=&#034;https://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Die Reagan-Jahre: Zur&#252;ck zum &#8218;alten Glanz&#8216;&#8220;&lt;/a&gt;, Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung, 11. Oktober 2008.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Hasnain Kazim, &lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/geschichte/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Das sowjetische Waterloo&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Der Spiegel&lt;/i&gt;, 22. Dezember 2009.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, S. 124.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2004 [2000], S. 180.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Vanda Felbab-Brown, &lt;i&gt;Shooting Up. Counterinsurgency and the War on Drugs&lt;/i&gt;, Washington, Brookings Institution Press, 2010, S. 115.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Martin J&#228;ger, &#8222;Der Tod aus dem Hindukush&#8220; in &lt;i&gt;Die Zeit&lt;/i&gt;, 6. Dezember 1991.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Hegghammer, &lt;i&gt;The Caravan. Abdallah Azzam and the Rise of Global Jihad&lt;/i&gt;, Cambridge, Cambridge University Press, 2019, S. 3.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 6.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe David Gibbs, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Griffins, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2001/nov/16/afghanistan.terrorism2&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;A Gruesome Record&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 16. November 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe The Afghanistan Justice Project, &#8222;Casting Shadows: War Crimes and Crimes against Humanity: 1978-2001&#8220;, 2005, S. 63.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Richard Mackenzie, &#8222;The US and the Taliban&#8220; in William Maley (Hg.), &lt;i&gt;Fundamentalism Reborn? Afghanistan and the Taliban&lt;/i&gt;, New York, New York University Press, 1998, S. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Am 9. September 2001, nicht am 7., wie im Film f&#228;lschlicherweise angegeben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;RAWA, &lt;a href=&#034;http://www.rawa.org/dec10-02_de.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Ohne Zur&#252;ckweisung der Fundamentalisten bleibt die Wahrung der Menschenrechte Illusion oder Traum&#8220;&lt;/a&gt;, 10. Dezember 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Alfred W. McCoy, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/news/2018/jan/09/how-the-heroin-trade-explains-the-us-uk-failure-in-afghanistan&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;How the Heroin Trade Explains the US-UK Failure in Afghanistan&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 9. Januar 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter Narcotics, &#8222;Afghanistan Opium Survey 2018. Cultivation and Production&#8220;, S. 6-7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Graham Farrell, John Thorne, &#8222;Where Have all the Flowers Gone? Evaluation of the Taliban Crackdown against Opium Poppy Cultivation in Afghanistan&#8220; in &lt;i&gt;International Journal of Drug Policy&lt;/i&gt;, Nr. 16, 2005, S. 85.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Manuel Perez-Rivas, &lt;a href=&#034;http://edition.cnn.com/2001/US/10/03/inv.drugs.terrorism/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;U.S.: Taliban Continue to Profit from Drug Trade&#8220;&lt;/a&gt;, CNN, 3. Oktober 2001.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter Narcotics, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 6-7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Graham Farrell, John Thorne, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 86.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Matthew Beard, &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/world/asia/karzai-promises-to-rid-his-country-of-drug-trade-9206524.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Karzai Promises to Rid His Country of Drug Trade&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Independent&lt;/i&gt;, 7. Januar 2002.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe UNODC und Islamic Republic of Afghanistan Ministry of Counter Narcotics, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 6-7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 17.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Dexter Filkins, &lt;a href=&#034;https://www.newyorker.com/news/news-desk/death-of-an-afghan-godfather&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Death of an Afghan Godfather&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The New Yorker&lt;/i&gt;, 12. Juli 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Simon Tisdall, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2011/jul/12/ahmed-karzai-modern-afghan-warlord&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Ahmed Wali Karzai, the Corrupt and Lawless Face of Modern Afghanistan&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 12. Juli 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jon Boone, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2011/nov/15/afghan-bank-missing-billion&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;The Financial Scandal that Broke Afghanistan&#8216;s Kabul Bank&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 16. Juni 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Jon Boone, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2011/nov/15/afghan-bank-missing-billion&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Afghan Finance Minister Admits Doubts over Kabul Bank&#8216;s Missing $1bn&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 15. November 2011.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Huffman, &#8222;The Kabul Bank Scandal and the Crisis that Followed&#8220;, 3. Dezember 2011, S. 7.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Grant McLeod, &#8222;Responding to Corruption and the Kabul Bank Scandal&#8220;, United States Institute of Peace, Dezember 2016, S. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Michael Huffman, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 13.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 16-17.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 4.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farnood war ein begabter und weltweit bekannter Pokerspieler. Sein Tod wurde in einem Artikel auf dem Portal Casino.org kommentiert, siehe Klaus Zimmermann, &lt;a href=&#034;https://www.casino.org/de/nachrichten/wsope-bracelet-gewinner-sherkhan-farnood-ist-in-afghanischem-gefangnis-gestorben/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;WSOPE Bracelet Gewinner Sherkhan Farnood ist in afghanischem Gef&#228;ngnis gestorben&#8220;&lt;/a&gt;, 31. August 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Michael Huffman, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 9.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mujib Mashal, &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2015/11/05/world/asia/afghan-businessman-convicted-in-kabul-bank-fraud-is-still-free-to-make-money.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Afghan Businessman Convicted in Kabul Bank Fraud Is Still Free to Make Money&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;New York Times&lt;/i&gt;, 4. November 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Zarmina Mohammadi, &lt;a href=&#034;https://tolonews.com/business/millions-dollars-still-owed-kabul-bank&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Millions of Dollars Still Owed to the Kabul Bank&#8220;&lt;/a&gt; in &lt;i&gt;Tolo News&lt;/i&gt;, 12. Februar 2017.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Grant McLeod, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 7-8.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Falls nicht anders angegeben, stammen die Zahlen aus dem World Factbook der CIA.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Justin Rowlatt, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-us-canada-47861444&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;How the US Military&#8216;s Opium War in Afghanistan Was Lost&#8220;&lt;/a&gt;, BBC News, 25. April 2019.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Das Coronavirus, die Konservendosen und das Klopapier</title>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
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		<dc:subject>Covid-19</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
		<dc:subject>Eigene Texte</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;Die deutsche Linke ist emp&#246;rt. Der Grund der Emp&#246;rung? Die Regale sind leer! Weshalb? Die Intellektuellen wissen es, wegen dem dummen deutschen P&#246;bel nat&#252;rlich: &#8222;Wenn alle die Nudelregale st&#252;rmen, sichert man sich lieber auch seinen Anteil. Wenn alle mit Atemmasken rumlaufen, wird schon irgendwas dran sein. Entsprechend warnen &#214;konomen bereits vor gef&#228;hrlichem &#8218;Herdenverhalten&#8216;, das sich angesichts des schockierenden Anblicks leerer Regale immer weiter selbst befeuere.&#8220; Es steht der (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Okologie" rel="tag"&gt;&#214;kologie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Covid-19" rel="tag"&gt;Covid-19&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Eigene-Texte" rel="tag"&gt;Eigene Texte&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton67.jpg?1689274653' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='113' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Die deutsche Linke ist emp&#246;rt. Der Grund der Emp&#246;rung? Die Regale sind leer! Weshalb? Die Intellektuellen wissen es, wegen dem dummen deutschen P&#246;bel nat&#252;rlich: &#8222;Wenn alle die Nudelregale st&#252;rmen, sichert man sich lieber auch seinen Anteil. Wenn alle mit Atemmasken rumlaufen, wird schon irgendwas dran sein. Entsprechend warnen &#214;konomen bereits vor gef&#228;hrlichem &#8218;Herdenverhalten&#8216;, das sich angesichts des schockierenden Anblicks leerer Regale immer weiter selbst befeuere.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Heiko Werning, &#8222;Das d&#252;nne Eis der Zivilisation&#8220; in taz, 02.03.20.&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es steht der schreckliche Verdacht im Raum, dass das doch alle Prepper sind: &#8222;Die K&#246;nige des Hamsterns aber sind die Prepper. Als extremistische Spinner verlacht, r&#252;sten sie sich seit Jahren generalstabsm&#228;&#223;ig f&#252;r Tag X, der je nach psychisch-politischer Disposition ausgel&#246;st wird vom n&#228;chsten Virus, dem Einschlag eines Kometen, der Landung der Au&#223;erirdischen oder einem durch die Umvolkungspl&#228;ne der Geheimregierung heraufbeschworenen B&#252;rgerkrieg. Um gewappnet zu sein, legen sie sich unterirdische Vorratsr&#228;ume an und stopfen sie voll mit Survival-Food, Waffen und Brennstoffen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zumindest ganz kurz hat der Autor einen Anflug von Vernunft: &#8222;Dabei war das Hamstern &#8211; also das Anlegen von Vorr&#228;ten &#252;ber den aktuellen Bedarf hinaus &#8211; einst h&#246;chst rational und letztlich die Grundlage unserer Zivilisation. Der Schritt vom J&#228;ger und Sammler zum sesshaften, Landwirtschaft betreibenden und energieeffiziente Townhouses in die Gegend stellenden Menschen w&#228;re ohne Vorratshaltung undenkbar gewesen. Erst der Kornspeicher erm&#246;glichte das Ausharren an einem Ort auch jenseits von Vegetationsperiode und Erntesaison sowie das &#220;berstehen ung&#252;nstiger Jahreszeiten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Aber nein, ganz am Schluss kommt ein L&#246;sungsvorschlag, der ganz im postmodernen Zeitgeist liegt, so sollen wir uns doch einfach alle in Reptilien verwandeln: &#8222;Vielleicht ist das ganze Gehamstere aber auch einfach nur Ausdruck eines evolution&#228;ren Irrwegs. Ganz entspannt d&#246;sen Python und Krokodil schlechten Zeiten entgegen. Dank ihres Stoffwechsels k&#246;nnen sie auch ein, zwei Jahre lang ganz auf Nahrung verzichten und einfach mal Ruhe geben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh2-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bedauerlicherweise kommen diese moralischen Verurteilungen nicht nur von den &#252;blichen Verd&#228;chtigen im linken Akademie-Betrieb, ein Genosse auf Twitter findet es ebenfalls &#8222;Peinlich&#8220;, ein anderer teilt eine Karikatur von Professor Guido K&#252;hn, die insinuiert, dass das bestimmt die gleichen Leute sind, die Greta der &#8222;Hysterie&#8220; bezichtigen. Es sollte diesbez&#252;glich erst einmal bemerkt werden, dass sie an der Demonstration in Lausanne ziemlich unmissverst&#228;ndlich gezeigt hat, dass sie nicht als Genossin betrachtet werden kann: &#8222;&#8218;Ich danke allen, die heute gekommen sind und ihre sch&#246;nen Gesichter gezeigt haben&#8216;, sagt sie, wohl in Anspielung auf die Vermummten vom Schwarzen Block, die von der Polizei aus der Menge herausgefischt worden sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Rico Bandle, &#8222;Greta, meine Tochter und ich&#8220; in Tagesanzeiger, 21.01.20.&#034; id=&#034;nh2-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Klimak&#228;mpfer von Extinction Rebellion haben vor Kurzem die gleichen Massnahmen zur Rettung des Klimas gefordert wie im Kampf gegen das Coronavirus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Antoine Schaub, &#8222;L'&#233;pid&#233;mie de coronavirus, fen&#234;tre sur un monde au climat (...)&#034; id=&#034;nh2-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Quarant&#228;ne f&#252;r alle zur Rettung des Klimas? Welch sch&#246;nes Programm! Nein, ein solcher Schluss w&#228;re hysterisch, die Hippies meinen es bestimmt gut mit uns!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schluss mit Ochsenschwanzsuppe und Leberk&#228;se aus der Dose, wenn sie die Macht &#252;bernehmen, werden sie uns alle mit ausreichend Bio-Quinoa, Bio-Tofu und Bio-Gem&#252;se versorgen (indem sie uns dazu zwingen werden, es zu produzieren). Eine permanent tagende Ethik-Kommission wird jede unserer Handlungen kontinuierlich auf ihre Sozial- und Umweltvertr&#228;glichkeit hin pr&#252;fen. Unsere Gesellschaft wird unter der Aufsicht einer linken Expertenschaft endlich verantwortungsbewusst handeln. Und wer nicht spurt, kommt in den selbstverwalteten Gulag und muss von morgens bis abends B&#228;ume pflanzen, um seinen CO2-Fussabdruck zu kompensieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man diesen ganzen &#214;ko-Reformisten so zuh&#246;rt, stellt man sich unweigerlich die Frage, ob der Untergang der Welt nicht eine attraktivere Alternative w&#228;re als ihre Machtergreifung. &#214;ko-Malthusianismus ist bei Linken en vogue, so hat sich z.B. David Graeber auf Twitter dar&#252;ber gefreut, dass das Coronavirus zu weniger Luftverschmutzung f&#252;hrt, schliesslich ist es offensichtlich, dass es der Welt nur deshalb so schlecht gehen kann, weil sich das Proletariat ab und zu Urlaub g&#246;nnt, obwohl die ja eh alle rassistisch sind und eigentlich nicht ins Ausland fahren d&#252;rften. Retten wir also gemeinsam mit der kapitalistischen Klasse die Welt! Wir d&#252;rfen dabei auch manchmal ein bisschen frech sein und ihr vorwerfen, sie sei fies, weil sie ihre Pl&#228;ne immer noch nicht den bahnbrechenden Forschungsresultaten angepasst hat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch ihr Plan kann kein anderer sein als die kontinuierliche Ausbeutung von Mensch und Natur. Kein Virus der Welt kann diesen Plan stoppen, ausser er w&#252;rde die gesamte Menschheit vernichten. Das Beispiel von Norditalien zeigt, dass Schlangen vor Superm&#228;rkten und Lieferengp&#228;sse sehr wohl realistische Perspektiven sind, wieso sollte man also den Leuten vorwerfen, ihr Verhalten sei &#8222;irrational&#8220;? Die &#8222;Hamsterk&#228;ufe&#8220; sind wohl gr&#246;sstenteils das Werk des Proletariats und der niederen Mittelklassen. Die Bourgeoisie braucht sich keine Sorgen zu machen, sie hat genug Reserven. Der Lieferdienst ihres Vertrauens wird ihnen unter Quarant&#228;ne schon was bringen, m&#246;ge es auch f&#252;nfmal teurer sein als sonst, f&#252;r etwas sind Ersparnisse schliesslich da. Je &#228;rmer, desto weniger Zeit und Geld hat man zur Verf&#252;gung, das sollte eigentlich nicht betont werden m&#252;ssen, es scheint jedoch gelegentlich vergessen zu gehen. Wer alt und/oder krank ist, hat durchaus ein rationales Interesse, das Infektionsrisiko zu reduzieren, es ist offensichtlich h&#246;her als f&#252;r Junge und/oder Gesunde. Vielleicht sollten wir sie einfach selber bestimmen lassen, wie viele Dinge sie kaufen m&#246;chten, umso mehr, weil sie wohl meistens sowieso gar nicht so viele kaufen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Kapital geht es selbstverst&#228;ndlich nicht darum, &#8222;uns&#8220; zu besch&#252;tzen, sondern seine Interessen. Es zeigt uns, dass es die Klaviatur der Biomacht durchaus beherrscht. Alles bleibt demokratisch, aber wir k&#246;nnen pl&#246;tzlich wegen unserem Raucherhusten zwei Wochen unter Quarant&#228;ne stehen oder unsere Region kann pl&#246;tzlich von der Aussenwelt abgeschnitten sein. Wenn wir zuerst aus der Quarant&#228;ne ausbrechen m&#252;ssen, bevor wir mit der Kommunisierung beginnen k&#246;nnen, wird es noch viel komplizierter, als es ohnehin schon war. Statt sich &#252;ber das Verhalten des Proletariats ausserhalb der Szeneblase zu beklagen, sollten wir vielleicht gescheiter dar&#252;ber nachdenken, wie wir solidarische Netzwerke organisieren k&#246;nnen, um unsere Freundinnen und Freunde, unsere Genossinnen und Genossen zu unterst&#252;tzen, wenn sie pl&#246;tzlich unter Quarant&#228;ne stehen oder kein Einkommen mehr haben. Aber lassen wir doch bitte das Proletariat soviel Klopapier kaufen, wie es will, das Leben ist so schon beschissen genug.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;6. M&#228;rz 2020&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Heiko Werning, &#8222;Das d&#252;nne Eis der Zivilisation&#8220; in &lt;i&gt;taz&lt;/i&gt;, 02.03.20.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Rico Bandle, &#8222;Greta, meine Tochter und ich&#8220; in &lt;i&gt;Tagesanzeiger&lt;/i&gt;, 21.01.20.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Antoine Schaub, &#8222;L'&#233;pid&#233;mie de coronavirus, fen&#234;tre sur un monde au climat d&#233;r&#233;gl&#233; ?&#8220; in Blogs von &lt;i&gt;Le Temps&lt;/i&gt;, 02.03.20.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Zur &#8222;Wurzel&#8220; des Islamischen Staats: Eine Kritik der &#8222;Thesen zum Islamismus&#8220; von La Banda Vaga</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Zur-Wurzel-des-Islamischen-Staats</link>
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		<dc:date>2019-06-26T10:02:00Z</dc:date>
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		<dc:language>de</dc:language>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>
		<dc:subject>Irak</dc:subject>

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&lt;p&gt;Version fran&#231;aise &lt;br class='autobr' /&gt;
Im Oktober 2018 hat La Banda Vaga ihre &#8222;Thesen zum Islamismus&#8220; ver&#246;ffentlicht. Ihre er&#246;ffnende Feststellung kann durchaus geteilt werden: &#8222;Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu &#252;berschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn &#252;berhaupt nur vereinzelt auf. Darum erscheint es uns dringend notwendig eine linke Debatte &#252;ber das Wesen des Islamismus und den Umgang damit in Gang zu setzen.&#8220; (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Eigene-Texte" rel="tag"&gt;Eigene Texte&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Afghanistan" rel="tag"&gt;Afghanistan&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/destroyed_neighborhood_in_raqqa.png?1689328838' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='72' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;#Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Version fran&#231;aise&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Oktober 2018 hat La Banda Vaga ihre &lt;a href=&#034;https://kosmoprolet.org/de/thesen-zum-islamismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Thesen zum Islamismus&#8220;&lt;/a&gt; ver&#246;ffentlicht. Ihre er&#246;ffnende Feststellung kann durchaus geteilt werden: &#8222;Die journalistische und wissenschaftliche Flut an Interpretationen und Theorien ist kaum noch zu &#252;berschauen, lediglich brauchbare materialistische Analysen tauchen wenn &#252;berhaupt nur vereinzelt auf. Darum erscheint es uns dringend notwendig eine linke Debatte &#252;ber das Wesen des Islamismus und den Umgang damit in Gang zu setzen.&#8220; Zudem ist es sehr begr&#252;ssenswert, dass der Islamismus als &#8222;ein modernes Ph&#228;nomen&#8220; charakterisiert wird, der Bezug auf einen konstruierten &#8222;wahren Islam&#8220; ist diesbez&#252;glich nur scheinbar ein Widerspruch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es also nicht mit einer &#8222;Steinzeitideologie&#8220; zu tun, wie gemeinhin oft schwadroniert wird. Die gesamte seri&#246;se Forschung zum Thema teilt in der Regel diese Definition als kleinsten gemeinsamen Nenner: &#8222;Die politische Dimension des Islamismus ist komplex und weitgehend verbunden mit den Identit&#228;tspolitiken seiner Anh&#228;nger. Islamistische Ideen sind allerdings in einem grossen Ausmass Teil eines muslimischen Modernismus, der mehr als ein Jahrhundert zur&#252;ckreicht. Der Islamismus hat seine Wurzeln im sp&#228;ten 19. Jahrhundert, als viele muslimische intellektuelle Bewegungen entstanden. Sie waren im wesentlichen die Antwort der intellektuellen Eliten auf den politischen Niedergang des Osmanischen Reiches und die damit einhergehende St&#228;rkung der kolonialen Kontrolle muslimischer Gesellschaften durch imperiale europ&#228;ische M&#228;chte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Emin Poljarevic, &#034;Islamism&#034; in The Oxford Encyclopedia of Islam and (...)&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Zeilen w&#228;ren jedoch niemals geschrieben worden, wenn es an den Thesen nicht auch einiges zu kritisieren g&#228;be. Ein erster Kritikpunkt ist die mangelnde definitorische Pr&#228;zision: &#8222;Eine Bewegung ist dementsprechend erst dann islamistisch, wenn sie den Anspruch hat eine alternative Wirklichkeit zu den bestehenden Verh&#228;ltnissen zu schaffen, die sozialen Strukturen, kulturellen Normen und &#246;konomische Basis der Gesellschaft weitgehend entsprechend islamistischen Doktrinen umzugestalten.&#8220; So ziemlich jede politische Bewegung will &#8222;eine alternative Wirklichkeit zu den bestehenden Verh&#228;ltnissen&#8220; schaffen und die Umgestaltung &#8222;d[er] sozialen Strukturen, kulturellen Normen und [der] &#246;konomischen Basis&#8220; ist alles andere denn eine pr&#228;zise Beschreibung von irgendwas. In Bezug auf &#8222;die sozialen Strukturen&#8220; und die &#8222;kulturellen Normen&#8220; ist die Definition tautologisch: Es ist Islamist, wer will, dass die Gesellschaft islamistisch wird. In Bezug auf die &#8222;&#246;konomische Basis&#8220; fragt man sich hingegen, was das genau bedeuten soll. Sind wir uns einig, dass die &#8222;&#246;konomische Basis&#8220; weltweit die globale kapitalistische Gesellschaft als Totalit&#228;t ist oder ist f&#252;r La Banda Vaga der &#8222;Islamismus in einem Land&#8220; m&#246;glich?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Oxford formuliert es jedoch auch nicht viel pr&#228;ziser: &#8222;Der Begriff &#8218;Islamismus&#8216; repr&#228;sentiert allermindestens eine Form von gesellschaftlichem und politischem Aktivismus, der auf der Idee gr&#252;ndet, dass das &#246;ffentliche und politische Leben von einer Reihe an islamischen Prinzipien geleitet sein sollte. In anderen Worten sind Islamisten jene, welche glauben, dass der Islam eine wichtige Rolle in der Organisation einer mehrheitlich muslimischen Gesellschaft spielen sollte, und versuchen, diese Ansicht zu verbreiten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 1.&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Das liegt haupts&#228;chlich daran, dass der Begriff &#8222;Islamismus&#8220; unter einem Etikett sehr viele, teilweise sehr unterschiedliche Str&#246;mungen vereint und sich daher denkbar schlecht f&#252;r eine pr&#228;zise Definition eignet. Das ist das grundlegende Problem der Thesen: Sind es Thesen zum IS, zu den Taliban, zu den Muslimbr&#252;dern, zum Iran oder zum gesamten von konservativen Traditionen auf die eine oder andere Art inspirierten Islam?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Iran als S&#252;ndenbock&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus nahezu unerkl&#228;rbaren Gr&#252;nden wird zuerst mal der Iran erw&#228;hnt: &#8222;Dieser Ansatz f&#252;hrt unseren Blick nicht nur, aber in starkem Ma&#223;, auf den Iran. Mit dessen &#8218;islamischer Revolution&#8216; bzw. korrekterweise Konterrevolution betrat der Islamismus im Jahr 1979 zum ersten Mal als eigenst&#228;ndige Macht die Weltb&#252;hne. Als einflussreiches &#8218;Erfolgsmodell&#8216; des Islamismus bildet er trotz aller (nicht zuletzt konfessionellen) Differenzen auch eine Wurzel f&#252;r den gegenw&#228;rtigen Terror und die Staatsbildungsversuche des IS.&#8220; Das Problem hier ist, dass das Staatsmodell des Irans alles andere als ein &#8222;traditionell muslimisches&#8220; ist: Der Iran ist eine Republik mit einer Verfassung, einer Gewaltenteilung und mehr oder weniger demokratischen Wahlen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Roy hat die Situation bereits 1992 in seinem Werk &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt; ziemlich treffend analysiert: &#8222;Wieso sollte ein positives Recht aufgebaut werden, obwohl es die Scharia gab? Der Iran hat sich tats&#228;chlich eine wahrhaftige Verfassung gegeben, die nicht nur eine leere Parole ist, sondern wirklich die Funktionsweise einer Gesamtheit von Institutionen organisiert, ohne sich gross ob ihrer Konformit&#228;t mit der Scharia zu sorgen; auf bedeutende Art und Weise ist die Legitimit&#228;t der Verfassung in ihrem Artikel 1 explizit auf den Volkswillen gegr&#252;ndet, und nicht einzig und allein auf der Scharia.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Paris, Seuil, 2015 [1992], S. 252.&#034; id=&#034;nh3-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; In der Schlussfolgerung betont er noch einmal explizit die kulturelle Modernit&#228;t des schiitischen Islamismus im Vergleich mit seinem sunnitischen Pendant: &#8222;Die politischen und sogar kulturellen Modelle, welche in der islamischen Revolution im Iran am Werk sind, sind modern im Verh&#228;ltnis zu Regimen wie jenem in Saudi-Arabien oder sogar im Verh&#228;ltnis zu den Debatten unter Neofundamentalisten &#252;ber die Tugenden, welche ein k&#252;nftiger &#8218;Emir&#8216; eines islamischen Staates haben muss.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 286.&#034; id=&#034;nh3-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Die islamische Konterrevolution&#8220; war eben auch eine b&#252;rgerliche Revolution, wenn auch angef&#252;hrt von der konservativen und religi&#246;sen Bourgeoisie. Es sollte nicht vergessen werden, dass dabei eine mehr als 2&#8216;000 Jahre alte Monarchie in den M&#252;lleimer der Geschichte bef&#246;rdert worden ist. Die Niederlage des kommunistischen Teils des Aufstands gegen den Schah ist ein Ausdruck des beginnenden Niedergangs der Arbeiterbewegung weltweit. H&#228;tte die Tudeh-Partei die Macht an sich gerissen, w&#228;ren die iranischen Proletarier einfach nach Afghanistan statt in den Irak als Kanonenfutter gekarrt worden und der iranische Staat w&#228;re zw&#246;lf Jahre sp&#228;ter mit dem ganzen sowjetischen Imperium untergegangen. Es gab zumindest die Scharfsinnigkeit in der Tendenz rund um Mansoor Hekmat und unter den sowieso gr&#246;sstenteils skeptischen kurdischen Kommunisten, einem B&#252;ndnis mit den Mollahs per se zu misstrauen. Die Geschichte hat ihnen, zumindest diesbez&#252;glich, Recht gegeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Heutzutage sind Teheran und Moskau nichtsdestotrotz enge B&#252;ndnispartner. Mit der Entstehung des IS hat die ganze Sache wenig bis gar nichts zu tun, w&#228;hrend &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/the-mysterious-relationship-between-al-qaida-and-iran/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;mit Al-Qaida eine Art Waffenstillstand vielleicht immer noch existiert oder zumindest existierte, der jedoch nie eine wirkliche Zusammenarbeit war, wenn es die gab, war sie gepr&#228;gt von Opportunismus und gegenseitiger Erpressung&lt;/a&gt;, gab es das mit dem IS nie, iranische Truppen bek&#228;mpfen ihn aktiv im Irak, auch &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/recruited-by-iran-to-fight-for-syrian-regime-young-afghans-bring-home-cash-and-scars/2018/07/29/ecf9e34c-64e0-11e8-81ca-bb14593acaa6_story.html?noredirect=on&amp;utm_term=.ba1253a2995a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;mithilfe von Kanonenfutter in Form von Hazara aus Afghanistan, denen man die iranische Staatsb&#252;rgerschaft verspricht, sollten sie das Gemetzel tats&#228;chlich &#252;berleben&lt;/a&gt;. Die j&#252;ngere Geschichte des Irans w&#252;rde einen eigenst&#228;ndigen Text verdienen und kann ganz sicher nicht als eine &#8222;Wurzel&#8220; des IS dargestellt werden, umso weniger, als dass auch die Beziehungen zu Al-Qaida und der historischen Tradition dahinter voller Widerspr&#252;che sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sunnitischer Islamismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Wurzel sucht man besser in der Geschichte des sunnitischen Islamismus. Grob schematisch kann seine moderne Phase in drei Perioden unterteilt werden. Die erste davon beginnt am Ende des 19. Jahrhunderts wie weiter oben von Poljarevic skizziert, sie ist die Periode der theoretischen Hervorbringung, der Islamismus ist auf der politischen B&#252;hne nicht oder kaum pr&#228;sent. Die 1906 gegr&#252;ndete All-indische Muslimliga ist eine der ersten explizit politischen Organisationen. Es handelte sich jedoch v.a. um einen alternativen Nationalismus zu jenem der hinduistischen Mehrheit, das gleiche gilt f&#252;r die 1941 gegr&#252;ndete Jamaat-e-Islami, historisch sind diese Entwicklungen allerdings sehr wohl bedeutend, sei es nur schon wegen der mit ihr verbundenen Deobandi-Tradition, ein wichtiger ideologischer Bezugspunkt der Taliban. Wie im Text von La Banda Vaga wird diese spezifisch regionale Tradition des Islamismus auf dem indischen Subkontinent h&#228;ufig &#252;bersehen, viel bekannter ist die mit Azhar verbundene &#228;gyptische Tradition und die damit verbundene Gr&#252;ndung der Muslimbruderschaft 1928.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das ist der Beginn der politischen Periode, sie ist durch den zunehmenden Aktivismus einer Bourgeoisie gepr&#228;gt, die in der Regel mehr oder weniger politisch isoliert ist und ideologisch f&#252;r eine alternative Form der kapitalistischen Modernisierung steht, welche den religi&#246;sen Traditionen mehr Platz einr&#228;umen w&#252;rde. Politisch war der Einfluss der Muslimbruderschaft beschr&#228;nkt, einen gewissen Einfluss gewann sie durch die Verwaltung von Bildungsinstitutionen, z.B. in Katar ab den 1950er Jahren. Auf dem indischen Subkontinent lieferten sich die muslimische und die hinduistische Bourgeoisie einen Zweikampf um die Aufteilung des postkolonialen Kuchens, das f&#252;hrte zur Abspaltung Pakistans, wovon sich sp&#228;ter wiederum Bangladesch abspaltete.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein wichtiger Theoretiker der &#228;gyptischen Tradition dieser Zeit war Sayyid Qutb, obwohl er diese Bedeutung gr&#246;sstenteils erst posthum erhielt. Er wurde am 9. Oktober 1906 in eine Familie konservativer Landeigent&#252;mer geboren und schloss sich Anfang der 1950er Jahre der Muslimbruderschaft an, nachdem er bereits seine ersten theoretischen Schriften verfasst hatte. Gilles Kepel fasst Qutbs spezifische theoretische Innovation folgendermassen zusammen: &#8222;F&#252;r Saiyid Qutb und seine Nacheiferer dagegen hatte die moderne Geschichte der islamischen L&#228;nder seit ihrer Entlassung in die Unabh&#228;ngigkeit keinerlei exemplarische Bedeutung. Sie wurde von ihm sogar durch ein arabisches Wort, das aus dem Koran stammt &#8211; &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt; &#8211;, entwertet und ge&#228;chtet; dieses Wort bezeichnet den Zustand der Unwissenheit, in dem die Araber lebten, bevor der Islam zu Beginn des 7. Jahrhunderts dem Propheten Muhammed offenbart wurde. Wie die heidnischen Araber der urspr&#252;nglichen &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt;, so Qutb, seien auch die Muslime im Zeitalter des Nationalismus von einer tiefen Unkenntnis &#252;ber den Islam erf&#252;llt. So wie die vorislamischen Araber steinerne G&#246;tzenbilder anbeteten, verehrten die Zeitgenossen von Qutb in seinen Augen symbolische G&#246;tzen wie Nation, Partei und Sozialismus. Indem Qutb auf diese Weise den Anspruch der Nationalisten bestritt, die Geschichte neu zu begr&#252;nden, und indem er die Nationalisten gleichsam in die finstere Epoche vor der Offenbarung einordnete, wollte er eine kulturelle Revolution ansto&#223;en.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh3-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er ist wohl der erste islamistische Theoretiker, welcher den &lt;i&gt;tauhid&lt;/i&gt; in einer konsequenten und modernen politischen Version theoretisierte. &lt;i&gt;Tauhid&lt;/i&gt; ist der Glaube an die Einheit/Einzigkeit Gottes, die ersten Worte der Schahada, das Glaubensbekenntnis, welches die erste S&#228;ule des Islams darstellt. Kaum ein Muslim w&#252;rde auf die Idee kommen, sie so auszulegen, niemand will sich das Leben unn&#246;tig komplizierter machen als es ist. Qutb wurde 1966 unter Nasser hingerichtet, aber sein theoretisches Erbe hat mehr Schaden angerichtet als anfangs irgendwer h&#228;tte glauben k&#246;nnen. Im Namen dieses Prinzips mussten im M&#228;rz 2001 beispielsweise zwei Buddha-Statuen in Bamyan von den Taliban gesprengt werden, um den Bewohnern ihres Emirats &lt;i&gt;schirk&lt;/i&gt; zu ersparen, den Fall in die G&#246;tzendienerei, den Unglauben, das Gegenteil von &lt;i&gt;tauhid&lt;/i&gt;. Alte Statuen l&#246;sten damals viel Emp&#246;rung aus, viel mehr als die permanente und systematische Repression gegen &lt;i&gt;alle politischen Gegner&lt;/i&gt; und gegen &lt;i&gt;fast alle, insbesondere Frauen&lt;/i&gt;. Es ist der theoretische Hintergrund gegen jegliche westlichen Konzepte der Staatsf&#252;hrung, das Ziel ist das Kalifat, die Herrschaft der Umma, man ist sich nur nicht einig wie, doch die Begeisterung &#252;ber die Idee einer &lt;i&gt;islamischen Republik&lt;/i&gt; ist in diesen Kreisen ganz klar eher bis ganz inexistent.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#8222;Sieg des Petroislam&#8220;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der &#8222;Sieg des Petroislam&#8220; war saudisch, nicht iranisch. Die &#214;lkrise 1973 erlaubte es Saudi-Arabien, die B&#252;chse der Pandora zu &#246;ffnen: &#8222;Saudi-Arabien verf&#252;gte nunmehr &#252;ber schier unbegrenzte Mittel, um sein altes Streben nach &#8218;Deutungshoheit&#8216; &#252;ber den Islam auf der Ebene der &lt;i&gt;umma&lt;/i&gt;, der Gemeinschaft der Muslime, in die Tat umzusetzen. In den sechziger Jahren hatte der dynamische Nationalismus die politische Bedeutung der Religion geschw&#228;cht. Der Krieg von 1973 mischte die Karten neu. Die wahhabitische Doktrin stand au&#223;erhalb der Arabischen Halbinsel nur bei orthodoxen Gruppen (bzw. den Salafisten) in hohem Ansehen, die ein buntgemischtes Spektrum umfa&#223;ten: neben den arabischen Muslimbr&#252;dern fanden sich hier indische und pakistanische Gruppen sowie schwarzafrikanische und asiatische Muslime, die nach Mekka gereist waren und nach der R&#252;ckkehr in ihre Heimatl&#228;nder &#8218;auf arabische Art&#8216; predigten, um den Islam von &#8218;abergl&#228;ubischen Vorstellungen&#8216; zu reinigen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 94-95.&#034; id=&#034;nh3-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nicht dass das irgendwie beabsichtigt oder geplant gewesen w&#228;re (h&#246;chstens erhofft), aber die Konjunktur war passend. Das Problem war, dass diese &#8222;neue Fr&#246;mmigkeit&#8220; unvermeidlich fr&#252;her oder sp&#228;ter die Frage des saudisch-wahhabitischen Pakts und des saudischen Herrschaftsanspruchs stellen musste. Das geschah am 20. November 1979, dem ersten Tag des Jahres 1400 gem&#228;ss islamischem Kalender. Die Wahl des Datums bezieht sich auf die muslimische Tradition des &lt;i&gt;mujaddid&lt;/i&gt;, auf den sich auf einen Hadith beziehenden Glauben, dass an jedem Jahrhundertwechsel ein Erneuerer erscheint, der den Islam von &#228;usseren Elementen reinigt und ihm seine urspr&#252;ngliche Reinheit zur&#252;ckgibt. Zwischen 300 und 600 bewaffnete K&#228;mpfer brachten die Grosse Moschee von Mekka unter ihre Kontrolle. Sie nannten sich die Ichwan, die Br&#252;der, der Name der hanbalitischen Miliz, welche in den 1910er und 1920er Jahren f&#252;r einen grossen Teil der saudischen Territorialgewinne verantwortlich gewesen war und daraufhin zwischen 1927 und 1930 erfolglos gegen die Dynastie der Saud revoltiert hatte. Erst am 4. Dezember, nach heftigen K&#228;mpfen, mehreren Hundert Toten und Verletzen und dem Einsatz pakistanischer und franz&#246;sischer Spezialkr&#228;fte konnte die saudische Armee die Kontrolle &#252;ber die Moschee zur&#252;ckgewinnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man sollte nicht vergessen, dass Saudi-Arabien, wie es Steve Coll treffend bemerkte, der einzige moderne Nationalstaat ist, der durch einen Jihad geschaffen worden ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh3-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese Tatsache pr&#228;destinierte das K&#246;nigreich dazu, auch im 1979 ausgerufenen Jihad gegen die sowjetischen Invasoren Afghanistans eine zentrale Rolle zu spielen. Ende April 1978 &#252;bernahm die Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) mithilfe eines milit&#228;rischen Putsches die Macht in Kabul. Entgegen anf&#228;nglichen Vermutungen im Westen war der Putsch nicht von Moskau angeordnet worden. Obwohl die DVPA die offizielle moskautreue Partei Afghanistans war, war ihr Putsch nicht Grund f&#252;r besonders grossen Enthusiasmus im Kreml: &#8222;Sp&#228;ter offenbarte mir der Anf&#252;hrer der DVPA, Taraki, dass die afghanischen Anf&#252;hrer die M&#246;glichkeit gehabt h&#228;tten, die Sowjets &#252;ber den sich abzeichnenden Staatsstreich zu informieren, doch dass sie es absichtlich nicht getan h&#228;tten, denn sie bef&#252;rchteten, dass Moskau sie davon w&#252;rde abbringen wollen, eine bewaffnete Rebellion zu unternehmen, mit dem Argument der Abwesenheit einer revolution&#228;ren Situation in Afghanistan als Vorwand. Diese Bef&#252;rchtungen waren nicht unbegr&#252;ndet. H&#228;tte die UdSSR Kenntnis gehabt von ihren Absichten, h&#228;tte sie ihnen wahrscheinlich geraten, von diesem Projekt abzusehen, denn es gab von einem marxistischen Standpunkt aus tats&#228;chlich keine revolution&#228;re Situation im Land und die Beziehungen der UdSSR mit Afghanistan waren freundschaftlich unter Zahir Schah und unter Daoud, trotz dem Flirt Daouds mit dem Westen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, Balland, 1996, S. (...)&#034; id=&#034;nh3-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die DVPA wurde Anfang 1965 im Haus Tarakis gegr&#252;ndet. Sie war von Anfang an gezeichnet vom Graben zwischen Stadt und Land, verk&#246;rpert durch die beiden Fraktionen Parcham (&#8222;Fahne&#8220;) und Khalq (&#8222;Volk&#8220;). Parcham war jene Fraktion, welche Daoud 1973 in seinem Putsch unterst&#252;tzte und grunds&#228;tzlich das Vertrauen Moskaus genoss, der eher urbane Fl&#252;gel der Partei, Khalq, die rurale, haupts&#228;chlich paschtunische Fraktion der Partei hatte in Moskau wenig Kredit. Zwischen 1966 und 1976 waren sie komplett gespalten, die Wiedervereinigung 1976 erlaubte den Putsch 1978, der sich sehr bald f&#252;r praktisch alle Beteiligten als sehr problematisch erweisen w&#252;rde, Nur Muhammad Taraki, der historische Anf&#252;hrer der Khalq-Fraktion, sass auf einem Schleudersitz&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 98-108.&#034; id=&#034;nh3-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben dem &#8222;Aufbau des Sozialismus&#8220; genoss auch die Liquidation der gegnerischen Fraktion eine sehr hohe Priorit&#228;t: &#8222;Sie nahmen eine maximalistische Politik mit Landreform und Alphabetisierung in Angriff und leiteten den sofortigen Aufbau des Sozialismus ein, der sie &#8211; begleitet von Tausenden Verhaftungen und Hinrichtungen &#8211; der breiten Masse der Bev&#246;lkerung entfremdete. Mit einer S&#228;uberungsaktion, der sogar f&#252;hrende K&#246;pfe aus den eigenen Reihen zum Opfer fielen, schaltete die radikalere Khalq-Fraktion die Parcham aus, deren F&#252;hrung nach Moskau fl&#252;chtete. Ab April 1979 brachen &#252;berall im Land Aufst&#228;nde aus, und im Dezember kontrollierte die Partei nur noch die St&#228;dte.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 174.&#034; id=&#034;nh3-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Im September 1979 traf es Taraki selbst: Er wurde von seinem &#8222;Genossen&#8220; Hafizullah Amin zum R&#252;cktritt gezwungen und einen Monat sp&#228;ter ermordet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der afghanisch-sowjetische Krieg&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit der 1968 als nachtr&#228;gliche Rechtfertigung der Invasion der Tschechoslowakei erschaffenen, die Irreversibilit&#228;t einer sozialistischen Revolution postulierenden Breschnew-Doktrin auf der einen Seite und der Pflicht zum defensiven Jihad im Falle einer Invasion des Dar al-Islam auf der anderen war der Spielraum f&#252;r Verhandlungen schon auf rein ideologischer Ebene gering, die geostrategische Bedeutung Afghanistans und der Kontext des Kalten Krieges besorgten den Rest. Gem&#228;ss Akram wurde die Entscheidung zugunsten einer sowjetischen Intervention am 12. Dezember 1979 in Moskau gef&#228;llt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Assem Akram, op. cit., S. 141. Am 10. gem&#228;ss Rodric Braithwaite, (...)&#034; id=&#034;nh3-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zuerst einmal mussten die Fraktionsk&#228;mpfe zu Moskaus Zufriedenheit geregelt werden, deshalb wurde am 27. Dezember 1979 Amin von einem sowjetischen Spezialkommando im Pr&#228;sidentenpalast eliminiert und durch Babrak Karmal ersetzt, den Anf&#252;hrer der Parcham-Fraktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Washington war man sich selbstverst&#228;ndlich einig, dass man Moskau nicht einfach gew&#228;hren lassen k&#246;nnte. Schon ein paar Tage nach dem sowjetischen Einmarsch &lt;a href=&#034;https://sites.temple.edu/immerman/brezenski-memoranda-to-carter-on-soviet-intervention-in-afghanistan/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;war f&#252;r Brzezinski klar: Endlich w&#252;rde man sich an der UdSSR f&#252;r Vietnam r&#228;chen k&#246;nnen.&lt;/a&gt; Das &#8222;sowjetische Vietnam&#8220; war in den folgenden Jahren ein gefl&#252;geltes Bonmot in prowestlichen diplomatischen Kreisen. Besonders ein texanischer demokratischer Kongressabgeordneter machte sich Afghanistan zu seiner Mission: Charlie Wilson, ein undurchsichtiger Gesch&#228;ftsmann, pers&#246;nlicher Freund von Somoza, Alkoholiker und nicht besonders diskreter Kokainkonsument&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Falls nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Wilson aus George (...)&#034; id=&#034;nh3-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zusammen mit seinem Kumpel Gust Avrakotos von der CIA war er dabei, der im Sommer 1979 unter Carter lancierten Operation Cyclone eine ganz neue Qualit&#228;t zu verschaffen, ohne sich gross um demokratische Gepflogenheiten und Transparenz zu sorgen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Januar 1980 gab Carter gr&#252;nes Licht f&#252;r die direkte Bewaffnung der Mudjahedin, in Wirklichkeit begann die Unterst&#252;tzung allerdings wohl schon im Mai 1979, als &lt;a href=&#034;https://nsarchive2.gwu.edu//NSAEBB/NSAEBB57/essay.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ein &#8222;Beamter der CIA&#8220; Hekmatyar traf, die ersten Treffen begannen ab April 1979, das wissen wir kurioserweise nur, weil iranische Studenten Anfang November 1979 in die amerikanische (und auch in die britische) Botschaft eindrangen, dort heftig randalierten und u.a. die das belegenden Dokumente der CIA pl&#252;nderten&lt;/a&gt;. Washington und Riad waren im wesentlichen f&#252;r die Beschaffung von Geld und Waffen verantwortlich, der pakistanische Geheimdienst ISI f&#252;r die Verteilung des Materials und dem Kontakt zu den afghanischen Aufst&#228;ndischen. Die Verbindungsm&#228;nner zwischen CIA und ISI waren haupts&#228;chlich Wilson und Avrakotos. Die milit&#228;rische Operationshoheit &#252;ber die Geld- und Waffenfl&#252;sse wurden, einmal in Karachi angekommen, dem ISI &#252;bergeben, welcher sich um den Transport nach Peschawar und die dortige Verteilung an die afghanischen Mudjahedin k&#252;mmerte. Sieben sunnitische islamistische Parteien wurden unterst&#252;tzt, die drei ersten werden allgemein als &#8222;gem&#228;ssigt&#8220;, die vier letzteren als &#8222;radikal&#8220; klassifiziert:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische und Nationale Revolutionsbewegung Afghanistans: kleine Bewegung, aktiv haupts&#228;chlich im S&#252;den und Osten Afghanistans, zerfiel in den 1990er Jahren, einige desertierten zu den Taliban, andere gr&#252;ndeten die marginale Nationale und Islamische Partei f&#252;r Wohlstand Afghanistans;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Nationale Befreiungsfront: konservative paschtunische Sufi-Tradition, die Bewegung zerfiel weitgehend, der historische Anf&#252;hrer Sibghatullah Modschaddedi zog sich nach dem R&#252;ckzug der Russen fast vollst&#228;ndig aus dem politischen Leben zur&#252;ck und erschien zwischendurch wieder als Experte und/oder Vermittler auf der politischen B&#252;hne, er starb Anfang 2019;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Nationale Islamische Front Afghanistans: einflussreich v.a. in der Provinz Nangarhar und in Kabul, haupts&#228;chlich ein Familienunternehmen von Ahmed Gailani (1932-2017), er unterst&#252;tzte Ende der 1990er die Nordallianz gegen die Taliban und 2004 Karzai in seinem Pr&#228;sidentschaftswahlkampf, verschwand daraufhin nahezu g&#228;nzlich in der Bedeutungslosigkeit;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Vereinigung Afghanistans: als &#252;berwiegend von ethnischen Tadschiken gepr&#228;gt ist sie die einzige nicht-paschtunische vom ISI unterst&#252;tzte Partei &#8211; verb&#252;ndet damals mit Ahmad Schah Massoud, dem &#8222;L&#246;wen von Pandjschir&#8220; und ungl&#252;cklichen Geheimfavoriten des MI6, der am 9. September 2001 von zwei sich als belgische Journalisten ausgebenden Selbstmordattent&#228;tern ermordet wurde &#8211; Ende der 1990er Jahre Teil der Nordallianz und heute im afghanischen Parlament vertreten;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Union f&#252;r die Befreiung Afghanistans: paschtunische Partei mit einer tadschikischen Minderheit, haupts&#228;chlich stark in Paghman, im Westen der Provinz Kabul, Partei von Abdul Rasul Sayyaf, verd&#228;chtigt, in der Ermordung Massouds eine Rolle gespielt zu haben, heute relativ erfolgreicher Politiker in der Provinz Kandahar, im B&#252;rgerkrieg auf der Seite der Taliban und f&#252;r hemmungslose Brutalit&#228;t ber&#252;chtigt, seit 2007 marginale Partei in der rechten Ecke des afghanischen Parlaments, die sich haupts&#228;chlich f&#252;r die Begnadigung von gefangenen K&#228;mpfern der Taliban einsetzt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Partei (Chalis-Fraktion): eine &#8222;gem&#228;ssigte&#8220; Abspaltung von Gulbuddin Hekmatyars 1973 gegr&#252;ndeter Islamischer Partei, die Partei unter der F&#252;hrung von Junis Chalis unterst&#252;tzte in den 1990er Jahren die Taliban, aus dieser Partei stammt urspr&#252;nglich auch der 2018 gestorbene Jalaluddin Haqqani (den Wilson damals als &#8222;personifizierte Gottheit&#8220; bezeichnet hatte&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 473.&#034; id=&#034;nh3-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), dessen Haqqani-Netzwerk, das seit 2014 von seinem Sohn angef&#252;hrt wird, bis heute eng mit den Taliban zusammenarbeitet;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Islamische Partei (Hekmatyar-Fraktion): 1973 gegr&#252;ndete islamistische Partei unter der F&#252;hrung von Gulbuddin Hekmatyar, der als Urvater des afghanischen Jihadismus bezeichnet werden kann und der heimliche Favorit des ISI war, die Praxis der Partei w&#228;hrend dem Krieg und dem darauf folgenden B&#252;rgerkrieg waren von einer kompromisslosen Linie und hemmungsloser Brutalit&#228;t gepr&#228;gt, den &#220;bernamen &#8222;Schl&#228;chter von Kabul&#8220; hat sich Hekmatyar redlich verdient, das 1984 von Abdallah Yusuf Azzam, Osama bin Laden und Aiman al-Zawahiri gegr&#252;ndete Dienstleistungsb&#252;ro (das weiter unten etwas ausf&#252;hrlicher analysiert wird) arbeitete haupts&#228;chlich mit ihm zusammen, w&#228;hrend dem Taliban-Regime war er im iranischen Exil, schloss sich aber ab 2001 bin Laden an, &lt;a href=&#034;https://www.rferl.org/a/islamic-state-afghanistan-hekmatyar/27114317.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;proklamierte 2015 seine Unterst&#252;tzung des IS&lt;/a&gt; und unterzeichnete am 22. September 2016 ein Friedensabkommen mit der afghanischen Regierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Daneben k&#228;mpften eine vom Iran unterst&#252;tzte schiitische und eine von China unterst&#252;tzte maoistische Koalition gegen die sowjetische Invasion, in Anbetracht der, je nach Sch&#228;tzungen, zwischen &lt;a href=&#034;http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zwei&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;http://www.spiegel.de/einestages/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sechs&lt;/a&gt; von der CIA im Rahmen der Operation Cyclone in die sunnitischen Gruppen investierten Milliarden sind diese beiden Koalitionen jedoch vernachl&#228;ssigbar und es soll hier nicht weiter auf sie eingegangen werden. Es sollte allerdings pr&#228;zisiert werden, dass die Maoisten unter der DVPA mit einer systematischen Repression konfrontiert waren, aber auch von ihren islamistischen &#8222;Waffenbr&#252;dern&#8220; sehr misstrauisch be&#228;ugt und immer mal wieder angegriffen wurden, so wurde z.B. Faiz Ahmad, der Anf&#252;hrer der Afghanischen Befreiungsorganisation, am 12. November 1986 zusammen mit sechs seiner Genossen von Hekmatyars Schergen ermordet. Eine erw&#228;hnenswerte Ausnahme des afghanischen Maoismus in diesem Kontext ist die 1977 gegr&#252;ndete Revolution&#228;re Vereinigung der Frauen Afghanistans (RAWA), sie verurteilte sowohl die Regierung der DVPA als auch das B&#252;ndnis mit den Islamisten und hat bis heute den historischen Verdienst, seit ihrer Gr&#252;ndung keine einzige afghanische Regierung und ausl&#228;ndische Invasion unterst&#252;tzt zu haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nur in den groben Linien auf den genauen Kriegsverlauf eingegangen werden. Akram folgend kann er in drei Abschnitte unterteilt werden, die &#8222;Stationierung der Truppen&#8220; 1979-1982, der &#8222;intensivste Abschnitt&#8220; 1982-1986 und &#8222;sowjetische R&#252;ckschl&#228;ge und R&#252;ckzug&#8220; 1986-1989&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Assem Akram, op. cit., S. 173-176.&#034; id=&#034;nh3-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er sch&#228;tzt, dass schon 1981-1982 80% des Territoriums von den Mudjahedin kontrolliert war, nachts wurde es dort vollst&#228;ndig dunkel, um sowjetische Luftangriffe zu vermeiden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 176.&#034; id=&#034;nh3-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Vielleicht noch mehr, je nachdem, ob seine Sch&#228;tzung sich auf den Tag oder die Nacht bezieht, denn sie kontrollierten die l&#228;ndlichen Regionen in der Nacht, auch wenn es am Tag nicht unbedingt der Fall war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 164. Das gleiche gilt heute in (...)&#034; id=&#034;nh3-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Desertionen waren ein grosses Problem f&#252;r die afghanische Armee, bis zu 60% der Soldaten sollen zu den Mudjahedin &#252;bergelaufen sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 136-137.&#034; id=&#034;nh3-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ein gewisser Teil vielleicht aus ideologischen Gr&#252;nden, aber wohl eher wegen der kaltbl&#252;tigen Grausamkeit der Kriegsf&#252;hrung auf beiden Seiten, in einer solchen Situation kann es vorkommen, dass man sich der st&#228;rkeren Fraktion ohne jegliche ideologische Betrachtungen anschliesst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New (...)&#034; id=&#034;nh3-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abgesehen von einigen wenigen kritischen, haupts&#228;chlich feministischen Stimmen war &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Begeisterung &#252;ber die afghanischen &#8222;Freiheitsk&#228;mpfer&#8220; in der westlichen Medienwelt einhellig&lt;/a&gt;. In einem Anflug orientalistischen &#220;bereifers war der Enthusiasmus f&#252;r die frommen und b&#228;rtigen Mudjahedin &#252;berschw&#228;nglich, sie wurden als unschuldige und bescheidene Stammesangeh&#246;rige dargestellt, die, in Anbetracht einer Invasion durch das &#8222;Reich des B&#246;sen&#8220;, bloss ihre Traditionen und ihre Religion verteidigen wollten und dabei von westlichen Geheimdiensten &#8222;ein bisschen&#8220; unterst&#252;tzt wurden. Kritische Journalisten &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;riskierten, von eingebetteten Missionen mit den Mudjahedin ausgeschlossen zu werden&lt;/a&gt; und somit fast jeglichen Zugang zu Informationen zu verlieren. Die Berichterstattung der sowjetischen Presse war vermutlich sogar kritischer und objektiver, sie wird h&#228;ufig als Beleg f&#252;r Gorbatschows Politik der Glasnost angef&#252;hrt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. ebd., S. 213.&#034; id=&#034;nh3-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Gegensatz zu den anderen sowjetischen Journalisten, die in Kabul stationiert waren, war Artyom Borovik ab 1987 in diverse sowjetische Truppen eingebettet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Sarah E. Mendelson, Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet (...)&#034; id=&#034;nh3-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Er schrieb kritische Artikel im Magazin &lt;i&gt;Ogonyok&lt;/i&gt; und ver&#246;ffentlichte 1990 ein Buch, das simultan auf Englisch und Russisch erschien&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of (...)&#034; id=&#034;nh3-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon auf der ersten Seite ist der def&#228;tistische Ton gegeben: &#8222;Verr&#252;ckte Leute nannten Afghanistan &#8218;eine Schule des Mutes&#8216;. Und waren weise genug, ihre S&#246;hne nicht dorthin zu schicken. Sie sprachen von &#8218;internationaler Pflicht&#8216;, &#8218;der Schlacht gegen die S&#246;ldner des Imperialismus an den s&#252;dlichen Grenzen unseres Vaterlandes&#8216;, &#8218;der resoluten Zur&#252;ckweisung der Aggression durch die Reaktion&#228;re der Region&#8216;. Und so weiter, und so fort. Sie versuchten, sich selbst und den Rest des Landes von der Tatsache zu &#252;berzeugen, dass Afghanistan &#8218;aus unreifen Jugendlichen standhafte K&#228;mpfer f&#252;r unseren kommunistischen Glauben macht&#8216;. Doch sollte Afghanistan Leute zum Glauben inspiriert haben, so war es ein Glaube, der ganz anders war, als jener, welcher von unserer Propaganda proklamiert wurde.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 1.&#034; id=&#034;nh3-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zudem r&#228;umt er offen ein, dass Amin vom KGB ermordet worden ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 5.&#034; id=&#034;nh3-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, spricht von Desertionen, verkauften sowjetischen Dienstwaffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 36.&#034; id=&#034;nh3-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und auch &#252;ber die von sowjetischen Soldaten begangenen Grausamkeiten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B. ebd., S. 258.&#034; id=&#034;nh3-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Dar&#252;ber hinaus zeigt sein Bericht, dass phantasievolle improvisierte Sprengfallen nicht vom IS erfunden worden sind: &#8222;Der Zwischenfall [die Entdeckung eines Thermoskruges mit eingebauter Sprengfalle] erweckt Verwunderung in mir &#252;ber den betr&#228;chtlichen Erfindergeist dieser Banditen, &#252;ber deren reiche und unersch&#246;pfliche Vorstellungskraft. Innerhalb jedes befestigten Punktes &#8211; den Bunkern, Betonbunkern, den vierst&#246;ckigen Sch&#252;tzengr&#228;ben unter dem Boden &#8211; finden die Soldaten mit Sprengfallen versehene Kugelschreiber, Uhren, Feuerzeuge, Kassettenrekorder und &#228;hnliches. Der versteckte Tod ist so meisterhaft getarnt worden, dass nur jemand mit einem ge&#252;bten Auge ihn sehen kann.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 35-36.&#034; id=&#034;nh3-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Heroin als Bumerang&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie schon damals in Vietnam, war Heroin erneut der Treibstoff des Krieges: &#8222;Aber sie [die amerikanischen und arabischen Zahlungen] f&#252;hrten auch, da sich viele an ihnen bereichern wollten, zu einem rapiden Anstieg der Kriminalit&#228;t, vor der jeder die Augen verschlo&#223;, solange die Russen in Afghanistan standen, deren verheerende Folgen aber den Verwerfungen am Ende des Jahrzehnts den Weg bereiteten. So versorgten riesige Schiffsladungen mit leichten Waffen, die von der CIA geliefert und im Hafen von Karatschi gel&#246;scht wurden, zun&#228;chst den lokalen Markt (und machten diese Stadt zu einer der gewaltt&#228;tigsten der Welt), ehe sie an die offiziellen Empf&#228;nger weitergeleitet wurden. Und zur&#252;ck kamen die Lastwagen mit Heroin, das aus dem in Afghanistan und in den &#8218;Stammesgebieten&#8216; an der pakistanischen Grenze angebauten Opium gewonnen und &#252;ber Karatschi exportiert wurde. Die Begehrlichkeiten, die die amerikanischen und arabischen Hilfslieferungen weckten, und die riesigen Profite, die Gelegenheitskriminelle aus ihnen zogen, bereiteten nach Abzug der Sowjets zun&#228;chst den USA, dann auch den arabischen Staaten gr&#246;&#223;tes Kopfzerbrechen, als hochger&#252;stete Gruppen, die ihrer Kontrolle entglitten waren und vom Drogenhandel lebten, nach eigenem Gutd&#252;nken &#252;berall auf dem Globus den Dschihad ausriefen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 180-181.&#034; id=&#034;nh3-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser Drogenschmuggel der Mudjahedin war ein offenes Geheimnis und wird auch von Mohammad Yousuf, dem f&#252;r die Mission verantwortlichen Kommandanten des ISI, in seinen Memoiren offen einger&#228;umt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mohammad Yousaf, Mark Adkin, The Bear Trap. The Defeat of A (...)&#034; id=&#034;nh3-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mitte der 1980er Jahre begann als direkte Folge der Heroinpreis ziemlich &#252;berall im Westen zu sinken und Heroinabh&#228;ngige wurden in dieser Zeit in den meisten grossen St&#228;dten zu einem g&#228;ngigen Strassenbild. Der Goldene Halbmond l&#246;ste gleichzeitig allm&#228;hlich das Goldene Dreieck als wichtigster geographischer Ursprung des weltweit konsumierten Heroins ab. Heutzutage produziert Afghanistan je nach Sch&#228;tzungen etwa 90% davon. 2017 wurde der Umsatz der Heroinproduktion Afghanistans auf &lt;a href=&#034;https://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Opium-survey-peace-security-web.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zwischen 4.1 und 6.6 Milliarden Dollar gesch&#228;tzt, was 20 bis 32% des afghanischen BIP repr&#228;sentiert&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.politifact.com/global-news/statements/2017/apr/04/ted-yoho/yoho-afghanistan-poppy-growth-way/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sie garantiert etwa 400&#8216;000 Afghanen einen Job, mehr als die afghanische Armee&lt;/a&gt;. Gleichzeitig ist die Abh&#228;ngigkeit von Opiaten auch in der afghanischen Bev&#246;lkerung explodiert, was in einem Land, &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2016/06/06/world/asia/afghanistan-kabul-graveyard.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;wo es an Platz f&#252;r Friedh&#246;fe mangelt&lt;/a&gt;, alles andere als erstaunlich ist. &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/de_ch/article/yvea8j/afghanistans-opiumplage&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Epizentrum der afghanischen Drogenszene ist das Untergeschoss der Br&#252;cke Pul-sokhta in Kabul&lt;/a&gt;, eine massive Konzentration verdr&#228;ngten Elends.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In die andere Richtung flossen anf&#228;nglich haupts&#228;chlich leichte Waffen und die Absender waren um eine gewisse Diskretion bem&#252;ht. Gem&#228;ss Yousuf seien bis 1985 nur urspr&#252;nglich aus dem sozialistischen Block stammende Waffen an die Mudjahedin geliefert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 83.&#034; id=&#034;nh3-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Damit konnten sie zwar den Boden kontrollieren, doch die sowjetische Armee kontrollierte die Luft: &#8222;Luftmacht war gewiss des Feindes gr&#246;sste St&#228;rke. Sie bescherte ihm nicht nur unbegrenzte Feuerkraft sondern auch Mobilit&#228;t. Richtig benutzt und zusammen kombiniert k&#246;nnte dies zur taktischen, oder gar strategischen Niederlage der Guerillas auf dem Schlachtfeld f&#252;hren. Das Problem vom Standpunkt der Mudjahedin aus gesehen war nicht einmal, dass sie selbst keine Luftmacht hatten, sondern dass ihre Mittel, um den Beschuss der Flugzeuge und Helikopter des Feindes zu erwidern, sich auf einige alte SA-7 beschr&#228;nkten, schultergest&#252;tzte Kurzstrecken-Boden-Luft-Raketen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 59.&#034; id=&#034;nh3-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das sollte sich 1986 &#228;ndern: Am 26. September testeten K&#228;mpfer Hekmatyars zum ersten Mal die brandneue amerikanische Flugabwehrrakete Stinger im Gefecht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe George Crile, op. cit., S. 426-427.&#034; id=&#034;nh3-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ob diese Tatsache ein Wendepunkt im Kriegsverlauf darstellte oder nicht, dar&#252;ber streiten sich die Experten. Sie d&#252;rfte jedenfalls die sowjetische Niederlage besiegelt haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 205.&#034; id=&#034;nh3-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Unerw&#252;nschter Nebeneffekt der Sache war, dass die etwa 1&#8216;000 gelieferten Stinger aufgrund der Korruption oder als Kriegsbeute manchmal bei ungeplanten Empf&#228;ngern landeten, schon bald waren auch der Iran und Russland stolze Besitzer davon. &lt;a href=&#034;https://slate.com/news-and-politics/2001/10/stingers-stingers-who-s-got-the-stingers.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Noch 2011 fragte man sich&lt;/a&gt;, wo die Stinger mittlerweile genau sein k&#246;nnten, diverse jihadistische Gruppen rund um die Welt besitzen einen oder mehrere und die CIA investierte sogar doppelt so viel wie die Stinger selbst gekostet hatten, 65 Millionen Dollar, um so viele wie m&#246;glich davon zur&#252;ckzukaufen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sowjetischer R&#252;ckzug, Machtergreifung der Taliban und Globalisierung des Jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau wie heute ein bisschen &#252;berall auf der Welt schlossen sich auch damals ausl&#228;ndische Freiwillige den Mudjahedin an, haupts&#228;chlich von der arabischen Halbinsel und anderen islamischen Regionen. W&#228;hrend gewisse junge Araber aus reichem Haus (oder Palast) Afghanistan benutzten, um einen abenteuerlichen Urlaub zu verbringen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Gilles Kepel, op. cit., S. 185.&#034; id=&#034;nh3-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, kamen andere ausl&#228;ndische Freiwillige mit ernsthafteren Absichten, so &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;reiste z.B. ein gewisser Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi Ende der 1980er Jahre nach Afghanistan, um sich Hekmatyars Fraktion anzuschliessen&lt;/a&gt;. Es war der Beginn einer langen jihadistischen Karriere und man w&#252;rde sp&#228;ter noch viel von ihm h&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zur Betreuung der ausl&#228;ndischen Freiwilligen gr&#252;ndete der Pal&#228;stinenser Abdullah Azzam, ein nicht unbedeutender jihadistischer Theoretiker dieser Zeit, 1984 gemeinsam mit Osama bin Laden und Ayman al-Zawahiri das Dienstleistungsb&#252;ro, das 1986 sogar ein erstes amerikanisches B&#252;ro in Tucson im Bundesstaat Arizona er&#246;ffnete, um dort in der arabischen Gemeinschaft f&#252;r die Mudjahedin zu rekrutieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 155.&#034; id=&#034;nh3-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam starb am 24. November 1989 und bin Laden &#252;bernahm das Dienstleistungsb&#252;ro. Er gab ihm einen neuen Namen: die Basis, auf Arabisch Al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 204.&#034; id=&#034;nh3-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sorgen dar&#252;ber machte sich bei der CIA damals niemand, bin Laden war schliesslich gem&#228;ss der g&#228;ngigen Einsch&#228;tzung &#8222;nicht anti-amerikanisch&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 156.&#034; id=&#034;nh3-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu diesem Zeitpunkt war der sowjetische R&#252;ckzug schon weit fortgeschritten und der sowjetisch-afghanische Krieg ging allm&#228;hlich in den afghanischen B&#252;rgerkrieg &#252;ber. Bereits am 4. Dezember 1987 war in Washington der geordnete sowjetische R&#252;ckzug zwischen der CIA und dem KGB diskutiert worden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 168-169.&#034; id=&#034;nh3-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach dem Mauerfall Anfang November 1989 war den meisten Beteiligten klar, dass die B&#252;ndnisse von gestern nicht mehr die B&#252;ndnisse von morgen sein w&#252;rden, das &#8222;Ende der Geschichte&#8220; und seine genauen Konturen kannte allerdings noch niemand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Herbst 1990 kam es zum Bruch zwischen bin Laden und Saudi-Arabien. Bin Laden wollte das Problem der irakischen Invasion von Kuwait mithilfe des Jihad l&#246;sen, Saudi-Arabien hielt eine amerikanische Intervention f&#252;r die vern&#252;nftigere L&#246;sung, auch Hekmatyar und Sayyaf wollten kein B&#252;ndnis mit den USA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 222-223.&#034; id=&#034;nh3-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Mitte 1991 wurde bin Laden vom saudischen Geheimdienst freundlich informiert, dass die USA ihm wom&#246;glich auf den Fersen seien und er zu &#8222;seinem eigenen Wohl&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 231.&#034; id=&#034;nh3-39&#034;&gt;39&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; aus Saudi-Arabien verbannt werde. Nach einem Zwischenhalt, je nach Quellen, in Afghanistan oder Pakistan fand er 1992 Unterschlupf im Sudan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 601-602.&#034; id=&#034;nh3-40&#034;&gt;40&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, wo 1989 die islamistische Nationale Kongresspartei von Omar al-Bashir durch einen Putsch an die Macht gekommen war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am 13. September 1991 einigten sich der amerikanische Staatssekret&#228;r James Baker und der sowjetische Aussenminister Boris Pankin auf eine beidseitige Einstellung der Unterst&#252;tzung f&#252;r die Rebellen respektive die Regierung der DVPA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 232.&#034; id=&#034;nh3-41&#034;&gt;41&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im Dezember 1991, kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion, zog sich der KGB aus Afghanistan zur&#252;ck und Anfang 1992 wurde wie vereinbart die Hilfe f&#252;r Najibullah eingestellt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Rodric Braithwaite, op. cit., S. 299.&#034; id=&#034;nh3-42&#034;&gt;42&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach dem Fall seiner Regierung im April 1992 gibt es nicht mehr viele Gr&#252;nde f&#252;r eine aufgrund der grossen Gefahr und der chaotischen Lage sehr kostspielige amerikanische Pr&#228;senz. Die T&#252;ren der amerikanischen Botschaft waren schon seit 1989 in der Regel geschlossen, Ende 1992 zog dann das gesamte Personal in ruhigere Gefilde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der letzte amerikanische Botschafter in Kabul f&#252;r eine Periode, die neun Jahre dauern sollte, Peter Tomsen, sorgte sich in seinem letzten Memo am 18. Dezember 1992 ziemlich weitsichtig &#252;ber &#8222;die Bem&#252;hungen der islamischen Extremisten, Afghanistan als Basis f&#252;r Training und Ausf&#252;hrung von Terrorismus in der Region und dar&#252;ber hinaus zu benutzen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Steve Coll, op. cit., S. 239.&#034; id=&#034;nh3-43&#034;&gt;43&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Seine Einsch&#228;tzung der Lage war (zurecht) d&#252;ster, er schrieb einige Wochen sp&#228;ter: &#8222;Amerikanische Beharrlichkeit in der Aufrechterhaltung unserer schon etablierten Stellung in Afghanistan k&#246;nnte betr&#228;chtlich &#8211; auf g&#252;nstige Art und Weise &#8211; zu einem gem&#228;ssigten Ausgang beitragen, das w&#228;re gleichbedeutend mit der Untergrabung der Extremisten, der Aufrechterhaltung einer Freundschaft mit einem strategisch gelegenen, freundlich gesinnten Land, einem Beitrag zur Erf&#252;llung anderer Ziele in Afghanistan und einer breiteren zentralasiatischen Region, z.B. Bet&#228;ubungsmittel, Wiedererlangung der Stinger, Anti-Terrorismus&#8230; Wir setzen uns der Gefahr aus, jene St&#228;rken wegzuwerfen, welche wir uns in den letzten zehn Jahren zu einem betr&#228;chtlichen Preis aufgebaut haben&#8230; Unser Einsatz, wenn auch beschr&#228;nkt, ist wichtig im heutigen geostrategischen Zusammenhang. Die Gefahr ist, dass wir das Interesse verlieren und vorteilhafte Investitionen in Afghanistan aufgeben, was eine Region gef&#228;hrdet, wo wir wenige, aber wertvolle Hebel haben.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh3-44&#034;&gt;44&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Kassandra h&#228;tte es nicht besser formulieren k&#246;nnen&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es soll hier nicht detailliert auf den bis 1996 dauernden B&#252;rgerkrieg eingegangen werden, einzig auf jene politische Kraft, welche am Ende davon an die Macht gelangt war: die Taliban. &#8222;Taliban&#8220; ist Paschtunisch f&#252;r &#8222;Studenten&#8220; und verweist auf ihren Ursprung in den Koranschulen der Region Kandahar und der pakistanischen Grenzregion. Im Fr&#252;hling 1994 eroberten sie die erste Ortschaft, das Dorf Spin Boldak an der pakistanischen Grenze. Am 3. November des gleichen Jahres fiel ihnen die zweitgr&#246;sste Stadt Afghanistans, die s&#252;dliche Grossstadt Kandahar in die H&#228;nde, weniger als ein Jahr sp&#228;ter, im September 1995, die drittgr&#246;sste, mehrheitlich nicht-paschtunische Grossstadt Herat im Westen. Schon seit Fr&#252;hling genossen sie die alleinige &#8211; wenn auch etwas misstrauische &#8211; Unterst&#252;tzung des ISI, die Fraktion von Jaladdin Haqqani hatte sich damals ebenfalls den Taliban angeschlossen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 293.&#034; id=&#034;nh3-45&#034;&gt;45&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Im September 1996 eroberten sie Kabul und proklamierten am 27. das &#8222;Islamische Emirat Afghanistans&#8220;, der Beginn ihrer f&#252;nfj&#228;hrigen Herrschaft &#252;ber das Land.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Erst nach einem langen Hin und Her schafften sie es, den Norden des Landes vollst&#228;ndig zu kontrollieren. Die im Mai 1997 begonnene blutige Auseinandersetzung mit den haupts&#228;chlich von Russland und dem Iran unterst&#252;tzten lokalen Machthabern der Metropole des Nordens und viertgr&#246;ssten Stadt Masar-e Sharif kulminierte im August 1998 in der Macht&#252;bernahme der Taliban und einem Massaker Tausender, haupts&#228;chlich schiitischer Zivilisten. Nachdem ihre Regierung schon nach der Eroberung Kabuls von den USA anerkannt worden war, folgten nun Pakistan, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, auf der zwischenzeitlich im Herbst 1997 erschienen ersten offiziellen amerikanischen Liste ausl&#228;ndischer terroristischer Organisationen sucht man die Taliban oder Al-Qaida vergeblich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd, S. 334, 349 und 351.&#034; id=&#034;nh3-46&#034;&gt;46&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kurz vor dem Fall von Kabul griff bin Laden, der bereits im Mai 1996 nach Afghanistan zur&#252;ckgekehrt war, tief in seine Tasche und &#252;bergab den Taliban drei Millionen Dollar von seinem pers&#246;nlichen Verm&#246;gen zur Unterst&#252;tzung des Angriffs auf Kabul, die Unterst&#252;tzung des ISI verst&#228;rkte sich derweil mit dem Fall der Hauptstadt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 331-332.&#034; id=&#034;nh3-47&#034;&gt;47&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Nach den erfolglosen Attentatsversuchen gegen den &#228;gyptischen Premierminister Atef Sidki 1993 und den Pr&#228;sidenten Hosni Mubarak 1995 geriet die mit bin Laden verbundene &#228;gyptische Gruppe Al-Jihad zunehmend unter Druck, genau wie die Gamaa Islamiya, die ebenfalls Kontakte zu ihm unterhielt, 1992 den Publizisten Faradsch Fauda ermordete und 1997 f&#252;r das Massaker von Luxor verantwortlich war (62 Tote, haupts&#228;chlich Touristen), und damit einhergehend auch das sudanesische Regime, das ihn beherbergte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die R&#252;ckkehr der &#8222;Afghanen&#8220; nach &#196;gypten und Algerien Anfang der 1990er Jahre war gleichbedeutend mit der Einf&#252;hrung ihrer in Afghanistan gelernten Methoden: &#8222;In beiden L&#228;ndern f&#252;hrte die Einnahme Kabuls durch die Mudschahiddin noch im gleichen Jahr [1992] zu einer deutlichen Zunahme der Gewalt. Mehrere hundert algerische und &#228;gyptische &#8218;Afghanen&#8216; waren in ihre Heimat zur&#252;ckgekehrt. Sie hatten in Peschawar den &#8218;salafistischen Dschihadismus&#8216; kennengelernt und sorgten nun mit ihrer internationalen Erfahrung f&#252;r eine Radikalisierung des lokalen Dschihad.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 332.&#034; id=&#034;nh3-48&#034;&gt;48&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Andere ausl&#228;ndische Afghanistan-Veteranen trugen den Jihad nach Bosnien, Tschetschenien und Tadschikistan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 356.&#034; id=&#034;nh3-49&#034;&gt;49&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, auch der Kaschmir-Konflikt nahm als direkte Folge zunehmend eine jihadistische Wendung auf Seiten Pakistans&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 179-180.&#034; id=&#034;nh3-50&#034;&gt;50&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend der ersten Schlacht von Mogadischu, dem amerikanischen Fiasko am 3. und 4. Oktober 1993, waren ebenfalls &#8222;Afghanen&#8220; beteiligt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 377.&#034; id=&#034;nh3-51&#034;&gt;51&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;i&gt;Black Hawk Down&lt;/i&gt;, das 1999 erschienene Buch dar&#252;ber vom Journalisten Mark Bowden wurde 2001 von Ridley Scott verfilmt. Nach dem Abschuss von zwei Helikoptern wurden zwei amerikanische Soldaten vom Mob gelyncht, einige konnten gerettet werden, die Operation kostete 18 Soldaten der amerikanischen Koalition (zusammen mit Malaysia und Pakistan) das Leben, mehr als Tausend auf Seiten der Somalischen Nationalen Allianz und der mit ihnen verb&#252;ndeten Jihadisten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Truppen der UNO verliessen 1995 das Land und die verschiedenen Fraktionen bekriegten sich weiter. Die 2000 in Nairobi gebildete &#220;bergangsregierung konnte erst im Dezember 2006 mit tatkr&#228;ftiger Unterst&#252;tzung &#196;thiopiens die jihadistische Allianz Union islamischer Gerichte aus Mogadischu vertreiben und eine prek&#228;re Kontrolle &#252;ber die Hauptstadt erlangen. Die gem&#228;ssigten Kr&#228;fte der Allianz gingen ins Exil, eine Fraktion blieb: Al-Shabaab, Arabisch f&#252;r &#8222;die Jugend&#8220;, der vollst&#228;ndige Name ist &#8222;Bewegung der Mudjahedin-Jugend&#8220;. Bereits als unabh&#228;ngige Fraktion innerhalb der Allianz bestehend, wurde sie 2006 von Aden Hashi Ayro neu organisiert, er soll zuvor &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/obituaries/aden-hashi-ayro-militant-islamist-leader-in-somalia-820385.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in einem afghanischen Trainingslager von Al-Qaida ausgebildet worden sein&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Al-Qaida, ein globales Netzwerk f&#252;r den Jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch Afghanistan-Veteranen auf der Suche nach dem verlorenen Jihad alimentierten nicht nur diverse Kriege rund um den Globus, sondern waren auch dabei, Al-Qaida in Form eines globalen jihadistischen Netzwerkes neu zu organisieren, in jener Form also, wie man die Organisation heutzutage im wesentlichen kennt. Am 29. Dezember 1992 kam es in Aden, der ehemaligen Hauptstadt des S&#252;djemens, zu einem gegen das amerikanische Milit&#228;r gerichteten Bombenanschlag. Die Bomben explodierten in zwei Hotels, die bekannt daf&#252;r waren, amerikanisches Milit&#228;rpersonal zu beherbergen, doch er verfehlte sein Ziel, es starben dabei ein Hotelangestellter und ein &#246;sterreichischer Tourist, auch unter den Verletzten waren einzig Hotelangestellte und Touristen. Es ist historisch das erste Attentat von Al-Qaida in ihrer heutigen Form.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autobombe, die am 26. Februar 1993 in einem unterirdischen Parkhaus des World Trade Center in New York explodierte und sechs Opfer forderte, genau wie jene am 13. November 1995 in einem Trainingszentrum des amerikanischen Milit&#228;rs in Riad, welche f&#252;nf Amerikaner und zwei Inder t&#246;tete, werden ihr zugeschrieben, obwohl sie sich nie offiziell dazu bekannte. Erst die parallelen Anschl&#228;ge gegen die amerikanischen Botschaften in Nairobi und Dar-es-Salam mit 224 Toten und mehr als 5&#8216;000 Verletzten am 7. August 1998 konnten die amerikanischen Kriegsstrategen endg&#252;ltig davon &#252;berzeugen, dass f&#252;r die Verb&#252;ndeten von gestern das B&#252;ndnis definitiv Geschichte war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es war der Wendepunkt im amerikanischen Verh&#228;ltnis zu den Taliban. Aufgrund der seit Anfang der 1990er Jahre geplanten Trans-Afghanistan-Pipeline hatte die amerikanische &#214;lfirma Unocal 1996 gar ein B&#252;ro in der Taliban-Hochburg Kandahar er&#246;ffnet&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Steve Coll, op. cit., S. 338.&#034; id=&#034;nh3-52&#034;&gt;52&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, um die Chancen auf einen lukrativen Vertrag gegen&#252;ber ihrer argentinischen Konkurrentin Bridas zu erh&#246;hen. Der zunehmende feministische Druck hatte schon im Herbst 1997 dazu gef&#252;hrt, dass das Regime der Taliban erstmals von amerikanischer Seite durch Madeleine Albright und Hillary Clinton &#246;ffentlich kritisiert worden war&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 362-363.&#034; id=&#034;nh3-53&#034;&gt;53&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend die CIA begann, &#252;ber eine geheime Operation zur Ergreifung bin Ladens in Afghanistan nachzudenken, verlor das Regime der Taliban Mitte September 1998 die Unterst&#252;tzung Saudi-Arabiens&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 413-415.&#034; id=&#034;nh3-54&#034;&gt;54&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Zusammenarbeit mit den pakistanischen und saudischen Partnern im &#8222;Kampf gegen den Terrorismus&#8220; war jedoch prek&#228;r und von Ambivalenzen gepr&#228;gt und trotz dem saudischen Bruch mit den Taliban flossen immer noch Millionen via saudische islamische Hilfsorganisationen in ihre Kassen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 511-513.&#034; id=&#034;nh3-55&#034;&gt;55&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Keinem Geheimdienst gelang es, den harten Kern von Al-Qaida zu infiltrieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 513.&#034; id=&#034;nh3-56&#034;&gt;56&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und niemand wusste, dass bin Laden seit sp&#228;testens Ende 1999 in Kandahar dabei war, grosse Pl&#228;ne zu schmieden&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 485.&#034; id=&#034;nh3-57&#034;&gt;57&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Pl&#228;ne wurden am 11. September 2001 umgesetzt, zwei Tage nach der Ermordung Massouds, die Folgen davon sind allseits bekannt. Die im Oktober 2001 begonnene amerikanische Invasion Afghanistans genoss sogar die Unterst&#252;tzung Russlands und ein paar Monate sp&#228;ter war das Regime der Taliban gest&#252;rzt. Die Chefetage landete entweder in Guantanamo oder im pakistanischen Exil, wo die Bewegung als Miliz 2003 wieder neu aufgebaut war. Der pakistanische Geheimdienst ISI hielt all das nicht davon ab, weiterhin &lt;a href=&#034;https://www.aljazeera.com/mritems/Documents/2010/6/13/20106138531279734lse-isi-taliban.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;einen Fuss in der Bewegung zu halten und sich gleichzeitig als treuer Verb&#252;ndeter im &#8222;Krieg gegen den Terror&#8220; darzustellen&lt;/a&gt;. Seitens der USA genoss Afghanistan seit dem Sturz der Taliban nicht mehr die oberste Priorit&#228;t, man war mittlerweile schon mit dem Irak besch&#228;ftigt, eine Invasion, die auch f&#252;r Al-Qaida gleichbedeutend mit dem Beginn eines neuen Kapitels war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach dem Sturz von Saddam Hussein durch die amerikanische Invasion 2003 war der Widerstand gegen die amerikanische Besatzung von Anfang an betr&#228;chtlich. Die von Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi angef&#252;hrte Organisation Jamaat al-Tawhid wal-Jihad (&#8222;Partei f&#252;r den Monotheismus und den Jihad&#8220;) war eine massgebliche Kraft im Guerillakrieg gegen die neuen Machthaber in Bagdad. Im Herbst 2004 schwor er Al-Qaida die Treue und seine Organisation wurde zu ihrer Filiale im Irak, der Name wurde ge&#228;ndert in Tanzim Qaidat al-Jihad fi Bilad al-Rafidayn (&#8222;Basisorganisation des Jihad in Mesopotamien&#8220;), gemeinhin bekannt als Al-Qaida im Irak. Die Gruppe wurde 2007 umbenannt in Islamischer Staat im Irak, 2013 endete das schon immer angespannte Verh&#228;ltnis in einem Bruch und es entstand der Islamische Staat im Irak und der Levante&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe den Text Doc Sportello, &#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; (...)&#034; id=&#034;nh3-58&#034;&gt;58&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der 2014 ein globales Kalifat proklamierte und sich von da an, um diesen universellen Anspruch zu unterstreichen, schlichtweg Islamischer Staat nannte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Zu den Thesen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Soviel zur wirklichen historischen Wurzel des IS, kommen wir nun zu den eigentlichen Thesen. Es ist ein marxistischer Gemeinplatz, eine beliebige unangenehme Sache als &#8222;ein Ph&#228;nomen der kapitalistischen Krise&#8220; zu proklamieren und dieser Versuchung erlag auch La Banda Vaga. Die Verbindung zwischen Weltwirtschaftskrise und Aufstieg der Muslimbruderschaft m&#252;sste allerdings schon belegt werden. Wie weiter oben schon angesprochen, muss der Ursprung des Islamismus eher in der Konkurrenz verschiedener Fraktionen der Bourgeoisie im Kampf gegen die britische Kolonialisierung gesucht werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der 1970er Jahre geht bei La Banda Vaga vergessen, dass die damalige &#214;lkrise f&#252;r &#214;l exportierende L&#228;nder wie den Iran und Saudi-Arabien alles andere als eine Krise war. Wie weiter oben schon erw&#228;hnt, hat sie und die damit beginnende kapitalistische Restrukturierung zweifelsohne mit der Ausbreitung des Islamismus zu tun, doch diese Verbindung sind die daraus folgende ideologische Missionierung Saudi-Arabiens und der beginnende Niedergang der Arbeiterbewegung, der es den Islamisten erst m&#246;glich machte, &#8222;die arme st&#228;dtische Jugend&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gillel Kepel, op. cit., S. 32.&#034; id=&#034;nh3-59&#034;&gt;59&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; zu rekrutieren, nicht ein von La Banda Vaga insinuiertes historisches Gesetz, gem&#228;ss welchem das Kapital bei jeder Krise mechanizistisch eine Dosis Islamismus absondere.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch die Abhandlung &#252;ber den &#8211; im islamistischen Diskurs durchaus pr&#228;senten &#8211; Antisemitismus kann mit einem kurzen Verweis auf Bernard Lewis nicht als erledigt betrachtet werden. Es ist erst einmal sehr erstaunlich, dass eine kommunistische Gruppe auf diesen h&#246;chst kontroversen Autoren verweist. Lewis war zwar zum Anfang seiner Karriere Marxist, aber 1986, als das Buch &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt; erschien, war er schon l&#228;ngst ein etablierter Propagandist der amerikanischen Neokonservativen. Der Verweis auf das antideutsche Dogma des &#8222;europ&#228;ische[n] Exportgut[s] des Antisemitismus&#8220; wird als Erkl&#228;rung weder den jeweiligen historischen Zusammenh&#228;ngen, noch jeglichem materialistischem Anspruch gerecht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sogar Lewis selbst f&#252;hrt einen materialistischen Grund f&#252;r die &#220;bersetzung der ersten Texte an: &#8222;Die christlichen Minderheiten hatten gute Gr&#252;nde, gegen die Juden zu opponieren, denn sie waren ihre sch&#228;rfsten kommerziellen Konkurrenten und es ist bezeichnend, da&#223; Ausbr&#252;che antij&#252;discher Agitation ohne Ausnahme von Boykottaufnahmen begleitet waren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, &#8222;Treibt sie ins Meer!&#8220; Die Geschichte des Antisemitismus, (...)&#034; id=&#034;nh3-60&#034;&gt;60&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nat&#252;rlich wird die Bourgeoisie die &#8222;Schuld an allem Elend&#8220; nicht in den Produktionsverh&#228;ltnissen suchen, sei es nur schon, weil diese ihr alles andere als Elend bringen. Zudem m&#252;ssten diese &#220;bersetzungen wohl auch im Kontext der ersten zionistischen Auswanderungswelle in Richtung osmanisches Pal&#228;stina gesehen werden, sowie der damit einhergehenden, beginnenden Theoretisierung des Zionismus, f&#252;r welche &#8211; zumindest im Falle Herzls &#8211; die Tradition des deutschen Nationalismus eine nicht unbedeutende Inspirationsquelle darstellte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man braucht gar nicht erst auf die Tatsache zu verweisen, dass Lewis Anfang der 2000er Jahre einer der fleissigsten intellektuellen Propagandisten f&#252;r die amerikanische Invasion des Iraks war, auch im zitierten Werk findet man h&#246;chst dubiose Aussagen, die nur mit einem Verweis auf den damaligen geopolitischen Kontext erkl&#228;rt werden k&#246;nnen. So behauptet er z.B., Kurdisch sei keine Sprache, und es gebe keine kurdische Literatur&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 50.&#034; id=&#034;nh3-61&#034;&gt;61&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Erkl&#228;rung f&#252;r diese &#8211; offensichtlich falsche &#8211; Behauptung muss im Kontext der starken Aktivit&#228;t und Propaganda der PKK in den 1980er Jahren und in der Tatsache gesucht werden, dass f&#252;r Lewis die T&#252;rkei &#8211; neben Israel &#8211; den verl&#228;sslichsten Partner des Westens im Nahen Osten darstellte und somit nat&#252;rlich gegen die separatistischen Bestrebungen der Kurden unterst&#252;tzt werden musste. Genau aus dem gleichen Grund wiederholt er auch in diesem Werk seine haneb&#252;chene These, gem&#228;ss welcher es nie einen V&#246;lkermord an den Armeniern gegeben habe, es war schlichtweg &#8222;eine entsetzliche menschliche Trag&#246;die&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 19.&#034; id=&#034;nh3-62&#034;&gt;62&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der Berbersprache spricht er ebenfalls Schriftlichkeit und literarische Tradition ab&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 50.&#034; id=&#034;nh3-63&#034;&gt;63&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, das ist nicht minder falsch denn die Verbannung des Kurdischen in die weniger zivilisierten R&#228;nge, auch in diesem Fall ist die implizite Verteidigung der Arabisierungspolitik des damaligen algerischen Pr&#228;sidenten und Freund des Westens Chadli Bendjedid als Reaktion auf den Berberfr&#252;hling 1980 alles andere als ein Zufall.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r seinen epischen Widersacher Edward Said ist Lewis einer der Hauptvertreter des Orientalismus, d.h. jener Forschung, die, gem&#228;ss Said, den imperialistischen Interessen des Westens dient, indem sie einen durch den westlichen Intellektuellen konstruierten Orient zu analysieren versucht. Seine Analyse ist massgeblich von Michel Foucault beeinflusst und sie weist die gleichen Grenzen auf, n&#228;mlich den Widerspruch, dass einerseits jeglicher Diskurs als konstruiert gesetzt wird, aber andererseits dem &#8222;orientalistischen Diskurs&#8220; vorgeworfen wird, er spreche nicht vom &#8222;Orient als solche[n]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Said, Orientalismus, Frankfurt a.M., S. Fischer, 2009 [1978], S. 127.&#034; id=&#034;nh3-64&#034;&gt;64&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Said und Lewis f&#252;hrten gewissermassen einen Stellvertreterkrieg zwischen Pal&#228;stina und Israel innerhalb der Mauern der angels&#228;chsischen Akademie, doch ihre kulturalistische Sichtweise hinderte beide daran, die kapitalistische Produktionsweise als solche zu erfassen. Die &#8222;Beherrschung durch Europa&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., S. 160.&#034; id=&#034;nh3-65&#034;&gt;65&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; bei Lewis findet ihr Echo in der &#8222;&lt;i&gt;St&#228;rke&lt;/i&gt; des westlichen kulturellen Diskurses&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Said, op. cit., S. 36.&#034; id=&#034;nh3-66&#034;&gt;66&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; bei Said. Beide verkennen die Erschliessung des Weltmarkts durch das Kapital als materielle Grundlage der vermeintlichen kulturellen &#220;berlegenheit des Westens.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau aus diesem Grund ist es problematisch, sich zur Etikettierung des Islamismus als antisemitisch auf Lewis zu berufen. F&#252;r ihn ist der Antisemitismus ein &#8222;Virus&#8220;, der &#8222;in den Blutkreislauf des Islams eingedrungen ist&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., S. 319.&#034; id=&#034;nh3-67&#034;&gt;67&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, Kultur also als gesunden, homogenen K&#246;rper, der von Krankheiten bedroht wird, eine Sichtweise, die Kommunisten eigentlich fernliegen sollte. Islamistischer Antisemitismus ist nicht ein &#8222;Exportgut&#8220;, sondern manifestiert sich in den meisten F&#228;llen im Zusammenhang der Unterst&#252;tzung nationalistischer Anspr&#252;che der pal&#228;stinensischen Bourgeoisie. Die islamistische Feindschaft gegen&#252;ber Juden artikuliert sich weder auf einer rassistischen noch auf einer kulturalistischen Grundlage, Juden sind schlicht und einfach Ungl&#228;ubige und werden aus diesem Grund gehasst, genau wie die Christen, sie haben jedoch genau wie diese, zumindest theoretisch, als &lt;i&gt;ahl-ul-kitab&lt;/i&gt;, &#8222;Leute des Buches&#8220;, die M&#246;glichkeit, die Schutzsteuer &lt;i&gt;Jizya&lt;/i&gt; zu bezahlen und unbehelligt im Kalifat zu leben, im Gegensatz z.B. zu den als Ketzern betrachteten Schiiten oder den als Teufelsanbeter betrachteten Jesiden, die in der Hierarchie des IS deutlich tiefer stehen und denen im besten Falle ein Leben als Sklave zugestanden wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ende November 2015 erschien in der Nr. 7 der franz&#246;sischsprachigen Zeitschrift des IS &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt; gar ein Nachdruck eines Texts des jihadophilen franz&#246;sischen Schriftstellers Marc-&#201;douard Nabe (auch bekannt unter seinem literarischen Pseudonym Alain Zannini), in welchem er die Verschw&#246;rungstheorien Alain Sorals angreift&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l&#8216;ennemi&#8220; in Dar al-Islam, Nr. 7, 30. (...)&#034; id=&#034;nh3-68&#034;&gt;68&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Islamisten glauben gewiss auch, dass Juden in diversen Verschw&#246;rungen engagiert sind (wozu jihadistische Anschl&#228;ge selbstredend nicht z&#228;hlen), aber dieser Glaube ist nicht ein ideologisch &#252;berdeterminierendes Element wie f&#252;r Nazis oder Spezialisten f&#252;r Verschw&#246;rungstheorien wie z.B. Els&#228;sser, Soral oder Meyssan. &#8222;Schuld an allem Elend&#8220; sind f&#252;r Islamisten logischerweise nicht &#8222;die Produktionsverh&#228;ltnisse&#8220;, aber auch nicht &#8222;verborgene Strippenzieher&#8220;, sondern schlicht und einfach die Tatsache, dass die Welt dekadent bleiben wird, solange sie nicht unter der Herrschaft eines globalen und gottgef&#228;lligen Kalifats steht. Konvertiten j&#252;dischen Ursprungs sind beim IS &#252;brigens sowohl &lt;a href=&#034;https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5062641,00.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;in der Telegram-Gruppe&lt;/a&gt; als auch &lt;a href=&#034;https://www.timesofisrael.com/2-israeli-jews-converted-to-islam-joined-is-in-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;im Kalifat selbst willkommen&lt;/a&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe auch Farhad Khosrokhavar, Le Nouveau Jihad en Occident, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh3-69&#034;&gt;69&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Thesen 2 und 3 betrifft, sind wir uns hingegen im wesentlichen einig. Leider haben beide einen toten Winkel, denn sie nicht f&#228;hig, zu erkl&#228;ren, weshalb sich die &#8222;arme st&#228;dtische Jugend&#8220; ab den 1970er Jahren den Islamisten anschloss, vorher jedoch nicht. Die Erkl&#228;rung hierf&#252;r ist die beginnende kapitalistische Restrukturierung und der damit einhergehende Niedergang der Arbeiterbewegung, zuvor engagierte sich dieses Segment der Bev&#246;lkerung gr&#246;sstenteils in panarabischen und/oder sozialistischen Bewegungen. Diese Restrukturierung kann gem&#228;ss Th&#233;orie communiste folgendermassen zusammengefasst werden: &#8222;Die Restrukturierung als Niederlage, Ende der 1960er Jahre und w&#228;hrend den 1970er Jahren, dieses auf die Arbeiteridentit&#228;t gegr&#252;ndeten Kampfzyklus hatte als Inhalt die Zerst&#246;rung all dessen, was zu einem Hindernis der Fluidit&#228;t der Selbstvoraussetzung des Kapitals geworden war. Man fand einerseits alle Trennungen, Absicherungen, Vorschriften, welche der Wertminderung der Arbeitskraft entgegen standen, da sie verhinderten, dass die gesamte Arbeiterklasse, weltweit, in der Kontinuit&#228;t ihrer Existenz, ihrer Reproduktion und ihrer Vergr&#246;sserung, sich als solche dem gesamten Kapital stellen musste. Man fand andererseits alle Zw&#228;nge des Kreislaufs, des Umschlags, der Akkumulation, welche die Umwandlung der &#220;berproduktion in Mehrwert und zus&#228;tzliches Kapital verhinderten. Jegliche &#220;berproduktion muss &#252;berall ihren Markt, jeglicher Mehrwert &#252;berall seine M&#246;glichkeit, als zus&#228;tzliches Kapital zu operieren, d.h. die M&#246;glichkeit, sich in Produktionsmittel und Arbeitskraft umzuwandeln, finden k&#246;nnen, ohne dass eine Formalisierung des internationalen Zyklus (Ostblock, Peripherie) diese Umwandlung vorherbestimmt. Das Finanzkapital war der leitende Architekt dieser Restrukturierung. Mit der in den 1980er Jahren vollendeten Restrukturierung fallen die Mehrwertproduktion und die Reproduktion der Produktionsbedingungen desselben zusammen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;.&#034; id=&#034;nh3-70&#034;&gt;70&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Tatsache ist sicherlich eine &#8222;Niederlage der Linken&#8220;, doch sie ist viel mehr als nur das, allen voran hat sie grosse Auswirkungen auf die &#8222;sogenannte Unterentwicklung gro&#223;er Regionen des politischen S&#252;dens&#8220;. Am Ende der zweiten These wird der politische Islam auf einen Taschenspielertrick der herrschenden Klassen in den jeweiligen L&#228;ndern reduziert: &#8222;Nicht zuletzt angesichts dieser strukturellen Desintegration entdeckten viele Staaten des Nahen Ostens den Islam als integrative Kraft, um die gesellschaftlichen Probleme wenn schon nicht zu l&#246;sen, so doch ideologisch zu &#252;berdecken.&#8220; Ideologie ist weit mehr als diskursiver Betrug, &#8222;jede Ideologie [hat] die (sie definierende) Funktion [&#8230;], konkrete Individuen zu Subjekten zu &#8218;konstituieren&#8216;&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Louis Althusser, &#8222;Ideologie und ideologische Staatsapparate&#8220; in Ideologie (...)&#034; id=&#034;nh3-71&#034;&gt;71&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die 1973 beginnende &#8222;islamistische Epoche&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., S. 28.&#034; id=&#034;nh3-72&#034;&gt;72&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist auch damit zu erkl&#228;ren, dass kriselnde nationalistische Regime die zunehmend erstarkenden Islamisten als repressive Hilfskraft gegen die Linken benutzten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 92-93.&#034; id=&#034;nh3-73&#034;&gt;73&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die ideologische Neuorientierung der &#228;gyptischen Bourgeoisie auf den Tr&#252;mmern des Nasserismus und der im Werk Kepels umfassend dargestellte Aufstieg des Islamismus in der gesamten islamischen Welt k&#246;nnen nicht auf eine &#8222;Manipulation der Massen&#8220; reduziert werden, sie sind gleichbedeutend mit dem Beginn einer neuen Epoche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese neue Epoche, die von der Banda Vaga diagnostizierte &#8222;Niederlage der Linken&#8220;, ist der Beginn der Restrukturierung, sie beginnt zur gleichen Zeit wie Kepels &#8222;islamistische Epoche&#8220;. Die &#214;lkrise lieferte Saudi-Arabien die n&#246;tigen Ertr&#228;ge und machten ihren Beginn erst m&#246;glich. Die Restrukturierung er&#246;ffnete den Niedergang der Arbeiterbewegung und die industriellen Heilsversprechen diverser nationalistischer Regime wurden nun endg&#252;ltig als Illusion wahrgenommen. Diese Entwicklung wird in These 4 in ihren Grundz&#252;gen zusammengefasst. Auch in Bezug auf das Recycling des anti-imperialistischen Diskurses sind wir uns einig: &#8222;Obwohl er [der Islamismus] ein Produkt einer gescheiterten Modernisierung und des Niedergangs des panarabischen Nationalismus darstellt, f&#252;hrt er das Erbe des panarabischen Antiimperialismus in einer religi&#246;sen Form weiter, die Umma wird als von imperialistischen Ungl&#228;ubigen belagert betrachtet.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-74&#034;&gt;74&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Einzig die &#8222;emanzipatorische Hoffnung&#8220; des Sozialismus gilt es zu relativieren: Als vom Programmatismus getragene Affirmation der Arbeiterklasse ist diese Perspektive obsolet geworden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In These 5 bezeichnet La Banda Vaga den &#8222;Islamismus&#8220; als &#8222;patriarchales Projekt&#8220;. Es handelt sich jedoch viel eher um eine moderne Form der M&#228;nnerherrschaft. Ein &#8222;Patriarch&#8220; ist ein Stammesf&#252;hrer, der Begriff &#8222;Patriarchat&#8220; kann u.U. eine ad&#228;quate Darstellung der M&#228;nnerherrschaft z.B. in von Taliban beherrschten paschtunischen Stammesgebieten oder von Al-Shabaab kontrollierten D&#246;rfern irgendwo im somalischen Hinterland sein, aber bestimmt nicht bezogen auf den IS und auch nicht auf den Iran, beide sind Produkte der Moderne. Olivier Roy betonte schon 1992 den Unterschied zwischen dem Frauenbild im traditionellen Islam und im Islamismus: &#8222;Die Frauenfrage ist [&#8230;] einer der Punkte des Bruches des Islamismus mit dem traditionellen Fundamentalismus. Die Islamisten halten die Rolle der Frau in der Bildung und der Gesellschaft f&#252;r wesentlich. Sie sehen sie als Person und nicht mehr nur als Instrument zur Befriedigung der sexuellen Begierde und zur Reproduktion.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, op. cit., S. 82.&#034; id=&#034;nh3-75&#034;&gt;75&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Einmal mehr ist der Iran ein denkbar schlechtes Beispiel, um diese These zu belegen. Zwar werden Frauen im Iran in diversen gesellschaftlichen Bereichen diskriminiert, doch die &#246;ffentliche Sph&#228;re ist ihnen nicht vollst&#228;ndig verschlossen wie unter einem eher traditionalistisch gepr&#228;gten islamistischen Regime wie z.B. jenem in Saudi-Arabien oder der Taliban.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das gleiche gilt f&#252;r das Regime des IS. Betreffend der Rolle der Frauen beim IS stellt der Soziologe Farhad Khosrokhavar zurecht einen Paradigmenwechsel fest: &#8222;Bevor der IS 2014 auftauchte, engagierten sich sehr wenige Frauen in Europa f&#252;r den Jihad. [&#8230;] Zwischen 2013 und 2015 sieht man einen betr&#228;chtlichen Anstieg der Anzahl im Jihad engagierten Frauen: Sie sind mehr als 500 (10%) von den ungef&#228;hr 5&#8216;000 Personen, die aus westlichen L&#228;ndern nach Syrien gereist sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, op. cit., S. 127.&#034; id=&#034;nh3-76&#034;&gt;76&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Frauen formten im Kalifat eine eigene Brigade der Sittenpolizei, sie k&#228;mpften manchmal an der Front oder ver&#252;bten Anschl&#228;ge, alles T&#228;tigkeiten, die z.B. ein paschtunischer Anh&#228;nger der Taliban als f&#252;r Frauen h&#246;chst unangebracht betrachten w&#252;rde. Vermutlich stimmt die etwas paternalistisch t&#246;nende Bemerkung der Banda Vaga, dass Frauen &#8222;in diesem System also eigentlich nichts zu gewinnen haben&#8220;, nur gibt es auf dieser Welt ohnehin nicht viel zu gewinnen, insbesondere als Frau und noch weniger als proletarische Frau.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#252;rde es stimmen, dass sich diese Frauen, wie es La Banda Vaga behauptet, nur dem IS anschliessen, &#8222;weil sie zumindest psychisch vom Ordnungsversprechen des Islamismus profitieren, das ihnen einen festen Platz in der Weltordnung zuweist und dadurch Orientierung bietet&#8220;, muss die Frage aufgeworfen werden, wieso sich zuvor so wenige Frauen jihadistischen Gruppen anschlossen. Es muss wohl eher davon ausgegangen werden, dass f&#252;r die meisten dieser Frauen das Leben im Kalifat eine emanzipatorische Perspektive im Vergleich zum Leben im konservativen Elternhaus darstellte, auch wenn man diese Tatsache nur z&#228;hneknirschend akzeptieren kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die von La Banda Vaga vorgebrachten psychoanalytischen Erkl&#228;rungsversuche erkl&#228;ren in Wirklichkeit nicht gar viel, der subtil gehaltene Nazivergleich in Form der Anspielung auf Theweleits &#8222;M&#228;nnerphantasie&#8220; noch weniger. Pathologisierung ist keine Erkl&#228;rung. Im Absatz &#252;ber die rekrutierten Frauen glaubt man, zwischen den Zeilen eine Art Bedauern zu erkennen, dass &#8222;wir&#8220; es nicht geschafft haben, sie vorher zu rekrutieren, da es bei &#8222;uns&#8220; vermeintlich viel mehr &#8222;zu gewinnen&#8220; gibt. &#8222;Frauenrechte&#8220; sind, auch &#8222;wenn vorhanden&#8220;, proletarischen Frauen sowieso meistens nicht zug&#228;nglich, genauso wenig die &#246;ffentliche Sph&#228;re, das Netzwerk der RAWA in Afghanistan unter den Taliban beispielsweise wurde einfach noch klandestiner, besonders &#246;ffentlich war es schon zuvor nicht. Die Situation der Frauen unter islamistischen Regimes gr&#252;ndet nicht auf &#8222;M&#228;nnerphantasien&#8220;, sondern ganz klaren &lt;i&gt;ideologischen&lt;/i&gt; Vorgaben im theologischen Kleid (Koran, Hadithe, Scharia und einer &lt;i&gt;bestimmten&lt;/i&gt; Interpretation davon), und &#8222;M&#228;nnerphantasien&#8220; k&#246;nnen auch bestens unter s&#228;kularen Regimes ausgelebt werden, so war es z.B. in &#196;gypten 2011 der heutige Pr&#228;sident al-Sisi, der sich besonders eifrig f&#252;r &#8222;Jungfr&#228;ulichkeitstests&#8220; an Demonstrantinnen einsetzte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bez&#252;glich der These 6 k&#246;nnte man schwer das Gegenteil behaupten, nur wie h&#228;tte der Arabische Fr&#252;hling sein &#8222;Scheitern&#8220; vermeiden sollen? Einzig eine kommunistische Weltrevolution h&#228;tte uns letztendlich erlaubt, von einem &#8222;erfolgreichen&#8220; Arabischen Fr&#252;hling zu sprechen. Zudem waren die Proteste nicht zuerst &#8222;explizit s&#228;kular bzw. sozial&#8220; und nach ihrem &#8222;Scheitern&#8220; tauchten aus dem Nichts Islamisten auf. In Tunesien gelten Epizentren der Proteste wie Sfax, Kasserine oder Ben Guerdane als islamistische Hochburgen und das war auch vor 2010 schon so. Die Tatsache, dass die Muslimbr&#252;der ihren Mitgliedern in &#196;gypten verbieten mussten, an den Protesten teilzunehmen, deutet darauf hin, dass die Basis wohl ziemlich enthusiastisch daran teilnahm, vermutlich haupts&#228;chlich zur Verteidigung ihrer grundlegendsten Klasseninteressen, im Gegensatz zu radikaleren Islamisten wie z.B. die Anh&#228;nger des IS, die sich wohl eher in einer strategischen Optik der Destabilisierung der Staatsgewalt daran beteiligt haben d&#252;rften. Was Th&#233;orie communiste zum Interklassismus in den Gelbwesten schrieb, kann auch auf den Arabischen Fr&#252;hling angewendet werden: &#8222;Die Frage ist jene des Lebensstandards, der Einkommen. Doch diese Frage bleibt nicht eine wirtschaftliche Frage, sie wird unmittelbar politisch. Die Abgaben, die Steuern, das ist der Staat. In dieser unmittelbaren Verwandlung der Wirtschaft in Politik findet der Interklassismus seine Form, die ihn definiert und st&#228;rkt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Anmerkung zur Bewegung der Gelbwesten&#8220;, November 2018.&#034; id=&#034;nh3-77&#034;&gt;77&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der These 7 bezeichnet La Banda Vaga den &#8222;Islamismus als ein Mittel imperialistischer Machtpolitik&#8220;, was er selbstverst&#228;ndlich sein kann, aber nicht zwingend sein muss. W&#228;hrend im Falle der Al-Qaida durch das B&#252;ro der Taliban in Doha eine lose Verbindung zur &#8222;Staatengemeinschaft&#8220; besteht, kann das vom IS nicht behauptet werden. Trotz punktueller t&#252;rkischer Unterst&#252;tzung, kann nicht von einem &#8222;B&#252;ndnis&#8220; gesprochen werden, wie in einem &#228;lteren Text bereits dargelegt wurde: &#8222;Waffenlieferungen aus der T&#252;rkei treffen freilich ziemlich regelm&#228;ssig in Syrien ein, wie z.B. &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;jene, welche vor ein paar Jahren einen Skandal ausgel&#246;st hatte&lt;/a&gt;. Es ist auch wahrscheinlich, dass der Islamische Staat vom t&#252;rkischen Milit&#228;rapparat als geringeres &#220;bel im Vergleich zur PYD betrachtet wird. Das reicht jedoch nicht, um von einem &#8218;B&#252;ndnis&#8216; zu sprechen, die wirklichen Verb&#252;ndeten der T&#252;rkei sind eher gem&#228;ssigtere islamistische Gruppen wie z.B. der Jabhat Tahrir Suriya.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-78&#034;&gt;78&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das diplomatische Parkett des IS ist die kriminelle Unterwelt und dort werden sehr wohl Beziehungen gepflegt, z.B. &lt;a href=&#034;https://theglobalamericans.org/2017/09/gangs-guns-drugs-islamic-foreign-fighters-security-challenges-trinidad-tobago/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zu als Rekrutierungsagenturen fungierenden islamistischen Strassengangs in Trinidad und Tobago&lt;/a&gt; oder &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/the-mafia-runs-guns-for-isis-in-europe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;zur Camorra&lt;/a&gt;. Es d&#252;rfte somit kein Zufall sein, dass &lt;a href=&#034;https://www.ilmattino.it/napoli/cronaca/napoli_sgominata_gang_permessi_soggiorno_soldi_napoli_terroristi_parigi-4510321.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;sich die Attent&#228;ter von Paris 2015 ihre gef&#228;lschten Dokumente via Neapel beschafften&lt;/a&gt;. Diese kriminelle Unterwelt ist nat&#252;rlich auch &#8222;in imperialistische Politik und die Dynamiken der Staatenkonkurrenz eingebettet&#8220;, nur ist es nicht immer so einfach, herauszufinden, auf welche pr&#228;zise Art und Weise. Es wird auch immer wieder mal gemutmasst, dass &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/is-the-mafia-saving-italy-from-isis-or-just-profiting-from-them&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;diese &lt;i&gt;pax mafiosa&lt;/i&gt; der Hauptgrund daf&#252;r ist, dass es in Italien noch nie zu einem jihadistischen Anschlag gekommen ist&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der These 8 kommt La Banda Vaga zu folgender Schlussfolgerung: &#8222;Wer deshalb seine Hoffnung im Kampf gegen den Islamismus auf den aufgekl&#228;rten Westen setzt, scheint zumindest unter historischer Kurzsichtigkeit zu leiden.&#8220; Da sind wir nat&#252;rlich gleicher Meinung, das gleiche gilt f&#252;r die Bemerkung in der folgenden These: &#8222;Eine Verharmlosung des Islamismus aus Angst, die antimuslimischen Rassismus im Westen zu st&#228;rken und zu bef&#246;rdern, ist vor diesem Hintergrund ebenso fehl am Platz wie die &#8218;antiimperialistische&#8216; Verkl&#228;rung des Islamismus zu einer antikapitalistischen Bewegung, wie sie zumindest in Teilen der Linken bis heute anzutreffen ist.&#8220; Nicht minder einig sind wir uns in der Verurteilung einer &#8222;Volksfront gegen den Islamismus&#8220;, doch im restrukturierten Kapitalismus sind die Zeiten der Volksfronten sowieso hinter uns. Schade, dass auch hier wieder der implizite Nazivergleich durchschimmert, genau wie in der folgenden Bemerkung: &#8222;Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Islamismus schweigen.&#8220; Extremismustheoretische Betrachtungen sollten wir der Bourgeoisie &#252;berlassen, sie sind n&#228;mlich ebenfalls eine &#8222;Aufgabe der eigenen Positionen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zusammenfassend kann also gesagt werden, dass wir in vielen Punkten gleicher Meinung sind. Neben den methodologischen Differenzen verorten sich unsere Meinungsverschiedenheiten allen voran in der Analyse des Antisemitismus, der Rolle des Irans, der Situation der Frauen und allgemeiner auf taxonomischer Ebene. Wie weiter oben betont, tendiert La Banda Vaga dazu, &#196;pfel mit Birnen zu vergleichen und nicht zwischen eher politischen und jihadistischen Auspr&#228;gungen des Islamismus zu unterscheiden, zudem wird der quietistische, unpolitische Teil des Salafismus nicht erw&#228;hnt, obwohl er eigentlich ebenfalls in die Kategorie &#8222;Islamismus&#8220; geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterschiede zwischen dem Iran, den Muslimbr&#252;dern und dem IS sind viel gr&#246;sser, als man es bei der Lekt&#252;re der Thesen erahnen k&#246;nnte, es w&#228;re deshalb wohl auch sinnvoller, diese Ph&#228;nomene getrennt voneinander zu analysieren. Sowohl die Islamische Republik als auch die Muslimbruderschaft sind &#220;berbleibsel der Moderne, der IS hingegen repr&#228;sentiert nicht den &#8222;idealtypischen Islamismus&#8220; (eine materialistische Geschichtsschreibung kennt keine &#8222;Idealtypen&#8220;), sondern schlichtweg jihadistischen Islamismus auf der H&#246;he unserer Zeit, seine Verschmelzung mit der kriminellen Unterwelt als ein Produkt des restrukturierten Kapitalismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was tun? &#8222;Kommunismus oder Barbarei&#8220;, das ist in der Tat die Alternative. Erst wenn auch der letzte Gold-Dinar kommunisiert sein wird, werden wir keine solchen Texte mehr schreiben m&#252;ssen. Th&#233;orie communiste beschrieb das Verh&#228;ltnis vom Islamismus zur Globalisierung des restrukturierten Kapitalismus folgendermassen: &#8222;Er [der Islamismus als innere Opposition] ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;.&#034; id=&#034;nh3-79&#034;&gt;79&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wer einen Schatten bek&#228;mpfen will, w&#252;rde auch gegen Windm&#252;hlen k&#228;mpfen, die Erfolgsaussichten sind in beiden F&#228;llen gering. Und leider muss man davon ausgehen, dass das Kapital nicht den gleichen Fehler machen wird wie Peter Schlemihl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juni 2019&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Sur la &#171; racine &#187; de l'&#201;tat islamique : une critique des &#171; Th&#232;ses sur l'islamisme &#187; de La Banda Vaga&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;En octobre 2018, La Banda Vaga a publi&#233; ses &lt;a href=&#034;https://kosmoprolet.org/de/thesen-zum-islamismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Th&#232;ses sur l'islamisme &#187;&lt;/a&gt;. Leur constat initial peut tout &#224; fait &#234;tre partag&#233; : &#171; Le flot d'analyses journalistiques et scientifiques n'est plus gu&#232;re g&#233;rable, des analyses mat&#233;rialistes d&#233;centes sont toutefois rares. C'est pour cette raison qu'il nous semble urgemment n&#233;cessaire de d&#233;clencher un d&#233;bat de gauche sur la nature de l'islamisme et la mani&#232;re d'y faire face. &#187; En outre, on ne peut que saluer la caract&#233;risation de l'islamisme comme &#171; un ph&#233;nom&#232;ne moderne &#187;, la r&#233;f&#233;rence &#224; la construction d'un &#171; islam v&#233;ritable &#187; ne constitue &#224; cet &#233;gard qu'une contradiction apparente.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;On n'a donc pas affaire &#224; une &#171; id&#233;ologie moyen&#226;geuse &#187;, comme on le pr&#233;tend fr&#233;quemment. Tout travail de recherche s&#233;rieux sur le sujet partage g&#233;n&#233;ralement cette d&#233;finition comme le plus petit d&#233;nominateur commun : &#171; La dimension politique de l'islamisme est complexe et en grande partie li&#233;e aux politiques identitaires de ses adeptes. Les id&#233;es islamistes font cependant largement partie d'un modernisme musulman vieux de plus d'un si&#232;cle. L'islamisme a &#233;merg&#233; &#224; la fin du XIXe si&#232;cle avec plusieurs autres mouvements intellectuels dans le monde musulman. Ils &#233;taient essentiellement la r&#233;ponse des &#233;lites intellectuelles au d&#233;clin politique de l'Empire ottoman et au renforcement subs&#233;quent du contr&#244;le colonial des soci&#233;t&#233;s musulmanes par les puissances imp&#233;riales europ&#233;ennes. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Emin Poljarevic, &#171; Islamism &#187; in The Oxford Encyclopedia of Islam and (...)&#034; id=&#034;nh3-80&#034;&gt;80&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ces lignes n'auraient pourtant jamais &#233;t&#233; &#233;crites si ces th&#232;ses n'&#233;taient pas passablement critiquables. Un premier point de critique est la pr&#233;cision d&#233;finitoire manquante : &#171; Un mouvement est en cons&#233;quence seulement islamiste s'il a la pr&#233;tention de cr&#233;er une r&#233;alit&#233; alternative aux rapports existants, de transformer en grande partie les structures sociales, les normes culturelles et la base &#233;conomique de la soci&#233;t&#233; selon les doctrines islamistes. &#187; Un peu pr&#232;s chaque mouvement politique veut &#171; cr&#233;er une r&#233;alit&#233; alternative aux rapports existants &#187; et la transformation des &#171; structures sociales, [d]es normes culturelles et [de] la base &#233;conomique &#187; est tout sauf une description pr&#233;cise de quoi que ce soit. Concernant &#171; les structures sociales &#187; et &#171; les normes culturelles &#187;, la d&#233;finition est tautologique : est islamiste, qui veut que la soci&#233;t&#233; devienne islamiste. Par rapport &#224; &#171; la base &#233;conomique &#187;, on se demande en revanche, ce que cela signifie pour de vrai. Sommes-nous d'accord que &#171; la base &#233;conomique &#187; est la soci&#233;t&#233; capitaliste en tant que totalit&#233; &#224; l'&#233;chelle mondiale ou est-ce que &#171; l'islamisme dans un pays &#187; est-il possible pour La Banda Vaga ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Or, Oxford ne fournit pas de d&#233;finition beaucoup plus pr&#233;cise non plus : &#171; Le terme &#8216;islamisme' repr&#233;sente du moins une forme d'activisme social et politique bas&#233; sur l'id&#233;e que la vie publique et politique devrait &#234;tre guid&#233;e par une s&#233;rie de principes islamiques. En d'autres termes, les islamistes sont ceux qui pensent que l'islam devrait jouer un r&#244;le important dans l'organisation d'une soci&#233;t&#233; &#224; majorit&#233; musulmane et ils essayent de r&#233;pandre cette croyance. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 1.&#034; id=&#034;nh3-81&#034;&gt;81&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cela est largement d&#251; au fait que le terme &#171; islamisme &#187; rassemble sous une &#233;tiquette beaucoup de courants parfois tr&#232;s diff&#233;rents les uns des autres et se pr&#234;te donc tr&#232;s mal &#224; une d&#233;finition pr&#233;cise. C'est le probl&#232;me fondamental des th&#232;ses : sont-elles des th&#232;ses sur l'EI, sur les talibans, sur les Fr&#232;res musulmans, sur l'Iran ou sur tout l'islam marqu&#233; d'une mani&#232;re ou d'une autre par des traditions conservatrices ?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'Iran comme bouc &#233;missaire&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour des raisons &#224; peu pr&#232;s inexplicables, l'Iran est mentionn&#233; en premier : &#171; Cette approche dirige notre regard vers l'Iran, pas uniquement, mais en grande partie. Avec sa &#8216;r&#233;volution islamique', ce qui, pour de vrai, veut dire contre-r&#233;volution, l'islamisme monta sur la sc&#232;ne mondiale pour la premi&#232;re fois en tant que force propre. Comme &#8216;produit phare' influent de l'islamisme, il constitue aussi, malgr&#233; toutes les diff&#233;rences (notamment confessionnelles), une racine de la terreur et des tentatives de constitution d'un &#201;tat de la part de l'EI. &#187; Le probl&#232;me ici, c'est que le mod&#232;le &#233;tatique de l'Iran est tout sauf &#171; traditionnellement musulman &#187; : l'Iran est une r&#233;publique avec une constitution, une s&#233;paration des pouvoirs et des &#233;lections plus ou moins d&#233;mocratiques.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Olivier Roy a d&#233;j&#224; analys&#233; la situation de mani&#232;re assez pertinente en 1992 dans son ouvrage &lt;i&gt;L'&#201;chec de l'Islam politique&lt;/i&gt; : &#171; Pourquoi &#233;tablir un droit positif alors qu'il y a la &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt; ? L'Iran s'est en effet dot&#233; d'une v&#233;ritable Constitution qui n'est pas de l'ordre du slogan, mais qui organise r&#233;ellement le fonctionnement d'un ensemble d'institutions, sans trop se soucier de leur conformit&#233; avec la &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt; ; de mani&#232;re significative, la l&#233;gitimit&#233; de la Constitution est explicitement fond&#233;e en son article 1 sur la volont&#233; populaire, et non sur la seule &lt;i&gt;charia&lt;/i&gt;. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Paris, Seuil, 2015 [1992], p. 252.&#034; id=&#034;nh3-82&#034;&gt;82&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dans sa conclusion, il souligne une fois de plus explicitement la modernit&#233; culturelle de l'islamisme chiite compar&#233; &#224; son pendant sunnite : &#171; Les mod&#232;les politiques et m&#234;me culturels &#224; l'&#339;uvre dans la r&#233;volution islamique d'Iran sont modernes par rapport &#224; des r&#233;gimes comme l'Arabie Saoudite, ou m&#234;me par rapport au d&#233;bat qui agite les n&#233;ofondamentalistes sur les vertus que doit avoir le futur &#8216;amir' d'un &#201;tat islamique .&#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 286.&#034; id=&#034;nh3-83&#034;&gt;83&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#171; La contre-r&#233;volution islamique &#187; fut malgr&#233; tout aussi une r&#233;volution bourgeoise, m&#234;me si la bourgeoisie conservatrice et religieuse s'est trouv&#233;e &#224; sa t&#234;te. Il ne faudrait pas oublier qu'une monarchie vieille de plus de deux mille ans a &#233;t&#233; envoy&#233;e dans les poubelles de l'histoire. La d&#233;faite de la composante communiste de l'insurrection contre le chah d&#233;coule du d&#233;but du d&#233;clin du mouvement ouvrier &#224; l'&#233;chelle globale. Si le Tudeh avait pris le pouvoir, les prol&#233;taires iraniens auraient tout simplement &#233;t&#233; envoy&#233;s comme chair &#224; canon en Afghanistan, non pas en Irak, et l'&#201;tat iranien aurait coul&#233; dix ans plus tard avec tout l'empire sovi&#233;tique. Il y avait &#224; tout le moins de la lucidit&#233; dans la tendance autour de Mansoor Hekmat et parmi les communistes kurdes, de toute mani&#232;re en grande partie sceptiques, de se m&#233;fier en soi d'une alliance avec les mollahs. Pour ceci en tout cas, l'histoire leur a donn&#233; raison.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aujourd'hui, T&#233;h&#233;ran et Moscou sont n&#233;anmoins des partenaires tr&#232;s proches. Avec la constitution de l'EI, cela n'a quand m&#234;me pas grand-chose &#224; voir. Tandis qu'&lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/the-mysterious-relationship-between-al-qaida-and-iran/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;il y avait une esp&#232;ce d'armistice avec Al-Qa&#239;da qui existe peut-&#234;tre toujours, qui n'&#233;tait pourtant jamais une v&#233;ritable collaboration, si elle existait, elle &#233;tait davantage fa&#231;onn&#233;e par l'opportunisme et le chantage mutuels&lt;/a&gt;, cela n'a jamais &#233;t&#233; le cas avec l'EI, les troupes iraniennes le combattent activement en Irak, souvent &lt;a href=&#034;https://www.washingtonpost.com/world/asia_pacific/recruited-by-iran-to-fight-for-syrian-regime-young-afghans-bring-home-cash-and-scars/2018/07/29/ecf9e34c-64e0-11e8-81ca-bb14593acaa6_story.html?noredirect=on&amp;utm_term=.ba1253a2995a&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#224; l'aide de chair &#224; canon comme les Hazaras d'Afghanistan auxquels on promet la citoyennet&#233; iranienne s'ils devaient vraiment survivre au massacre&lt;/a&gt;. L'histoire r&#233;cente de l'Iran m&#233;riterait son propre texte et ne peut certainement pas &#234;tre consid&#233;r&#233;e comme une &#171; racine &#187; de l'EI, d'autant moins que m&#234;me les rapports avec Al-Qa&#239;da et sa tradition historique sont pleins de contradictions.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'islamisme sunnite&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette racine, il vaut mieux la chercher dans l'histoire de l'islamisme sunnite. De mani&#232;re tr&#232;s sch&#233;matique, on peut diviser sa phase moderne en trois p&#233;riodes. La premi&#232;re commence, comme esquiss&#233; plus haut par Poljarevic, &#224; la fin du XIXe si&#232;cle, c'est celle de sa production th&#233;orique, l'islamisme n'est pas ou gu&#232;re pr&#233;sent sur la sc&#232;ne politique. La Ligue musulmane panindienne, fond&#233;e en 1906, est l'une des premi&#232;res organisations explicitement politiques. Il s'agissait n&#233;anmoins surtout d'un nationalisme alternatif &#224; celui de la majorit&#233; hindoue, la m&#234;me chose est valable pour la Jamaat-e-Islami fond&#233;e en 1941, d'un point de vue historique, ces d&#233;veloppements ont malgr&#233; tout de l'importance, ne serait-ce qu'au sujet de la tradition deobandie qui y est li&#233;e et qui est un point de rep&#232;re id&#233;ologique important pour les talibans. Comme dans le texte de La Banda Vaga, cette tradition sp&#233;cifiquement r&#233;gionale li&#233;e au sous-continent indien est souvent oubli&#233;e, la tradition &#233;gyptienne li&#233;e &#224; Al-Azhar et &#224; la fondation des Fr&#232;res musulmans en 1928 est bien plus connue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;C'est l&#224; le d&#233;but de la p&#233;riode politique, elle est marqu&#233;e par un activisme croissant de la part d'une bourgeoisie qui est en r&#232;gle g&#233;n&#233;rale plus ou moins isol&#233;e politiquement et qui repr&#233;sente d'un point de vue id&#233;ologique une forme alternative de modernisation capitaliste avec une plus grande place pour les traditions religieuses. L'influence des Fr&#232;res musulmans &#233;tait politiquement peu importante, se limitant &#224; la gestion d'institutions scolaires comme par exemple au Qatar d&#232;s les ann&#233;es 1950. Sur le sous-continent indien, les bourgeoisies musulmane et hindoue se livr&#232;rent &#224; une bataille pour leur part de g&#226;teau postcolonial ce qui a eu comme r&#233;sultat l'ind&#233;pendance du Pakistan et ensuite celle du Bangladesh.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Un th&#233;oricien majeur de la tradition &#233;gyptienne &#233;tait Sayyid Qotb, m&#234;me s'il a acquis cette importance en grande partie apr&#232;s sa mort. Il est n&#233; le 9 octobre 1906 dans une famille de propri&#233;taires terriens conservateurs et se joignit aux Fr&#232;res musulmans au d&#233;but des ann&#233;es 1950 apr&#232;s avoir d&#233;j&#224; r&#233;dig&#233; ses premiers &#233;crits th&#233;oriques. Gilles Kepel r&#233;sume ainsi son innovation th&#233;orique particuli&#232;re : &#171; Pour Sayyid Qotb et ses &#233;mules, au contraire, l'histoire moderne des pays musulmans depuis les ind&#233;pendances est d&#233;nu&#233;e de toute valeur exemplaire. Elle est m&#234;me d&#233;valoris&#233;e, stigmatis&#233;e par un terme arabe venu du Coran, &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt;, qui d&#233;signe l'&#233;tat d'ignorance' dans lequel vivaient les Arabes avant la R&#233;v&#233;lation de l'islam au proph&#232;te Mohammed, au d&#233;but du septi&#232;me si&#232;cle de l'&#232;re chr&#233;tienne. Les musulmans de l'&#226;ge des nationalismes ignorent l'islam, selon Qotb, &#224; l'instar des Arabes pa&#239;ens de la &lt;i&gt;jahiliyya&lt;/i&gt; primitive. De m&#234;me que ceux-ci adoraient des idoles de pierre, les contemporains de Qotb v&#233;n&#232;rent, selon lui, les idoles symboliques que sont la nation, le parti, le socialisme, etc. En d&#233;niant ainsi la pr&#233;tention des nationalistes &#224; fonder l'Histoire et en les rejetant dans les t&#233;n&#232;bres d'avant la R&#233;v&#233;lation, Qotb effectue une r&#233;volution culturelle. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme, Paris, Gallimard, (...)&#034; id=&#034;nh3-84&#034;&gt;84&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il est sans doute le premier th&#233;oricien islamiste &#224; avoir th&#233;oris&#233; le &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt; dans une version politique cons&#233;quente et moderne. Le &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt; est la croyance en l'unicit&#233; de Dieu, les premiers mots de la &lt;i&gt;chahada&lt;/i&gt;, la profession de foi repr&#233;sentant le premier pilier de l'islam. Cela ne viendrait &#224; l'id&#233;e &#224; un peu pr&#232;s aucun musulman de l'interpr&#233;ter ainsi, personne ne veut se rendre la vie plus compliqu&#233;e que ce qu'elle l'est d&#233;j&#224;. Qotb a &#233;t&#233; ex&#233;cut&#233; 1966 sous Nasser, mais son h&#233;ritage th&#233;orique, contrairement &#224; ce que l'on aurait pu croire initialement, a eu beaucoup d'impacts. Au nom de ce principe, les talibans ont d&#251; faire sauter deux statues de bouddha pour &#233;viter aux habitants de leur &#233;mirat le &lt;i&gt;shirk&lt;/i&gt;, la chute dans l'idol&#226;trie, la m&#233;cr&#233;ance, le contraire du &lt;i&gt;tawhid&lt;/i&gt;. De vieilles statues suscit&#232;rent &#224; l'&#233;poque beaucoup d'indignation, bien plus que la r&#233;pression permanente et syst&#233;matique contre &lt;i&gt;tous les adversaires politiques&lt;/i&gt; et contre &lt;i&gt;presque tout le monde&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;contre les femmes &lt;/i&gt;&lt;i&gt;en particulier&lt;/i&gt;. C'est la base th&#233;orique contre tous les concepts occidentaux de gouvernement, l'objectif est le califat, la domination de l'oumma, il y a seulement des d&#233;saccords sur la mani&#232;re, mais l'enthousiasme pour l'id&#233;e d'une &lt;i&gt;r&#233;publique islamique&lt;/i&gt; dans ces milieux est tr&#232;s limit&#233;, voire inexistant.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;&#171; La victoire du p&#233;tro-islam &#187;&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#171; La victoire du p&#233;tro-islam &#187; n'&#233;tait pas iranienne, mais saoudienne. La crise p&#233;troli&#232;re de 1973 permit &#224; l'Arabie saoudite l'ouverture de la bo&#238;te de Pandore : &#171; L'Arabie Saoudite acquiert alors des moyens illimit&#233;s pour mettre en &#339;uvre son ancienne ambition d'h&#233;g&#233;monie sur le sens de l'islam &#224; l'&#233;chelle de l'Oumma, de la Communaut&#233; des Croyants tout enti&#232;re. Durant les ann&#233;es 1960 le dynamisme du nationalisme avait relativis&#233; l'importance politique de la religion. La guerre de 1973 change la donne. La doctrine wahhabite ne jouissait de prestige, en dehors de la p&#233;ninsule, que parmi les milieux rigoristes (ou &#8216;salafistes') qui se r&#233;clamaient d'une mouvance internationale disparate : les Fr&#232;res musulmans arabes y c&#244;toyaient des groupes indiens et pakistanais ainsi que des musulmans n&#233;gro-africains ou asiatiques pass&#233;s par La Mecque et revenus pr&#234;cher &#8216;&#224; l'arabe' dans leur pays pour y purger l'islam des &#8216;superstitions'. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 69-70.&#034; id=&#034;nh3-85&#034;&gt;85&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cela n'a &#233;t&#233; ni pr&#233;vu ni planifi&#233; (peut-&#234;tre esp&#233;r&#233;), mais la conjoncture &#233;tait appropri&#233;e. Or, cette &#171; d&#233;votion moderne &#187; a d&#251; in&#233;vitablement poser la question du pacte saoudo-wahhabite et de la pr&#233;tention saoudienne &#224; la domination t&#244;t ou tard. Cela arriva le 20 novembre 1979, premier jour de l'an 1400 selon le calendrier islamique. Le choix de la date fait allusion &#224; la tradition musulmane du &lt;i&gt;moujaddid&lt;/i&gt;, une croyance se r&#233;f&#233;rant &#224; un hadith, selon lequel &#224; chaque tournant de si&#232;cle appara&#238;t un r&#233;novateur qui purge l'islam d'&#233;l&#233;ments ext&#233;rieurs et lui rend sa puret&#233; initiale. Entre trois cents et six cents combattants arm&#233;s r&#233;ussirent &#224; prendre le contr&#244;le de la Grande Mosqu&#233;e de La Mecque. Ils s'appelaient &lt;i&gt;ichwan&lt;/i&gt;, les fr&#232;res, le nom d'une milice hanbaliste qui avait &#233;t&#233; &#224; l'origine dans les ann&#233;es 1910 et 1920 d'une grande partie des gains territoriaux saoudiens et qui s'&#233;tait ensuite entre 1927 et 1930 r&#233;volt&#233;e sans succ&#232;s contre la dynastie des Saoud. Seulement le 4 d&#233;cembre, suite &#224; des combats violents, plusieurs centaines de morts et de bless&#233;s et la mobilisation de forces sp&#233;ciales pakistanaises et fran&#231;aises, l'arm&#233;e saoudienne a pu regagner le contr&#244;le de la mosqu&#233;e.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il ne faut pas oublier que l'Arabie saoudite est, comme l'a remarqu&#233; avec raison Steve Coll, le seul &#201;tat-nation moderne &#224; avoir &#233;t&#233; cr&#233;&#233; par un jihad&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, (...)&#034; id=&#034;nh3-86&#034;&gt;86&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Le royaume allait donc &#233;galement jouer un r&#244;le central dans le jihad contre les envahisseurs sovi&#233;tiques d'Afghanistan proclam&#233; en 1979. Fin avril 1978, le Parti d&#233;mocratique populaire d'Afghanistan (PDPA) prit le pouvoir &#224; Kaboul par un putsch militaire. Contrairement aux premiers soup&#231;ons en Occident, celui-ci n'avait pas &#233;t&#233; ordonn&#233; par Moscou. Malgr&#233; le fait que le PDPA &#233;tait officiellement le parti de Moscou en Afghanistan, son putsch ne suscita pas beaucoup d'enthousiasme dans le Kremlin : &#171; Plus tard, le chef du PDPA, Taraki, me confiera que les dirigeants afghans avaient eu la possibilit&#233; de pr&#233;venir les Sovi&#233;tiques du coup d'&#201;tat qui se tramait, mais qu'ils &#233;taient abstenus &#224; dessein, car ils craignaient que Moscou ne s'efforce de les dissuader d'entreprendre une r&#233;bellion arm&#233;e, en prenant pr&#233;texte de l'absence de situation r&#233;volutionnaire en Afghanistan. Ces craintes n'&#233;taient pas d&#233;pourvues de fondement. Si l'URSS avait eu vent de leurs intentions, elle leur aurait sans doute conseill&#233; de renoncer &#224; ce projet, car il n'y avait effectivement pas de situation r&#233;volutionnaire dans le pays, d'un point de vue marxiste, et les relations de l'URSS avec l'Afghanistan &#233;taient amicales sous Zaher-Chah et sous Daoud, malgr&#233; le flirt de ce dernier avec l'Occident. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Assem Akram, Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan, Paris, Balland, 1996, p. (...)&#034; id=&#034;nh3-87&#034;&gt;87&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le PDPA a &#233;t&#233; fond&#233; en 1965 dans la maison de Taraki. Il &#233;tait marqu&#233; d&#232;s le d&#233;part par un foss&#233; entre ville et campagne, incarn&#233; par les deux factions Parcham (&#171; Drapeau &#187;) et Khalq (&#171; Peuple &#187;). Parcham &#233;tait la faction qui avait soutenu Daoud dans son putsch en 1973, c'&#233;tait elle qui jouissait de la confiance de Moscou, l'aile plut&#244;t urbaine du parti, Khalq, la faction rurale, majoritairement pachtoune, n'y avait que peu de cr&#233;dit. Entre 1966 et 1976, la scission &#233;tait totale, la r&#233;unification 1976 permit le putsch de 1978 qui allait rapidement se r&#233;v&#233;ler comme tr&#232;s probl&#233;matique pour tous les participants, Nur Muhammad Taraki, le leader historique de la faction Khalq, &#233;tait assis sur un si&#232;ge &#233;jectable&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 98-108.&#034; id=&#034;nh3-88&#034;&gt;88&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Outre &#171; l'&#233;dification du socialisme &#187;, la liquidation de la faction ennemie &#233;tait tr&#232;s prioritaire : &#171; Ils mirent en &#339;uvre une politique maximaliste de r&#233;forme agraire, d'alphab&#233;tisation et de construction du socialisme &#8211; accompagn&#233;e de milliers d'arrestations et d'ex&#233;cutions &#8211; qui leur ali&#233;na la masse de la population. La faction Khalq, la plus extr&#233;miste, &#233;limina le Parcham, dont les dirigeants se r&#233;fugi&#232;rent &#224; Moscou, dans un processus d'&#233;puration qui toucha jusqu'aux chefs du Khalq m&#234;mes. &#192; partir d'avril 1979, des soul&#232;vements &#233;clat&#232;rent partout, et en d&#233;cembre le parti ne contr&#244;lait plus que les villes [&#8230;]. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 138.&#034; id=&#034;nh3-89&#034;&gt;89&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; En septembre 1979, ce fut le tour &#224; Taraki : son &#171; camarade &#187; Hafizullah Amin le for&#231;a &#224; d&#233;missionner et l'assassina un mois plus tard.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;La guerre afghano-sovi&#233;tique&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Avec d'un c&#244;t&#233; la doctrine Brejnev, d&#233;finie en 1968 en guise de justification de l'invasion de la Tch&#233;coslovaquie et postulant l'irr&#233;versibilit&#233; d'une r&#233;volution socialiste, et de l'autre l'obligation du jihad d&#233;fensif en cas d'invasion du &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, la marge de man&#339;uvre pour des n&#233;gociations &#233;tait d&#233;j&#224; limit&#233;e d'un point de vue purement id&#233;ologique, la signification g&#233;ostrat&#233;gique de l'Afghanistan et le contexte de la Guerre froide suffirent donc pour faire &#233;clater le conflit. Selon Akram, la d&#233;cision pour une invasion sovi&#233;tique fut prise le 12 d&#233;cembre 1979 &#224; Moscou&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Assem Akram, op. cit., p. 141. Le 10 selon Rodric Braithwaite, cf. (...)&#034; id=&#034;nh3-90&#034;&gt;90&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Avant tout, les conflits de factions durent &#234;tre r&#233;gl&#233;s &#224; la satisfaction de Moscou. Ainsi, Amin fut &#233;limin&#233; par un commando sovi&#233;tique sp&#233;cial dans le palais pr&#233;sidentiel le 27 d&#233;cembre 1979 et remplac&#233; par Babrak Karmal, le leader de la faction Parcham.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#192; Washington, on &#233;tait bien &#233;videmment d'accord qu'on ne pourrait pas laisser faire Moscou. D&#233;j&#224; quelques jours apr&#232;s l'invasion russe, &lt;a href=&#034;https://sites.temple.edu/immerman/brezenski-memoranda-to-carter-on-soviet-intervention-in-afghanistan/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Brzesinski &#233;tait convaincu d'une chose : enfin, on pourrait se venger aupr&#232;s de l'URSS pour Vietnam&lt;/a&gt;. Le &#171; Vietnam sovi&#233;tique &#187; devenait dans les ann&#233;es suivantes un bon mot r&#233;current dans les cercles diplomatiques pro-occidentaux. Un d&#233;put&#233; de congr&#232;s d&#233;mocrate texan consid&#233;rait l'Afghanistan comme sa mission sp&#233;ciale : Charlie Wilson, un homme d'affaires louche, ami personnel de Somoza, alcoolique et consommateur de coca&#239;ne peu discret&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Si rien d'autre n'est pr&#233;cis&#233;, toutes les informations sur Wilson (...)&#034; id=&#034;nh3-91&#034;&gt;91&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ensemble avec son pote Gust Avrakotos de la CIA, il &#233;tait en train de donner une toute nouvelle qualit&#233; &#224; l'Op&#233;ration Cyclone, lanc&#233;e en &#233;t&#233; 1979 sous la pr&#233;sidence de Carter, sans se soucier plus que tant des coutumes d&#233;mocratiques et de la transparence.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En janvier 1980, Carter donna le feu vert pour l'armement direct des moudjahedines. En r&#233;alit&#233;, le soutien commen&#231;a sans doute d&#233;j&#224; en mai 1979 lorsqu'&lt;a href=&#034;https://nsarchive2.gwu.edu//NSAEBB/NSAEBB57/essay.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;un &#171; officier de la CIA &#187; rencontra Hekmatyar, les premi&#232;res rencontres eurent lieu en avril 1979. Curieusement, on le sait seulement parce que des &#233;tudiants iraniens p&#233;n&#233;tr&#232;rent dans l'ambassade am&#233;ricaine (et dans la britannique aussi), y laiss&#232;rent un bordel consid&#233;rable et pill&#232;rent entre autres les documents de la CIA l'attestant&lt;/a&gt;. Washington et Riyad &#233;taient les principaux responsables pour trouver de l'argent et des armes, le service de renseignement pakistanais ISI &#233;tait charg&#233; de la distribution du mat&#233;riel et du contact avec les insurg&#233;s afghans. Les hommes de liaison principaux entre la CIA et l'ISI &#233;taient Wilson et Avrakotos. D'un point de vue militaire, la souverainet&#233; op&#233;rationnelle sur les flux d'argent et d'armes &#233;tait, une fois arriv&#233;s &#224; Karachi, remise &#224; l'ISI qui s'occupait du transport &#224; Peshawar et l&#224;-bas de la distribution aux moudjahedines afghans. Sept partis islamistes sunnites &#233;taient soutenus, les trois premiers sont g&#233;n&#233;ralement consid&#233;r&#233;s comme &#171; mod&#233;r&#233;s &#187;, les quatre derniers comme &#171; radicaux &#187; :&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Mouvement r&#233;volutionnaire islamique et national d'Afghanistan (Harakat-i-Inqilab-i-Islami) : mouvement relativement petit, actif principalement dans le sud et l'est du pays, il s'est d&#233;compos&#233; dans les ann&#233;es 1990, certains ont d&#233;sert&#233; chez les talibans, d'autres ont fond&#233; le Parti national et islamique pour la prosp&#233;rit&#233; d'Afghanistan (Hezb-e Sa'adat-e Melli wa Islami-ye Afghanistan), un parti marginal ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front de lib&#233;ration nationale (Dschebhe e Nedschat e Melli e Afghanistan) : tradition soufie pachtoune et conservatrice, le mouvement s'est en grande partie d&#233;compos&#233;, le leader historique Sibghatullah Mojaddedi s'est retir&#233; quasiment compl&#232;tement de la vie politique apr&#232;s le d&#233;part des Russes, de temps en temps, on le voyait en tant qu'expert et/ou n&#233;gociateur sur la sc&#232;ne politique, il est d&#233;c&#233;d&#233; d&#233;but 2019 ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front islamique national d'Afghanistan (Mahaz-e Milli-ye Islami-ye Afghanistan) : influent surtout dans la province Nangarhar et &#224; Kaboul, surtout une entreprise familiale d'Ahmed Gailani (1932-2017), il soutint &#224; la fin des ann&#233;es 1990 l'Alliance du Nord contre les talibans et 2004 Karzai dans sa campagne pr&#233;sidentielle, est devenu quasiment insignifiant par la suite ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Front uni islamique et national pour le salut de l'Afghanistan (Jamiat-e-Islami) : compos&#233; majoritairement de Tadjiks, c'est le seul parti non-pachtoune soutenu par l'ISI &#8211; alli&#233; &#224; l'&#233;poque &#224; Ahmad Shah Massoud, &#171; le lion de Pandjir &#187;, le favori malheureux du MI6 qui a &#233;t&#233; assassin&#233; le 9 septembre 2001 dans un attentat-suicide par deux attaquants pr&#233;tendument journalistes belges &#8211; participant &#224; la fin des ann&#233;es 1990 &#224; l'Alliance du Nord et si&#233;geant dans le parlement afghan aujourd'hui ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Union islamique pour la lib&#233;ration d'Afghanistan (Ittehad-e Islami bara-ye Azadi-ye Afghanistan) : parti pachtoune avec une minorit&#233; tadjike, fort principalement dans la r&#233;gion Paghman &#224; l'ouest de la province de Kaboul, parti d'Abdul Rasul Sayyaf, soup&#231;onn&#233; d'avoir jou&#233; un r&#244;le dans l'assassinat de Massoud, aujourd'hui un politicien relativement c&#233;l&#232;bre dans la province de Kandahar, dans la guerre civile du c&#244;t&#233; des talibans, r&#233;put&#233; d'&#234;tre un adepte d'une brutalit&#233; sans retenue, depuis 2007 un parti de droite marginal dans le parlement afghan bataillant le plus souvent pour obtenir la gr&#226;ce pour des combattants incarc&#233;r&#233;s des talibans ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Parti islamique (&#7716;ezb-i Isl&#257;m&#299;, faction Khalis) : une scission &#171; mod&#233;r&#233;e &#187; du Parti islamique fond&#233; en 1973 par Gulbuddin Hekmatyar, le parti men&#233; par Mohammad Younes Khalis soutenait les talibans dans les ann&#233;es 1990, de ce parti est issu Djal&#226;louddine Haqqani (que Wilson avait &#224; l'&#233;poque appel&#233; une &#171; divinit&#233; personnifi&#233;e &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;George Crile, op. cit., p. 473.&#034; id=&#034;nh3-92&#034;&gt;92&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), d&#233;c&#233;d&#233; en 2018, son r&#233;seau Haqqani, dont son fils est &#224; la t&#234;te depuis 2014, travaille jusqu'&#224; nos jours &#233;troitement avec les talibans ;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; Parti islamique (&#7716;ezb-i Isl&#257;m&#299;, faction Hekmatyar) : parti islamiste fond&#233; en 1973 et men&#233; par Gulbuddin Hekmatyar, qui peut &#234;tre appel&#233; l'anc&#234;tre du jihadisme afghan et qui &#233;tait le favori secret de l'ISI, la pratique du parti pendant la guerre et la guerre civile qui s'ensuivit &#233;tait marqu&#233;e par une violence excessive, Hekmatyar a litt&#233;ralement m&#233;rit&#233; le surnom &#171; boucher de Kaboul &#187;, le Bureau des services fond&#233; en 1984 par Abdallah Youssouf Azzam, Oussama ben Laden et Ayman al-Zawahiri (analys&#233; plus en d&#233;tail dans la suite du texte) travaillait principalement avec lui, pendant le r&#233;gime des talibans, il &#233;tait en exile en Iran, mais il rejoignit ben Laden d&#232;s 2001, &lt;a href=&#034;https://www.rferl.org/a/islamic-state-afghanistan-hekmatyar/27114317.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;en 2015, il proclama son soutien pour l'EI&lt;/a&gt; et il finit par signer un accord de paix avec le gouvernement afghan le 22 septembre 2016.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il y avait aussi une coalition chiite soutenue par l'Iran et une coalition mao&#239;ste soutenue par la Chine qui se battaient contre l'invasion sovi&#233;tique, mais, &#233;tant donn&#233; les &lt;a href=&#034;http://www.bpb.de/internationales/amerika/usa/10625/reagan-jahre?p=all&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;deux&lt;/a&gt; &#224; &lt;a href=&#034;http://www.spiegel.de/einestages/30-jahre-afghanistan-invasion-a-948665.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;six&lt;/a&gt; milliards, selon les estimations, investis par la CIA dans le cadre de l'Op&#233;ration Cyclone dans les groupes sunnites, ces deux coalitions sont n&#233;gligeables et seront laiss&#233;es de c&#244;t&#233; ici. Il faudrait pourtant pr&#233;ciser que les mao&#239;stes &#233;taient confront&#233;s sous le PDPA &#224; une r&#233;pression syst&#233;matique et en m&#234;me temps &#224; la m&#233;fiance profonde de leurs &#171; fr&#232;res d'armes &#187; islamistes qui les attaquaient fr&#233;quemment. Le 12 novembre 1986, Faiz Ahmad, le leader de l'Organisation de lib&#233;ration afghane, a &#233;t&#233; assassin&#233; avec six de ses camarades par les sbires de Hekmatyar. Une exception notable du mao&#239;sme afghan dans ce contexte est l'Association r&#233;volutionnaire des femmes d'Afghanistan (RAWA). Fond&#233;e en 1977, elle d&#233;non&#231;a autant le gouvernement du PDPA que l'alliance avec les islamistes et a jusqu'&#224; aujourd'hui le m&#233;rite historique de n'avoir soutenu aucun gouvernement afghan ni aucune invasion &#233;trang&#232;re depuis sa fondation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le d&#233;roulement de la guerre ne sera d&#233;crit ici que dans les grandes lignes. Suivant Akram, on peut distinguer trois phases, &#171; L'installation des troupes &#187; de 1979 &#224; 1982, &#171; La phase la plus intense de la guerre &#187; de 1982 &#224; 1986 et les &#171; Reculs sovi&#233;tiques et [le] retrait &#187; de 1986 &#224; 1989&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Assem Akram, op. cit., p. 173-176.&#034; id=&#034;nh3-93&#034;&gt;93&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il estime que d&#233;j&#224; en 1981-1982, 80 % du territoire &#233;tait contr&#244;l&#233; par les moudjahedines, la nuit, il n'y avait pas la moindre lumi&#232;re afin d'&#233;viter les frappes a&#233;riennes sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 176.&#034; id=&#034;nh3-94&#034;&gt;94&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Le pourcentage est peut-&#234;tre m&#234;me plus &#233;lev&#233; si son estimation se r&#233;f&#232;re au jour, car ils contr&#244;laient les r&#233;gions rurales pendant la nuit sans que ce soit forc&#233;ment le cas le jour&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., S. 164. La m&#234;me chose est valable (...)&#034; id=&#034;nh3-95&#034;&gt;95&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Les d&#233;sertions &#233;taient un r&#233;el probl&#232;me pour l'arm&#233;e afghane, jusqu'&#224; 60 % des soldats auraient rejoint les rangs des moudjahedines&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 136-137.&#034; id=&#034;nh3-96&#034;&gt;96&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Une partie peut-&#234;tre pour des raisons id&#233;ologiques, mais la plupart sans doute plut&#244;t &#224; cause de la mani&#232;re extr&#234;mement cruelle de faire la guerre des deux c&#244;t&#233;s, rejoindre la faction la plus forte dans une telle situation n'est pas forc&#233;ment une question d'affiliation&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Gregory Feifer, The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan, New (...)&#034; id=&#034;nh3-97&#034;&gt;97&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hormis quelques voix critiques, majoritairement f&#233;ministes, &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;l'enthousiasme pour les &#171; combattants de la libert&#233; &#187; afghanes &#233;tait unanime dans le paysage m&#233;diatique occidental&lt;/a&gt;. On assistait &#224; un exc&#232;s de z&#232;le orientaliste pour les moudjahedines pieux et barbus, ils &#233;taient d&#233;peints comme des membres de clan innocents et modestes qui, &#233;tant donn&#233; une invasion par &#171; l'Empire du mal &#187;, voulaient seulement d&#233;fendre leurs traditions et leur religion, aid&#233;s &#171; un peu &#187; par les services de renseignement occidentaux. Les journalistes critiques &lt;a href=&#034;https://fair.org/extra/forgotten-coverage-of-afghan-freedom-fighters/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;risquaient d'&#234;tre exclus des missions embarqu&#233;es avec les moudjahedines&lt;/a&gt; et de perdre ainsi l'acc&#232;s &#224; quasiment toute information. La couverture de la presse sovi&#233;tique &#233;tait vraisemblablement m&#234;me plus critique et objective, elle est souvent cit&#233;e comme exemple de la politique gorbatch&#233;vienne de la glasnost&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. par exemple Gregory Feifer, op. cit., p. 213.&#034; id=&#034;nh3-98&#034;&gt;98&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Contrairement &#224; d'autres journalistes sovi&#233;tiques stationn&#233;s &#224; Kaboul, Artyom Borovik fut d&#232;s 1987 embarqu&#233; dans diverses troupes sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Sarah E. Mendelson, Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet (...)&#034; id=&#034;nh3-99&#034;&gt;99&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il a r&#233;dig&#233; des articles critiques dans la revue &lt;i&gt;Ogonyok&lt;/i&gt; et il a publi&#233; en 1990 un livre qui parut simultan&#233;ment en anglais et en russe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Artyom Borovik, The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the (...)&#034; id=&#034;nh3-100&#034;&gt;100&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;D&#233;j&#224; sur la premi&#232;re page, le ton est d&#233;faitiste : &#171; Des hommes fous appel&#232;rent l'Afghanistan &#8216;une &#233;cole du courage'. Et ils &#233;taient suffisamment sages pour ne pas y envoyer leurs fils. Ils parl&#232;rent du &#8216;devoir international', &#8216;de la bataille contre les mercenaires de l'imp&#233;rialisme aux fronti&#232;res m&#233;ridionales de notre patrie', &#8216;du rejet d&#233;termin&#233; de l'agression de la part des r&#233;actionnaires de la r&#233;gion'. Et ainsi de suite. Ils essay&#232;rent de se convaincre eux-m&#234;mes et de convaincre le reste du pays que l'Afghanistan &#8216;transformerait des jeunes immatures en fervents combattants pour notre foi communiste'. Mais, si l'Afghanistan a suscit&#233; la foi chez des gens, ce fut une foi tr&#232;s diff&#233;rente de celle promue par notre propagande. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 1.&#034; id=&#034;nh3-101&#034;&gt;101&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; En outre, il ne cache pas qu'Amin a &#233;t&#233; assassin&#233; par le KGB&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 5.&#034; id=&#034;nh3-102&#034;&gt;102&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, il parle des d&#233;sertions, des armes de service sovi&#233;tiques vendues&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 36.&#034; id=&#034;nh3-103&#034;&gt;103&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et aussi des atrocit&#233;s commises par les soldats sovi&#233;tiques&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 258.&#034; id=&#034;nh3-104&#034;&gt;104&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Son r&#233;cit montre aussi que des pi&#232;ges explosifs cr&#233;atifs n'ont pas &#233;t&#233; invent&#233;s par l'EI : &#171; L'incident [la d&#233;couverte d'un thermos dot&#233; d'un pi&#232;ge &#224; feu] m'&#233;tonna de l'&#233;norme inventivit&#233; de ces bandits, de leur imagination riche et in&#233;puisable. &#192; l'int&#233;rieur de chaque fortification &#8211; des bunkers, des casemates, des tranch&#233;es-abris quatre &#233;tages au-dessous du sol &#8211; les soldats trouvent des stylos, des montres, des magn&#233;tophones et d'autres objets pi&#233;g&#233;s. La mort cach&#233;e &#233;tait camoufl&#233;e tellement magistralement que seul un &#339;il exp&#233;riment&#233; peut le voir. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 35-36.&#034; id=&#034;nh3-105&#034;&gt;105&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;L'h&#233;ro&#239;ne comme boomerang&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Comme &#224; l'&#233;poque au Vietnam, l'h&#233;ro&#239;ne fut encore le carburant de la guerre : &#171; En cons&#233;quence [des flux financiers am&#233;ricains et saoudiens] explose une criminalit&#233; qui parasite l'aide, sur laquelle chacun ferme les yeux tant que les Russes sont en Afghanistan, mais dont les cons&#233;quences d&#233;vastatrices ouvriront la voie &#224; toutes les d&#233;rives &#224; partir de la fin de la d&#233;cennie. Ainsi, des cargaisons d'armes l&#233;g&#232;res en quantit&#233;s &#233;normes, livr&#233;es par la CIA et d&#233;barqu&#233;es au port de Karachi, alimentent le march&#233; local (et feront de cette ville une des plus violentes du monde) avant d'&#234;tre achemin&#233;es par la route vers leurs destinataires officiels. Au retour, les camions seront charg&#233;s d'h&#233;ro&#239;ne extraite de l'opium cultiv&#233; en Afghanistan et dans les &#8216;zones tribales' de la fronti&#232;re pakistanaise, et export&#233; par Karachi. Les convoitises et les profits gigantesques suscit&#233;s par les &#224;-c&#244;t&#233;s criminels de l'aide am&#233;ricaine et arabe &#224; la r&#233;sistance deviendront une pr&#233;occupation majeure des &#201;tats-Unis, puis des &#201;tats arabes apr&#232;s le retrait sovi&#233;tique, lorsque des groupes &#233;chappant &#224; leur contr&#244;le, surarm&#233;s et financ&#233;s par les trafics locaux, propageront le &lt;i&gt;jihad&lt;/i&gt; o&#249; il leur semblera bon sur la plan&#232;te. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 143-144.&#034; id=&#034;nh3-106&#034;&gt;106&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ce trafic de drogue des moudjahedines &#233;tait un secret bien connu, le commandant de l'ISI responsable de la mission l'admet ouvertement dans ces m&#233;moires&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, The Bear Trap. The Defeat of A (...)&#034; id=&#034;nh3-107&#034;&gt;107&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Par cons&#233;quent, le prix de l'h&#233;ro&#239;ne baissa un peu partout en Occident au milieu des ann&#233;es 1980 et les h&#233;ro&#239;nomanes commenc&#232;rent dans la plupart des grandes villes &#224; faire partie du d&#233;cor pendant cette p&#233;riode. Le Croissant d'or rempla&#231;a en m&#234;me temps le Triangle d'or comme origine g&#233;ographique principale de l'h&#233;ro&#239;ne mondialement consomm&#233;e. Aujourd'hui, l'Afghanistan en produit selon les estimations environ 90 %. En 2017, le chiffre d'affaires de la production d'h&#233;ro&#239;ne &lt;a href=&#034;https://www.unodc.org/documents/crop-monitoring/Opium-survey-peace-security-web.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;fut estim&#233; entre 4.1 et 6.6 milliards de dollars, ce qui repr&#233;sente 20 &#224; 32 % du PIB afghan&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.politifact.com/global-news/statements/2017/apr/04/ted-yoho/yoho-afghanistan-poppy-growth-way/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;elle garantit un emploi &#224; approximativement 400'000 Afghans, plus que l'arm&#233;e afghane&lt;/a&gt;. Parall&#232;lement, l'h&#233;ro&#239;nomanie a &#233;galement explos&#233; au sein de la population afghane, ce qui n'est tout sauf &#233;tonnant dans un pays &lt;a href=&#034;https://www.nytimes.com/2016/06/06/world/asia/afghanistan-kabul-graveyard.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;qui manque de cimeti&#232;res&lt;/a&gt;. &lt;a href=&#034;https://www.vice.com/de_ch/article/yvea8j/afghanistans-opiumplage&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;L'&#233;picentre du milieu afghan de la drogue est le sous-sol du pont Pul-sokhta &#224; Kaboul&lt;/a&gt;, une concentration massive de mis&#232;re refoul&#233;e.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le flux dans l'autre direction &#233;tait au d&#233;but essentiellement compos&#233; d'armes l&#233;g&#232;res et les exp&#233;diteurs se pr&#233;occupaient d'une certaine discr&#233;tion. Selon Yousuf, seulement des armes provenant du bloc socialiste auraient &#233;t&#233; livr&#233;es au moudjahedines jusqu'en 1985&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, op. cit., p. 83.&#034; id=&#034;nh3-108&#034;&gt;108&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ainsi, ils contr&#244;laient le sol, mais l'arm&#233;e sovi&#233;tique contr&#244;lait le ciel : &#171; La puissance a&#233;rienne &#233;tait certainement le plus grand atout de l'ennemi. Elle n'accorda pas seulement une puissance de feu illimit&#233;e, mais aussi la mobilit&#233;. Utilis&#233;es correctement, ces deux pouvaient &#234;tre combin&#233;es sur le champ de bataille pour vaincre les gu&#233;rillas de mani&#232;re tactique, voire strat&#233;gique. Le probl&#232;me, du point de vue des moudjahedines, n'&#233;tait pas tant qu'ils n'avaient pas de puissance a&#233;rienne propre, mais que leurs moyens de riposte aux avions et h&#233;licopt&#232;res ennemis ont &#233;t&#233; limit&#233;s &#224; quelques SA-7 p&#233;rim&#233;s, tir&#233;s &#224; l'&#233;paule, des missiles surface-air (SAM). &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 59.&#034; id=&#034;nh3-109&#034;&gt;109&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ceci changea en 1986 : le 26 septembre, des miliciens de Hekmatyar test&#232;rent pour la premi&#232;re fois le tout nouveau lance-missile sol-air am&#233;ricain Stinger dans un combat&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. George Crile, op. cit., p. 426-427.&#034; id=&#034;nh3-110&#034;&gt;110&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Cela fut-il ou non un tournant dans le cours de la guerre ? Les experts continuent &#224; en d&#233;battre. En tout cas, la d&#233;faite sovi&#233;tique &#233;tait d&#233;sormais scell&#233;e&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 205.&#034; id=&#034;nh3-111&#034;&gt;111&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'un des effets collat&#233;raux inattendus de l'op&#233;ration a &#233;t&#233; le fait que parmi environ 1'000 Stinger fournis, beaucoup finirent &#224; cause de la corruption ou en tant que butin de guerre chez des destinataires impr&#233;vus. Rapidement, l'Iran et la Russie se vant&#232;rent d'en poss&#233;der. &lt;a href=&#034;https://slate.com/news-and-politics/2001/10/stingers-stingers-who-s-got-the-stingers.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Encore en 2001, on se demandait&lt;/a&gt; o&#249; les Stinger pourraient bien &#234;tre. Entre-temps, des groupes jihadistes divers et vari&#233;s autour du globe en poss&#233;daient un, voire plusieurs, et la CIA a investi le double de leur co&#251;t initial, 65 millions de dollars, pour en racheter un maximum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Retrait sovi&#233;tique, prise de pouvoir des talibans et mondialisation du jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#192; l'&#233;poque comme aujourd'hui, les volontaires d'un peu partout dans le monde se joignirent aux moudjahedines, venus dans leur grande majorit&#233; de la p&#233;ninsule arabique et d'autres r&#233;gions islamiques. Tandis que certains jeunes Arabes de bonne famille (bourgeoise, voire royale) se servirent de l'Afghanistan pour passer des vacances aventureuses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Gilles Kepel, op. cit., p. 185.&#034; id=&#034;nh3-112&#034;&gt;112&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, d'autres vinrent avec des intentions plus s&#233;rieuses. Ainsi, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;un certain Abou Moussab al-Zarqaoui se d&#233;pla&#231;a par exemple &#224; la fin des ann&#233;es 1980 en Afghanistan pour se joindre &#224; la faction de Hekmatyar&lt;/a&gt;. Ce fut le d&#233;but d'une longue carri&#232;re jihadiste et il fera beaucoup parler de lui par la suite.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Afin de s'occuper des volontaires &#233;trangers, le Palestinien Abdallah Azzam, un th&#233;oricien jihadiste d'une certaine importance, fonda en 1984 ensemble avec Oussama ben Laden et Ayman al-Zawahiri le Bureau des services. Ce dernier ouvrit m&#234;me en 1986 son premier bureau am&#233;ricain &#224; Tucson dans l'&#201;tat de l'Arizona pour y recruter au sein de la communaut&#233; arabe pour les moudjahedines&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, op. cit., p. 155.&#034; id=&#034;nh3-113&#034;&gt;113&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Azzam est mort le 24 novembre 1989 et ben Laden a repris le Bureau des services. Il l'a rebaptis&#233; : la base, Al-Qa&#239;da en arabe&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 204.&#034; id=&#034;nh3-114&#034;&gt;114&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Personne ne s'en souciait &#224; l'&#233;poque au sein de la CIA car ben Laden &#233;tait consid&#233;r&#233; comme &#171; non anti-am&#233;ricain &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 156.&#034; id=&#034;nh3-115&#034;&gt;115&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le retrait sovi&#233;tique &#233;tait d&#233;j&#224; consid&#233;rablement avanc&#233; &#224; ce moment-l&#224; et la guerre afghano-sovi&#233;tique se transforma peu &#224; peu en guerre civile afghane. D&#233;j&#224; le 4 d&#233;cembre 1987, un retrait sovi&#233;tique ordonn&#233; avait &#233;t&#233; discut&#233; &#224; Washington entre la CIA et le KGB&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 168-169.&#034; id=&#034;nh3-116&#034;&gt;116&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s la chute du mur d&#233;but novembre 1989, tout le monde r&#233;alisa que les alliances d'hier ne seraient plus celles de demain, personne ne connaissait encore la &#171; fin de l'histoire &#187; et ses contours.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En automne 1990, la rupture entre ben Laden et l'Arabie saoudite a eu lieu. Ben Laden aurait pr&#233;f&#233;r&#233; r&#233;soudre le probl&#232;me de l'invasion irakienne du Kowe&#239;t par le biais du jihad, l'Arabie saoudite consid&#233;rait qu'une invasion am&#233;ricaine serait une solution plus judicieuse. Hekmatyar et Sayyaf ne voulaient pas non plus d'alliance avec les &#201;tats-Unis&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 222-223.&#034; id=&#034;nh3-117&#034;&gt;117&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Au milieu de l'ann&#233;e 1991, ben Laden fut gentiment averti par les services secrets saoudiens que les &#201;tats-Unis le traqueraient peut-&#234;tre et qu'il serait banni de l'Arabie saoudite &#171; pour son propre bien &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 231.&#034; id=&#034;nh3-118&#034;&gt;118&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s une escale, selon les sources, en Afghanistan ou en Pakistan, il trouva refuge en 1992 au Soudan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 601-602.&#034; id=&#034;nh3-119&#034;&gt;119&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, o&#249; le Congr&#232;s national islamiste d'Omar el-Bechir avait pris le pouvoir par un putsch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le 13 septembre 1991, le secr&#233;taire d'&#201;tat am&#233;ricain James Baker et le ministre des Affaires &#233;trang&#232;res sovi&#233;tique Boris Pankine se mirent d'accord d'arr&#234;ter conjointement le soutien pour les rebelles respectivement le gouvernement du PDPA&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 232.&#034; id=&#034;nh3-120&#034;&gt;120&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. En d&#233;cembre 1991, peu avant l'effondrement de l'Union sovi&#233;tique, le KGB s'est retir&#233; d'Afghanistan et au d&#233;but de 1992, l'aide &#224; Najibullah a &#233;t&#233; arr&#234;t&#233;e comme convenu&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Rodric Braithwaite, op. cit., p. 299.&#034; id=&#034;nh3-121&#034;&gt;121&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s la chute du gouvernement de ce dernier, il n'y avait plus beaucoup de raisons de maintenir une pr&#233;sence am&#233;ricaine devenue tr&#232;s co&#251;teuse &#224; cause du grand danger et de la situation chaotique. Les portes de l'ambassade &#233;taient d&#233;j&#224; depuis 1989 g&#233;n&#233;ralement ferm&#233;es, &#224; la fin de 1992, tout le personnel trouva des planques plus tranquilles.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dernier ambassadeur &#224; Kaboul durant neuf ans, Peter Tomsen se souciait dans son dernier m&#233;mo du 18 d&#233;cembre 1992 de mani&#232;re assez clairvoyante &#171; des efforts des extr&#233;mistes islamistes afin d'utiliser l'Afghanistan comme une base d'entra&#238;nement et d'ex&#233;cution pour le terrorisme dans la r&#233;gion et au-del&#224; &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Steve Coll, op. cit., p. 239.&#034; id=&#034;nh3-122&#034;&gt;122&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Son &#233;valuation de la situation &#233;tait (l&#233;gitimement) sombre, il &#233;crivit quelques semaines plus tard : &#171; La pers&#233;v&#233;rance am&#233;ricaine dans le maintien de notre position d&#233;j&#224; &#233;tablie en Afghanistan pourrait &#8211; &#224; peu de co&#251;ts &#8211; consid&#233;rablement contribuer &#224; un r&#233;sultat favorable et mod&#233;r&#233; qui permettrait d'&#233;carter les extr&#233;mistes, de maintenir une amiti&#233; avec un pays amical situ&#233; strat&#233;giquement, de nous aider &#224; accomplir nos autres objectifs en Afghanistan et dans la r&#233;gion d'Asie centrale en g&#233;n&#233;ral, par exemple les stup&#233;fiants, la r&#233;cup&#233;ration des Stinger, l'antiterrorisme [&#8230;] On risque de jeter les atouts qu'on a acquis en Afghanistan dans les dix derni&#232;res ann&#233;es, qu'on a pay&#233; cher [&#8230;] Les enjeux dans le contexte g&#233;ostrat&#233;gique actuel sont limit&#233;s, mais importants. Il y a le danger qu'on perde l'int&#233;r&#234;t et qu'on abandonne notre capital investi en Afghanistan ce qui d&#233;stabilise une r&#233;gion o&#249; l'on n'a que quelques leviers pr&#233;cieux. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh3-123&#034;&gt;123&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cassandra n'aurait pas su mieux le formuler&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La guerre civile jusqu'en 1996 ne sera pas trait&#233;e en d&#233;tail dans ce texte, seule la force ayant conquis le pouvoir &#224; la fin sera abord&#233;e : les talibans. &#171; Talibans &#187; signifie &#233;l&#232;ves en pachtoune et fait r&#233;f&#233;rence &#224; leur origine dans les &#233;coles coraniques dans la r&#233;gion de Kandahar et la r&#233;gion frontali&#232;re du Pakistan. Au printemps 1994, ils conquirent le premier village, Spin Boldak, proche de la fronti&#232;re pakistanaise. Le 3 novembre de la m&#234;me ann&#233;e, ce fut le tour &#224; la capitale m&#233;ridionale, Kandahar, deuxi&#232;me ville du pays, moins d'un an plus tard, en septembre 1995, &#224; la m&#233;tropole occidentale H&#233;rat, troisi&#232;me ville du pays et majoritairement non-pachtoune. D&#233;j&#224; depuis le printemps, ils dispos&#232;rent du monopole &#8211; m&#234;me s'il fut un peu m&#233;fiant &#8211; de l'ISI, la faction de Djal&#226;louddine Haqqani se joignit &#233;galement &#224; cette &#233;poque aux talibans&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 293.&#034; id=&#034;nh3-124&#034;&gt;124&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. En septembre 1996, ils conquirent Kaboul et proclam&#232;rent le 27 du m&#234;me mois l'&#171; &#201;mirat islamique d'Afghanistan &#187;, le d&#233;but de leur r&#232;gne quinquennal sur le pays.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seulement suite &#224; de nombreuses batailles, ils r&#233;ussirent &#224; contr&#244;ler compl&#232;tement le nord du pays. L'affrontement sanglant commenc&#233; en mai 1997 avec les notables locaux de la m&#233;tropole du nord et quatri&#232;me ville du pays Mazir-i Sharif, soutenus surtout par la Russie et l'Iran, culmina en ao&#251;t 1998 dans la prise du pouvoir des talibans et un massacre de milliers de civils, principalement chiites. Apr&#232;s avoir d&#233;j&#224; &#233;t&#233; reconnu comme gouvernement l&#233;gitime apr&#232;s la conqu&#234;te de Kaboul par les &#201;tats-Unis, s'ensuivirent le Pakistan, l'Arabie saoudite et les &#201;mirats arabes unis, sur la premi&#232;re liste am&#233;ricaine d'organisations terroristes &#233;trang&#232;res, parue en automne 1997, il n'y a ni les talibans, ni Al-Qa&#239;da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 334, 349 et 351.&#034; id=&#034;nh3-125&#034;&gt;125&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Peu avant la chute de Kaboul, ben Laden, d&#233;j&#224; rentr&#233; en Afghanistan en mai 1996, cassa sa tirelire et donna aux talibans trois millions de dollars de sa fortune personnelle en guise de soutien &#224; l'attaque sur Kaboul et par la suite, le soutien de l'ISI se renfor&#231;a avec la chute de la capitale&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 331-332.&#034; id=&#034;nh3-126&#034;&gt;126&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Apr&#232;s les tentatives d'attentat infructueuses contre le Premier ministre &#233;gyptien Atif Sedki en 1993 et le Pr&#233;sident Hosni Moubarak en 1995, le groupe Al-Jihad li&#233; &#224; ben Laden &#233;tait de plus en plus sous pression, tout autant qu'Al-Gamaa al-Islamiya, qui avait &#233;galement des contacts avec lui, assassina le journaliste Faraj Fouda en 1992 et fut responsable pour le massacre de Louxor (soixante-deux morts, en grande majorit&#233; des touristes), et enfin le r&#233;gime soudanais qui avait h&#233;berg&#233; ben Laden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le retour des &#171; Afghans &#187; en &#201;gypte et en Alg&#233;rie au d&#233;but des ann&#233;es 1990 allait de pair avec l'introduction de leurs m&#233;thodes apprises en Afghanistan : &#171; Cette acc&#233;l&#233;ration de la violence, concomitante dans les deux pays, se produisit l'ann&#233;e de la chute de Kaboul aux mains des &lt;i&gt;moujahidines&lt;/i&gt;. Plusieurs centaines d'&#8216;Afghans' alg&#233;riens comme &#233;gyptiens &#233;taient rentr&#233;s chez eux. Form&#233;s au moule du &#8216;salafisme jihadisme' &#224; Peshawar, ils contribueraient &#224; radicaliser le &lt;i&gt;jihad&lt;/i&gt; local en y transposant leur exp&#233;rience internationale. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 275.&#034; id=&#034;nh3-127&#034;&gt;127&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; D'autres v&#233;t&#233;rans afghans &#233;trangers ont port&#233; le jihad en Bosnie, en Tch&#233;tch&#233;nie et au Tadjikistan&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 295.&#034; id=&#034;nh3-128&#034;&gt;128&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, pour la m&#234;me raison, le conflit au Cachemire aussi a pris un tournant de plus en plus jihadiste du c&#244;t&#233; pakistanais&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 142-143.&#034; id=&#034;nh3-129&#034;&gt;129&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pendant la premi&#232;re bataille de Mogadiscio, le fiasco am&#233;ricain du 3 et 4 octobre 1993, il y avait aussi des &#171; Afghans &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 377.&#034; id=&#034;nh3-130&#034;&gt;130&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;i&gt;Black Hawk Down&lt;/i&gt;, le livre sur l'&#233;v&#233;nement par le journaliste Mark Bowden, paru en 1999, fut adapt&#233; au cin&#233;ma en 2001 par Ridley Scott. Suite &#224; deux h&#233;licopt&#232;res descendus, deux soldats am&#233;ricains furent lynch&#233;s par la pl&#232;be, certains ont pu &#234;tre sauv&#233;s. L'op&#233;ration a co&#251;t&#233; la vie &#224; dix-huit soldats de la coalition am&#233;ricaine (ensemble avec la Malaisie et le Pakistan) et &#224; plus d'un millier du c&#244;t&#233; de l'Alliance nationale somalienne et des jihadistes alli&#233;s &#224; eux.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les troupes de l'ONU ont quitt&#233; le pays en 1995 et les diff&#233;rentes factions continu&#232;rent &#224; se battre. En d&#233;cembre 2006 seulement, le gouvernement de transition constitu&#233; en 2000 &#224; Nairobi a pu chasser l'alliance jihadiste Union des tribunaux islamiques de Mogadiscio et obtenir un contr&#244;le pr&#233;caire sur la capitale. Les &#233;l&#233;ments mod&#233;r&#233;s de l'alliance se sont exil&#233;s, une faction est rest&#233;e : Al-Shabab, terme arabe signifiant &#171; la jeunesse &#187;, le nom complet est &#171; Mouvement des jeunes moudjahedines &#187;. Existant d&#233;j&#224; en tant que faction ind&#233;pendante au sein de l'alliance, elle a &#233;t&#233; r&#233;organis&#233;e par Aden Hashi Ayro en 2006, il aurait auparavant &#233;t&#233; form&#233; &lt;a href=&#034;https://www.independent.co.uk/news/obituaries/aden-hashi-ayro-militant-islamist-leader-in-somalia-820385.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans un camp d'entra&#238;nement afghan par Al-Qa&#239;da&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Al-Qa&#239;da, un r&#233;seau mondial pour le jihad&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les v&#233;t&#233;rans d'Afghanistan &#224; la recherche du jihad perdu n'aliment&#232;rent cependant pas que des guerres partout autour du globe, ils &#233;taient aussi en train d'organiser Al-Qa&#239;da en tant que r&#233;seau jihadiste mondial. La forme donc, dans laquelle on conna&#238;t commun&#233;ment l'organisation aujourd'hui. Le 29 d&#233;cembre 1992, il y eut &#224; Aden, l'ancienne capitale du Y&#233;men du Sud, une attaque &#224; la bombe contre l'arm&#233;e am&#233;ricaine. Les bombes explos&#232;rent dans deux h&#244;tels connus pour h&#233;berger du personnel militaire am&#233;ricain. L'attaque n'atteignit pourtant pas sa cible, deux employ&#233;s d'h&#244;tel et un touriste autrichien sont morts, aussi parmi les bless&#233;s, il n'y eut que des employ&#233;s d'h&#244;tel et des touristes. Ce fut historiquement le premier attentat d'Al-Qa&#239;da dans sa forme contemporaine.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La voiture pi&#233;g&#233;e ayant explos&#233; dans un parking souterrain du World Trade Center &#224; New York le 26 f&#233;vrier 1993, tout comme celle dans un centre d'entra&#238;nement de l'arm&#233;e am&#233;ricaine &#224; Riyad, ayant co&#251;t&#233; la vie &#224; cinq Am&#233;ricains et deux Indiens, lui sont attribu&#233;es, m&#234;me s'il n'a jamais officiellement revendiqu&#233; ces attentats. Les attaques parall&#232;les contre les ambassades &#224; Nairobi et Dar es Salam avec deux cent vingt-quatre morts et plus de cinq mille bless&#233;s le 7 ao&#251;t 1998 ont fini par convaincre les strat&#232;ges de guerre am&#233;ricains que pour les alli&#233;s d'hier, l'alliance &#233;tait d&#233;finitivement obsol&#232;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ce fut le tournant dans la relation am&#233;ricaine avec les talibans. En lien avec le gazoduc TAPI, planifi&#233; depuis le d&#233;but des ann&#233;es 1990, l'entreprise p&#233;troli&#232;re am&#233;ricaine Unocal avait m&#234;me ouvert un bureau &#224; Kandahar, le bastion des talibans, en 1996&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Steve Coll, op. cit., p. 338.&#034; id=&#034;nh3-131&#034;&gt;131&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, afin d'augmenter les chances de d&#233;crocher un contrat lucratif face &#224; sa concurrente argentine Bridas. La pression f&#233;ministe croissante avait d&#233;j&#224; en automne 1997 comme effet une premi&#232;re critique am&#233;ricaine publique du r&#233;gime des talibans de la part de Madeleine Albright et de Hillary Clinton&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 362-363.&#034; id=&#034;nh3-132&#034;&gt;132&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alors que la CIA commen&#231;ait &#224; r&#233;fl&#233;chir sur une op&#233;ration secr&#232;te pour capturer ben Laden en Afghanistan, le r&#233;gime des talibans perdit le soutien saoudien &#224; la mi-septembre 1998&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 413-415.&#034; id=&#034;nh3-133&#034;&gt;133&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. La collaboration avec les partenaires pakistanais et saoudien dans la &#171; lutte contre le terrorisme &#187; &#233;tait pourtant pr&#233;caire et ambigu&#235;. Malgr&#233; la rupture saoudienne avec les talibans, des millions &#224; travers les organisations de charit&#233; islamiques continuaient &#224; alimenter leurs caisses&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 511-513.&#034; id=&#034;nh3-134&#034;&gt;134&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aucun service de renseignement ne r&#233;ussissait &#224; infiltrer le noyau dur d'Al-Qa&#239;da&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 513.&#034; id=&#034;nh3-135&#034;&gt;135&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et personne ne savait que ben Laden fusse en train de pr&#233;parer des projets importants &#224; Kandahar depuis au moins fin 1999&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 485.&#034; id=&#034;nh3-136&#034;&gt;136&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ces projets, dont les r&#233;percussions sont bien connues, furent r&#233;alis&#233;s le 11 septembre 2001, deux jours apr&#232;s l'assassinat de Massoud. L'invasion am&#233;ricaine d'Afghanistan, entam&#233;e en octobre 2001, avait m&#234;me le soutien russe et quelques mois plus tard, le r&#233;gime taliban fut renvers&#233;. Les dirigeants finirent soit &#224; Guantanamo, soit dans l'exile pakistanais o&#249; le mouvement fut r&#233;tabli comme milice en 2003. Cela n'emp&#234;cha pas le service secret pakistanais ISI &lt;a href=&#034;https://www.aljazeera.com/mritems/Documents/2010/6/13/20106138531279734lse-isi-taliban.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;de garder un pied dedans tout en pr&#233;tendant &#234;tre un alli&#233; fiable dans la &#171; guerre contre la terreur &#187;&lt;/a&gt;. Du c&#244;t&#233; des &#201;tats-Unis, l'Afghanistan n'&#233;tait plus la priorit&#233; depuis la chute des talibans, l'Irak &#233;tait d&#233;j&#224; &#224; l'ordre du jour, une invasion qui ouvrit aussi un nouveau chapitre pour Al-Qa&#239;da.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Apr&#232;s le renversement de Saddam Hussein par l'invasion am&#233;ricaine en 2003, la r&#233;sistance contre l'occupation am&#233;ricaine &#233;tait consid&#233;rable d&#232;s le d&#233;part. L'organisation Jama'at al-Tawhid wal-Jihad (&#171; Parti pour le monoth&#233;isme et le jihad &#187;), men&#233;e par Abou Moussab al-Zarqaoui, &#233;tait une force centrale dans la gu&#233;rilla contre le nouveau pouvoir &#224; Bagdad. En automne 2004, il a pr&#234;t&#233; all&#233;geance &#224; Al-Qa&#239;da et son organisation est devenue sa succursale en Irak. Le nom fut chang&#233; en Tanzim al-Qa&#239;dat al-Jihad fi Bilad al-Rafidayn (&#171; Organisation de base du jihad en M&#233;sopotamie &#187;), commun&#233;ment appel&#233;e Al-Qa&#239;da en Irak. Le groupe devint en 2007 l'&#201;tat islamique en Irak. En 2013, le rapport toujours tendu finit par se rompre et l'&#201;tat islamique en Irak et au Levant a &#233;t&#233; cr&#233;&#233;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Doc Sportello, &#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une (...)&#034; id=&#034;nh3-137&#034;&gt;137&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Ce dernier a proclam&#233; un califat mondial en 2014 et s'est appel&#233; d&#233;sormais, pour souligner cette pr&#233;tention universelle, simplement &#201;tat islamique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Sur les th&#232;ses&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ceci sur la v&#233;ritable racine historique de l'EI, abordons maintenant les th&#232;ses. C'est un lieu commun dans les d&#233;bats marxistes de d&#233;finir une chose d&#233;sagr&#233;able quelconque comme &#171; un ph&#233;nom&#232;ne de la crise capitaliste &#187; et La Banda Vaga a c&#233;d&#233; &#224; cette tentation. Le lien entre la crise &#233;conomique globale et la mont&#233;e des Fr&#232;res musulmans devrait toutefois &#234;tre prouv&#233;. Comme mentionn&#233; ci-dessus, l'essor de l'islamisme est plut&#244;t li&#233; &#224; la concurrence de diff&#233;rentes factions bourgeoises dans la lutte contre la colonisation britannique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant les ann&#233;es 1970, La Banda Vaga oublie que la crise p&#233;troli&#232;re n'en fut pas une pour les pays exportant du p&#233;trole comme l'Iran et l'Arabie saoudite. Comme d&#233;j&#224; mentionn&#233; plus haut, cette crise et ainsi le d&#233;but de la restructuration sont certainement li&#233;s &#224; l'expansion de l'islamisme, mais ce lien consiste en la propagation saoudienne de l'id&#233;ologie et en le d&#233;but du d&#233;clin du mouvement ouvrier qui a enfin permis aux islamistes de recruter &#171; la jeunesse urbaine pauvre &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 15.&#034; id=&#034;nh3-138&#034;&gt;138&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; et non pas &#224; une loi historique insinu&#233;e par La Banda Vaga selon laquelle le capital s&#233;cr&#233;terait m&#233;caniquement une dose d'islamisme lors de chaque crise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ainsi, l'expos&#233; sur l'antis&#233;mitisme &#8211; qui est bien s&#251;r pr&#233;sent dans le discours islamiste &#8211; ne peut &#234;tre consid&#233;r&#233; comme r&#233;solu par une allusion h&#226;tive &#224; Bernard Lewis. Tout d'abord, il est tr&#232;s &#233;tonnant qu'un groupe communiste se r&#233;f&#232;re &#224; cet auteur hautement controvers&#233;. Tout en ayant &#233;t&#233; marxiste au d&#233;but de sa carri&#232;re, il &#233;tait en 1986, quand le livre &lt;i&gt;S&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&#233;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;mites &lt;/i&gt;&lt;i&gt;et&lt;/i&gt;&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;i&gt;a&lt;/i&gt;&lt;i&gt;ntis&lt;/i&gt;&lt;i&gt;&#233;&lt;/i&gt;&lt;i&gt;mites&lt;/i&gt; a paru, un propagandiste &#233;tabli des n&#233;oconservateurs am&#233;ricains. L'allusion au dogme antideutsch de l'&#171; antis&#233;mitisme en tant qu'article d'exportation europ&#233;en &#187; ne sert d'explication ni &#224; l'&#233;gard des contextes historiques, ni d'un point de vue d'une approche mat&#233;rialiste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#234;me Lewis lui-m&#234;me avance une raison mat&#233;rialiste pour la traduction des premiers textes : &#171; Les minorit&#233;s chr&#233;tiennes avaient de bonnes raisons de s'opposer aux Juifs, leurs concurrents directs sur le plan &#233;conomique ; d'ailleurs, les manifestations antijuives s'accompagnaient invariablement d'appels au boycott. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, S&#233;mites et antis&#233;mites, Paris, Fayard, 1987 [1986], p. 167.&#034; id=&#034;nh3-139&#034;&gt;139&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Bien s&#251;r, la bourgeoisie ne cherchera pas la &#171; faute &#224; toute la mis&#232;re &#187; dans les rapports de production, ne serait-ce que parce que ceux-ci lui apportent tout sauf la mis&#232;re. En outre, ces traductions doivent sans doute aussi &#234;tre vues dans le contexte de la premi&#232;re vague d'&#233;migration sioniste en direction de la Palestine ottomane, ainsi que dans celui de la th&#233;orisation du sionisme qui l'accompagne et commence avec elle, celle-ci est &#8211; dans le cas notamment de Herzl &#8211; tr&#232;s inspir&#233;e par le nationalisme allemand.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il n'y a m&#234;me pas besoin de mentionner que Lewis &#233;tait au d&#233;but des ann&#233;es 2000 l'un des propagandistes les plus z&#233;l&#233;s pour l'invasion am&#233;ricaine de l'Irak. Dans l'ouvrage cit&#233;, on trouve tout autant des propos extr&#234;mement douteux qui ne peuvent &#234;tre expliqu&#233;s que par le contexte g&#233;opolitique de l'&#233;poque. Ainsi, il pr&#233;tend par exemple que le kurde ne serait pas une langue et qu'il n'y aurait pas de litt&#233;rature kurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 56. Les traductrices ont d&#251; &#233;prouver une certaine g&#234;ne face (...)&#034; id=&#034;nh3-140&#034;&gt;140&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'explication pour cette affirmation &#8211; &#233;videmment fausse &#8211; doit &#234;tre cherch&#233;e dans le contexte d'une activit&#233; et d'une propagande fortes de la part du PKK dans les ann&#233;es 1980 et dans le fait que pour Lewis, la Turquie &#233;tait &#8211; &#224; c&#244;t&#233; d'Isra&#235;l &#8211; le partenaire le plus fiable de l'Occident dans le Moyen-Orient et qu'elle devait donc &#234;tre soutenue contre les vell&#233;it&#233;s ind&#233;pendantistes des Kurdes. Pour la m&#234;me raison, il r&#233;p&#232;te dans cet ouvrage sa th&#232;se inou&#239;e qu'il n'y aurait jamais eu de g&#233;nocide commis &#224; l'&#233;gard des Arm&#233;niens, ce furent tout simplement des &#171; souffrances [&#8230;] terribles &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 21.&#034; id=&#034;nh3-141&#034;&gt;141&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &#192; la langue berb&#232;re, il d&#233;nie aussi toute scripturalit&#233; et tradition litt&#233;raire&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 56.&#034; id=&#034;nh3-142&#034;&gt;142&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ce qui n'est pas moins erron&#233; que la rel&#233;gation du kurde dans les sph&#232;res moins civilis&#233;es. Dans ce cas aussi, la d&#233;fense implicite de la politique d'arabisation du pr&#233;sident alg&#233;rien de l'&#233;poque et ami de l'Occident Chadli Bendjedid en guise de r&#233;action au Printemps berb&#232;re en 1980 est tout sauf une co&#239;ncidence.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour son adversaire &#233;pique Edward Sa&#239;d, Lewis est l'un des repr&#233;sentants principaux de l'orientalisme, c'est-&#224;-dire la recherche qui, selon Sa&#239;d, sert aux int&#233;r&#234;ts imp&#233;rialistes occidentaux en tentant d'analyser un Orient construit par l'intellectuel occidental. Son analyse est consid&#233;rablement influenc&#233;e par Michel Foucault et elle montre les m&#234;mes limites, tout discours est pos&#233; comme construit tout en reprochant au &#171; discours orientaliste &#187; qu'il ne parlerait pas de l'&#171; Orient r&#233;el &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Sa&#239;d, L'Orientalisme. L'Orient cr&#233;e par l'Occident, Paris, (...)&#034; id=&#034;nh3-143&#034;&gt;143&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sa&#239;d et Lewis se men&#232;rent d'une certaine mani&#232;re une guerre de procuration entre la Palestine et Isra&#235;l entre les murs de l'acad&#233;mie anglosaxonne, mais leur point de vue culturaliste emp&#234;chait les deux de saisir le mode de production capitaliste en tant que tel. L'&#171; h&#233;g&#233;monie [europ&#233;enne] &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., p. 170.&#034; id=&#034;nh3-144&#034;&gt;144&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; chez Lewis trouve son &#233;cho dans &#171; la force du discours culturel occidental &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Edward W. Sa&#239;d, op. cit., p. 38.&#034; id=&#034;nh3-145&#034;&gt;145&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; chez Sa&#239;d. Les deux m&#233;connaissent l'exploration du march&#233; mondial par le capital en tant que base mat&#233;rielle de la pr&#233;tendue sup&#233;riorit&#233; culturelle de l'Occident.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pour cette raison pr&#233;cis&#233;ment, il est probl&#233;matique d'avoir recours &#224; Lewis pour &#233;tiqueter l'islamisme comme antis&#233;mite. Pour lui, l'antis&#233;mitisme est un &#171; virus &#187; qui &#171; [s'est] r&#233;pandu dans ses veines [de l'islam] &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bernard Lewis, op. cit., p. 339.&#034; id=&#034;nh3-146&#034;&gt;146&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, la culture, donc, en tant que corps sain et homog&#232;ne, menac&#233; par des maladies, un point de vue qui, en principe, ne devrait pas &#234;tre celui des communistes. L'antis&#233;mitisme islamiste n'est pas un &#171; article d'exportation &#187;, mais se manifeste dans la plupart des cas dans le contexte du soutien des vell&#233;it&#233;s nationalistes de la bourgeoisie palestinienne. L'hostilit&#233; islamiste envers les Juifs ne s'articule ni sur une base raciste, ni sur une base culturaliste, les Juifs sont tout simplement des m&#233;cr&#233;ants et sont ha&#239;s pour cette raison-l&#224;, tout comme les chr&#233;tiens, ils ont pourtant, comme ceux-ci, du moins th&#233;oriquement, en tant qu'&lt;i&gt;ahl-ul-kitab&lt;/i&gt;, &#171; gens du livre &#187;, la possibilit&#233; de payer la taxe de protection &lt;i&gt;jizya&lt;/i&gt; et de vivre de mani&#232;re indemne dans le califat, contrairement par exemple aux chiites consid&#233;r&#233;s comme des h&#233;r&#233;tiques ou aux Y&#233;zidis consid&#233;r&#233;s comme des adorateurs du diable, plac&#233;s bien plus bas dans la hi&#233;rarchie de l'EI et auxquels on accorde dans le meilleur des cas une vie en tant qu'esclaves.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Fin novembre 2015, une reproduction d'un texte de l'&#233;crivain fran&#231;ais jihadophile Marc-&#201;douard Nabe (connu aussi sous son pseudonyme litt&#233;raire Alain Zannini) parut m&#234;me dans la revue francophone de l'EI &lt;i&gt;Dar al-Islam.&lt;/i&gt; Il y attaque les th&#233;ories complotistes d'Alain Soral&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. &#171; L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l'ennemi &#187; in Dar al-Islam, n&#176; 7, (...)&#034; id=&#034;nh3-147&#034;&gt;147&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Les islamistes croient certainement aussi que des Juifs sont engag&#233;s dans de complots divers et vari&#233;s (dont les attaques jihadistes ne font bien &#233;videmment pas partie), mais cette croyance n'est pas un &#233;l&#233;ment surd&#233;terminant comme pour des nazis ou des sp&#233;cialistes des th&#233;ories complotistes comme Els&#228;sser, Soral ou Meyssan. Pour les islamistes, ce ne sont logiquement pas &#171; les rapports de production &#187; qui sont &#171; responsables de toute la mis&#232;re &#187;, mais ce ne sont pas des &#171; manipulateurs cach&#233;s &#187; non plus, simplement le fait que le monde restera d&#233;cadent tant qu'il ne sera pas r&#233;gi par un califat mondial et pieux. Les convertis d'origine juive sont d'ailleurs bienvenus chez l'EI, autant &lt;a href=&#034;https://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-5062641,00.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans le groupe Telegram&lt;/a&gt; que &lt;a href=&#034;https://www.timesofisrael.com/2-israeli-jews-converted-to-islam-joined-is-in-syria/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dans le califat m&#234;me&lt;/a&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. aussi Farhad Khosrokhavar, Le Nouveau Jihad en Occident, Paris, Robert (...)&#034; id=&#034;nh3-148&#034;&gt;148&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant les th&#232;ses 2 et 3, on est en revanche largement d'accord. Les deux ont malheureusement un angle mort, car elles ne sont pas capables d'expliquer pourquoi la &#171; jeunesse urbaine pauvre &#187; s'est tourn&#233;e vers l'islamisme &#224; partir des ann&#233;es 1970, mais pas avant. L'explication pour cela est le d&#233;but de la restructuration capitaliste et le d&#233;clin du mouvement ouvrier qui l'accompagne. Avant, ce segment de la population s'engageait majoritairement dans des mouvements panarabistes et/ou socialistes. La restructuration peut, selon Th&#233;orie communiste, &#234;tre r&#233;sum&#233; de mani&#232;re suivante : &#171; La restructuration comme d&#233;faite, &#224; la fin des ann&#233;es 1960 et durant les ann&#233;es 1970, de tout ce cycle de luttes fond&#233; sur l'identit&#233; ouvri&#232;re a eu pour contenu la destruction de tout ce qui &#233;tait devenu une entrave &#224; la fluidit&#233; de l'autopr&#233;supposition du capital. On trouvait d'une part toutes les s&#233;parations, protections, sp&#233;cifications qui se dressaient face &#224; la baisse de la valeur de la force de travail, en ce qu'elles emp&#234;chaient que toute la classe ouvri&#232;re, mondialement, dans la continuit&#233; de son existence, de sa reproduction et de son &#233;largissement, doive faire face en tant que telle &#224; tout le capital. On trouvait d'autre part toutes les contraintes de la circulation, de la rotation, de l'accumulation, qui entravaient la transformation du surproduit en plus-value et capital additionnel. N'importe quel surproduit doit pouvoir trouver n'importe o&#249; son march&#233;, n'importe quelle plus-value doit pouvoir trouver n'importe o&#249; la possibilit&#233; d'op&#233;rer comme capital additionnel, c'est-&#224;-dire se transformer en moyens de production et force de travail, sans qu'une formalisation du cycle international (pays de l'Est, p&#233;riph&#233;rie) ne pr&#233;d&#233;termine cette transformation. Le capital financier a &#233;t&#233; le ma&#238;tre d'&#339;uvre de cette restructuration. Avec la restructuration achev&#233;e dans les ann&#233;es 1980, la production de plus-value et la reproduction des conditions de cette production co&#239;ncident. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; C'est au pr&#233;sent que nous parlons de la communisation &#187;.&#034; id=&#034;nh3-149&#034;&gt;149&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ce fait est certainement une &#171; d&#233;faite de la gauche &#187;, mais il est bien plus que cela, il a avant tout des r&#233;percussions importantes sur le &#171; soi-disant sous-d&#233;veloppement de vastes r&#233;gions du Sud politique &#187;. &#192; la fin de la deuxi&#232;me th&#232;se, l'islam politique est r&#233;duit &#224; un tour de passe-passe des classes dominantes dans les pays respectives : &#171; Face &#224; cette d&#233;sint&#233;gration structurelle notamment, beaucoup d'&#201;tats du Proche-Orient d&#233;couvrent l'islam en tant que force int&#233;gratrice pour couvrir les probl&#232;mes sociaux de mani&#232;re id&#233;ologique &#224; d&#233;faut de les r&#233;soudre. &#187; L'id&#233;ologie est bien plus que de l'escroquerie discursive, &#171; toute id&#233;ologie a comme fonction (qui la d&#233;finit) de &#8216;constituer' des individus concrets en sujets &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Louis Althusser, &#171; Id&#233;ologie et appareils id&#233;ologiques d'&#201;tat &#187; in (...)&#034; id=&#034;nh3-150&#034;&gt;150&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. L'&#171; &#232;re islamiste &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, op. cit., p. 11.&#034; id=&#034;nh3-151&#034;&gt;151&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, qui commen&#231;a en 1973, s'explique aussi par le fait que des r&#233;gimes nationalistes en crise utilis&#232;rent les islamistes en train de monter en puissance comme force r&#233;pressive auxiliaire contre la gauche&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 67-68.&#034; id=&#034;nh3-152&#034;&gt;152&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. La r&#233;orientation id&#233;ologique sur les d&#233;combres du nass&#233;risme et la mont&#233;e en puissance de l'islamisme dans tout le monde musulman, d&#233;crites de mani&#232;re d&#233;taill&#233;e dans l'ouvrage de Kepel, ne peuvent pas &#234;tre r&#233;duites &#224; une &#171; manipulation des masses &#187;, elles inaugurent une nouvelle &#232;re.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette nouvelle &#232;re, cette &#171; d&#233;faite de la gauche &#187;, diagnostiqu&#233;e par La Banda Vaga, est le d&#233;but de la restructuration qui co&#239;ncide avec celui de l'&#171; &#232;re islamiste &#187; de Kepel. La crise p&#233;troli&#232;re fournit les revenus n&#233;cessaires &#224; l'Arabie saoudite et la rendit possible. La restructuration ouvrit le d&#233;clin du mouvement ouvrier et les promesses de salut industriel des r&#233;gimes nationalistes divers et vari&#233;s &#233;taient maintenant d&#233;finitivement per&#231;ues comme des illusions. Ce d&#233;veloppement est r&#233;sum&#233; dans la th&#232;se 4. Concernant le recyclage du discours anti-imp&#233;rialiste, on est &#233;galement d'accord : &#171; Produit d'une modernisation rat&#233;e et du d&#233;clin du nationalisme panarabe, il [l'islamisme] r&#233;cup&#232;re pourtant l'anti-imp&#233;rialisme de ce dernier dans une forme religieuse, l'oumma consid&#233;r&#233;e comme assi&#233;g&#233;e par les imp&#233;rialistes m&#233;cr&#233;ants. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-153&#034;&gt;153&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Mais l'&#171; espoir &#233;mancipateur &#187; du socialisme est &#224; relativiser : en tant qu'affirmation de la classe ouvri&#232;re port&#233;e par le programmatisme, une telle perspective est devenue obsol&#232;te.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 5, La Banda Vaga d&#233;crit l'&#171; islamisme &#187; comme un &#171; projet patriarcal &#187;. Or, il s'agit plut&#244;t d'une forme moderne de domination masculine. Un &#171; patriarche &#187; est un chef de tribu. La notion de &#171; patriarcat &#187; peut &#233;ventuellement &#234;tre une description ad&#233;quate pour la domination masculine dans les zones tribales pachtounes contr&#244;l&#233;es par les talibans ou des villages contr&#244;l&#233;s par Al-Shabab dans l'arri&#232;re-pays somalien, mais certainement pas concernant l'EI et l'Iran non plus, les deux sont des produits de la modernit&#233;. Olivier Roy souligna d&#233;j&#224; en 1992 la diff&#233;rence entre l'image de la femme dans l'islam traditionnel et dans l'islamisme : &#171; La question de la femme [&#8230;] est un des points de rupture de l'islamisme avec le fondamentalisme traditionaliste. Les islamistes tiennent le r&#244;le de la femme pour essentiel dans l'&#233;ducation et la soci&#233;t&#233;. Ils voient en elle une personne et non plus seulement un instrument de jouissance ou de reproduction. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, op. cit., p. 82.&#034; id=&#034;nh3-154&#034;&gt;154&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Une fois de plus, l'Iran est un tr&#232;s mauvais exemple pour documenter cette th&#232;se. M&#234;me si les femmes en Iran sont discrimin&#233;es dans plusieurs domaines sociaux, elles ne sont pas exclues compl&#232;tement de la sph&#232;re publique comme dans des r&#233;gimes islamistes plus traditionalistes, par exemple en Arabie saoudite ou sous les talibans.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;La m&#234;me chose est valable pour le r&#233;gime de l'EI. Concernant le r&#244;le des femmes dans l'EI, le sociologue Farhad Khosrokhavar constate &#224; juste titre un changement de paradigme : &#171; Avant l'av&#232;nement de Daesh en 2014, les femmes impliqu&#233;es dans le jihad en Europe &#233;taient fort peu nombreuses. [&#8230;] De 2013 &#224; 2015, on assiste &#224; un accroissement significatif du nombre de femmes impliqu&#233;es dans le jihadisme : elles sont plus de 500 (10%) sur les quelque 5'000 personnes ayant quitt&#233; les pays occidentaux pour la Syrie. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Farhad Khosrokhavar, op. cit., p. 127.&#034; id=&#034;nh3-155&#034;&gt;155&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Des femmes form&#232;rent dans le califat une brigade sp&#233;cifique de la police des m&#339;urs, elles se battirent parfois au front ou commirent des attentats, des activit&#233;s que, disons, un partisan pachtoune des talibans trouverait extr&#234;mement inadapt&#233;es pour des femmes. La remarque quelque peu paternaliste de La Banda Vaga que les femmes &#171; n'ont somme toute rien &#224; gagner dans ce syst&#232;me &#187; est sans doute vraie, il n'y a pourtant pas grand-chose &#224; gagner dans ce monde de toute mani&#232;re, encore moins en tant que femme, voire en tant que femme prol&#233;taire.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Si c'&#233;tait vrai que ces femmes, comme le pr&#233;tend La Banda Vaga, ne se joignaient &#224; l'EI que parce qu'&#171; elles profitent &#224; tout le moins psychiquement de la promesse d'ordre de l'islamisme qui leur donne une place fixe dans l'ordre du monde et ainsi de l'orientation &#187;, il faut se demander pourquoi tellement peu de femmes s'&#233;taient jointes aux groupes jihadistes avant. Il est plus probable que la vie dans le califat repr&#233;sent&#226;t pour la plupart de ces femmes une perspective &#233;mancipatrice compar&#233;e &#224; celle chez des parents conservateurs, m&#234;me si un tel fait ne peut &#234;tre admis qu'&#224; contrec&#339;ur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les tentatives d'explication psychanalytiques avanc&#233;es par La Banda Vaga n'expliquent en r&#233;alit&#233; pas grand-chose, la comparaison subtile avec le nazisme dans l'allusion aux &#171; fantasm&#226;lgories &#187; de Theweleit encore moins. La pathologisation n'est pas une explication. Dans le paragraphe sur les femmes recrues, on croit apercevoir entre les lignes une sorte de regret que &#171; nous &#187; n'ayons pas r&#233;ussi &#224; les recruter avant car il y aurait chez &#171; nous &#187; pr&#233;tendument bien plus &#171; &#224; gagner &#187;. Les &#171; droits des femmes &#187; ne sont, m&#234;me s'ils sont &#171; en place &#187;, pas accessibles aux femmes prol&#233;taires dans la plupart des cas, tout comme la sph&#232;re publique. Le r&#233;seau de la RAWA en Afghanistan sous les talibans est par exemple simplement devenu plus clandestin, il n'&#233;tait d&#233;j&#224; pas particuli&#232;rement public auparavant. La situation des femmes dans des r&#233;gimes islamistes n'est pas bas&#233;e sur des &#171; fantasm&#226;lgories &#187;, mais des directives &lt;i&gt;id&#233;ologiques&lt;/i&gt; dans des habits th&#233;ologiques (coran, hadiths, charia, interpr&#233;t&#233;s d'une &lt;i&gt;certaine&lt;/i&gt; mani&#232;re), et les &#171; fantasm&#226;lgories &#187; peuvent aussi tr&#232;s bien se r&#233;aliser dans des r&#233;gimes la&#239;cs. Ainsi, ce fut par exemple en &#201;gypte en 2011 le pr&#233;sident actuel al-Sisi qui revendiqua avec beaucoup de z&#232;le la mise en place de &#171; tests de virginit&#233; &#187; pour les manifestantes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Concernant la th&#232;se 6, on pourrait difficilement affirmer le contraire, mais comment le Printemps arabe aurait-il d&#251; &#233;viter son &#171; &#233;chec &#187; ? Seule une r&#233;volution communiste mondiale nous aurait enfin permis de parler d'un Printemps arabe &#171; couronn&#233; de succ&#232;s &#187;. En outre, les contestations n'&#233;taient pas d'abord &#171; explicitement la&#239;ques respectivement sociales &#187; et apr&#232;s leur &#171; &#233;chec &#187;, les islamistes auraient surgi de nulle part. En Tunisie, des &#233;picentres des contestations comme Sfax, Kasserine ou Ben Guerdane sont consid&#233;r&#233;s comme des bastions islamistes et cela avait d&#233;j&#224; &#233;t&#233; le cas avant 2010. Le fait que les Fr&#232;res musulmans durent interdire &#224; leurs membres en &#201;gypte de participer aux contestations indique que la base y participait sans doute avec beaucoup d'enthousiasme, on peut supposer qu'ils le firent plut&#244;t pour d&#233;fendre leurs int&#233;r&#234;ts de classe &#233;l&#233;mentaires, par opposition &#224; des islamistes plus radicaux, comme les partisans de l'EI, qui y particip&#232;rent probablement davantage dans une optique de d&#233;stabilisation du pouvoir d'&#201;tat. Ce que Th&#233;orie communiste &#233;crit sur l'interclassisme des Gilets jaunes est aussi valable pour le Printemps arabe : &#171; La question est celle du niveau de vie, des revenus. Mais cette question ne demeure pas une question &#233;conomique, elle devient imm&#233;diatement politique. Les taxes, les imp&#244;ts, c'est L'&#201;tat. C'est dans cette imm&#233;diate mutation de l'&#233;conomie en politique que l'interclassisme trouve sa forme qui le d&#233;finit et le conforte. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; Note sur le mouvement des gilets jaunes &#187;, novembre 2018.&#034; id=&#034;nh3-156&#034;&gt;156&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 7, La Banda Vaga d&#233;crit l'&#171; islamisme comme un moyen d'une politique de force imp&#233;rialiste &#187;, ce qu'il peut &#234;tre, bien &#233;videmment, sans l'&#234;tre n&#233;cessairement dans tous les cas. Tandis que dans le cas d'Al-Qa&#239;da, il existe un lien vague avec la &#171; communaut&#233; d'&#201;tats &#187; &#224; travers le bureau des talibans &#224; Doha, on ne pourrait pas dire la m&#234;me chose de l'EI. Malgr&#233; un soutien turc ponctuel, on ne peut pas parler d'une &#171; alliance &#187;, comme d&#233;j&#224; &#233;voqu&#233; dans un texte plus ancien : &#171; Certes, des convois d'armes depuis la Turquie arrivent sans aucun doute tr&#232;s r&#233;guli&#232;rement en Syrie, &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;comme celui qui avait caus&#233; un scandale il y a quelques ann&#233;es&lt;/a&gt;. Il est probable que l'&#201;tat islamique soit vu par l'appareil militaire turc comme un moindre mal compar&#233; au PYD. Cela ne suffit toutefois pas pour parler d'une &#8216;alliance', les v&#233;ritables alli&#233;s de la Turquie sont plut&#244;t des groupes islamistes plus mod&#233;r&#233;s comme le Jabhat Tahrir Souriya. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Doc Sportello, op. cit.&#034; id=&#034;nh3-157&#034;&gt;157&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le parquet diplomatique de l'EI est la p&#232;gre criminelle et il y entretient bel et bien des relations, par exemple &lt;a href=&#034;https://theglobalamericans.org/2017/09/gangs-guns-drugs-islamic-foreign-fighters-security-challenges-trinidad-tobago/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avec des gangs de rue islamistes &#224; Trinit&#233;-et-Tobago servant d'agences de recrutement&lt;/a&gt; ou &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/the-mafia-runs-guns-for-isis-in-europe&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avec la Camorra&lt;/a&gt;. Il n'y a, donc, probablement point de co&#239;ncidence dans le fait que les attaquants de Paris en 2015 &lt;a href=&#034;https://www.ilmattino.it/napoli/cronaca/napoli_sgominata_gang_permessi_soggiorno_soldi_napoli_terroristi_parigi-4510321.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;se fussent procur&#233; leurs faux documents via Naples&lt;/a&gt;. Cette p&#232;gre criminelle fait bien s&#251;r aussi partie &#171; de la politique imp&#233;rialiste et des dynamiques de concurrence entre &#201;tats &#187;, mais il n'est pas toujours facile de savoir de quelle mani&#232;re pr&#233;cise. On suppose aussi fr&#233;quemment que &lt;a href=&#034;https://www.thedailybeast.com/is-the-mafia-saving-italy-from-isis-or-just-profiting-from-them&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;cette &lt;i&gt;pax mafiosa&lt;/i&gt; est la raison principale pourquoi il n'y a jamais eu d'attaque jihadiste en Italie&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dans la th&#232;se 8, La Banda Vaga arrive &#224; la conclusion suivante : &#171; Qui mise son espoir dans la lutte contre l'islamisme sur l'Occident &#233;clair&#233;, semble souffrir dans le meilleur des cas de myopie historique. &#187; On partage bien s&#251;r cet avis, comme celui exprim&#233; dans la th&#232;se suivante : &#171; Une minimisation de l'islamisme par peur de renforcer et de promouvoir le racisme antimusulman en Occident est dans ce contexte tout aussi inappropri&#233;e que la transfiguration &#8216;anti-imp&#233;rialiste' de l'islamisme en mouvement anticapitaliste comme on peut la rencontrer ne serait-ce que dans une partie de la gauche jusqu'&#224; aujourd'hui. &#187; On est tout aussi d'accord concernant la condamnation d'un &#171; front populaire contre l'islamisme &#187;, mais dans le capitalisme restructur&#233;, l'&#232;re des fronts populaires est derri&#232;re nous de toute mani&#232;re. C'est dommage que la comparaison avec le nazisme apparaisse de nouveau en filigrane, tout comme dans la remarque suivante : &#171; Qui ne veut pas entendre parler du capitalisme devrait aussi se taire sur l'islamisme. &#187; Il faudrait laisser les consid&#233;rations puisant dans la th&#233;orie de l'extr&#233;misme &#224; la bourgeoisie, car elles sont aussi un &#171; abandon de nos propres positions &#187;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En r&#233;sum&#233;, on peut dire qu'on est d'accord sur un certain nombre de points. En outre des diff&#233;rences m&#233;thodologiques, nous sommes en d&#233;saccord sur l'analyse de l'antis&#233;mitisme, du r&#244;le de l'Iran, de la situation des femmes et, plus g&#233;n&#233;ralement, sur le plan taxonomique. Comme soulign&#233; plus haut, La Banda Vaga a tendance &#224; comparer des pommes avec des poires et &#224; ne pas distinguer entre des orientations plut&#244;t politiques ou jihadistes de l'islamisme. En plus, le salafisme qui&#233;tiste, apolitique, faisant aussi partie de la cat&#233;gorie &#171; islamisme &#187;, n'est m&#234;me pas mentionn&#233;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Les diff&#233;rences entre l'Iran, les Fr&#232;res musulmans et l'EI sont beaucoup plus grandes que l'on pourrait le croire lors de la lecture des th&#232;ses, il serait donc plus raisonnable d'analyser ces ph&#233;nom&#232;nes de mani&#232;re s&#233;par&#233;e. Autant la R&#233;publique islamique que les Fr&#232;res musulmans sont des reliquats de la modernit&#233;. Et l'EI ne repr&#233;sente pas le &#171; type id&#233;al d'islamisme &#187; (une historiographie mat&#233;rialiste ne conna&#238;t pas de &#171; type id&#233;al &#187;), simplement un islamisme jihadiste &#224; la hauteur de son &#233;poque, se fondant dans la p&#232;gre criminelle en tant que produit du capitalisme restructur&#233;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Que faire ? &#171; Le communisme ou la barbarie &#187;, c'est effectivement l'alternative. Seulement quand le dernier dinar-or aura &#233;t&#233; communis&#233;, on n'aura plus besoin d'&#233;crire ce genre de textes. Voici comment Th&#233;orie communiste d&#233;crit le rapport de l'islamisme &#224; la mondialisation : &#171; Elle [l'opposition islamiste] n'est pas sa contradiction mais son ombre. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie communiste, (...)&#034; id=&#034;nh3-158&#034;&gt;158&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Qui veut se battre contre un ombre, se battrait aussi contre des moulins &#224; vent, les deux combats sont peu prometteurs. Et malheureusement, il faut partir du principe que le capital ne fera pas la m&#234;me erreur que Peter Schlemihl.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juin 2019&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Emin Poljarevic, &#034;Islamism&#034; in &lt;i&gt;The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics. Oxford Islamic Studies Online&lt;/i&gt;, 2015, S. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2015 [1992], S. 252.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 286.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2004 [2000], S. 42. Bedauernswert ist die ungenaue &#220;bersetzung in dieser Passage. Gem&#228;ss der franz&#246;sischen Version &#8222;wollte er&#8220; nicht nur &#8222;eine kulturelle Revolution ansto&#223;en&#8220;, sondern hat eine Kulturrevolution ausgel&#246;st (die Anspielung auf die chinesische Kulturrevolution ist, dar&#252;ber hinaus, aus der Feder des ehemaligen Trotzkisten Kepel ziemlich sicher gewollt), siehe Gilles Kepel, &lt;i&gt;Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2000, S. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 94-95.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, S. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, S. 119. Siehe insbesondere das Unterkapitel &#8222;Le coup d&#8216;&#201;tat communiste vu par Moscou&#8220;, S. 118-120, die &#220;bersetzung eines Auszugs der Memoiren des damaligen sowjetischen Vize-Aussenministers Georgi Kornienko.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 98-108.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 174.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 141. Am 10. gem&#228;ss Rodric Braithwaite, siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, London, Profile Books, 2011, S. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Falls nicht anders angegeben, stammen alle Angaben zu Wilson aus George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, 2003. Das Buch ist 2007 sogar mit Tom Hanks in der Rolle von Wilson, Julia Roberts in jener von Joanne Hering und Philip Seymour Hoffman in jener von Gust Avrakotos verfilmt worden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 473.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 173-176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 164. Das gleiche gilt &lt;a href=&#034;https://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/resource-documents/12269.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;heute in vielen Regionen in Bezug auf die Taliban&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 136-137.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, S. 201.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. ebd., S. 213.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Sarah E. Mendelson, &lt;i&gt;Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet Withdrawal from Afghanistan&lt;/i&gt;, Princeton, Princeton University Press, 1998, S. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, London/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990]. Der Titel der russischen Ausgabe lautet &lt;i&gt;&#1040;&#1092;&#1075;&#1072;&#1085;&#1080;&#1089;&#1090;&#1072;&#1085;. &#1045;&#1097;&#1105; &#1088;&#1072;&#1079; &#1087;&#1088;&#1086; &#1074;&#1086;&#1081;&#1085;&#1091;&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B. ebd., S. 258.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 35-36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 180-181.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;The Bear Trap. The Defeat of A Superpower&lt;/i&gt;, Barnsley, Leo Cooper, 2001 [1992], S. 135. Nat&#252;rlich vertritt er die Ansicht, dass der ISI damit nichts zu tun hatte und, so gut es ging, versuchte, den Schmuggel zu verhindern (siehe S. 108 z.B.).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 83.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 59.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 426-427.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 205.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 185.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 204.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 168-169.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 222-223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-39&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-39&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-39&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;39&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 231.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-40&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-40&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-40&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;40&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 601-602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-41&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-41&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-41&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;41&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-42&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-42&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-42&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;42&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 299.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-43&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-43&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-43&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;43&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 239.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-44&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-44&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-44&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;44&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-45&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-45&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-45&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;45&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 293.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-46&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-46&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-46&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;46&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd, S. 334, 349 und 351.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-47&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-47&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-47&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;47&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 331-332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-48&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-48&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-48&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;48&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-49&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-49&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-49&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;49&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 356.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-50&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-50&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-50&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;50&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 179-180.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-51&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-51&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-51&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;51&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 377.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-52&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-52&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-52&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;52&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 338.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-53&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-53&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-53&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;53&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 362-363.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-54&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-54&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-54&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;54&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-55&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-55&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-55&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;55&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 511-513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-56&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-56&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-56&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;56&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-57&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-57&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-57&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;57&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-58&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-58&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-58&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;58&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe den Text Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; eine Kritik&#8220;&lt;/a&gt; f&#252;r eine etwas ausf&#252;hrlichere Darstellung des Bruches zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat. Al-Zarqawi wird dort f&#228;lschlicherweise als ehemaliger Anf&#252;hrer von Ansar al-Islam bezeichnet, es handelt sich um eine Verwechslung, Ansar al-Islam ist eine haupts&#228;chlich im kurdischen Teil Iraks aktive Gruppe, die jedoch mit Zarqawis Koordination zusammenarbeitete, 2013 sich allerdings nicht seiner Fraktion anschloss.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-59&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-59&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-59&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;59&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gillel Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-60&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-60&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-60&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;60&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;&#8222;Treibt sie ins Meer!&#8220; Die Geschichte des Antisemitismus&lt;/i&gt;, Frankfurt a.M./Berlin, Ullstein, 1989 [1986], S. 156-157, deutsche Ausgabe von &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-61&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-61&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-61&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;61&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 50.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-62&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-62&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-62&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;62&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 19.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-63&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-63&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-63&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;63&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 50.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-64&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-64&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-64&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;64&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Said, &lt;i&gt;Orientalismus&lt;/i&gt;, Frankfurt a.M., S. Fischer, 2009 [1978], S. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-65&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-65&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-65&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;65&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 160.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-66&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-66&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-66&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;66&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Said, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-67&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-67&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-67&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;67&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 319.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-68&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-68&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-68&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;68&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l&#8216;ennemi&#8220; in &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, Nr. 7, 30. November 2015, S. 35-37.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-69&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-69&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-69&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;69&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe auch Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Le Nouveau Jihad en Occident&lt;/i&gt;, Paris, Robert Laffont, 2018, S. 526.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-70&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-70&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-70&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;70&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kommunisierung-im-Prasens&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-71&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-71&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-71&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;71&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Louis Althusser, &#8222;Ideologie und ideologische Staatsapparate&#8220; in &lt;i&gt;Ideologie und ideologische Staatsapparate. Aufs&#228;tze zur marxistischen Theorie&lt;/i&gt;, Hamburg, VSA, 1977, S. 140.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-72&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-72&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-72&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;72&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 28.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-73&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-73&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-73&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;73&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 92-93.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-74&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-74&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-74&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;74&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-75&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-75&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-75&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;75&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-76&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-76&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-76&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;76&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-77&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-77&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-77&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;77&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Anmerkung-zur&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Anmerkung zur Bewegung der Gelbwesten&#8220;&lt;/a&gt;, November 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-78&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-78&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-78&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;78&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-79&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-79&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-79&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;79&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-80&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-80&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-80&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;80&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Emin Poljarevic, &#171; Islamism &#187; in &lt;i&gt;The Oxford Encyclopedia of Islam and Politics. Oxford Islamic Studies Online&lt;/i&gt;, 2015, p. 2.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-81&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-81&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-81&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;81&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-82&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-82&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-82&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;82&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2015 [1992], p. 252.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-83&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-83&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-83&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;83&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 286.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-84&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-84&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-84&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;84&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Jihad. Expansion et d&#233;clin de l&#8216;islamisme&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2000, p. 24.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-85&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-85&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-85&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;85&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 69-70.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-86&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-86&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-86&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;86&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;Ghost Wars. The Secret History of the CIA, Afghanistan, and bin Laden, from the Soviet Invasion to September 10, 2001&lt;/i&gt;, New York, Penguin, 2004, p. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-87&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-87&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-87&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;87&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Assem Akram, &lt;i&gt;Histoire de la guerre d&#8216;Afghanistan&lt;/i&gt;, Paris, Balland, 1996, p. 119. Cf. particuli&#232;rement le sous-chapitre &#171; Le coup d&#8216;&#201;tat communiste vu par Moscou &#187;, p. 118-120, la traduction d'un extrait des m&#233;moires de Georgi Kornienko, vice-ministre sovi&#233;tique des Affaires &#233;trang&#232;res de l'&#233;poque.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-88&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-88&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-88&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;88&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 98-108.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-89&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-89&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-89&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;89&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 138.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-90&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-90&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-90&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;90&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 141. Le 10 selon Rodric Braithwaite, cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;Afgantsy. The Russians in Afghanistan 1979-89&lt;/i&gt;, Londres, Profile Books, 2011, p. 77.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-91&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-91&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-91&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;91&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Si rien d'autre n'est pr&#233;cis&#233;, toutes les informations sur Wilson proviennent de George Crile, &lt;i&gt;Charlie Wilson&#8216;s War. The Extraordinary Story of the Largest Covert Operation in History&lt;/i&gt;, New York, Atlantic Monthly Press, 2003. Le livre a m&#234;me &#233;t&#233; port&#233; &#224; l'&#233;cran en 2007 avec Tom Hanks dans le r&#244;le de Wilson, Julia Roberts dans celui de Joanne Hering et Philip Seymour Hoffman dans celui de Gust Avrakotos.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-92&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-92&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-92&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;92&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 473.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-93&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-93&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-93&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;93&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Assem Akram, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 173-176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-94&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-94&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-94&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;94&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 176.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-95&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-95&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-95&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;95&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 164. La m&#234;me chose est &lt;a href=&#034;https://www.odi.org/sites/odi.org.uk/files/resource-documents/12269.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;valable aujourd'hui dans beaucoup de r&#233;gions concernant les talibans&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-96&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-96&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-96&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;96&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 136-137.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-97&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-97&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-97&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;97&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Gregory Feifer, &lt;i&gt;The Great Gamble. The Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, New York, HarperCollins, 2009, p. 201.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-98&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-98&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-98&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;98&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. par exemple Gregory Feifer, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, p. 213.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-99&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-99&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-99&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;99&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Sarah E. Mendelson, &lt;i&gt;Changing Course. Ideas, Politics, and the Soviet Withdrawal from Afghanistan&lt;/i&gt;, Princeton, Princeton University Press, 1998, p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-100&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-100&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-100&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;100&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Artyom Borovik, &lt;i&gt;The Hidden War. A Russian Journalist&#8216;s Account of the Soviet War in Afghanistan&lt;/i&gt;, Londres/Boston, Faber and Faber, 1991 [1990]. Le titre de l'&#233;dition russe est &lt;i&gt;&#1040;&#1092;&#1075;&#1072;&#1085;&#1080;&#1089;&#1090;&#1072;&#1085;. &#1045;&#1097;&#1105; &#1088;&#1072;&#1079; &#1087;&#1088;&#1086; &#1074;&#1086;&#1081;&#1085;&#1091;&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-101&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-101&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-101&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;101&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 1.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-102&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-102&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-102&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;102&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-103&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-103&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-103&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;103&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-104&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-104&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-104&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;104&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 258.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-105&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-105&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-105&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;105&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 35-36.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-106&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-106&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-106&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;106&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 143-144.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-107&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-107&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-107&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;107&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;The Bear Trap. The Defeat of A Superpower&lt;/i&gt;, Barnsley, Leo Cooper, 2001 [1992], p. 135. Bien s&#251;r, il pr&#233;tend que l'ISI n'e&#251;t aucun rapport avec ces histoires et qu'il essay&#226;t tant bien que mal d'emp&#234;cher la contrebande (cf. par exemple p. 108).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-108&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-108&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-108&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;108&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mohammad Yousaf, Mark Adkin, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, p. 83.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-109&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-109&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-109&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;109&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 59.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-110&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-110&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-110&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;110&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. George Crile, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 426-427.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-111&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-111&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-111&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;111&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 205.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-112&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-112&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-112&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;112&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 185.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-113&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-113&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-113&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;113&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 155.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-114&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-114&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-114&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;114&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 204.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-115&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-115&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-115&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;115&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 156.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-116&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-116&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-116&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;116&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 168-169.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-117&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-117&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-117&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;117&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 222-223.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-118&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-118&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-118&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;118&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 231.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-119&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-119&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-119&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;119&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 601-602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-120&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-120&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-120&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;120&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 232.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-121&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-121&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-121&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;121&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Rodric Braithwaite, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 299.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-122&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-122&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-122&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;122&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 239.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-123&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-123&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-123&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;123&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-124&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-124&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-124&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;124&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 293.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-125&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-125&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-125&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;125&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 334, 349 et 351.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-126&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-126&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-126&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;126&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 331-332.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-127&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-127&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-127&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;127&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 275.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-128&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-128&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-128&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;128&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-129&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-129&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-129&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;129&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 142-143.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-130&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-130&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-130&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;130&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 377.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-131&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-131&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-131&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;131&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Steve Coll, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 338.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-132&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-132&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-132&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;132&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 362-363.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-133&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-133&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-133&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;133&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 413-415.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-134&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-134&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-134&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;134&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 511-513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-135&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-135&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-135&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;135&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 513.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-136&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-136&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-136&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;136&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 485.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-137&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-137&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-137&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;137&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Doc Sportello, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une critique&#8220;&lt;/a&gt;, pour une analyse un peu plus d&#233;taill&#233;e de la rupture entre Al-Qa&#239;da et l'&#201;tat islamique. Al-Zarqaoui y est d&#233;crit &#224; tort comme l'ancien leader d'Ansar al-Islam. Il s'agit d'une confusion, Ansar al-Islam est un groupe bas&#233; dans la partie kurde de l'Irak qui travailla pourtant avec la coordination d'al-Zarqaoui sans toutefois rejoindre sa faction en 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-138&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-138&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-138&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;138&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 15.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-139&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-139&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-139&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;139&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;S&#233;mites et antis&#233;mites&lt;/i&gt;, Paris, Fayard, 1987 [1986], p. 167.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-140&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-140&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-140&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;140&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 56. Les traductrices ont d&#251; &#233;prouver une certaine g&#234;ne face &#224; la phrase &#224; traduire, l'omission dans ce passage n'est donc sans doute ni une co&#239;ncidence, ni une v&#233;ritable erreur de traduction : &#171; Mais ces langues [le kurde et le berb&#232;re] comportent de nombreux dialectes non &#233;crits, sans qu'aucun ne soit pr&#233;dominant. &#187; Dans la version originale, le m&#233;pris de l'auteur est &#233;vident : &#171; But both consist of many dialects, without a standard language, and neither has a written litterature. &#187; (Bernard Lewis, &lt;i&gt;Semites and Antisemites&lt;/i&gt;, New York/Londres, Norton, 1987 [1986], p. 47.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-141&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-141&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-141&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;141&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Ibid&lt;/i&gt;., p. 21.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-142&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-142&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-142&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;142&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 56.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-143&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-143&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-143&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;143&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Sa&#239;d, &lt;i&gt;L'Orientalisme. L'Orient cr&#233;e par l'Occident&lt;/i&gt;, Paris, Seuil, 2005 [1978], p. 88-89.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-144&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-144&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-144&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;144&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 170.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-145&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-145&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-145&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;145&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Edward W. Sa&#239;d, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 38.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-146&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-146&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-146&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;146&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bernard Lewis, op. cit., p. 339.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-147&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-147&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-147&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;147&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &#171; L&#8216;&#201;tat islamique dans les mots de l'ennemi &#187; in &lt;i&gt;Dar al-Islam&lt;/i&gt;, n&#176; 7, 30 novembre 2015, p. 35-37.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-148&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-148&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-148&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;148&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. aussi Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;Le Nouveau Jihad en Occident&lt;/i&gt;, Paris, Robert Laffont, 2018, p. 526.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-149&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-149&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-149&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;149&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;http://dndf.org/?page_id=10005&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; C'est au pr&#233;sent que nous parlons de la communisation &#187;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-150&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-150&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-150&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;150&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Louis Althusser, &#171; Id&#233;ologie et appareils id&#233;ologiques d'&#201;tat &#187; in &lt;i&gt;Positions (1964-1975)&lt;/i&gt;, Paris, &#201;ditions sociales, 1976, p. 110.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-151&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-151&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-151&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;151&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 11.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-152&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-152&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-152&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;152&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. &lt;i&gt;ibid&lt;/i&gt;., p. 67-68.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-153&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-153&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-153&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;153&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-154&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-154&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-154&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;154&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-155&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-155&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-155&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;155&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Farhad Khosrokhavar, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., p. 127.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-156&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-156&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-156&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;156&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;http://web.archive.org/web/20210117155127/http://blogtc.communisation.net/?p=243&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Note sur le mouvement des gilets jaunes &#187;&lt;/a&gt;, novembre 2018.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-157&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-157&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-157&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;157&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Doc Sportello, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-158&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-158&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-158&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;158&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;, n&#176; 18, f&#233;vrier 2003, p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; eine Kritik</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Contre-l-Etat-islamique-contre-la</link>
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		<dc:subject>&#220;bersetzungen</dc:subject>
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		<dc:subject>Eigene Texte</dc:subject>
		<dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
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		<description>
&lt;p&gt;Version fran&#231;aise &lt;br class='autobr' /&gt;
Dieses kleine Buch von Mathieu P&#233;rez ist 2016 bei niet!&#233;ditions erschienen. Leider stellt der Verlag keine Informationen zum Autor zur Verf&#252;gung. Das Buch hat den Anspruch, &#8222;materialistisch&#8220; zu sein, doch die angek&#252;ndigte Zielsetzung ist zutiefst idealistisch: &#8222;Dieses kleine Buch will etwas zur Konstitution einer Bewegung beitragen, die sich in Frankreich dem Krieg entgegenstellen w&#252;rde, den Kriegen, welche Frankreich &#252;berall f&#252;hrt, wo es nur kann.&#8220; Der Ton ist gegeben. (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Theorie" rel="tag"&gt;Theorie&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Doc-Sportello" rel="tag"&gt;Doc Sportello&lt;/a&gt;, 
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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Afghanistan" rel="tag"&gt;Afghanistan&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Irak" rel="tag"&gt;Irak&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/contre_l_etat_islamique_contre_la_guerre-couv-625x1025.jpg?1689334134' class='spip_logo spip_logo_right' width='91' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
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&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://niet-editions.fr/catalogue/contre-letat-islamique-contre-la-guerre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Dieses kleine Buch von Mathieu P&#233;rez&lt;/a&gt; ist 2016 bei niet!&#233;ditions erschienen. Leider stellt der Verlag keine Informationen zum Autor zur Verf&#252;gung. Das Buch hat den Anspruch, &#8222;materialistisch&#8220; zu sein&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas (...)&#034; id=&#034;nh4-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, doch die angek&#252;ndigte Zielsetzung ist zutiefst idealistisch: &#8222;Dieses kleine Buch will etwas zur Konstitution einer Bewegung beitragen, die sich in Frankreich dem Krieg entgegenstellen w&#252;rde, &lt;i&gt;den Kriegen&lt;/i&gt;, welche Frankreich &#252;berall f&#252;hrt, wo es nur kann.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh4-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Der Ton ist gegeben. Der Autor beruft sich implizit auf die pazifistische Tradition der Arbeiterbewegung und m&#246;chte, dass seine Worte aufr&#252;tteln und die Aktivisten an ihre Pflicht erinnern, gegen den franz&#246;sischen Imperialismus zu protestieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Aspekt verdirbt einem ein bisschen den Spass bei der Lekt&#252;re dieses sonst eher n&#252;chternen und gut dokumentierten B&#252;chleins. Obwohl die vom Autor konsultierten Quellen in der Regel seri&#246;s sind, enth&#228;lt der Text jedoch trotzdem einige Fehler. Der Autor behauptet z.B., Nichtregierungsorganisationen seien vom Islamischen Staat &#8222;toleriert&#8220; worden, ohne diese zu erw&#228;hnen oder auch nur die geringste Quellenangabe zu liefern&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 42.&#034; id=&#034;nh4-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Gem&#228;ss dem Zeugenbericht eines Fl&#252;chtlings aus Deir ez-Zor ist ihr Verbot gar eine gezielte Strategie der Unterwerfung: &#8222;Als Daesh gekommen ist, sind alle Vereine verboten worden. Sie haben alles eingefroren. Alles konfisziert. Die Verarmung des Volkes war ihre Politik. Sie ist pr&#228;zis und methodisch. Unter Daesh ist es unm&#246;glich geworden, deine Familie zu ern&#228;hren, ohne den Treueeid zu schw&#246;ren. Die Bewohner der Stadt taten es aufgrund der Armut, weil sie nichts mehr hatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, (...)&#034; id=&#034;nh4-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vom t&#252;rkischen Pr&#228;sidenten Erdogan behauptet der Autor, &#8222;sein B&#252;ndnis mit dem Islamischen Staat&#8220; sei &#8222;eine bekannte Tatsache&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 102.&#034; id=&#034;nh4-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Realit&#228;t ist allerdings etwas komplexer. Waffenlieferungen aus der T&#252;rkei treffen freilich ziemlich regelm&#228;ssig in Syrien ein, wie z.B. &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;jene, welche vor ein paar Jahren einen Skandal ausgel&#246;st hatte&lt;/a&gt;. Es ist auch wahrscheinlich, dass der Islamische Staat vom t&#252;rkischen Milit&#228;rapparat als geringeres &#220;bel im Vergleich zur PYD betrachtet wird. Das reicht jedoch nicht, um von einem &#8222;B&#252;ndnis&#8220; zu sprechen, die wirklichen Verb&#252;ndeten der T&#252;rkei sind eher gem&#228;ssigtere islamistische Gruppen wie z.B. der Jabhat Tahrir Suriya.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Verh&#228;ltnis zwischen dem Islamischen Staat und der Nusrafront wird vom Autoren folgendermassen zusammengefasst: &#8222;Diese Gruppe [die Nusrafront] scheint am Anfang eine Art syrische Filiale des Islamischen Staates Irak zu sein, bevor sie autonom geworden ist und es im Juni 2013 zum Bruch kam, von da an berief sich die Nusrafront auf Al-Qaida.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 90-91.&#034; id=&#034;nh4-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Diese kurze Zusammenfassung enth&#228;lt mehrere Ungenauigkeiten. So war z.B. die Nusrafront nie &#8222;eine Art syrische Filiale des Islamischen Staates Irak&#8220;. Das war nur in al-Baghdadis Kopf so&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part (...)&#034; id=&#034;nh4-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36916606&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die Nusrafront hat sich dieser Fusion verweigert und als Reaktion auf diese &#196;usserungen offiziell Al-Qaida die Treue geschworen&lt;/a&gt;. All das geschah nicht im Juni 2013, sondern im April 2013. Im November 2013 gab al-Zawahiri al-Baghdadi die Anweisung, sich aus Syrien zur&#252;ckzuziehen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in (...)&#034; id=&#034;nh4-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, letzterer zeigte sich unwillig, was gleichbedeutend mit dem Bruch mit Al-Qaida war. Was danach geschah, ist allseits bekannt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu McDonalds begn&#252;gt sich Al-Qaida mit einer einzigen Filiale pro Land. Fusionsentscheidungen liegen nat&#252;rlich im Kompetenzbereich der F&#252;hrung, nicht in jenem eines regionalen Emirs. Das Verh&#228;ltnis zur irakischen Filiale war ohnehin schon ziemlich lange gespannt. Schon 2005 hatte &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/harmony-program/atiyahs-letter-to-zarqawi-original-language-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;al-Zawahiri al-Zarqawi einen Brief geschickt, um die Strategie der irakischen Filiale zu kritisieren&lt;/a&gt;, nur ein Jahr nachdem &lt;a href=&#034;https://jamestown.org/program/zarqawis-pledge-of-allegiance-to-al-qaeda-from-muasker-al-battar-issue-21-2/#.VBeNlOk9Jy0&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;dieser ihm die Treue geschworen hatte&lt;/a&gt;. Al-Zawahiri kritisierte v.a. dessen sektiererische und antischiitische Strategie. Doch aufgrund der Tatsache, dass die irakische Filiale auf dem Schlachtfeld im Kontext der amerikanischen Besatzung &#252;ber eine betr&#228;chtliche Feuerkraft verf&#252;gte, schien ein Bruch damals nicht in Frage zu kommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, der Gr&#252;nder dieser undisziplinierten Filiale, war eine spezielle Figur in der jihadistischen Galaxie. Die Anf&#252;hrer von Al-Qaida entstammen meistens der guten Gesellschaft, der Vater Bin Ladens war an der Spitze der Saudi Bin Ladin Group, der gr&#246;ssten Baufirma des Landes, und der gegenw&#228;rtige Anf&#252;hrer von Al-Qaida, al-Zawahiri, ist Arzt und der Sohn einer b&#252;rgerlichen Familie. Al-Zarqawi entstammt der Unterwelt. Er wurde 1966 in einer industriellen Vorstadt von Amman in eine verarmte pal&#228;stinensisch-jordanische Fl&#252;chtlingsfamilie geboren. In seiner Jugend machte er als Kleinkrimineller Karriere und Ende der 1980er Jahre entschied er sich, nach Afghanistan zu gehen. W&#228;hrend des B&#252;rgerkrieges nach dem Abzug der Russen k&#228;mpfte er in den Reihen von Gulbuddin Hekmatyar. Er kehrte 1993 nach Jordanien zur&#252;ck, wurde 1994 verhaftet und f&#252;nf Jahre sp&#228;ter, am 29. M&#228;rz 1999, dank einer k&#246;niglichen Amnestie auf freien Fuss gesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er kehrte daraufhin nach Afghanistan zur&#252;ck, um ein Trainingslager zu verwalten, das von Bin Laden finanziert wurde. Al-Zarqawi weigerte sich jedoch, ihm die Treue zu schw&#246;ren und sich Al-Qaida anzuschliessen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der (...)&#034; id=&#034;nh4-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Erst f&#252;nf Jahre sp&#228;ter, am 19. Oktober 2004, schwor er ihm &#246;ffentlich die Treue und seine Organisation Ansar al-Islam hiess von nun an Al-Qaida des Jihads in Mesopotamien, h&#228;ufig schlichtweg Al-Qaida im Irak genannt. In seinem Brief an al-Zawahiri, der seiner oben erw&#228;hnten Antwort voranging, wird die Strategie des Islamischen Staats in groben Z&#252;gen skizziert: &#8222;Wenn wir sie [die H&#228;retiker] mit einzelnen schmerzhaften Schl&#228;gen dazu bringen k&#246;nnten, in den Kampf einzusteigen, k&#246;nnten wir die Karten neu mischen. Der Regierungsrat wird dann n&#228;mlich keine Macht und keinen Einflu&#223; [sic!] mehr haben, ebensowenig [sic!] die Amerikaner, die ja &#8211; wie von uns erw&#252;nscht &#8211; gemeinsam mit den H&#228;retikern in den Kampf einsteigen werden. Zahlreiche sunnitische Regionen stellen sich dann &#8211; wohl oder &#252;bel &#8211; auf die Seite der Dschihad-K&#228;mpfer, die somit &#252;ber ein Territorium verf&#252;gen werden, von dem aus sie zu Operationen gegen die H&#228;retiker in deren Hochburgen starten k&#246;nnen, unterst&#252;tzt von einer einleuchtenden Propaganda.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, &#8222;Auz&#252;ge aus dem &#8218;Brief an Bin Laden und (...)&#034; id=&#034;nh4-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schon damals war al-Zawahiri skeptisch hinsichtlich der von al-Zarqawi vorgeschlagenen Strategie und er versuchte, es ihm auf diplomatische Art und Weise zu erkl&#228;ren: &#8222;Was [die Ignoranz der Massen &#252;ber den angeblich ketzerischen Charakter des Schiismus] erkl&#228;rt, weshalb viele unter jenen, welche euch lieben, sich fragen, wieso ihr die Schiiten angreift, eine Frage, die noch dringender wird, wenn ihr Moscheen angreift, umso mehr, wenn es sich um die Grabst&#228;tte des Imams Ali ibn Abi Talib (m&#246;ge Gott ihm gn&#228;dig sein!) handelt. Ich denke, dass, was immer du auch tun magst, um diesen Punkt zu erkl&#228;ren, es die einfachen Muslime nie akzeptieren und immer ablehnen werden.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi&#8220; in Gilles Kepel (et al., Hg.), (...)&#034; id=&#034;nh4-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Analyse dieser Periode ist unumg&#228;nglich, wenn man den Konflikt zwischen der Nusrafront und dem Islamischen Staat verstehen will.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Filiale wurde 2007 zum Islamischen Staat im Irak, nach dem Tod ihres Anf&#252;hrers Abu Omar al-Baghdadi wird er 2010 durch Abu Bakr al-Baghdadi ersetzt. P&#233;rez fasst diesen Kontext nur ganz kurz zusammen, obwohl er fundamental ist, um die wahrhaften ideologischen Differenzen zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat zu verstehen. Ausserdem ist der Konflikt auch von der sozialen Zusammensetzung des Jihadismus gepr&#228;gt: &#8222;Doch das Gef&#252;hl der unwiderstehlichen Expansion, das damals diese Ideologie und die Bewegungen, die sich darauf berufen, auszeichnet, ruht auf einem &#228;u&#223;erst br&#252;chigen gesellschaftlichen Fundament. Das B&#252;ndnis zwischen der armen st&#228;dtischen Jugend und der frommen Mittelschicht, das von den Intellektuellen, welche die islamistische Doktrin erarbeiten, verk&#252;ndet wird, widersteht den langwierigen Auseinandersetzungen mit den Machthabern nur schlecht. Diese bem&#252;hen sich mit wachsendem Erfolg, die beiden sozialen Gruppen innerhalb der Bewegung gegeneinander aufzuwiegeln, indem sie hinter ihrem gemeinsamen, aber vagen Willen, den islamischen Staat zu errichten und die Scharia zum Ma&#223;stab aller Dinge zu machen, die Gegenl&#228;ufigkeit ihrer konkreten Interessen aufdecken.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des (...)&#034; id=&#034;nh4-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die islamistische Bewegung wird von dieser Spannung &#252;berdeterminiert, sowohl innerhalb der verschiedenen Gruppen als auch zwischen ihnen: &#8222;Beide Gruppen fordern zwar die Anwendung der Scharia und die Errichtung eines islamischen Staates, verbinden damit aber unterschiedliche Vorstellungen. Die Jugendlichen geben dem einen sozialrevolution&#228;ren Inhalt, w&#228;hrend das B&#252;rgertum darin vor allem die Gelegenheit sieht, die herrschenden Eliten abzul&#246;sen, ohne die gesellschaftliche Ordnung anzutasten [&#8230;] Diese soziale Dualit&#228;t ist ein zentrales Merkmal der islamistischen Bewegungen &#8211; ja sie macht geradezu deren Wesen aus [&#8230;]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 88-89.&#034; id=&#034;nh4-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser interjihadistische Klassenkampf ist ein wesentlicher Faktor, um den Bruch zwischen Al-Qaida und dem Islamischen Staat zu verstehen, das konfliktreiche Verh&#228;ltnis zwischen der AIS und dem GIA w&#228;hrend dem B&#252;rgerkrieg in Algerien zwei Jahrzehnte zuvor wurde beispielsweise ebenfalls von dieser Spannung &#252;berdeterminiert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe ebd., S. 90.&#034; id=&#034;nh4-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl es sich nat&#252;rlich nicht um ein mechanistisches Gesetz handelt, muss man zwangsl&#228;ufig feststellen, dass der Islamische Staat in seinen R&#228;ngen mehr dem armen Proletariat oder der lohnabh&#228;ngigen Mittelklasse entstammende Anf&#252;hrer z&#228;hlt als Al-Qaida. Al-Qaida tendiert dazu, auf &#8222;den richtigen Zeitpunkt&#8220; zur Gr&#252;ndung des Kalifats warten zu wollen, seine Kriegsstrategen lesen Mao und Che Guevara, w&#228;hrend der IS eher dazu tendiert, Marighella zu lesen und das Kalifat &#8222;hier und jetzt&#8220; zu wollen. Ohne Kapital kein Kalifat, das ist offensichtlich, doch jenes des IS ist eher eine Frucht seiner Pl&#252;nderungswirtschaft als der Bourgeoisie in seinen R&#228;ngen. Und trotz dem Verlust eines betr&#228;chtlichen Teils seines Territoriums &lt;a href=&#034;https://foreignpolicy.com/2018/10/10/isiss-new-plans-to-get-rich-and-wreak-havoc/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;hat die Gruppe ihren Kriegsschatz offensichtlich nicht verloren&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Gegensatz zu dem, was P&#233;rez zu glauben scheint, beschr&#228;nkt sich die Ursache dieser jihadistischen Bewegungen also nicht auf die &#8222;franz&#246;sischen Kriege&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 97.&#034; id=&#034;nh4-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zumindest weiss er, wer angefangen hat: &#8222;Wir m&#252;ssen, im Fall, der uns besch&#228;ftigt, mit der Idee abschliessen, es sei Daesh gewesen, der angefangen, der Frankreich &#8218;den Krieg erkl&#228;rt&#8216; h&#228;tte, indem er Attentate auf dem franz&#246;sischen Territorium begangen hat. Das ist schlicht und einfach falsch: Die franz&#246;sische Armee bombardierte die Stellungen des Islamischen Staates, bevor dieser Verantwortung f&#252;r irgendein Attentat in Frankreich &#252;bernahm.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 109.&#034; id=&#034;nh4-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wenn man &#8222;de[n] Islamischen Staat&#8220; durch &#8222;die dawla&#8220; und &#8222;Frankreich&#8220; durch &#8222;die Ungl&#228;ubigen&#8220; ersetzt, k&#246;nnte der Abschnitt Wort f&#252;r Wort in einer Nummer von Dar al-islam enthalten sein, der antiimperialistische Diskurs des IS dreht sich um das genau gleiche Argument. Die Verurteilung des franz&#246;sischen Imperialismus verwandelt sich in eine implizite Rechtfertigung des jihadistischen Imperialismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man also einmal bei der Schlussfolgerung des Buches angekommen ist, ist man ein bisschen entt&#228;uscht, schliesslich stand sie schon im Titel. Eine weitergehende Analyse des jihadistischen Ph&#228;nomens und etwas mehr historische und geographische Kontextualisierung w&#228;ren weit interessanter gewesen als Ratschl&#228;ge an Aktivisten, die einen abstrakten Pazifismus proklamieren. Es ist gewiss nicht das schlechteste Buch zum Thema, in dieser Kategorie ist die Konkurrenz mit Nicolas H&#233;nin und Samuel Laurent nicht einfach auszuhebeln, aber auch bei weitem nicht das beste. Wenn man eine tiefgehende und n&#252;chterne Analyse sucht, ist man z.B. mit Werken von Jean-Pierre Luizard oder Myriam Benraad einiges besser bedient, sie sind weit wertvollere Informationsquellen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Perspektive, das Ph&#228;nomen von einem kommunistischen Standpunkt aus zu analysieren, bleibt noch viel Arbeit. Die Textreihe &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Kalifat-und-Barbarei-erster-Teil&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;&lt;/a&gt; (&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Teil 1 und 2 als Buch bei bahoe books&lt;/a&gt;) von Tristan Leoni ist ein guter Beginn, viele Punkte werden darin angesprochen und sie liefert eine brauchbare Analyse der Ideologie des Islamischen Staates und den geopolitischen Streitgegenst&#228;nden im Nahen Osten, auch &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Die-kurdische-Frage-ISIS-USA-und&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;die sehr pointierte Analyse von Il lato cattivo&lt;/a&gt; ist ein wichtiger theoretischer Beitrag. Dieser &#8222;entnationalisierte&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;, (...)&#034; id=&#034;nh4-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Islamismus ist sehr wohl zutiefst mit der Globalisierung des restrukturierten Kapitalismus verbunden: &#8222;Er [der Islamismus als innere Opposition] ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh4-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Obwohl er ein Produkt einer gescheiterten Modernisierung und des Niedergangs des panarabischen Nationalismus darstellt, f&#252;hrt er das Erbe des panarabischen Antiimperialismus in einer religi&#246;sen Form weiter, die Umma wird als von imperialistischen Ungl&#228;ubigen belagert betrachtet. Es w&#228;re jedoch notwendig, das bis anhin Gesagte mit einer fundierteren Analyse der wirtschaftlichen Funktionsweise einer jihadistischen Gruppe zu erg&#228;nzen. Der Islamische Staat ist nicht nur eine bewaffnete Gruppe mit dem Ziel, ein Kalifat zu verwirklichen, sondern auch eine Mafia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir br&#228;uchten also eine Theorie des kriminellen Kapitals. Denn, von einem rein abstrakten Standpunkt aus gesehen, &#8222;[herrscht] die Lohnarbeit [&#8230;] in Mosul genau wie in Mailand&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;, zweiter Teil: &#8222;Von der Utopie&#8220;, (...)&#034; id=&#034;nh4-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, der Proletarier aus Mosul hat jedoch weit gr&#246;ssere Chancen, ein anderes Schicksal zu haben als jenes der Lohnarbeit denn jener aus Mailand. Wenn er vom Islamischen Staat zwangsrekrutiert wird, kann man dann noch von einem &#8222;Lohnarbeiter&#8220; sprechen? Wenn ein Proletarier dem Kalifen die Treue schw&#246;rt, legt er sein Leben in seine H&#228;nde, die Angst vor der Entlassung ist gleichbedeutend mit Todesangst. Das gleiche gilt f&#252;r einen Proletarier, der sich der Camorra, Los Zetas oder der Mara Salvatrucha anschliesst. Doch was soll er sonst tun? In Anbetracht der heftigen Auswirkungen der Krise in den peripheren Zonen sind diese mafi&#246;sen Gruppen h&#228;ufig die einzigen potentiellen Arbeitgeber. So gibt das kriminelle Kapital jenem &#252;bersch&#252;ssigem Proletariat eine Anstellung, welches von den anderen Fraktionen des Kapitals schon lange aufgegeben worden ist, es wird zu seinem Dispositiv der Disziplinierung. Mafi&#246;se Gruppen f&#252;hren Kriege um die Kontrolle von Territorien und die damit einhergehende Erpressung von Mehrwertanteilen, haupts&#228;chlich in den peripheren Zonen der globalen Wirtschaft, und sie versuchen in der Regel danach, die Beute in den befriedeten Zonen des Zentrums zu verstecken. Dieses Ph&#228;nomen sollte im Zusammenhang mit der Restrukturierung und ihrer Krise, dem tendenziellen Fall der Profitrate und der Verwaltung des &#252;bersch&#252;ssigen Proletariats analysiert werden. Eine Sache ist bislang gewiss: Im Gegensatz zu anderen Sektoren der globalen Wirtschaft, haben wir es hier mit einem Boomsektor zu tun, der wom&#246;glich ein Abbild der Zukunft ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;November 2018&lt;/p&gt;
&lt;h3 id=&#034;Versionfran&#231;aise&#034;&gt;Contre l&#8216;&#201;tat islamique, contre la guerre &#8211; une critique&lt;/h3&gt;
&lt;p&gt;En 2016 est paru chez niet!&#233;ditions &lt;a href=&#034;https://niet-editions.fr/catalogue/contre-letat-islamique-contre-la-guerre/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;ce petit livre sign&#233; Mathieu P&#233;rez&lt;/a&gt;. L'&#233;diteur ne donne malheureusement aucune information quant &#224; l'auteur. Le livre se veut &#171; mat&#233;rialiste &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas (...)&#034; id=&#034;nh4-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, alors que son objectif avou&#233; est parfaitement id&#233;aliste : &#171; Ce petit livre se veut &#234;tre une contribution &#224; la constitution d'un mouvement qui, en France, s'opposerait &#224; la guerre, aux guerres que m&#232;ne la France partout o&#249; elle le peut. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid.&#034; id=&#034;nh4-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Le ton est donn&#233;. &#201;voquant implicitement la tradition pacifiste du mouvement ouvrier, l'auteur souhaite que ses paroles bouleversent et rappellent aux militants leur devoir de protester contre l'imp&#233;rialisme fran&#231;ais.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cet aspect g&#226;che consid&#233;rablement le plaisir lors de la lecture de ce petit ouvrage sinon plut&#244;t factuel et bien document&#233;. Les sources consult&#233;es par l'auteur sont en r&#232;gle g&#233;n&#233;rale s&#233;rieuses, mais l'ouvrage contient quand m&#234;me quelques erreurs. L'auteur pr&#233;tend par exemple que des ONG auraient &#233;t&#233; &#171; tol&#233;r&#233;es &#187; par l'&#201;tat islamique sans pourtant en citer ou donner la moindre source&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 42.&#034; id=&#034;nh4-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Selon le t&#233;moignage d'un r&#233;fugi&#233; de Deir ez-Zor, leur interdiction constitue m&#234;me une strat&#233;gie d'assujettissement : &#171; Quand Daesh est arriv&#233;, toutes les associations ont &#233;t&#233; interdites. Ils ont tout gel&#233;. Tout confisqu&#233;. Leur politique &#233;tait d'appauvrir le peuple. C'est pr&#233;cis, c'est m&#233;thodique. Sous Daesh, il devenait impossible de nourrir ta famille si tu ne pr&#234;tais pas all&#233;geance. Les habitants de la ville l'ont fait &#224; cause de la pauvret&#233;, parce qu'ils n'avaient plus rien. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, (...)&#034; id=&#034;nh4-23&#034;&gt;23&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Du pr&#233;sident turc Erdogan, l'auteur affirme que &#171; son alliance avec l'&#201;tat islamique est un fait connu &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 102.&#034; id=&#034;nh4-24&#034;&gt;24&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Or, la r&#233;alit&#233; est un peu plus complexe que cela. Certes, des convois d'armes depuis la Turquie arrivent sans aucun doute tr&#232;s r&#233;guli&#232;rement en Syrie, comme &lt;a href=&#034;https://www.theguardian.com/world/2015/nov/27/turkish-journalists-charged-over-claim-that-secret-services-armed-syrian-rebels&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;celui qui avait caus&#233; un scandale il y a quelques ann&#233;es&lt;/a&gt;. Il est probable que l'&#201;tat islamique soit vu par l'appareil militaire turc comme un moindre mal compar&#233; au PYD. Cela ne suffit toutefois pas pour parler d'une &#171; alliance &#187;, les v&#233;ritables alli&#233;s de la Turquie sont plut&#244;t des groupes islamistes plus mod&#233;r&#233;s comme le Jabhat Tahrir Souriya.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Le rapport entre l'&#201;tat islamique et le Front al-Nosra est r&#233;sum&#233; par l'auteur comme suit : &#171; Ce groupe [le Front al-Nosra] semble avoir &#233;t&#233; au d&#233;part une sorte de succursale syrienne de l'&#201;tat islamique d'Irak, avant de s'autonomiser, jusqu'&#224; la rupture de juin 2013, date &#224; laquelle le Front Al-Nosra se r&#233;clame d'Al-Qaida. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., S. 90-91.&#034; id=&#034;nh4-25&#034;&gt;25&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ce r&#233;sum&#233; sommaire comporte plusieurs impr&#233;cisions. Tout d'abord, le Front al-Nosra n'a jamais &#233;t&#233; &#171; une sorte de succursale syrienne de l'&#201;tat islamique d'Irak &#187;. C'&#233;tait le cas uniquement dans la t&#234;te d'al-Baghdadi&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Agence France-Presse, &#171; Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part (...)&#034; id=&#034;nh4-26&#034;&gt;26&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-middle-east-36916606&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;le Front al-Nusra a refus&#233; cette fusion et il a pr&#234;t&#233; officiellement all&#233;geance &#224; Al-Qaida en r&#233;action &#224; ses propos&lt;/a&gt;. Tout ceci ne s'est pas produit en juin 2013, mais en avril 2013. En novembre 2013, al-Zawahiri a donn&#233; l'ordre &#224; al-Baghdadi de se retirer de la Syrie&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Agence France-Presse, &#171; Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria (...)&#034; id=&#034;nh4-27&#034;&gt;27&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, ce dernier s'est montr&#233; r&#233;ticent ce qui &#233;tait synonyme de rupture avec al-Qaida. La suite est connue.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Contrairement &#224; McDo, al-Qaida se contente d'une seule succursale par pays. Les d&#233;cisions de fusion appartiennent bien &#233;videmment &#224; la direction, et non pas &#224; un &#233;mir r&#233;gional. Le rapport avec la succursale irakienne s'&#233;tait de toute mani&#232;re tendu depuis bien plus longtemps. D&#233;j&#224; en 2005, &lt;a href=&#034;https://ctc.usma.edu/harmony-program/atiyahs-letter-to-zarqawi-original-language-2/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;al-Zawahiri avait envoy&#233; une lettre &#224; al-Zarqawi pour critiquer la strat&#233;gie de sa succursale irakienne&lt;/a&gt;, une ann&#233;e seulement apr&#232;s &lt;a href=&#034;https://jamestown.org/program/zarqawis-pledge-of-allegiance-to-al-qaeda-from-muasker-al-battar-issue-21-2/#.VBeNlOk9Jy0&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;avoir re&#231;u son serment d'all&#233;geance&lt;/a&gt;. Al-Zawahiri a critiqu&#233; surtout la strat&#233;gie sectaire et antichiite de ce dernier. Mais, &#233;tant donn&#233; que sur le champ de bataille, la succursale irakienne avait une force de frappe consid&#233;rable dans le contexte de la gu&#233;rilla contre l'occupation am&#233;ricaine, une rupture compl&#232;te ne semblait pas envisageable &#224; ce moment-l&#224;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Abou Moussab al-Zarqaoui, le fondateur de cette succursale indisciplin&#233;e, &#233;tait une figure particuli&#232;re dans la galaxie jihadiste. G&#233;n&#233;ralement, les leaders d'al-Qaida sont issus de la bonne soci&#233;t&#233;, le p&#232;re de ben Laden &#233;tait &#224; la t&#234;te du Saudi Bin Ladin Group, plus grand constructeur du pays, et le leader actuel d'al-Qaida, al-Zawahiri, est m&#233;decin et fils d'une famille bourgeoise. Al-Zarqaoui est issu de la p&#232;gre. Il est n&#233; en 1966 dans une banlieue industrielle d'Amman et issu d'une famille palestino-jordanienne appauvrie. Dans sa jeunesse, il a connu une carri&#232;re de petit criminel et &#224; la fin des ann&#233;es 1980, il a d&#233;cid&#233; de gagner l'Afghanistan. Pendant la guerre civile suivant le d&#233;part des Russes, il s'est battu dans les rangs de Gulbuddin Hekmatyar. De retour en Jordanie en 1993, il a &#233;t&#233; arr&#234;t&#233; en 1994 et cinq ans plus tard, le 29 mars 1999, lib&#233;r&#233; gr&#226;ce &#224; une amnistie royale.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il est retourn&#233; en Afghanistan pour g&#233;rer un camp d'entra&#238;nement b&#233;n&#233;ficiant du soutien financier de Bin Laden. Al-Zarqaoui a toutefois refus&#233; de lui pr&#234;ter all&#233;geance et de rejoindre al-Qaida&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der (...)&#034; id=&#034;nh4-28&#034;&gt;28&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. C'est seulement cinq ans plus tard, le 19 octobre 2004, qu'il lui a publiquement pr&#234;t&#233; all&#233;geance et que son organisation Ansar al-islam a &#233;t&#233; rebaptis&#233;e Al-Qaida du jihad en M&#233;sopotamie, appel&#233;e souvent al-Qaida en Irak. Dans sa lettre &#224; al-Zawahiri pr&#233;c&#233;dant sa r&#233;ponse mentionn&#233;e ci-dessus, la strat&#233;gie de l'&#201;tat islamique est esquiss&#233; dans ses grandes lignes : &#171; Si nous pouvons leur [aux h&#233;r&#233;tiques] infliger des coups douloureux, l'un apr&#232;s l'autre, afin de les amener au combat, nous pourrions alors redistribuer les cartes. Le Conseil de gouvernement n'aura d&#232;s lors plus de valeur ni d'influence, ni m&#234;me les Am&#233;ricains qui reviendront au combat avec les h&#233;r&#233;tiques, comme nous le souhaitons. Alors, qu'elles le veuillent ou non, de nombreuses r&#233;gions sunnites se rangeront aux c&#244;t&#233;s des combattants du jihad, et ces derniers se seront assur&#233;s un territoire d'o&#249; ils pourront repartir frapper les h&#233;r&#233;tiques au sein m&#234;me de leurs r&#233;gions, le tout soutenu par une propagande claire. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Abou Moussab al-Zarqaoui, &#171; Lettre &#224; Ben Laden et al-Zawahiri &#187; in Gilles (...)&#034; id=&#034;nh4-29&#034;&gt;29&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;D&#233;j&#224; &#224; l'&#233;poque, al-Zawahiri n'&#233;tait pas tout &#224; fait enthousiaste quant &#224; la strat&#233;gie propos&#233;e par al-Zarqaoui et il a essay&#233; de lui le faire comprendre de mani&#232;re diplomatique : &#171; Ce qui [l'ignorance des masses sur le caract&#232;re pr&#233;tendument h&#233;r&#233;tique du chiisme] explique que beaucoup de ceux qui vous aiment se demandent pourquoi vous attaquez les chiites, une interrogation qui grandit lorsque vous attaquez des mosqu&#233;es, encore plus si cette attaque est lanc&#233;e contre le tombeau de l'imam Ali ibn Abi Talib (que Dieu l'agr&#233;e !). Je pense que, quoi que tu fasses pour &#233;claircir ce point, les simples musulmans ne l'accepteront pas, et qu'ils le rejetteront toujours. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#171; Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi &#187; in ibid., p. 437-439. On notera le (...)&#034; id=&#034;nh4-30&#034;&gt;30&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; L'analyse de cette p&#233;riode est indispensable pour comprendre le conflit entre le Front al-Nusra et l'&#201;tat islamique.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;En 2007, cette succursale est devenue l'&#201;tat islamique en Irak, apr&#232;s le d&#233;c&#232;s de son leader Abou Omar al-Baghdadi, Abou Bakr al-Baghdadi l'a remplac&#233; en 2010. P&#233;rez ne r&#233;sume que tr&#232;s bri&#232;vement tout ce contexte-l&#224;, il est pourtant central pour comprendre la v&#233;ritable divergence id&#233;ologique entre al-Qaida et l'&#201;tat islamique. En outre, ce conflit est aussi li&#233; &#224; la composition sociale du jihadisme : &#171; Mais le sentiment d'expansion irr&#233;sistible qui galvanise alors cette id&#233;ologie et les mouvements qui s'en r&#233;clament est bas&#233; sur des fondements sociaux extr&#234;mement fragiles. L'alliance entre la jeunesse urbaine pauvre et les classes moyennes pieuses, scell&#233;e par les intellectuels qui &#233;laborent la doctrine islamiste, r&#233;siste mal &#224; des affrontements de longue haleine contre les pouvoirs &#233;tablis. Ceux-ci s'emploient avec une efficacit&#233; croissante &#224; dresser les deux composantes du mouvement l'une contre l'autre, en exposant l'antagonisme entre leurs aspirations concr&#232;tes, par-del&#224; leur volont&#233; commune mais floue d'instaurer l'&#201;tat islamique et d'appliquer la chari'a. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Kepel, Jihad, Paris, Folio, 2003 [2000], p. 28.&#034; id=&#034;nh4-31&#034;&gt;31&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Cette tension surd&#233;termine la mouvance islamiste, &#224; la fois &#224; l'int&#233;rieur des diff&#233;rents groupes et entre ceux-ci : &#171; Comme nous le verrons plus loin, ces deux groupes [la jeunesse urbaine pauvre et la bourgeoise pieuse], s'ils r&#233;clament en ch&#339;ur l'application de la chari'a et l'instauration de l'&#201;tat islamique, ne s'en font pas la m&#234;me repr&#233;sentation. Les premiers lui donnent un contenu socialement r&#233;volutionnaire, tandis que les seconds y voient surtout l'occasion de se substituer aux &#233;lites en place, sans bouleverser les hi&#233;rarchies de la soci&#233;t&#233;. Cette ambigu&#239;t&#233; est au fondement de la mouvance islamiste contemporaine. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 114.&#034; id=&#034;nh4-32&#034;&gt;32&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Cette lutte des classes interjihadiste est un facteur essentiel pour comprendre la rupture entre al-Qaida et l'&#201;tat islamique, la m&#234;me tension surd&#233;terminait par exemple le rapport conflictuel entre l'AIS et le GIA pendant la guerre civile en Alg&#233;rie deux d&#233;cennies plus t&#244;t&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. ibid., p. 115.&#034; id=&#034;nh4-33&#034;&gt;33&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;M&#234;me si ce n'est &#233;videmment pas une loi m&#233;caniciste, force est de constater que l'&#201;tat islamique compte bien plus de leaders issus du prol&#233;tariat pauvre ou des classes moyennes salari&#233;es qu'al-Qaida. Al-Qaida a tendance &#224; vouloir attendre &#171; le bon moment &#187; pour fonder le califat, leurs strat&#232;ges de guerre lisent Mao et Che Guevara, tandis que ceux de l'&#201;tat islamique ont plut&#244;t tendance &#224; lire Marighella et &#224; vouloir le califat &#171; ici et maintenant &#187;. Pas de califat sans capital, &#233;videmment, mais celui de l'&#201;tat islamique provient bien davantage d'une &#233;conomie du pillage que des bourgeois dans ses rangs. Et malgr&#233; la perte d'une bonne partie de son territoire, &lt;a href=&#034;https://foreignpolicy.com/2018/10/10/isiss-new-plans-to-get-rich-and-wreak-havoc/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;le groupe n'a de toute &#233;vidence pas perdu son tr&#233;sor de guerre&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Contrairement &#224; ce que semble croire P&#233;rez, la cause de ces mouvements jihadistes ne se r&#233;sume donc pas par les &#171; guerres fran&#231;aises &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 97.&#034; id=&#034;nh4-34&#034;&gt;34&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Il sait du moins qui a commenc&#233; : &#171; Il faut, dans le cas qui nous occupe, en finir aussi avec l'id&#233;e selon laquelle ce serait &#8216;Daech' qui aurait commenc&#233;, qui aurait &#8216;d&#233;clar&#233; la guerre' &#224; la France en perp&#233;trant des attentats sur son territoire. C'est tout simplement faux : l'arm&#233;e fran&#231;aise bombardait les positions de l'&#201;tat islamique avant que ces derniers ne revendiquent le moindre attentat en France. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 109.&#034; id=&#034;nh4-35&#034;&gt;35&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Si l'on remplace &#171; l'&#201;tat islamique &#187; par &#171; la dawla &#187; et &#171; France &#187; par &#171; les m&#233;cr&#233;ants &#187;, le passage pourrait figurer tel quel dans un num&#233;ro de Dar al-islam, le discours anti-imp&#233;rialiste de l'&#201;tat islamique tourne exactement autour du m&#234;me argument. La condamnation de l'imp&#233;rialisme fran&#231;ais se transforme en justification implicite de l'imp&#233;rialisme jihadiste.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Une fois arriv&#233; &#224; la conclusion du livre, on est donc un peu d&#233;&#231;u car elle est d&#233;j&#224; dans le titre. Une analyse plus pouss&#233;e du ph&#233;nom&#232;ne jihadiste et un peu plus de contextualisation historique et g&#233;ographique auraient &#233;t&#233; bien plus int&#233;ressants que des conseils militants pr&#244;nant un pacifisme abstrait. Ce n'est d&#233;finitivement pas le pire livre sur l'&#201;tat islamique, dans cette cat&#233;gorie, avec Nicolas H&#233;nin et Samuel Laurent, la concurrence est rude, mais de loin pas le meilleur non plus. Si l'on cherche une analyse historique pouss&#233;e et sobre, des auteurs comme Jean-Pierre Luizard ou Myriam Benraad sont des sources d'information bien plus pr&#233;cieuses.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il y a encore du travail &#224; faire dans l'optique d'aborder le ph&#233;nom&#232;ne d'un point de vue communiste. La s&#233;rie de Tristan Leoni &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=667&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; Califat et barbarie &#187;&lt;/a&gt; est un bon d&#233;but, de nombreux points y sont abord&#233;s et elle fournit une bonne analyse de l'id&#233;ologie de l'&#201;tat islamique et des enjeux g&#233;opolitiques dans le Moyen-Orient, une autre pierre &#224; l'&#233;difice est &lt;a href=&#034;http://dndf.org/?p=13854&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;l'analyse tr&#232;s pointue fournie par Il lato cattivo&lt;/a&gt;. Cet islamisme &#171; d&#233;nationalis&#233; &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Cf. Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie (...)&#034; id=&#034;nh4-36&#034;&gt;36&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; est bel et bien profond&#233;ment li&#233; &#224; la mondialisation du capitalisme restructur&#233; : &#171; Elle [l'islamisme en tant qu'opposition interne] n'est pas sa contradiction mais son ombre. &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ibid., p. 114.&#034; id=&#034;nh4-37&#034;&gt;37&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Produit d'une modernisation rat&#233;e et du d&#233;clin du nationalisme panarabe, il r&#233;cup&#232;re pourtant l'anti-imp&#233;rialisme de ce dernier dans une forme religieuse, l'oumma consid&#233;r&#233;e comme assi&#233;g&#233;e par les imp&#233;rialistes m&#233;cr&#233;ants. Il serait cependant n&#233;cessaire de compl&#233;ter tout cela par une analyse plus pouss&#233;e du fonctionnement &#233;conomique d'un groupe jihadiste. L'&#201;tat islamique n'est pas seulement un groupe arm&#233; voulant implanter le califat, mais aussi une mafia.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Il nous faudrait donc une th&#233;orie du capital criminel. Car, d'un point de vue purement abstrait, &#171; le salariat r&#232;gne &#224; Mossoul autant qu'&#224; Milan &#187;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Tristan Leoni, &#171; Califat et barbarie &#187;, 2e partie : &#171; De l'utopie &#187;, 2015.&#034; id=&#034;nh4-38&#034;&gt;38&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, le prol&#233;taire de Mossoul a cependant bien plus de chances d'&#234;tre destin&#233; &#224; autre chose qu'au salariat que celui de Milan. S'il est enr&#244;l&#233; de force par l'&#201;tat islamique, peut-on encore parler d'un &#171; salari&#233; &#187; ? Lorsqu'un prol&#233;taire pr&#234;te all&#233;geance au calife, il met sa vie dans ses mains, la peur du licenciement est remplac&#233;e par celle de la mort. La m&#234;me chose est valable pour le prol&#233;taire qui rejoint la Camorra, Los Zetas ou la Mara Salvatrucha. Mais quoi faire d'autre ? Face &#224; la violence des effets de la crise dans les zones p&#233;riph&#233;riques, ces groupes mafieux sont souvent les seuls employeurs potentiels. Ainsi, le capital criminel donne un emploi &#224; un prol&#233;tariat surnum&#233;raire abandonn&#233; depuis longtemps par les autres fractions du capital, il en devient le dispositif de disciplinarisation. Les groupes mafieux m&#232;nent des guerres pour contr&#244;ler des territoires o&#249; racketter des parts de plus-value, principalement dans les zones p&#233;riph&#233;riques de l'&#233;conomie globale, et ils tentent g&#233;n&#233;ralement ensuite de planquer le butin dans les zones pacifi&#233;es du centre. Il faudrait examiner ce ph&#233;nom&#232;ne en lien avec la restructuration et sa crise, la baisse tendancielle du taux de profit et la gestion du prol&#233;tariat surnum&#233;raire. Pour l'instant, une chose est s&#251;re : contrairement au reste de l'&#233;conomie globale, ce secteur est en plein boom et nous donne peut-&#234;tre une id&#233;e de quoi demain sera fait.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Novembre 2018&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb4-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre&lt;/i&gt;, La Mas d'Azil, niet!&#233;ditions, 2016, S. 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, &lt;i&gt;Daesh, paroles de d&#233;serteurs&lt;/i&gt;, Paris, Gallimard, 2018, S. 116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 90-91.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part of Network&#8220;, 9. April 2013, online verf&#252;gbar, aber nur noch im Cache, urspr&#252;nglicher Artikel gel&#246;scht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Agence France-Presse, &#8222;Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria&#8220;, 8. November 2013, online verf&#252;gbar im Cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat &#187; in Ismail K&#252;peli (Hg.), &lt;i&gt;Kampf um Koban&#234;. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens&lt;/i&gt;, M&#252;nster, Edition Assemblage, 2015, S. 158.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abu Mus&#8216;ab al-Zarqawi, &#8222;Auz&#252;ge aus dem &#8218;Brief an Bin Laden und al-Zawahiri&#8220; in Gilles Kepel (&lt;i&gt;et al&lt;/i&gt;., Hg.), &lt;i&gt;Al-Qaida. Texte des Terrors&lt;/i&gt;, M&#252;nchen/Z&#252;rich, Piper, 2006 [2005], S. 479.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi&#8220; in Gilles Kepel (&lt;i&gt;et al&lt;/i&gt;., Hg.), &lt;i&gt;Al-Qaida dans le texte&lt;/i&gt;, Paris, PUF, 2008 [2005], S. 437-439. Auffallend ist der br&#252;ske &#220;bergang zum Du. Dieser Brief von 2005 war in der franz&#246;sischen Erstausgabe nicht enthalten und fehlt somit in der deutschen Ausgabe.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, M&#252;nchen, Piper, 2004 [2000], S. 32.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 88-89.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe ebd., S. 90.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 109.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;, Februar 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &#8222;Kalifat und Barbarei&#8220;, zweiter Teil: &#8222;Von der Utopie&#8220;, 2015, online verf&#252;gbar.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Mathieu P&#233;rez, Contre l'&#201;tat islamique, contre la guerre, La Mas d'Azil, niet!&#233;ditions, p. 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 42.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-23&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-23&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-23&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;23&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Thomas Dandois, Fran&#231;ois-Xavier Tr&#233;gan, Daesh, paroles de d&#233;serteurs, Paris, Gallimard, 2018, p. 116.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-24&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-24&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-24&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;24&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-25&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-25&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-25&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;25&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;., S. 90-91.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-26&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-26&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-26&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;26&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Agence France-Presse, &#171; Qaeda in Iraq Confirms Syria's Nusra Is Part of Network &#187;, 9 avril 2013, disponible en ligne en cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-27&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-27&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-27&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;27&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Agence France-Presse, &#171; Zawahiri Disbands Main Qaeda Faction in Syria &#187;, 8 novembre 2013, disponible en ligen en cache.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-28&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-28&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-28&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;28&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Jean Rokbelle, &#171; Die Organisation &#8222;Islamischer Staat&#8220; &#8211; von der antischiitischen Ordnungsmacht zum quasi-staatlichen Kalifat &#187; in Ismail K&#252;peli (&#233;d.), Kampf um Koban&#234;. Kampf um die Zukunft des Nahen Ostens, M&#252;nster, Edition Assemblage, 2015, p. 158.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-29&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-29&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-29&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;29&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Abou Moussab al-Zarqaoui, &#171; Lettre &#224; Ben Laden et al-Zawahiri &#187; in Gilles Kepel (et al., &#233;ds.), Al-Qaida dans le texte, Paris, PUF, 2008 [2005], p. 413.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-30&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-30&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-30&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;30&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#171; Lettre d'al-Zawahiri &#224; al-Zarqawi &#187; in ibid., p. 437-439. On notera le passage brusque au tutoiement.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-31&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-31&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-31&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;31&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Kepel, Jihad, Paris, Folio, 2003 [2000], p. 28.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-32&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-32&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-32&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;32&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-33&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-33&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-33&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;33&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. ibid., p. 115.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-34&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-34&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-34&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;34&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mathieu P&#233;rez, op. cit., p. 97.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-35&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-35&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-35&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;35&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 109.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-36&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-36&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-36&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;36&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Cf. Th&#233;orie communiste, &#171; P&#233;trole, sexe et talibans &#187; in Th&#233;orie communiste, n&#176; 18, 2003, p. 113.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-37&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-37&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-37&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;37&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ibid., p. 114.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-38&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-38&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-38&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;38&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Tristan Leoni, &#171; Califat et barbarie &#187;, 2e partie : &lt;a href=&#034;https://ddt21.noblogs.org/?page_id=728&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#171; De l'utopie &#187;&lt;/a&gt;, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Die ersch&#252;tternde N&#252;chternheit der Geisteskranken (zur Rezension in der konkret 4/17)</title>
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		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;W&#228;hrend unserer manischen Phasen kommt es bisweilen vor, dass wir einfach unbedacht und willk&#252;rlich irgendwelche Zeitschriften kaufen. So sind wir auf die Rezension des Buches Kalifat und Barbarei in der konkret Nr. 4/17 gestossen. Sie wurde von Friedrich C. Burschel geschrieben, er ist Journalist und Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wenn der Staat seine Dienste zur Verteidigung der Demokratie ben&#246;tigt, ist er als guter Demokrat selbstverst&#228;ndlich zur Stelle, so war er z.B. Leiter (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/konkret.svg.png?1689355243' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='56' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;W&#228;hrend unserer manischen Phasen kommt es bisweilen vor, dass wir einfach unbedacht und willk&#252;rlich irgendwelche Zeitschriften kaufen. So sind wir auf die Rezension des Buches &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.bahoebooks.net/buch/kalifat-und-barbarei/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kalifat und Barbarei&lt;/a&gt;&lt;/i&gt; in der &lt;i&gt;konkret&lt;/i&gt; Nr. 4/17 gestossen. Sie wurde von Friedrich C. Burschel geschrieben, er ist Journalist und Mitarbeiter der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Wenn der Staat seine Dienste zur Verteidigung der Demokratie ben&#246;tigt, ist er als guter Demokrat selbstverst&#228;ndlich zur Stelle, so war er z.B. Leiter der Landeskoordinierungsstelle &#8222;Bayern gegen Rechtsextremismus&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ungl&#252;cklicherweise leidet er offensichtlich an akuter Dyslexie, denn er glaubt tats&#228;chlich, es gehe dem Autor darum, &#8222;beim IS emanzipatorische Elemente [&#8230;] herauszuarbeiten&#8220;. Der Autor kommt jedoch auf S. 83 zu folgendem Schluss: &#8222; Als Tagtraum und neue Phase eines Albtraums kann diese gigantische, reaktion&#228;re ZAD rund um den Tigris und den Euphrat nur als monstr&#246;se Variante einer kapitalistischen Weltordnung verstanden und bek&#228;mpft werden, dessen Feind sie vorgibt zu sein.&#8220; Eine Lobrede t&#246;nt definitiv anders.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vermutlich vermisst der Kritiker die Gegen&#252;berstellung von westlicher Zivilisation und islamistischer Barbarei. Darauf deuten seine Emp&#246;rung dar&#252;ber, dass der IS so etwas vermeintlich positives wie einen Rechtsstaat aufbauen k&#246;nnte, und die Beschreibung desselben als &#8222;faschistoid-repressiv&#8220;. Der Hinweis auf die Repression ist trivial, jeder Staat benutzt sie. Die Charakterisierung des IS als &#8222;faschistoid&#8220; d&#252;rfte hingegen Teil seines politischen Programms sein. Der Duden definiert das Adjektiv folgendermassen: &#8222;faschistische Z&#252;ge zeigend&#8220;. Der Erkenntnisgewinn ist also nahe bei null, denn der Begriff ist dermassen vage, dass letztendlich alle Staaten so beschrieben werden k&#246;nnen. In Teilen der deutschen Linken versucht man permanent den Islamismus in die N&#228;he des Nationalsozialismus und des Faschismus zu r&#252;cken, damit man endlich die Geschichte als Farce wiederholen und mit dem Aufbau einer neuen Allianz beginnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Historisch betrachtet hat der zeitgen&#246;ssische Islamismus damit allerdings herzlich wenig zu tun. Obwohl die ideologischen Wurzeln in den Debatten innerhalb der Muslimbruderschaft zu finden sind und diverse theologische Elemente schon seit Jahrhunderten von islamischen Gelehrten diskutiert werden, kann man die gegenw&#228;rtige Form des jihadistischen Salafismus nicht verstehen, wenn man sich nicht mit der kapitalistischen Restrukturierung seit den 1970er Jahren befasst. Der &#214;lpreisschock 1973 f&#252;hrte dazu, dass man in Saudi-Arabien pl&#246;tzlich viel mehr Kleingeld zur Verf&#252;gung hatte als geplant. Zu diesem Zeitpunkt begann das saudische K&#246;nigshaus eine gewaltige ideologische Offensive zur Verbreitung des Wahhabismus. Weltweit wurden (und werden immer noch) Koranschulen und Moscheen finanziert und so l&#246;ste der Islamismus nach und nach den panarabischen Nationalismus als vorherrschende Ideologie der rebellischen Jugend ab&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe u.a. Gilles Kepel, Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und (...)&#034; id=&#034;nh5-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Th&#233;orie communiste hat den Islamismus 2003 als &#8222;Opposition gegen die Globalisierung&#8220; bezeichnet, &#8222;die sich auf ihrer Ebene und in den gleichen Begriffen wie sie verortet, sie konstituiert sich nicht einmal als Alternative zu ihr. Sie ist nicht ihr Widerspruch, sondern ihr Schatten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;, 2003.&#034; id=&#034;nh5-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Karl-Heinz Lewed kommt in einem etwas j&#252;ngeren Text zu einem &#228;hnlichen Schluss: &#8222;Den zentralen Widerspruch, auf welchen die islamistische Ideologie des Niedergangs verweist, k&#246;nnte und kann nur in der Tatsache gefunden werden, dass, obwohl der Rahmen der gesellschaftlichen Netzwerke auf modernen Formen beruht, die Universalisierung der Produktion abstrakten Reichtums in diesen Formen scheiterte. Sie repr&#228;sentiert eine spezifische ideologische und (post)politische Form des Niedergangs der vereinnahmenden Modernisierung, womit sie als solche an der Kontinuit&#228;t dieses Prozesses beteiligt ist. Sowohl die Entstehung, als auch der Niedergang der Form des Nationalstaates sind konstitutiv f&#252;r die Entstehung des Islamismus.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl-Heinz Lewed, &#8222;Curtains for Universalism: Islamism as Fundamentalism (...)&#034; id=&#034;nh5-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Islamismus ist also weder eine archaische Form des Islams, noch ein entferntes Enkelkind des Faschismus und/oder des Nationalsozialismus. Er ist ein zutiefst modernes und postmodernes Ph&#228;nomen, das mit sterilen Extremismusvergleichen nicht erfasst werden kann. Diese Modernit&#228;t zeigt sich notabene &#8211; auch wenn man dar&#252;ber erstaunt sein mag &#8211; in seinem Frauenbild. Im Gegensatz zum traditionellen Fundamentalismus darf sich die Frau im Islamismus unter gewissen Umst&#228;nden an der &#246;ffentlichen Sph&#228;re beteiligen. Hierin findet man die konzeptuelle Erkl&#228;rung f&#252;r die Bedeutung jener Tatsache, welche unser Kritiker f&#252;r so nebens&#228;chlich h&#228;lt, n&#228;mlich dass Frauen in Raqqa ein Auto lenken d&#252;rfen, aber nicht in Riad. Olivier Roy stellte das schon 1992 fest: &#8222;Die Frauenfrage ist [&#8230;] einer der Punkte des Bruches des Islamismus mit dem traditionellen Fundamentalismus. Die Islamisten halten die Rolle der Frau in der Bildung und der Gesellschaft f&#252;r wesentlich. Sie sehen sie als Person und nicht mehr nur als Instrument zur Befriedigung der sexuellen Begierde und zur Reproduktion.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Olivier Roy, L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique, Seuil, 1992, S. 82.&#034; id=&#034;nh5-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Nat&#252;rlich ist das alles nicht gleichbedeutend mit jeglicher emanzipatorischen feministischen Perspektive, doch das wird im Text auch nirgends behauptet. Weiter ist der Vorwurf unhaltbar, dass die Massaker gegen Jesiden und anderen als &#8222;ungl&#228;ubig&#8220; qualifizierten Gemeinschaften nirgends erw&#228;hnt werden. Vermutlich hat unser Kritiker die Seite 74 versehentlich &#252;berbl&#228;ttert, darum helfen wir ihm ein bisschen nach: &#8222;Und die ermordeten, vergewaltigten und versklavten schiitischen, christlichen und jesidischen Frauen? [&#8230;] Sie &lt;i&gt;verdienen&lt;/i&gt; dieses Schicksal, weil sie in der Logik des IS juristisch nicht in die Kategorie &#8218;Frauen&#8216; geh&#246;ren, dazu geh&#246;ren nur muslimische Frauen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch was den Antirassismus betrifft, wurde nirgends behauptet, Raqqa sei die bunteste Stadt der Welt. Der antirassistische Diskurs des IS ist allerdings eine Tatsache, denn im Kalifat wird die Zugeh&#246;rigkeit zur Gemeinschaft nicht durch die Nation, sondern durch die Religion bestimmt. Es gibt kein Volk, nur die Umma. Das f&#252;hrt durchaus auch manchmal zu Spannungen, so beklagten sich beispielsweise die K&#228;mpfer des Kalifats, als sie die libysche K&#252;stenstadt Sirte noch kontrollierten, &#252;ber den Rassismus der lokalen Bewohner. Als Reaktion berief der IS ein &#8222;Vers&#246;hnungstreffen&#8220; ein und warnte die Bewohner in einem Flugblatt, dass Rassismus nicht toleriert werde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Beheadings and racial tension: Life under Islamic State&#8220;, BBC News, (...)&#034; id=&#034;nh5-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Selbstverst&#228;ndlich l&#228;sst sich der Rassismus nicht per Dekret abschaffen, das beweist ein britischer IS-K&#228;mpfer, der sich in einem ausf&#252;hrlichen Text &#252;ber die angeblich schlechten Manieren seiner arabischen &lt;i&gt;akhis&lt;/i&gt; beklagt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Ab&#363; Sa'eed Al-Brit&#257;n&#299;, &#8222;Culture Clash: Understanding the Syrian (...)&#034; id=&#034;nh5-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mit diesen paar Abs&#228;tzen sind die grundlegendsten Verleumdungen unseres Kritikers wohl widerlegt. Tristan Leoni meinte zwar, mit Leuten, die nicht lesen k&#246;nnen, lohne es sich nicht, zu diskutieren, und damit hat er grunds&#228;tzlich recht. Trotzdem kann eine solche Rezension voller L&#252;gen und Beleidigungen nicht unkommentiert stehen gelassen werden. Burschel mag emp&#246;rt sein &#252;ber die ersch&#252;tternde N&#252;chternheit eines Autoren, der davon ausgeht, dass man den Lesern nicht erkl&#228;ren muss, dass man Massenvergewaltigungen oder andere Grausamkeiten verurteilt. Und da er von der Materie des Buches vermutlich wenig bis gar nichts versteht, begn&#252;gt er sich damit, uns zu beleidigen. Er glaubt, die Taten des IS seien &#8222;wesentlich kriminell&#8220; und vergisst dabei, dass Kriminalit&#228;t definitionsgem&#228;ss keine Essenz ist, sondern von der herrschenden Gesetzgebung definiert wird. Diese Bemerkung entlarvt seinen sozialdemokratischen Standpunkt, denn im Gegensatz zu unserem Kritiker wollen wir weder Fanta, noch Fatwa, sondern schlicht und einfach den Kommunismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;13.05.17&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb5-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe u.a. Gilles Kepel, &lt;i&gt;Das Schwarzbuch des Dschihad. Aufstieg und Niedergang des Islamismus&lt;/i&gt;, Piper, 2002 (2000), S. 85-102.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Theorie-communiste-Das-Erdol-die&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Das Erd&#246;l, die Geschlechterfrage und die Taliban&#034;&lt;/a&gt;, 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl-Heinz Lewed, &#8222;Curtains for Universalism: Islamism as Fundamentalism in Modern Social Form&#8220; &lt;i&gt;in&lt;/i&gt;: Neil Larsen (&lt;i&gt;et al.&lt;/i&gt;, Hg.), &lt;i&gt;&lt;a href=&#034;https://www.mcmprime.com/files/Marxism-and-the-Critique-of-Value.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Marxism and the Critique of Value&lt;/a&gt;&lt;/i&gt;, MCM&#8216; Publishing, 2014, S. 295.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Olivier Roy, &lt;i&gt;L&#8216;&#201;chec de l&#8216;Islam politique&lt;/i&gt;, Seuil, 1992, S. 82.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://www.bbc.com/news/world-africa-36600666&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Beheadings and racial tension: Life under Islamic State&#8220;&lt;/a&gt;, &lt;i&gt;BBC News&lt;/i&gt;, 23. Juni 2016.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Ab&#363; Sa'eed Al-Brit&#257;n&#299;, &lt;a href=&#034;https://web.archive.org/web/20201111165647/https://archive.is/5RtdO#selection-261.0-261.44&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Culture Clash: Understanding the Syrian Race&#8220;&lt;/a&gt;, online verf&#252;gbar, 24. August 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Floris Biskamp zum Salafismus: Eine linke Deklination der Extremismustheorie</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Floris-Biskamp-zum-Salafismus-Eine</link>
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		<dc:date>2015-09-27T01:00:00Z</dc:date>
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		<dc:subject>Doc Sportello</dc:subject>
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		<dc:subject>Jihadismus</dc:subject>

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&lt;p&gt;Auf der Homepage publikative.org erschien am 24. September ein Text mit dem Titel &#8222;Von Br&#252;dern und Kameraden: Ist der Salafismus ein Fall f&#252;r die Antifa?&#8220;. Als aussenstehender Beobachter der deutschen Linken ist man kaum &#252;berrascht: In Deutschland (und &#214;sterreich) ist absolut alles ein Fall f&#252;r die Antifa. Das Profil des Autors Floris Biskamp ist ebenfalls typisch f&#252;r moralische Autorit&#228;ten in einem gewissen Teil der deutschen Szene: Er unterrichtet als Politologe an der Uni Kassel, (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="https://www.kommunisierung.net/Jihadismus" rel="tag"&gt;Jihadismus&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/220px-les_salafistes_djihadistes_lancent_une_campagne_de_revision_au_maroc__6162420153_.jpg?1689469209' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='108' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Auf der Homepage publikative.org erschien am 24. September ein Text mit dem Titel &lt;a href=&#034;http://www.publikative.org/2015/09/24/ist-der-salafismus-ein-fall-fuer-die-antifa/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Von Br&#252;dern und Kameraden: Ist der Salafismus ein Fall f&#252;r die Antifa?&#8220;&lt;/a&gt;. Als aussenstehender Beobachter der deutschen Linken ist man kaum &#252;berrascht: In Deutschland (und &#214;sterreich) ist absolut alles ein Fall f&#252;r die Antifa. Das Profil des Autors Floris Biskamp ist ebenfalls typisch f&#252;r moralische Autorit&#228;ten in einem gewissen Teil der deutschen Szene: Er unterrichtet als Politologe an der Uni Kassel, interessiert sich f&#252;r Kritische Theorie und Postmodernismus und verwechselt moralische Emp&#246;rung mit politischer Analyse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Deshalb gleich diese Warnung: Dieser Text will die von Biskamp aufgeworfene Frage nicht beantworten, sondern die Art seiner Fragestellung kritisieren. Das ganze nahm auf Twitter seinen Anfang, doch Herr Prof. Biskamp findet den Avatar mit Stalin und Mao zu emp&#246;rend, um auf die Kritik einzugehen. In den gehobenen Kreisen der deutschen Akademielinken macht man n&#228;mlich keine Witze, es k&#246;nnte sich ja jemand dabei verletzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Text geht es deshalb nicht um &#8222;Antifa&#8220;, denn auch 80 Jahre sp&#228;ter beh&#228;lt Bordiga recht: Antifaschismus ist Klassenkollaboration. Antifaschismus bedeutet ein B&#252;ndnis mit Sozialdemokraten, Stalinisten und manchmal auch B&#252;rgerlichen, um die Demokratie gegen den Faschismus zu verteidigen. F&#252;r revolution&#228;re Kommunisten und Anarchisten gibt es &#252;berhaupt keinen Grund, ein solches B&#252;ndnis einzugehen, was nat&#252;rlich nicht heisst, dass man gegen Faschisten nicht zur&#252;ckschlagen soll. Aber sicher nicht, um den demokratischen Staat und seine Ausschaffungsfl&#252;ge, Gef&#228;ngnisse und Bullen zu verteidigen, sondern aus Solidarit&#228;t zu Freunden, Genossen und anderen Proletariern, welche zum Ziel des faschistischen Terrors werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Genau deshalb ist es auch sinnlos, den Salafismus aus einer antifaschistischen Perspektive zu &#8222;analysieren&#8220;. Schliesslich l&#228;uft auch diese Analyse letztendlich darauf hinaus, &#8222;unsere Wertegemeinschaft&#8220; gegen &#8222;die Barbarei&#8220; zu verteidigen. Die weitgehende Gleichsetzung von &#8222;Rechtsextremismus&#8220; [sic!] und Salafismus ist diesbez&#252;glich aussagekr&#228;ftig: Es ist das Bild einer barbarischen Horde inmitten unserer ach so toleranten Gesellschaft, welche es nat&#252;rlich zu verteidigen gilt. &lt;br class='autobr' /&gt;
Bei der Lekt&#252;re des Texts ist man zuerst einmal &#252;berrascht, wie oberfl&#228;chlich und karikaturartig der Salafismus dargestellt wird. Obwohl der Autor scheinbar seit Jahren zum politischen Islam forscht, f&#228;llt seine Analyse sehr d&#252;rftig aus. F&#252;r ihn gibt es &#8222;puristischen&#8220;, &#8222;politischen&#8220; und &#8222;djihadistischen&#8220; Salafismus und f&#252;r jede dieser Str&#246;mungen gibt es so eine Art Pendant im &#8222;Rechtsextremismus&#8220;. Denn im Gegensatz zu &#8222;uns Zivilisierten&#8220; sind die ideologischen Meinungsverschiedenheiten dieser &#8222;Barbaren&#8220; nicht politisch, sondern psychologisch zu erkl&#228;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Er schreibt: &#8222;Diese Parallelen [zwischen Salafisten und Nazis] sind alles andere als akzidentiell und gehen weit &#252;ber das blo&#223;e Kopieren einer Propagandataktik hinaus. &#220;ber die ideologische N&#228;he von Islamismus und Rechtsextremismus wurde schon viel geschrieben. Auch die &#196;hnlichkeit der Faktoren, die junge Menschen dazu motivieren, sich der einen oder anderen Gruppe anzuschlie&#223;en, ist un&#252;bersehbar: Es ist gut vorstellbar, dass dieselben jungen M&#228;nner, die diesen Sommer den deutschen Volksk&#246;rper von schwulen Gefahren reinhalten wollen, die muslimische Gemeinschaft gegen alles verteidigen w&#252;rden, was &#8218;haram&#8216; ist, wenn sie nur in den entsprechenden Momenten ihres Lebens an einen Koranverteilungstisch statt an einen rechten Kader geraten w&#228;ren &#8211; und andersherum.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nazis und Salafisten werden also nicht als Teil politischer Bewegungen verstanden, welche aufgrund gesellschaftlicher Widerspr&#252;che im Kapitalismus erkl&#228;rt werden k&#246;nnen, sondern pathologisiert. &lt;a href=&#034;http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/lbm1.c.336441.de&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Der Verfassungsschutz von Brandenburg verf&#228;hrt da ganz &#228;hnlich&lt;/a&gt;: &#8222;Sie [&#8222;extremistische&#8220; Bestrebungen] richten sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. So streben Teile des linksextremistischen Spektrums beispielsweise eine &#034;Diktatur des Proletariats&#034; an. Rechtsextremisten wollen statt dessen einen rassistischen &#034;totalen F&#252;hrerstaat&#034; errichten. Und Islamisten sind auf einen &#034;Gottesstaat&#034; ausgerichtet. Gewalt wird dabei h&#228;ufig als Mittel zur Durchsetzung der jeweiligen Ziele bef&#252;rwortet, propagiert oder sogar praktiziert.&#8220; Die &#8222;ideologische N&#228;he&#8220; zwischen den beiden beschr&#228;nkt sich also auf eine linke Deklination der Extremismustheorie, nur dass in dieser Variante implizit die &#8222;freiheitliche demokratische Grundordnung&#8220; als antirassistisch, antisexistisch und frei von jeglichen anderen Formen von Diskriminierung gesetzt wird. Wer h&#228;ufiger auf den Strassen als in den G&#228;ngen der Uni unterwegs ist, d&#252;rfte sie durchaus anders erlebt haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Noch peinlicher wird es, wenn der Autor &#8222;puristische Salafisten&#8220; als &#8222;unpolitische Skinheads mit Bart und ohne Alkohol&#8220; bezeichnet. Mal abgesehen davon, dass der Autor nicht die geringste Ahnung der Skinhead-Subkultur zu haben scheint, ist die Unterteilung der Salafisten in verschiedene Niveaus des Extremismus typischer Politologenquatsch. Er schreibt &#252;ber &#8222;puristische Salafisten&#8220;: &#8222;Als puristisch-salafistisch sind insbesondere die Anh&#228;ngerinnen von Predigern wie al-Albani und al-Madkhali zu bezeichnen, die beide in der Entwicklung des Salafismus in Saudi-Arabien entscheidende Rollen spielten. Deren Denken pr&#228;gt in Deutschland eine Reihe von Moscheegemeinden insbesondere in gr&#246;&#223;eren St&#228;dten. Diese Gemeinden sind zwar theologisch radikal, ihnen kann jedoch keine im engen Sinne politisch radikale Gesinnung unterstellt werden.&#8220; Nur, wie misst man genau eine &#8222;politisch radikale Gesinnung&#8220;? Da diese Moscheen vermutlich weitgehend von Saudiarabien finanziert werden, w&#228;re also das saudische Regime auch bloss &#8222;theologisch radikal&#8220;? Ihm kann gewiss keine &#8222;politisch radikale Gesinnung unterstellt werden&#8220;, schliesslich ist es mit den USA und Israel verb&#252;ndet und spielt somit geopolitisch im gleichen Team wie der Autor.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im gleichen Stil geht's weiter, wenn der Autor beim &#8222;djihadistischen Salafismus&#8220; ankommt. Claudia Dantschke mag die salafistische Szene tats&#228;chlich sehr gut kennen, doch ihre Analogie zwischen diesem Spektrum und der freien Kameradschaftsszene tr&#228;gt &#252;berhaupt nichts zum Verst&#228;ndnis des einen oder des anderen bei. &#8222;Gewaltbereitschaft&#8220; ist allgemein kein sinnvoller Indikator f&#252;r die Radikalit&#228;t oder den Charakter einer politischen Bewegung, denn diese h&#228;ngt sehr stark vom gesellschaftlichen Kontext ab. Man braucht nicht Alkohol zu trinken, um sich an Krawallen zu beteiligen, bei den Aufst&#228;nden in &#196;gypten und Tunesien beteiligten sich auch Islamisten an den Strassenk&#228;mpfen. Der Staat erf&#252;llt allerdings in diesem Bereich seine antifaschistischen Pflichten, somit spricht der Autor die Antifa von jeglicher Pflicht frei.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Den &#8222;politischen Salafismus&#8220; soll die Antifa hingegen bek&#228;mpfen, dieser steht in Biskamps Politologenschema zwischen den beiden anderen: &#8222;Der politische Salafismus ist weder bereit, sich quietistisch auf den Aufruf zu einer islamisch-korrekten Lebensf&#252;hrung im Privaten zu beschr&#228;nken, noch propagiert er offen Gewalt gegen die staatliche Ordnung.&#8220; Zumindest kann sich hier kein Antifa ob der exzessiven Komplexit&#228;t der Analyse beklagen. Die Worte sind klar, jetzt sind wir bei der wissenschaftlich abgesegneten Mission der Antifa. Wer mehr wissen m&#246;chte, wird auch hier nicht satt. Man sagt sich als Leser, dass es doch m&#246;glich sein m&#252;sste, die Diskurse der jeweiligen Prediger zu analysieren und so herauszufinden, ob sie eher auf der Linie der Muslimbr&#252;der, Al Qaida oder des IS sind. Dem Autor geht es jedoch gar nicht darum, er analysiert politische Str&#246;mungen nicht als solche, sondern beschr&#228;nkt sich darauf, den Extremismus-Anteil zu messen. Was die Antifa genau tun soll, pr&#228;zisiert der Autor auch nicht, er bel&#228;sst es bei der folgenden Warnung: &#8222;Antifaschistisches Engagement sollte m&#246;glichst nicht dazu f&#252;hren, dass diese Leute st&#228;rker ins Rampenlicht der &#214;ffentlichkeit r&#252;cken und sich dort im schlimmsten Falle noch als Opfer inszenieren k&#246;nnen.&#8220; Doch wenn die Nazidemo mit 20 Leuten durch die leeren Strassen von Kaffhausen dank der antifaschistischen Gegenmobilisierung ein mediales Echo bekommt, ist das gleiche auch in Bezug auf eine Koranverteilung denkbar. Und eins wissen wohl, im Gegensatz zu den meisten Antifaschisten, sowohl die Nazis als auch die Salafisten: Es gibt keine schlechte Werbung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Schluss wird der Vergleich noch tollk&#252;hner: Der Islamische Staat sei der Nationalsozialismus des Salafismus. Es ist wieder eine typische Politologenanalogie, welche die Komplexit&#228;t des Ph&#228;nomens verdeckt. Genau wie sich der &#8222;Rechtsextremismus&#8220; nicht auf Nazis beschr&#228;nkt, beschr&#228;nkt sich der Salafismus nicht auf Anh&#228;nger des IS. Gem&#228;ss dieser Logik ist Zawahiri kein echter &#8222;djihadistischer Salafist&#8220;, schliesslich &lt;a href=&#034;http://www.longwarjournal.org/archives/2015/09/zawahiri-says-islamic-states-caliphate-not-based-on-prophetic-method.php&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;verurteilt er das Kalifat des IS aufgrund einer mangelnden &#8222;prophetischen Methode&#8220;&lt;/a&gt;. Hier zeigt sich die D&#252;rftigkeit der Analyse in aller Deutlichkeit: Aufgrund einer total verfehlten Schematik ist der Autor nicht einmal f&#228;hig, den Konflikt zwischen Al Qaida und dem IS zu erfassen. Es hat zumindest den Vorteil, dass er daran nichts &#228;ndern muss, sollte Al Qaida eines Tages tats&#228;chlich ein Verb&#252;ndeter der USA werden, wie vor kurzem &lt;a href=&#034;http://www.thedailybeast.com/articles/2015/08/31/petraeus-use-al-qaeda-fighters-to-beat-isis.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;von Dan Petraeus gefordert&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Alles in allem weiss man also nach der Lekt&#252;re dieses Texts nicht mehr als vorher, die Antifaschisten kennen nun zumindest ihre neue Mission. Der Autor macht den gleichen Fehler wie etliche Politologen und Soziologen: Er erstellt ein Schema mit verschiedenen Kategorien und dann wird die gesellschaftliche Realit&#228;t aufgrund willk&#252;rlicher Kriterien dort reingepackt. Er verliert kein Wort zur wirklichen Geschichte des politischen Islams, zur Gr&#252;ndung der Muslimbruderschaft 1928 oder zur amerikanischen Unterst&#252;tzung der Mudjahedin in Afghanistan (wobei letztere Auslassung bei den Antideutschen h&#228;ufig ideologische Gr&#252;nde hat). Es gibt also in seinem Schema keine Geschichte und somit logischerweise auch keinen Klassenkampf. Das ganze Weltgeschehen beschr&#228;nkt sich auf einen heroischen Kampf zwischen Kr&#228;ften des Guten (die &#8222;tolerante&#8220; Gesellschaft verteidigt von der Antifa, welche von Uniprofessoren ihre Instruktionen bekommt) und den barbarischen Armeen der Finsternis (&#8222;Rechtsextreme&#8220;, Salafisten). Politisch zeigt sich zudem, dass die antideutsche Ideologie schon lange die Teppichetage der Gesellschaft erreicht hat. Es hat sich eine Art antideutsche Sozialdemokratie etabliert, genau wie ihre ideologischen Wegbereiter besch&#228;ftigt sie sich obsessiv mit den Themen Antisemitismus, Rassismus und Antifaschismus. Wer will kann das ganze, wie unser Salafismus-Experte, noch mit einer Prise Postmodernismus w&#252;rzen und fertig ist der deutsche Durchschnittslinke &#8211; garantiert frei von Extremismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Einleitung zu den drei B&#228;nden zur Kommunisierung</title>
		<link>https://www.kommunisierung.net/Einleitung-zu-den-drei-Banden-zur</link>
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		<dc:date>2014-10-29T20:25:00Z</dc:date>
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		<dc:subject>Gender</dc:subject>

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&lt;p&gt;Die Kommunisierung beschreibt eine kommunistische Revolution ohne &#220;bergangsphase, eine Revolution nicht &#8222;f&#252;r den Kommunismus, sondern durch den Kommunismus&#8220;. Durch die Ergreifung kommunistischer Massnahmen wird gleichzeitig der kapitalistische Feind geschw&#228;cht und die post-revolution&#228;re Welt skizziert. Aufgekommen ist der Begriff in den intensiven theoretischen Debatten in den linkskommunistischen Milieus Frankreichs nach dem Mai 1968. Der Begriff wird in der Regel Gilles Dauv&#233; (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/kommunisierung_vol1_cover.jpg?1689535433' class='spip_logo spip_logo_right' width='90' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Die Kommunisierung beschreibt eine kommunistische Revolution ohne &#220;bergangsphase, eine Revolution nicht &#8222;f&#252;r den Kommunismus, sondern durch den Kommunismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;.&#034; id=&#034;nh6-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Durch die Ergreifung kommunistischer Massnahmen wird gleichzeitig der kapitalistische Feind geschw&#228;cht und die post-revolution&#228;re Welt skizziert. Aufgekommen ist der Begriff in den intensiven theoretischen Debatten in den linkskommunistischen Milieus Frankreichs nach dem Mai 1968. Der Begriff wird in der Regel Gilles Dauv&#233; zugeschrieben, der ihn als erster in der Zeitschrift &lt;i&gt;Le Mouvement Communiste&lt;/i&gt; gebraucht haben soll&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Dauv&#233;, &#8222;R&#233;volutionnaire? (notes sur la subversion)&#8220; in: Le (...)&#034; id=&#034;nh6-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &lt;br class='autobr' /&gt;
In Zusammenarbeit mit anderen Linkskommunisten wie Fran&#231;ois Martin und Karl Nesic versuchte Dauv&#233;, verschiedene linkskommunistische Str&#246;mungen zusammenzubringen, zu kritisieren und weiterzuentwickeln, z.B. die italienische Bewegung, die mit Amadeo Bordiga in Verbindung gebracht wurde, die Zeitschrift &lt;i&gt;Invariance&lt;/i&gt; von Jacques Camatte, den deutsch-holl&#228;ndischen R&#228;tekommunismus und franz&#246;sische Str&#246;mungen wie &lt;i&gt;Socialisme ou Barbarie&lt;/i&gt; und die Situationistische Internationale. &lt;br class='autobr' /&gt;
Diese theoretischen Entwicklungen h&#228;ngen stark mit der erstmaligen &#220;bersetzung zentraler Marxscher Texte zusammen. Die &lt;i&gt;Grundrisse der politischen &#214;konomie&lt;/i&gt; erschienen zum ersten Mal 1967-1968 auf Franz&#246;sisch und hatten einen betr&#228;chtlichen Einfluss auf die Debatten im linkskommunistischen Milieu Frankreichs. Auch der Entwurf des Kapitels 6 des &lt;i&gt;Kapitals&lt;/i&gt;, &lt;i&gt;Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses&lt;/i&gt;, erschien 1968 zum ersten Mal auf Franz&#246;sisch in der Gesamtausgabe der Pl&#233;iade, herausgegeben von Maximilien Rubel und Louis Janover.&lt;br class='autobr' /&gt;
Neben dem Milieu um Gilles Dauv&#233; ist die Zeitschrift &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt; eine weitere theoretische Quelle der Kommunisierung. Die Gruppe konstituierte sich 1975 und die erste Nummer von &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt; erschien 1977. Einige Mitglieder gaben 1972 und 1973 die Zeitschrift &lt;i&gt;Intervention communiste&lt;/i&gt; heraus und waren zuvor an der Zeitschrift &lt;i&gt;Cahiers du Communisme de Conseil&lt;/i&gt; beteiligt. Diese war verbunden mit der &lt;i&gt;Information Correspondance Ouvri&#232;res&lt;/i&gt;, aus welcher nach 1973 &lt;i&gt;&#201;changes et mouvement&lt;/i&gt; entstand.&lt;br class='autobr' /&gt;
Im Gegensatz zu Dauv&#233;s Ansatz war f&#252;r Th&#233;orie communiste die Kommunisierung nicht schon immer m&#246;glich, sondern wurde erst durch die &#8222;Restrukturierung&#8220; des Kapitalismus in den 1970er Jahren m&#246;glich gemacht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Th&#233;orie communiste, op. cit.&#034; id=&#034;nh6-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Diese &#8222;Restrukturierung&#8220; ist f&#252;r Th&#233;orie communiste das Ende eines Kampfzyklus und beginnt &lt;i&gt;grosso modo&lt;/i&gt; nach der &#214;lkrise 1973. Dieser neue Zyklus ist gleichbedeutend mit dem Beginn der zweiten Phase der reellen Subsumtion und v.a. dem Ende der Arbeiterbewegung: &#8222;Diese Arbeiteridentit&#228;t, wie auch immer die sozialen und politischen Formen ihrer Existenz sein m&#246;gen (von den kommunistischen Parteien bis zur Autonomie; vom sozialistischen Staat bis zur den Arbeiterr&#228;ten), gr&#252;ndete in ihrer Totalit&#228;t auf dem Widerspruch, der sich in dieser Phase der reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital entwickelte, zwischen, einerseits, der Schaffung und Entwicklung einer Arbeitskraft, die vom Kapital auf eine immer kollektivere und sozialere Art und Weise bewerkstelligt wurde, und, andererseits, den Formen der Aneignung dieser Arbeitskraft durch das Kapital im unmittelbaren Produktions- und im Reproduktionsprozess. Das ist die konflikgeladene Situation, die sich in diesem Kampfzyklus als Arbeiteridentit&#228;t entwickelte, die ihre Pr&#228;gungen und ihre unmittelbaren Auffassungsmodalit&#228;ten in der &#8222;grossen Fabrik&#8220; fand; in der Dichotomie zwischen Anstellung und Arbeitslosigkeit, Arbeit und Ausbildung; in der Unterwerfung des Arbeitsprozesses unter das Sammeln der Arbeiter; im Verh&#228;ltnis zwischen L&#246;hnen, Wachstum und Produktivit&#228;t innerhalb eines nationalen Territoriums; in den institutionellen Repr&#228;sentationen, welche all dies implizierte, sowohl in der Fabrik als auch auf Staatsebene; in der Abriegelung der Akkumulation innerhalb eines nationalen Territoriums.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh6-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Dieser neue Zyklus des Kapitalismus ist die materielle Grundlage f&#252;r jenen wirtschaftspolitischen Ansatz, welche Linke gemeinhin als Neoliberalismus bezeichnen. Doch im Gegensatz zur idealistischen Idee, dass das Aufkommen dieser Ideologie dem Keynesianismus den Gnadenstoss versetzt hat, ist es eher so, dass diese Ideologie eben genau das reale Scheitern des Keynesianismus zur Grundlage hat. Diese Restrukturierung hatte betr&#228;chtliche Konsequenzen f&#252;r die Modalit&#228;ten der kapitalistischen Ausbeutung: &#8222;Die Restrukturierung als Niederlage, Ende der 1960er Jahre und w&#228;hrend den 1970er Jahren, dieses auf die Arbeiteridentit&#228;t gegr&#252;ndeten Kampfzyklus hatte als Inhalt die Zerst&#246;rung all dessen, was zu einem Hindernis der Fluidit&#228;t der Selbstvoraussetzung des Kapitals geworden war. Man fand einerseits alle Trennungen, Absicherungen, Vorschriften, welche der Wertminderung der Arbeitskraft entgegen standen, da sie verhinderten, dass die gesamte Arbeiterklasse, weltweit, in der Kontinuit&#228;t ihrer Existenz, ihrer Reproduktion und ihrer Vergr&#246;sserung, sich als solche dem gesamten Kapital stellen musste. Man fand andererseits alle Zw&#228;nge des Kreislaufs, des Umschlags, der Akkumulation, welche die Umwandlung der &#220;berproduktion in Mehrwert und zus&#228;tzliches Kapital verhinderten. Jegliche &#220;berproduktion muss &#252;berall ihren Markt, jeglicher Mehrwert &#252;berall seine M&#246;glichkeit, als zus&#228;tzliches Kapital zu operieren, d.h. die M&#246;glichkeit, sich in Produktionsmittel und Arbeitskraft umzuwandeln, finden k&#246;nnen, ohne dass eine Formalisierung des internationalen Zyklus (Ostblock, Peripherie) diese Umwandlung &#252;berbestimmt. Das Finanzkapital war der leitende Architekt dieser Restrukturierung. Mit der in den 1980er Jahren vollendeten Restrukturierung fallen die Mehrwertproduktion und die Reproduktion der Produktionsbedingungen desselben zusammen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh6-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Detailliertere Ausf&#252;hrungen zu Th&#233;orie communiste und dem Milieu um Gilles Dauv&#233; findet man in den beiden Texten &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Bringt-eure-Toten-raus&#034;&gt;&#8222;Bringt eure Toten raus&#8220;&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Theorie-communiste-und-Troploin&#034;&gt;&#8222;Th&#233;orie communiste und Troploin&#8220;&lt;/a&gt; in diesem Band.&lt;br class='autobr' /&gt;
Begleitet wurde dieser epochale Wandel von einem &#8222;Bruch in der Theorie der Revolution&#8220;, wie es im Titel eines 2003 ver&#246;ffentlichten Buches von den &#201;ditions Senonevero, dem Verlag von Th&#233;orie communiste, formuliert wurde&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Fran&#231;ois Danel (Hg.), Rupture dans la th&#233;orie de la r&#233;volution, Marseille, (...)&#034; id=&#034;nh6-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der zentrale Widerspruch der Situationistischen Internationalen ist Ausdruck dieses Wandels: &#8222;Die Arbeiterr&#228;te bewahren die Abschaffung der Arbeit vor der Gefahr, keine Handlung der Klasse mehr und die Abschaffung der Arbeit bewahrt die Arbeiterr&#228;te davor, nur eine Affirmation dieser Klasse zu sein. Die situationistische Theorie kann die Negation nur als Affirmation von etwas anderem hervorbringen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Roland Simon, Histoire critique de l'ultragauche. Trajectoire d'une balle (...)&#034; id=&#034;nh6-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Die Texte &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Der-Aktivismus-als-hochstes&#034;&gt;&#8222;Der Aktivismus als h&#246;chstes Stadium der Entfremdung&#8220;&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Nieder-mit-dem-Proletariat-es-lebe&#034;&gt;&#8222;Nieder mit dem Proletariat&#8220;&lt;/a&gt; in diesem Band sind Ausdr&#252;cke dieses &#8222;Bruchs in der Theorie der Revolution&#8220;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Im Jahr 2004 wurde die Zeitschrift &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; lanciert. Diese &#8222;internationale Zeitschrift zur Kommunisierung&#8220; (in Tat und Wahrheit war es eher eine &#8222;franz&#246;sische Zeitschrift zur Kommunisierung&#8220;) brachte Th&#233;orie communiste und verschiedene Einzelpersonen haupts&#228;chlich aus Paris zusammen. Auch Gilles Dauv&#233; und Karl Nesic hatten eine Einladung erhalten, an diesem Projekt teilzunehmen, sie haben diese jedoch aufgrund ihrer Meinungsverschiedenheiten mit Th&#233;orie communiste abgelehnt: &#8222;Falls wir (gem&#228;ss TC) in einen idealistischen Humanismus abgleiten oder falls TC (gem&#228;ss uns) in einen deterministischen Strukturalismus abgleitet, verhindert das jegliche gemeinsame theoretische Arbeit und macht sogar jegliche Diskussion schwierig. Wir k&#246;nnen nur debattieren, wenn wir uns im wesentlichen einig sind, wenn wir uns einig sind bez&#252;glich der zu stellenden Fragen und diese einfach anders beantworten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Gilles Dauv&#233; und Karl Nesic, &#8222;Communisation: un Appel et une Invite&#8220;, 2004.&#034; id=&#034;nh6-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Der Text eines anderen Milieus aus Paris w&#228;re hingegen fast in &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; ver&#246;ffentlicht worden, es war damals als &#8222;les tiqquniens&#8220; (&#8222;die Tiqqunianer&#8220;) bekannt. Diese Bezeichnung leitet sich vom Namen der Zeitschrift &lt;i&gt;Tiqqun&lt;/i&gt; ab, von welcher zwischen 1999 und 2001 zwei Nummern erschienen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mehrere Texte dieser Zeitschrift sind auf Deutsch ver&#246;ffentlicht worden: (...)&#034; id=&#034;nh6-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. 2005 wurde der Text &#8222;Appel&#8220; (&#8222;Aufruf&#8220;) zur Ver&#246;ffentlichung in &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; Nr. 2 vorgeschlagen. In diesem Text wird die Kommunisierung folgendermassen konzipiert: &#8222;So wie wir es verstehen, kann der Prozess der Einf&#252;hrung des Kommunismus' nur die Form eines Gef&#252;ges von Akten der &lt;i&gt;Kommunisierung&lt;/i&gt; annehmen; durch das Teilen dieses und jenes Raumes, dieser und jener Ger&#228;te, dieses und jenes Wissens. Das hei&#223;t die Ausarbeitung der Formen des Teilens, die mit ihnen verkn&#252;pft sind. Der Aufstand an sich ist nur ein Beschleuniger, ein entscheidender Moment in diesem Prozess.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aufruf, S. 66.&#034; id=&#034;nh6-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Ver&#246;ffentlichung dieses Texts in &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; wurde abgelehnt, stattdessen wurden zwei Texte ver&#246;ffentlicht, welche diesen kritisieren, &#8222;Un autre emploi de l'argent&#8220; (&#8222;Ein anderer Gebrauch des Geldes&#8220;) und &#8222;R&#233;flexions autour de 'l'Appel'&#8220; (&#8222;&#220;berlegungen zum 'Aufruf'&#8220;). Diese Texte kritisieren die Konzeption des Kommunismus als einfaches Teilen und die Abwesenheit jeglicher Klassenanalyse. Der zentrale Kritikpunkt ist jedoch die Idee, der Kommunismus w&#228;re bereits innerhalb des Kapitalismus m&#246;glich: &#8222;Wenn man keine Vorbedingung f&#252;r den Kommunismus im Sinne von &#220;bergangsphase, Vergesellschaftung der Produktionsmittel, der T&#228;tigkeiten usw. voraussetzt, ist es offensichtlich, dass man meinen k&#246;nnte, die kommunisierende T&#228;tigkeit sei hier und jetzt m&#246;glich, in den gegenw&#228;rtigen Bedingungen der durch das Geld, das Privateigentum, die Zirkulationsweise der G&#252;ter, Reicht&#252;mer, Wissen usw. vermittelten Beziehungen, anders gesagt, in den wirtschaftlichen und politischen Bedingungen dieser Gesellschaft. Unter diesen Bedingungen ist das Niveau der Kommunisierung gleichbedeutend mit der Kaufkraft einer mehr oder weniger homogenen gegebenen gesellschaftlichen Gruppe. Vom immediatistischen Standpunkt aus k&#246;nnte man meinen, die Erschaffung von Netzwerken der Kooperation, in Form von Orten, Gemeinschaften, &#8222;kommunisierten Bauernh&#246;fen&#8220; sei schon das Erleben und die Praxis des Kommunismus. Doch diese Praxis entspricht dem historischen Kontext der westlichen Demokratie. Und h&#228;ngt im wesentlichen vom Regime der Warenfreiheit ab: Wer bezahlen kann, kann w&#228;hlen. Wenn die Kommunisierung die Verwandlung, die allgemeine Verbreitung, die hegemonial werdende Ausbreitung einer neuen Art der gesellschaftlichen Beziehung ist, welche das Kapital beseitigt (d.h. die Klassen, die Ausbeutung usw.), so sind die im Territorium der kapitalistischen Totalit&#228;t zerstreuten Praktiken der Zusammenlegung wie genauso viele virale Phasen des &#220;bergangs des gesamten gesellschaftlichen &#8222;Organismus&#8220; des Kapitals hin zur Kommunisierung. Doch w&#228;hrend man auf diese Verallgemeinerung wartet, sind es die kapitalistischen Zugangsbedingungen, welche die Zusammenlegung bestimmen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Eine andere Nutzung des Geldes&#8220; in: Meeting, Nr. 2, 2005.&#034; id=&#034;nh6-11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Daraufhin verliessen die Tiqqunianer (die in der Folge eher Appellisten genannt werden) Paris, um ihre Konzeption der Kommunisierung in Tarnac und den umliegenden Gemeinden zu verwirklichen. Im Gegensatz zu ihren Kritikern, welche bis 2008 noch zwei weitere Nummern von &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt; herausgaben, bevor das Projekt eingestellt wurde, wurden sie dank der Aff&#228;re von Tarnac 2008 und der Ver&#246;ffentlichung des Buches &lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Unsichtbares Komitee, Der kommende Aufstand, Hamburg, Edition Nautilus, 2010.&#034; id=&#034;nh6-12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; weltweit bekannt. Die deutschsprachige &#214;ffentlichkeit kann jedoch an dieser Stelle beruhigt werden: Es handelt sich weder um Nazis&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Johannes Thumfart, &#8222;Links ist das nicht!&#8220; in: Jungle World, Nr. 47, (...)&#034; id=&#034;nh6-13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, noch um das &#8222;wichtigste linke Theoriebuch unserer Zeit&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Nils Minkmar, &#8222;Seid faul und militant!&#8220; in: Frankfurter Allgemeine (...)&#034; id=&#034;nh6-14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; oder den &#8222;radikalste[n] und problematischste[n] Ausdruck eines neuen gesellschaftlichen Unbehagens&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Der kommende Aufstand&#8220; in: Der Spiegel, Nr. 47, 22. November 2010.&#034; id=&#034;nh6-15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sondern schlicht um ein postmodernes Pamphlet einiger Pariser Autonomer, welche ins franz&#246;sische Hinterland umzogen, um ein bisschen Kommunismus zu spielen, und dabei vermutlich aufgrund der dilettantischen Arbeit eines britischen Spions ins Visier des Antiterrorgesetzes gerieten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe &#8222;Spitzel-Aff&#228;re um Mark Kennedy erreicht Frankreich&#8220;&#034; id=&#034;nh6-16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Doch auch die Arbeit von Th&#233;orie communiste inspirierte Projekte ausserhalb Frankreichs, obwohl ihnen eine Erw&#228;hnung in den Feuilletons der b&#252;rgerlichen Zeitungen nicht verg&#246;nnt war. In Schweden entstand 2002 die Zeitschrift &lt;a href=&#034;https://www.riff-raff.se/en/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;riff-raff&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; und in Griechenland 2006 &lt;a href=&#034;https://www.blaumachen.gr/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Blaumachen&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;. In England spalteten sich die Beteiligten der Zeitschrift &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; 2005 nach einer gemeinsamen Lekt&#252;re einiger Texte von Th&#233;orie communiste ab und aus dieser Spaltung entstand die Zeitschrift &lt;a href=&#034;https://endnotes.org.uk/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;. Ausserdem entstand in Italien das Kollektiv &lt;a href=&#034;https://illatocattivo.blogspot.ch/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Il lato cattivo&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; und in Tschechien &lt;a href=&#034;https://pratelekomunizace.wordpress.com/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;P&#345;&#225;tel&#233; komunizace&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, welche v.a. Texte &#252;bersetzen, aber manchmal auch selber Texte verfassen. Aus der Begegnung dieser Kollektive entstand die &#8211; dieses Mal wirklich internationale &#8211; Zeitschrift &lt;a href=&#034;https://www.sicjournal.org/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die erste Nummer von &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt; erschien im November 2011 und die zweite im Februar 2014. Allerdings hat Th&#233;orie communiste in der Zwischenzeit (im August 2013) das Projekt verlassen. Diese Entwicklung hat einerseits theoretische, andererseits konkrete Gr&#252;nde. Der konkrete Anlass, welcher zur Spaltung f&#252;hrte, war eine Reihe von sexistischen Beleidigungen eines Beteiligten von &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt; gegen&#252;ber einer Beteiligten am Treffen in Campestre im Sommer 2013&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Th&#233;orie communiste, &#8222;Das Spiel ist aus&#8220;.&#034; id=&#034;nh6-17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der theoretische Grund hingegen ist die Einf&#252;hrung eines Genderwiderspruchs von Th&#233;orie communiste seit der 2012 ver&#246;ffentlichten Nr. 24. In dieser theoretischen Entwicklung kommt Th&#233;orie communiste zum Schluss, dass der Klassenwiderspruch nicht gen&#252;gt, um die kapitalistische Gesellschaft zu definieren. Viel mehr generiert das Kapital als prozessierender Widerspruch zwei Widerspr&#252;che, den Klassen- und den Genderwiderspruch: &#8222;Der Widerspruch zwischen den M&#228;nnern und den Frauen ist die Genderunterscheidung, so wie er existiert und sich abspielt, er erlaubt uns, von der Notwendigkeit seiner Aufhebung und der Notwendigkeit der Aufhebung aller Vermittlungen f&#252;r den &#8222;Erfolg&#8220; der Kommunisierung zu sprechen. Wir analysieren die Genderunterscheidung vom Standpunkt ihrer Aufhebung aus, weil wir von ihrer konkreten, aktuellen Existenz ausgehen. Die diesem Widerspruch eigene Dynamik l&#228;sst ihn als Besonderheit der Totalit&#228;t existieren, welche das Kapital als prozessierender Widerspruch ist. Die Frauen wollen nicht bleiben, was sie sind, wie es Marx bez&#252;glich der Proletarier in der &lt;i&gt;Deutschen Ideologie&lt;/i&gt; formulierte. Sie wollen nicht bleiben, was sie sind, weil ihre eigene Situation ein Widerspruch in der kapitalistischen Produktionsweise und durch sie ist: die Arbeit als Problem (der &#8222;auftauchende Widerspruch&#8220;, die Bev&#246;lkerung als prinzipielle Produktivkraft im Kapitalismus ist nicht mehr selbstverst&#228;ndlich, die nat&#252;rliche Unterscheidung wird durch die Kontingenz untergraben). Doch die Arbeit als Problem nimmt nicht die Form vom Frauenkampf an, die Arbeit als Problem ist gleichbedeutend mit dem Kampf der Frauen gegen ihre eigene Definition als solche.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#8222;Einige kritische Anmerkungen zu 'Gender und Klassen. (...)&#034; id=&#034;nh6-18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;br class='autobr' /&gt;
Diese theoretische Entwicklung f&#252;hrte unter den Beteiligten von &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt; einerseits zu einer intensiven Diskussion der Genderfrage, andererseits zu einer Hinterfragung des hegelianischen Begriffs des &#8222;Widerspruchs&#8220;. F&#252;r &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; ist es sowohl sinnlos von Klassen- als auch von Genderwiderspruch zu sprechen: &#8222;F&#252;r uns hat ein Widerspruch zwischen Arbeitern und Kapital genauso wenig Sinn wie einer zwischen M&#228;nnern und Frauen. Eigentlich ist der einzige &#8222;Widerspruch zwischen&#8220; jener, mit welchem Marx die erste Ausgabe des &lt;i&gt;Kapitals&lt;/i&gt; beginnt, n&#228;mlich der Widerspruch zwischen Gebrauchs- und Tauschwert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Begriff des &#8222;Klassenwiderspruchs&#8220; ist grunds&#228;tzlich mit der (...)&#034; id=&#034;nh6-19&#034;&gt;19&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Letztendlich sind kapitalistische gesellschaftliche Beziehungen widerspr&#252;chlich, weil sie auf dem Tausch &#228;quivalenter Werte beruhen &#8211; gemessen durch die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zu ihrer Produktion &#8211; und gleichzeitig untergraben sie diese Grundlage, weil sie dazu tendieren, menschliche Arbeitskraft vom Produktionsprozess zu verdr&#228;ngen (das dr&#252;ckt sich paradoxerweise als Arbeits&#252;berlastung f&#252;r die einen und komplette oder partielle Arbeitslosigkeit f&#252;r andere aus). Die Wirtschaft ist also eine gesellschaftliche T&#228;tigkeit, welche auf einem &lt;i&gt;logischen&lt;/i&gt; Widerspruch basiert, dieser breitet sich in der Zeit als Unfreiheit aus, als praktische Unm&#246;glichkeit f&#252;r die menschlichen Wesen, zu sein, was sie sein m&#252;ssen: 'Mit der durch sie selbst produzierten Akkumulation des Kapitals produziert die Arbeiterbev&#246;lkerung also in wachsendem Umfang die Mittel ihrer eignen relativen &#220;berz&#228;hligmachung.'&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx, Kapital, Bd. 1, MEW Bd. 23, S. 659. Zum logischen Charakter des (...)&#034; id=&#034;nh6-20&#034;&gt;20&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Dieser Widerspruch verursacht etliche Antagonismen innerhalb kapitalistischer Gesellschaften, der Klassenantagonismus ist einer davon. Andere existieren: Ethnie, Gender, Sexualit&#228;t, Nation, Handel oder F&#228;higkeiten, religi&#246;ser Glaube, Status Immigrant usw. Es w&#228;re unm&#246;glich, alle Antagonismen der kapitalistischen Gesellschaft zu denken, wenn Antagonismus und Widerspruch nicht klar abgegrenzt w&#252;rden (sonst w&#228;re es notwendig, sich f&#252;r jeden Antagonismus einen anderen Widerspruch einfallen zu lassen).&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Vorwort Endnotes 3&#8220;.&#034; id=&#034;nh6-21&#034;&gt;21&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Auch das Vorwort der zweiten Nummer von &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt; bezieht sich auf den Abschiedstext von Th&#233;orie communiste. Es liegt vermutlich v.a. an der Uneinigkeit der Beteiligten, dass der Widerspruch an und f&#252;r sich und der Genderwiderspruch im besonderen nicht konkret angesprochen wird. Der Ausstieg von Th&#233;orie communiste wird einfach kurz zusammengefasst: &#8222;Vor einigen Monaten entschieden die Mitglieder der franz&#246;sischen Theoriegruppe Th&#233;orie Communiste (TC), &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt; zu verlassen. Diese Entwicklung war besonders wichtig, denn die theoretische Arbeit von TC war der Eckpunkt der Lancierung von &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt;. Doch das Leben geht weiter und Probieren geht &#252;ber Studieren: Die F&#228;higkeit von &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt;, kreativ gemeinsam zu funktionieren und Theorie auszuarbeiten wird in Zukunft das einzige entscheidende Kriterium f&#252;r das Projekt sein (nat&#252;rlich abgesehen von allgemeinen Entwicklungen). Das Verlassen des Tischs bedeutet nicht, dass das Essen darauf nicht mehr geniessbar ist, und spricht auch niemanden von gegenw&#228;rtigen oder vergangenen S&#252;nden frei. Da die Geschichte sich nicht darum k&#252;mmern wird, in der Angelegenheit irgendein Urteil zu sprechen, gen&#252;gt es zu sagen, dass wir sowohl TC als auch &lt;i&gt;Sic&lt;/i&gt; eine konstruktive Zukunft w&#252;nschen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Dies ist kein Vorwort&#8220;.&#034; id=&#034;nh6-22&#034;&gt;22&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;br class='autobr' /&gt;
Trotz diesen Meinungsverschiedenheiten wird die Genderfrage nach wie vor auf beiden Seiten intensiv diskutiert. Diese theoretische Debatte hat den Verdienst, dass diese Problematik zum ersten Mal in linkskommunistischen Zusammenh&#228;ngen konkret theoretisch diskutiert und deren L&#246;sung nicht einfach stillschweigend auf den Tag nach der Revolution verlegt wird. Deswegen, aber nicht nur, ist die Kommunisierung eine der interessantesten theoretischen Entwicklungen des Linkskommunismus in den letzten Jahren. Es ist ein Milieu, wo theoretische Probleme ausf&#252;hrlich diskutiert werden und ohne identit&#228;re Scheuklappen auf diverse Debatten eingegangen wird. Im Unterschied zur fast ausschliesslich akademischen Neuen Marx-Lekt&#252;re in Deutschland und zum ebenfalls fast ausschliesslich akademischen Operaismus in Italien (der allerdings zusammenfiel mit Arbeiterk&#228;mpfen, welche weite Teile dieser Theorie in der Praxis best&#228;tigten), entstand die Kommunisierung ausserhalb der Universit&#228;ten. Und obwohl sie in der Zwischenzeit v.a. in den USA an Universit&#228;ten vermehrt diskutiert wird, ist die akademische Welt nach wie vor kein wesentlicher Faktor f&#252;r theoretische Entwicklungen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Juli 2014&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb6-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Kommunisierung-im-Prasens&#034;&gt;&#8222;Kommunisierung im Pr&#228;sens&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Dauv&#233;, &#8222;R&#233;volutionnaire? (notes sur la subversion)&#8220; in: &lt;i&gt;Le Mouvement Communiste&lt;/i&gt;, Nr. 4, Mai 1973, S. 2-47.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Th&#233;orie communiste, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Fran&#231;ois Danel (Hg.), &lt;i&gt;Rupture dans la th&#233;orie de la r&#233;volution&lt;/i&gt;, Marseille, Senonevero, 2003.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Roland Simon, &lt;i&gt;Histoire critique de l'ultragauche. Trajectoire d'une balle dans le pied&lt;/i&gt;, Marseille, Senonevero, 2009, S. 265-266.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Gilles Dauv&#233; und Karl Nesic, &#8222;Communisation: un Appel et une Invite&#8220;, 2004.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mehrere Texte dieser Zeitschrift sind auf Deutsch ver&#246;ffentlicht worden: &lt;a href=&#034;https://www.bloom0101.org/bloomall.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Theorie vom Bloom&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Z&#252;rich/Berlin, Diaphanes, 2003; &lt;a href=&#034;https://www.bloom0101.org/kybernetik.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Kybernetik und Revolte&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Z&#252;rich/Berlin, Diaphanes, 2007; &lt;a href=&#034;https://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/einfuehrung%20in%20den%20buergerkrieg.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Einf&#252;hrung in den B&#252;rgerkrieg&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Z&#252;rich, MG+R &#8211; Dataretribal, 2007; &lt;a href=&#034;https://www.merve.de/index.php/book/show/376&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Grundbausteine einer Theorie des Jungen-M&#228;dchens&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Berlin, Merve Verlag, 2009; &lt;a href=&#034;https://www.laika-verlag.de/edition-theorie/anleitung-zum-b%C3%BCrgerkrieg&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Anleitung zum B&#252;rgerkrieg&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Hamburg, Laika Verlag, 2012; &lt;a href=&#034;https://www.laika-verlag.de/edition-theorie/alles-ist-gescheitert-es-lebe-der-kommunismus&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Alles ist gescheitert, es lebe der Kommunismus&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Hamburg, Laika Verlag, 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://tarnac9.noblogs.org/gallery/5188/Aufruf.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, S. 66.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/Eine-andere-Nutzung-des-Geldes-zum&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Eine andere Nutzung des Geldes&#8220;&lt;/a&gt; in: &lt;i&gt;Meeting&lt;/i&gt;, Nr. 2, 2005.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Unsichtbares Komitee, &lt;a href=&#034;https://www.boelters.de/Aufstand/der-kommende-aufstand.pdf&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, Hamburg, Edition Nautilus, 2010.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Johannes Thumfart, &lt;a href=&#034;https://jungle-world.com/artikel/2010/47/42175.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Links ist das nicht!&#8220;&lt;/a&gt; in: &lt;i&gt;Jungle World&lt;/i&gt;, Nr. 47, 25. November 2010.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Nils Minkmar, &lt;a href=&#034;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/linksterrorismus-seid-faul-und-militant-1573343.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Seid faul und militant!&#8220;&lt;/a&gt; in: &lt;i&gt;Frankfurter Allgemeine Zeitung&lt;/i&gt;, 8. November 2010.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-75261508.html&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Der kommende Aufstand&#8220;&lt;/a&gt; in: &lt;i&gt;Der Spiegel&lt;/i&gt;, Nr. 47, 22. November 2010.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;a href=&#034;https://linksunten.indymedia.org/node/108706&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Spitzel-Aff&#228;re um Mark Kennedy erreicht Frankreich&#8220;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Das-Spiel-ist-aus&#034;&gt;&#8222;Das Spiel ist aus&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Einige-kritische-Anmerkungen-zu&#034;&gt;&#8222;Einige kritische Anmerkungen zu 'Gender und Klassen. Der Generalaufstand, der die M&#228;nner und die Frauen zerst&#246;ren wird'&#8220;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-19&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-19&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-19&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;19&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Begriff des &#8222;Klassenwiderspruchs&#8220; ist grunds&#228;tzlich mit der maoistischen Tradition verbunden. Einige verteidigten seine Marxsche Druckerlaubnis, indem sie auf eine Passage in der Penguin-&#220;bersetzung der Grundrisse verwiesen, wo Marx sich auf eine &#8222;contradiction of capital and wage labour&#8220; (MECW 29, S. 90, &#220;bersetzung von Nicholaus) bezieht. Doch der deutsche Begriff ist Gegensatz, nicht Widerspruch. Der Widerspruch zwischen &#8222;Kapital und Arbeit&#8220; oder &#8222;Kapitalisten und Arbeitern&#8220; wird im Werk von Marx nirgends erw&#228;hnt [Fussnote von &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt;].&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-20&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-20&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-20&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;20&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx, &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;, Bd. 1, MEW Bd. 23, S. 659. Zum logischen Charakter des Widerspruchs bei Marx und Hegel siehe Richard Gunn, &#8222;Marxism and Contradiction&#8220;, &lt;i&gt;Common Sense&lt;/i&gt; 15, 1994 [Fussnote von &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt;].&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-21&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-21&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-21&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;21&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href='https://www.kommunisierung.net/&#8222;Vorwort Endnotes 3&#8220;'&gt;&#8222;Vorwort Endnotes 3&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6-22&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6-22&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6-22&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;22&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Dies-ist-kein-Vorwort&#034;&gt;&#8222;Dies ist kein Vorwort&#8220;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Doc Sportello - Postkapitalismus oder Kommunismus? Eine Kritik des Akzelerationismus</title>
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		<dc:date>2014-09-07T19:56:00Z</dc:date>
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		<dc:subject>Theorie</dc:subject>
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&lt;p&gt;Auf einmal kann es die FAZ nicht mehr erwarten: &#8222;Die Revolution soll sich beeilen&#8220; betitelt sie die Rezension des Sammelbandes zum Akzelerationismus. Auch in anderen b&#252;rgerlichen Feuilletons wurde das Erscheinen des kleinen B&#252;chleins als Ereignis gefeiert. Georg Diez bringt im Spiegel den b&#252;rgerlichen Enthusiasmus f&#252;r diese &#8222;neue linke Theoriestr&#246;mung&#8220; auf den Punkt: &#8222;Sie sind gegen Nostalgie und f&#252;r mehr Fortschritt.&#8220; Ganz schnell vorw&#228;rts zum Postkapitalismus? Da sollte man sich doch (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='https://www.kommunisierung.net/IMG/logo/motorcyclist_in_midtown_manhattan-l1002704.jpg?1689537356' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='100' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Auf einmal kann es die FAZ nicht mehr erwarten: &#8222;Die Revolution soll sich beeilen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;.&#034; id=&#034;nh7-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; betitelt sie die Rezension des Sammelbandes zum Akzelerationismus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Armen Avenassian (Hg.), #Akzeleration, Merve Verlag, 2013.&#034; id=&#034;nh7-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Auch in anderen b&#252;rgerlichen Feuilletons wurde das Erscheinen des kleinen B&#252;chleins als Ereignis gefeiert. Georg Diez bringt im Spiegel den b&#252;rgerlichen Enthusiasmus f&#252;r diese &#8222;neue linke Theoriestr&#246;mung&#8220; auf den Punkt: &#8222;Sie sind gegen Nostalgie und f&#252;r mehr Fortschritt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;.&#034; id=&#034;nh7-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Ganz schnell vorw&#228;rts zum Postkapitalismus? Da sollte man sich doch mal genauer anschauen, wo die Reise denn genau hingehen soll.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Neben Nick Land, einem britischen Philosophen, der dem spekulativen Realismus zugerechnet wird, wird im &#8222;Beschleunigungsmanifest&#8220; auch Karl Marx als wichtiger Vordenker bezeichnet: &#8222;Karl Marx bleibt, neben Land, der beispielgebende Vordenker des Akzelerationismus. Der allzu vertrauten Kritik und sogar dem Verhalten einiger zeitgen&#246;ssischer Marxisten zum Trotz [sic!] m&#252;ssen wir uns daran erinnern, dass Marx selbst &#8211; in dem Bestreben, seine Welt vollst&#228;ndig zu begreifen und zu ver&#228;ndern &#8211; die fortschrittlichsten theoretischen Werkzeuge und empirischen Daten, die ihm zug&#228;nglich waren, nutzte. Er war kein Denker, der sich gegen die Moderne str&#228;ubte, sondern eher einer, der in ihr nach Wegen suchte, um sie zu analysieren und zu ver&#228;ndern. Er verstand, dass der Kapitalismus trotz all seiner Ausbeutung und Korruption das bis dato fortschrittlichste Wirtschaftssystem war und dass dessen Errungenschaften nicht r&#252;ckg&#228;ngig gemacht, sondern &#252;ber die Beschr&#228;nkungen der kapitalistischen Wertsch&#246;pfung hinaus beschleunigt werden sollten.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;, 2.5.&#034; id=&#034;nh7-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Grosso modo&lt;/i&gt; handelt es sich um eine von der angels&#228;chsischen realistischen und analytischen philosophischen Tradition inspirierte Rezeption der (post-)operaistischen Diskussion &#252;ber das Maschinenfragment und den &lt;i&gt;general intellect&lt;/i&gt;. Das Kognitariat war ein Produkt dieser Diskussion und Marx ist daran tats&#228;chlich nicht ganz unschuldig: &#8222;Die Natur baut keine Maschinen, keine Lokomotiven, Eisenbahnen, electric telegraphs, selfacting mules etc. Sie sind Produkte der menschlichen Industrie; nat&#252;rliches Material, verwandelt in Organe des menschlichen Willens &#252;ber die Natur oder seiner Bet&#228;tigung in der Natur. Sie sind &lt;i&gt;von der menschlichen Hand geschaffne Organe des menschlichen Hirns&lt;/i&gt;; vergegenst&#228;ndlichte Wissenskraft. Die Entwicklung des capital fixe zeigt an, bis zu welchem Grade das allgemeine gesellschaftliche Wissen, knowledge, zur unmittelbaren &lt;i&gt;Produktivkraft&lt;/i&gt; geworden ist und daher die Bedingungen des gesellschaftlichen Lebensprozesses selbst unter die Kontrolle des general intellect gekommen und ihm gem&#228;&#223; umgeschaffen sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Grundrisse, MEW 42, S. 602.&#034; id=&#034;nh7-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Wo &#8222;Wissen zur unmittelbaren Produktivkraft&#8220; wird, ist logischerweise ein Platz frei f&#252;r ein neues Subjekt und das Kognitariat wurde von der Philosophie auf diesen Thron gesetzt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ehemalige operaistische Denker wie Toni Negri und Franco &#8222;Bifo&#8220; Berrardi sahen im Kognitariat den einzigen theoretischen Ausweg angesichts des Niedergangs des Massenarbeiters, es bezeichnet die &#8222;Wissensarbeiter&#8220;, die &#8222;kreative Klasse&#8220;. Es ist durchaus m&#246;glich, dass der Begriff vom &#8222;technischen Proletariat&#8220; vom in Italien viel gelesenen Krahl inspiriert ist. Mit Hilfe der &#8222;Multitude&#8220; ist es dazu bestimmt, dem &#8222;Empire&#8220; endg&#252;ltig den Gnadenstoss zu versetzen. Die philosophische Inspiration kam prinzipiell vom franz&#246;sischen Poststrukturalismus, was die h&#228;ufige Rekurrenz von Begriffen wie Bio-Macht, Souver&#228;nit&#228;t usw. erkl&#228;rt. Diese theoretische Entwicklung war eine Reaktion auf die Niederlage im vorhergehenden Kampfzyklus und die darauf folgende Restrukturierung. W&#228;hrend Tronti bis heute geduldig versucht, die Partei von innen zu radikalisieren, hatte ein grosser Teil des Operaismus schon in den 1980er Jahren seinen Glauben an die Arbeiterklasse verloren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Akzelerationismus ist die neueste Frucht dieser Entwicklung, ein Ausdruck des Niedergangs des Kognitariats: &#8222;Ein verschwindend kleines Kognitariat, eine Elite aus Geistesarbeitern, schrumpft mit jedem Jahr.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Beschleunigungsmanifest, op. cit., 2.4.&#034; id=&#034;nh7-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Auch in These 1.2 wird das Verschwinden der mit &#8222;geistiger Arbeit&#8220; besch&#228;ftigten &#8222;Mittelschicht&#8220; beklagt. Trotz dieser bedauernswerten Tatsache verspr&#252;hen die Akzelerationisten einen Optimismus, der in linken Kreisen eher selten geworden ist. Sie tr&#228;umen allen Ernstes davon, &#8222;eine neue globale linke Hegemonie aufzubauen&#8220; (1.6), &#8222;eine soziotechnologische Hegemonie&#8220; (3.11), alles, was es dazu braucht, ist &#8222;eine &#214;kologie von Organisationen, ein Pluralismus aus Kr&#228;ften&#8220; (3.15), wobei jegliche &#196;hnlichkeit mit der Multitude nat&#252;rlich rein zuf&#228;llig ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch im Unterschied zu den Postoperaisten glauben die Akzelerationisten nicht mehr an den traditionellen Aktivismus: &#8222;Die gew&#246;hnlichen Strategien des Marschierens, des Plakatehochhaltens und des Einrichtens vorl&#228;ufiger autonomer Zonen laufen Gefahr, zum beruhigenden Ersatz f&#252;r wirkliche Erfolge zu werden.&#8220; (3.12) Auch gegen ihre Kritik des Alternativismus kann man nicht viel einwenden: &#8222;Dabei f&#246;rdern sie oft Varianten eines neo-primitivistischen Lokalismus zu Tage, als k&#246;nne man sich der abstrakten Gewalt des globalisierten Kapitals mit der fadenscheinigen und fl&#252;chtigen &#187;Authentizit&#228;t&#171; der unmittelbaren Gemeinschaft widersetzen.&#8220; (1.5) Th&#233;orie communiste bezeichnete dieses Ph&#228;nomen 1997 als &#8222;radikalen Demokratismus&#8220; (TC 14) und ihre Kritik ging in eine &#228;hnliche Richtung. Sie steht gewissermassen in einer Kontinuit&#228;t mit der situationistischen Kritik des Aktivismus in den 1970er Jahren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe z.B.: .&#034; id=&#034;nh7-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Kritik am Primitivismus kann aus einer kommunistischen Perspektive ebenfalls geteilt werden, eine blinde Apologie des Fortschritts, begriffen als losgel&#246;st von der kapitalistischen Produktionsweise, hingegen nicht. Falls die Studien zur Finanzwirtschaft, Astrophysik und Mikroprozessortechnik ihnen zwischendurch etwas Zeit lassen, sollte man den Akzelerationisten ans Herz legen, vielleicht auch andere Passagen der Grundrisse als nur das Maschinenfragment zu lesen. Marx war zwar tats&#228;chlich nicht gegen den Fortschritt an sich, erkannte aber sehr wohl, dass er von der kapitalistischen Produktionsweise bestimmt ist. Eine &#228;hnliche Inkoh&#228;renz zeigt sich in ihrer Einsch&#228;tzung des zeitgen&#246;ssischen Kapitalismus: Einerseits wird sehr richtig erkannt, dass es &#8222;keine R&#252;ckkehr zum Fordismus geben&#8220; (3.4) kann, andererseits wollen sie &#8222;die Errungenschaften des Sp&#228;tkapitalismus [&#8230;] bewahren&#8220; (3.1). Nur, was sind diese Errungenschaften, wenn nicht Relikte des Fordismus?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Da verwundert es nicht, dass auch der Aktivismus nur kritisiert wird, um ihm eine alternative Form davon entgegenzusetzen. &#8222;Eine neue globale linke Hegemonie&#8220; (1.6) sollen wir aufbauen, ja, wir m&#252;ssen gar &#8222;verschiedene Formen der Klassenmacht wiederherstellen&#8220; (3.18). Doch selbstverst&#228;ndlich keine Arbeitermacht mithilfe von Streiks, Demos oder anderem altmodischem Zeug, auch die kulturelle Hegemonie w&#228;re f&#252;r die Akzelerationisten wohl etwas gar zu staubig, nein, es geht um den Aufbau &#8222;eine[r] soziotechnologische[n] Hegemonie&#8220; (3.11). Sie wissen auch wie wir das anstellen k&#246;nnen und behaupten &#8222;dass die Technologie genau darum beschleunigt werden muss, weil sie gebraucht wird, um sich in sozialen Konflikten &lt;i&gt;durchzusetzen&lt;/i&gt;&#8220; (3.7). Der tiefere Sinn dieses kryptischen Satzes bleibt mir schleierhaft, auf jeden Fall kann man soweit res&#252;mieren, dass wir die kapitalistische Technologie unbedingt brauchen, um endlich den freien Fortschritt zu entfesseln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ganz allgemein scheinen die Akzelerationisten viel Vertrauen in den &#8222;&#246;ffentlichen Raum&#8220; zu haben, zumindest sofern er virtuell ist. Um den Aufbruch in den Postkapitalismus vorzubereiten, sollten wir eine Art Mont Pelerin Society der Linken gr&#252;nden (3.16). Kohle daf&#252;r nehmen wir von jedem, schliesslich &#8222;brauchen wir Finanzierung, ob durch Regierungen, Institutionen, Think Tanks, Gewerkschaften oder individuelle F&#246;rderer&#8220; (3.20). Dann &#8222;m&#252;ssen wir eine weitreichende Medienreform durchf&#252;hren&#8220;, um die Medien &#8222;so weit wie m&#246;glich in &#246;ffentliche Kontrolle zu bringen&#8220; (3.17). Materialismus sucht man hier vergebens: Der Ansatz erinnert an den Habermasschen &#8222;&#246;ffentlichen Raum&#8220; als &#8222;freier Markt der Diskurse&#8220;. Und wie &#8222;wir eine weitreichende Medienreform durchf&#252;hren&#8220; sollen, bleibt unklar und die Forderung t&#246;nt etwa gleich pathetisch, wie ein Sozialdemokrat, der proklamiert, dass &#8222;wir die Armut beseitigen m&#252;ssen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auch das Konzept der Beschleunigung selbst ist problematisch. Das Konzept der &#220;berwindung des Kapitalismus ohne Moment des Bruches steht letztendlich in der neukantianischen Tradition Eduard Bernsteins. Es kontrastiert mit der &#8222;Revolution als Notbremse&#8220; von Walter Benjamin, ein Konzept, das sich z.B. auch Mario Tronti zu eigen gemacht hat. Die &#8222;Revolution als Notbremse&#8220; unterstreicht die Notwendigkeit des Bruches. Keine langfristige Entwicklung wird jemals dazu f&#252;hren, dass der Kapitalismus einfach abstirbt, unabh&#228;ngig von jeglicher Beschleunigung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Letzten Endes versucht also der Akzelerationismus ein Programm f&#252;r das sich im Niedergang befindende Kognitariat zu skizzieren. Obwohl dieser Niedergang im Manifest explizit unterstrichen wird, ist es nichts anderes als eine Affirmation des Kognitariats, das als Subjekt pr&#228;sentiert wird, welches f&#228;hig w&#228;re, den Zug in Richtung Postkapitalismus aufzugleisen. Zwar wird die Klimaerw&#228;rmung als vom Kapitalismus verschuldetes Problem diagnostiziert, doch alles in allem haben die Akzelerationisten den Kapitalismus v.a. satt, weil er den Fortschritt hemmt (3.3), die Ausbeutung scheint ihnen hingegen herzlich egal zu sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Somit &#252;berrascht es kaum, dass der Postkapitalismus, wie er im Manifest skizziert wird, verd&#228;chtig viele &#196;hnlichkeiten mit dem Kapitalismus aufweist. Schon der Begriff &#8222;postkapitalistische Planung&#8220; (3.8) jagt einem einen Schauer &#252;ber den R&#252;cken. These 3.10 zeigt dann endg&#252;ltig, wohin die Reise gehen soll: &#8222;Das chilenische Projekt Cybersyn ist vorbildlich f&#252;r diese experimentelle Haltung &#8211; es verbindet hochentwickelte kybernetische Technologie mit ausgefeilten &#246;konomischen Modellen und einer demokratischen Plattform, die in die technologische Infrastruktur selbst eingelassen ist. In der sowjetischen &#214;konomie der 50er und 60er wurden &#228;hnliche Experimente unternommen, um mit den Mitteln der Kybernetik und der linearen Programmierung die neuartigen Probleme zu l&#246;sen, mit denen sich die fr&#252;he kommunistische &#214;konomie konfrontiert sah.&#8220; Es geht also nicht um Freiheit, sondern um totale Verwaltung. Der Kommunismus kommt nur in dieser Passage als &#8222;erste kommunistische &#214;konomie&#8220; vor (&#8222;first&#8220; ist f&#228;lschlicherweise als &#8222;fr&#252;he&#8220; &#252;bersetzt worden), ist also lediglich Planwirtschaft, einfach viel effizienter als zu Zeiten der UdSSR und mit den modernsten Werkzeugen der Kybernetik.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beim Akzelerationismus handelt es sich also um eine durch und durch reformistische Lesart des Maschinenfragments. F&#252;r all jene, die endlich einmal zum Mond fahren m&#246;chten ist es zweifellos die richtige Ideologie: &#8222;Schlie&#223;lich wird nur eine postkapitalistische, durch akzelerationistische Politik erm&#246;glichte Gesellschaft je in der Lage sein, das Versprechen der Raumfahrtprogramme des mittleren 20. Jahrhunderts einzul&#246;sen &#8211; als Verschiebung &#252;ber eine Welt der minimalen technischen Upgrades hinaus zu allumfassendem Wandel.&#8220; (3.22) F&#252;r alle anderen hingegen ist diese &#8222;Vision einer globalen Verb&#252;rgerlichung des Proletariats&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Erster Kommentar auf .&#034; id=&#034;nh7-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; von geringem Nutzen und wir k&#246;nnen den alten Maulwurf getrost brav weiter w&#252;hlen lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doc Sportello, September 2014&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb7-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/manifest-des-akzelerationismus-die-revolution-soll-sich-beeilen-12722218.html&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/manifest-des-akzelerationismus-die-revolution-soll-sich-beeilen-12722218.html&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Armen Avenassian (Hg.), #Akzeleration, Merve Verlag, 2013.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-politische-rituale-a-938820.html&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/georg-diez-ueber-politische-rituale-a-938820.html&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;a href=&#034;https://istinalog.net/2013/06/24/beschleunigungsmanifest/&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;https://istinalog.net/2013/06/24/beschleunigungsmanifest/&lt;/a&gt;, 2.5.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, Grundrisse, MEW 42, S. 602.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Beschleunigungsmanifest, &lt;i&gt;op. cit.&lt;/i&gt;, 2.4.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe z.B.: &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Der-Aktivismus-als-hochstes&#034; class=&#034;spip_url auto&#034; rel=&#034;nofollow&#034;&gt;https://www.kommunisierung.net/Der-Aktivismus-als-hochstes&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Erster Kommentar auf &lt;a href=&#034;https://anarchistwithoutcontent.wordpress.com/2013/12/05/against-acelerationism-the-need-for-speed/&#034; class=&#034;spip_url spip_out auto&#034; rel=&#034;nofollow external&#034;&gt;https://anarchistwithoutcontent.wordpress.com/2013/12/05/against-acelerationism-the-need-for-speed/&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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