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		<title>Gegen die Partei des Aufstands. Ein Blick auf den Appellismus in den USA</title>
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&lt;p&gt;Der Appellismus ist eine informelle Str&#246;mung des autorit&#228;ren Kommunismus, der auf diesem Kontinent ungef&#228;hr im letzten Jahrzehnt an Boden gewonnen hat. Indem sie Elemente sowohl der revolution&#228;ren Parteistruktur als auch des aufst&#228;ndischen Anarchismus aufnimmt, erfindet diese Tendenz den autorit&#228;ren Kommunismus als etwas neu, das wie informelle Netzwerke aussieht, aber wie eine Partei handelt. &lt;br class='autobr' /&gt;
Appellisten stellen sich in der Regel nicht als Appellisten vor. Der Begriff bezieht sich auf (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.kommunisierung.net/IMG/logo/tarnac_-_eglise_saint-georges.jpg?1714160448' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='113' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der Appellismus ist eine informelle Str&#246;mung des autorit&#228;ren Kommunismus, der auf diesem Kontinent ungef&#228;hr im letzten Jahrzehnt an Boden gewonnen hat. Indem sie Elemente sowohl der revolution&#228;ren Parteistruktur als auch des aufst&#228;ndischen Anarchismus aufnimmt, erfindet diese Tendenz den autorit&#228;ren Kommunismus als etwas neu, das wie informelle Netzwerke aussieht, aber wie eine Partei handelt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Appellisten stellen sich in der Regel nicht als Appellisten vor. Der Begriff bezieht sich auf den &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; (&lt;i&gt;Appel&lt;/i&gt; in der franz&#246;sischen Originalversion) vom Unsichtbaren Komitee, der von einigen der gleichen Autoren wie die Zeitschrift &lt;i&gt;Tiqqun&lt;/i&gt; 1999 geschrieben worden ist. Deshalb werden &#8222;Appellisten&#8220; manchmal auch &#8222;Tiqqunisten&#8220; genannt. Beides sind Begriffe, die von Anarchisten bekannt gemacht worden sind, um der appellistischen Behauptung entgegenzuwirken, sie h&#228;tten keine Ideologie oder kein etabliertes politisches Netzwerk.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die appellistische Verlogenheit diesbez&#252;glich ist Teil einer breiteren Strategie, zu versuchen, nicht mehr als unterscheidbare Gruppe oder unterscheidbares Milieu sichtbar zu sein (sie nennen das &#8222;Undurchsichtigkeit&#8220;). Sie versuchen sodann, unsichtbar verschiedene Aspekte des allt&#228;glichen Lebens in Richtung einer Form des Kommunismus zu organisieren, mit einem Schwerpunkt auf dem Aufbau von Infrastruktur und der Kontrolle dar&#252;ber. Dies geht einher mit der Bem&#252;hung, entscheidend in Momenten des sozialen Konfliktes zu intervenieren, um diese Situationen eskalieren zu lassen, damit die K&#228;mpfe an Territorium gewinnen und die Leute in ihre Infrastruktur hineingezogen werden. Appellisten werden sich typischerweise als Partisanen, Autonome oder Kommunisten bezeichnen, falls sie sich &#252;berhaupt als irgendetwas bezeichnen, obwohl es in Nordamerika g&#228;ngiger ist, dass sie sich auch selektiv als Anarchisten bezeichnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die bekanntesten Ausdr&#252;cke des Appellismus kommen aus Frankreich und sind Werke des Unsichtbaren Komitees, besonders &lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt; (2007) und &lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt; (2014).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In den USA sind die Hauptvertreter des Appellismus die Infoportale &lt;i&gt;Ill Will Edition&lt;/i&gt;&lt;i&gt;s&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Inhabit&lt;/i&gt;, sowie Konten auf den sozialen Medien wie &lt;i&gt;Vitalist International&lt;/i&gt;. Neben der Promotion ihrer amerikanischen Version des Appellismus ver&#246;ffentlichen diese Projekte auch &#220;bersetzungen von &lt;i&gt;Lundi matin&lt;/i&gt;, der zentralen appellistischen Plattform in Frankreich.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aus der Ferne hat die &#8222;Partei des Aufstands&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die Formulierung &#8222;Partei des Aufstands&#8220; wird im Vorschlag 14 des Comit&#233; (...)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; eine verwirrende &#196;hnlichkeit mit den Ideen und Aktivit&#228;ten vieler Anarchisten, denn sie &#252;bernimmt einige zentrale Konzepte des aufst&#228;ndischen Anarchismus wie die Autonomie und die informelle Organisation. Unterschiede zeigen sich typischerweise, wenn wir versuchen gewisse Prinzipien anzusprechen oder wenn ihre Perspektiven zur gesellschaftlichen Stellung und zu gesellschaftlichen Praktiken rund um Macht und Avantgardismus im Verlauf von K&#228;mpfen vor Ort Bedeutung erlangen. Appellisten bewirtschaften diese Art der Verwirrung, denn Ehrlichkeit hinsichtlich ihrer Ideen ist ihrer Strategie nicht zutr&#228;glich, diese setzt voraus, dass sie ihre Perspektiven und Prinzipien je nach Gespr&#228;chspartner &#228;ndern. Klare Positionen beeintr&#228;chtigen die Rekrutierung, da sie weniger Leute ansprechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ziele und Methoden der Appellisten sind, eher als eine &#228;hnliche Sichtweise mit einer anderen Art des Kampfes, in Wirklichkeit inkompatibel mit anarchistischen Zielen und unterminieren hierarchiefreie Selbstorganisation. Darum dieser Text, in welchem wir versuchen, die f&#252;r den antiautorit&#228;ren Kampf sch&#228;dlichen Methoden zu identifizieren und zu einer Kultur der Ehrlichkeit und internen Kritik zu ermutigen, was uns helfen kann, besser zu verstehen, wof&#252;r wir jeweils k&#228;mpfen und auch, mit wem und wie wir uns entscheiden, zu k&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Text werden wir gr&#246;sstenteils unsere Ideen &#252;ber den Appellismus im Verh&#228;ltnis zu appellistischer Theorie darlegen, um zu zeigen, wie unsere Beobachtungen &#252;ber das Milieu durch die Ideologie untermauert werden und ihr inh&#228;rent sind. In Tat und Wahrheit sind jedoch die meisten Leute im appellistischen Milieu keine Theoretiker und die Darlegung der Probleme des Appellismus gest&#252;tzt auf die Theorie wird der H&#228;sslichkeit des appellistischen Verhaltens, der wir im realen Leben begegnet sind, nicht gerecht. Unsere tiefsten Probleme mit der Tendenz kommen wohl oder &#252;bel von pers&#246;nlicher Erfahrung und sind nur insofern verifizierbar, als sie Teil von akkumulierten Erfahrungen diverser Anarchisten sind, denen Appellisten &#252;ber die Jahre auf diesem Kontinent begegnet sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zus&#228;tzlich zu den spezifischen Projekten, die wir mit dieser Tendenz identifizieren k&#246;nnen, gibt es etliche Leute in den USA, die von appellistischen Strategien inspiriert worden sind und versuchen, sie in ihren Netzwerken zur Anwendung zu bringen. Da sich diese Individuen selbst nicht Appellisten nennen und h&#228;ufig die Existenz einer solchen Tendenz bestreiten, ist es verwirrend, von &#8222;Appellisten&#8220; zu sprechen, zumindest im gleichen Sinne, wie wir von &#8222;Anarchisten&#8220; sprechen w&#252;rden, denn letztere identifizieren sich selbst als solche. Zumindest teilweise aufgrund dieser Ambivalenz denken wir, dass es n&#252;tzlicher ist, den Fokus auf das Verst&#228;ndnis der Dynamiken und Methoden des Appellismus und die Kritik jener Projekte, welche appellistische Strategie vorantreiben, zu richten, als zu versuchen, endg&#252;ltig zu identifizieren, wer ein Appellist ist oder nicht. Es gibt viele Leute, die rund um die appellistische Welt kreisen, weil sie in den gleichen gr&#246;sseren K&#228;mpfen engagiert sind oder aufgrund gesellschaftlicher N&#228;he, mehr denn aus ideologischer Hingabe zum Appellismus. Unsere Diskussion des Appellismus in diesem Text soll nicht dazu dienen, diese Leute vor den Kopf zu stossen, sondern einen gewissen Kontext und Bezugsrahmen anzubieten, um sie dabei zu unterst&#252;tzen, ihre eigenen bewussten Entscheidungen zu treffen und nicht manipuliert zu werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Viele der in diesem Text diskutierten Probleme sind &#252;berhaupt nicht auf den Appellismus beschr&#228;nkt. Informelle Hierarchien, schreckliche Analysen, entsetzliche Rassismuspolitik, Frauenfeindlichkeit, Missbrauch, Alibipolitik und die Instrumentalisierung der K&#228;mpfe anderer Leute sind auch in den meisten anarchistischen Szenen in den USA weit verbreitet; wir sind ihnen alle begegnet. Was den Appellismus davon unterscheidet und wir in diesem Text aufzeigen m&#246;chten, ist die Tatsache, dass die angesprochenen Probleme durch die Ideen selbst ausgel&#246;st und gerechtfertigt werden, statt im Widerspruch zu ihnen zu stehen &#8211; sie sind seit langer Zeit und konsistent in den appellistischen Schriften und der appellistischen Organisationsweise vorhanden. Die Konfrontation mit diesen Ideen und ihren Anh&#228;ngern sollten nicht zulasten der Konfrontation mit hierarchischem Verhalten und derartigen Einfl&#252;ssen aus anderen Richtungen gehen, sondern stattdessen unsere F&#228;higkeit zur Kritik im weiten Sinne verbessern und uns helfen, die Verankerung in unsere geteilten Prinzipien zu vertiefen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Das Programm: Territorium und Macht&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das &#8222;Kleine orange Buch&#8220; von Inhabit ist die klarste Darstellung der appellistischen Strategie in den USA, deshalb beginnen wir damit. Inhabit bietet ein Programm an, das aus einigen wenigen einfachen Schritten besteht und damit beginnt: 1) &#8222;Sich finden&#8220; und 2) autonome Infrastruktur oder &#8222;Hubs&#8220; (gew&#246;hnlich rurale Landprojekte oder andere R&#228;ume, wo sie &#8222;die Kommune aufbauen&#8220;) erschaffen. In diesem Prozess des massenhaften &#8222;Ausstiegs&#8220; und des schrittweisen &#8222;Abzugs von Territorium von der Wirtschaft&#8220; erreichen wir schliesslich die Schritte 8 und 9, wo die Infrastruktur &#8222;destituiert&#8220; wird und wir &#8222;unregierbar werden&#8220;, weil wir gen&#252;gend Autonomie aufgebaut haben, um die Regierung und die Wirtschaft &#252;berfl&#252;ssig zu machen. Wenn diese dann verschwinden, werden sie durch die von den Appellisten aufgebauten Kommunen und ihrer Infrastruktur ersetzt: &#8222;Die Macht ergreifen, ohne zu regieren.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Erschaffung autonomer Infrastruktur war von kritischer Bedeutung f&#252;r viele radikalen Bewegungen rund um die Welt und durch die Geschichte hindurch, von konfliktreichen Besetzungen und selbstorganisierten sozialen Zentren in Europa bis zu befreitem Land in Lateinamerika. Die von Inhabit hinsichtlich der Autonomie vorgebrachten Vorschl&#228;ge enthalten jedoch bedeutende Probleme:&lt;/p&gt;
&lt;ul class=&#034;spip&#034;&gt;&lt;li&gt;Es wird nicht pr&#228;zisiert, wen wir genau finden, wenn wir uns finden. Dies erlaubt verschiedenste B&#252;ndnisse, auch problematische, zum Beispiel mit Politikern oder Leuten, die zu rechtem Libertarismus tendieren. Es ist auch sehr schwierig, trotz der ausf&#252;hrlichen Aufmerksamkeit von Inhabit f&#252;r die Bildsprache der K&#228;mpfe und Vorschl&#228;ge f&#252;r die Zukunft, klar zu verstehen, gegen wen und was das &#8222;Wir&#8220; von Inhabit eigentlich gerichtet ist.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Siedler in den USA oder Kanada, die Land kaufen und ein Landprojekt starten oder Gesch&#228;fte er&#246;ffnen in Quartieren, die gerade gentrifiziert werden, stellen typischerweise keine emanzipatorischen Projekte dar, sondern reproduzieren Siedlungspolitik als Schl&#252;sselaspekt der Funktionsweise unserer Feinde &#8211; koloniale Siedlerstaaten wie die USA und Kanada. Inhabit &#252;bergeht dieses Problem komplett und diskutiert Siedlerkolonialismus nicht.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Indigen angef&#252;hrte K&#228;mpfe werden als inspirierende Beispiele genannt, doch Rasse oder Gender werden genau wie Kolonialisierung nie als ethische oder nicht einmal strategische Anliegen auf dem Weg zur Destitution erw&#228;hnt. Die vollst&#228;ndige &#220;bergehung von Rasse in einem in den USA stattfindenden Kampf &#8211; oder in der Tat &#252;berall &#8211; ist gleichbedeutend mit einer Art farbenblindem Rassismus. Das Vorbeirauschen an jeglicher Diskussion &#252;ber Geschlechterrollen in der &#8222;Kommune&#8220; ist ein weiterer Preis f&#252;r die unnachgiebige Betonung von Inhabit dessen, was wir gemeinsam haben. &#8222;Die Kommune&#8220; wird zu einer mythischen h&#246;heren Entit&#228;t, mit welcher Individuen mit all ihren chaotischen Unterschieden und verschiedenen Erfahrungen systematischer Unterdr&#252;ckung f&#252;r das Gemeinwohl verschmelzen sollen.&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Das Konzept der &#8222;Destitution&#8220;, das darauf hinausl&#228;uft, dass die Anh&#228;nger davon die Wirtschaft &#8222;verhungern lassen&#8220;, indem sie sich nicht an ihr beteiligen, basiert auf der Annahme, dass der Kapitalismus und die damit verbundene staatliche Macht allm&#228;hlich verschwinden, wenn genug Leute sich ihres Zugriffs entziehen. Diese Idee ist historisch betrachtet hoffnungslos falsch und sie scheint uns zu ermuntern, weniger konfliktreiche K&#228;mpfe zu f&#252;hren, obwohl in Wirklichkeit der Konflikt ein wesentlicher Bestandteil jedes Kampfes gegen den Staat ist.&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Einfachheit dieses Programm ist eine Marketingstrategie, die daf&#252;r konzipiert ist, so viele Leute wie m&#246;glich anzusprechen und genau aus diesem Ansatz entstehen viele Probleme. Mit wem wir uns organisieren und leben, mit wem wir uns verb&#252;nden, unsere Komplizit&#228;t mit dem Kapitalismus und anderen Formen der Unterdr&#252;ckung, die Notwendigkeit, Risiken einzugehen und Gewalt anzuwenden, das Verh&#228;ltnis zwischen unseren pers&#246;nlichen W&#252;nschen und unseren Verantwortlichkeiten f&#252;r andere &#8211; all das sind komplexe Fragen, durch die wir konstant navigieren, w&#228;hrend wir uns aus dieser Welt in Richtung Anarchie bewegen. Kein kleines oranges Pamphlet, das ein nett t&#246;nendes &#8222;gemeinsames Leben&#8220; bewirbt und die harschen Realit&#228;ten von Rassismus, Gender und Siedlerkolonialismus vertuscht, kann die Antworten darauf liefern.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Wir haben Appellisten h&#228;ufig dabei beobachtet, wie sie falsche Parallelen zwischen ihren Landprojekten und indigenen Versuchen zur Verteidigung und/oder Wiedererlangung von angestammtem Territorium und traditioneller Lebensweise ziehen. Das ist f&#252;r den Erfolg letzterer konterproduktiv. Wie die Autoren von &#8222;Another Word for Settle&#8220; schreiben, diese Art der &#8222;&#8216;Zur&#252;ck-aufs-Land-Politik' [&#8230;] bereitet im schlimmsten Fall die B&#252;hne f&#252;r die Entwicklung von verdrehten Anspr&#252;chen von Siedlern auf indigenes Land vor&#8220;, behauptet, &#8222;dass die Beziehungen, die wir mit antikolonialen indigenen Verb&#252;ndeten anstreben sollten, sich aufl&#246;sen werden, und l&#228;uft damit Gefahr, dass reaktion&#228;re Siedlertendenzen, die wir bek&#228;mpfen sollten, gest&#228;rkt werden&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Die territoriale Autonomie, wenn sie als Strategie f&#252;r die Zerst&#246;rung des (...)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Anweisung, Eigentum zu akkumulieren, taucht im nicht minder programmatischen Text &#8222;How to Start a Fire&#8220; wieder auf, er ist keine Anleitung zur Brandstiftung, sondern gibt den l&#228;cherlich weltfernen Rat, sich zu &#8222;organisieren, um so bald wie m&#246;glich Wohneigentum zu kaufen&#8220; und &#8222;Raum zu mieten. Noch besser aber ist es, Geb&#228;ude zu kaufen, Eigentum zu erwerben.&#8220; Ein grosser Teil ihrer Beschreibung davon, wie man etwas gemeinsam aufbaut, w&#228;hrend man sich nicht &#8222;obsessiv mit der Moral oder &#8218;internen Dynamiken&#8216; solcher Projekte befassen [soll]&#8220; k&#246;nnte problemlos jede Art der Kollektivit&#228;t beschreiben &#8211; einen Hauseigent&#252;merverband zum Beispiel. Die Momente in ihren Schriften, wenn sie ausf&#252;hren, wie ihre Vision einer territorialen Autonomie eigentlich aussehen k&#246;nnte &#8211; zum Beispiel ihr Fokus auf die Lancierung von Gesch&#228;ftst&#228;tigkeiten als Teil ihres revolution&#228;ren Projekts &#8211; zeigen, dass ihre Utopie f&#252;rchterlich langweilig, sorgf&#228;ltig verwaltet und (basierend auf unserer Erfahrung) sehr wahrscheinlich auf Familienverm&#246;gen aufgebaut ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Aus Der kommende Aufstand (2007): &#8222;Sogar in den endlosen Subventionen, die (...)&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Perspektiven: Die Zusammensetzung der Partei&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Appellismus ist nicht die einzige radikale Tendenz, die autorit&#228;re Ans&#228;tze f&#252;r den Kampf vorschl&#228;gt, nur eine, die Anarchisten unter Umst&#228;nden weniger bemerken. Er nimmt etliche Elemente von kommunistischen und anderen linken&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Begriff &#8222;links&#8220; kommt von der parlamentarischen Unterteilung (in (...)&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Traditionen auf, aber kleidet alte Ideen in angesagte neue Sprache und &#196;sthetik, womit sie sich &#252;ber Umwege wieder unbemerkt einschleichen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anarchistische Theoretiker im Ausland haben darauf hingewiesen, dass der Appellismus spezifischer ein Nachkomme des Blanquismus ist. Diese Ideologie ist eine autorit&#228;re kommunistische Str&#246;mung des Insurrektionalismus, die auf Louis Auguste Blanquis Idee basiert, dass die Revolution von einer relativ kleinen Avantgarde h&#246;chst organisierter Verschw&#246;rer in einer geheimen Parteistruktur, die so positioniert ist, dass sie Aufst&#228;ndische mithilfe einer einheitlichen Strategie anf&#252;hren kann, durchgef&#252;hrt werden sollte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Autoren von &lt;a href=&#034;https://anarchistischebibliothek.org/library/finimondo-blanqui-oder-die-staatliche-insurrektion&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Blanqui oder die staatliche Insurrektion&#8220;&lt;/a&gt; schreiben: &#8222;[Blanquis] Konzeption der Insurrektion als Resultat eines strategischen Zuges, und nicht als soziales Ereignis, brachte ihn zur Schlussfolgerung, dass der Zweck alle Mittel heiligt. F&#252;r ihn z&#228;hlte nicht die Art und Weise, sondern das Resultat, mit anderen Worten, die effektive Eroberung der politischen Macht.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Weiter: &#8222;Wenn die Insurrektion trotz des Mutes und des Enthusiasmus derjenigen, die sich an ihr beteiligen, niedergeschlagen wird, dann liegt das daran, dass es &#8218;an Organisation mangelt. Ohne Organisation, keine Chance auf Erfolg.&#8216; Das wird auch stimmen, aber wie erlangt man diese Organisation, diese Koordination, diese Abmachung unter den Aufst&#228;ndischen? Durch die horizontale, im Voraus stattfindende und m&#246;glichst weite Verbreitung eines Bewusstseins, einer Aufmerksamkeit, einer Intelligenz gegen&#252;ber den Erfordernissen des Moments (libert&#228;re Hypothese), oder durch die vertikale Einrichtung eines einheitlichen Kommandos, welches die Gehorsamkeit von allen verlangt, jenen allen, die bis anhin in Unwissenheit gehalten wurden (autorit&#228;re Hypothese)?&#8220; Diese autorit&#228;re Theorie des Aufstands wird angereichert mit dem Einfluss der italienischen Kommunisten der Autonomia der 1970er Jahre mit ihrem betont lyrischen Stil und ihrem Fokus auf die Bildung von Netzwerken autonomer R&#228;ume und der Situationisten mit ihrer selbsternannten Stellung als intellektuelle Avantgarde.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Appellismus nimmt auch die traditionellere kommunistische Idee wieder auf, dass die internationale Arbeiterklasse der Hauptcharakter des antikapitalistischen Kampfes ist, doch die Idee wird als &#8222;Imagin&#228;re Partei&#8220; der Aufst&#228;ndischen gegen das Kapital neu verpackt. Wenn sie als informell neu gedacht wird, brauchen Individuen &#252;berall auf der Welt keine Mitgliederkarte zu erwerben, um in der Partei zu sein, und in Wirklichkeit sind sie selten damit einverstanden (oder werden danach gefragt), Teil der appellistischen Strategie zu sein. Sie unterscheidet sich stark von einem anarchistischen Bezugsrahmen zum Internationalismus in jenem Sinne, dass sie tats&#228;chlich diverse K&#228;mpfe einschliesst und die Vorstellung erzeugt, dass alle zu einem grossen Plan beitragen, der von Anderen bereits in die Wege geleitet worden ist, statt diese K&#228;mpfe in ihren eigenen Begriffen anzuerkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zusammen mit anderen Spielarten des autorit&#228;ren Kommunismus und der breiteren Linken fordert uns der Appellismus dazu auf, uns unter irgendeiner (imagin&#228;ren oder anderen) Fahne zu vereinen, unter ihr werden individuelle Meinungsverschiedenheiten oder interner Konflikt als spalterisch oder konterproduktiv hinsichtlich des vage ausgesprochenen gemeinsamen Zieles betrachtet. Im appellistischen Diskurs zeigt sich das weitgehend rund um die Idee der &#8222;Zusammensetzung&#8220; und das vage geteilte Ziel einer internationalen &#8222;Imagin&#228;ren Partei&#8220;. Das bedeutet, dass ihre Politik auf einer neu verpackten Version der Einreihung von oben nach unten basiert, in welcher Unterscheidungen zwischen links und rechts innerhalb des Proletariats weniger wichtig als unser gemeinsamer Kampf gegen die &#8222;Elite&#8220; ist. Zusammensetzung ist ihre Theorie dar&#252;ber, wie diese verschiedenen Interessen, von den guten B&#252;rgern bis zu jenen, welche sie als &#8222;schwarze Proletarier&#8220; betrachten, sich als &#8222;historische Kraft&#8220; vereinen k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Durch Zusammensetzung wird versucht, verschiedene Sektoren eines Kampfes oder einer Bewegung in die gleiche Richtung zu lenken (in Richtung der appellistischen Vision eines Sieges), indem Konsens &#252;ber die Zwecke und Mittel hergestellt (und erzwungen) wird und widerspr&#252;chliche oder abweichende Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Zusammensetzung, die oft als Rahmen f&#252;r die Zusammenbringung verschiedener, f&#252;r ein gemeinsames Ziel k&#228;mpfender Ans&#228;tze pr&#228;sentiert wird, soll dazu dienen, ganz verschiedene Elemente in einer gemeinsamen Strategie zu vereinen, wobei grundlegende Meinungsverschiedenheiten, die &#8222;so zentral&#8220; sind, &#8222;wie zum Beispiel das Verh&#228;ltnis zu Legalit&#228;t und Institutionen (Parteien, Gewerkschaften, Medien usw.), dem Einsatz von Gewalt und der Offenheit gegen&#252;ber Verhandlungen&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Decisions, Compositions, Negotiations&#8220;, 2023.&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, verschleiert werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Text &#8222;The Strategy of Composition&#8220;, der von &lt;i&gt;Ill Will&lt;/i&gt; Anfang 2023 ver&#246;ffentlicht worden ist, kreiert ein falsches Dilemma, indem er Autonomie und Dezentralisierung als in einem &#8222;Non-Verh&#228;ltnis (tolerante Trennung)&#8220; resultierend pr&#228;sentiert, w&#228;hrend Zusammensetzung, &#8222;falls wir wieder einen Sieg am Horizont sehen wollen [&#8230;] unvermeidbar bedeutet, Kompromisse zu akzeptieren&#8220;. Zusammensetzung legt den Grundstein f&#252;r die altbekannte vollst&#228;ndige autorit&#228;re Macht. Wenn die Autonomie einer Gruppe den Kompromissen der dominanten Gruppe im Weg steht, m&#252;ssen die widerspenstigen Akteure auf Linie gebracht werden, sonst droht der &#8222;Zerfall&#8220; der Bewegung. Dieser Rahmen dient als Methode, um unkontrollierbare Situationen zu befrieden, indem die klassische &#8222;Einheitsfront&#8220; vorgeschoben wird, um Konflikte und Widerspr&#252;che zum Verschwinden zu bringen, ohne dass es daf&#252;r notwendig ist, die altmodischen &#8222;Massen&#8220; heraufzubeschw&#246;ren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist zweckdienlich, die Imagin&#228;re Partei, das also, was sie durch Zusammensetzung zu bilden suchen, von den eingeweihten Appellisten zu unterscheiden, letztere arbeiten jene Strategien aus, welche sie breiteren Bewegungen aufzwingen wollen. Zusammensetzung betont die entfernte Vogelperspektive des Experten (der Zusammensetzer, wenn man so will), der beaufsichtigt, wo jeder hineinpasst, und somit gut platziert ist, um jenen Gruppen und Individuen, welche eigentlich aus ihren eigenen Gr&#252;nden und auf ihre eigene Art und Weise k&#228;mpfen, ihre Strategie aufzuzwingen. Im Gegensatz dazu beinhaltet ein anarchistischer Ansatz nicht tolerante Trennung, sondern eher Koordination und frei Assoziation zwischen selbstorganisierten autonomen Netzwerken, die unter Umst&#228;nden verschiedene Strategien und Taktiken haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Appellistische Autoren konstruieren ihre Argumente h&#228;ufig rund um ein &#8222;Wir&#8220;, das sich nicht nur auf sie selbst bezieht, sondern auch voraussetzt, f&#252;r die Gef&#252;hle und Erfahrungen eines breiteren &#8222;Wir&#8220;, zu dem auch der Leser geh&#246;rt, zu sprechen. Sie sagen uns, wie &#8222;wir&#8220; uns f&#252;hlen und der Leser wird mitgerissen in die Schlussfolgerungen des Autors und er f&#252;hlt sich dabei, als w&#228;re er selbst darauf gekommen. Wenn der Leser einen gewissen Widerstand dagegen versp&#252;rt oder z&#246;gert, wird er dazu gezwungen, komplett auszusteigen und eine Position ausserhalb dieser romantischen Kollektivit&#228;t einzunehmen, ausserhalb dieser &#8222;historischen Kraft&#8220;, was nicht unbedingt einfach ist. So wirst du, der Leser, faktisch in ihre Partei (oder Kraft, Kommune usw.) hineingezogen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Theorie der &#8222;Undurchsichtigkeit&#8220;, die festh&#228;lt, dass ihre Partei und ihre Netzwerke f&#252;r die Aussenwelt unsichtbar sein sollen, wird benutzt, um den Widerwillen der Appellisten, die Existenz des Appellismus ausserhalb ihrer Kreise einzur&#228;umen, zu rechtfertigen. Es handelt sich um eine Entstellung der anarchistischen Konzeptionen der Informalit&#228;t und der Sicherheitskultur, um es schwierig zu machen, hierarchische Strukturen und autorit&#228;re Ambitionen zu identifizieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Perspektiven zu Rasse und gesellschaftlicher Stellung: Auskopplung und L&#246;schung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Titel &lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt; ist eine Hommage an &lt;i&gt;Die kommende Gemeinschaft&lt;/i&gt; (1990), ein einflussreiches Werk des italienischen Philosophen Giorgio Agamben, der mit den Herausgebern von &lt;i&gt;Tiqqun&lt;/i&gt; verbunden war. In diesem Buch behauptet Agamben, dass die gr&#246;sste Bedrohung f&#252;r den Staat eine Gemeinschaft sei, die von Individuen, die mit den uns auferlegten partikularen Identit&#228;ten gebrochen haben, gebildet worden ist, eine Gemeinschaft, die schlichtweg das Zusammensein ohne &#8222;Pr&#228;dikate&#8220; oder Zugeh&#246;rigkeitsbedingungen geniesst&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;[W]as der Staat keinesfalls dulden kann [ist], dass Singularit&#228;ten eine (...)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Agamben und &lt;i&gt;Tiqqun&lt;/i&gt; behaupten (richtigerweise), dass uns Identit&#228;ten wie Rasse, Gender und Nationalit&#228;t zum Zwecke der sozialen Kontrolle auferlegt werden. Es ist wichtig, die Auferzwingung der Identifikation mit gesellschaftlich konstruierten Identit&#228;ten durch den Staat zu bek&#228;mpfen, obwohl sie wesentliche Teile unserer individuellen Pers&#246;nlichkeiten sind. Die Autoren gehen in eine falsche Richtung, als das sie dazu bringt, &#8222;auf jede Identit&#228;t [zu verzichten]&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd., S. 80.&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Zwar streben wir auch danach, alle gesellschaftlich konstruierten Identit&#228;ten zu beenden, doch dies ist nicht m&#246;glich, wenn jene institutionellen M&#228;chte, welche sie erschaffen haben und aufrechterhalten, immer noch intakt sind. Die Weigerung, zu ber&#252;cksichtigen, wie unsere jeweiligen gesellschaftlichen Stellungen uns unter Umst&#228;nden, unbeabsichtigt oder nicht, dazu bringen, Aspekte struktureller Herrschaft, die wir vermeintlich bek&#228;mpfen, zu reproduzieren, hilft uns nicht dabei, sie zu &#252;berwinden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Haltungen von Appellisten gegen&#252;ber Identit&#228;ten wie Rasse und Gender sind sehr verschieden. Viele Appellisten und ihnen nahestehende Theoretiker &#252;bergehen Rasse &#252;berhaupt nicht und sind in der Tat sehr lautstark bez&#252;glich ihrer Wichtigkeit &#8211; aber auf eine Art und Weise, die rassialisierte Bev&#246;lkerungen, &#252;ber die sie diskutieren, f&#252;r ihre eigenen Zwecke benutzt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe zum Beispiel Shemon Salams Werk, diskutiert in Fussnote 11.&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es gibt auch den Fall von Inhabit, sie vermeiden es Rasse und Gender zu ber&#252;cksichtigen, aber pochen auf Klasse als Bezugsrahmen, wie wir es weiter unten in dieser Sektion diskutieren werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Ill Will Editions&lt;/i&gt;, ein Blog aus den USA mit mehreren Konten auf den sozialen Medien, ver&#246;ffentlicht Essays von einer breiten Auswahl an Autoren, die diese verschiedenen und manchmal widerspr&#252;chlichen Standpunkte zu Rasse und gesellschaftlicher Stellung aufzeigen. Eine Gemeinsamkeit, die man jedoch in vielen dieser Essays und ihrer Posts in den sozialen Medien beobachten kann, ist die Tendenz, K&#228;mpfe anderer Leute zu romantisieren und ihren politischen Bezugsrahmen auf sie zu projizieren. H&#228;ufig nimmt man auch das Verlangen nach einer &#220;berwindung von Rasse entlang der Linien von Agambens (weiter oben beschriebenem) Ansatz wahr, trotz der Realit&#228;t ihrer kontinuierlichen Existenz als zentrale formgebende Kraft in den USA.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Romantisierung und Projektion ist offensichtlich in den Kommentaren zu Aktivit&#228;ten von Subkulturen, wovon der Autor klar nicht Teil ist (zum Beispiel den Essay, den &lt;i&gt;Ill Will&lt;/i&gt; zu Auto-Rowdies ver&#246;ffentlichte). Sie behandelt die Beteiligten oft wie heroische Erneuerer, welche die neuesten Taktiken f&#252;r den kommenden Aufstand entwickeln. Diese Kommentare sind anmassend und f&#252;hlen sich stark wie anthropologische Studien an. W&#228;hrend die Appellisten eine Identit&#228;t (jene des Partisanen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Partisan: Angeh&#246;riger oder Sympathisant einer Partei oder Fraktion.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;) auf anonyme Gesetzesbrecher projizieren, k&#246;nnen Anarchisten von anderen Rebellen lernen, ohne es n&#246;tig zu haben, sie zu etikettieren oder ihre Aktionen innerhalb unserer eigenen Strategie lesbar zu machen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Verlangen nach Herabsetzung der Wichtigkeit von Unterschieden bez&#252;glich Rasse in den verschiedenen K&#228;mpfen kann in der Tendenz vieler appellistischen Autoren zur Unterordnung von Rasse unter Klasse in einem Argument f&#252;r Einheit erkannt werden. Es ist offensichtlich im Essay von Inhabit &#8222;Kenosha, I Do Mind Dying&#8220;, ver&#246;ffentlicht auf &lt;i&gt;Ill Will&lt;/i&gt; 2021. Der Autor versucht w&#228;hrend des gesamten Textes, die Krawalle 2020 f&#252;r schwarze Leben auf den Klassenkampf zur&#252;ckzuf&#252;hren, er ordnet die Bedeutung von Rasse jener von Klasse immer wieder unter, doch den Kern davon erreichen wir mit der Diskussion &#252;ber Kyle Rittenhouse und dem Begriff von &#8222;Brudermord&#8220; des Autors.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In uns allen schlummert eine erschreckende Wut, eine F&#228;higkeit zur Gewalt, die sowohl durch &#8218;legitime&#8216; Kan&#228;le wie Bullen und Milit&#228;r als auch durch illegale wie Gangs und Milizen zum Ausdruck kommt. Es ist kein Zufall, dass die andere Seite dieser F&#228;higkeit zur Gewalt das br&#252;derliche Prinzip ist, auf ihm basieren all diese Organisationen. Der Wunsch nach Zugeh&#246;rigkeit und Gemeinschaft ist im Kern der wahre Treiber dieser Gewalt: Leute sind bereit, zu t&#246;ten, um sich zugeh&#246;rig zu f&#252;hlen [&#8230;] Kyle Rittenhouse repr&#228;sentiert den Ausdruck dieser suburbanen Verzweiflung durch die widerw&#228;rtige Fiktion des Kulturkampfes.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#220;berh&#246;hung kultureller Unterschiede als politisch &#8211; oder gar ethnisch &#8211; ist vorteilhaft f&#252;r die Eliten, denn, sollte Amerika mit dem durch sie ausgel&#246;sten Verderben zurechtkommen, k&#246;nnten diese Hunderte von Millionen Schusswaffen wom&#246;glich neue Ziele finden. Sie w&#252;rden es bevorzugen, dass wir einen Brudermord begehen, denn ein B&#252;rgerkrieg zwischen links und rechts ist viel einfacher zu verwalten als die M&#246;glichkeit, dass wir unter Umst&#228;nden ihre Zivilisation im Endstadium verlassen k&#246;nnten und unsere Arbeit gleich mitnehmen w&#252;rden.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Hier &#252;bersieht der Autor einige zentrale strukturelle Dynamiken, scheinbar um zugunsten einer Art Einheit mit Leuten auf der Rechten mit einer &#228;hnlichen Klassenposition zu argumentieren. Im ersten Absatz diskutiert der Autor die Exekutionen von Schwarzen durch die Polizei sowie den Mord an Black-Lives-Matter-Demonstranten durch Rittenhouse so, als ob sie das Gleiche w&#228;ren wie die Gewalt von Gangs unter den &#228;rmsten und rassistisch am meisten unterdr&#252;ckten Bev&#246;lkerungen im Land. All diese Beispiele von Gewalt, so deutet es der Autor an, seien schlichtweg durch einen Wunsch nach &#8222;Zugeh&#246;rigkeit und Gemeinschaft&#8220; motiviert. Das bedingt, dass er die komplett verschiedenen Umst&#228;nde diesbez&#252;glich &#252;bersieht, zum Beispiel, dass die Polizei (und die Polizeigewalt) zum Schutze der staatlichen Kontrolle &#252;ber seine Bev&#246;lkerung existieren und, genau wie Rittenhouses Morde, zur Aufrechterhaltung eines Regimes sowohl rassistischer als auch wirtschaftlicher Unterordnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Am Ende des Tages, so wird angedeutet, seien wir alle Br&#252;der und unser B&#252;rgerkrieg zwischen links und rechts ist etwas, dass wir &#252;berwinden sollten, damit wir gemeinsam den Kapitalismus zu Fall bringen k&#246;nnen. Dieser Essay artikuliert eine Vision einer Einheit zwischen links und rechts, die in appellistischen Medien h&#228;ufig wiederkehrt; jemand aus dem Umfeld der Vitalist International stellte zum Beispiel beil&#228;ufig eine Gadsden-Flagge in einem sehr kuriosen Solidarit&#228;tsvideo zur Schau, das an jene gerichtet war, welche in Hongkong k&#228;mpften. Die VI tweetete auch Folgendes &#252;ber einen von Patriot Prayer am Kapitol von Oregon State in den Wochen vor dem 6. Januar 2021: &#8222;Da Demonstranten sich Scharm&#252;tzel mit der Polizei liefern, um am Kapitol eine autonome Zone zu errichten, k&#246;nnte die Polarisierung von links und rechts hin zu oben und unten umschwenken [&#8230;] K&#246;nnen &#8218;Patrioten&#8216; die Identit&#228;tspolitik hinter sich lassen und gemeinsame Sache mit anderen ausgebeuteten Leuten machen?&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist interessant, hier den Gebrauch des Begriffes &#8222;Identit&#228;tspolitik&#8220; zu unterstreichen. Es k&#246;nnte auch ein Zitat vom Anf&#252;hrer von Patriot Prayer Joey Gibson sein, der 2018, als er danach gefragt wurde, sein Verh&#228;ltnis zu weissen Nationalisten zu erkl&#228;ren, sagte: &#8222;Ich w&#252;rde das Gleiche zu ihnen sagen wie zu jeglicher schwarzen oder mexikanischen nationalistischen Gruppe, wir m&#252;ssen die politische Identit&#228;t hinter uns lassen und uns auf den Kern konzentrieren.&#8220; Argumentiert die VI wie Gibson, dass weisser Nationalismus nur eine weitere Spielart von Identit&#228;tspolitik ist? Gewisses linkes Engagement mit Fragen der Identit&#228;t muss aus anarchistischer Sicht nat&#252;rlich heftig kritisiert werden, aber wenn man keinen Unterschied zwischen weissem Nationalismus und linker Identit&#228;tspolitik erkennen kann, hat man definitiv einige wichtige Details zur Funktionsweise von Rasse und Macht in Amerika &#252;bersehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vielleicht ist die VI tats&#228;chlich verwirrt aufgrund von Gibsons Behauptungen, Patriot Prayer sei bloss eine Gruppe, die sich f&#252;r &#8222;Liebe und Frieden&#8220;, &#8222;Freiheit&#8220; und Jesus einsetze, doch die Verbindungen zwischen Patriot Prayer und expliziter faschistischen Gruppen ist alles andere als ein Geheimnis. Lange vor der Kundgebung 2020 vor dem Kapitol von Oregon State haben Antifaschisten ausf&#252;hrlich dokumentiert, wie Patriot Prayer Anh&#228;nger der weissen Vorherrschaft und Neonazis in ihren R&#228;ngen willkommen heisst. Hinzu kommt, dass das appellistische Bed&#252;rfnis, jedem gesellschaftlichen Konflikt ihre eigenen Ideen aufzudr&#252;cken (z.B. die Beschreibung des Krawalls am Kapitol von Oregon State als &#8222;eine autonome Zone am Kapitol&#8220;) zu einigen st&#246;renden Auslassungen hinsichtlich der tats&#228;chlichen Dynamiken vor Ort f&#252;hrt. Weit davon entfernt, antistaatliche Rebellen zu sein, sind Gibson und seine Gruppe Patriot Prayer eher regelm&#228;ssige Kollaborateure lokaler Polizeibeh&#246;rden. Sie sind bekannt daf&#252;r, Informationen &#252;ber Antifaschisten der Polizei von Portland zukommen zu lassen und Antifaschisten physisch den Bullen der Aufstandsbek&#228;mpfung w&#228;hrend Kundgebungen von Patriot Prayer zu &#252;bergeben. Dass &#8222;Patrioten&#8220; und die Polizei auch wiederholt aneinandergeraten sind, &#228;ndert nichts an der Tatsache, dass das Projekt ersterer schlichtweg die Verteidigung einer anderen (faschistischeren) Vision des Staates ist, und nicht eine Infragestellung der Staatsgewalt. W&#228;hrend der blutigen Geschichte des 20. Jahrhunderts k&#228;mpften die Faschisten auf der Strasse h&#228;ufig gegen die Polizei. Das hat aus ihnen nie unsere Freunde gemacht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anderswo bezogen sich Appellisten auf Gef&#252;hle, die, falls nichts rechtsaussen, so zumindest Markenzeichen des amerikanischen Patriotismus sind. In Ill Wills &#8222;The Next Eclipse&#8220; steht, dass &#8222;Amerika &#8211; obwohl voller M&#228;ngel und unvollst&#228;ndig verwirklicht &#8211; untrennbar von einer inspirierenden Vision menschlichen Fortschritts war&#8220;. Mitglieder des Kollektivs Woodbine hielten es 2012 f&#252;r angebracht, amerikanische Flaggen an einen Protest nach dem Mord an Trayvon Martin mitzubringen. Woodbine flirtete auch mit dem Dritten Weg in ihrem Text &#8222;Nomos of the Earth&#8220; (2014), wo sie die Theorien des Nazijuristen Carl Schmitt als zentralen Bezugspunkt ohne jegliche kritische Distanz benutzten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;W&#228;hrend der Kapitalismus freilich von rassistischen und kulturellen Spaltungen innerhalb wirtschaftlich unterdr&#252;ckter Klassen profitiert, ist die Idee, dass Rassismus &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; als Werkzeug des Kapitalismus existiert, heutzutage weitgehend &#252;berholt und anst&#246;ssig. Kommen wir zur&#252;ck auf &#8222;Kenosha, I Do Mind Dying&#8220;, der Autor dieses Texts vermeidet es von Klasse im traditionell kommunistischen Sinne zu sprechen, stattdessen benutzt er den Begriff &#8222;die Eliten&#8220;, womit letztendlich eine alte Idee wieder aufgew&#228;rmt wird. Die Weigerung jener von uns, welche gegen alle Unterdr&#252;ckung und f&#252;r totale Befreiung k&#228;mpfen, Leute wie Rittenhouse als &#8222;Br&#252;der&#8220; zu betrachten, ist nicht nur ein historischer Fehler, der die potenzielle Vereinigung der Arbeiterklasse vereitelt hat. Wir sollten aus Prinzip nicht mit Rassisten sympathisieren, doch sogar, wenn wir strategisch denken, waren rassistische B&#252;rgerwehren stets ein fester Bestandteil der Aufrechterhaltung dieses Landes, das wir zu zerst&#246;ren versuchen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Appellismus hat einige sehr starke populistische Untert&#246;ne; wie wir gesehen haben, ist seine Obsession, zu &#8222;normalen&#8220; Leuten zu sprechen, gleichbedeutend mit der &#220;bernahme der Sprache des Liberalismus, des Patriotismus oder der reaktion&#228;ren Rechten. Gleichzeitig k&#246;nnen fast alle und alles Teil der Imagin&#228;ren Partei sein. Dies f&#252;hrt zu einer unkritischen Unterst&#252;tzung f&#252;r eine Reihe von populistischen Bewegungen, w&#228;hrend ihre reaktion&#228;ren Elemente sch&#246;ngeredet werden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man betrachte zum Beispiel einen anderen Text von Woodbine &#252;ber die Maidan-Bewegung in der Ukraine 2014:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In seiner sonderlichen tarngrau und eisblau gef&#228;rbten Tonalit&#228;t ist der Maidan bloss die j&#252;ngste Ausf&#252;hrung dessen, was wir in den letzten Jahre gesehen und wovon wir Teil waren, es manifestiert sich in verschiedenen Sprachen, an verschiedenen Orten [&#8230;] In Anbetracht dieser unglaublich Sequenz von Aufst&#228;nden verfehlt die Frage &#8218;Wer sind die Aufst&#228;ndischen? Sind es die Arbeiter, nein, es ist die Mittelklasse, die Armen, halt, wo sind die Armen? Die Weissen, die Schwarzen, nein, halt, wo sind die schwarzen Leute?&#8216; das Thema g&#228;nzlich, sie behandelt eine Situation als ein Objekt, das beurteilt werden muss, lebendige Wesen als eine Masse von Subjekten [&#8230;]&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was sich heute weltweit entfaltet &#8211; was man in den Augen des jungen Mannes sieht, der gerade vom Maidan zur&#252;ckgekommen ist, im Grinsen mitten im Tr&#228;nengas, das den Taksim-Platz Nacht f&#252;r Nacht gef&#252;llt hat, in den Fussballvereinen, die Kairo verteidigen, in dir oder mir im Zucotti Park um vier Uhr morgens, im Jugendlichen, den wir dort, da er es auf Reddit gesehen hat und einfach gehen musste, auf dem Weg zur Verteidigung des Parks getroffen haben, in diesen Frauen, die dem Begriff Cocktailparty eine g&#228;nzlich neue Bedeutung geben &#8211; das ist absolut einzigartig. Somit historisch. Somit allt&#228;glich.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Woodbine, &#8222;The Anthropocene&#8220; in Short Circuit. A Counterlogistics Reader, 2015.&#034; id=&#034;nh10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sowohl der Maidan als auch Occupy waren komplizierte und h&#228;ufig widerspr&#252;chliche Momente gesellschaftlicher Aufruhr. Jede Bewegung erhielt mehr oder weniger sowohl emanzipatorische als auch reaktion&#228;re Interventionen und Einfl&#252;sse. Wir k&#246;nnen begeistert sein vom heftigen Widerstand der Demonstranten auf dem Maidan gegen massive staatliche Gewalt oder von den neuen M&#246;glichkeiten f&#252;r die Selbstorganisation und den Angriff, die in einigen Gefilden der amerikanischen Occupy-Bewegung ausgearbeitet worden sind, doch es w&#228;re verantwortungslos, nicht auch die in beiden Bewegungen pr&#228;senten reaktion&#228;ren Elemente zu untersuchen. Die Beteiligung der Neonazis an der Maidan-Bewegung oder die tendenziell nebul&#246;se Rhetorik Occupys gegen die Eliten, um &lt;a href=&#034;https://libcom.org/article/right-hand-occupy-wall-street-libertarians-nazis-fact-and-fiction-right-wing-involvement&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Elemente der Reaktion und der &#228;usseren Rechten&lt;/a&gt; anzuziehen, sollten nicht nur st&#246;rend sein, sondern uns auch dazu motivieren, anarchistische Visionen der Freiheit, die solchen Feinden keinen Platz lassen, zu artikulieren und gem&#228;ss ihnen zu handeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Leider scheinen die Appellisten selten an dieser Art der kritischen Beteiligung an gesellschaftlichen K&#228;mpfen interessiert zu sein. F&#252;r sie &#8222;verfehlt&#8220; so etwas &#8222;das Thema g&#228;nzlich&#8220;. Der gleiche populistische Impuls, alles und alle unter ihre Commons, ihrer wie auch immer gearteten Singularit&#228;t oder ihrer Partei zu subsumieren, f&#252;hrt nicht nur zu einer Ausl&#246;schung der gesellschaftlichen Stellung, sondern auch einer Gleichg&#252;ltigkeit gegen&#252;ber bedeutenden politischen Unterschieden. Jene von uns, welche den rassischen Kapitalismus und die Klassengesellschaft vollst&#228;ndig zerst&#246;ren wollen, und die Faschisten, welche uns lieber tot sehen m&#246;chten, haben nichts gemeinsam.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein weiteres Beispiel der unbefriedigenden Art und Weise, wie sich Appellisten und viele ihrer kommunistischen Gef&#228;hrten auf die gesellschaftliche Stellung in den USA beziehen, ist der Begriff der &#8222;Partei von George Floyd &#8211; die Zusammensetzung, die sich im Aufstand 2020 manifestierte&#8220;, der die Organisation Spirit of May 28 j&#252;ngst popul&#228;r zu machen versuchte. Die Organisation, die sich in der Zwischenzeit aufgel&#246;st hat, benutzte den Namen eines schwarzen Mannes, der von der Polizei ermordet worden ist, als Markenzeichen ihrer Partei und etikettierte den darauf folgenden Aufstand als ein Beispiel ihres eigenen pr&#228;existierenden Bezugsrahmens, statt zu versuchen, die Bewegung f&#252;r schwarze Leben und gegen die Polizei in ihren eigenen Begriffen zu verstehen. Die Schriften der Organisation suggerieren, dass ihre Mitglieder von armen und schwarzen Bev&#246;lkerungen erwarten, in den USA eine neue &#8222;revolution&#228;re &#214;ffnung&#8220; anzubieten, eine Erwartung, die daf&#252;r bestimmt ist, noch mehr rassistisch aufgeladenes Ressentiment und Entt&#228;uschung zu verursachen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb11&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mitbegr&#252;nder Shemon Salam ver&#246;ffentlichte j&#252;ngst einen &#246;ffentlichen (...)&#034; id=&#034;nh11&#034;&gt;11&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Praxis: Zwischen Vereinnahmung und Autoritarismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Appellisten sind h&#228;ufig in die gleichen K&#228;mpfe oder Szenen involviert wie Anarchisten, aber ihre Praktiken sind inkompatibel mit dem Anarchismus. Es ist nicht unser Ziel, alle, die unter Umst&#228;nden von ihren Ideen beeinflusst sein k&#246;nnten, als Appellisten zu etikettieren, sondern eher jene zu kritisieren, welche wie verdeckte Politiker agieren und gem&#228;ss der uralten Logik operieren, wonach der Zweck die Mittel heiligt. Wir beziehen uns hier auf jene, welche einem das erz&#228;hlen, was sie glauben, dass man es h&#246;ren will, dann weitergehen oder sehr vage werden, wenn die Diskussion beginnt, zu stark anarchistische Ideen zu ber&#252;hren, womit ihre Entfernung von anarchistischen Prinzipien f&#252;r viele Leute zuerst nicht leicht bemerkbar ist. Basierend auf unserer Erfahrung betrachten die Appellisten Anarchisten in den meisten F&#228;llen ver&#228;chtlich als naiv und schauen auf sie herab&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb12&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wie es ein Interviewter von SM28 formulierte: &#8222;Ich denke, der Anarchismus (...)&#034; id=&#034;nh12&#034;&gt;12&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sie bezeichnen die Zusammenarbeit mit ihnen als eine ihrer vielen &#8222;unheiligen Allianzen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Anarchismus ist f&#252;r den appellistischen Mythos zentral. Der Appellismus pr&#228;sentiert sich selbst als die logische Entwicklung des Anarchismus, den sie als jugendliches Sprungbrett f&#252;r ihre reiferen strategischen Schlussfolgerungen betrachten. Die Geschichte geht etwa so: Wir versuchten den Anarchismus, bis es klar wurde, dass er nicht &#8222;funktioniert&#8220;, d.h. uns nicht zu jener Art von Sieg f&#252;hrt, welche sich die Appellisten zu eigen gemacht haben. Dieses Narrativ zieht Leute an, h&#228;ufig mit akademischem und aktivistischem Hintergrund, die bereit sind, Kompromisse einzugehen, um Resultate zu erzielen. Im Text &#8222;How to Start a Fire&#8220; erkl&#228;ren die Autoren, dass sie, nach vier Jahren gemeinsamem &#8222;Machtaufbau&#8220;, erkannt haben, dass &#8222;die uns angebotenen politischen Identit&#228;ten &#8211; Anarchist, Umweltaktivist, Marxist, Sozialist &#8211; f&#252;r einen &#252;berholten historischen Moment konstruiert worden sind. W&#228;hrend Jahrzehnten haben sie sich nicht die Mittel gegeben, um tats&#228;chlich zu k&#228;mpfen. Wir lassen jenen Tross, welcher uns geschw&#228;cht hat und eine B&#252;rde war, hinter uns, aber halten an dem fest, was uns Kraft gegeben hat.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Appellisten reduzieren den Anarchismus, manchmal explizit und manchmal eher subtil, auf eine blosse zus&#228;tzliche beschwerliche &#8222;Identit&#228;t&#8220;, die nur zu &#8222;Ohnmacht&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb13&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ein Zitat von &#8222;&#8218;Gegen&#8216; den Anarchismus: Ein Beitrag zur Debatte &#252;ber (...)&#034; id=&#034;nh13&#034;&gt;13&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; und &#8222;Purismus&#8220; f&#252;hren kann, ein Hindernis f&#252;r eine wirksame Strategie. Diese theoretische Gymnastik ist notwendig, um die f&#252;r anarchistische Perspektiven grundlegende Ethik hinter sich zu lassen. Ohne den &#8222;Tross&#8220; einer &#8222;Identit&#228;t&#8220; sind sie frei, mit den Massenmedien zu sprechen, als Protestordner (Atlanta) zu agieren, die Spitze der Gentrifizierung von Ridgewood (NY) mit einem Yuppie-Kaffelokal zu bilden, konfrontative K&#228;mpfe in Verhandlungen mit dem Staat zu kanalisieren, sich hierarchisch zu organisieren oder f&#252;r den Stadtrat zu kandidieren wie der Autor von Ill Will Nicholas Smaligo&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb14&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Bloss einige abscheuliche Dinge, welche die Autoren bei Appellisten in (...)&#034; id=&#034;nh14&#034;&gt;14&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Man weiss auch von Anarchisten, die einige solche Dinge getan haben, deshalb geht es in diesem Text nicht nur um Appellismus, sondern auch um die Entwicklung ehrlicherer und koh&#228;renterer Praktiken als Anarchisten. Es gibt einen grossen Unterschied zwischen dem vehementen Festhalten an der M&#246;glichkeit der Autonomie und dem Schwenken des Anarchismus als eine &#8222;identit&#228;re Fahne im Markt der revolution&#228;ren Prozesse&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb15&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;&#8218;Gegen&#8216; den Anarchismus: Ein Beitrag zur Debatte &#252;ber Identit&#228;ten&#8220;.&#034; id=&#034;nh15&#034;&gt;15&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Wirklichkeit sind die einzigen wertvollen Erkenntnisse, die in den appellistischen Schriften zerstreut sind, wie das Blut der Vampire von der anarchistischen Tradition ausgesaugt: informelle Organisation, Autonomie, Betonung auf der Logistik und den Infrastrukturen der Herrschaft usw. Im ersten Teil diskutierten wir dar&#252;ber, wie der appellistische Fokus auf dem Aufbau von Infrastruktur, etwas, das auf den ersten Blick scheinbar unseren Zielen &#228;hnelt, in Tat und Wahrheit dazu tendiert, bestehende, f&#252;r das kontinuierliche Funktionieren des Staates grundlegende rassistische und koloniale Beziehungen zu Land und Orten zu st&#228;rken. Dar&#252;ber hinaus tendiert der appellistische Ansatz dazu, sich vom Horizontalismus anarchistischer Praktiken wie gegenseitiger Hilfe zu entfernen. W&#228;hrend Projekte gegenseitiger Hilfe zum Ziel haben, Ressourcen als Teil des Aufbaus vertrauensvoller Beziehungen im Verlauf eines gemeinsamen Kampfes zu teilen, tendieren Appellisten dazu, materielle Ressourcen und den Zugang zu ihnen in den H&#228;nden eines Individuums oder einer Gruppe zu konzentrieren. Damit verschaffen sie sich eine Position als T&#252;rh&#252;ter materieller Ressourcen, um ihre eigene dominante Stellung in Schl&#252;sselmomenten gesellschaftlicher K&#228;mpfe zu garantieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Appellisten streben auch nach Macht und Kontrolle durch die Identifikation von Anf&#252;hrern und jenen in Machtpositionen in liberalen Nichtregierungs- und legalistischen Organisationen und der unsichtbaren Organisation mit ihnen, d.h. unter Anf&#252;hrern (eine Methode, die durch die Theorie der Zusammensetzung gerechtfertigt wird). Indem sie diese Verbindungen auf R&#228;ume beschr&#228;nken, wo sie die gesellschaftliche, politische und Entscheidungsmacht innehaben, benutzen Appellisten diese R&#228;ume scheinbar horizontaler Begegnung, um ihr Programm zu best&#228;tigen und ihre Macht zu vergr&#246;ssern, w&#228;hrend sie jegliche R&#228;ume der Entscheidungsfindung delegitimieren, wo sie nicht die Macht haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses Streben nach Macht bedeutet auch, dass viele ihrer Praktiken von optischer Symbolik angetrieben werden, einem Bed&#252;rfnis, den Kampf den Medien und &#8222;der &#214;ffentlichkeit&#8220; als legitim und/oder spektakul&#228;r zu pr&#228;sentieren. Das ist teilweise der Tatsache geschuldet, dass die Strategie der Zusammensetzung die Rekrutierung einer grossen Anzahl Leute impliziert, doch es suggeriert uns auch, dass ihr Verlangen nach Macht dazu f&#252;hrt, dass sie bez&#252;glich gewisser Prinzipien &#252;berm&#228;ssig kompromissbereit sind. Dieses Interesse an optischer Symbolik und &#246;ffentlicher Legitimit&#228;t f&#252;hrt h&#228;ufig dazu, dass sie sich weit vom Projekt des Aufbaus von Autonomie gegen&#252;ber den gesellschaftlichen Herrschaftsinstrumenten (wozu die Medien und die Spektakularisierung von K&#228;mpfen geh&#246;ren) entfernen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Frankreich spitzte sich diese Inkompatibilit&#228;t zwischen dem anarchistischen Streben nach Autonomie und dem appellistischen Verlangen nach Macht und Legitimit&#228;t w&#228;hrend einem kritischen Moment im Kampf um die Verteidigung des als ZAD (&#8222;zu verteidigende Zone&#8220;) von Notre-Dame-des-Landes bekannten Territoriums zu. In diesem Fall agierten die Appellisten hinter dem R&#252;cken anderer Verteidiger der ZAD, dr&#228;ngten auf einem Deal mit dem Staat, um legal Land zu erwerben, und machten die Arbeit der Bullen an seiner Stelle, indem sie die Verteidigungseinrichtungen der Zone selbst als eine Geste des Vertrauens abbauten, um den Weg f&#252;r Verhandlungen zu &#246;ffnen (und gleichzeitig f&#252;r die Polizei die Strasse freizumachen, damit sie das Territorium &#252;berfallen konnte, was sie auch in den folgenden Tagen tat). Wie wird es in den USA aussehen, jetzt, wo die Appellisten, welche den Ausgang der ZAD als &#8222;Sieg&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb16&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Hugh Farrell, &#8222;The Strategy of Composition&#8220;, 2023. Wir wollen nicht zu den (...)&#034; id=&#034;nh16&#034;&gt;16&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; verk&#252;nden, bekanntermassen pr&#228;sent sind in einigen bedeutenden, breiten K&#228;mpfen?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wir in diesem Teil diskutiert haben, werden appellistische Ideen implementiert durch ein breites Spektrum an autorit&#228;ren Verhaltensweisen und verdeckt hierarchischen gesellschaftlichen Abmachungen, die sie vor Kritik sch&#252;tzen und die ideologische Grundlage verschleiern, auf welcher sie operieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb17&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Einige dieser Verhaltensweisen werden sehr gut in einem Interview mit dem (...)&#034; id=&#034;nh17&#034;&gt;17&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Die Idee der &#8222;Undurchsichtigkeit&#8220; wird typischerweise als eine Fetischisierung der Normativit&#228;t und Respektabilit&#228;t umgesetzt, das Resultat davon sind R&#228;ume, wo gesellschaftliche Normen wie Frauenfeindlichkeit und Missbrauch ungehindert fortbestehen k&#246;nnen. Diese Verhaltensweisen beschr&#228;nken sich nicht auf Appellisten, sondern sie werden von Manipulatoren und Managern aller Couleur reproduziert. Das spezifische Wesen des appellistischen Autoritarismus, der nach aussen subtil ist, aber explizit entwickelt wird, macht sie jedoch besonders erfolgreich im Einschmuggeln solcher Verhaltensweisen und Abmachungen in antiautorit&#228;re R&#228;ume.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der relative Mangel an (j&#252;ngerer) anarchistischer Analyse in den USA hat eine L&#252;cke ge&#246;ffnet, welche die Appellisten schnell gef&#252;llt haben. Wir denken, dass es wichtig f&#252;r uns ist, keine appellistischen Schriften neu zu ver&#246;ffentlichen oder zu verteilen (ausser mit der Absicht, sie kritisch zu analysieren) oder zu ihren Projekten beizutragen, damit ihnen keine zus&#228;tzliche Legitimit&#228;t gegeben wird oder sie nicht weiterhin in anarchistischen R&#228;umen rekrutieren k&#246;nnen. H&#228;ufig scheinen Leute, mit denen wir gesprochen haben und die appellistische Texte verteilen oder lesen, die Theorie zu sch&#228;tzen, ohne notwendigerweise die damit verbundenen Praktiken zu bef&#252;rworten. Wir m&#246;chten die Leute dazu ermutigen, die von Autoren aus Analysen gegenw&#228;rtiger Situationen gezogenen Schlussfolgerungen und die praktischen Implikationen derselben aufmerksam zu betrachten. Man braucht keine gl&#228;nzende Homepage, um Schriften zu ver&#246;ffentlichen, und Anarchisten sollten ihre eigene Infrastruktur f&#252;r Druck und Vertrieb aufbauen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Stattdessen...&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Anarchistische Ideen k&#246;nnen nicht durch ein einfaches Programm in die Praxis umgesetzt werden, doch das ist Teil dessen, was wichtig ist bez&#252;glich Anarchie. Anarchie ist eher eine Reihe von Fragen, die wir durch unsere allt&#228;gliche Leben und unsere K&#228;mpfe gegen Autorit&#228;t und Unterdr&#252;ckung tragen &#8211; das wird h&#228;ufig &#8222;Projektualit&#228;t&#8220; genannt, im Gegensatz zu &#8222;Strategie&#8220;, denn Strategie ist ein Begriff, auf den man sich h&#228;ufig beruft, um die Notwendigkeit zu bezeichnen, die Mittel f&#252;r den Zweck zu opfern oder die Aktionen anderer Leute zu manipulieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der wesentliche Unterschied zwischen einer Einfluss nehmenden, aufst&#228;ndischen Minderheit und einer Avantgarde- oder populistischen Gruppe ist, dass die erstere ihre Prinzipien und horizontalen Beziehungen zur Gesellschaft wertsch&#228;tzt und versucht, ihre Prinzipien und Modelle zu verbreiten, ohne sie als Besitzstand zu wahren. Eine Avantgarde hingegen versucht, diese zu kontrollieren &#8211; sei es durch Zwang, Charisma oder das Verbergen ihrer wahren Ziele. Eine populistische Gruppe bietet einfache L&#246;sungen und n&#228;hrt aus Angst vor Isolation die Vorurteile der Massen [&#8230;] Die Einfluss nehmende Minderheit wirkt durch Resonanz, nicht durch Kontrollen. Sie nimmt Risiken auf sich, um inspirierende Modelle und neue M&#246;glichkeiten zu schaffen und um bequeme L&#252;gen zu kritisieren. Sie genie&#223;t keine wesenhafte &#220;berlegenheit, und auf die Annahme einer solchen zur&#252;ckzufallen, w&#252;rde zu ihrer Isolation und Irrelevanz f&#252;hren. Wenn ihre Sch&#246;pfungen oder Kritiken niemand inspirieren, wird sie keinen Einfluss haben. Ihr Zweck ist nicht, Anh&#228;nger zu gewinnen, sondern soziale Gaben zu schaffen, die andere Menschen frei nutzen k&#246;nnen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb18&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Die Feuerrose ist zur&#252;ckgekehrt! Der Kampf um die Strassen von (...)&#034; id=&#034;nh18&#034;&gt;18&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine derartige Betrachtung unserer Projekte ist viel schwieriger, aber sie gibt uns die Werkzeuge, um kritisch zu denken und f&#252;r uns selbst zu handeln. Individuen und Kollektive, die sich auf diese Art und Weise selbst erm&#228;chtigen, sind zentral f&#252;r den letztendlichen Erfolg des anarchistischen Projekts, das von der F&#228;higkeit der Leute abh&#228;ngt, nuanciert und kritisch zu denken. Es erlaubt eine pr&#228;zisere Einsch&#228;tzung der Welt um uns herum und unserer Rolle darin, was viel wirksamer ist, als die Besch&#246;nigung gewisser Realit&#228;ten, um die Welt weniger verwirrend zu machen und einfachere Handlungsm&#246;glichkeiten zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Einige Fragen, die wir uns selbst stellen k&#246;nnten, w&#228;hrend wir unsere Opposition gegen Autorit&#228;t in all ihren Formen im Ged&#228;chtnis behalten, sind folgende:&lt;/p&gt;
&lt;ul class=&#034;spip&#034;&gt;&lt;li&gt;Wie stellen wir uns die potenzielle Wirkung unserer Projekte vor? Inwiefern bewegt sich mein bestimmtes Projekt in Richtung Anarchie, Aufstand und kollektiver Befreiung?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wie k&#246;nnen wir Praktiken der F&#252;rsorge, Beziehungen und Kollektive entwickeln, die uns St&#228;rke in unseren Differenzen finden lassen, statt nach Gemeinsamkeit durch falsche Homogenit&#228;t zu streben?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Welche Projekte und Beziehungen k&#246;nnen wir aufbauen, die rassialisierte und subkulturelle Spaltungen zwischen verschiedenen aufst&#228;ndischen Gruppen unterminieren, w&#228;hrend wir trotzdem rassistische und andere fortbestehende unterdr&#252;ckende Dynamiken ber&#252;cksichtigen?&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Wie sieht es aus, wenn man auf Momente jenseits des Aufstands ausgerichtet ist, wenn es nicht mehr um die Verteidigung der Barrikade, sondern um ihren Nachschub geht? Wie beeinflusst die Vorbereitung auf diese Phase unseren Ansatz in der Gegenwart?&lt;br class='autobr' /&gt;
Die Struktur als &#8222;Imagin&#228;re Partei&#8220; der Appellisten bedeutet, dass jenen unten, welche die Anf&#252;hrer in dem, was sie tun, unterst&#252;tzen, faktisch nicht die gesamte Strategie anvertraut wird. W&#228;hrend diese Anf&#252;hrer unter Umst&#228;nden Respekt einfl&#246;ssendes Charisma und einen Sinn f&#252;r Organisation ausstrahlen, werden viele in ihrem Milieu auch den gleichen Frustrationen begegnen, wie sie in traditionell linken Organisationsr&#228;umen pr&#228;sent sind: Hierarchie, Mangel an Handlungsf&#228;higkeit, befremdende Normalit&#228;t, sexuelle Gewalt und andere Formen der Unterdr&#252;ckung. Genau wie Anarchisten oft versuchen, in linke Rekrutierungsanstrengungen durch die Vermittlung von Kritik an die Basis und das Aufzeigen einer Alternative durch unsere eigenen Projekte zu intervenieren, k&#246;nnen wir das gleiche mit jenen tun, welche in die Imagin&#228;re Partei eingeweiht werden. W&#228;hrend wir dazu ermutigen, autorit&#228;re Praktiken und die Macker des appellistischen Milieus abzulehnen, lassen wir es die Leser entscheiden, wie sie mit dem Rest dieser Netzwerke umgehen wollen.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;
&lt;p&gt;Indem wir jene Prinzipien identifizieren, die f&#252;r eine anarchistische Ethik grundlegend sind und auf dieser Grundlage mit anderen zusammenarbeiten, k&#246;nnen wir unsere K&#228;mpfe f&#252;r jene mit autorit&#228;ren Ambitionen unwirtlich machen, seien es Appellisten, Tankies oder Liberale der DSA.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Literaturverzeichnis&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://mtlcounterinfo.org/another-word-for-settle-a-response-to-rattachements-and-inhabit/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;&lt;/a&gt;&lt;a href=&#034;https://mtlcounterinfo.org/another-word-for-settle-a-response-to-rattachements-and-inhabit/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Another Word for Settle: A Response to &#8218;Rattachements&#8216; and &#8218;Inhabit&#8216;&#8220;&lt;/a&gt;, 2021 (zur appellistischen Strategie als Ausl&#228;ufer des Siedlerkolonialismus).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Decisions, Compositions, Negotiations&#8220; in &lt;a href=&#034;https://ungratefulhyenas.noblogs.org/post/2023/02/21/decomposition-for-insurrection-without-vanguards/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Decomposition: For Insurrection Without Vanguards&lt;/i&gt;&lt;/a&gt;, 2023 (f&#252;r einen genaueren Blick auf die Logik und die Praxis der Zusammensetzung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://scenes.noblogs.org/post/2023/07/02/breaking-ranks-subverting-the-hierarchy-and-manipulation-behind-earth-uprisings/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Breaking Ranks: Subverting the Hierarchy and Manipulation Behind Earth Uprisings&lt;/a&gt;, 2023 (f&#252;r eine weiterf&#252;hrende Diskussion &#252;ber manipulative und avantgardistische Praktiken, die Spektakularisierung des Kampfes und die Benutzung Radikaler als Schocktruppen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://anarchistischebibliothek.org/library/finimondo-blanqui-oder-die-staatliche-insurrektion&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Blanqui oder die staatliche Insurrektion&#8220;&lt;/a&gt;, 2011 (zur Zur&#252;ckf&#252;hrung der Perspektive des autorit&#228;ren Insurrektionalismus auf ihren Ursprung).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://theanarchistlibrary.org/library/against-the-party-of-insurrection-a-look-at-appelism-in-the-us&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die Formulierung &#8222;Partei des Aufstands&#8220; wird im Vorschlag 14 des Comit&#233; d'occupation de la Sorbonne en exil (2006), in &lt;i&gt;Les mouvements sont faits pour mourir&lt;/i&gt; (2007), &#8222;The Kazakh Insurrection&#8220; (Ill Will Editions, 2022), &#8222;Civil War, Dialectics, and the Possibility of Revolution&#8220; (Spirit of May 28, 2023) und &#8222;On Destituent Power&#8220; (Tronti, Ill Will Editions, 2022) benutzt.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Die territoriale Autonomie, wenn sie als Strategie f&#252;r die Zerst&#246;rung des Kapitalismus und des Staates betrachtet wird, beinhaltet die langfristige Arbeit der Entwicklung von Zonen, wo Bullen nicht hingehen k&#246;nnen, wo man die Mittel zur Erhaltung und Reproduktion der dort Lebenden finden kann, wo eine grosse Gruppe engagierter und miteinander verbundener Leute jeden Alters die Mittel und das Bed&#252;rfnis hat, dieses Territorium zu verteidigen, &#252;ber Generationen hinweg. Wir k&#246;nnen dorthin schauen, wo dies schon w&#228;hrend Hunderten von Jahren gemacht worden ist, um Beispiele zu sehen: das Territorium der Wet'suwet'en, Elsipogtog, Barriere Lake, Six Nations, Tyendinaga, Kahnaw&#225;:ke und Kanehsat&#224;:ke. Nicht-indigene Gemeinschaften haben das nicht w&#228;hrend Hunderten von Jahren gemacht und bei weitem nicht &#8211; wir beginnen bei null und auch wenn die Priorisierung unserer eigenen territorialen Autonomie als ethisch erscheinen mag, w&#228;re es wahrscheinlich nicht von strategischer Bedeutung, denn Siedlergemeinschaften in einer Siedlergesellschaft stehen viel weniger in strukturellem Konflikt mit dem kolonialen System. Es macht uns nicht schw&#228;cher, den Kampf f&#252;r die territoriale Autonomie von Gemeinschaften, von denen wir nicht Teil sind, zu priorisieren. Es macht uns st&#228;rker, wenn wir dadurch Beziehungen aufbauen, die zu revolution&#228;ren Zusammenh&#228;ngen beitragen, in welchen die Ziele revolution&#228;rer Netzwerke der Siedler mit jenen antikolonialer indigener Gruppen konvergieren.&#8220; &#8222;Another Word for Settle: A Response to &#8218;Rapprochements&#8216; and &#8218;Inhabit&#8216;&#8220;, 2021.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Aus &lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt; (2007): &#8222;Sogar in den endlosen Subventionen, die viele Eltern ihrem proletarisierten Nachwuchs zu zahlen gezwungen sind, gibt es nichts, was nicht zu einer Art M&#228;zenentum f&#252;r die soziale Subversion werden k&#246;nnte.&#8220; Aus &#8222;The Next Eclipse&#8220; (2018): &#8222;Eine Kleinbrauerei oder eine Eisbude mit eigener lokaler Produktion k&#246;nnen Partisanenprojekte sein.&#8220;Aus &#8222;How to Start a Fire&#8220; (2017): &#8222;Erwerbt Eigentum. Macht ein Piratenradio. Stellt Kochherde her. Lernt kochen. Lernt Sprachen. Erwerbt Waffen. Er&#246;ffnet Food Trucks und Gesch&#228;fte. Besetzt H&#228;user. Er&#246;ffnet Caf&#233;s. Imbisse. Restaurants. Pizzabuden. Buchhandlungen [&#8230;] Das Familienhaus am See kann daf&#252;r genutzt werden, dass Hunderte f&#252;r ein sommerliches Strategietreffen dort schlafen. Langsam w&#228;chst etwas.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Begriff &#8222;links&#8220; kommt von der parlamentarischen Unterteilung (in europ&#228;ischen und anderen L&#228;ndern) zwischen rechts und links unter den gew&#228;hlten politischen Repr&#228;sentanten. Die Linke in den USA ist in &#228;hnlicher Weise in die Mechanismen und Perspektiven eines radikalen Fl&#252;gels einer solche Repr&#228;sentanten mit einschliessenden politischen Tendenz eingebettet. Als solche beinhaltet die Linke h&#228;ufig Allerweltsorganisationsans&#228;tze, sowie eine Tendenz, K&#228;mpfe verwalten und kontrollieren zu wollen, was letztendlich gew&#246;hnlich zu Konflikten mit den emanzipatorischeren Prinzipien des Anarchismus f&#252;hrt. Wir lehnen die Einschliessung des Anarchismus in die Linke ab, um uns klar von dieser Art von kompromittierten und verwaltenden Tendenzen zu unterscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Decisions, Compositions, Negotiations&#8220;, 2023.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;[W]as der Staat keinesfalls dulden kann [ist], dass Singularit&#228;ten eine Gemeinschaft bilden, ohne eine Identit&#228;t einzufordern, dass Menschen mit-angeh&#246;ren ohne eine darstellbare Bedingung der Zugeh&#246;rigkeit [&#8230;]&#8220; Giorgio Agamben, &lt;i&gt;Die kommende Gemeinschaft&lt;/i&gt; (1990), Berlin, Merve, 2003, S. 79.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd., S. 80.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe zum Beispiel Shemon Salams Werk, diskutiert in Fussnote 11.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Partisan: Angeh&#246;riger oder Sympathisant einer Partei oder Fraktion.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Woodbine, &#8222;The Anthropocene&#8220; in &lt;i&gt;Short Circuit. A Counterlogistics Reader&lt;/i&gt;, 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb11&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh11&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 11&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;11&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mitbegr&#252;nder Shemon Salam ver&#246;ffentlichte j&#252;ngst einen &#246;ffentlichen Wutanfall in Form eines Essays, &#8222;Lost in the American Wasteland&#8220;, der von der antistaatlichen kommunistischen Zeitschrift &lt;i&gt;Endnotes&lt;/i&gt; ver&#246;ffentlicht worden ist und in dem die schwarze radikale Tradition desavouiert wird, weil sie die Revolution f&#252;r ihn noch nicht gemacht hat. Siehe auch den Text von SM28 (geschrieben von Shemon und anderen) &#8222;Akron, Jayland Walker, and the Class War&#8220;, in welchem die Autoren Akron besichtigen, nachdem ein schwarzer Mann erschossen wurde, und sich dar&#252;ber beklagen, dass danach nicht mehr Leute Krawall gemacht haben.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb12&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh12&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 12&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;12&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wie es ein Interviewter von SM28 formulierte: &#8222;Ich denke, der Anarchismus ist heutzutage total verwirrt und sollte aufgegeben werden [&#8230;] Anarchismus ist hoffnungslos liberal.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb13&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh13&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 13&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;13&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ein Zitat von &#8222;&#8218;Gegen&#8216; den Anarchismus: Ein Beitrag zur Debatte &#252;ber Identit&#228;ten&#8220; (2018), ver&#246;ffentlicht auf &lt;i&gt;Lundi &lt;/i&gt;&lt;i&gt;m&lt;/i&gt;&lt;i&gt;atin&lt;/i&gt;, die Hauptplattform des Appellismus in Frankreich, dessen Inhalt von &lt;i&gt;Ill Will&lt;/i&gt; regelm&#228;ssig &#252;bersetzt und ver&#246;ffentlicht wird. Der Text theoretisiert: &#8222;Sich selbst Anarchist zu nennen oder jede andere revolution&#228;re Identit&#228;t hilft uns &#252;berhaupt nicht, es vergr&#246;ssert unser revolution&#228;res Potenzial nicht und hilft uns nicht, uns zu organisieren. Ausserdem isoliert es uns und macht uns zu einem einfachen Ziel f&#252;r Repression. Ideologische Identit&#228;ten sind S&#228;ulen, auf die sich der Feind st&#252;tzt, und es h&#228;ngt von uns ab, sie hinter uns zu lassen.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb14&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh14&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 14&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;14&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Bloss einige abscheuliche Dinge, welche die Autoren bei Appellisten in Nordamerika beobachten konnten.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb15&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh15&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 15&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;15&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;&#8218;Gegen&#8216; den Anarchismus: Ein Beitrag zur Debatte &#252;ber Identit&#228;ten&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb16&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh16&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 16&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;16&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Hugh Farrell, &#8222;The Strategy of Composition&#8220;, 2023. Wir wollen nicht zu den aufgeblasenen appellistischen Ideen dar&#252;ber beitragen, welchen Einfluss ihre Theorien in K&#228;mpfen wie Stop Cop City gehabt haben sollen, deren Dynamiken vor Ort &#252;bersteigen die Intelligentsia der Zusammensetzung und k&#246;nnen nicht von ihr eingefangen werden. Wir wollen auch nicht nur das zitieren, was sie &#252;ber sich selbst sagen, da es ihrem Tun eine &#252;bertriebene Bedeutung gibt. Spirit of May 28 ist zum Beispiel gr&#246;ssenwahnsinnig bez&#252;glich des George-Floyd-Aufstands: &#8222;Keine andere politische Tendenz war f&#228;hig, im Kampf Fuss zu fassen, oder hatte viel Interessantes dar&#252;ber zu sagen. In der Vergangenheit hatten wir zum Ziel, Begegnungsr&#228;ume f&#252;r verschieden Tendenzen aufzubauen. Aber heutzutage ist es klar, dass unsere Partei alleine dasteht.&#8220; &#8222;Among Friends: Reflections After the George Floyd Uprising&#8220;, 2021.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb17&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh17&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 17&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;17&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Einige dieser Verhaltensweisen werden sehr gut in einem Interview mit dem Titel &#8222;Conflict in Movement&#8220; auf dem Final Straw Radio zusammengefasst.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb18&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh18&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 18&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;18&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Die Feuerrose ist zur&#252;ckgekehrt! Der Kampf um die Strassen von Barcelona&#8220;, 2012.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Eine andere Nutzung des Geldes (zum &#8222;Aufruf&#8220;)</title>
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&lt;p&gt;Wir werden uns hier nicht mit der Totalit&#228;t der Vorschl&#228;ge im Aufruf befassen, sondern nur mit jenen, von welchen uns scheint, dass sie Fragen bez&#252;glich dem aufwerfen, was die gesellschaftlich-historische Basis der Kommunisierung sein k&#246;nnte. Es ist wohl offensichtlich dass man, wenn man keine Vorbedingungen f&#252;r den Kommunismus im Sinne einer &#220;bergangsphase, der Vergesellschaftung der Produktionsmittel, der T&#228;tigkeiten usw. voraussetzt, denken kann, die kommunisierende T&#228;tigkeit sei hier (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.kommunisierung.net/IMG/logo/meeting_0.png?1689448748' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='53' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Wir werden uns hier nicht mit der Totalit&#228;t der Vorschl&#228;ge im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; befassen, sondern nur mit jenen, von welchen uns scheint, dass sie Fragen bez&#252;glich dem aufwerfen, was die gesellschaftlich-historische Basis der Kommunisierung sein k&#246;nnte. Es ist wohl offensichtlich dass man, wenn man keine Vorbedingungen f&#252;r den Kommunismus im Sinne einer &#220;bergangsphase, der Vergesellschaftung der Produktionsmittel, der T&#228;tigkeiten usw. voraussetzt, denken kann, die kommunisierende T&#228;tigkeit sei hier und jetzt, unter den gegenw&#228;rtigen Bedingungen der durch das Geld, das Privateigentum, die Zirkulationsweisen der G&#252;ter, Reicht&#252;mer, des Wissens usw. vermittelten Verh&#228;ltnisse m&#246;glich, anders gesagt, unter den wirtschaftlichen und politischen Bedingungen der gegenw&#228;rtigen Gesellschaft. Unter diesen Bedingungen f&#228;llt das Niveau der Kommunisierung mit der Kaufkraft einer gegebenen, mehr oder weniger homogenen Gruppe zusammen. Vom immediatistischen Standpunkt ausgehend, kann man meinen, die Erschaffung von Netzen der Zusammenarbeit in Form von Orten, Gemeinschaften, &#8222;kommunisierten Bauernh&#246;fen&#8220; sei gleichbedeutend mit der Tatsache, den Kommunismus jetzt schon zu leben und zu praktizieren. Doch diese Praxis entspricht dem historischen Kontext der westlichen Demokratie. Und ist im wesentlichen vom Regime der Handelsfreiheit abh&#228;ngig: Wer bezahlen kann, kann w&#228;hlen. Wenn die Kommunisierung Transformation, Universalisierung, hegemonische Ausbreitung einer neuen Art des gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses ist, die das Kapital beseitigt (d.h. die Klassen, die Ausbeutung usw.), so sind die auf dem Territorium der kapitalistischen Totalit&#228;t zerstreuten Praktiken der Zusammenlegung wie virale Phasen des &#220;bergangs zur Kommunisierung des gesamten gesellschaftlichen &#8222;Organismus&#8220; des Kapitals. Doch w&#228;hrend man auf diese Verallgemeinerung wartet, sind es die kapitalistischen Bedingungen des Zugangs zu G&#252;tern, welche die Zusammenlegung bestimmen. Im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; wird die treibende Kraft dieser &#8222;Kommunisierung&#8220; politische Freundschaft genannt. Es ist eine politische Freundschaft kommunitaristischen Typs. Diese politische Freundschaft bewirkt eine Art Transsubstantiation des Kapitals in Kommunismus, aber erscheint auch als eine Art historischer Kompromiss zwischen den Klassen in der kapitalistischen Gesellschaft. Im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; geht es nicht um einen politischen Antagonismus zwischen Reichen und Armen, sondern um &#8222;ethische&#8220; Differenzen. Die Unterschiede der Klassen, der gesellschaftlichen Macht, zwischen dem Boss und dem Arbeiter sind auf eine ethische Bestimmung zur&#252;ckzuf&#252;hren. Der Kommunismus ist eine ethisch-politische Bestimmung. Ausser dass die Produktionsweise dieser ethisch-politischen Bestimmung nicht historisch gedacht wird. Handelt es sich um die unter der Kategorie &#8222;Ethik&#8220; zusammengefassten Klassenunterschiede, die wirkliche gesellschaftliche Geschichte der Menschen, die Revolte gegen die kapitalistische Ausbeutung oder gegen die Ethik der Bosse? Die ethisch-politische Frage ist eine Klassenlekt&#252;re der historischen Konfliktualit&#228;t, aber nicht unsere. Der politische Ausdruck der Bed&#252;rfnisse in K&#228;mpfen positioniert sich nicht gem&#228;ss ethischen Unterschieden, sondern gem&#228;ss gesellschaftlichen Kr&#228;fteverh&#228;ltnissen. Das bedeutet nicht, dass die Ethik eine in den Konflikten abwesende Dimension ist, sondern dass ihre Problematisierung nicht unmittelbar als solche greifbar ist. Der Vorschlag der &#8222;ethischen Differenzen&#8220; ist auch auf dem Terrain der praktischen Probleme politisch unwirksam. Wenn wir uns den Tausend Formen der Ausbeutung widersetzen, so tun wir das nicht, weil wir finden, dass die Ethik des Ausbeuters f&#252;r uns problematisch ist. Es ist allen voran seine gesellschaftliche Macht als Ausbeuter, die uns praktisch betrifft. Die Behauptung, seine Macht sei auf eine Ethik zur&#252;ckzuf&#252;hren, kleidet den sozialen Krieg in der Logik eines moralischen Konflikts. Im &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; wird, trotz seiner klar anti-individualistischen Regungen, der Zugang nicht jenseits des guten Willens, der Anziehungen oder Abneigungen und des gesellschaftlichen Opportunismus der Individuen gesetzt: Die K&#246;rper bleiben Individuen der b&#252;rgerlichen &#8222;Gesellschaft&#8220;, die Zugang zu G&#252;tern, Rohstoffen usw. besitzen. Das lebendige Geld ist auch gleichbedeutend mit dem anderen Geld der Gemeinschaften: eine andere Art und Weise, f&#252;r den Gebrauchswert zu bezahlen. In den Gemeinschaften sind die M&#246;glichkeiten des Zugangs zu Rohstoffen durch die Qualit&#228;t der Gef&#252;hle, der affektiven Beziehungen zwischen den Individuen konditioniert, Bedingungen, die auf &#8222;Subjekte&#8220; verweisen, welche Eigent&#252;mer von Nutzungsm&#246;glichkeiten sind. In Tat und Wahrheit ist die Bedingung des Teilens in der Gemeinschaft der &#8222;politischen&#8220; Freunde gleichbedeutend mit einer Verdr&#228;ngung jeglicher Politik, d.h. des Klassenkampfes innerhalb derselben. Daher kommt die Notwendigkeit einer regelm&#228;ssigen &#8222;Ausstossung&#8220; der aktivistischen Spannungen in Richtung sozialer Bewegungen, womit die scheinbare Einheit der Gemeinschaft gewahrt wird. In der gemeinschaftlichen Lebensform legt das Privateigentum seine Mittel zusammen, die Subjektivit&#228;t der Individuen innerhalb der Gemeinschaft der Eigent&#252;mer wird ausgeweitet, die Gemeinschaft ist der materielle Tr&#228;ger des &#8222;Kommunismus&#8220;. Die gemeinschaftliche politische Freundschaft ist also keine T&#228;tigkeit, die zur Aufl&#246;sung des Privateigentums tendiert, sondern eine prinzipielle Gleichheit in der Nutzung des Privateigentums. Das Ziel dieser politischen Freundschaft ist rein h&#228;uslich. Sie findet ihr aktives Prinzip nicht in den gesellschaftlichen K&#228;mpfen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Bem&#228;chtigung der Kommunisierung ist es das Postulat des gleichen Zugangs zu den f&#252;r das Leben und den Kampf notwendigen G&#252;tern, welches kollektiv als notwendige Bedingung f&#252;r die Zusammenarbeit zwischen Individuen gesetzt wird. Eliminierung, Zerst&#246;rung, Widerrufung aller gesellschaftlicher Kr&#228;fte des Eigentums, des Zugangs zur Kohle. In Anbetracht der Ausdehnungsmacht der K&#228;mpfe ist das, was der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; politische Freundschaft nennt, nur eine Variante der interindividuellen Verf&#252;hrung. Doch in den K&#228;mpfen sind es die historische &#214;ffnung, der verallgemeinerte Ausnahmezustand als Bedingung des gleichen Zugangs zu den G&#252;tern, eine Schicksalsgemeinschaft, welche das Verh&#228;ltnis zwischen Freundschaft und Politik verwirklichen. Es ist die kommunistische politische Freundschaft, welche weiter geht als die b&#252;rgerliche politische Freundschaft, die im Schweigen bez&#252;glich Geld, Privateigentum, Klassenstellung getr&#228;nkt ist. Die kommunistische politische Freundschaft setzt die Beseitigung der Klassen als ihre Existenzbedingung. Die Bedingungen des Zugangs zum Kampf, zum Teilen des Politischen werden durch die Entwicklung des Konflikts ge&#246;ffnet. Es kommt nicht mehr in Frage, abstrakt &#8222;Gef&#252;hlswelten&#8220; und Forderungen einander entgegenzustellen: Die Gef&#252;hle sind die Antwort eines jeden auf die Situation aller, im Interesse aller. Die Streitigkeiten &#252;ber das Bedeutungsmonopol der Geste, des Affekts, der Handlung entscheiden in Anbetracht der antagonistischen Wirklichkeit des Feindes nichts. Durch die K&#228;mpfe k&#246;nnen die Bedingungen des Zugangs zu G&#252;tern und Rohstoffen sofort in ihrer historischen und gesellschaftlichen Situation gesetzt werden, weit entfernt von den heimischen Zugangsbedingungen, welche von der Geheimgesellschaft oder dem Verein gesetzt werden. Die Existenzbedingung der gemeinschaftlichen politischen Freundschaft gr&#252;ndet auf dem Hirngespinst der agierenden Minderheit, d.h. auf der Reproduktion der Klassengesellschaft im Kleinen. Tats&#228;chlich wird, wie in jeder Gemeinschaft, die das Privateigentum nicht zerst&#246;rt hat, die ausschliessende Nutzungsmacht des Eigent&#252;mers aufrechterhalten und mit ihr die Klassenunterschiede. Die Postur besteht also darin, so zu tun, als ob das nicht der Fall w&#228;re. Die politische Anerkennung von Klassenkonflikten innerhalb der Gemeinschaft w&#228;re gleichbedeutend mit ihrem Todesurteil. Die Gemeinschaft der &#8222;Gleichen&#8220; existiert, solange das Hirngespinst der gesellschaftlichen Ununterscheidbarkeit die Regel ist. Es ist das Vergessen der Klassengesellschaft, nicht ihre Abschaffung: Deswegen k&#246;nnen wir von der Reproduktion der Klassengesellschaft im Kleinen sprechen, wenn es um aktuelle Gemeinschaften und Netze der Zusammenarbeit geht. Die Existenzbedingung der agierenden Minderheit ist also eine Art Sublimierung der Klassenmacht, als h&#246;chstes Tabu gesetzt und jeglicher politischen Konfliktualit&#228;t innerhalb derselben entledigt. Es existiert in der Gemeinschaft ein Wunsch der Aneignung, der Wiedererschaffung von etwas &#8222;Unverschmutztem&#8220;, eines den Individuen gemeines Propriums. Jede Gemeinschaft k&#228;mpft gegen den Zerfall, gegen die gesellschaftliche Aufl&#246;sung. Ihre affektive Bewegung tendiert zum Zerfall und schliesslich zum Andauern, zum Fortbestehen eines konservativen Wesens, welches die Zerfallskraft des Proletariats bek&#228;mpft, jenes Nicht-Subjekt, welches losgel&#246;st, heterogen, subversiv und f&#252;r jegliche Gemeinschaft ungeeignet ist. Also wird die Kommunisierung auf der Ebene des h&#228;uslichen Bewusstseins gesetzt. Hier ist die politische Freundschaft nur eine Doppelg&#228;ngerin der kapitalistischen Wirklichkeit ohne die Klassenwiderspr&#252;che. Es ist die gleiche Logik mit einem anderen Namen. In einer ganz anderen Situation w&#228;re die Kommunisierung, noch vor der kollektiven Bem&#228;chtigung der G&#252;ter und Rohstoffe usw., allen voran ein politischer Kampf f&#252;r gleiche Zugangsbedingungen im Lauf von Konflikten. Genau von dieser Notwendigkeit der Verallgemeinerung des Konflikts rund um den Zugang entfernt sich der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt;. Dort ist es direkt die Nutzung, die Kommunisierung ist, ohne andere Vermittlung als der Wille jener, welche schon &#252;ber etwas verf&#252;gen, das zusammengelegt werden kann. Die Zugangsbedingungen sind dort geregelt, sie sind geregelt innerhalb der restriktiven Bedingungen einer bestimmten, getrennten, alternativen gesellschaftlichen Gruppe. In der Proposition III auf Seite 16 wird folgendes gesagt: &#8222;Wir machen eine einfache Feststellung: Ein Jeder, der &#252;ber ein bestimmtes Ma&#223; an Reichtum und Wissen verf&#252;gt, welches durch die simple Tatsache diese Gegenden der alten Welt zu bewohnen zug&#228;nglich wird kann es vergemeinschaften [&lt;i&gt;communiser&lt;/i&gt;]. Die Frage ist nicht, ob mit oder ohne Geld leben, stehlen oder kaufen, arbeiten oder nicht, sondern wie das Geld, das wir haben, dazu benutzt werden kann, unsere Autonomie in Beziehung zur Sph&#228;re der Warenwirtschaft auszuweiten.&#8220; Zuerst einmal erkennen wir wirklich nicht, was die Wirklichkeit dessen sein soll, was die Autoren des &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; mit diesem sehr vagen und unbestimmten Ausdruck &#8222;ein Jeder&#8220; beschreiben. Handelt es sich um das Proletariat in seiner Totalit&#228;t, um jene, welche zusammen den Kommunismus praktizieren, um &#8222;Meinereiner&#8220; in einem B&#252;ndnis mit einem &#8222;Wir&#8220;? Denn wenn man aus der Kommunisierung ein kollektives Problem in Bezug auf die Bem&#228;chtigung der Lebens- und Kampfmittel macht, indem man von den gegenw&#228;rtigen &#220;berlebensm&#246;glichkeiten ausgeht, dann h&#228;tte folgende Wahrheit ausgesprochen werden m&#252;ssen: Ein Jeder verf&#252;gt nicht &#252;ber eine gewisse Menge an Reichtum und Wissen zur Kommunisierung. Wenn die Kommunisierung hingegen keine K&#228;mpfe ben&#246;tigt, muss man sagen: Jene, welche &#252;ber eine gewisse Menge an Reichtum und Wissen verf&#252;gen k&#246;nnen, k&#246;nnen sie kommunisieren. Der Zugang zur &#8222;Kommunisierung&#8220; wird nicht mehr durch K&#228;mpfe ge&#246;ffnet, sondern durch individuelle M&#246;glichkeiten. Hinzu kommt die mysteri&#246;se Rolle dieser Gegenden der alten Welt. Ist es sicher, dass die Tatsache, diese Gegenden zu bewohnen, aus der alten Welt den offensichtlichen Dienstleister &#8222;eines Jeden&#8220; macht? Wenn die Autoren des &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; sagen, dass die Tatsache, mit oder ohne Geld zu leben, zu arbeiten, zu stehlen oder nicht usw. unbedeutend sind, scheinen sie uns zu sagen, dass die unter den diversen Modalit&#228;ten des &#220;berlebens erlebten Situationen, die &#8222;sp&#252;rbaren Offenkundigkeiten&#8220;, ihnen als Kommunisierer wenig bedeuten. Doch kann die Mehrheit der Proletarier das gleiche von sich behaupten? Es ist offensichtlich, dass die Wirklichkeit der Geldverh&#228;ltnisse in der kapitalistischen Gesellschaft nie als Verbindung gesetzt ist, derer man sich je nach Laune entledigen oder enthalten k&#246;nnte. Geld ist die Grundlage des Zugangs zu allen gesellschaftlichen T&#228;tigkeiten. Es ist sogar das Geld, welches, als materialisierte Arbeitszeit, das andere Gesicht der Praktiken des Gebens und der Unentgeltlichkeit darstellt. Die unentgeltlich offerierten G&#252;ter werden effektiv produziert. Obwohl die Praktiken der Unentgeltlichkeit und des Gebens Teil der Gegenkultur, der famili&#228;ren Solidarit&#228;t, der gegenseitigen Hilfe sind, existieren sie auch als Gegenst&#252;ck zur &#8222;Sph&#228;re der Warenwirtschaft&#8220;. Wenn sie G&#252;ter dem Kreislauf der Warenverwertung entziehen, um sie ohne Tauschbedingungen zu offerieren, annullieren sie nicht ihren Wert. Genau wie die Verschwendung, die vorausschauende Integration des Ladendiebstahls, der Veruntreuung oder der Geldw&#228;sche, ist die Unentgeltlichkeit nicht die Negation des Tauschwerts, sondern stellt einen Teil seiner Rationalit&#228;t dar. Und das Kapital reguliert die Zirkulation der Menschen als konsumierbare Waren sehr wohl, wenn sie, bestimmt daf&#252;r, permanente Konsumenten zu sein, das Risiko eingehen oder nicht, den &#8222;Tarif&#8220; der Repression zu bezahlen, wenn sie die &#246;ffentlichen Transporte gratis nutzen. Die andere Facette des Geldes ist die Repression. Auch im Geben, in der Unentgeltlichkeit der G&#252;ter hat man es mit materialisierter Arbeitszeit zu tun. Auch wenn man &#252;ber mehrere Generationen einen Kreislauf der Unentgeltlichkeit und des Gebens aufrechterhalten w&#252;rde, w&#252;rden die &#8222;Lebenskosten&#8220; schliesslich die Agenten dieses Kreislaufs anfressen. Der Vorschlag, &#8222;das Geld zu benutzen, um unsere Autonomie in Beziehung zur Sph&#228;re der Warenwirtschaft auszuweiten&#8220;, scheint uns gesellschaftlich selektiv. Der Zugang zum Geld ist gesellschaftlich hervorgebrachte Arbeitszeit, was auch immer das Wesen, die Bedingungen, der gesellschaftliche Spielraum der eintr&#228;glichen T&#228;tigkeit sein m&#246;gen. Es ist eine T&#228;tigkeit, die in ihrer Verwirklichung durch den Tauschwert eingegrenzt ist. Wie kann sich unsere Autonomie unter diesen Bedingungen auch nur einen Deut gegen&#252;ber der Sph&#228;re der Warenwirtschaft ausweiten? Geld muss man immer &#8222;haben&#8220;, bekommen, um es zu nutzen. Es ist wahrhaftig eine permanente &#8222;Suche&#8220;. Die Frage, Geld zu haben oder nicht, stellt sich dem Proletariat jeden Tag, es ist &#8222;zu dieser h&#246;chsten Schande verurteilt, immer ans Geld denken zu m&#252;ssen&#8220;. Genau das ist der Grund der &#8222;absurden&#8220; und &#8222;freiwilligen&#8220; Knechtschaft derart vieler Lohnarbeiter gegen&#252;ber dem Kapital, der autorit&#228;ren Flexibilisierung ihrer Arbeitskraft, der Armut. Nehmen wir z.B. an, es g&#228;be eine progressive biopolitische Weltregierung, die es schafft, ein bedingungsloses Grundeinkommen f&#252;r alle auf dem Niveau eines Lohns eines universit&#228;ren Kaders oder eines kaufm&#228;nnischen Direktors einer multinationalen Firma einzuf&#252;hren. Nehmen wir an, alle verf&#252;gen &#252;ber gen&#252;gend Geld, um es &#8222;kommunistisch&#8220; zu nutzen. Inwiefern k&#246;nnten wir von einer Ausweitung unserer &#8222;Autonomie&#8220; gegen&#252;ber der &#8222;Sph&#228;re der Warenwirtschaft&#8220; sprechen? Stellt euch einen Moment eine Nutzung des Geldes ohne Sph&#228;re der Warenwirtschaft vor. In der Welt der Waren ist es das Geld, welches die Funktion des allgemeinen &#196;quivalents gew&#228;hrleistet. Kein Wirtschaftsleben ohne Geld. Der Inhalt der kapitalistischen Ausbeutung zeigt sich in der Form eines monet&#228;ren Verh&#228;ltnisses zwischen dem Kapitalisten und dem Lohnarbeiter. Obwohl das Geld an sich kein Kapital produziert, ist die Kapitalakkumulation ohne Geld unm&#246;glich. Die Verwaltung und Anlage von Geld ist auch eine Funktion der Staaten. Der Wert in Geldform ist notwendig, da die Waren nicht direkt getauscht werden. Der Preis der Waren ist gleichbedeutend mit der Inkarnation der Arbeit im allgemeinen, in Geldform. Waren und Geld sind die beiden untrennbaren und gegens&#228;tzlichen Seiten einer gleichen Wirklichkeit. Das allgemeine &#196;quivalent, das Geld selbst hat das gesellschaftliche Monopol &#252;ber die Funktion des Geldes inne. Der komplement&#228;re und verschiedene Ausdruck der Produktion von Tauschwerten ist immer noch die Geldform. Das Geld als Wertreserve, Preisstandard, Zirkulationsmittel, aber auch als Kontrolle, Repression, Entbehrung usw. Im Gegenteil, die Kommunisierung k&#246;nnte der Kampf um die kollektive Bem&#228;chtigung der Lebens- und Kampfmittel sein, bis zu einem Punkt, wo wir kein Geld mehr brauchen, um den Kommunismus zu praktizieren. Auch bez&#252;glich der Frage des Privateigentums erw&#228;hnt der &lt;i&gt;Aufruf&lt;/i&gt; psycho-affektive Dimensionen, welche die wirkliche Funktion des Privateigentums in der kapitalistischen Gesellschaft vernebeln. Ihre Behandlung ist nicht kommunistisch, sondern alternativistisch und existentialistisch. Die Frage des Privateigentums wird darin anhand einer reinen Ph&#228;nomenalit&#228;t der Nutzung er&#246;rtert. Die Proposition VI auf Seite 33 sagt uns: &#8222;Es ist zum Beispiel offensichtlich, dass MAN vorgegeben hat, die Frage nach dem, was zu mir passt, was ich zum Leben brauche, was Teil meiner Welt ist, endg&#252;ltig gekl&#228;rt zu haben, einzig durch die polizeiliche Fiktion des legalen Eigentums, also dem, was mir geh&#246;rt. Etwas ist mir in dem Masse zu eigen, in dem es den Bereichen angeh&#246;rt, die ich nutze; und nicht aufgrund eines juristischen Titels. Am Ende hat legaler Besitz keine andere Realit&#228;t, als die der Kr&#228;fte, die ihn besch&#252;tzen. Demzufolge ist die Frage des Kommunismus einerseits, die Polizei zu beseitigen und andererseits, Formen des Teilens und der Nutzung auszuarbeiten zwischen denen, die zusammenleben.&#8220; Wer masst sich an, eine solche Frage zu beantworten? Die semantische Ambivalenz zwischen den Worten &#8222;angeeignet&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;: passend, angeeignet], &#8222;eigen&#8220;, &#8222;Gut&#8220; [&lt;i&gt;domaine&lt;/i&gt;: Bereich, Gut]&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Um es kurz zu halten: Der Begriff des Guts bezeichnet allgemein im (...)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, &#8222;Eigentum&#8220; wird nicht zu Gunsten einer klaren Verurteilung des Privateigentums endg&#252;ltig gel&#246;st. Es wird gesagt: Was zu mir &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], k&#246;nnt ihr nicht durch &#8222;die polizeiliche Fiktion des legalen Eigentums&#8220; kl&#228;ren, kennen, f&#252;hlen. Man erkl&#228;rt uns, dass das Individuum als Eigent&#252;mer viel mehr ist als eine Summe von bestimmten Rechtsverh&#228;ltnissen, dass er auch &#8222;Bed&#252;rfnisse&#8220;, eine &#8222;Welt&#8220; usw. hat. Sch&#246;n und gut. Inwiefern beseitigt das die Wirklichkeit des Privateigentums? Wenn wir auch wissen k&#246;nnten, was zu einem Eigent&#252;mer, einem Bullen oder einem B&#252;rger usw. &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], so w&#252;rde dadurch keineswegs die Wirklichkeit der gesellschaftlichen Macht des Privateigentums, der Polizei oder des Staates beseitigt. Weiter: Was mir zu &#8222;eigen&#8220; ist, ist jede Sache, die &#8222;den Bereichen angeh&#246;rt, die ich nutze&#8220;, und nicht die gesellschaftliche Nutzungsmacht, die durch einen juristischen Titel gew&#228;hrt wird. Die Nutzung wird hier als jene Praxis dargestellt, welche den Akt des Besitzes der Sache konstituiert. Doch es ist eine Sache, deren Nutzung untrennbar mit einem &#8222;Bereich&#8220; [&lt;i&gt;domaine&lt;/i&gt;, s.o.] verbunden ist. Was auch immer der Bereich der Nutzung sein mag, wir haben es immer noch mit einem vom Gesetz des Kapitals und des Staates bestimmten Eigentumsregime zu tun: &#8222;gesellschaftliches&#8220;, &#8222;gemeinschaftliches&#8220;, &#8222;gemischtes&#8220; Eigentum, &#8222;privater&#8220;, &#8222;&#246;ffentlicher&#8220; Bereich, besetztes Haus. Die Ursache der gesellschaftlichen Konflikte rund um die Nutzung von Territorien ist immer die unm&#246;gliche politische und wirtschaftliche Exterritorialit&#228;t jeglicher Nutzung. Es existiert keine Permanente autonome Nutzung (PAN). Jegliches Gut ist Staatsterritorium. Der Mythos der Befreiung des Bodens, der befreiten Nutzung des Bodens durch die Vervielf&#228;ltigung von kleinen Eigent&#252;mern hat seit der b&#252;rgerlichen Revolution 1789 Staub angesetzt. Ein anderer Standpunkt zur Nutzung: &#8222;[D]er reine Gebrauch erscheint in seiner Beweisf&#252;hrung nicht so sehr als etwas, das es nicht gibt &#8211; es gibt ihn im Augenblick des Verbrauchs &#8211;, als vielmehr als etwas, das man nie haben kann, das niemals ein Eigentum (dominium) bilden kann. Der Gebrauch liegt immer in der Verbindung mit etwas, das man sich nicht aneignen kann; er bezieht sich auf die Dinge, insoweit sie nicht Gegenstand des Besitzes werden k&#246;nnen. Aber auf diese Weise stellt der Gebrauch auch die wahre Natur des Eigentums blo&#223;, als die Vorrichtung, die den freien Gebrauch der Menschen in eine abgesonderte Sph&#228;re verschiebt, wo er sich dann in Recht umwandelt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Giorgio Agamben, Profanierungen, Suhrkamp, 2005, S. 81.&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Es ist der Eigent&#252;mer, welcher die Macht hat, jemandem die Nutzung der Sachen auf seinem Gut zu erlauben oder nicht. Die Nutzung wird zum Privateigentum des Eigent&#252;mers. Wir sprachen von der semantischen Ambivalenz der Worte &#8222;eigen&#8220;, &#8222;angeeignet&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], &#8222;Eigentum&#8220;. In &lt;i&gt;Die deutsche Ideologie&lt;/i&gt; verortet Marx den historischen Ursprung einer solchen Ambivalenz sehr genau in der Notwendigkeit der b&#252;rgerlichen Ideologen, das Privateigentum zu naturalisieren, und er wirft Stirner vor, &#8222;da&#223; er das Privateigentum in das 'Haben' verwandelte und dann das Zeitwort 'Haben' f&#252;r ein unentbehrliches Wort, f&#252;r eine ewige Wahrheit erkl&#228;rte, weil es auch in der kommunistischen Gesellschaft vorkommen k&#246;nne, da&#223; er Leibschmerzen 'habe'. Geradeso begr&#252;ndet er hier die Unabschaffbarkeit des Privateigentums darauf, da&#223; er es in den Begriff des Eigentums verwandelt, den etymologischen Zusammenhang zwischen 'Eigentum' und 'eigen' exploitiert und das Wort 'eigen' f&#252;r eine ewige Wahrheit erkl&#228;rt, weil es doch auch unter dem kommunistischen Regime vorkommen kann, da&#223; ihm Leibschmerzen 'eigen' sind. Dieser ganze theoretische Unsinn, der sein Asyl in der Etymologie sucht, w&#228;re unm&#246;glich, wenn nicht das wirkliche Privateigentum, das die Kommunisten aufheben wollen, in den abstrakten Begriff 'das Eigentum' verwandelt w&#252;rde.&#8220; Weiter unten detailliert er die absolut rationelle historische Grundlage dieses theoretischen Unsinns: &#8222;Der Bourgeois hat es um so leichter, aus seiner Sprache die Identit&#228;t merkantilischer und individueller oder auch allgemein menschlicher Beziehungen zu beweisen, als diese Sprache selbst ein Produkt der Bourgeoisie ist und daher wie in der Wirklichkeit, so in der Sprache die Verh&#228;ltnisse des Schachers zur Grundlage aller andern gemacht worden sind. Z.B. propri&#233;t&#233; Eigentum und Eigenschaft, property Eigentum und Eigent&#252;mlichkeit, 'eigen' im merkantilischen Sinn und im individuellen Sinn, valeur, value, Wert - commerce, Verkehr - &#233;change, exchange, Austausch usw., die sowohl f&#252;r kommerzielle Verh&#228;ltnisse wie f&#252;r Eigenschaften und Beziehungen von Individuen als solchen gebraucht werden.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die institutionelle Macht des Privateigentums ist nicht eine Macht, deren wesentliche Eigenschaft in Begriffen der Affinit&#228;ten, der Freundschaften oder Feindschaften diskutiert werden kann. Die kommunistische Nutzung eines Gutes [&lt;i&gt;domaine&lt;/i&gt;, s.o.] ist nicht die freundschaftliche Beziehung zu einem Eigent&#252;mer, sondern seine Enteignung und seine Vernichtung. Wenn die Proletarier noch unterscheiden k&#246;nnen zwischen verschiedenen Arten der Bem&#228;chtigung (besetzen, mieten, kaufen), so bedeutet das nicht, dass sie in den Handlungen des Kaufes, des Diebstahls oder der Besetzung etwas identifizieren w&#252;rden, dass mehr oder weniger zu ihnen &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.], sondern sie sehen in diesen Zugangsweisen zurecht gesellschaftliche Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse, die mehr oder weniger zwingend, n&#252;tzlich, vorteilhaft oder bequem usw. sind. Es ist also nicht die legale Fiktion des &#8222;Besetzers&#8220; oder des &#8222;Eigent&#252;mers&#8220;, welche f&#252;r sie wie affektiv betrachtete Figuren oder Objekte der Identifikation w&#252;nschenswert oder abstossend sind, sondern es sind durch Situationen objektiver (ungleicher) Nutzungsm&#246;glichkeiten gesellschaftlich materialisierte Verh&#228;ltnisse. Das Privateigentum existiert nicht an sich, sondern als totale gesellschaftliche Tatsache: Es ist nicht eine in der Innerlichkeit eingeweichte Wirklichkeit oder die &#8222;Welt&#8220; jedes Eigent&#252;mers (oder Nicht-Eigent&#252;mers), sondern die doppelte Bewegung der Reproduktion des kapitalistischen Werts und eines gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses der Reproduktion der Klassen, hervorgebracht durch ein komplexes System von strafrechtlichen, physischen, polizeilichen, freiheitsberaubenden, kulturellen usw. Zw&#228;ngen. Sie als einen gesellschaftlichen Status durch das, was zum Beg&#252;nstigten passt [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.] oder nicht, definieren, aus ihnen einen rein performativen Inhalt machen zu wollen, n&#228;hme den Kategorien Besetzer, Mieter, Obdachloser, Eigent&#252;mer, Kaufmann, Rentier, Chef, Arbeiter, queere Butch-Lesbe usw. jeglichen historischen Sinn. Wir h&#228;tten also diese unglaubliche, absolut komische Tatsache verwirklicht, im kuscheligen Bett der radikalen Theorie die Klassengesellschaft abgeschafft, ohne einen einzigen Tropfen Blut vergossen zu haben. Es geht schliesslich nicht darum, irgend eine abstrakte generische Figur (der Eigent&#252;mer, der Mann, die Frau usw.) zu zerst&#246;ren, sondern die wirkliche Macht dieser Funktionen, Titel, Rechte. Wenn Nicht-Eigent&#252;mer zu gl&#252;henden Verfechtern des Privateigentums werden, sehen wir sehr wohl, dass wir die existentielle Frage, was zu ihnen &#8222;passt&#8220; [&lt;i&gt;appropri&#233;&lt;/i&gt;, s.o.] oder nicht, nicht endg&#252;ltig l&#246;sen k&#246;nnen usw. Das Problem liegt nicht hier. Das Problem ist, dass sie zu Gl&#228;ubigen einer Religion der befreiten Nutzung werden, die nicht von dieser Welt ist. Sie nehmen die libert&#228;re Fiktion des befreiten Gebrauchswerts, welcher der Kapitalismus ihnen vergegenw&#228;rtigt, wenn er die eigentlichen Eigenschaften seiner Waren anpreist, beim Wort: Sie wollen sie nutzen, doch ihr Wille arbeitet sich an der Abstraktion des Geistes, der Idee oder des Wunsches ab. Im Spektakel geht es nie um die Ausbeutung, welche die Warenproduktion lenkt, sondern um Gebrauchswerte. Der politische Charakter der wirtschaftlichen Ausbeutung wird negiert. Mit anderen Worten k&#246;nnte man sagen, dass die Kommunisierung wom&#246;glich nur noch die Fiktion einer &#8222;kommunistischen&#8220; Nutzung des Kapitals, einer anderen Nutzung des Geldes ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/un-autre-emploi-de-l%E2%80%99argent-anonyme&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Um es kurz zu halten: Der Begriff des Guts bezeichnet allgemein im positiven Recht das Privateigentum an G&#252;tern, Mobilien oder Immobilien von einer &#246;ffentlichen Person.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Giorgio Agamben, &lt;i&gt;Profanierungen&lt;/i&gt;, Suhrkamp, 2005, S. 81.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Robert Ferro - Eine Kritik von &#8222;An unsere Freunde&#8220;</title>
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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Im folgenden Text befassen wir uns mit einer Kritik von &lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt; vom Unsichtbaren Komitee. Wir m&#246;chten den Leser warnen, dass diese Kritik nicht vollst&#228;ndig sein wird, denn der Text w&#252;rde eine noch ausf&#252;hrlichere Entschl&#252;sselung verdienen als jene, welche wir hier auf einigen Seiten unternehmen; wir beschr&#228;nken uns also darauf, einige grundlegende Postulate zu untersuchen, von welchen uns scheint, dass sie seinen theoretischen Kern strukturieren. &lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt; stellt ein gutes Beispiel der Art und Weise dar, wie eine &lt;i&gt;konservative&lt;/i&gt; Konzeptbastelei als revolution&#228;r verkleidet sein kann und es ist umso schwieriger, eine Kritik davon zu erstellen, als dass das Werk auf den ersten Blick dicht, oder gar &#252;berladen ist. Nach einer aufmerksamen Lekt&#252;re bemerkt man jedoch, dass sich sein Herzst&#252;ck auf einige schwache Vorschl&#228;ge beschr&#228;nkt, welche im &lt;i&gt;Brei&lt;/i&gt;, in welchem sie schwimmen, leicht &#252;bersehen werden k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Westen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Westen ist die Obsession des Unsichtbaren Komitees: Er verk&#246;rpert in seinen Augen alle Schrecken der Zivilisation. Er ist somit gleichzeitig Synonym f&#252;r Kapitalismus, Imperialismus, Kolonialismus, Zerst&#246;rung der Natur, Wille zur Herrschaft &#252;ber andere usw. Doch der Gebrauch dieses Konzepts scheint uns verd&#228;chtig, denn dieser starre Gegensatz zwischen dem &lt;i&gt;Westen&lt;/i&gt; und dem &lt;i&gt;Rest&lt;/i&gt; stellt nur den imperialistischen oder konservativen Standpunkt auf den Kopf, welcher aus diesem Westen etwas Absolutes macht. Alles in allem ist das Unsichtbare Komitee ein im Handstand gehender Spengler (oder Alain de Benoist, wenn man m&#246;chte). Die tats&#228;chlich westliche, de facto unwiderlegbare Entstehung der kapitalistischen Produktionsweise verwandelt sich in eine metaphysische Schuld. Umgekehrt wird alles Nicht-Westliche ontologisch aufgewertet. Die westliche Zivilisation ist das absolute B&#246;se, doch man fragt sich, was es mit den 20000 Jahren Klassengesellschaft und Ausbeutung des Menschen durch den Menschen auf sich hat: Ist der Westen von einem anderen Planeten gekommen? Das Komitee, welches die &#8222;Genealogien&#8220; des Linksnietzscheanismus gewiss ganz toll findet, sollte das eigentlich wissen:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Begriff des Westens [&lt;i&gt;l'occident&lt;/i&gt;] selbst, als Gegensatz zum Orient, wurde erschaffen, um diesen Bruch [zwischen der r&#246;mischen Kirche des Westens und des Orients, AdA] innerhalb der gleichen Zivilisation und der gleichen Religion zu bezeichnen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Georges Corm, Histoire du Moyen-Orient. De l'Antiquit&#233; &#224; nos jours, La (...)&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch nachdem der Westen &#8211; vom historisch kolonialistischen Frankreich bis zum von England v&#246;llig kolonialisierten Irland &#8211; und der Nicht-Westen als zwei &lt;i&gt;Essenzen&lt;/i&gt; gesetzt sind, was lehrt uns das Komitee bez&#252;glich ersterem?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Produktion und Zirkulation&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Analyse der Funktionsweise des Kapitals betrifft, stellt folgende Ungeheuerlichkeit die grundlegende These dar:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der Wertsch&#246;pfungsprozess einer Ware [&#8230;] f&#228;llt mit dem Prozess der Zirkulation zusammen, der wiederum mit dem Prozess der Produktion zusammenf&#228;llt, der in Echtzeit im &#220;brigen den Schlussfluktuationen des Marktes entspricht [Ad&#220;: es m&#252;sste heissen: &lt;i&gt;von&lt;/i&gt; den Schlussfluktuationen des Marktes &lt;i&gt;abh&#228;ngt&lt;/i&gt;].&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Unsichtbares Komitee, An unsere Freunde, Nautilus, 2015, S. 88.&#034; id=&#034;nh2-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Seien wir brutal: Diese Textstelle hat &#252;berhaupt keinen Sinn. Erstens ist es das &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt; oder der &lt;i&gt;Wert&lt;/i&gt;, welches oder welcher sich verwertet: Die Ware macht selbst nichts, sie ist ein Tr&#228;ger, ein notwendiges Moment im Kreislauf, durch welchen das Kapital sich verwerten kann; aber wenn die Ware als solche auf dem Markt erscheint, ist der Mehrwert bereits produziert worden, er muss nur noch durch den Verkauf verwirklicht werden. Zweitens ist das Zusammenfallen von Produktions- und Zirkulationsprozess eine logische Unm&#246;glichkeit: Die Zirkulationssph&#228;re f&#252;gt dem schon produzierten Wert keinen neuen Wert hinzu; zudem ist sie zeitlich und r&#228;umlich stets von der Produktionssph&#228;re getrennt, ausser man nimmt &#8211; durch wer weiss welche Allgegenwart &#8211; an, dass der gleiche Arbeiter gleichzeitig Arbeiter bei Goodyear und Kassierer bei Franprix sein kann. Die Gleichsetzung von Produktion und Zirkulation ist immer gleichbedeutend mit der Verwechslung von produktiver mit unproduktiver Arbeit, von Arbeit, welche gegen Kapital, und Arbeit, welche gegen Einkommen getauscht wird, und somit bleibt man ein Gefangener des Fetischs der Distribution, welcher die Besonderheit der Mehrwert produzierenden Arbeit in der Totalit&#228;t der Lohneinkommen aufl&#246;st. Was allerdings noch wesentlicher ist f&#252;r die Entschl&#252;sselung des Texts, welcher uns besch&#228;ftigt, ist die Tatsache, dass man ausgehend von den Distributionsverh&#228;ltnissen, d.h. von der Gleichsetzung von produktiver und unproduktiver Arbeit, alles kritisieren kann: die Ware, das Geld, die Ungleichheiten, sogar den Staat &#8211; alles, &lt;i&gt;ausser das Kapital&lt;/i&gt;, denn &lt;i&gt;nur die produktive Arbeit bringt es hervor&lt;/i&gt;. Es geht nicht darum, die produktive Arbeit als irgendeine mythische Figur zu essentialisieren, umso mehr, weil der Mehrwert nicht (wie es die Anti-Marxisten annehmen) auf die Industrie im strikten Sinne beschr&#228;nkt ist; der produktive oder unproduktive Charakter der Arbeit wird auf der Ebene des gesellschaftlichen und kombinierten Arbeiters festgelegt und Marx betont das &#252;brigens wiederholt im &lt;i&gt;Kapital&lt;/i&gt;, wie auch in den &lt;i&gt;Grundrisse&lt;/i&gt; und in den &lt;i&gt;Theorien &#252;ber den Mehrwert&lt;/i&gt;. Es ist jedoch wichtig, diesbez&#252;glich klare Gedanken zu haben, um das &lt;i&gt;Strukturierende&lt;/i&gt; vom &lt;i&gt;Strukturierten&lt;/i&gt; zu unterscheiden, &lt;i&gt;ohne jedoch das Strukturierte auf eine wirklichkeitslose Begleiterscheinung zu reduzieren&lt;/i&gt; (das ist ein grundlegender Punkt).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Mindeste, was man von den &#8222;gekommenen Aufst&#228;nden&#8220; sagen kann, ist, dass sie das geheime Labor der Produktion mit der Inschrift &lt;i&gt;No admittance except on business&lt;/i&gt; kaum (auf jeden Fall nicht gen&#252;gend) ber&#252;hrt haben. Das Unsichtbare Komitee glaubt, diese Schwierigkeit, diese Grenze auf rein intellektuelle Art und Weise umschiffen zu k&#246;nnen, indem es zu verstehen gibt, dass die Mehrwertproduktion viel diffuser sei als in der Vergangenheit. Das ist allerdings schlicht und einfach falsch &lt;i&gt;oder es war immer so&lt;/i&gt;. Wie h&#228;tte Marx folgende Zeilen schreiben k&#246;nnen, wenn dem nicht so w&#228;re?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Z.B. Milton, who did the paradise lost, war ein unproduktiver Arbeiter. Der Schriftsteller dagegen, der Fabrikarbeit f&#252;r seinen Buchh&#228;ndler liefert, ist ein produktiver Arbeiter. Milton produzierte das Paradise lost, wie ein Seidenwurm Seide produziert, als Bet&#228;tigung &lt;i&gt;seiner&lt;/i&gt; Natur. Er verkaufte sp&#228;ter das Produkt f&#252;r 5 l. und wurde insofern Warenh&#228;ndler. Aber der Leipziger Literaturproletarier, der auf Kommando seines Buchhandlers B&#252;cher, z. B. Kompendien &#252;ber Politische Oekonomie produziert, ist ann&#228;hernd ein produktiver Arbeiter, soweit seine Produktion unter das Kapital subsumiert ist und nur zu dessen Verwertung stattfindet. [&#8230;] Ein Schulmeister, der andre unterrichtet, ist kein produktiver Arbeiter. Aber ein Schulmeister, der als Lohnarbeiter in einem Institut mit andern engagiert ist, um durch seine Arbeit das Geld des Entrepreneurs der knowledge mongering institution zu verwerten, ist ein produktiver Arbeiter.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses, Archiv (...)&#034; id=&#034;nh2-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Mehrwertproduktion war jedoch nie diffus und so stark in der Gesellschaft zerstreut, dass sie mit der Zirkulationssph&#228;re zusammenfiel, und wird es auch nie sein. Nat&#252;rlich muss der hervorgebrachte Mehrwert durch den Verkauf auf dem Markt verwirklicht werden und in diesem Sinn ist der Zirkulationsprozess wesentlich f&#252;r die Reproduktion des Kapitals; doch er repr&#228;sentiert nur Entwertungszeit f&#252;r den schon hervorgebrachten Wert. Die vom Komitee gepriesene Parole &#8222;Blockieren wir alles!&#8220; entspricht der Idee, dass es m&#246;glich w&#228;re, an jedem Punkt der Oberfl&#228;che der Gesellschaft die Mehrwertproduktion zu unterbrechen. Als Beispiel zur Legitimation dieser Idee wird die franz&#246;sische Bewegung gegen die Rentenreform 2010 erw&#228;hnt, besonders ihr Verh&#228;ltnis mit dem Sektor der Raffinerien. Es wird uns gesagt, dass diese von irgendjemandem blockiert worden sein konnten, was der absoluten Verblendung und Mystifikation gleichkommt: Die Streiks wurden nicht von &#8222;irgendjemandem&#8220; ausgel&#246;st, die Blockaden ausserhalb der Industrieanlagen waren und blieben eine &#228;ussere Unterst&#252;tzung derselben und die Grenze zwischen &#8222;Drinnen&#8220; und &#8222;Draussen&#8220; verschwand zu keinem Zeitpunkt. Das zeigt uns schlicht und einfach, dass die Bewegung die Trennungen und separaten Identit&#228;ten nicht zum Platzen bringen konnte. Doch diese Erz&#228;hlung voller &#220;bertreibungen und die Bezugnahme auf gewisse besondere Sektoren, welche durch eine alles andere als unerkl&#228;rbare, sehr bedeutende organische Zusammensetzung des Kapitals charakterisiert sind, dienen dem Komitee dazu, sich als Propheten der Blockade hervorzutun, sowie dazu, seinen Beitrag zum postmodernen Konsens &#252;ber das Verschwinden der Arbeiterklasse zu leisten &#8211; welcher, man weiss es, jenes Terrain ist, wo alle sich vers&#246;hnen, auch das Unsichtbare Komitee mit Toni Negri und den &lt;i&gt;commoners&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Totalit&#228;t&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was den strikt philosophischen Standpunkt betrifft, gibt sich das Unsichtbare Komitee als foucaldianisch, w&#252;nschend und fluxistisch und damit &#8211; selbstverst&#228;ndlich &#8211; anti-marxistisch, anti-dialektisch und anti-hegelianisch; doch so leicht kommt man Hegel nicht davon. &lt;i&gt;Was das Unsichtbare Komitee &#8222;die Epoche&#8220; nennt&lt;/i&gt; (d.h. die gegenw&#228;rtige Periode), &lt;i&gt;ist nichts anderes als die Hegelsche konkrete Totalit&#228;t&lt;/i&gt;: Nicht hierarchisiert, ohne Zentrum dr&#252;ckt sie in jedem ihrer Teile das gleiche einfache Prinzip aus (jeder ihrer Teile ist &lt;i&gt;pars totalis&lt;/i&gt;); ihr einfaches Prinzip ist eine Art &lt;i&gt;Weltgeist&lt;/i&gt; ohne jegliche weltliche Inkarnation (im Gegensatz zu Hegel mit seinen &#8222;kosmisch-historischen&#8220; Individuen: Alexander der Grosse, Julius C&#228;sar usw.), welcher sie g&#228;nzlich durchdringt, ein bisschen wie die Politik bei den Griechen oder die Religion im Mittelalter. Das Mittelalter konnte jedoch genauso wenig vom Katholizismus leben wie Athen oder Rom von der Politik: Die wirtschaftlichen Verh&#228;ltnisse damals erkl&#228;ren hingegen, &#8222;warum dort die Politik, hier der Katholizismus die Hauptrolle spielte&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Das Kapital, Band 1, MEW 23, S. 96.&#034; id=&#034;nh2-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Unsichtbare Komitee hingegen bekr&#228;ftigt stets die Zentralit&#228;t der Ethik und ihrer Wahrheiten: Die &lt;i&gt;Ethik&lt;/i&gt; (ohne Witz) sei eben genau der Faktor, welcher den Aufstieg des Islamismus in der arabischen Welt, die politische Kapitalisierung des &lt;i&gt;Fr&#252;hlings&lt;/i&gt; durch denselben, sowie die Verbrechen von Daech erkl&#228;ren k&#246;nne. Trotz diesem &#8222;Fasching der fetischisierten Innerlichkeit&#8220; (Luk&#225;cs) vergisst unser Komitee nicht, auf den Boden der Tatsachen zur&#252;ckzukehren und sich ein bisschen materialistischer zu geben, wenn es darum geht, seine geniale Strategie, welche es f&#252;r andere kommende &#8222;Aufst&#228;nde&#8220; vorschl&#228;gt, genauer zu beschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Strategie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Solange das &#8222;Gespenst des Mangels&#8220; in den &#8222;Volkserhebungen&#8220; (S. 92) umgeht, wird der Staat immer f&#228;hig sein, die Kontrolle &#252;ber die Situation zur&#252;ckzugewinnen. Was tun also? F&#252;r das Komitee liegt die Antwort nicht im gesellschaftlichen Bereich, sondern sie ist technisch, oder gar technokratisch; sie liegt nicht in einem Bruch, in einer (Selbst-)Aufhebung, durch welche die Putzfrau genau wie der M&#252;llarbeiter alles selbst in die Hand nehmen k&#246;nnen, was heute &#8222;von oben&#8220; kontrolliert wird, sondern im B&#252;ndnis mit den Luxusangestellten, welche schon die richtigen Kompetenzen haben:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wir m&#252;ssen in allen Sektoren, in allen Gegenden, die wir bewohnen, auf diejenigen zugehen, die &#252;ber strategisches technisches Wissen verf&#252;gen. [&#8230;] Dieser Prozess der Wissensakkumulation, der Herstellung von Komplizenschaft in allen Bereichen ist Bedingung f&#252;r ein ernsthaftes, massenweises Wiederaufkommen der revolution&#228;ren Frage.&#8220; (S. 92)&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was hier hinweggefegt wird, ist schlicht und einfach der Zwang, welcher auf die radikale Trennung zwischen Subsistenz- und Produktionsmitteln zur&#252;ckgeht &#8211; in einem Wort: &lt;i&gt;das Proletariat&lt;/i&gt;. Vor noch f&#252;nfzig Jahren ging es &#8211; f&#252;r die linken Intellektuellen &#8211; darum, &lt;i&gt;sich&lt;/i&gt; in der Arbeiterklasse zu &lt;i&gt;etablieren&lt;/i&gt;. Heutzutage bezieht sich die Mittelklasse nur noch auf sich selbst, sie wiegt sich in Selbstgen&#252;gsamkeit: Der in Humanwissenschaften Diplomierte trifft sich mit dem Ingenieur. Das erlaubt es dem Komitee, komplett auf eine ernsthafte und detaillierte Studie der in den Ausschreitungen und Erhebungen (heben wir uns das Wort &#8222;Aufstand&#8220; f&#252;r andere Gelegenheiten auf) aktiven gesellschaftlichen Segmente sowie der ihnen unterliegenden sozio-&#246;konomischen Dynamiken zu verzichten, obwohl es konstant davon spricht; das Komitee weiss nichts davon und will es auch nicht wissen, &lt;i&gt;was zu seinem Vorteil ist&lt;/i&gt;, denn die Niederlagen der Bewegungen k&#246;nnen viel h&#228;ufiger mit der (h&#228;ufig marginalen) Stellung oder (h&#228;ufig schwachen) Praxis der Arbeiter in ihnen erkl&#228;rt werden als mit der Abwesenheit von geschickten Kadern, welche das Komitee verf&#252;hren m&#246;chte. Es ist wahr, dass es sich im Ausdruck seiner Verachtung f&#252;r die &#8222;Kleinbourgeoisie&#8220; und ihre &#8222;historische Unschl&#252;ssigkeit&#8220; nicht zur&#252;ckh&#228;lt (S. 215). Aber von wem spricht man genau? Von den Kleinbauern? Den Notaren? Wird der Ausgang der kommunistischen Revolution von der politischen Orientierung der Apotheker abh&#228;ngen? &#8222;Kleinbourgeoisie&#8220; ist allenfalls gleichbedeutend mit &#8222;kleinem Kapital&#8220;, vielleicht sogar sehr kleinem, mit dem Besitz also von Produktionsmitteln (oder der Miete von Gesch&#228;ftsr&#228;umen) &#8211; egal wie l&#228;cherlich sie sind, sei es, um nur ein oder zwei Leute anzustellen und/oder sich selbst auszubeuten. Dass eine moderne, entl&#246;hnte, &lt;i&gt;spezifisch kapitalistische&lt;/i&gt; Mittelklasse existieren kann, das wurde von Marx vor 150 Jahren, von Pannekoek vor 100 Jahren, von Bordiga vor 50 Jahren bekr&#228;ftigt, doch es scheint f&#252;r unser ach so kommunistisches Komitee keine Rolle zu spielen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das bevorzugte Unterfangen des Unsichtbaren Komitees ist &#252;brigens die Kritik der Frage selbst, was eine alte Tradition der kommunistischen Theorie ist: &#8222;Nicht nur in ihren Antworten, schon in den Fragen selbst lag eine Mystifikation.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Friedrich Engels, Die deutsche Ideologie, MEW 3, S. 19.&#034; id=&#034;nh2-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Doch die Spezialit&#228;t des Unsichtbaren Komitees ist es, diese Methode auf absolut alles anzuwenden, schlicht und einfach, &lt;i&gt;um zu verhindern, dass Fragen gestellt werden&lt;/i&gt;. Wie k&#246;nnte in der Zentralit&#228;t der Mehrwertproduktion irgendeine Frage liegen, wenn jegliche Grenze zwischen Wertproduktion und -zirkulation &#8211; so sagt es uns das Komitee &#8211; aufgel&#246;st ist? Wie k&#246;nnte man es wagen, &#252;ber die M&#246;glichkeit eines gr&#246;sseren milit&#228;rischen Konflikts zwischen imperialistischen M&#228;chten (die wahre L&#246;sung der Krise vom Standpunkt des Kapitals aus) in der Zukunft nachzudenken, wenn jegliche Grenze zwischen Krieg und Frieden &#8211; so sagt es uns das Komitee &#8211; mittlerweile &#252;berholt ist? Und so geht es fleissig weiter, jegliche Polarit&#228;t wird verwischt &#8211; Zentrum und Peripherie, politische Macht und materielle &#8222;Infrastrukturen&#8220;, Mittelschichten und Proletariat &#8211;, um endlich verk&#252;nden zu k&#246;nnen: &lt;i&gt;Es herrscht grosse Unordnung unter dem Himmel, die Lage ist ausgezeichnet!&lt;/i&gt; Zu dieser Unordnung kommt die Verwirrung des Komitees hinzu, welches innerhalb der Verwirrung (&#8222;der Epoche&#8220; wahrscheinlich) Ordnung schaffen wollte und nicht &#252;ber die Bekr&#228;ftigung der totalen Undeutlichkeit hinauskommt: &lt;i&gt;panta rhei&lt;/i&gt;, alles fliesst im Fluss.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einige Versprecher&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nach allem, was gesagt worden ist, seien wir in Bezug auf einen Punkt klar: &lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt; enth&#228;lt mehrere stichhaltige Textstellen: z.B. die Kritik des linken Humanismus (S. 31), der Ideologie der Demokratie/Versammlung (S. 54-57), des Pazifismus und der radikalen Haltung (S. 140-142). Doch diese kritischen Versatzst&#252;cke greifen nur Ideen an: Sie verbleiben die meiste Zeit in der Tonlage der erbaulichen und bequemen Demystifikation, welche schlichtweg das Wahre dem Falschen entgegensetzt &#8211; was absolut logisch ist, denn, wenn die Wirtschaft als Objektivit&#228;t, die Produktionsverh&#228;ltnisse, die ihren Agenten zugewiesenen Stellungen, die differenzierte Struktur der Produktionsweise usw. &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; (oder nicht mehr) &lt;i&gt;existieren&lt;/i&gt;, dann k&#246;nnen jegliche Sackgasse und jegliche Grenze nur rein subjektiv sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zudem w&#228;re die Kritik des &lt;i&gt;radikalen Milieus&lt;/i&gt; auf den Seiten 140-143 sehr zutreffend, wenn sie auch nur mehr oder weniger auf &lt;i&gt;selbst&lt;/i&gt;kritische Art und Weise formuliert w&#228;re, sei es nur, weil &lt;i&gt;alle&lt;/i&gt; erw&#228;hnten Punkte &#8211; gestikulierender Aktivismus, Leistungskult, identit&#228;re Fixierung usw. &#8211; in der Vergangenheit von nah oder fern vom Unsichtbaren Komitee selbst gef&#246;rdert und unterhalten worden sind, wir wissen jedoch, dass die Bescheidenheit nicht seine Haupteigenschaft ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wie wir also gesehen haben, sind jene Textstellen, welche unser Interesse geweckt haben, ungl&#252;cklicherweise in einem unbezwinglichen Geschw&#228;tz voller Vorschl&#228;ge, Verk&#252;ndigungen, &#220;berlegungen, expliziten oder impliziten Anspielungen, Zitate usw. verscharrt &#8211; &lt;i&gt;alle&lt;/i&gt; sind mehr oder weniger diskutabel und durch einen gefr&#228;ssigen Hypereklektizismus miteinander verbunden, denn es ist unf&#228;hig &lt;i&gt;sein&lt;/i&gt; Zentrum zu finden, genauso wenig wie das Zentrum der Welt, um dessen Kritik es sich bem&#252;ht. Das Unsichtbare Komitee springt m&#252;helos vom &#8222;Revolution&#228;r-Werden&#8220; von Deleuze (S. 42) zum &#8222;Ekel&#8220; von Sartre (S. 28), von &#8222;Die H&#246;lle sind die anderen&#8220;, ebenfalls von Sartre (ebd.), zur &#8222;sch&#246;pferischen Zerst&#246;rung&#8220; von Schumpeter (S. 21), von der &#8222;Krise der Pr&#228;senz&#8220; von Ernesto de Martino (S. 28) zum &#8222;Heiligen Krieg&#8220; von Ren&#233; Daumal (S. 134), ohne Michel Foucault, Marshall Sahlins, Gregory Bateson, Giorgio Cesarano, den anarchistischen Mystiker Gustav Landauer, sowie den guten alten Stalinisten Gramsci und Gott weiss wie viele andere zu vergessen, damit mehr oder weniger alle auf ihre Kosten kommen &#8211; &lt;i&gt;unter der Bedingung, dass man nicht an der Oberfl&#228;che kratzt&lt;/i&gt;. Wir kamen gar in den Genuss der &#8222;Partei im grossen historischen Sinne&#8220; aus dem Brief von Marx an Freiligrath, aber nur, damit man sich zwei Zeilen weiter unten &#252;ber Marx und die &#8222;Marxisten&#8220; (welche?) lustig machen kann. All das geschieht in einem kleinen Buch mit 200 Seiten im Format A5, welches formell gut geschrieben und in welchem die Beherrschung des energischen Stils &lt;i&gt;&#224; la&lt;/i&gt; Debord &#8211; selbstverst&#228;ndlich &#8211; einwandfrei ist. Unsere Autoren, das muss man zugeben, kennen das Dossier so gut, dass sie als Ghostwriter bei Herrn Agamben angestellt werden k&#246;nnten. Doch Obacht, Computerprogramme k&#246;nnen das auch schon &#8211; was viel aussagt &#252;ber den Formalismus, welcher diese Art von Texten charakterisiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Anstelle einer Schlussfolgerung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man nehme einen halbwegs talentierten Schriftsteller, bitte ihn, die Pose eines verfluchten Autors einzunehmen, und zwinge ihn, einen Vortrag &#252;ber die j&#252;ngsten Trends in der Philosophie, der Anthropologie und der Soziologie zu halten, setze ihn danach zwei Tage vor einen Computer mit einer Pistole am Kopf und gebe ihm die Aufgabe, ein &#8222;gef&#228;hrliches&#8220; sozialkritisches Buch zu schreiben, welches jedoch in den sch&#246;nen Quartieren von Paris verkauft werden kann: Was dabei herauskommt, ist &lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt;. Einige werden es sch&#228;tzen: Jedem sein Dope.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch f&#252;r jene, welche auf der Suche nach einer Klarstellung &#252;ber die gegenw&#228;rtige Periode oder einer Hochrechnung &#252;ber den m&#246;glichen (nicht wirklich auf der Tagesordnung stehenden) revolution&#228;ren Ausgang sind, kann der Rat nur lauten: &lt;i&gt;Schaut euch woanders um&lt;/i&gt;. Trotz der Mobilisierung eines wortreichen Werkzeuges mit radikalen Anspr&#252;chen bleibt das Komitee nicht nur in einer vernebelten Sichtweise &#252;ber das gefangen, was diese Welt antreibt, sondern &#8211; dar&#252;ber hinaus &#8211; in einem Verst&#228;ndnis der Artikulation zwischen unmittelbaren K&#228;mpfen und der Revolution, welches auf der Akkumulation von Bedingungen oder Erfahrungen basiert. &lt;i&gt;Exit&lt;/i&gt; die klassischen und klassistischen Schemata des Proletariats, welches zur herrschenden Klasse wird, die Akkumulation von Macht und Erfahrungen, die revolution&#228;re (Selbst-)P&#228;dagogik durch die Metabolisierung der &#8222;Lektionen der Vergangenheit&#8220; usw., welche Teil des Horizonts der Arbeiterbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts waren, sie verwandeln sich &#8211; im Diskurs des Komitees &#8211; in eine Akkumulation von Wissen und K&#246;nnen. Das Problem dieser Schlussfolgerung ist u.a., dass sie im leeren Raum geschieht und von einem total selbstbezogenen Subjekt gezogen wird: &lt;i&gt;Wir, die Revolution&#228;re&lt;/i&gt;. W&#228;hrend die interessantesten Verfechter der kommunistischen Theorie seit den 1970er Jahren versucht haben, sich definitiv von den von der 2. und 3. Internationalen geerbten evolutionistischen und gradualistischen Konzeptionen zu emanzipieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Zu diesem Punkt sollte man den Text &#8222;La r&#233;volution sera communiste ou ne (...)&#034; id=&#034;nh2-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sind diese &#8211; nun von ihren traditionellen Inkarnationen verwaisten &#8211; Konzeptionen in einer neuen, diffusen und v.a. &lt;i&gt;aklassistischen&lt;/i&gt; Form zur&#252;ckgekehrt: Alternativismus, B&#252;rgerpraktiken, Globalisierungsgegnerschaft, d&#233;croissance, Negrismus, &#8222;Wertkritik&#8220;, Anti-Industrialismus... Die Unterschiede dieser Str&#246;mungen lassen sich nicht von der Hand weisen, die von ihnen geteilte &lt;i&gt;famili&#228;re Atmosph&#228;re&lt;/i&gt; auch nicht &#8211; trotz manchmal heftiger Polemiken. Nat&#252;rlich ist das Unsichtbare Komitee in der radikalen Linken dieses Nebels zu verorten, doch aus dem gleichen Grund kann es ihn nicht verlassen, &lt;i&gt;zumindest nicht aus eigener Kraft&lt;/i&gt;. Davon ausgehend ist die Frage weniger, was das Unsichtbare Komitee mit der kommunistischen Revolution, sondern eher, was die kommunistische Revolution mit dem Unsichtbaren Komitee anstellen k&#246;nnen wird. Nicht viel, so bef&#252;rchten wir &#8211; doch wir w&#252;nschen ihm eine m&#246;glichst herzliche Behandlung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt; und seine Autoren werden v.a. in Erinnerung bleiben als Zeichen, als Symptom der historischen Diskrepanz, mit welcher &#8222;unsere Zeit&#8220; ringt, zwischen einem Proletariat einerseits, welches nicht mehr als Tr&#228;ger eines reformistischen oder revolution&#228;ren Projekts gegen&#252;ber dem Kapitalismus erscheint (doch welches sich, aus dem gleichen Grund, auf umso brutalere Art und Weise manifestiert, wenn es k&#228;mpft), und eben diesen reformistischen oder revolution&#228;ren Projekten, welche zwar vom &lt;i&gt;Menschen&lt;/i&gt;, von der &lt;i&gt;Multitude&lt;/i&gt;, vom &lt;i&gt;Volk&lt;/i&gt;, vom &lt;i&gt;B&#252;rger&lt;/i&gt;, vom &lt;i&gt;Individuum&lt;/i&gt; sprechen m&#246;gen, deren Ausgang jedoch vom Charakter der gegenw&#228;rtigen und zuk&#252;nftigen Handlungen des Proletariats in der Krise des Kapitals abh&#228;ngt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Zu guter Letzt muss definiert werden, was der Grund f&#252;r den zwar relativen, jedoch internationalen Erfolg der B&#252;cher des Unsichtbaren Komitees ist; abgesehen von den &#8222;kulturellen Modeerscheinungen&#8220; und der medialen Pr&#228;senz aufgrund der Tarnac-Aff&#228;re (ob gewisse Angeklagte von Tarnac f&#252;r die Brosch&#252;re &lt;i&gt;Der kommende Aufstand&lt;/i&gt; verantwortlich sind oder nicht, hat nicht die geringste Bedeutung), ist es tats&#228;chlich unleugbar, dass die Konzeptionen des Komitees, genau wie sein Stil, ziemlich gut den Erlebnissen eines besonderen Typs des zeitgen&#246;ssischen Aktivisten entsprechen, ein Aktivist, welcher sein Engagement als existentiell konzipiert, als Gegensatz zwischen dem Individuum und der Welt, jenseits von jeglicher spezifischer Bestimmung: Kapital und Lohnarbeit, die Klassen, Hochkonjunktur und Krise usw. Doch &#8211; man muss diesbez&#252;glich klar sein &#8211; wenn man so etwas sagt, spricht man vom unausweichlichen &lt;i&gt;Fortbestehen der Konterrevolution&lt;/i&gt;. Vergessen wir nicht, wie stark sogar die am besten &#8222;ausger&#252;steten&#8220; und vision&#228;rsten Genossen (Programme communiste, Socialisme ou Barbarie, die Situationistische Internationale, Classe operaia) bis hinein in die 1950er und 1960er Jahre auf unterschiedliche Art und Weise Gefangene der Situation waren (die &#8222;russische Frage&#8220; und die &lt;i&gt;Glorreichen Dreissig&lt;/i&gt;, kurz zusammengefasst). Als eine neue Phase begann, sind sie zerfallen. Ein eventueller revolution&#228;rer Aufschwung, welcher schmerzhaft auf sich warten l&#228;sst und welcher von keiner Gruppe, keinem Gr&#252;ppchen, keiner Zeitschrift oder keiner anderen Struktur ausgel&#246;st werden kann, wird zwangsl&#228;ufig das theoretisch-ideologische Arsenal ins Jenseits bef&#246;rdern &#8211; und uns auch, zumindest als Kritiker der Konterrevolution &lt;i&gt;innerhalb derselben&lt;/i&gt;. Eine Prise &lt;i&gt;Realit&#228;tsprinzip&lt;/i&gt; (sogar im Freudschen Sinne des Wortes) zu diesem Thema ist immer heilsam. Wenn der Klassenwiderspruch gleichzeitig der Motor dessen ist, was ist, &lt;i&gt;als auch Tr&#228;ger von etwas anderem als das, was ist&lt;/i&gt; (und von etwas anderem, als der k&#246;rperlichen Ersch&#246;pfung seiner &#8222;Unterlagen&#8220;: der menschlichen Spezies und der Umwelt), dann ist der einzige Vorteil, welchen wir im Verh&#228;ltnis zu anderen haben, dass wir wissen, was uns zum Sprechen bringt, die Quelle, wo die Gegens&#228;tze entstehen, immer im Auge behalten und die m&#246;glichen Punkte des Bruches erkennen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das jetzige Geschlecht gleicht den Juden, die Moses durch die W&#252;ste f&#252;hrt. Es hat nicht nur eine neue Welt zu erobern, es mu&#223; untergehen, um den Menschen Platz zu machen, die einer neuen Welt gewachsen sind.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Karl Marx, Die Klassenk&#228;mpfe in Frankreich; im Jahr 1852, es hat &#8211; falls (...)&#034; id=&#034;nh2-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;R.F., September 2015&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=14409&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Georges Corm, &lt;i&gt;Histoire du Moyen-Orient. De l'Antiquit&#233; &#224; nos jours&lt;/i&gt;, La D&#233;couverte, 2007.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Unsichtbares Komitee, &lt;i&gt;An unsere Freunde&lt;/i&gt;, Nautilus, 2015, S. 88.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses&lt;/i&gt;, Archiv sozialistischer Literatur 17, Neue Kritik, Frankfurt a.M. 1968, S. 70.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, Band 1, MEW 23, S. 96.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, Friedrich Engels, &lt;i&gt;Die deutsche Ideologie&lt;/i&gt;, MEW 3, S. 19.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Zu diesem Punkt sollte man den Text &#8222;La r&#233;volution sera communiste ou ne sera pas&#8220; von 1975 in der Anthologie Rupture dans la th&#233;orie de la r&#233;volution. Textes 1965-1975, Senonevero, 2003 lesen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Karl Marx, &lt;i&gt;Die Klassenk&#228;mpfe in Frankreich&lt;/i&gt;; im Jahr 1852, es hat &#8211; falls das gesagt werden muss &#8211; nichts mit Auschwitz zu tun [AdA].&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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