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		<title>Roland Simon &#8211; Zur Kommunisierung</title>
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&lt;p&gt;Der Versuch einer Definition der Kommunisierung bedeutet, sich an ein Konzept im Werden heranzuwagen. Eher als um eine Ausarbeitung einer Definition geht es um eine Abgrenzung der Angriffswinkel. &lt;br class='autobr' /&gt;
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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Der Versuch einer Definition der Kommunisierung bedeutet, sich an ein Konzept im Werden heranzuwagen. Eher als um eine Ausarbeitung einer Definition geht es um eine Abgrenzung der Angriffswinkel.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Der Programmatismus ist hinf&#228;llig&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Mein Ausgangspunkt ist das Konzept des Programmatismus. Der Programmatismus beruht auf einer Praxis und einem Verst&#228;ndnis des Klassenkampfes, wonach eine der Klassen, das Proletariat, in ihrer Situation die Grundlage der &#220;berwindung des Widerspruchs und der gesellschaftlichen Organisation der k&#252;nftigen Gesellschaft findet. Ihre Aktivit&#228;t im Klassenkampf und diese Organisation werden also zu einem zu verwirklichenden &lt;i&gt;Programm&lt;/i&gt;. Im Klassenkampf zwischen dem Proletariat und dem Kapital ist das Proletariat das positive Element, das den Widerspruch aufbrechen l&#228;sst, die Revolution ist also &lt;i&gt;die Affirmation des Proletariats&lt;/i&gt;: Diktatur des Proletariats, Arbeiterr&#228;te, &#220;bergangsphase, absterbender Staat, verallgemeinerte Selbstverwaltung, &#8222;Gesellschaft der assoziierten Produzenten&#8220; usw. Die Aufl&#246;sung des Widerspruchs wird durch einen der Begriffe desselben dargestellt. Das Proletariat ist von einem &lt;i&gt;revolution&#228;ren Wesen&lt;/i&gt; beseelt, das es widerspr&#252;chlich zum Kapital macht, sich je nach mehr oder weniger reifen historischen Bedingungen anpassend und als Elemente eines Programms dekliniert. Der Widerspruch ist also nicht mehr das kapitalistische gesellschaftliche Verh&#228;ltnis selbst, zu deren Abschaffung das Proletariat, aufgrund seiner Situation darin, veranlasst ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Programmatismus ist nicht nur eine Theorie, sondern vor allem die Praxis des Proletariats, die darin besteht, dass die Erstarkung der Klasse in der kapitalistischen Produktionsweise (von der Sozialdemokratie bis zur Ultralinken) auf positive Art und Weise das Trittbrett der Revolution und des Kommunismus ist, letztere sind bloss das Hinauswachsen &#252;ber sich selbst und die Vollendung derselben. Er ist die Praxis des Proletariats vom Anfang des 19. Jahrhunderts bis Ende der 1960er Jahre. Da er jedoch auf essenzielle Art und Weise mit der formellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital verbunden ist, &#8222;zerf&#228;llt&#8220; er in der ersten Phase der reellen Subsumtion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die in den 1970er Jahren begonnene Restrukturierung der kapitalistischen Produktionsweise beendet diese Situation und eine neue Struktur sowie ein neuer Inhalt des Widerspruchs, der Ausbeutung, definieren nun den neuen Kampfzyklus. Ich werde also nicht ausgehend von einem unver&#228;nderlichen Wesen der Revolution und des Kommunismus, dem man sich mehr oder weniger kurz und total im Verlauf der Geschichte angen&#228;hert habe, von der Kommunisierung sprechen, sondern ausgehend von dieser neuen Situation.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Restrukturierung und neuer Zyklus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf die knappstm&#246;gliche Weise definiere ich das Resultat der Restrukturierung als den Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital als sich auf der Ebene der Reproduktion der Produktionsweise und somit der Reproduktion der Klassen und ihres Verh&#228;ltnisses verknotend. Folglich bringt das Proletariat, im Rahmen der Ausbeutung im Widerspruch zum Kapital stehend, in diesem Verh&#228;ltnis keine Best&#228;tigung seiner selbst gegen&#252;ber dem Kapital mehr hervor. Das &lt;i&gt;Problem&lt;/i&gt; in seinem Kampf als Klasse ist, in seinem Widerspruch zum Kapital, seine eigene Infragestellung, seine eigene Abschaffung. Daraus resultiert eine wahrhaft unglaubliche Situation. Einerseits k&#228;mpft das Proletariat nur t&#228;glich und ist nur eine revolution&#228;re Klasse in seiner strikten Definition als Klasse dieser Produktionsweise; andererseits l&#228;uft die Grenze all seiner gegenw&#228;rtigen K&#228;mpfe immer darauf hinaus, eine Klasse zu sein und als solche zu handeln. Das ist die Dynamik und gleichzeitig die Grenze dieses Kampfzyklus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im Dezember 1995 im Kampf der Papierlosen, der Arbeitslosen, der Hafenarbeiter Liverpools, bei Cellatex, Alstom, Lu, Marks and Spencer usw. erscheint diese oder jene Eigenschaft des Kampfes im Verlauf des Kampfes selbst insofern als Grenze, als diese besondere Eigenschaft (&#246;ffentlicher Dienst, Nachfrage nach Arbeit, Verteidigung des Arbeitswerkzeuges, Verweigerung der Delokalisierung, der rein finanziellen Verwaltung usw.), mit welcher die Bewegung zusammenprallt, h&#228;ufig begleitet von Spannungen und inneren Konfrontationen im Rahmen ihres R&#252;ckgangs, immer auf die Tatsache hinausl&#228;uft, eine Klasse zu sein. Wenn in diesem Zyklus die Grenze jedes Kampfes grundlegend die Tatsache ist, als Klasse zu handeln, ist sie somit inh&#228;rent und wird immer notwendigerweise auf je nach Kampf spezifische Weise und gem&#228;ss den Modalit&#228;ten der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise, dessen Klasse das Proletariat ist, existieren (es verhielt sich nicht so, solange das Proletariat dem Kapital eine Reorganisation der Gesellschaft auf der Grundlage dessen, was es in der Gesellschaft war, entgegensetzen konnte).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn wir t&#228;glich feststellen k&#246;nnen, dass jeder Kampf gegen das st&#246;sst, was ihn als Handlung der Klasse konstituiert, verh&#228;lt es sich anders betreffend der Transformation dieses zur Grenze gewordenen &#8222;Handelns als Klasse&#8220; in die &lt;i&gt;Infragestellung&lt;/i&gt; durch das Proletariat seines eigenen Verh&#228;ltnisses zum Kapital: die Kommunisierung. Das heisst die Transformation von etwas, das sich bis anhin in der Reproduktion des Kapitals aufl&#246;st, in etwas, das aktiv im Kampf der Klasse eine Infragestellung durch das Proletariat seiner eigenen Situation als Klasse ist. Fl&#252;chtige Einblicke gaben uns die &#8222;Bewegung der direkten Aktion&#8220;, der Kampf der Arbeitslosen und Prek&#228;ren, ein Indiz daf&#252;r zeigt sich in den Transformationen der Klassenzusammensetzung des Proletariats, aber die &#8222;Infragestellung&#8220; ist noch weitgehend eine &lt;i&gt;theoretische Ableitung&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Ableitung erfolgt auf folgender Grundlage:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; des Zusammenbruchs jeglicher Perspektive der Erstarkung, Affirmation und Befreiung des Proletariats;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; der gegenw&#228;rtigen Grenze aller K&#228;mpfe in der Tatsache selbst, ein Kampf der Klasse zu sein, eine Grenze, welche die Dynamik dieser K&#228;mpfe darstellt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; der Neuzusammensetzung des Proletariats;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; des Inhalts und der Struktur des Widerspruchs zwischen dem Proletariat und dem restrukturierten Kapital (Widerspruch auf der Ebene der Reproduktion: Im Widerspruch zum Kapital zu stehen, ist gleichbedeutend mit der Tatsache, im Widerspruch zu seiner eigenen Reproduktion als Klasse zu stehen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sobald der Klassenkampf auf der Ebene der Reproduktion situiert ist, kann und will das Proletariat in keinem Kampf mehr bleiben, was es ist. Es handelt sich nicht zwingend um aufsehenerregende Aussagen oder &#8222;radikale&#8220; Aktionen, sondern um alle Praktiken der &#8222;Flucht&#8220; oder Verneinung der Proletarier gegen&#252;ber ihrer eigenen Bedingung, in den selbstm&#246;rderischen K&#228;mpfen der Firma Cellatex, im Streik von Vilvoorde oder vielen anderen, wo sich herausstellt, dass das Proletariat getrennt vom Kapital nichts ist und dass es nicht dieses Nichts bleiben kann (dass es seine Vereinigung mit dem Kapital fordert, bringt den Graben, ge&#246;ffnet durch den Kampf, die Anerkennung und die Verweigerung des Proletariats seiner selbst als diesen Graben, nicht zum Verschwinden). Im gegenw&#228;rtigen Verlauf der K&#228;mpfe ist zwar die Infragestellung nur eine theoretische Ableitung, aber sie ist auch viel mehr als das.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der gegenw&#228;rtige Kampfzyklus ist die Aufl&#246;sung des R&#228;tsels des Kampfes der Klasse: Wie kann eine strikt als Klasse handelnde Klasse die Abschaffung aller Klassen sein? Diese Aufl&#246;sung ist die Kommunisierung, abgeleitet von diesem Kampfzyklus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Revolution ist Unmittelbarkeit des Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Kern des Konzepts der Kommunisierung ist ein einziger Punkt: Die Revolution als Abschaffung des Kapitals ist nicht eine Vorbedingung f&#252;r den Aufbau des Kommunismus, sie kann nur als unmittelbarer Aufbau des Kommunismus erfolgreich sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist wahr, dass es Probleme gibt, die nicht &#8222;von heute auf morgen&#8220; gel&#246;st werden k&#246;nnen, sie sind sehr wohl real. Die Tatsache jedoch, dass der Kommunismus anfangs Probleme l&#246;sen muss, die er vom Kapitalismus geerbt hat (Ungleichheiten in der Entwicklung, qualitative Transformation der Produktionsinstrumente, Eliminierung gef&#228;hrlicher Anlagen, Dekonzentration der Bev&#246;lkerung, Beseitigung in seinen materiellen &#8211; im Raum eingeschriebenen &#8211; Formen des Gegensatzes zwischen Stadt und Land, &#8222;Rehabilitierung&#8220; ehemals landwirtschaftlicher oder &#8222;nat&#252;rlicher&#8220; Fl&#228;chen), erschafft deswegen nicht eine Periode oder Aktivit&#228;ten, im Rahmen welcher er nicht gem&#228;ss dem, was er ist, gem&#228;ss seinem eigenen Wesen &#8222;funktionieren&#8220; k&#246;nnte, bis ein gewisses Entwicklungsstadium erreicht sein w&#252;rde, das ohnehin nicht festgelegt werden kann. Der Kommunismus ist nicht das Ende der Geschichte, er muss Probleme l&#246;sen, die er von der kapitalistischen Produktionsweise, und vielleicht sogar, w&#228;hrend dieses Moments des Bruches mit der ganzen vorhergehenden Geschichte der Entfremdung, solche, die er von vorhergehenden Produktionsweisen geerbt hat (die Frage w&#252;rde es verdienen, gestellt zu werden). Er wird selbst seine eigenen Probleme festlegen, Gegens&#228;tze und Dynamiken erzeugen, diese Probleme und diese Dynamik sind Teil der Spannung hin zur Autonomisierung der Gemeinschaft insoweit, als die gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums eine Gesamtheit an Verh&#228;ltnissen und nicht eine jedem Individuum inh&#228;rente Essenz ist. Es ist in diesem Verh&#228;ltnis zwischen der Spannung hin zur Autonomisierung der Gemeinschaft und der Diversit&#228;t, in welchem der Kommunismus existiert und sich als Geschichte abzeichnet. Der Kommunismus ist die menschliche Gemeinschaft in permanentem Aufbau und permanenter Spannung zwischen der Universalit&#228;t und der Diversit&#228;t, denn es gibt f&#252;r sie kein abstraktes Richtmass zwischen den verschiedenen Aktivit&#228;ten (auch diesbez&#252;glich ist der Kommunismus nicht eine x-te Version der &#8222;transparenten Gesellschaft&#8220;). Aber was auch immer diese Probleme sein m&#246;gen, die geerbten oder die eigenen, wird er von Anfang an auf seinen eigenen Grundlagen funktionieren, sonst wird er nicht bestehen k&#246;nnen. Mit der Revolution werden jegliche vorhergehende gesellschaftliche Determinierung als zu reproduzierender Zwang (die Klassenzugeh&#246;rigkeit), jegliche fr&#252;here zu reproduzierende Voraussetzung, den Verh&#228;ltnissen vorausgehend, welche die Individuen als Individuen zwischen ihnen bei gleichzeitiger Definition ihrer Bed&#252;rfnisse definieren, deren Befriedigung und die Modalit&#228;ten derselben abgeschafft. Die Abschaffung der Klassen ist sowohl gleichbedeutend mit der Abschaffung der Aktivit&#228;t als Subjektivit&#228;t als auch ihres Ergebnisses als Objektivit&#228;t ihr gegen&#252;ber, in diesem Zusammenhang ist die Abschaffung der Lohnarbeit jene der Arbeit. Der von der kommunistischen Revolution erschaffene &#220;berfluss ist nicht auf der Ebene des Habens, sondern auf jener des Zusammenseins, der Gemeinschaft. All das wird in der Bewegung der Revolution selbst hervorgebracht, es ist geradezu ihr Inhalt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man Probleme mit den ersten Etappen des Kommunismus hat und anf&#228;ngt, den &#8222;&#228;ngstlichen Realisten&#8220; mit Ausdr&#252;cken wie &#8222;es geschieht nicht von heute auf morgen&#8220; zu spielen, dann bedeutet das, dass man Probleme hat mit der Konzeption der Revolution, die weiterhin auf der von der objektiven Entwicklung der Produktivkr&#228;fte gelieferten Grundlage, wovon das Proletariat Teil ist, und ihrer Befreiung von der kapitalistischen Kleinlichkeit basiert. Was man meistens als &lt;i&gt;in den ersten Etappen des Kommunismus&lt;/i&gt; zu l&#246;sende Fragen betrachtet, sind in Wirklichkeit in den h&#228;ufigsten F&#228;llen nur kommunistische Massnahmen, welche die Proletarier &lt;i&gt;im Verlauf der Revolution&lt;/i&gt; ergreifen werden m&#252;ssen, dies, weil letztere nicht auf einen Kampf des Kommunismus gegen das Kapital hinausl&#228;uft, sondern &lt;i&gt;die Hervorbringung des Kommunismus vermittelt durch seinen reellen Gegensatz zum Kapital&lt;/i&gt; ist. Pragmatische und taktische Massnahmen im Verlauf der Revolution. Die Abschaffung des Werts oder des Staates, die Erschaffung neuer Verh&#228;ltnisse, deren Inhalt die gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums ist, d.h. die Beziehung zwischen Individuen in ihrer Singularit&#228;t, sind taktische Kampfmassnahmen der Proletarier in der Revolution gegen das Kapital.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Unmittelbarkeit ist kein Immediatismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber Obacht, wenn wir mit dem Finger auf der Karte den zu gehenden Weg vorzeichnen, sind wir deswegen noch lange nicht am Ziel angekommen; es ist im Klassenkampf dieses Kampfzyklus, worin das R&#228;tsel auftaucht und gel&#246;st werden muss. Die &lt;i&gt;Unmittelbarkeit&lt;/i&gt; des Kommunismus ist nicht sein &lt;i&gt;Immediatismus&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Immediatismus des Alternativismus oder der &#8222;Bewegung der direkten Aktion&#8220; weiss sehr wohl, dass der Klassenkampf entscheidend ist, aber er erwartet davon, dass die Arbeiter nicht mehr als solche, sondern als Revolution&#228;re handeln. Doch die Kommunisierung der Gesellschaft wird gleichbedeutend sein mit kommunistischen Massnahmen, die von Arbeitern ergriffen werden, weil sie Arbeiter sind, weil sie als solche definiert in allen Determinierungen des Kapitals und gegen sie existieren. Der Immediatismus setzt voraus, dass die Transformation der Gesellschaft nur m&#246;glich w&#228;re, wenn die Proletarier sich einmal ihrer alten proletarischen Kleider entledigt h&#228;tten. Er betrachtet die Kommunisierung als &#8222;langen Marsch&#8220; in der kapitalistischen Produktionsweise. Der Immediatismus kann nur auf die Alternative hinauslaufen. Man entfernt sich vom Konzept der Kommunisierung selbst, wenn man nicht davon ausgeht, dass die Hervorbringung des Kommunismus erfolgt, weil sich die Proletarier, im Kampf gegen das Kapital als solche, in diesem Kampf ihrer alten proletarischen Kleidung entledigen, weil sie eingetaucht sind in die Widerspr&#252;che des Kapitals, die sie als Proletarier konstituieren. Die Abschaffung der proletarischen Bedingung ist die Selbsttransformation des Proletariats in unmittelbar gesellschaftliche Individuen, es ist der Kampf gegen das Kapital, die uns zu solchen machen wird, denn dieser Kampf ist ein Verh&#228;ltnis, das uns mit ihm verstrickt. Die Kommunisierung konstituiert sich nicht als Lebensweise gegen&#252;ber dem Kapital, sondern wird die &#220;berwindung der fordernden K&#228;mpfe im unmittelbaren Rahmen der Arbeit oder der Reproduktion der Arbeitskraft, d.h. im Rahmen der Ausbeutung sein. Die Revolution ist weder die Enth&#252;llung eines immer schon dagewesenen revolution&#228;ren Wesens des Proletariats, noch das Resultat eines Zusammenstosses zweier Welten: jene des Kapitals und jene der sich ihm gegen&#252;ber konstituierenden kommunistischen Alternative. Da die Revolution die &#220;berwindung der kapitalistischen Produktionsweise ist, hervorgebracht durch die historische Entwicklung des Widerspruchs zwischen dem Proletariat und dem Kapital, bedeutet das, dass sie &lt;i&gt;der Entwicklung der Klassenwiderspr&#252;che dieser Gesellschaft, ihrer Geschichte unterworfen&lt;/i&gt; ist. Die Frage der Kommunisierung ist in ihrer absolut konkreten Form jene des Verh&#228;ltnisses zwischen diesem Kampfzyklus und der Revolution.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Vom gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus zur Kommunisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In jedem Kampfzyklus ist der hervorgebrachte allt&#228;gliche Verlauf des Kampfes der Klasse auf spezifische Weise mit der Revolution verbunden, entweder als Hinauswachsen &#252;ber sich selbst (im Rahmen des Programmatismus) oder als hervorgebrachte &#220;berwindung im gegenw&#228;rtigen Kampfzyklus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In diesem Kampfzyklus formt der allt&#228;gliche Verlauf des Klassenkampfes den Widerspruch, so wie er sich in der Krise und der Revolution entwickelt und strukturiert. Dieser neue Zyklus hat grundlegende Eigenschaften, die ihn radikal vom Programmatismus unterscheiden: das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t, die Tatsache, dass jeder Kampf in dem, was ihn definiert, mit seiner eigenen Grenze als Reproduktion des Kapitals konfrontiert ist (Grenzen, die diese Reproduktion ihm immer auf spezifische Weise aufzeigt, gem&#228;ss ihren eigenen Eigenschaften), jene, dass die Konfrontation mit dem Kapital gleichbedeutend mit jener mit seiner eigenen Konstitution als Klasse ist. Es ist aufgrund dieser Eigenschaften des allt&#228;glichen Verlaufs selbst, dass die Krise dieses widerspr&#252;chlichen Verh&#228;ltnisses zwischen dem Proletariat und dem Kapital zur Kommunisierung werden kann. Die Kommunisierung ist die Vollendung/&#220;berwindung dieses neuen Kampfzyklus, determiniert durch den Inhalt desselben: dem Widerspruch auf der Ebene der Reproduktion des Verh&#228;ltnisses, dem Zusammenwachsen der Konstitution des Proletariats als Klasse und seines Widerspruchs mit dem Kapital, dem damit einhergehenden Verschwinden jeglicher Arbeiteridentit&#228;t. &lt;i&gt;Der Widerspruch zwischen den Klassen ist zur &#8222;Bedingung&#8220; seiner eigenen Aufl&#246;sung als gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums geworden&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir haben es jedoch nicht mit einem revolution&#228;ren Wesen zu tun, sondern mit dem Verlauf des Widerspruchs zwischen dem Proletariat und dem Kapital, so wie er sich als allt&#228;glicher Verlauf des Klassenkampfs und dynamischer Verlauf der Widerspr&#252;che des Kapitals zeigt. Er konstituiert und ben&#246;tigt die Krise der kapitalistischen Reproduktion als Vermittlung f&#252;r seine &#220;berwindung. Das, weil &lt;i&gt;der Widerspruch notwendigerweise in seinem Prozess &#214;konomie wird&lt;/i&gt;, in einer jedes Mal spezifisch ausgedr&#252;ckten historischen Form. Das Kapital reproduziert sich und somit existiert die &#214;konomie, seine Krise wird nichts anderes als die Wirtschaftskrise sein, aber die Wirtschaftskrise ist gleichbedeutend mit der Krise des gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses, einer &lt;i&gt;Krise des Verh&#228;ltnisses der gegenseitigen Verstrickung&lt;/i&gt;. Das hat nichts mit der Bekr&#228;ftigung zu tun, die Krise w&#252;rde nicht nur wirtschaftlich, sondern auch gesellschaftlich, politisch usw. sein. Die Krise dieses Kampfzyklus als Krise des kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisses beinhaltet eine Klassenaktivit&#228;t, die zur Kommunisierung werden kann. Es handelt sich nicht um etwas, das von Anfang an gegeben w&#228;re und der Krise ihr Wesen auferlegen w&#252;rde, sondern um die Praxis des Proletariats in dieser Krise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dem Verh&#228;ltnis zwischen den gegenw&#228;rtigen K&#228;mpfen und der Revolution muss man sich allerdings &lt;i&gt;innerhalb der Klassenaktivit&#228;t&lt;/i&gt; ann&#228;hern. Wir wissen, dass es sich nicht um ein Hinauswachsen &#252;ber sich selbst handelt, aber wenn wir an diese Frage nicht als Klassenaktivit&#228;t herangehen, verleihen wir der Krise eine demiurgische Rolle, indem wir sie nur als die Klassenaktivit&#228;t modifizierende Krise des Kapitals konzipieren, eine Modifikation, die sie also einfach hinnehmen m&#252;sste. Was ist vom Standpunkt aus der Klassenaktivit&#228;t der Inhalt dieses &#220;bergangs, dieser &#220;berwindung?&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Kommunisierung ist die hervorgebrachte &#220;berwindung dieses Zyklus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Revolution ist ein Konflikt zwischen Klassen, sie ist die &#228;usserste Determinierung des widerspr&#252;chlichen Prozesses des Kapitals als Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital. Der &#220;berwindungsprozess des fordernden Kampfes zeichnet sich im fordernden Kampf selbst ab, wenn letzterer innerhalb seiner selbst seine Anforderungen stellt, ohne die Reproduktionslogik des Systems zu ber&#252;cksichtigen und dadurch dazu tendiert, die Existenzbedingungen der Ausbeutung selbst infrage zu stellen. Wenn er also schlichtweg im Verlauf des fordernden Kampfes zu allem entschlossen wird, wodurch er seine Koh&#228;renz als fordernder Kampf &#252;berwindet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wenn man sich in einer Situation befindet, in welcher die Abschaffung jener Gesellschaft, wovon wir selbst Teil sind, zum Ziel der Bewegung wird, zudem in einer gesellschaftlichen Situation, in welcher man sich selbst, sei es als Lohnabh&#228;ngige, Proletarier oder Arbeiter, keine zu befreiende Identit&#228;t gegen diese Gesellschaft, kein Projekt der Reorganisation derselben auf der Grundlage der Lohnarbeit oder der wertschaffenden Arbeit verleihen kann, wenn man sich in dieser Situation befindet und dementsprechend handelt, dann zeichnet sich die Kommunisierung ab. Das bedeutet, dass die Klassenzugeh&#246;rigkeit, die Notwendigkeit, vorherige zu reproduzierende gesellschaftliche Definition war, da sie ihre Reproduktion impliziert, kontingent wird. Jeglicher Streik oder Kampf ist nicht potenziell die Revolution, aber wir werden nie im Vornhinein den Moment definieren k&#246;nnen, wo ein fordernder Kampf seine eigene &#220;berwindung hervorbringt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Diese &#220;berwindung des Widerspruchs zwischen den Klassen ist der Moment, wo der Kampf gegen das Kapital im Verlauf desselben zur Infragestellung &lt;/i&gt;&lt;i&gt;der&lt;/i&gt;&lt;i&gt; eigenen Bedingung als Proletarier wird, diese Bedingung wird im Verlauf des Konflikts als &#228;usserer Zwang hervorgebracht, man k&#228;mpft gleichzeitig als Proletarier gegen das Kapital und bringt simultan dazu neue Verh&#228;ltnisse hervor&lt;/i&gt;. Man kommunisiert die Gesellschaft, d.h. man schafft sie als autonome Substanz des Verh&#228;ltnisses zwischen Individuen ab, letztere beziehen sich daraufhin in ihrer Singularit&#228;t aufeinander. Die vorherigen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse l&#246;sen sich, ohne dass es in einem (inexistenten und unm&#246;glichen) Gesamtplan begr&#252;ndet w&#228;re, in dieser gesellschaftlichen Aktivit&#228;t auf, in ihr kann man nicht unterscheiden zwischen der Aktivit&#228;t der Streikenden und Aufst&#228;ndischen und der Erschaffung neuer Verh&#228;ltnisse zwischen den Individuen, neue Verh&#228;ltnisse, in welchen die Individuen das, was ist, bloss als Moment eines ununterbrochenen Flusses der Hervorbringung menschlichen Lebens betrachten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Davon ausgehend ist diese &#220;berwindung kein innerer Prozess der Klasse, sondern ihr Konflikt mit dem Kapital und die Entwicklung der Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse, also der Ziele und des theoretischen Bewusstseins, die im Kampf bestimmt werden. Die Kommunisierung ist der Geschichte der Kapitalakkumulation und ihrer Krise unterworfen. Was kann aus dieser Krise eine Endkrise machen? Nichts anderes als ihr Verlauf, und nicht die Vollendung einer Bedeutung oder Tendenz. Es ist die Krise der kapitalistischen Produktionsweise in den Begriffen derselben, resultierend aus dem tendenziellen Fall der Profitrate, Widerspruch zwischen den Klassen (diesbez&#252;glich ist die h&#228;ufig gestellte Frage &#8222;Wie tief muss sie fallen?&#8220; sinnlos). Es ist nicht die Irreproduzierbarkeit dieses Widerspruchs, der die Ausbeutung ist, wodurch die Kommunisierung hervorgebracht wird. Es ist die &#220;berwindung dieses spezifischen Kampfzyklus und die daraus resultierende Praxis des Proletariats als Praxis in dieser Krise, die als Kommunisierung definiert werden, was den Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital irreproduzierbar macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die &#220;berwindung der Situation des Proletariats ist die Definition des Kommunismus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesellschaftliche Unmittelbarkeit des Individuums bedeutet grundlegend die Abschaffung der Teilung der Gesellschaft in Klassen, eine Spaltung, aufgrund welcher die Gemeinschaft dem Individuum fremd ist. Man kann sich also positiv dem ann&#228;hern, was die unmittelbar gesellschaftlichen Individuen sind, oder eher, was die Beziehungen zwischen unmittelbar gesellschaftlichen Individuen in ihrer Singularit&#228;t sind. Ihre Selbsthervorbringung in ihren gegenseitigen Beziehungen impliziert nie eine Reproduktion in einem Zustand, der eine Partikularisierung der Gemeinschaft w&#228;re, impliziert durch die Arbeitsteilung, das Eigentum und die Klassen. Die unmittelbar gesellschaftlichen Individuen behandeln bewusst jedes Objekt als menschliche Aktivit&#228;t und l&#246;sen die Objektivit&#228;t in einem Fluss von Aktivit&#228;ten auf (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung des Eigentums auf der Grundlage des Eigentums); sie behandeln ihre eigene Aktivit&#228;t als konkrete Partikularisierung der menschlichen Aktivit&#228;t (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung der Arbeitsteilung auf der Grundlage der Arbeitsteilung); sie betrachten praktisch ihre Produktion und ihr Produkt in ihrem Zusammenfallen als ihren eigenen Zweck an sich und ihre Determinierungen, ihre M&#246;glichkeiten der Durchf&#252;hrung und ihre Finalit&#228;ten beinhaltend (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung des Tausches und des Werts) und schliesslich setzen sie die Gesellschaft als etwas, das konstant im Verh&#228;ltnis zwischen Individuen hervorgebracht werden muss und jede Beziehung als Voraussetzung ihrer Transformation (&#220;berwindung des Proletariats als Aufl&#246;sung der Klassen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In alldem finden wir das Proletariat wieder als Aufl&#246;sung der bestehenden Bedingungen auf der Grundlage, in der Bewegung, derselben. Davon ausgehend, &lt;i&gt;in einem besonderen historischen Moment&lt;/i&gt;, finden wir seine Kapazit&#228;t, seine eigene Definition als Klasse als ver&#228;usserlichten Zwang im Kapital gegen es selbst zu behandeln. Alles, was wir von der Kommunisierung (und dem Kommunismus) sagen k&#246;nnen, leitet sich von dem ab, was das Proletariat &lt;i&gt;in seinem Verh&#228;ltnis zum Kapital&lt;/i&gt; ist, dadurch ist sie ein Moment der Geschichte dieses Verh&#228;ltnisses. Wie kann eine strikt als Klasse handelnde Klasse die Klassen abschaffen? Es ist in der Geschichte der kapitalistischen Produktionsweise, als Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital, wo wir bruchst&#252;ckhaft die L&#246;sung des R&#228;tsels suchen m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/sur-la-communisation-rs&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Roland Simon - Statistiken und Gef&#252;hle (zu den Krawallen im Juni 2023)</title>
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		<dc:subject>Frankreich</dc:subject>

		<description>
&lt;p&gt;&#8222;Wenn die Statistik die Massen ergreift, wird das Gef&#252;hl zur materiellen Gewalt&#8220; (Anonym) &lt;br class='autobr' /&gt;
Es wird keine Statistiken geben. &lt;br class='autobr' /&gt;
Die Vervielfachung der Statistiken, um wie die &#8222;lokalen Volksvertreter&#8220;, die &#8222;sozialen Schlichter&#8220; zu sagen: &#8222;Wir hatten euch gewarnt, es wird knallen&#8220;, erkl&#228;rt nichts und schafft nicht die geringste Klarheit bez&#252;glich der Ereignisse: Es erkl&#228;rt weder ihre Form oder den Moment, noch ihren Inhalt oder die Ziele. Im Feuer der Aktion existieren alle objektiven und (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Roland-Simon" rel="tag"&gt;Roland Simon&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Frankreich" rel="tag"&gt;Frankreich&lt;/a&gt;

		</description>


 <content:encoded>&lt;img src='http://www.kommunisierung.net/IMG/logo/marseille.webp?1689154041' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='84' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;&#8222;Wenn die Statistik die Massen ergreift, wird das Gef&#252;hl zur materiellen Gewalt&#8220; (Anonym)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Es wird keine Statistiken geben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Vervielfachung der Statistiken, um wie die &#8222;lokalen Volksvertreter&#8220;, die &#8222;sozialen Schlichter&#8220; zu sagen: &#8222;Wir hatten euch gewarnt, es wird knallen&#8220;, erkl&#228;rt nichts und schafft nicht die geringste Klarheit bez&#252;glich der Ereignisse: Es erkl&#228;rt weder ihre Form oder den Moment, noch ihren Inhalt oder die Ziele. Im Feuer der Aktion existieren alle objektiven und &#8222;erkl&#228;renden&#8220; Gegebenheiten als Gef&#252;hle, werden zu Gef&#252;hlen: vom Hass und der Rache bis zum Spiel, bis hin zum Fest und der imagin&#228;ren Selbstprojektion, dass man einen Moment lang die Kontrolle &#252;ber sein Leben zur&#252;ckerlangt. Die Videospiele, wieso nicht? Alle agieren im Wald der Referenzen und Symbole, die Statistiken treiben nie jemanden auf die Strasse, ausser umgewandelt durch die Modalit&#228;ten des Erlebten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jegliche Praxis verf&#228;hrt unter einer Ideologie, das Gef&#252;hl (Rache und Hass in Anbetracht der Geringsch&#228;tzung, Lust an der verbotenen Ware) ist eine davon. Das Gef&#252;hl ist ein Verh&#228;ltnis zu den Produktionsverh&#228;ltnissen, es ist sogar die offensichtlichste Form davon, die unmittelbarste der Anrufung der konkreten Individuen als Subjekte. Aber &#8222;das konkrete Individuum&#8220; ist kein prim&#228;res Substrat, es wird selbst in der Reproduktion der Produktionsweise in all seinen Erscheinungsformen und all seinem Fetischismus hervorgebracht. Es ist das konkrete Individuum, das sich selbst als Subjekt anruft. Die rassialisierten Teenager haben sich selbst als Subjekte angerufen, offensichtlich nicht unter der gleichen Ideologie wie ein Arbeiter oder ein Rentner. Das Gef&#252;hl: Hass, Rache, Lust, nicht nur Produkte von Aldi oder Lidl zu konsumieren, sondern auch moderne Telefone und Flachbildschirme, Spiel und Selbstbest&#228;tigung. Gegen ihre konstante Versagung ist die spezifische Ideologie der jungen Aufr&#252;hrer eben genau, das &#8222;Menschsein&#8220; f&#252;r sich in Anspruch zu nehmen, die W&#252;rde ist die reinste Form des Subjekts. Das Gef&#252;hl repr&#228;sentiert nicht ihre wirklichen Existenzbedingungen, sondern ihr Verh&#228;ltnis zu denselben, in diesem Verh&#228;ltnis konstituieren sie sich als Subjekte und als solche agieren und k&#228;mpfen sie gem&#228;ss ihrer wirklichen Existenz, so wie sie in einer besonderen sozialen und politischen Situation definiert ist und besteht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nachdem sie sich in den 1970er Jahren global gegen Keynes und Ford restrukturiert hat, indem sie die Kapitalverwertung von der Reproduktion der Arbeitskraft entkoppelt hat, ist die Produktionsweise nun durch einen R&#252;ckschlag dessen unterminiert, was die Dynamik dieser letzten dreissig oder vierzig Jahre war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab die Gelbwesten, die das allt&#228;gliche Leben in all seinen Unw&#228;gbarkeiten, seinen guten und schlechten Seiten ins Zentrum des Klassenkampfes stellten und den Staat als Verantwortlichen der Distribution, des Einkommens, des Reichtums der Einen und der Armut der Anderen anriefen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab die lange Episode in Bezug auf die Rentenreform, wo der Zusammenschluss der Gewerkschaften es die ganze Zeit schaffte, der Bewegung den Rahmen zu geben, denn als tot geborene Bewegung war ihr Ziel nur die Niederlage und der Zusammenschluss der Gewerkschaften war die angemessene Form daf&#252;r. Eine Reform, die, artikuliert mit jenen der Arbeitslosenversicherung, der Lehre und der Ausbildung, der Berufsgymnasien und ihrer Finanzierung den gesamten Verlauf des Arbeitslebens modifiziert. Aber in ihrer angek&#252;ndigten Niederlage zeigte sich die Offensichtlichkeit der Krise der repr&#228;sentativen Demokratie in der Akkumulation aller Notn&#228;gel der Verfassung, um eine schon vor jeglicher &#8222;Diskussion&#8220; getroffene Entscheidung durchzusetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab die Covid-Periode mit ihren Lockdowns und der territorial gezielten Repression gegen jene, welche sich nicht daran hielten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab die &#246;kologische Radikalit&#228;t gegen die grossen Baustellen des Kapitals. Eine sympathische Bewegung, wenn man darin nicht zwischen den Zeilen die Nostalgie des Bauern, des Kleinhandels und der kleinen Warenproduktion wiederfinden w&#252;rde: die Mittelm&#228;ssigkeit in allem.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gab die Inflation, dieses magische Ph&#228;nomen, das wie von einem anderen Planeten gekommen ist, um die g&#228;ngigsten Konsumg&#252;ter hart zu treffen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und jedes Mal gibt es den Staat und seine verschiedenen bewaffneten Banden. Der Staat, das ist der Kn&#252;ppel. Hinter jedem seiner Apparate, seiner &#8222;Dienste&#8220;, steht die Gewalt. Er ist eine Maschine, welche die gegenseitige Gewalt, die alle Facetten des Klassenkampfes s&#228;umt, in die einzig legitime Gewalt verwandelt, jene der Reproduktion der kapitalistischen Produktionsweise. Mit dem Zerfall der &#8222;Arbeiterbewegung&#8220;, ihrer Instanzen und Institutionen, bricht die repr&#228;sentative Demokratie gleichzeitig mit der Politik, welche das wechselseitige Verh&#228;ltnis des Staates mit der Zivilgesellschaft (die Transkription der Produktionsverh&#228;ltnisse in staatliche Begriffe) darstellt, zusammen. Die Neofaschisten werden zu Liberalen, verfolgen eine Sparpolitik, schliessen sich der EU und der NATO an, w&#228;hrend sich die Linke und die Rechte mit &#8222;Reformen&#8220; des Arbeitsrechts und der Altersvorsorge &#252;berbieten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die befriedete Repr&#228;sentation als &#8222;Gemeinwille&#8220; einer als notwendigerweise als konfliktreich anerkannten Gesellschaft (hier liegt die gesamte Kraft der Demokratie) ist eine Arbeit und nicht ein Widerschein. Das heisst, dass in der demokratischen Funktionsweise des Staates die Verdinglichung und der Fetischismus T&#228;tigkeiten sind, es ist die Politik als Parteien, Debatten, Beratungen, Kr&#228;fteverh&#228;ltnisse in der spezifischen Sph&#228;re der Zivilgesellschaft, Entscheidungen. All das ist verschwunden. Das Problem der Demokratie ist aktuell, dass sie nur noch eine Besonderheit der gesellschaftlichen Totalit&#228;t kennt, die f&#228;hig ist, am Wettbewerb teilzunehmen, das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t und ihrer Repr&#228;sentation hat alle anderen in ihrem Untergang mitgerissen, auch die Vereine, die Fronten oder Bewegungen der &#8222;Vorst&#228;dte&#8220; oder &#8222;Quartiere der einfachen Leute&#8220;. Doch alleine, als politische Besonderheit, ist die herrschende Klasse nichts, sie bewirtschaftet das Universelle nicht mehr. Im Verschwinden des demokratischen Spiels geht es f&#252;r die Bourgeoisie um ihre Universalit&#228;t. Es besteht ein grundlegendes Unbehagen in der politischen Repr&#228;sentation. &#220;berall br&#246;ckeln die Vermittlungen der Gewalt der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist die Repr&#228;sentationsarbeit, welche in der Krise ist. &#220;berall ist es das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t und dadurch ihrer sozialdemokratischen und/oder kommunistischen Repr&#228;sentation, die das politische Fundament des demokratischen Staates destabilisiert. Dieses ist gleichbedeutend mit der Befriedung einer gesellschaftlichen Kluft, welche die Demokratie vom Moment an, wo sie davon die Repr&#228;sentation als Auseinandersetzung zwischen B&#252;rgern ist, als wirklich anerkennt. Die Demokratie ist die Anerkennung des auf un&#252;berwindbare Art und Weise konfliktreichen Charakters der &#8222;nationalen Gemeinschaft&#8220;, von diesem Standpunkt aus war die Anerkennung der Arbeiterklasse historisch im Zentrum des Aufbaus der Demokratie, sie war der Motor und das Kriterium davon. In den gegenw&#228;rtigen politischen Formen des Verlaufs der Krise kann man eine Krise der Hegemonie der kapitalistischen Klasse feststellen. Herrschaft und Hegemonie sind nicht identisch, es kann Herrschaft ohne Hegemonie geben. Die Hegemonie besteht darin, den unumg&#228;nglichen Rahmen der Debatten und Oppositionen hervorzubringen, sie bedeutet, dem Anderen die Begriffe selbst seiner Opposition aufzuerlegen. Wenn das zusammenbricht, bleibt f&#252;r jene, welche im Spiel am schlechtesten platziert sind, nur der Kn&#252;ppel &#252;brig.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss eine englische Zeitung (&lt;i&gt;The Guardian&lt;/i&gt;, 29. Juni) lesen, um den aussagekr&#228;ftigsten Zeugenbericht bez&#252;glich der Krawalle Ende Juni 2023 zu finden: &#8222;Es war Krieg, ich denke wirklich, dass die Jugendlichen hier der Ansicht sind, dass sie im Krieg sind. Sie sehen darin einen Krieg gegen das System. Er ist nicht nur gegen die Polizei gerichtet, es geht viel weiter, sonst w&#252;rden wir das nicht in ganz Frankreich sehen. Es ist nicht nur die Polizei, die angegriffen wird, sondern auch die Rath&#228;user und &#246;ffentlichen Geb&#228;ude, die im Visier sind. Der Tod dieses Teenagers hat etwas ausgel&#246;st. Es gibt viel Wut, aber es ist mehr als das, es gibt eine politische Dimension, ein Gef&#252;hl, dass das System nicht funktioniert. Die Jugendlichen haben das Gef&#252;hl, dass sie diskriminiert sind und ignoriert werden.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Bezug auf die Verbannung in Quartiere, die von den &#246;ffentlichen Diensten verlassen worden sind und wo die einzige Pr&#228;senz des Staates die Polizei ist, die sich wie eine rivalisierende Bande verh&#228;lt, wo Arbeit eine Schim&#228;re ist, die Armut eine Banalit&#228;t und die allt&#228;gliche Gewalt aller m&#246;glichen Arten des Handels die Realit&#228;t, geht es darum, sich nicht nur f&#252;r die objektiven materiellen Bedingungen zu interessieren, sondern auch f&#252;r den Prozess der Subjektwerdung, d.h. die Art und Weise, wie die Individuen von Tag zu Tag ihre Stellung in den Produktionsverh&#228;ltnissen empfinden. Die Akzeptierung eines &#8222;Systems&#8220; in seiner Selbstvoraussetzung wird auch von normativen Prinzipien, Werten und Verpflichtungen reguliert. Die Revolte ereignet sich pl&#246;tzlich, wenn die Werturteile, die Gef&#252;hle, gegen&#252;ber der Funktionsweise der Gesellschaft als &#252;bertreten geworden erscheinen, wenn das &#8222;System&#8220; die M&#246;glichkeit des materiellen &#220;berlebens darin nicht mehr erlaubt, wenn die Normen und &#8222;moralischen Prinzipien&#8220;, die den &#8222;gew&#246;hnlichen Rassismus&#8220; von Tag zu Tag kontrollieren und bestimmen, &#252;bertreten werden. F&#252;r die Jugend der &#8222;Quartiere&#8220; war die Tatsache, das &#8222;Frankreich unter dem Frankreich von unten&#8220; zu sein, die Norm, doch die Ermordung, der gesundheitlich-polizeiliche Lockdown und die Inflation haben diese Norm ersch&#252;ttert, der &#8222;Vertrag&#8220; ist gebrochen, der Angriff gegen die &#8222;rivalisierende Bande&#8220; (den Staat), das notwendige oder nicht notwendige Pl&#252;ndern (aber wer kann schon &#8222;Notwendigkeit&#8220; definieren?) werden notwendig f&#252;r das konkrete, als Subjekt angerufene Individuum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gelbwesten, Demonstranten gegen die Rentenreform, radikale Umweltsch&#252;tzer von Sainte-Soline, rassialisierte Teenager in den &#8222;Quartieren der einfachen Leute&#8220;, all das wird sich nicht begegnen, nicht &#8222;konvergieren&#8220;, solange jeder bleiben wird, was er ist. Nichts ist pathetischer und erb&#228;rmlicher als die Aufrufe an die &#8222;Arbeiterbewegung&#8220;, die Revolte der Jugendlichen der Vorst&#228;dte zu unterst&#252;tzen. Marine Le Pen, Giorgia Meloni, Vox, AFD und Konsorten in Europa, Trump und Bolsonaro anderswo, sind f&#252;r die Demokratie in Reserve als m&#246;gliches Gegenfeuer f&#252;r ein eventuelles konjunkturelles Ereignis, das zu einer Osmose nicht dessen wird, was die Gelbwesten, der Widerstand gegen die Rentenreform, die radikalen &#246;kologischen K&#228;mpfe, die Revolte der rassialisierten Armen (was auch immer in den Ecken der Welt ihre Existenzformen sein m&#246;gen) waren, sondern dessen, was sie ausmachte. Diese seltsame Klasse, die man &#8222;Proletariat&#8220; nennt, konstituiert sich nur in der Infragestellung durch alle Unterdr&#252;ckten/Ausgebeuteten dessen, was sie definiert, und nicht in ihren Forderungen als solche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;R.S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;02.07.23&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein Kommentar zum Artikel:&lt;/p&gt;
&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Ich m&#246;chte auf die paar Zeilen des Absatzes bez&#252;glich des Kampfes gegen die Rentenreform zur&#252;ckkommen. Ich denke, dass die Aussage &#034;ihr Ziel war nur die Niederlage&#034; nicht nur falsch ist, sondern auch geringsch&#228;tzend gegen&#252;ber den Millionen von Leuten, die auf den Strassen waren und manchmal streikten. Man kann vielleicht sagen, dass ihr Horizont die Niederlage war, und ich denke, dass es diesbez&#252;glich kaum Illusionen gab, doch der Horizont ist nicht das Ziel. Ein Kampf und sogar eine Demo, wie kontrolliert sie auch immer sein mag, ist immer ein Daseinsmoment einer Gruppe, wenn nicht einer Klasse, in all den Unw&#228;gbarkeiten ihrer Diversit&#228;t und ihrer Existenz. Wie scharfsinnig man auch immer sein mag, man kann immer hoffen, dass man den Dingen eine andere Richtung geben oder sie aufschieben kann. Und sowieso gibt es das Gl&#252;ck und die Notwendigkeit, da zu sein, mit oder ohne Illusionen.&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;R.S., 06.07.23&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=20989&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://haters.noblogs.org/post/2023/07/07/translation-statistics-and-sentiments-on-the-riots-of-june-2023-by-r-s/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Englische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://necplusultra.noblogs.org/post/2023/07/04/180/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Spanische &#220;bersetzung&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Roland Simon - Ukraine 2022</title>
		<link>http://www.kommunisierung.net/Roland-Simon-Ukraine-2022</link>
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		<dc:subject>Th&#233;orie communiste</dc:subject>
		<dc:subject>Bericht/Analyse</dc:subject>
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		<dc:subject>Roland Simon</dc:subject>

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&lt;p&gt;Ein Zusammenbruch des Sowjetregimes w&#252;rde unweigerlich einen Zusammenbruch der Planwirtschaft und damit die Abschaffung des staatlichen Eigentums nach sich ziehen. Die Zwangsbindung der Trusts untereinander und zwischen den Fabriken eines Trusts w&#252;rde sich lockern. Die erfolgreichsten Unternehmungen w&#252;rden sich beeilen, selbst&#228;ndige Wege zu gehen. Sie k&#246;nnten sich in Aktiengesellschaften umwandeln oder eine andere transitorische Eigentumsform finden, etwa mit Gewinnbeteiligung der (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Theorie-communiste" rel="tag"&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Roland-Simon" rel="tag"&gt;Roland Simon&lt;/a&gt;

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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton79.jpg?1689247013' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='94' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip&#034;&gt;
&lt;p&gt;Ein Zusammenbruch des Sowjetregimes w&#252;rde unweigerlich einen Zusammenbruch der Planwirtschaft und damit die Abschaffung des staatlichen Eigentums nach sich ziehen. Die Zwangsbindung der Trusts untereinander und zwischen den Fabriken eines Trusts w&#252;rde sich lockern. Die erfolgreichsten Unternehmungen w&#252;rden sich beeilen, selbst&#228;ndige Wege zu gehen. Sie k&#246;nnten sich in Aktiengesellschaften umwandeln oder eine andere transitorische Eigentumsform finden, etwa mit Gewinnbeteiligung der Arbeiter, Gleichzeitig und noch leichter w&#252;rden die Kolchosen zerfallen. Der Sturz der heutigen b&#252;rokratischen Diktatur, wenn keine neue sozialistische Macht sie ersetzt, w&#228;re also gleichbedeutend mit einer R&#252;ckkehr zu kapitalistischen Verh&#228;ltnissen bei katastrophalem R&#252;ckgang von Wirtschaft und Kultur.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Trotzki, &lt;i&gt;Die verratene Revolution&lt;/i&gt;, 1957 (1936)&lt;/p&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;Die Invasion der Ukraine durch Russland ist kein Weltkrieg, aber ein Krieg mit weltweiter Bedeutung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;In der Krise ist die Restrukturierung defekt&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Jede Phase der kapitalistischen Produktionsweise enth&#228;lt ihre milit&#228;rische Formation, das Ausbeutungsverh&#228;ltnis als Klassenkampf ist sowohl wirtschaftlich als auch politisch und milit&#228;risch. In der reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital setzen alle Kriege nicht nur zwei antagonistische Ziele verfolgende Feinde einander entgegen, sondern allen voran zwei durch die Polarisierung eines selben Widerspruches konstituierte und konstruierte Feinde, jeder von ihnen repr&#228;sentiert einen Pol und tr&#228;gt in sich selbst die Existenz und die Notwendigkeit des anderen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Gegenw&#228;rtig ist, seit der Krise von 2008, die jene der Produktionsweise war, so wie sie in den 1970er-1980er restrukturiert worden war, der weltweit aufzul&#246;sende Widerspruch jener der Entkopplung zwischen der Kapitalverwertung und der Reproduktion der Arbeitskraft, die das Prinzip der Globalisierung selbst war. &lt;i&gt;Es geht darum, weltweit die Kapitalakkumulation und die Reproduktion der globalen Arbeitskraft zu reartikulieren&lt;/i&gt;. Es wird keine R&#252;ckkehr zu nationalen oder nach Bl&#246;cken geordneten Akkumulationsformen geben. In der Konfrontation zwischen den USA, der Europ&#228;ischen Union, China und Russland geht es darum, herauszufinden, welcher Block, durch die Rivalit&#228;ten und B&#252;ndnisse zwischen diesen vier M&#228;chten, ein &lt;i&gt;hierarchisiertes&lt;/i&gt;, aber weltweit f&#252;r die &#8222;Besiegten&#8220; &lt;i&gt;akzeptables&lt;/i&gt; Modell durchsetzen wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Kapital bringt nie durch sich selbst L&#246;sungen f&#252;r seine Widerspr&#252;che hervor und auch nicht in der alleinigen konkurrierenden Konfrontation zwischen den M&#228;chten. Die Grundlage ist immer die Ausbeutung, die dazu f&#252;hrt, dass diese Konfrontation nur durch die Konfrontation mit dem Proletariat einen Sinn bekommt. Es sind der besiegte Kampf der Klasse und die zum Sieg &#252;ber sie notwendigen Modalit&#228;ten und &#8222;gesellschaftlichen Erfindungen&#8220;, welche die Eigenschaften einer Restrukturierung skizzieren. Die reelle Subsumtion ist immer noch im Entstehen begriffen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;&#8222;Mit der realen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital findet eine (...)&#034; id=&#034;nh1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Aber gegenw&#228;rtig repr&#228;sentieren weder die USA noch Russland, China oder Europa eine kommende Restrukturierung, das Spiel, bis hin zum Krieg zwischen den M&#228;chten, ist nur die offensichtliche Existenz des aufzul&#246;senden Widerspruches und der Widerspruch durchdringt sie, er reproduziert seine Pole in jeder von ihnen. F&#252;r alle ist der Widerspruch als Wesen des Staates und Verh&#228;ltnis zwischen der Verwertung und der Reproduktion der Arbeitskraft auf weltweiter Ebene auf dem Tisch. Doch die Restrukturierung ist defekt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Frage stellt sich heute auf solch heftige Art und Weise, weil wir die Grenze aller &#8222;was immer es dazu braucht&#8220; und &#8222;Freigiebigkeiten&#8220; der Zentralbanken erreicht haben. W&#228;hrend der Krise 2008 ist die Entkopplung von der Dynamik der Globalisierung zu ihrer Fessel geworden, die Abteilungen I und II der Reproduktion artikulieren sich nicht mehr, die Krise der &#220;berakkumulation ist mit der Unterkonsumtionskrise identisch geworden, das Gleichgewicht der Unterinvestition, das die Profitrate aufrechterhalten hatte, bricht in der monet&#228;ren Misswirtschaft zusammen und die Inflation verst&#228;rkt die Entkopplung. Wenn wir die Entkopplung als Essenz und Dynamik der Globalisierung dieser letzten dreissig Jahre betrachten, dann ist &lt;i&gt;eine Welt&lt;/i&gt; in eine Krise eingetreten und sie muss sich erneuern. Diese Welt war jene der amerikanischen Globalisierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Die Krise der amerikanischen Globalisierung&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Welt, aufgrund des Wesens des restrukturierten Kapitals als Fluidit&#228;t der Reproduktion entsprechend der Extraktion von Mehrwert in ihrem relativen Modus, war notwendigerweise Globalisierung. Das wurde 1990 durch den Zusammenbruch der UdSSR und des Ostblocks best&#228;tigt. Die Entnationalisierung der zentralen Staaten und das Ende der Internationalisierung, d.h. der Beziehungen zwischen &#8222;integrierten nationalen Systemen&#8220;, waren auch gleichbedeutend mit dem Ende der Arbeiteridentit&#228;t, deren Repr&#228;sentation die UdSSR staatlich und geopolitisch war: d.h. die Kristallisation einer globalen Struktur des Klassenkampfes (was wir auch immer dar&#252;ber denken m&#246;gen).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Indem sie die Kapitalverwertung und -zirkulation von der Reproduktion der Arbeitskraft getrennt hat, hat die Globalisierung koh&#228;rente national und regional voneinander abgegrenzte Reproduktionsbereiche zerschlagen. Dieser Bruch hat eine globale Unordnung kreiert, die kontinuierlich durch Milit&#228;roperationen mit Polizeioperationen assimilierende Gewalt reguliert werden musste. Ab dem Verschwinden der UdSSR war die amerikanische Regulierung der Unordnung ihre permanente Verwaltung, gleichg&#252;ltig gegen&#252;ber einer stabilen Formation des Gesellschaftlichen. Die USA strebten nicht danach, die Welt zu erobern, sondern die Unordnung durch ein anderes System als jenes der Konkurrenz zwischen Staaten zu regulieren. Was h&#228;ufig durch gezielte Massaker als regulierende Akte und dem Ende der Unterscheidung zwischen Krieg und Frieden zum Ausdruck kam, diese Unterscheidung setzte eine &lt;i&gt;lokale&lt;/i&gt; Verwaltung des &#8222;sozialen Friedens&#8220; voraus. Das war der &#8222;globale Krieg gegen den Terrorismus&#8220;: global und, von Natur aus, endlos.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Idealerweise&#8220; sollten die Staaten nur noch einfache Provinzgouverneure sein. Den autonomen lokalen Kriegschefs erlaubte man einige lokale (Wieder-)Eroberungs- oder Balkanisierungskriege (Ex-Jugoslawien, Kaukasus, Naher und Mittlerer Osten &#8211; Israel eingeschlossen &#8211;, Kolumbien, Zentralamerika, Mexiko, Indonesien), gelegentlich im B&#252;ndnis mit diversen mafi&#246;sen Netzwerken, dem einzigen globalen Zweig des Kapitals, der sowohl mit dem Finanzkapital als auch mit permanenter lokaler Gewalt umgehen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Idealerweise&#8220; sollte die Gewalt die Fortsetzung der Wirtschaft mit anderen Mitteln sein, ohne politische Vermittlungen abgesehen von diversen Stufen von Interventionen &#8222;mit dem Holzhammer&#8220;, &#8222;forcierten Friedensmissionen&#8220;, Polizeimissionen, humanit&#228;ren Missionen (welche die Verwurzelung einer Marktwirtschaft beg&#252;nstigen). In allen F&#228;llen ohne Verhandlungen zur Etablierung &#8222;eines akzeptablen Lebens f&#252;r die Besiegten&#8220;. Lokal konnten sich komplexe konfliktreiche Untersysteme (vielf&#228;ltige Gegner) konstituieren, die keine Intervention des &#8222;Anf&#252;hrers&#8220; erfordern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Idealerweise&#8220; ging es darum, im Vornhinein den Globalismus der amerikanischen Interessen zu bekr&#228;ftigen, indem die nationalen Souver&#228;nit&#228;ten und die Logiken territorialer Nachbarschaften dekonstruiert und die produktiven, nationalen, politischen, religi&#246;sen und ideologischen Elemente zu funktionalen transnationalen Zweigen, &#252;ber die sich die &#8222;nat&#252;rliche Leadership&#8220; der USA entfaltet, neu zusammengesetzt worden sind. Zu diesem Zweck ging es darum, die Staaten oder sozialen Bewegungen, feindliche oder den Markt, den Warenfluss, die Kapitale und die &#8222;Befreiung&#8220; der Arbeitskraft blockierende Guerillas zu eliminieren. Einerseits war die wirtschaftliche und milit&#228;rische Globalisierung, reguliert durch die USA ab dem Ende der 1980er Jahre, &#8222;Balkanisierung&#8220; durch die Zerst&#246;rung aller nationalen Souver&#228;nit&#228;ten und Regulierungen und andererseits eine Form der &#8222;Entbalkanisierung&#8220;, der Wiedervereinigung dieser Welt durch den Aufbau von gem&#228;ss nicht souver&#228;nen Logiken vereinigten Wirtschaftsr&#228;umen. Die amerikanische Globalisierung kombinierte zwei Strategien: &#8222;die Clintonsche Erweiterung&#8220; und die &#8222;zivilisatorische Ghettoisierung&#8220; der republikanischen Rechten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r die USA ging es ausserdem darum, &#252;ber B&#252;ndnisse mit definierter Territorialit&#228;t hinauszugehen, es war das Moment der &#8222;Obsoleszenz der NATO&#8220; und der Partnerschaft mit Russland. Die NATO wurde zu einem neuen offensiven B&#252;ndnis gegen wahrscheinliche Unsicherheiten, ohne vorbestimmte Zonen. Es handelte sich nicht um ein B&#252;ndnis der USA mit dem &#8222;souver&#228;nen russischen Staat&#8220;, es waren Russland und seine Umgebung selbst, die zu einer &#8222;Grenze der Erweiterung&#8220; im amerikanischen Sinne der &#8222;Grenze&#8220; geworden waren. In den Begriffen des Abkommens: &#8222;Die NATO unterst&#252;tzt milit&#228;risch die Demokratisierung und die Ausbreitung der liberalen kapitalistischen Wirtschaft in Russland und seiner Peripherie.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Bis &#8222;das Ideal&#8220; im Irak und in Afghanistan durch die unvermeidbare Notwendigkeit der Entsendung von Bodentruppen nach den Besatzungen zusammenbricht. In den arabischen L&#228;ndern des Mittelmeerraumes waren die proletarischen und interklassistischen Revolten gleichbedeutend mit dem Scheitern einer kapitalistischen Klasse, die als klientelistische Oligarchie aufgebaut worden war, sie ist eins mit repressiven Apparaten des Staates, der jegliche Produktion oder Dienstleistung in Renten produzierende T&#228;tigkeiten verwandelt, die in den Fluss der globalen Kapitalverwertung eintreten k&#246;nnen. In gesamten Gebieten wie Zentralasien, Zentralamerika oder Afrika teilten die Bourgeoisie, die B&#252;rokratie, Mafias, die Polizei und die Armee Monopole untereinander auf, sie verwalteten die ausl&#228;ndischen Investitionen und T&#228;tigkeiten, die sich mit der globalen Verwertung artikulieren konnten, und erschufen eine konstante Diskrepanz zwischen der Masse an verf&#252;gbarer befreiter Arbeitskraft und deren Absorbierung als solche.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Eine Ausbeutungsweise der Arbeitskraft auf globalem Niveau und eine Kapitalverwertungsweise sind ausser Atem und brechen in ihrer Ersch&#246;pfung zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#220;bereinstimmung, in der gegenw&#228;rtigen Krise, zwischen &#220;berakkumulations- und Unterkonsumtionskrise bedeutet, dass die Entkopplung zwischen Kapitalverwertung und Reproduktion der Arbeitskraft zu einem Problem geworden ist. In dieser &#220;bereinstimmung der Krise wird die Entkopplung, die w&#228;hrend einer Phase der Produktionsweise funktional war, widerspr&#252;chlich f&#252;r ihren eigenen Fortbestand. Das sowohl auf der Ebene der globalen Architektur der Realisierung, die aus den USA den Konsumenten in letzter Instanz macht, als auch auf der genauso wichtigen und vielleicht k&#252;nftig noch wichtigeren Ebene der &#8222;nationalen&#8220; Entwicklung der &#8222;Schwellenkapitalismen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Verh&#228;ltnis zwischen Wirtschaft und Gewalt war durch die Erschaffung der Nationalstaaten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert und danach durch die Bipolarit&#228;t Ost/West w&#228;hrend der ersten Phase der reellen Subsumtion vereinfacht worden. Die amerikanische Verwaltung der Unordnung der Globalisierung, die darin besteht, die nationalen Souver&#228;nit&#228;ten und Nachbarschaftslogiken zu dekonstruieren, hat zu einer &#252;berbordenden, unkontrollierbaren und entropischen Situation gef&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die gesamte Geographie der globalen Reproduktion des Kapitals und ihre Zonenunterteilung als Bild im Bild zerfallen. Was ein System ausmachte, tut das nicht mehr: Die Sparpolitik und die Lohnsenkung unter den Wert der Arbeitskraft halten die Zuweisungen &#252;ber eine k&#252;nftige Verwertung des sich selbst an der &#8222;Notenpresse&#8220; n&#228;hrenden Finanzkapitals nicht mehr in Gange. Es wird kein Zur&#252;ck geben, aber die Globalisierung kann in eine momentan undefinierbare andere Richtung gehen und diese k&#246;nnte nur eine Funktion der neuen Modalit&#228;ten der Verwertung, d.h. des Ausbeutungsverh&#228;ltnisses, sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Entkopplung war ein globales System. Im Zusammenbruch dieses Systems (eine chaotische Situation, in welcher das Chaos nicht mehr reguliert wird) kommt die Notwendigkeit einer Rekonfiguration des globalen Zyklus des Kapitals an Stelle der gegenw&#228;rtigen Globalisierung zutage. Eine Renationalisierung der Volkswirtschaften, welche die Globalisierung &#252;berwindet oder an ihr festh&#228;lt, eine Entfinanzialisierung des produktiven Kapitals oder neue Modalit&#228;ten der Integration und Reproduktion der Arbeitskraft im eigentlichen Kapitalzyklus sind bis anhin nur Eventualit&#228;ten und Hypothesen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Restrukturierungen der kapitalistischen Produktionsweise folgen nie einem Plan, sondern sie sind ein Resultat der internen Konfrontationen der globalen kapitalistischen Klassen und allen voran der Konfrontation mit dem Proletariat. Die Fraktion der kapitalistischen Klasse, die sich gegen die anderen durchsetzen und eine akzeptable Hierarchie f&#252;r die Gesamtheit der globalen Klasse erschaffen kann, ist jene, welche das Ausbeutungsverh&#228;ltnis kl&#228;rt und rekonfiguriert. Die internen K&#228;mpfe der kapitalistischen Klasse national und global, bis hin zum Krieg, der nur eine Fortsetzung davon darstellt, haben nur den einen Sinn, eine bessere L&#246;sung der Erneuerung der Ausbeutung f&#252;r die Gesamtheit des Kapitals zu finden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Putin ist nicht alleine&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wenn eine Nation w&#228;hrend Jahrhunderten ihren Willen zu existieren und sich als staatliche Entit&#228;t zu konstituieren unter Beweis stellt, k&#246;nnen alle Versuche, die zum Ziel haben, auf die eine oder andere Weise eine solche Entwicklung zu ersticken, nur zu einer chaotischen Dimension im Gesamtprozess der universellen Geschichte f&#252;hren.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Mykola Chwylowyj, zitiert von Zbigniew Kowalewski, &#8222;L'Ukraine, r&#233;veil (...)&#034; id=&#034;nh2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Krise der amerikanischen Globalisierung: Diese Krise siedelt sich auf globaler Ebene auf zwei zentralen Zysten an: Russland und China und einer dritten auf regionaler Ebene, dem Iran. Es muss in den drei F&#228;llen betont werden, dass &lt;i&gt;der Staat die Wirtschaft dominiert&lt;/i&gt; und nicht die Existenz eines getrennten Staates erreicht hat. In Russland ist der Staat nicht der Staat der kapitalistischen Klasse, ihre Generaldirektion, sondern es ist die kapitalistische Klasse (die Oligarchen), welche die kapitalistische Klasse &lt;i&gt;des Staates&lt;/i&gt; ist. Die sowjetische B&#252;rokratie hat, sogar nach dem Zusammenbruch der UdSSR, ihren langen Marsch mit dem Ziel, eine gew&#246;hnliche, ihrer revolution&#228;ren Urspr&#252;ngen entledigte kapitalistische Klasse zu sein, noch nicht abgeschlossen. Was die Europ&#228;ische Union betrifft, geht es f&#252;r die USA und Russland nur darum, ihre Spaltungen zu unterhalten, sie ist kein zentraler Streitgegenstand oder potentieller Rivale mehr, auch wenn sie im Krieg in der Ukraine eine bedeutende Rolle spielt. Das zuerst einmal durch die territoriale Kontinuit&#228;t, die sie der Ukraine mit dem Transit der Milit&#228;rhilfe anbietet, aber auch durch die inneren politischen Unstimmigkeiten zwischen Staaten oder innerhalb von Staaten betreffend des Verh&#228;ltnisses zu Russland, die vom Krieg offengelegt worden sind. Der Verlust geopolitischer Zentralit&#228;t h&#228;ngt im gegenw&#228;rtigen Moment mit ihrer Unf&#228;higkeit zusammen, eine einheitliche Macht zu sein, doch die geopolitische Frage zeigt auf, dass sie keinen Pol des zu &#252;berwindenden Widerspruchs darstellt. Weder grosse souver&#228;ne Macht, noch Speerspitze der Globalisierung, weder das eine noch das andere, weil die EU bei der in den 1970er Jahren initiierten Restrukturierung der Ausbeutung auf halbem Weg stecken geblieben ist, trotz aller Anstrengungen Sarkozys, Hollandes, Macrons, Schr&#246;ders, Majors, Johnsons (ohne bis zu Thatcher zur&#252;ckgehen zu m&#252;ssen&#8230;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Aber wenn diese Krise sich in der Konfrontation des &#8222;Westens&#8220; mit diesen beiden Zysten kristallisiert, dann allen voran, weil die Globalisierung f&#252;r sich selbst kontraproduktiv geworden ist: Ihre Grenzen und Widerspr&#252;che stehen ihr in ihrem Verh&#228;ltnis zu dem gegen&#252;ber, was in der Krise als &lt;i&gt;ihr Anderes&lt;/i&gt; entsteht und sich konstituiert. Der &#8222;Westen&#8220; und Russland hatten nicht die geringste innere Essenz, welche sie dazu gebracht h&#228;tte, sich als Pol eines selben Widerspruchs der existierenden Globalisierung zu definieren, h&#246;chstens gewisse Veranlagungen aufgrund ihrer hierarchischen Stellung im System, es ist das Verh&#228;ltnis zwischen den Polen des Widerspruchs, das graduell ihre Kristallisation hervorbringt und jedem Pol eine nationale Existenz verleiht, durch welche der Widerspruch Geopolitik wird.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Konfrontation USA (Westen)/Russland, aber auch Iran, T&#252;rkei usw., noch auf einem anderen Niveau, China, werden die m&#246;glichen L&#246;sungen f&#252;r eine globale Rekonfiguration der Ausbeutung entschieden. Kein Staat (kein Protagonist) repr&#228;sentiert einen einzigen Pol, aber in jedem spielt ein Pol die Rolle der Dominanten im Verh&#228;ltnis.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die aktuelle Krise hat die absolute &#220;bereinstimmung zwischen der &#220;berakkumulation des Kapitals und der Unterkonsumtion der Arbeiter als allgemeiner Prozess der Krisen dieser Produktionsweise zutage gebracht. Die Armut ist zu einem Problem geworden. Wenn diese Krise die Form dieser &#220;bereinstimmung annehmen und sie zutage bringen konnte, dann weil die Reproduktion der Arbeitskraft, wie wir es gesagt haben, Gegenstand einer doppelten Entkopplung gewesen war. Einerseits Entkopplung zwischen der Kapitalverwertung und der Reproduktion der Arbeitskraft, andererseits Entkopplung zwischen Konsumtion der Arbeiter und dem Lohn als Einkommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Fragen sind nun auf dem Tisch: das Wesen des Staates; das Verh&#228;ltnis zwischen Kapitalverwertung und Reproduktion der Arbeitskraft; die Mobilisierungsweisen dieser Arbeitskraft durch das Kapital; die Modalit&#228;ten des Lohnverh&#228;ltnisses in den Beziehungen zwischen Anstellung/Arbeitslosigkeit/Prekarit&#228;t; die Beziehungen zwischen Lohn/Einkommen/Kredit. Der Fall der Profitrate ist immer konjunkturell, ausf&#252;hrlich und determiniert, sowohl historisch als auch lokal.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf einem ganz anderen Niveau bez&#252;glich des Ausmasses und der Konfliktualit&#228;t als der laufende Krieg in der Ukraine mit der direkten und globalen Konfrontation der im Scheitern der Globalisierung auf dem Spiel stehenden Pole brachten schon die Klassenk&#228;mpfe in Griechenland nach den Krawallen 2008 in den Griechenland spezifischen Modalit&#228;ten die Widerspr&#252;che und Sackgassen der soeben in die Krise eingetretenen Kapitalverwertungs- und -akkumulationsweise zutage.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Pole des Widerspruchs, die man in Griechenland einerseits als die Rettung des Finanzsystems und andererseits als die Reproduktion der Arbeitskraft durch das Kapital selbst karikieren konnte, waren nur tote Momente, jeder Pol konnte dem anderen nur vorwerfen, zu sein, was er war. Jeder blieb in den Polen selbst der Krise eingesperrt und wiederholte stets seine spezifische Rolle. Das Verh&#228;ltnis von Syriza zu den europ&#228;ischen Institutionen hatte der gegenw&#228;rtigen Krise allerdings eine Form gegeben. &lt;i&gt;Im Namen der kapitalistischen Produktionsweise&lt;/i&gt; hatte Tsipras Draghi gesagt, dass das nicht mehr funktionieren k&#246;nne. Es ist in diesem Sinne und nur in diesem Sinne, dass die sechsmonatige Konfrontation zwischen der &#8222;radikalen populistischen Linken&#8220; und den weisen und ehrw&#252;rdigen Institutionen der Krawattentr&#228;ger in Br&#252;ssel, Frankfurt und Washington eine wirkliche Konfrontation war. Die Widerspr&#252;che waren da, ausgesprochen und polarisiert, aber ohne eine massive Konfrontation mit dem Proletariat sind sie leblos und dazu verdammt, sich selbst zu karikieren. Die Pole waren nur einseitig widerspiegelt, im Kapital, und zeigten nur das Auftauchen des Problems.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im gleichen Sinne bedeutet der Krieg in der Ukraine, dass die Fragen immer noch da sind, aber sie befinden sich nun auf einem anderen Niveau, die Metastasen sind global und bis anhin kann keine kapitalistische L&#246;sung die Aufl&#246;sung der gesetzten Probleme vereinheitlichen. Die Geschichte besteht aus Momenten, Situationen und Ereignissen, die Widerspr&#252;che zu einer Synthese zusammenfassen, welche bis dahin ihr eigenes Dasein f&#252;hrten. Die Widerspr&#252;che verlieren nicht ihre Besonderheiten, doch sie treffen und durchdringen sich. Die russische Invasion der Ukraine ist diese Art von Ereignis. Das Prinzip ist einzigartig, es ist die Globalisierung als grundlegende Krise der Entkopplung, doch die Manifestationen davon sind in ihrer Anordnung, ihren Eigenschaften und ihren eigenen Dimensionen vielf&#228;ltig. Alles gerinnt: Klassenk&#228;mpfe, politische Krise der Politik, geopolitische Konfrontationen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was seit 2008 auf dem Spiel steht, ist eine Rekonfiguration der Globalisierung, welche die Staaten und ihre nationale Organisation zur Existenz und Einflussnahme betrifft. Wir erleben ein notwendiges &#8222;nationales Moment&#8220;, es ist nicht eine &#8222;L&#246;sung&#8220;, es ist ein Moment der Krise und nur ein Hinweis auf die Perspektive. Es wird &#8222;momentan&#8220; (?) nichts an der St&#228;rkung der Staaten oder Staatsbl&#246;cke vorbeif&#252;hren, daher kommt die Bedeutung der Ukraine f&#252;r Russland, ohne sie ist es wirtschaftlich, politisch und ideologisch kein Staat. Ohne die Ukraine existiert Russland nicht als Staat und existierte nie als solcher&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir werden hier nicht weiter auf die tausendj&#228;hrige Geschichte der stets (...)&#034; id=&#034;nh3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Um in der Rekonfiguration der Globalisierung, wovon es nun sowohl geopolitisch als auch strukturell (konzeptuell) einen blockierenden Pol darstellt, ein Gewicht zu haben und eine Rolle zu spielen, muss Russland dem Fluch des Rentierstaates entfliehen und dabei im wesentlichen seinen Nachschub an Devisen und die Zufuhr f&#252;r sein Budget aufrechterhalten. Eine schwierige Gleichung, wom&#246;glich unl&#246;sbar, ausser es bringt all sein milit&#228;risches Gewicht ins Spiel (aber, wie Napoleon sagte, man kann &#8222;mit einem Bajonett alles machen, aber [man kann] nicht darauf sitzen&#8220;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es ist hier notwendig, Thomas Gomart (Direktor des Franz&#246;sischen Instituts f&#252;r internationale Beziehungen IFRI) ausf&#252;hrlich zu zitieren, er skizziert ein stichhaltiges Panorama des von der Gewalt beschleunigten gegenw&#228;rtigen globalen Spiels:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Es ist eine zentrale Krise f&#252;r das internationale System, denn sie prallt auf das Gleichgewicht der Kr&#228;fte, nicht nur auf der Ebene Europas, sondern auch auf jener Eurasiens, die von Brest bis nach Wladiwostok reicht. F&#252;r Russland ist die Ukraine ein Schauplatz unter anderen. Der Zyklus der westlichen Interventionen endete in Kabul im August 2021 mit dem amerikanischen Debakel. Im Sicherheitsrat wird die Handlung Russlands weder von China, noch von Indien oder den Vereinigten Arabischen Emiraten verurteilt. Halten wir anbei fest, dass diese beiden L&#228;nder die &#8218;strategischen Partner&#8216; Frankreichs in der indopazifischen Region sind. Auf einer tieferen Ebene kann die Ann&#228;herung zwischen China und Russland durch die Umsetzung der westlichen Sanktionen gegen&#252;ber Russland nur beschleunigt werden. Indem es die Ukraine annektieren will, braucht Russland China immer offensichtlicher als wirtschaftliche, finanzielle und technologische Alternative. Die neue Phase wird durch einen traurigerweise klassischen europ&#228;ischen Invasionskrieg er&#246;ffnet, doch sie k&#252;ndigt wahrscheinlich konkurrierende geo&#246;konomische Koalitionen, sowie eine globale Reorganisation der maritimen, finanziellen und Datenfl&#252;sse an.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kommt zu einer Beschleunigung des Kampfes um die globale Vormacht zwischen den USA und China. Dank Russland kann China Washington dazu zwingen, zwei Fronten offen zu halten: Chinesisches Meer und Schwarzes/Baltisches Meer [&#8230;]. Zur Zeit des Kalten Krieges hatten die Volkswirtschaften des sozialistischen Blocks und der kapitalistischen L&#228;nder kaum Beziehungen zueinander. Heute sind sie zutiefst miteinander verbunden, allen voran mit China, aber auch mit Russland. Daher kommt die Bedeutung der Kontrolle &#252;ber die K&#252;stengebiete dieses zusammengeh&#246;rigen kontinentalen Gebietes. Dort, wo Europa und die an Russland grenzende Zone zwischen dem Baltischen und dem Schwarzen Meer (baltische L&#228;nder, Moldau, Ukraine, Georgien) aufeinandertreffen, kommt es zu den gr&#246;ssten Spannungen. Auf der Seite des Pazifiks sind es das Chinesische Meer, Taiwan, die beiden Koreas und Japan, wo es zu Reibungen kommt [&#8230;]. Die Zank&#228;pfel sind die Beherrschung des globalen Produktionsapparates in einem Kontext der Akzentuierung der &#246;kologischen Zw&#228;nge und die Beschleunigung der Digitalisierung der Welt.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde vom 3. M&#228;rz 2022.&#034; id=&#034;nh4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Analyse ist exakt, aber prinzipienlos. Was &#8222;auf das Gleichgewicht der Kr&#228;fte prallt&#8220;, sind die Pole der Blockade der Akkumulation auf globaler Ebene. Alles wird in diesen paar Zeilen auf den Punkt gebracht, ausser der Widerspruch der Globalisierung als Totalit&#228;t, der die Sache existieren l&#228;sst und ihre Pole national gesondert darlegt. Die Pole der Konfrontation existieren nicht sui generis, sie werden durch das Wesen der Totalit&#228;t gesondert dargelegt. Innerhalb der Krise der amerikanischen Globalisierung kommt die westf&#228;lische Realit&#228;t der Beziehungen zwischen Staaten zur&#252;ck, aber &lt;i&gt;nur&lt;/i&gt; als Moment der &lt;i&gt;internen&lt;/i&gt; Krise der Globalisierung. Im Gegensatz zu den westf&#228;lischen Konfrontationen ist es nun die Totalit&#228;t, die an erster Stelle steht und sich national polarisiert, wobei sie jeden der Pole durchdringt. Alles wird neu definiert: Der &#8222;Illiberalismus&#8220; Ungarns unter Orb&#225;n und Polens hat seine Absolution erhalten, es gibt in der Ukraine keine Oligarchen mehr, die &#8222;faschistischen&#8220; Milizen des Maidan 2014 haben sich in heldenhafte patriotische Selbstorganisationen zur Verteidigung verwandelt und der Fernsehnarr in eine Ikone der Demokratie, sogar Israel, der Staat der hemmungslosen Kolonialisierung und der institutionellen Apartheid, jener, der am meisten Verurteilungen durch die UNO kumuliert, wird auf den Rang eines &#8222;Vermittlers&#8220; bef&#246;rdert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ohne dass das Resultat vorbestimmt w&#228;re, aber was als gewiss erscheint, ist die Tatsache, dass jeder Staat, als allgemeiner Repr&#228;sentant seiner kapitalistischen Klasse, der in der kommenden Rekonfiguration der Globalisierung eine Rolle spielen will, sich als souver&#228;ne Grossmacht &#252;ber einen nationalen Raum mit einer relativ koh&#228;renten Reproduktion konstituieren muss, obwohl die Rekonfiguration der Globalisierung nicht die R&#252;ckkehr der Internationalisierung sein k&#246;nnen wird, sondern eine noch unbestimmbare Mischung, welche die Kapitalverwertung und die Reproduktion wieder, nicht notwendigerweise national, miteinander verbinden muss. Seit 2004 und der Erweiterung der NATO an den Grenzen Russlands (die auf die unilaterale Intervention der USA im Irak folgt), dann 2008 mit der Annexion eines Teils von Georgien spielt Russland so um seinen Platz in dieser Rekonfiguration. Um die Terminologie von Clausewitz zu &#252;bernehmen, dieses Spiel besteht aus einer Unzahl von Gefechten&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir &#252;bernehmen in diesem Absatz gewisse Themen des Kapitels &#8222;Das Gefecht (...)&#034; id=&#034;nh5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Sei es in Syrien, Libyen, etlichen L&#228;ndern der Sahelzone, der Konfrontation mit der NATO an seinen Grenzen (wir werden nicht versuchen, die Frage zu beantworten, wer zuerst seine Verpflichtungen nicht eingehalten hat), sei es mit der Annexion der Krim, der polizeilichen Intervention in Weissrussland, dann der milit&#228;rischen in Kasachstan, der Anerkennung der separatistischen Republiken im ukrainischen Osten, der Aufrechterhaltung eines schwelendes Krieges im gesamten Donbass und jetzt der Invasion der Ukraine, in der Unzahl von Gefechten ist das letztendliche Ziel ein politisches. Dieses Ziel ist mit einer derartigen Menge an Bedingungen und Betrachtungen verbunden, dass das Ziel nicht durch einen einzigen Akt grossen Ausmasses erreicht werden kann, sondern nur durch eine grosse Anzahl mehr oder weniger bedeutender Akte, &lt;i&gt;die ein Ganzes konstituieren&lt;/i&gt;. Jedes dieser besonderen Gefechte ist Teil einer Gesamtheit und enth&#228;lt ein spezielles Ziel, &lt;i&gt;das es mit dieser Gesamtheit verbindet&lt;/i&gt;. Die besonderen Gefechte k&#246;nnen nur ausgehend von gemeinsamen Ursachen erkennt werden, aus welchen sie entstehen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Invasion der Ukraine ist nur ein besonderes Gefecht, das jedoch, um weiterhin wie Clausewitz zu sprechen, den &#8222;Kulminationspunkt des Angriffs&#8220; repr&#228;sentiert. Doch &#8222;der Angriff&#8220; ist eine kontinuierliche Schw&#228;chung des Gegners je mehr er fortschreitet, jedes Vorr&#252;cken entfernt ihn von seinen St&#252;tzpunkten, die &#8222;Form der Verteidigung&#8220; ist ihrerseits st&#228;rker als die &#8222;Form des Angriffs&#8220;, &#8222;die Verteidigung [ist] eine st&#228;rkere Form des Kriegf&#252;hrens&#8220;. Die Invasion der Ukraine ist dieser Kulminationspunkt, dem ersten Anschein nach auf dem milit&#228;rischen Terrain mit dem Getrampel der russischen Armee, aber allen voran und in erster Linie in Bezug auf das politische Ziel. &#8222;Kulminationspunkt des Angriffs&#8220; mithilfe einer &#8222;Unzahl von Gefechten&#8220; im Streben nach einem politischen Ziel: Ein Pol zu sein gegen&#252;ber dem Westen in der Kristallisation der Pole des Widerspruchs, in welche sich die Globalisierung festgefahren hat, und dadurch im grossen Spiel ihrer Rekonfiguration teilzunehmen. Wie es auch immer ausgehen mag, Russland wird verlieren; es wird nur ein zerst&#246;rtes und von einem Viertel seiner Bev&#246;lkerung geleertes Territorium unterjochen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Westen setzte nicht auf die Strategie des taktischen R&#252;ckzuges (Kutusow gegen&#252;ber Napoleon; MacArthur gegen&#252;ber den Russen und dann den Chinesen in Korea; etliche Beispiele zeigen, dass diese Strategie nicht notwendigerweise die Tiefe des russischen Raumes erfordert), sondern auf jene des &#8222;politischen R&#252;ckzuges&#8220;: &lt;i&gt;Laissez-faire&lt;/i&gt;. Mit den vorerst beruhigenden Erkl&#228;rungen Bidens, Macrons und des Generalsekret&#228;rs der NATO hat der Westen Russland in eine nicht &#8222;t&#246;dliche&#8220; (auf keinen Fall), sondern in eine schw&#228;chende und devitalisierende Falle &#8222;gelockt&#8220; (Anf&#252;hrungs- und Schlusszeichen, da es nicht besonders schwierig war, wenn man will, dass jemand f&#228;llt, muss man ihn in jene Richtung stossen, in welche er ohnehin schon neigt)&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ende Januar 2022 weigerte sich Deutschland immer noch, der Ukraine Waffen (...)&#034; id=&#034;nh6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. In allen Parlamenten bekommt Selenski via Videokonferenz stehenden Applaus, man kopiert sogar seine khakifarbenen Kapuzenpullover, doch er weiss, dass er nur ein Bauer ist und es ist ausgesprochen selten, dass der Bauer die K&#246;nigin erreicht, bevor ein L&#228;ufer oder ein Turm, manchmal ein lauerndes Pferd, ihn verspeist. Alle westlichen Anf&#252;hrer machten, bevor sie Beifall spendeten f&#252;r ihren &#8222;Widerstand&#8220; (der sorgf&#228;ltig innerhalb gewisser Grenzen gehalten wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Eine konventionelle Luftintervention der NATO &#252;ber der Ukraine h&#228;tte (...)&#034; id=&#034;nh7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;), Druck auf die Ukraine, damit sie die Minsker Abkommen (2014) akzeptiert, diese sahen eine Verfassungsrevision und die Repr&#228;sentation der sezessionistischen Regionen vor. Der Westen hat die Verh&#228;ngung einer Art &#8222;Patt&#8220; zum Ziel, das f&#252;r Russland zerm&#252;rbend w&#228;re und eine ungewisse Dauer h&#228;tte, die Ukrainer und Ukrainerinnen hingegen sind dabei zu einer Art Kollateralschaden geworden. Die Erreichung des anf&#228;nglich &#8222;begrenzten&#8220; Ziels (die Ukraine) hat nun f&#252;r Russland nicht die geringste &#8222;Erfolgsaussicht&#8220; ohne es auf die baltischen Staaten und/oder Polen auszuweiten. Je mehr der Feind vorr&#252;ckt, desto mehr verliert er seine St&#252;tzpunkte, desto mehr muss sich sein politisches Ziel ausweiten bis ihn zu Positionen, die nicht seine waren und die er nicht halten oder &#252;bernehmen kann. Russland kann nur noch hoffen und auf den chinesischen Rettungsring warten, aber, wie in jedem B&#252;ndnis, liebt jener, welcher es dominiert, seine Komparsen allen voran, wenn sie geschw&#228;cht sind (China hatte sehr gute Beziehungen mit der Ukraine&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Le Monde vom 1.3.22.&#034; id=&#034;nh8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kennt die ber&#252;hmte Formel von Clausewitz: &#8222;Der Krieg ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln&#8220;, diese Formel entspricht nicht genau jener des Textes: &#8222;Man wei&#223; freilich, da&#223; der Krieg nur durch den politischen Verkehr der Regierungen und der V&#246;lker hervorgerufen wird [Clausewitz bleibt in einer westf&#228;lischen Konzeption des Krieges gefangen, obwohl er irgendwo beil&#228;ufig bemerkt, dass man die Besatzung einer Nation nur erfolgreich aufrechterhalten kann, wenn die Besatzungsmacht in den inneren Konflikten der besetzten Macht ein Echo findet, AdA]; aber gew&#246;hnlich denkt man sich die Sache so, da&#223; mit ihm jener Verkehr aufh&#246;re und ein ganz anderer Zustand eintrete, welcher nur seinen eigenen Gesetzen unterworfen sei. Wir behaupten dagegen, der Krieg ist nichts als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs mit Einmischung anderer Mittel. Wir sagen mit Einmischung anderer Mittel, um damit zugleich zu behaupten, da&#223; dieser politische Verkehr durch den Krieg selbst nicht aufh&#246;rt, nicht in etwas ganz anderes verwandelt wird, sondern da&#223; er in seinem Wesen fortbesteht, wie auch seine Mittel gestaltet sein m&#246;gen, deren er sich bedient, und da&#223; die Hauptlinien, an welchen die kriegerischen Ereignisse fortlaufen und gebunden sind, nur seine Lineamente sind, die sich zwischen den Krieg durch bis zum Frieden fortziehen.&#8220; Die innere Logik der Politik f&#252;r Clausewitz (1780-1831) ist jene der &#220;berwindung, der Resorption der Konflikte, so wie sie durch die gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse der &#8222;Zivilgesellschaft&#8220; ausgel&#246;st worden sind, die Politik l&#246;st eine Konfliktsituation auf, wovon sie stets abh&#228;ngig ist. Er ist in jeglicher Hinsicht eine Zeitgenosse Hegels, obwohl die Dialektik zwischen dem &#8222;reinen Begriff des Krieges&#8220; und dem &#8222;wirklichen Kriege&#8220; (die beiden Teile von &lt;i&gt;Vom Kriege&lt;/i&gt;) nichts mit der Hegelschen Selbstverwirklichung des Konzepts zu tun hat, sondern sich eher, mit Machiavelli, auf die den Umst&#228;nden entsprechende Recherche nach einer Verwirklichung der Notwendigkeit in den konjunkturellen Unw&#228;gbarkeiten bezieht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Krieg repr&#228;sentiert den &#228;ussersten Moment der Konflikte, ihren H&#246;hepunkt, ohne sich jedoch im Wesen von ihnen zu unterscheiden: Als entscheidender Moment der Totalit&#228;t der gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und ideologischen Konflikte, auch als &#220;berarbeitung des Klassenkampfes, woraus er entsteht, fasst sie der Krieg im &#8222;Bruchelement&#8220; der &lt;i&gt;organisierten&lt;/i&gt; Gewalt zusammen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Dinge w&#228;ren sehr einfach, wenn die Konflikte und Kriege direkt die in der Kapitalakkumulation und in der Produktionsweise im allgemeinen auf dem Spiel stehenden Widerspr&#252;che ausdr&#252;cken w&#252;rden. Aber all das existiert nur durch alle Vermittlungen der Reproduktion des Kapitals, wovon die nationalen Strukturen und ihre Geschichte ein Teil sind. Die Staaten existieren als notwendig in der kapitalistischen Produktionsweise, w&#228;hrend deren Entstehung sie sich konstituiert haben (17. und 18. Jahrhundert bis England alle Elemente der Entstehung des Kapitals als Produktionsweise synthetisiert&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Karl Marx, Das Kapital, Bd. 1 in MEW, Bd. 23, S. 779.&#034; id=&#034;nh9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;). Die Staaten als solche verfolgen ihre eigenen Ziele und diese Verfolgung derselben ist g&#228;nzlich Teil der Reproduktion und der Restrukturierung der kapitalistischen Produktionsweise, die nicht eine Entit&#228;t ist, die sich ohne alle ihre Determinationen reproduziert, sie sind nicht Selbstdeterminationen des Konzepts, sondern sorgen daf&#252;r, dass die Dinge &lt;i&gt;wirklich&lt;/i&gt; existieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man kann immer sagen, und es ist nicht falsch, dass die Proletarier nicht ihre Ausbeuter w&#228;hlen sollen und sie haben ohnehin keine Wahl. Aber wie alle leben, existieren und werden sie in dieser sie definierenden Produktionsweise hervorgebracht und sie denken und handeln gem&#228;ss der Gesamtheit der sie definierenden gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse. Es ist m&#246;glich, dass sie sich aufgrund der besonderen Situation dieser gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse in einer Konjunktur befinden, die sie dazu bringt, sie abzuschaffen, und dass nur sie sich in dieser Situation befinden. Doch gegenw&#228;rtig, wenn die &#8222;Restrukturierung&#8220; unvermeidlich Klassenkampf bedeutet, so hat das Kapital, im Widerspruch, so wie er sich pr&#228;sentiert, unter der Form der Nation (Souver&#228;nit&#228;t, Populismus, Staatsb&#252;rgerschaft), die &#8222;Politik&#8220; des Proletariats schon vorweggenommen. Die W&#252;rfel sind gezinkt und die P&#233;tanque-Kugeln gef&#252;llt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Krise der Globalisierung verwandelt sich &#252;berall (Zentrum und Peripherie) in eine politische Krise (man kann nicht dar&#252;ber hinwegsehen, indem man sagt, dass das, was z&#228;hlt, die wirtschaftlichen Interessen sind, denn diese haben eine &#8222;Form&#8220;). Im restrukturierten Kapital liegt das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t dieser Krise zugrunde, sie hat die Gesamtheit der politischen Funktionsweise des demokratischen Staates total destabilisiert, diese ist gleichwesentlich mit der Anerkennung einer gesellschaftlichen Spaltung und ihrer Befriedung. Gegenw&#228;rtig ist der Klassenkampf (zentrale und periphere &#220;bersch&#252;ssige eingeschlossen) gepr&#228;gt von der Teilung zwischen Nation und Globalisierung in Form einer soziopolitischen Spaltung, wovon das Thema der Ungleichheiten und der Legitimit&#228;t des Staates der Kern geworden ist. Die Krise der Globalisierung dr&#252;ckt sich bis anhin durch popul&#228;re Bewegungen aus, die bez&#252;glich der Themen der Einkommensverteilung, der nationalen Souver&#228;nit&#228;t, der Familie, der Werte und der Staatsb&#252;rgerschaft mehr oder weniger nationalistisch sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pr&#228;ziser betreffend der Ukraine kann man sagen, dass jene, welche den Nationalismus schlichtweg als eine Entgleisung oder eine Manipulation der Arbeiterklasse betrachten, diese nicht als Klasse dieser Produktionsweise betrachten, sondern als wesentlich konform mit ihrem &#8222;Sein-Sollen&#8220;, wenn auch mit kontingenten &#8222;Vernebelungen&#8220;. Ein &#8222;Sein-Sollen&#8220;, wovon sie, das ist ihre Daseinsberechtigung, die permanenten und invarianten Repr&#228;sentanten sind, aber immer frustriert bis zum n&#228;chsten Mal.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Russland hat sich als ideologischer, politischer und kultureller Repr&#228;sentant und in seiner Konfrontation mit dem Westen als Pol der Forderung nach nationaler Souver&#228;nit&#228;t in Anbetracht der westlichen Globalisierung herausgestellt, es hat sogar eine zerbrechliche Reorganisation seiner Produktionen, seiner W&#228;hrungsreserven und seines Zahlungssystems auf unabh&#228;ngige Art und Weise eingeplant und antizipiert. Das f&#252;hrt dazu, dass sich in der gesamten Welt vielf&#228;ltige und verschiedene Freundschaften kristallisieren. &lt;i&gt;Putin ist nicht alleine, er repr&#228;sentiert auf immer unilateralere Art und Weise einen Pol des zu &#252;berwindenden Widerspruchs&lt;/i&gt;. Am 28. Januar versammeln sich die souver&#228;nistischen und rechtsextremen Parteien in Madrid, man findet dort Marine Le Pen, aber auch Viktor Orb&#225;n, den tschechischen und den polnischen Premierminister, letzterer ist der einzige, der sich explizit kritisch gegen&#252;ber Russland zeigt. All die Schmusereien Chev&#232;nements, M&#233;lenchons, Salvinis, Beppe Grillos, Schr&#246;ders, Zemmours, Le Pens (die das russische Darlehen immer noch nicht zur&#252;ckgezahlt hat), der Vox in Spanien, der AFD in Deutschland usw. mit Putin sind allseits bekannt, die Liste muss mit Beispielen aus den USA selbst erg&#228;nzt werden, Trump vor nicht allzu langer Zeit und ein Starmoderator von Fox News. Vor&#252;bergehend werden wir nicht mehr in den Genuss der wunderbaren Ausstellungen der Stiftung Louis Vuitton kommen, mit welchen uns Bernard Arnault, dank seinen oligarchischen Investitionen und seinen Freundschaften vor dem Hintergrund des Ch&#226;teau d&#8216;Yquem, ausgehend von den Reserven der russischen Sammler, verw&#246;hnte. Aber, zum Teufel mit dem Ch&#226;teau d&#8216;Yquem, Macron hat uns gewarnt, dass wir f&#252;r die &#8222;Verteidigung unserer Werte&#8220; k&#252;nftig den G&#252;rtel enger schnallen und Trottinett fahren m&#252;ssen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;R. S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;23. M&#228;rz 2022&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://dndf.org/?p=20016&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://chusmachusma.noblogs.org/post/2022/04/11/ukraine-2022-r-s/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;English&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://hacialavida.noblogs.org/ucrania-2022-roland-simon/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Espa&#241;ol&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&#8222;Mit der realen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital findet eine v&#246;llige (und sich best&#228;ndig fortsetzende und wiederholende, siehe &lt;i&gt;Das kommunistische Manifest&lt;/i&gt;) Revolution in der Produktionsweise selbst statt, in der Produktivit&#228;t der Arbeit und im Verh&#228;ltnis von Kapitalist und Arbeiter.&#8220; Marx, &lt;i&gt;Resultate des unmittelbaren Produktionsprozesses&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Mykola Chwylowyj, zitiert von Zbigniew Kowalewski, &#8222;L'Ukraine, r&#233;veil d'un peuple, reprise d'une m&#233;moire&#8220; in &lt;i&gt;Revue H&#233;rodote&lt;/i&gt;, &#8222;Les Marches de la Russie&#8220;, 1989. Mykola Chwylowyj war ein Schriftsteller und bolschewistischer Aktivist seit 1917, er begeht 1933 Selbstmord.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir werden hier nicht weiter auf die tausendj&#228;hrige Geschichte der stets konfliktreichen und verschachtelten Beziehungen zwischen der Ukraine und Russland mit wechselnden Vorherrschaften eingehen. Es ist &#8222;am&#252;sant&#8220;, daran zu erinnern, dass der Begriff Russland aus dem Griechischen (Byzanz) kommt, &lt;i&gt;Rossiia&lt;/i&gt;, so wurde der ruthenische Staat genannt, der sich im 10. Jh. rund um Kiew gebildet hatte. Nach der Eroberung Rutheniens durch Litauen (14. Jh.) eignen sich die F&#252;rsten Moskaus den Begriff an und das ehemalige Ruthenien wird zunehmend Ukraine genannt, was &#8222;Grenzland&#8220; bedeutet. Es muss erg&#228;nzt werden, dass die durch Russland der Ukraine auferlegten Beziehungen w&#228;hrend der gesamten sowjetischen Periode ein starkes gemeinsames nationales Interesse jenseits der Klassenspaltungen pr&#228;gten (siehe Kowalewski, &lt;i&gt;op. cit&lt;/i&gt;.). Schliesslich eine kleine Anspielung auf Machno, der, w&#228;hrend seinem Treffen mit Lenin (Juli 1918), bez&#252;glich der &#8222;Anarcho-Kommunisten in der Ukraine&#8220; an Lenin gerichtet anf&#252;gt: &#8222;[O]der in &#8218;S&#252;drussland&#8216;, da ihr, bolschewistische Kommunisten, das Wort Ukraine systematisch vermeidet.&#8220; (Machno, &lt;i&gt;M&#233;moires&lt;/i&gt;, zitiert in &lt;i&gt;Ni Dieu ni ma&#238;tre&lt;/i&gt;, Delphes, S. 460.)&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 3. M&#228;rz 2022.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir &#252;bernehmen in diesem Absatz gewisse Themen des Kapitels &#8222;Das Gefecht &#252;berhaupt&#8220; in Clausewitz, &lt;i&gt;Vom Kriege&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ende Januar 2022 weigerte sich Deutschland immer noch, der Ukraine Waffen zu liefern.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Eine konventionelle Luftintervention der NATO &#252;ber der Ukraine h&#228;tte Russland die Option des unm&#246;glichen R&#252;ckgriffes auf die Atomwaffe verschafft. Aber das war &#252;berhaupt nicht die westliche Strategie des &lt;i&gt;politischen&lt;/i&gt; &#8222;defensiven R&#252;ckzuges&#8220;. Man k&#246;nnte sagen, dass die Existenz der strategischen Atomwaffen der Clausewitzschen Dialektik zwischen &#8222;reinem Begriff&#8220; des Krieges (Vernichtung des Feindes) und dem &#8222;wirklichen Kriege&#8220; (Fortsetzung der Politik) G&#252;ltigkeit und eine materielle Existenz verleiht.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt; vom 1.3.22.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Karl Marx, &lt;i&gt;Das Kapital&lt;/i&gt;, Bd. 1 in &lt;i&gt;MEW&lt;/i&gt;, Bd. 23, S. 779.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Interview mit Roland Simon von Th&#233;orie communiste (2005)</title>
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		<dc:subject>Th&#233;orie communiste</dc:subject>
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		<dc:subject>Theorie</dc:subject>

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&lt;p&gt;Ein Interview mit Roland Simon von Th&#233;orie communiste. Erschienen in riff-raff Nr. 8. &lt;br class='autobr' /&gt;
Das Interview wurde in Posen, Polen am 18. August 2005 auf Franz&#246;sisch mit Hilfe von englischen Dolmetschern gef&#252;hrt. &lt;br class='autobr' /&gt;
RR: Roland, du bist Teil der Gruppe Th&#233;orie communiste in Frankreich, die seit Anfang der 1970er Jahre existiert. K&#246;nntest du uns kurz zusammenfassen, was die wesentlichen Gr&#252;nde f&#252;r die Gr&#252;ndung der Gruppe damals waren und wie sie sich allgemein &#252;ber die Jahre entwickelt hat? &lt;br class='autobr' /&gt;
RS: (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Theorie-communiste" rel="tag"&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Ubersetzungen" rel="tag"&gt;&#220;bersetzungen&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Roland-Simon" rel="tag"&gt;Roland Simon&lt;/a&gt;, 
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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.kommunisierung.net/IMG/logo/arton74.jpg?1689268812' class='spip_logo spip_logo_right' width='150' height='53' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Ein Interview mit Roland Simon von &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;. Erschienen in &lt;a href=&#034;http://libcom.org/library/riff-raff-no-8-communist-theory-beyond-ultra-left&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;riff-raff&lt;/i&gt; Nr. 8&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Interview wurde in Posen, Polen am 18. August 2005 auf Franz&#246;sisch mit Hilfe von englischen Dolmetschern gef&#252;hrt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;RR: Roland, du bist Teil der Gruppe &lt;a href=&#034;https://sites.google.com/site/theoriecommuniste/home&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;&lt;/a&gt; in Frankreich, die seit Anfang der 1970er Jahre existiert. K&#246;nntest du uns kurz zusammenfassen, was die wesentlichen Gr&#252;nde f&#252;r die Gr&#252;ndung der Gruppe damals waren und wie sie sich allgemein &#252;ber die Jahre entwickelt hat?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;RS: Diese Frage wird am besten im Text &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/beyond-ultra-left-aufheben-11&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Th&#233;orie Communiste: Background and Perspective&#8220;&lt;/a&gt; beantwortet, er wurde in &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; Nr. 11 ver&#246;ffentlicht. Es ist sinnlos, zu wiederholen, was in diesem Text gesagt worden war, ausser jenen Moment zu pr&#228;zisieren, wo die Problematik von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; ihren Fokus auf die Frage der Restrukturierung richtete, d.h.: eine zu Ende gehende Periode des Kapitals, der Abschluss eines Kampfzyklus und ein anderes Verh&#228;ltnis zwischen den Klassen, das entsteht. All dies erschien 1979 in der Nr. 3 von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;, wo wir uns unmittelbar mit der Schwierigkeit konfrontierten, zu versuchen, die Restrukturierung zu definieren; wir verwendeten verschiedene Ans&#228;tze, verschiedene Arten der Definition.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der erste Ansatz war allzu stark ausschliesslich auf den Arbeitsprozess fokussiert. Das war Ende der 1970er Jahre, als die Computerisierung und die Automatisierung in den Arbeitsprozess eingef&#252;hrt wurden. Wir waren also stark auf diese Transformation fokussiert und wir definierten die Restrukturierung als eine Aneignung gesellschaftlicher Produktivkraft der Arbeit in fixem Kapital, d.h. Arbeitsteilung, Kooperation. Wir sprachen danach von der Restrukturierung in eher formalistischer Art und Weise als Verwertungsprozess, der die Gesamtheit seiner eigenen Bedingungen durchdringt. Wir kamen somit zu etwas, das zunehmend die Gesamtheit des Reproduktionsprozesses umfasste. Wir unterstrichen besonders die Transformation der Modalit&#228;ten der Reproduktion von Arbeitskraft und das Verh&#228;ltnis zwischen dem Produktionsprozess und dem Markt. Die Schwierigkeit, mit welcher wir konfrontiert waren, war die Tatsache, dass wir die Gefahr erkannten, die Besonderheit des Arbeitsprozesses aufzul&#246;sen und alles durcheinanderzubringen. Wir standen an der Schwelle zur Ketzerei...&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nun kamen wir schliesslich zur Definition der Restrukturierung als Abschaffung von allem, was ein Hindernis f&#252;r die Selbstvoraussetzung des Kapitals, seiner Fluidit&#228;t, darstellen k&#246;nnte. Mit diesem Ansatz erhielten wir eine Besonderheit des Reproduktionsprozesses der produktiven Arbeitskraft aufrecht, w&#228;hrend wir gleichzeitig die Transformation des gesamten Reproduktionsprozesses im Blick behielten. Ich werde hier nicht im Detail auf die Restrukturierung eingehen, aber sie impliziert, zum Beispiel, die Aufl&#246;sung der Opposition zwischen Arbeit und Arbeitslosigkeit durch die Flexibilisierung; in Bezug auf den Markt gibt es die Theorie der Fl&#252;sse; dazu kommt das Verschwinden der Trennung der Akkumulation in nationale Zonen, das Ende der Unterscheidung zwischen Zentrum und Peripherie, das Verschwinden des Ostblocks.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die haupts&#228;chliche Folge dieser Restrukturierung ist somit die &#220;berwindung des Widerspruchs, welcher den gesamten vorhergehenden Zyklus charakterisiert hatte. Das bedeutet, den Widerspruch zwischen einerseits einer Produktivkraft der Arbeit, die vom Kapital auf immer gesellschaftlichere und kollektivere Art und Weise erschaffen, reproduziert und zum Arbeiten gebracht wird. Und gleichzeitig die Form der Aneignung durch das Kapital dieser gesellschaftlichen/kollektiven Produktivkraft der Arbeit, die ab einem gewissen Punkt als begrenzt erscheint. Sie erscheint zum Beispiel als Hindernis auf der Ebene des Arbeitsprozesses in den Problemen, die in den Produktionslinien entstehen, und auf der Ebene der Reproduktion in der Krise des Wohlfahrtsstaates. Somit hat das Kapital gesellschaftliche Produktivkraft der Arbeit erschaffen, die zu einem Hindernis f&#252;r die Verwertung geworden ist. Das bedeutet, dass, da die Formen dieser gesellschaftlichen Macht starr werden (das k&#246;nnten die Widerstandsformen in der Produktionslinie, die Probleme des Wohlfahrtsstaates sein), die vergesellschaftlichte Reproduktion der Arbeitskraft durch das Kapital ab einem gewissen Punkt zu einem Hindernis f&#252;r seine Verwertung wird. Im vorhergehenden Kampfzyklus manifestierte sich diese antagonistische Situation als eine Arbeiteridentit&#228;t, welche die Grundlage aller Determinierungen des vorhergehenden Zyklus war. Eine Arbeiteridentit&#228;t, die dar&#252;ber hinaus durch die Reproduktion des Kapitals in der Kluft zwischen der vom Kapital erschaffenen gesellschaftlichen Kraft und den Formen, durch welche es sie sich aneignete, best&#228;tigt wurde. Es war diese Situation, welche die Restrukturierung abschaffte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;RR: Gibt es andere theoretische Traditionen, abgesehen von der deutsch-holl&#228;ndischen Linken, die euch inspiriert haben, wie der Operaismus/autonome Marxismus oder vielleicht die Regulationsschule? Und was konnte (oder nicht) bei Bordiga und der italienischen Linken gefunden werden?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;RS: Die haupts&#228;chliche Zugeh&#246;rigkeit von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; ist die deutsch-holl&#228;ndische Linke. Um noch einmal auf die erste Frage Bezug zu nehmen, die Leute, welche &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; gr&#252;ndeten, kamen von einer r&#228;tekommunistischen Tradition. Wir erkl&#228;rten in &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; Nr. 14 unser Verh&#228;ltnis zur Ultralinken und ich kann die Definition der Ultralinken geben, die wir formulierten:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Wir k&#246;nnen als ultralinks jegliche Praxis, Organisation und Theorie bezeichnen, welche die Revolution als Affirmation des Proletariats setzt. Gleichzeitig wird diese Affirmation als eine Kritik und Negation von allem betrachtet, was das Proletariat in seiner Verstrickung mit dem Kapital und dem Staat definiert, letztere werden nur als integrierende Vermittlungen gesehen. In diesem Sinn ist die Ultralinke ein prozessierender Widerspruch. Weshalb? Weil die Revolution sich mit der St&#228;rke der Klasse selbst als Klasse der kapitalistischen Produktionsweise konfrontieren muss. Als Illustration daf&#252;r: Das ist die Trag&#246;die der deutschen Revolution. Weil diese Affirmation einerseits ihre St&#228;rke in ihrer eigenen Rechtfertigung und Daseinsberechtigung findet. Andererseits ist es dieses gleiche Wesen innerhalb des Kapitals, das ein Wesen f&#252;r das Kapital ist, das seine Autonomie verlangen muss, zu einem Wesen f&#252;r sich werden muss. Das ist der extreme Punkt, wo wir fast die M&#246;glichkeit finden k&#246;nnen, die Revolution als Selbstnegation des Proletariats zu formulieren. Doch auf ihrer eigenen Grundlage kann sie nicht weitergehen. Es ist wie Moses vor dem versprochenen Land.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die italienische Linke betrifft, dieser Punkt, fast f&#228;hig zu sein, die Revolution als Verschwinden der Klassen zu sehen, ist etwas, das in der deutsch-holl&#228;ndischen Linken sehr wichtig ist, aber in der italienischen Linken fast nicht existiert &#8211; nur in sehr marginalen Texten, die mehr oder weniger klandestin bleiben. Ihr Ansatz ist unf&#228;hig, zu diesem Punkt zu gelangen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Operaismus: Wir haben manchmal gewisse Formulierungen des Operaismus wie zum Beispiel die zentrale Arbeiterfigur und die Klassenzusammensetzung &#252;bernommen. Doch wir brauchen sie als bedeutsame Bilder, nicht als strikte theoretische Kategorien. Vor &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;, zu Beginn der 1970er Jahre, hatten wir eine Zeitschrift namens &lt;i&gt;Intervention communiste&lt;/i&gt; und einer der ersten Texte war eine Kritik des Konzepts des politischen Lohnes. Somit will ich sagen, dass m.E. der Operaismus nie &#252;ber seine Wurzeln in der italienischen Linken hinausgegangen ist [Linke des Mainstreams, z.B. KP, CGT, Anmerkung von Roland]. Auf polemische Art und Weise k&#246;nnte man den Operaismus als radikalen Syndikalismus definieren, der auf ein politisches Wunder hofft. Ich denke, dass die von ihnen erstrebte &#8222;Entgegenst&#228;ndlichung&#8220; nichts anderes als eine Ver&#228;nderung des Standpunktes war. Nur weil wir etwas nicht mehr von der gleichen Seite betrachten, bedeutet das nicht, dass die Sache selbst sich &#228;ndert. In Bezug auf die gegenseitige Verstrickung des Proletariats und des Kapitals sahen sie diese nie als Totalit&#228;t. F&#252;r sie blieb sie immer eine Interaktion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In Bezug auf die Regulationsschule: Auch hier &#252;bernehmen wir gewisse Begriffe und sogar gewisse Analysen, zum Beispiel den Fordismus, die Krise des Fordismus. Aber obwohl wir den Begriff &#8222;Fordismus&#8220; aufgreifen, sind wir gegen die Idee der Verteilung/des Teilens der Produktivit&#228;tsgewinne. Es geht nicht um ein Teilen der Produktivit&#228;tsgewinne, sondern um eine Transformation innerhalb des Werts der Arbeitskraft, der Wert der Arbeit wird auch historisch definiert und die Transformationen des Kapitals transformieren ihrerseits diesen historischen Charakter des Werts. In der Regulationstheorie gibt es eine methodische Falle: Ein Prinzip des Verst&#228;ndnisses der Wirklichkeit, das im Nachhinein konstruiert wird, wird in ein Prinzip zum Vornhinein verwandelt. Die Regulationstheorie ist nicht auf ein Prinzip der Interpretation der wirtschaftlichen Prozesse beschr&#228;nkt; doch diese Koh&#228;renz, welche ein Prinzip des Verst&#228;ndnisses ist, wird der kapitalistischen Produktionsweise als immanente Wirklichkeit gew&#228;hrt. Diese Kritik der Regulationsschule w&#228;re nicht sehr interessant, wenn sie bloss eine Kritik bliebe, doch wir sehen in zeitgen&#246;ssischen Ausdr&#252;cken die Reproduktion dieser Falle. Anstatt die Restrukturierung als real existierenden Kapitalismus und als konstituierend f&#252;r ihn als System zu betrachten, liegt der Fehler darin, in der Definition der Restrukturierung die bestm&#246;gliche Koh&#228;renz (zwischen den wirtschaftlichen Prozessen) zu suchen. Um es geradeheraus zu sagen, ich denke, dass das der Fehler Dauv&#233;s ist, wenn er die Frage der Restrukturierung aufnimmt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der andere wichtige Einfluss f&#252;r uns war die Situationistische Internationale. Sie geh&#246;rten zu den Ersten, die f&#228;hig waren, von Revolution als Abschaffung aller Klassen zu sprechen. Aber sie taten es inmitten einer ganzen Reihe von Widerspr&#252;chen. Zuerst, indem sie gleichzeitig von Arbeiterr&#228;ten sprachen, aber auch, indem sie durch den Diskurs &#252;ber die Aufhebung und Verwirklichung der Kunst nach einem Ausweg suchten. Ich denke, dass die SI den Programmatismus zu seinem Explosionspunkt gebracht hat. Zum Beispiel in der doppelten Definition, welche die Situationisten vom Proletariat hatten: Sie sahen sich selber tief in der &#8222;alten Arbeiterbewegung&#8220; verwurzelt und waren sogar stolz darauf, dieses Erbe zu beanspruchen, doch gleichzeitig offerierten sie einen alternativen Aspekt der Definition des Proletariats als all jene, welche keine Kontrolle &#252;ber ihr Leben haben und es wissen. Und mit der Theorie des Proletariats und seiner Repr&#228;sentation, die es ihnen erlaubt, alles, was die Existenz der Klasse innerhalb des Kapitals sein k&#246;nnte, in der Kategorie der Repr&#228;sentation zu platzieren, und damit eine Art innerer Widerspruch innerhalb des Proletariats zu kreieren, der erkl&#228;rt, dass es sich selbst als Klasse &#252;berwinden kann. Es ist der am weitesten entfernte Punkt, wohin man innerhalb des Programmatismus der SI gelangen konnte. Dieser Explosionspunkt zeigt sich in der Unm&#246;glichkeit f&#252;r Debord, seine Theorie des Spektakels zusammenzuschn&#252;ren. Er versucht immer, zu sagen, dass das Spektakel keine Maske, keine Illusion ist, es ist Realit&#228;t. Doch woher kann ab diesem Punkt die &#220;berwindung (die Revolution) kommen? Meiner Meinung nach ist das das Problem, mit welchem Debord in der &lt;i&gt;Gesellschaft des Spektakels&lt;/i&gt; durchgehend ringt. Denn innerhalb der Theorie des Spektakels der SI gibt es eine Theorie, die wir vulg&#228;r nennen k&#246;nnen, die Theorie der Illusion. Es ist der von Vaneigem, Theo Frey und Jean Garneau repr&#228;sentierte Ansatz und er entspricht nicht der Theorie des Spektakels, die wir in Debords Buch finden k&#246;nnen. Das ist sein ganzes Problem: Debord will aus dem Spektakel nicht eine Maske oder eine Illusion machen. Aber tats&#228;chlich war die Theorie, mit welcher die SI praktisch funktionierte, die vulg&#228;re Theorie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und im Verh&#228;ltnis zur italienischen Linken&#8230; Wie ich gesagt habe, wir nahmen nicht sehr viel. Ihre Kritik der deutschen Linken nat&#252;rlich; die Kritik der Revolution als Selbstverwaltung und ihr Beharren auf den Inhalt der Revolution als Abschaffung des Werts und der Lohnarbeit. Aber es ist eine Kritik, die leninistisch bleibt in dem Sinne, dass man weiterhin von staatlicher Planung und von einer &#220;bergangsphase spricht. Eine andere wichtige Sache ist die Kritik der Demokratie. Doch es ist eine Kritik, die formal und abstrakt bleibt, d.h. sie kritisiert den B&#252;rger bloss als eine Form, die auf der Existenz des Werts und der Ware gegr&#252;ndet ist &#8211; sie geht nicht bis zum Punkt des Kapitalfetischismus selbst. Denn im Kapitalfetischismus wird dieser Fetischismus des Individuums des Handels, des Werts, der Ware, welches das demokratische Individuum ist, im Fetischismus der Elemente des Produktionsprozesses aufgegriffen, d.h. im Kapitalfetischismus selbst, was erkl&#228;rt, wie wir innerhalb der Demokratie, der Funktionsweise der Demokratie, unter diese fetischisierten Formen, die Klasse wiederentdecken k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der andere Punkt der italienischen Linken w&#228;re die Kritik des Antifaschismus, doch das finden wir auch in der deutschen Linken und auf die fast gleiche Art und Weise.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schliesslich die Theoretiker, die f&#252;r uns wichtig sind:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Luk&#225;cs: Die Theorie der Verdinglichung, die wir manchmal benutzen, um die Selbstvoraussetzung des Kapitals zu definieren, es besteht ein Verh&#228;ltnis zwischen den beiden Konzepten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Korsch: Besonders wenn er den &#220;berblick verliert und Fehltritte macht, dann ist er am interessantesten &#8211; zum Beispiel in den &#8222;Zehn Thesen &#252;ber den Marxismus heute&#8220;. Denn dort sieht er wie einige andere Theoretiker die Grenzen, die Sackgasse des Programmatismus, doch ist gleichzeitig an der Schwelle dazu, jegliche Klassentheorie aufzugeben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und dann ist da noch Mattick mit seinen &#246;konomischen Texten. Sonst, in seinen politischen Texten, bleibt er auf der absolut klassischen Ebene der Ultralinken. Doch seine &#246;konomischen Texte sind wesentlich, allen voran seine Kritik von Rosa Luxemburgs &lt;i&gt;Die Akkumulation des Kapitals&lt;/i&gt;: Dort argumentiert er, dass die Krise gleichbedeutend mit dem tendenziellen Fall der Profitrate ist &#8211; es ist nicht eine Frage der M&#228;rkte; es ist nicht eine Frage der Realisierung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Und schliesslich mit viel Vorsicht Althusser mit seiner Kritik des hegelianischen Marxismus und des Humanismus. Ich denke, dass diesbez&#252;glich Althusser, Balibar und manchmal Ranci&#232;re wesentlich sind. Deswegen werden wir nicht seine Theorie des epistemologischen Bruches aufgreifen oder den Marxismus als Wissenschaft behandeln. Aber man kann viel lernen von der Kritik des Humanismus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;RR: Wie siehst du das Verh&#228;ltnis zwischen einerseits &#8222;Revolution&#228;ren&#8220;/theoretischen Gruppen, wie eurer, und andererseits der Arbeiterklasse und ihren K&#228;mpfen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;RS: Wir denken, dass Klassenkampf notwendigerweise theoretisch ist. Jeder Kampf produziert Theorie. Nat&#252;rlich m&#252;ssen wir unterscheiden zwischen Theorie im weiten Sinne, wovon ich hier spreche, und Theorie im engen Sinne, die das Produkt von einigen Leuten in einer Gruppe irgendwo ist. Im weiten Sinne ist der Punkt, dass das Proletariat sich immer bewusst ist, was es tut, und ich nenne dieses Bewusstsein theoretisch, denn es kann kein Selbstbewusstsein sein. Und dieses Bewusstsein verl&#228;uft immer &#252;ber eine Kenntnis des Kapitals, die Vermittlung des Kapitals. Eben weil es &#252;ber ein Anderes verl&#228;uft, kann ich es nicht Selbstbewusstsein nennen, deshalb nenne ich es theoretisches Bewusstsein. Dieses theoretische Bewusstsein, das innerhalb der globalen Oppositionsbewegung gegen das Kapital existiert, endet in der Reproduktion des Kapitals. Und zu diesem Zeitpunkt wird Theorie in einem engen Sinn artikuliert. Diese enge Theorie wird zur Kritik der Tatsache, dass das Bewusstsein der Opposition in der Reproduktion, in der Selbstvoraussetzung des Kapitals endet. In diesem Sinne ist Theorieproduktion in all ihrer Vielfalt und in all ihren Verschiedenheiten genauso Teil des Klassenkampfes wie jede andere T&#228;tigkeit, die ihn konstituiert. An diesem Punkt hat die Frage &#8222;Was tun?&#8220; &#252;berhaupt keinen Sinn mehr; wir versuchen nicht mehr, als Theoretiker oder Aktivisten mit einer konstituierten Theorie in K&#228;mpfe zu intervenieren. Das bedeutet, dass, wenn wir selber in einen Konflikt verwickelt sind, wir auf der gleichen Ebene handeln wie alle anderen; und obwohl wir nicht vergessen, was wir sonst tun, ist die Art und Weise, wie wir es nicht vergessen, indem wir anerkennen, dass der Kampf, in den wir verwickelt sind, selbst Theorie neu bearbeitet, umformuliert und produziert. Ich denke, dass wir auf diese Art und Weise in einen Kampf verwickelt sein k&#246;nnen, ohne zu vergessen, was wir sonst tun: F&#228;hig sein, den Kampf selbst als etwas zu sehen, das Theorie produziert. Dazu muss gesagt werden, dass Theorie nie pr&#228;existent als Projekt oder fertiges Verst&#228;ndnis sein kann. Zum Beispiel, w&#228;hrend den Streiks 2003 war ich ziemlich aktiv involviert in einem Streikkomitee an meinem damaligen Arbeitsplatz. Und das gab mir die Gelegenheit, zu sehen, wie die Positionen des B&#252;rgersinns und des radikalen Demokratismus eine notwendige Form war, die der Kampf annahm, und nur wenn man diese Notwendigkeit versteht, kann man sie kritisieren und sich ihr nicht einfach als etwas schlichtweg Falsches entgegensetzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Um zum vorhergehenden Punkt zur&#252;ckzukommen: Was ich damit meine, dass das Proletariat nicht ein unmittelbares Selbstbewusstsein ist &#8211; dass es sich selber nicht einfach auf seiner eigenen Grundlage kennt, sondern nur in der Vermittlung des Kapitals und durch sie &#8211;, das k&#246;nnte man von der Bourgeoisie auch sagen. Der Unterschied ist, dass das Kapital Arbeit subsumiert und nicht umgekehrt, was bedeutet, dass in diesem Gegensatz das Selbstbewusstsein der Bourgeoisie wirklich zu einem Selbstbewusstsein werden kann, weil es den Anderen in seinen Pol integriert hat, was in Bezug auf das Proletariat nie geschehen k&#246;nnte und nicht der Fall ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;RR: In den Diskussionen zwischen &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; kann man sehen, dass eure historische Periodisierung des Kapitalismus auf der Grundlage der Konzepte formelle/reelle Herrschaft des Kapitals &#252;ber die Arbeit &#8211; besonders die Idee einer zweiten Phase der reellen Subsumtion &#8211; scheinbar ein Hindernis war. Kannst du kurz erkl&#228;ren, auf welchen Grundlagen ihr die verschiedenen Phasen unterteilt und auch welche Kontinuit&#228;ten und Unterschiede zwischen eurem und dem Marxschen Gebrauch dieser Terminologie bestehen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;RS: Diese Frage enth&#228;lt drei Punkte. Der erste ist die Frage der Periodisierung. Der zweite ist, weshalb diese Periodisierung im Verh&#228;ltnis zu &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; zu einem Hindernis geworden ist. Der dritte Punkt ist die Frage des Verh&#228;ltnisses zu den kanonischen Texten von Marx und den Definitionen von formeller und reeller Subsumtion.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Betreffend der Frage der Periodisierung kann ich auf die Diskussion mit &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; verweisen, wo die Restrukturierung, die Ver&#228;nderungen und ihre Gr&#252;nde diskutiert werden. Und ich kann auch auf meine Antwort auf die erste Frage verweisen, wo ich erkl&#228;rte, wie die Restrukturierung zuerst definiert worden war und die Schwierigkeiten, die wir hatten, um sie zu definieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Die Frage der Periodisierung war nicht ein Hindernis; sie war sogar der zentrale Punkt der Diskussion im Verh&#228;ltnis mit &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt;. Was, so denke ich, mit &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; geschah, war, dass der zentrale Punkt der Periodisierung einen anderen Punkt traf und das wurde zu einem Hindernis. Dieser versteckte Punkt, dieser andere Punkt war die Definition des laufenden Kampfzyklus, der Autonomie, der Selbstorganisation, um das ging es in Wirklichkeit. Zuzugeben, dass die von uns vorgeschlagene Periodisierung diese politischen Punkte in Frage stellte und nicht nur einige theoretische, allgemeine und abstrakte Fragen zur Periodisierung des Kapitals. Sie stellte auch eine gewisse Konzeption der Revolution als ein zu sich selbst zur&#252;ckkehrendes Subjekt in Frage, als eine gewisse humanistische Konzeption der Revolution. Sie wurde zu einem Hindernis, weil die Frage der Periodisierung alle Fragen der Autonomie auf den Tisch brachte, das zu sich selbst zur&#252;ckkehrende Subjekt, die Selbstorganisation und das kam letztendlich bei den j&#252;ngsten Diskussionen mit &lt;i&gt;Aufheben&lt;/i&gt; heraus und das war der eigentliche Ursprung unserer Austausches.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Es scheint mir, dass die Diskussionen der reellen Subsumtion bei Marx stets ambivalent sind. Reelle Subsumtion basiert auf der Theorie der relativen Mehrwertextraktion. Somit auf der Entwicklung des Maschinenbetriebs, der Steigerung der Produktivit&#228;t. Gleichzeitig kann relativer Mehrwert nur existieren, wenn die Waren, welche f&#252;r die Reproduktion der Arbeitskraft notwendig sind, selbst auf kapitalistische Art und Weise produziert werden. Somit kann in diesem Sinn reelle Subsumtion nicht einfach auf der Grundlage der Transformation des Produktionsprozesses definiert werden. In diesem Sinne, dass der Begriff der reellen Subsumtion das impliziert, was ich eine kapitalistische Gesellschaft nenne (es ist nicht eine exzellente Formulierung); was die Integration der Reproduktion der Arbeitskraft in den Kapitalzyklus selbst und sogar die Transformation des Konflikts zwischen Kapital und Arbeit als Dynamik des Kapitals bedeutet. Und das war nicht historisch mit dem Erscheinen der Maschine gegeben und deshalb scheint es, dass die Definition der reellen Subsumtion in den Texten von Marx h&#246;chst ambivalent ist. Marx war ein Kind seiner Zeit, die Tatsache, dass er diese Ambivalenz schon wahrgenommen hat, ist schon als solche aussergew&#246;hnlich, aber wir k&#246;nnen nicht mehr verlangen. Man kann nicht mehr als sein Letztes geben&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;RR: F&#252;r dieses Sommercamp habt ihr einen Text f&#252;r einen Workshop vorbereitet, &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/self-organisation-is-the-first-act-of-the-revolution-it-then-becomes-an-obstacle-which-the-revolution-has-to-overcome&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kommunisierung vs. Selbstorganisation&#8220;&lt;/a&gt;. Kannst du uns ein bisschen mehr &#252;ber diesen Text und &#252;ber deine Erwartungen an die Diskussionen des Workshops erz&#228;hlen?&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;RS: Dieser Text ist etwas ziemlich Neues in der Problematik von &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt;. In diesem Text, durch diese Diskussionen hier, ist &lt;i&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/i&gt; dabei, ein bisschen optimistisch zu werden. Das heisst, bis vor kurzem betrachteten wir das, was als Dynamik dieses Kampfzyklus definiert werden kann &#8211; dass das Proletariat sich selbst in seinem Verh&#228;ltnis mit dem Kapital in Frage stellt &#8211;, komplett mit der Frage des Handelns als Klasse, das die Grenze dieses Kampfzyklus ist, verstrickt war. Somit sahen wir das Konzept der Grenze und jenes der Dynamik als fast identisch in unserer Sichtweise auf die K&#228;mpfe bis jetzt. In diesem Text erscheint eine Trennung zwischen dem Konzept der Grenze und jenem der Dynamik. Sie wird in verschiedenen Beispielen unter dem Titel &#8222;Angek&#252;ndigter Bruch&#8220; entwickelt:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Dieser Bruch k&#252;ndigt sich mit der zunehmenden Trennung innerhalb des Klassenkampfes an. Als Klasse zu handeln, als Klasse zu k&#228;mpfen, ist die heutige Grenze des Klassenkampfes, doch diese Handlung ist einerseits die Reproduktion des Kapitals und die Lohnk&#228;mpfe innerhalb der Kategorien des Kapitals und andererseits die Infragestellung seiner eigenen Existenz als Klasse innerhalb des Widerspruchs mit dem Kapital durch das Proletariat. Diese Trennung zwischen den beiden Seiten ist die Trennung zwischen Grenze und Dynamik.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Th&#233;orie communiste, &#034;Self-Organisation Is the First Act of the Revolution; (...)&#034; id=&#034;nh2-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;RR: Die letzte Frage betrifft das Verh&#228;ltnis zwischen deiner Gruppe und Gilles Dauv&#233;. Wir ver&#246;ffentlichten 2004 ein Buch mit schwedischen &#220;bersetzungen von verschiedenen Texten Dauv&#233;s, u.a. &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/capitalism-communism-gilles-dauve&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Kapitalismus und Kommunismus&#8220;&lt;/a&gt;, &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/3-leninism-ultra-left&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Leninismus und die Ultralinke&#8220;&lt;/a&gt; und &lt;a href=&#034;https://www.wildcat-www.de/zirkular/50/z50dauve.htm&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Wenn die Aufst&#228;nde sterben&#8220;&lt;/a&gt;. Zuvor hatten wir auch den Text &lt;a href=&#034;http://troploin0.free.fr/biblio/lovlabuk/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#8222;Arbeiten oder nicht arbeiten? Ist das die Frage?&#8220;&lt;/a&gt; &#252;bersetzt, er ist eine implizite Kritik von &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt;. Und in der letzten Ausgabe unserer Zeitschrift ver&#246;ffentlichten wir eine Korrespondenz zwischen Mitgliedern unserer Redaktion und Dauv&#233;, die sich viel um &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; drehte. Nun denken wir, dass es nichts als fair ist, dich &#252;ber deine Sicht zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen deiner Gruppe und Dauv&#233; zu befragen.&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;RS: Zuerst, wenn wir so viel mit Dauv&#233; streiten, dann weil wir schon so viel gemeinsam haben, z.B. den Begriff Kommunisierung und das Bed&#252;rfnis, zu einem synthetischen Verst&#228;ndnis der Periode zu gelangen, die Frage nach dem Verh&#228;ltnis zwischen der Transformation des Kapitals und dem Klassenkampf zu stellen usw. Es ist, weil wir beide einen Ansatz haben, den ich als theoretisch bezeichnen w&#252;rde, dass wir so viel streiten k&#246;nnen. Nachdem das gesagt ist, die haupts&#228;chliche Meinungsverschiedenheit mit Dauv&#233; ist seine Konzeption der Invarianz des Kommunismus als Streben nach der menschlichen Gemeinschaft. Ich denke, dass diese Konzeption Dauv&#233;s, die Invarianz des Strebens nach der menschlichen Gemeinschaft, in Wirklichkeit das ist, was ich eine Arbeiterrevolution mit menschlichem Antlitz der Periode von Ende der 1960er bis Anfang der 1970er Jahre nennen w&#252;rde. Es ist eine Sichtweise, die einer spezifischen historischen Periode entspricht und die Dauv&#233; als Invarianz des Kommunismus auffasst. Verbunden mit dieser Problematik ist die Frage des Determinismus und die Frage der Revolution als freie T&#228;tigkeit. Wenn Dauv&#233; z.B. sagt, der Kommunismus sei, dass wir unsere Leben in unsere eigenen H&#228;nde nehmen, was w&#228;re eine Revolution wert, zu welcher wir trotz uns selbst gedr&#228;ngt werden? Es ist diese Art von Satz, die f&#252;r mich keinen Sinn hat und mit der Problematik des Kommunismus als mehr oder weniger ewiges Streben nach der menschlichen Gemeinschaft verbunden ist, denn wenn ich als Proletarier gedr&#228;ngt werde, dann nicht trotz mir selbst. Alle Meinungsverschiedenheiten zwischen &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; und Dauv&#233; lassen sich von diesem grundlegenden Punkt ableiten, denn vom Moment an, wo man das als Streben nach Kommunismus definiert, hat die Periodisierung der kapitalistischen Produktionsweise keinen Sinn mehr. Wir k&#246;nnen also sagen, dass gegenw&#228;rtig das Kapital das gleiche ist wie 1860, das ist es, was Dauv&#233; sagt, und es ist m.E. absolut wahr, aber absolut nutzlos, denn von diesem Punkt an wird jegliche Periodisierung des Kapitals zu einer einfachen Aff&#228;re der Verkn&#252;pfung gegebener Momente und jegliche Versuche der Periodisierung des Kapitals werden somit als deterministisch verurteilt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein andere Konsequenz dieser Sichtweise des Kommunismus, die in Wirklichkeit jene des Endes der 1960er und des Anfangs der 1970er Jahre ist, ist die Unm&#246;glichkeit, das Kapital jenseits des Fordismus zu verstehen. Somit, wie ich es in Bezug auf die Regulationsschule gesagt habe, die Unm&#246;glichkeit, die real existierende Restrukturierung als Restrukturierung zu sehen. Es gibt kein Modell der Restrukturierung. Da &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; alle Theorien des Kommunismus als revolution&#228;res Wesen des Proletariats oder als menschliches Streben nach Gemeinschaft aufgeben hat, wird die Frage &#8222;Wie kann es geschehen?&#8220; nur an &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; gerichtet. Es scheint, dass alle anderen Theorieproduktionen davon dispensiert sind, diese Frage zu beantworten. Wir fragen sie nicht, weil sie, ob sie nun an das revolution&#228;re Wesen, das Streben nach der menschlichen Gemeinschaft oder eine Form der eines Tages triumphierenden Selbstorganisation glauben, die L&#246;sung schon haben und somit davon dispensiert sind, die Frage &#8222;Wie kann es geschehen?&#8220;, zu beantworten. Weil sie in ihrem revolution&#228;ren Wesen, in ihrem Streben nach der menschlichen Gemeinschaft oder in ihrem grossen historischen Bogen der Entfremdung, in ihrer Formulierung schon ihre Antwort gegeben haben. Es ist, weil &lt;i&gt;TC&lt;/i&gt; nicht die Antwort schon innerhalb der Frage platziert hat, dass wir uns tats&#228;chlich diese Frage stellen k&#246;nnen und wie immer wir sie auch beantworten m&#246;gen, werden wir immer des Determinismus bezichtigt, weil wir Geschichte ber&#252;cksichtigen. Somit haben wir uns, indem wir all diese Formulierungen aufgegeben haben, das Leben kompliziert gemacht, denn wir haben nichts mehr ausser die Ausbeutung als den Widerspruch zwischen dem Proletariat und dem Kapital, ihre gegenseitige Verstrickung und die Geschichte des Kapitals als Geschichte dieses Widerspruchs. Und nur damit k&#246;nnen wir arbeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Somit kann es im Verh&#228;ltnis zur Revolution keine normative Haltung mehr geben. Kommunismus und Revolution sind historische Hervorbringungen. Wenn du eine normative Haltung hast, kannst du in Bezug auf den Prozess des Klassenkampfes sagen, dass da oder dort etwas fehlt &#8211; all die &#8222;sie h&#228;tten das tun sollen&#8220; oder &#8222;sie taten das nicht&#8220;, die man im Text &#8222;Wenn die Aufst&#228;nde sterben&#8220; findet. Was bedeutet, dass du weisst, was die Revolution sein muss. Und das, was du weisst, dass die Revolution sein muss, ist auf jede Epoche anwendbar. Du wirst sagen, dass die Aufst&#228;ndischen im Juni 1848 dieses oder jenes nicht tun konnten, die deutschen Arbeiter 1919/1920 dieses oder jenes h&#228;tten tun sollen, und wenn du versuchst, zu verstehen, was sie unter den gegebenen Bedingungen taten, an und f&#252;r sich, wird du unmittelbar des Determinismus bezichtigt. Ab diesem Punkt scheint das Problem des Determinismus gel&#246;st zu sein, denn wir haben alles getan, um zu verhindern, dass das Problem der Geschichte auf den Tisch gebracht wird. Was bedeutet, dass das Werden, die Geschichte selbst eliminiert wird. Und m.E. ist das der Punkt, wo man zu einer wahrhaft deterministischen Position kommt. Denn wir warten auf nichts anderes, als darauf, dass ein Zufall geschieht. Aller Determinismus wird im revolution&#228;ren Wesen des Proletariats platziert und Geschichte ist von da an nur noch da, um von Zeit zu Zeit eine Trennung zwischen der Wirklichkeit, eines Zeitpunkts oder einer Bewegung und dem Modell zu zeigen. Dann kann man nat&#252;rlich, wie dies Dauv&#233; und Nesic tun, viele Beispiele auff&#252;hren, aber was bemerkenswert ist, wenn man z.B. &#8222;Arbeiten oder nicht arbeiten?&#8220; liest, ist die Tatsache, dass diese Beispiele klar chronologisch geordnet sind, aber wenn sie irgendwie anders geordnet w&#228;ren, w&#252;rde das an der Demonstration &#252;berhaupt nichts &#228;ndern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nur um die Frage zu beenden, es gibt auch ein grosses Missverst&#228;ndnis &#252;ber die Art und Weise, wie wir die M&#246;glichkeit der Kommunisierung pr&#228;sentieren: Wenn wir sagen &#8222;Jetzt zeigt sich die Revolution auf diese Art und Weise&#8220;, sagen wir gewiss nicht &#8222;Schliesslich zeigt sie sich, wie sie sich immer h&#228;tte zeigen sollen&#8220;, wir sagen auch nicht, dass das Kapital die Probleme an Stelle der Proletarier gel&#246;st hat, denn um sich das vorstellen zu k&#246;nnen, w&#228;re es notwendig, dass diese Probleme schon vor der Restrukturierung existierten und die vorhergehende Periode determinierten. Aber z.B. das Problem der Unm&#246;glichkeit des Programmatismus, das von der letzten Restrukturierung auf den Tisch gebracht worden ist, war kein Problem w&#228;hrend der Periode des Programmatismus selbst, wo er der eigentliche Kurs der Revolution war, und wenn das Kapital das Problem des Programmatismus gel&#246;st hat, dann sollte man nicht vergessen, dass es durch eine Restrukturierung geschah, d.h. durch eine Konterrevolution, die L&#246;sung ist gegen die Proletarier hervorgebracht worden und nicht als Geschenk des Kapitals. Und heutzutage impliziert die Problematik der Revolution als Kommunisierung Probleme, die nicht minder furchtbar sind als jene des Programmatismus, denn wenn das Handeln der Klasse zur eigentlichen Grenze des Klassenkampfes wird, und du kannst die Revolution nur mit diesem Handeln und durch dieses Handeln machen, dann hast du einige beschissene Probleme.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Englischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/interview-roland-simon&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb2-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh2-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 2-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Th&#233;orie communiste, &lt;a href=&#034;https://libcom.org/library/self-organisation-is-the-first-act-of-the-revolution-it-then-becomes-an-obstacle-which-the-revolution-has-to-overcome&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Self-Organisation Is the First Act of the Revolution; It then Becomes an Obstacle which the Revolution Has to Overcome&#034;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Th&#233;orie communiste - Verschw&#246;rungstheorien im Allgemeinen und Pandemie im Besonderen</title>
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&lt;p&gt;Man versteckt uns alles, man sagt uns nichts, Je mehr man erf&#228;hrt, desto weniger weiss man, Man informiert uns wirklich &#252;ber nichts, Hatte Adam einen Bauchnabel? Man versteckt uns alles, man sagt uns nichts, [&#8230;] Die Aff&#228;re Dingsda und die Aff&#228;re Dingsbums, Wo man den M&#246;rder nicht findet, Man versteckt uns alles, man sagt uns nichts, Versteckspiel und Suchspiel, Blinde Kuh und Max Muster, Sie sind die K&#246;nige der Information &lt;br class='autobr' /&gt;
(Jacques Dutronc, 1967) &lt;br class='autobr' /&gt;
Stell dir vor, dass man uns bel&#252;gt, (...)&lt;/p&gt;


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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Artikel" rel="directory"&gt;Artikel&lt;/a&gt;

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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Theorie-communiste" rel="tag"&gt;Th&#233;orie communiste&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Bericht-Analyse" rel="tag"&gt;Bericht/Analyse&lt;/a&gt;, 
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&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Roland-Simon" rel="tag"&gt;Roland Simon&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Covid-19" rel="tag"&gt;Covid-19&lt;/a&gt;, 
&lt;a href="http://www.kommunisierung.net/Tarona" rel="tag"&gt;Tarona&lt;/a&gt;

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		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;blockquote class=&#034;spip_poesie&#034;&gt;&lt;div&gt;Man versteckt uns alles, man sagt uns nichts,&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Je mehr man erf&#228;hrt, desto weniger weiss man,&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Man informiert uns wirklich &#252;ber nichts,&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Hatte Adam einen Bauchnabel?&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Man versteckt uns alles, man sagt uns nichts, [&#8230;]&lt;/div&gt;
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&lt;div&gt;Man versteckt uns alles, man sagt uns nichts,&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Versteckspiel und Suchspiel,&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Blinde Kuh und Max Muster,&lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Sie sind die K&#246;nige der Information&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;(Jacques Dutronc, 1967)&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;Stell dir vor, dass man uns bel&#252;gt, seit etlichen Jahrhunderten / Dass einige gut gestellte Gemeinschaften die Rezepte kennen / Die Geheimnisse des Lebens, nicht jene, welche man uns sehen l&#228;sst&lt;/div&gt;
&lt;div&gt; &lt;/div&gt;
&lt;div&gt;(Keny Arkana)&lt;/div&gt;
&lt;/blockquote&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Einige vorangehende Betrachtungen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der kapitalistischen Produktionsweise ist die Bev&#246;lkerung nicht eine Tatsache der &#8222;Natur&#8220;, ihre Hervorbringung, Reproduktion, Verwaltung und die sie konstituierenden Kategorien sind Produkte von Klassen- und Genderverh&#228;ltnissen, die deren Formbildung und Entwicklung strukturieren. Diese Bev&#246;lkerung existiert gesellschaftlich und reproduziert sich nur als Funktion des Kapitals. Es gibt kein intaktes oder reines Substrat, das als Vorwegnahme von was auch immer dienen k&#246;nnte, es gibt kein Gl&#252;ck oder Leiden, keine gute Gesundheit oder Krankheit, keine Art, zu leben &lt;i&gt;oder zu sterben&lt;/i&gt;, die anders verstanden werden k&#246;nnten, denn als Ausdruck dieser Klassen- und Genderverh&#228;ltnisse. In Anbetracht des Themas muss man hinzuf&#252;gen, dass dieser stets erneuerte Ausdruck &#8211; da er historische Hervorbringung ist &#8211; des Klassen- und Genderverh&#228;ltnisses im Alltag des Denkens und Handelns f&#252;r alle Klassen existiert, und umso mehr unwissentlich (aber &#8222;aus freien St&#252;cken&#8220;) f&#252;r die Akteure, was die herrschenden oder oberen Klassen betrifft.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Reproduktion ist nicht eine ideale und kalte Mechanik der Produktionsverh&#228;ltnisse, die ihre eigenen idealen Materialien in Gang bringt. Die Klassen- und Genderverh&#228;ltnisse zeigen sich nicht klar, sie existieren innerhalb einer Komplexit&#228;t, die konzeptuell als dynamische Entfaltung der Ausbeutungskategorien (das Verh&#228;ltnis Mehrarbeit / notwendige Arbeit) &#252;ber alle Teile der Existenz, welche die kapitalistische Produktionsweise durch ihren totalen Charakter in Gang bringt, verstanden werden kann. So wird die Bev&#246;lkerung nat&#252;rlich in Produktionsverh&#228;ltnissen im eigentlichen Sinne hervorgebracht und existiert darin, doch, genau deshalb, in der allt&#228;glichen Existenz, durch welche sich die Hervorbringung und Reproduktion der Ausbeutungsverh&#228;ltnisse in ihrer Gesamtheit als Existenzbedingungen dieser strikten Produktionsverh&#228;ltnisse konstituieren (durch Ideologien, Gedanken, Affektivit&#228;t, Geselligkeit, Freizeit, Gesundheit, Verh&#228;ltnis zum Wohnraum, Nahrung, Symptome, institutionelle Eintragung, 1 oder 2 auf der Karte der sozialen Sicherheit&#8230;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Aufrechterhaltung dieser scheinbar disparaten und heterogenen Elemente ist nicht die Sache eines Macrons oder einer Lobby, mag sie auch m&#228;chtig sein, und sie ist auch kein Produkt des Zufalls oder frei von Absichten, Willens&#228;usserungen und Entscheidungen. Doch diese Strukturen beherrschen stets die Individuen oder Gruppen von Individuen und ihre Handlungen, Gedanken, Ideologien usw. sind selbst Ausdr&#252;cke dieser Klassen- und Genderverh&#228;ltnisse, die sie hervorbringen und von denen sie reproduziert werden, genau wie sie sie nat&#252;rlich reproduzieren&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Als Anekdote &#252;ber diese Betrachtungen zur Bev&#246;lkerung, w&#228;hrend diesen (...)&#034; id=&#034;nh3-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gehen wir von einer einfachen, oder gar grob vereinfachenden Idee aus&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Kein Staat, keine Bourgeoisie w&#252;rde die (ohnehin schon nicht brillante) Wirtschaft mit dem Ziel der Verst&#228;rkung der &#8222;Kontrolle&#8220; und der &#8222;Knechtung&#8220; der Gesellschaft oder zur Beg&#252;nstigung von Laboratorien oder irgendwelchen GAFA ruinieren. Wenn es wirklich sein muss, kann es eine Gelegenheit darstellen, sie muss jedoch von dieser herrschenden Klasse mit extremer Vorsicht gehandhabt werden, um die negativen Auswirkungen auf die Arbeit, die allgemeine Produktion, die Reproduktion der Arbeitskraft, die Zirkulation, den Konsum und auf globale Art und Weise das die Produktionsweise n&#228;hrende gesellschaftliche Leben zu vermeiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Gehen wir zu einem etwas besser ausgearbeiteten Niveau &#252;ber in Bezug auf den verschw&#246;rungstheoretischen Diskurs&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Nie die Institution, die Macht, das Ziel im Allgemeinen der &#8222;Verschw&#246;rung&#8220; beschuldigen. Den Begriff nicht benutzen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Sich als aufgekl&#228;rte Avantgarde positionieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Sich auf die Wissenschaft und die Vernunft st&#252;tzen (etliche Fussnoten, schwer verst&#228;ndliche universit&#228;re Referenzen, Hypertext-Links, Grafiken, Karten usw.).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Immer die Frage stellen: &#8222;Wer profitiert vom Verbrechen?&#8220; Jedes Ereignis einem Verantwortlichen, einer Organisation (einer okkulten Gruppe falls m&#246;glich) und einer einzigen Ursache zuschreiben. So k&#246;nnte man sagen, dass, da die bolschewistische Revolution teilweise durch die Bedingungen des Ersten Weltkrieges m&#246;glich wurde, der serbische Nationalist, der den Erzherzog &#214;sterreichs in Sarajevo ermordete, ein Agent Lenins war.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; &#8222;Verwirrende Details&#8220; akkumulieren, indem man sie miteinander verbindet.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Den Zufall ablehnen, nur notwendige Korrelationen sehen (&#8222;Wusstet ihr, dass&#8230;?&#8220;; &#8222;Es ist kein Zufall, dass&#8230;&#8220;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Sich auf die Geschichte st&#252;tzen und m&#246;glichst bunt zusammengew&#252;rfelte &#228;hnliche Ereignisse finden, die sich &#8222;irgendwie einander gleichen&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Davon ausgehen, dass der Feind (okkulte Organisationen, Geheimdienste, Goldman Sachs usw.) nie Fehler macht. Alles, was geschieht, ist gewollt und kann ihm nicht entgangen sein.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Hingegen und gleichzeitig davon ausgehen, dass der Feind Anf&#228;ngerfehler macht (hier geht man zur&#252;ck zu den &#8222;verwirrenden Details&#8220;).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Den Widerspruch ablehnen und ihn automatisch insofern disqualifizieren, als dass er nur von Quellen kommen kann, deren Interessen mit dem/den Dirigenten zusammenh&#228;ngen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Die Welt als &#8222;expressive Totalit&#228;t&#8220; konstruieren (die Totalit&#228;t ist g&#228;nzlich in all ihren Elementen oder in all ihren Teilen pr&#228;sent). Aber leider sind nicht alle Leibniz und wir werden uns mit einigen verdrehten Korrelationen begn&#252;gen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt; &#8226; Die expressive Totalit&#228;t dr&#252;ckt sich in einer &#8222;Katastrophentheorie&#8220; aus (der Fl&#252;gelschlag des australischen Schmetterlings und der Tornado in Jamaika), aber ohne Entropie, denn alles l&#246;st sich in der Verwirklichung eines reiflich &#252;berlegten einzigen Ziels aus.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Schliessen wir hier daraus: Das System ist geschlossen, f&#228;lschungssicher und teleologisch.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kommen wir zu den Tatsachen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pr&#228;ziser enth&#228;lt die verschw&#246;rungstheoretisch inspirierte Wut im Rahmen der gegenw&#228;rtigen Pandemie mehrere Momente:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;1. Die Wut gegen gewisse von den Regierungen getroffene Gesundheitsmassnahmen, die als freiheitsberaubend betrachtet werden. Es sind die folgenden Massnahmen: das Tragen der Maske &#8211; allen voran betreffend der Kinder, die Schliessung der &#8222;nicht wesentlichen&#8220; Gesch&#228;fte, einhergehend mit der schwachen Kritik der Trennung wesentlich / nicht wesentlich, die Mobilit&#228;tsregeln, die &#220;berwachung durch Atteste, der Einf&#252;hrung durch die Regierung der App Stop Covid und anderer Versionen, das Ausbooten von Forschern, die gegen&#252;ber den Strategien der Regierung gegen die Epidemie kritisch eingestellt sind, die Einf&#252;hrung eines Verteidigungsrates und eines Notstandes unter Umgehung der Nationalversammlung, die Ausgangssperren, die Perspektive eines Impfzwanges im Namen der Behandlungsfreiheit, aber gleichzeitig die Kritik der Weigerung der medizinischen Beh&#246;rden, systematisch Hydroxychloroquin und andere manchmal, besonders in den USA benutzte antibiotische Behandlungen zu verschreiben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;2. Diese Wut schafft Ann&#228;herungen mit einer ganzen Reihe an ganz verschiedenen Informationsquellen, Intellektuellen und Forschern, deren gemeinsame Absicht es ist, gegen&#252;ber den Intellektuellen des Mainstreams einen dissonanten aber revanchistischen Standpunkt darzubieten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;3. Die Erkl&#228;rung einer entschiedenen Absicht der Regierung, die Leute durch sogenannt freiheitsberaubende Massnahmen und durch die Angst zu knechten, verbindet all die bunt zusammengew&#252;rfelten Elemente miteinander. Die Angst wird auf allgemeine Art und Weise das am meisten verh&#246;hnte und erniedrigende Gef&#252;hl f&#252;r jene, welche vor Covid keine Angst haben.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;4. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass die Regierung und die Lobby eine &#252;berm&#228;chtige Clique bilden, die es schafft, das Boot einer verdummten Bev&#246;lkerung vor einem kaum existierenden Virus zu lenken, die Zahlen zu manipulieren und die Wirtschaft mit dem einfachen Ziel zu blockieren, eine Bev&#246;lkerung zu knechten, die schlichtweg daf&#252;r gut ist, die Pharmaindustrie fett werden zu lassen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;i&gt;Aber&lt;/i&gt;,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; diese Verbundenheit und Promotion dieser individuellen Freiheiten,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; dieser Reflex, die Legitimit&#228;t vom Standpunkt aus und in Bezug auf eine Welt von mehr oder weniger renommierten Intellektuellen zu gr&#252;nden, deren Titel die einen als die anderen prestigetr&#228;chtiger sind,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; diese Hervorhebung der Knechtung aller durch die Angst, die sie beherrscht und von welcher diese aufgekl&#228;rte Avantgarde frei zu sein scheint, um gegen alle mutig die Gefahren des freien und unmaskierten Wortes zu behaupten,&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip-puce ltr&#034;&gt;&lt;b&gt;&#8211;&lt;/b&gt;&lt;/span&gt; und letztendlich diese Sichtweise der Bev&#246;lkerung als konsumierende Knetmasse irgendeiner medialen industriellen oder pharmazeutischen Lobby.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;All diese Elemente zeigen klar, inwiefern dieses Denken nur von einer Bev&#246;lkerungskategorie kommen kann, deren Existenz g&#228;nzlich nur in ihrer Eigenschaft besteht, &lt;i&gt;einen Teil&lt;/i&gt; der kapitalistischen Ideologie hervorzubringen und zu reproduzieren, indem sie sie beim Wort nimmt. Das heisst, in einer ihrer Existenz konformen und nicht widerspr&#252;chlichen Version, die auf die eingenommene Stellung in den Produktionsverh&#228;ltnissen verweist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die erlebte Wirklichkeit dieser Kategorie in Bezug auf ihre gesellschaftliche Pr&#228;gung ist folgende:&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;* Ein nicht widerspr&#252;chliches Verh&#228;ltnis mit der individuellen Freiheit, die sie geniessen. Ihre Teilhabe an der Gemeinschaft des Kapitals ist derartig, dass ihre Existenz als isoliertes Individuum nicht widerspr&#252;chlich mit der Abh&#228;ngigkeit von dieser Gemeinschaft ist, denn diese Widerspr&#252;chlichkeit existiert nicht allen voran als heftiger Zwang, sondern spontan als beteiligt, als totale Solidarisierung mit ihren Institutionen (siehe weiter unten &#252;ber die Organe des Staatsapparates). Wir haben es hier mit dem isolierten Individuum der Freiheit und der Wahl zu tun, nicht mit dem isolierten Individuum, dessen Wahlfreiheit unmittelbar im schlimmsten Fall als Irrfahrt, Ausschluss und Prekarit&#228;t auf es zur&#252;ckf&#228;llt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;* Eine normative Sichtweise der Gesellschaft betrachtet als Garantin des individuellen Aufbl&#252;hens durch die Bildungsfreiheit, das Recht auf Gesundheit, die Nahrungsfreiheit, die Kunstfreiheit, mit einer, im schlimmsten Fall, auf das Minimum begrenzten Intervention des Staates in jenen Feldern, welche ihnen erlauben, sich als isolierte Individuen der kapitalistischen Ideologie entsprechend zu reproduzieren. Denn es ist eben genau das kapitalistische Ideal, welches die Reproduktion der Arbeiter auf ihre private Betreuung verweist. Ausser dass diese private Betreuung f&#252;r das Proletariat nicht funktioniert, f&#252;r die oberen Klassen auch nicht, doch dort verweist sie auf die M&#246;glichkeit eines wirklich gef&#252;hlten freien Willens. Eben genau wegen dieser bedingungslosen Sicherheit und Homogenit&#228;t der Reproduktion kann dieses Denken die Staatsintervention als totalit&#228;res und l&#252;gnerisches System denunzieren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieses freie Aufbl&#252;hen des Individuums in der Gesellschaft steht der Klassenzugeh&#246;rigkeit als verinnerlichter Zwang gegen&#252;ber, der in seiner vertraglichen Grundlage des Kaufs und Verkaufs der freien Arbeitskraft tats&#228;chlich freiheitsberaubend ist. So existiert die Erpressung, die Kinder aus der Schule zu nehmen oder gegen die Gesundheitspolitik zu sein, nur f&#252;r Leute, deren gesellschaftliche Zugeh&#246;rigkeit nicht nur objektiv garantiert ist, sondern auch durch die vollst&#228;ndige Loyalit&#228;t gegen&#252;ber der Ideologie des kapitalistischen Gesellschaftsvertrages und die Funktion, die sie als Bindeglied in der Reproduktion der kapitalistischen gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse einnehmen. Einige k&#246;nnen sich die Drohung erlauben, ihre Kinder aus der Schule zu nehmen, w&#228;hrend andere wissen, dass die Festungen gegen&#252;ber einem Ausschluss aus der republikanischen Schule aufgrund mangelnder Mittel, der Kenntnis der &#8222;Schulkarte&#8220; und/oder durch den &#220;bergang der Integrationspolitik hin zu einer gegen &#8222;Radikalisierung&#8220; oder &#8222;Separatismus&#8220; k&#228;mpfenden Politik br&#246;ckeln.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Diese Sichtweise der Bev&#246;lkerungen als stumpfsinnige Masse von Konsumenten in Gefangenschaft der Lobbys zeigt, wie sehr jene, welche sie vertreten, gleichzeitig ideologisch dominant, produktiv nutzlos und daher dermassen dumm sind, dass sie bisweilen die Tatsache nicht sehen, dass die produktive Arbeit die Grundlage dieser Welt ist, die sie durch ihre Verurteilung indirekt feiern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man muss ein gewisses Verh&#228;ltnis zur Existenz haben, um zu behaupten, die Angst bremse, als ob sie eine Entscheidung w&#228;re. Man d&#252;rfte die mehr oder weniger heftigen und &#8222;t&#252;ckischen&#8220; Windungen der Klassenzugeh&#246;rigkeit nie erlebt haben, um darin nur eine Frage der ideologischen Manipulation zu sehen. Zu guter Letzt muss man ein sorgenfreies Leben f&#252;hren k&#246;nnen, in welchem die Emp&#246;rung als sozialer Kampf durchgehen will, um zu glauben, dass die Angst einem am Denken hindert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Kommen wir zur &#228;usseren Daseinsberechtigung der Verschw&#246;rungsideologie&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Gesellschaft wird in eine Summe von diskreten, getrennten und unabh&#228;ngigen Elementen zerlegt: Arbeit, Bildung, Gesundheit, Lohnarbeit, Konsum, Freizeit, Privatleben, Familie, Liebesbeziehungen, usw., &lt;i&gt;so wie sie gegenw&#228;rtig sind&lt;/i&gt;. Man muss danach davon ausgehen, dass diese Elemente und Funktionen, &lt;i&gt;so wie sie derzeit sind&lt;/i&gt;, nicht so organisiert seien, wie sie sollten, aufgrund der T&#228;tigkeit, den Praktiken, den Absichten, der Manipulation, der Werbung und den b&#246;swilligen Interessen einer gewissen Anzahl Individuen, die eine Kaste bilden, wozu die Banken, die grossen Chefs, die Medien, die pharmazeutischen Labore, die Regierungen, nicht als Staat, sondern als organisierte Bande, geh&#246;ren. In einem Wort: die Eliten. Die spontan von diesen Elementen ausgehende Ordnung ist eine verdorbene Version der notwendigen Ordnung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verschw&#246;rungstheorien basieren auf einer ziemlich banalen Staatskonzeption, Grundlage der juristischen und demokratischen Ideologie, die jedoch unser t&#228;gliches Schicksal ist. Es gebe einerseits die &lt;i&gt;Staatsmacht&lt;/i&gt;, andererseits den &lt;i&gt;Staatsapparat&lt;/i&gt; oder die &#8222;Staatsmaschinerie&#8220;, wie es Marx formuliert. Das Problem liegt in der Tatsache, dass der Staatsapparat, der in seinen Organen, ihrer Aufspaltung, ihrer Organisation und ihrer Hierarchie, die Staatsmacht einer Klasse (und einer einzigen) materialisiert, zugleich die Organisation der herrschenden Klasse (als &lt;i&gt;Staatsmacht&lt;/i&gt; in der Hand der momentan hegemonialen Fraktion der herrschenden Klasse f&#252;r die Gesamtheit dieser Klasse) und &lt;i&gt;die Organisation der ganzen Gesellschaft unter der Herrschaft dieser Klasse&lt;/i&gt; ist. Doch, obwohl der Staat der kapitalistischen Produktionsweise einerseits komplett die Fusion dieser beiden Funktionen verwirklicht&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diesbez&#252;glich unterscheidet er sich vom feudalen Staat oder dem &#8222;Ancien R&#233;gime&#8220;.&#034; id=&#034;nh3-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, wird er andererseits zur &#8222;nat&#252;rlichen&#8220; Notwendigkeit jeglicher gesellschaftlichen Reproduktion. W&#228;hrend ihre Aufteilung selbst und ihre grundlegende (wirkliche und ideologische) Trennung von den Produktionsverh&#228;ltnissen aus ihnen die Organe eines Staatsapparates machen, der notwendigerweise ein Apparat einer Klasse ist&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Marx, B&#252;rgerkrieg in Frankreich.&#034; id=&#034;nh3-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, erscheinen alle Organe des Staatsapparates (Armee, Polizei, Verwaltung, Gerichte, Parlament, B&#252;rokratie, Bildung, Sozialhilfe, Information, Parteien, Gewerkschaften usw.) nur noch als Instrumente, die dem Willen jener ausgesetzt sind, welche sie kontrollieren. Aus dieser doppelten Funktion des Staatsapparates (nicht zwei Funktionen, sondern eine doppelte Funktion) als Diktatur einer Klasse und Reproduktion der gesamten Gesellschaft entstehen gleichzeitig ihre Fusion und die Neutralit&#228;t der Organe. F&#252;r den Verschw&#246;rungstheoretiker als Echo des spontanen Denkens sind diese Organe neutral und nicht, in ihrer Existenz und ihrer Form selbst, die Organe einer Klassendiktatur. Folglich sind sie, wenn sie nicht so funktionieren &#8222;wie sie sollten&#8220;, als &#8222;&#246;ffentlicher Dienst&#8220;, als &#8222;Gemeingut&#8220;, von einer Clique, einer Kaste unterschlagen, verf&#228;lscht und pervertiert. &lt;i&gt;Der Verschw&#246;rungstheoretiker ist der ideale B&#252;rger&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Beruhend auf dieser &#8222;nat&#252;rlichen&#8220; Konzeption des Staates sind die Verschw&#246;rungstheorien nicht die &#8222;Psychopathologie einiger Verirrter&#8220;, sie sind das &#8222;notwendige Symptom der politischen Enteignung&#8220; und der &#8222;Konfiszierung der &#246;ffentlichen Debatte&#8220;. Sie sind die Antwort auf die &#8222;Monopolisierung der legitimen Meinungs&#228;usserung&#8220; durch die von den &#8222;Experten&#8220; unterst&#252;tzten &#8222;Repr&#228;sentanten&#8220;, jegliche Kritik wird zu einer geistigen St&#246;rung, die unmittelbar als &#8222;verschw&#246;rungstheoretisch&#8220; disqualifiziert wird. Tats&#228;chlich sind die Verschw&#246;rungstheorien zum neuen Indiz f&#252;r Idiotie geworden, weil sie der neue Gemeinplatz der journalistischen Dummheit und etlicher Philosophen und Soziologen sind, die sich trotzdem davor h&#252;ten, einen Pr&#228;sidenten der Republik unter Beschuss zu nehmen, der behauptete, die Gelbwesten seien das Resultat eines Man&#246;vers Moskaus&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Le Point, Februar 2019.&#034; id=&#034;nh3-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Der regelm&#228;ssig das Thema in &lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt; erw&#228;hnende Lordon fasst die Sache zusammen: &#8222;Aber noch mehr als die Enteignung k&#246;nnten die Verschw&#246;rungstheorien, welche die Eliten einer unbelehrbaren Minderheit zuschreiben, das widerspr&#252;chliche Zeichen sein, dass das Volk in Wirklichkeit m&#252;ndig wird, denn es hat es satt, unterw&#252;rfig den Beh&#246;rden zuzuh&#246;ren, und macht sich daran, sich die Welt ohne sie vorzustellen.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Le Monde diplomatique, Juni 2015.&#034; id=&#034;nh3-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verschw&#246;rungstheorien seien kein System von Antworten mit seinen eigenen gesellschaftlichen Determinierungen, sondern eine einfache, negativ gerechtfertigte Reaktion. Das kann nicht reichen, das Wesen der &#8222;Reaktion&#8220; muss positiv erfasst werden als &lt;i&gt;ein System von Antworten, das dessen ad&#228;quat ist, was es verursacht&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verschw&#246;rungstheorien erscheinen also als Protest gegen die herrschende Klasse, schon fast als Kampf der Klasse. &lt;i&gt;Doch dem ist nicht so&lt;/i&gt;. Genau wie der Antisemitismus der Sozialismus des dummen Kerls war, sind die Verschw&#246;rungstheorien der Klassenkampf der Experten f&#252;r Gutachten, die nicht einfach irgendwo stehen, weder in der Gesellschaft, noch im politisch-ideologischen Spektrum.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die &#8222;verschw&#246;rungstheoretische Antwort&#8220; will genau die gleiche Welt, den gleichen Staat, aber der &#8222;Kaste&#8220; entledigt: sie &#8222;stellt sich die Welt ohne sie vor&#8220;. Es geht schlichtweg darum, an allen Elementen dieser Gesellschaft festzuhalten, indem man sie den Praktiken dieser sie pervertierenden und korrumpierenden &#8222;boshaften&#8220; und &#8222;manipulierenden&#8220; Individuen entzieht. Eine wahre Lohnarbeit, eine wahre Bildung, eine wahre Gesundheitspolitik, eine wahre Demokratie, eine wahre Information, eine wahre Landwirtschaft, ein wahrer Konsum, eine wahre Wirtschaft, ein wahrer Staat.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verschw&#246;rungstheorien kritisieren alles, dabei streben sie danach, dass das Bestehende &#8222;wahr&#8220; wird. Doch indem sie ihr Objekt als &#8222;dunkle Seite&#8220; und d&#228;monische Unterschlagung konzipiert, macht diese Kritik aus diesem Objekt einen einfachen &lt;i&gt;Unfall&lt;/i&gt; ebendieser Welt. Sie best&#228;tigt dadurch, dass sie nur nach der Fortsetzung der Welt, so wie sie ist, strebt. All das, was existiert, k&#246;nnte so sch&#246;n sein, wenn es nicht manipuliert und unterschlagen w&#228;re. Die herrschende Klasse, ihre Reproduktion, ihre Praktiken, die Verfolgung ihrer Interessen, die ideologische Produktion sind nicht mehr das nat&#252;rliche Produkt aller gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse, an welchen der Verschw&#246;rungstheoretiker festhalten will, sondern einer Bande von Ganoven, die versuchen, uns f&#252;r dumm zu verkaufen. Der Verschw&#246;rungstheoretiker ist ein Neunmalkluger und man kann ihm nichts vormachen, er ist Experte f&#252;r alles. Es ist bemerkenswert (es gab einige Studien dazu), dass die Verschw&#246;rungstheorien allen voran eine diplomierte Mittelklasse tangieren, jene, welche ihren &#8222;kritischen Geist&#8220; liebt, damit prahlt und dieses F&#228;hnchen stets hochh&#228;lt. F&#252;r jene, welche t&#228;glich alle Erniedrigungen und das Elend der kapitalistischen Gesellschaftsverh&#228;ltnisse erleben, sind &#8222;Verschw&#246;rungen&#8220;, die zum Ziel haben, uns zu knechten und zu kontrollieren, ziemlich sinnlos. &lt;i&gt;Man muss diese Welt lieben, um nicht zu wollen, dass sie uns bel&#252;gt&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Auf welche Allgemeinheit sich die Verschw&#246;rungstheorien beziehen&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Vorangehende ist eine kleine Analyse des verschw&#246;rungstheoretischen Diskurses als kritisches System, der von einem sich als vernachl&#228;ssigt betrachtenden Teil der dominanten Kategorien der Bev&#246;lkerung bez&#252;glich der Staatsverwaltung und allgemeiner der uns umgebenden Welt kommt. Nachdem das einmal gemacht ist, muss man &#252;brigens anerkennen, dass etliche Themen und Eigenschaften des verschw&#246;rungstheoretischen Diskurses auf mehr oder weniger zerstreute Art und Weise weit &#252;ber diese dominanten Kategorien hinaus eingesetzt werden. Die Frage ist also auch, welchen Status diese nicht systematisierte Kritik erlangt, wenn sie von einer bedeutenden Randgruppe der proletarischen Klassen getragen wird. Woher kommt dieser Wille, den kapitalistischen Staat &#8222;retten&#8220; zu wollen und ist er gleichartig wie jener, welcher zuvor beschrieben worden ist? Doch um diese Frage richtig zu stellen, muss sie auch diese isoliert herausgenommenen Themen enthalten, insofern als dass sie einen anderen Sinn haben als jener, welcher das System der Verschw&#246;rungstheorien ihnen eben genau aufgrund der diesem System eigenen Abriegelung gibt und die letztendlich aus dem Verschw&#246;rungstheoretiker den idealen B&#252;rger als Verteidiger des demokratischen Staates und des freien Arbeiters macht.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Wir werden keine Antwort liefern, nur einige Indizien, gewisse davon sind schon in diesen Anmerkungen enthalten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es gibt in den Verschw&#246;rungstheorien Bausteine, die an den radikalen Demokratismus erinnern: die Gemeinschaft der B&#252;rger im Staat als konkrete und partizipative Form ihrer Gemeinschaft isolierter Individuen. Aber die Situation hat sich seit dem Beginn der 1990er und dem Beginn der 2000er Jahre ver&#228;ndert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Im aus der Restrukturierung der 1970er/1980er Jahre hervorgegangenen Kapitalismus war die Reproduktion der Arbeitskraft der Gegenstand einer &lt;i&gt;doppelten Entkoppelung&lt;/i&gt;. Einerseits Entkoppelung zwischen der Kapitalverwertung und der Reproduktion der Arbeitskraft, einerseits Entkoppelung zwischen dem Konsum und dem Lohn als Einkommen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Der Bruch einer notwendigen Beziehung zwischen Kapitalverwertung und Reproduktion der Arbeitskraft zersplittert die in ihrer nationalen oder gar regionalen Abgrenzung koh&#228;renten Bereiche der Reproduktion. Es geht darum, &lt;i&gt;einerseits die Reproduktion und die Zirkulation des Kapitals und andererseits die Reproduktion und die Zirkulation der Arbeitskraft voneinander zu trennen&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Als Zusammenfallen einer &#220;berakkumulations- und einer Unterkonsumptionskrise war die Krise von 2008 eine &lt;i&gt;Krise des Lohnverh&#228;ltnisses&lt;/i&gt;, die zu einer Krise der Lohngesellschaft geworden ist, indem sie alle lohnabh&#228;ngigen Schichten und Klassen in Anschlag gebracht hat. Mit der Lohngesellschaft geht es &#252;berall um &lt;i&gt;Politik&lt;/i&gt; und &lt;i&gt;Distribution&lt;/i&gt;. Der Lohn, als &lt;i&gt;Preis der Arbeit&lt;/i&gt; (Fetischform), beruft sich auf die Ungerechtigkeit der &lt;i&gt;Distribution&lt;/i&gt;, das ist normal. Die Ungerechtigkeit der Distribution hat einen Verantwortlichen, der &#8222;seine Mission nicht erf&#252;llt hat&#8220;: &lt;i&gt;den Staat&lt;/i&gt;. Der Streitgegenstand ist somit gesetzt, es ist jener der &lt;i&gt;Legitimit&#228;t des Staates&lt;/i&gt; gegen&#252;ber &lt;i&gt;seiner Gesellschaft&lt;/i&gt;. Das Proletariat ist an all dem beteiligt, seine eigene Strukturierung als Klasse bringt es an Bord.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;In der Krise der Lohngesellschaft benennen die K&#228;mpfe rund um die Distribution den Staat als Verantwortlichen der Ungerechtigkeit. Dieser Staat ist &lt;i&gt;der entnationalisierte Staat&lt;/i&gt;, von der Globalisierung durchdrungen und ihr Agens. Im Gegensatz zur &#8222;Entnationalisierung&#8220; war die keynesianische Politik eine Illustration &#8222;des integrierten Nationalen&#8220;: die Kombination nationaler &#214;konomie, nationalen Konsums, nationaler Bildung und Erziehung nationaler Arbeitskraft und Kontrolle &#252;ber das Geld und den Kredit. W&#228;hrend der &#8222;fordistischen Periode&#8220; war der Staat zudem zum &#8222;Schl&#252;ssel des Wohlstands&#8220; geworden, es ist diese Staatsb&#252;rgerschaft, welche sich w&#228;hrend der Restrukturierung der 1970er und 1980er Jahre auf und davon gemacht hat. Obwohl die Staatsb&#252;rgerschaft eine Abstraktion ist, bezieht sie sich auf durchaus konkrete Inhalte: Vollbesch&#228;ftigung, Kernfamilie, Ordnung-N&#228;he-Sicherheit, Heterosexualit&#228;t, Arbeit, Nation. Rund um diese Themen rekonstruieren sich ideologisch die Klassenkonflikte und die Delegitimierung aller offizieller Diskurse in der Krise der Lohngesellschaft. Die Staatsb&#252;rgerschaft wird also zur Ideologie, unter welcher der Klassenkampf gef&#252;hrt wird. Es gibt eine offensichtliche Verbindung zwischen dem Erfolg der Verschw&#246;rungstheorien und beispielsweise eines grossen Teils der Ausdr&#252;cke der Gelbwesten. Man findet, neben den &#196;hnlichkeiten der Formen in den Diskursen, einen Verweis auf die Inkompetenz des Staates, die Kritik der Globalisierung und des entnationalisierten Staates wieder.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Auf den ersten Blick sind diese Delegitimierung und diese staatsb&#252;rgerliche Ideologie (denn der Verschw&#246;rungstheoretiker ist der Archetyp des guten B&#252;rgers) kritisch, aber nur insofern, als dass sie die Sprache der Forderung im von der Logik der Distribution und der staatlichen Notwendigkeit vorgehaltenen Spiegel sind. Die unter dieser Ideologie operierenden Praktiken sind wirkm&#228;chtig, weil sie den Individuen ein plausibles Bild und eine glaubw&#252;rdige Erkl&#228;rung dessen widerspiegeln, was sie sind und was sie erleben, sie sind konstitutiv f&#252;r die Wirklichkeit ihres Alltagslebens. Diese ideologische Rekonstruktion der Klassenkonflikte wird zum Volk angesichts der Eliten, welche das legitime Wort monopolisieren (was immer der Fall war), aber &lt;i&gt;ein Wort, das sinnlos geworden ist&lt;/i&gt;. Der Konflikt verwandelt sich in einen kulturellen Konflikt, der im Namen von Werten gef&#252;hrt wird: die K&#252;nstlichkeit und die L&#252;ge gegen die Authentizit&#228;t und die Wahrheit (jene, welche man uns versteckt, wie es ironisch schon von Dutronc und d&#252;mmlich heutzutage von Keny Arkana gesungen wurde).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was in den Verschw&#246;rungstheorien auf total perverse Weise als &#8222;Konflikt&#8220; zum Tragen kommt, ist das Verh&#228;ltnis des Staates, all seiner ideologischen Apparate, der herrschenden Klasse in ihrer Gesamtheit zu ihrer Gesellschaft. In der Krise der Staaten und all ihrer Apparate gegen&#252;ber ihrer Gesellschaft verleiht die Diskreditierung, welche dieses Verh&#228;ltnis erfahren hat, den verschw&#246;rungstheoretischen Anprangerungen einen allgemeinen Charakter. Auf total perverse Weise, weil die Funktionsweise der Verschw&#246;rungstheorien selbst voraussetzt, an dieser Gesellschaft, so wie sie ist, festhalten zu wollen. Dies insofern, als dass die herrschende Klasse nur eine parasit&#228;re Elite sei, die sich durch die L&#252;ge behauptet, und nicht, als herrschende Klasse, die Notwendigkeit dieser Gesellschaft selbst und all ihrer Verh&#228;ltnisse.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Tatsache, dass sich die wesentlichen Firmen von Wall Street an die Regulierungsbeh&#246;rde der Kapitalm&#228;rkte in den USA wenden, um die &#196;nderung eines Gesetzes zu erreichen oder irgendeinen Vorteil zu erhalten, ist nicht eine &#8222;Verschw&#246;rung&#8220;, auch wenn die Handlung abgestimmt und verborgen ist. Die Tatsache, dass sich die allgemeinen wirtschaftlichen Vertreter der amerikanischen (und globalen) kapitalistischen Klasse an die allgemeinen Vertreter des Gesetzes der gleichen Klasse wenden, ist nicht eine &#8222;Verschw&#246;rung&#8220;, es ist der Staat. Oder aber man stellt sich vor, dass der Staat &#8222;etwas anderes&#8220; ist oder sein sollte. Anstelle der kapitalistischen Gesellschaftsverh&#228;ltnisse (an denen man festhalten will) gebe es nur eine kleine Anzahl zynischer Menschen, die ihre Herrschaft &#252;ber das &#8222;Volk&#8220; und die Ausbeutung desselben durch eine von ihnen zur Knechtung der Geister ausgedachte verf&#228;lschte Repr&#228;sentation der Welt festigen. Die Verschw&#246;rungstheorien brauchen diese grob vereinfachende Konzeption der Ideologie, der Produktionsweise und des Staates, damit sie sein k&#246;nnen, was sie sind: die Verherrlichung und die Aufrechterhaltung der aktuellen Existenzbedingungen. Leider, oder zum Gl&#252;ck, ist die Ideologie als allt&#228;gliche Praxis etwas anderes: Es ist die Praxis von Subjekten, die als solche glauben k&#246;nnen, get&#228;uscht zu werden, und get&#228;uscht werden k&#246;nnen (was f&#252;r ein Subjekt eine Selbstverst&#228;ndlichkeit ist). Die Produktionsweise ist etwas anderes als das Streben nach &#8222;so viel Kohle wie m&#246;glich&#8220;. Der Staat ist durch seine Apparate etwas anderes als eine &#8222;Clique&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Verschw&#246;rungstheorien sind ein ganzheitlicher Ansatz der Gesellschaft. Als Antwort auf die Frage der Allgemeinheit einiger seiner Eigenschaften pr&#228;sentieren die vorangehenden Entwicklungen einige Indizien, F&#228;hrten und Elemente zum Verst&#228;ndnis, die nur zum Ziel haben, die Frage &#8222;richtig&#8220; zu stellen, ohne bis jetzt eine systematische Antwort formulieren zu k&#246;nnen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;strong&gt;Schlussfolgerung (provisorisch)&lt;/strong&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Man&#246;ver, Intrigen und krummen Gesch&#228;fte existieren, doch sie erkl&#228;ren nichts, sie ben&#246;tigen selbst Erkl&#228;rungen als interstitielle historische Ereignisse. In der Geschichte verstehen sich die Verschw&#246;rungstheorien schlecht mit der &#8222;langen Dauer&#8220;. Davos ist eine entscheidende Arena der Globalisierung, doch es ist die Globalisierung, die Davos gemacht hat und nicht umgekehrt. Wenn &#8222;die Welt&#8220;, entgegen dem, was Marx und Engels uns in den ersten Seiten von &lt;i&gt;Die deutsche Ideologie&lt;/i&gt; sagen, kein &#8222;offenes Buch&#8220; ist, dann ist es so, weil es f&#252;r ihr Verst&#228;ndnis notwendig ist, Konzepte auszuarbeiten, nicht weil sie eine Korporation, eine Kaste von Dirigenten und Illuminati verbirgt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Tarona &#8211; R.S.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Januar 2021&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net/&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;http://dndf.org/?p=19292&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb3-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Als Anekdote &#252;ber diese Betrachtungen zur Bev&#246;lkerung, w&#228;hrend diesen Ferien von Allerheiligen 2020 haben zwei bedeutende Ereignisse &#8211; der zweite Lockdown und die Ermordung von Samuel Paty &#8211; zwei grundlegende Akteure in dieser Reproduktion der Kategorien der Bev&#246;lkerung unter den Eltern in Szene gesetzt: Jene, welche sich dar&#252;ber emp&#246;ren, dass man ihre Nachkommenschaft durch das Tragen einer Maske in der Schule ab 6 Jahren knechten und entmenschlichen will, sie drohen damit, ihre Kinder nicht mehr in die Schule zu schicken; andere, f&#252;r welche die Priorit&#228;t war, aus Verzweiflung die Konformit&#228;t ihrer Nachkommenschaft mit der republikanischen Schule zu verteidigen, indem sie ihren Kindern &#8211; sagen wir, aus einer Einwandererfamilie &#8211; mit Dringlichkeit das Verbot vermitteln, am Schulbeginn &#252;ber die Ermordung des Lehrers unter dem Risiko eines Ausschlusses und der institutionellen und finanziellen Bestrafung der betroffenen Familien zu sprechen, auf sie zu reagieren oder sie zu erw&#228;hnen.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diesbez&#252;glich unterscheidet er sich vom feudalen Staat oder dem &#8222;Ancien R&#233;gime&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Marx, &lt;i&gt;B&#252;rgerkrieg in Frankreich&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe &lt;i&gt;Le Point&lt;/i&gt;, Februar 2019.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb3-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh3-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 3-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;&lt;i&gt;Le Monde diplomatique&lt;/i&gt;, Juni 2015.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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		<title>Roland Simon - Zu Charlie: der B&#252;rger, der Andere und der Staat</title>
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&lt;p&gt;Es gab Reiser und seinen Prolo, Baguette unter dem Arm, Baskenm&#252;tze auf dem Kopf und Kippe im Mundwinkel, der ganz traurig ist, weil er von Georges Marchais erf&#228;hrt, dass er nie Diktator sein wird; einmal mehr Reiser mit seinem Vietnamesen auf seinem Fahrrad, der sagt &#8222;Am Sonntag die Waffenruhe, am Montag in die Fabrik&#8220;; es gab auch den &#8222;tragischen Ball&#8220; und &#8222;Georges der Killer&#8220;. F&#252;r Leute wie mich, von meiner Generation, sticht es etwas im Herz, wenn man vom Massaker der Zeichner von (...)&lt;/p&gt;


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 <content:encoded>&lt;img src='http://www.kommunisierung.net/IMG/logo/10000201000000f00000012cea13942328bae177-57a05.png?1689506850' class='spip_logo spip_logo_right' width='120' height='150' alt=&#034;&#034; /&gt;
		&lt;div class='rss_texte'&gt;&lt;p&gt;Es gab Reiser und seinen Prolo, Baguette unter dem Arm, Baskenm&#252;tze auf dem Kopf und Kippe im Mundwinkel, der ganz traurig ist, weil er von Georges Marchais erf&#228;hrt, dass er nie Diktator sein wird; einmal mehr Reiser mit seinem Vietnamesen auf seinem Fahrrad, der sagt &#8222;Am Sonntag die Waffenruhe, am Montag in die Fabrik&#8220;; es gab auch den &#8222;tragischen Ball&#8220; und &#8222;Georges der Killer&#8220;. F&#252;r Leute wie mich, von meiner Generation, sticht es etwas im Herz, wenn man vom Massaker der Zeichner von &lt;i&gt;Charlie Hebdo&lt;/i&gt; erf&#228;hrt, nat&#252;rlich war &lt;i&gt;Charlie&lt;/i&gt; schon lange nicht mehr so, doch sie waren immerhin die Zeichner von &lt;i&gt;L'Enrag&#233;&lt;/i&gt; 1968&#8230;&lt;/p&gt;
&lt;div class='spip_document_146 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_left spip_document_left'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L225xH282/10000201000000f00000012cea13942328bae177-03686.png?1689597943' width='225' height='282' alt='' /&gt;
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&lt;/div&gt;&lt;div class='spip_document_147 spip_document spip_documents spip_document_image spip_documents_left spip_document_left'&gt;
&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L210xH283/10000201000000df0000012cb31b2e42828560cc-fd159.png?1689597943' width='210' height='283' alt='' /&gt;
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&lt;figure class=&#034;spip_doc_inner&#034;&gt; &lt;img src='http://www.kommunisierung.net/local/cache-vignettes/L230xH284/10000201000000f40000012ca0a119feec34f2be-06f8b.png?1689597943' width='230' height='284' alt='' /&gt;
&lt;/figure&gt;
&lt;/div&gt;
&lt;p&gt;Es sind nicht vier Millionen &#8222;n&#252;tzliche Idioten&#8220;, welche in Frankreich am Sonntag 11. Januar auf die Strasse gegangen sind. Sie forderten keine &#8222;innere Milit&#228;roperation&#8220;, welche 10000 Soldaten auf dem ganzen &#8222;nationalen Territorium&#8220; mobilisiert (Regierungserkl&#228;rung vom Montag den 12.). Vom Nachmittag und Abend des Mittwochs den 7. (der Tag des Gemetzels in der Redaktion von &lt;i&gt;Charlie&lt;/i&gt;) an waren die ersten Kundgebungen und die ersten &lt;i&gt;B&#252;rger&lt;/i&gt;demonstrationen f&#252;r die &#8222;Werte der Republik&#8220; und der &#8222;Meinungs&#228;usserungsfreiheit&#8220;, gegen die &#8222;Barbarei&#8220; &lt;i&gt;spontan&lt;/i&gt; organisiert, und die Parole &#8222;Ich bin Charlie&#8220; kam dort auf. Die &#8222;Ermahnung des Staates&#8220; und die Ingangsetzung der darauf folgenden erdr&#252;ckenden Propagandamaschine war nicht n&#246;tig. &lt;i&gt;Der Staat ist auf den fahrenden Zug aufgesprungen&lt;/i&gt;, nicht ohne einige Ungeschicklichkeiten am Anfang, wie jene der Organisation der Demonstrationen unter der &#196;gide eines Kartells der politischen Organisationen. Am 11. Januar war das politische Personal eher diskret in Anbetracht eines teilweisen Danaergeschenks f&#252;r das aktuelle Wesen des Staates, den man nicht mehr einfach als national bezeichnen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Nat&#252;rlich werden sie davon profitieren, um jegliche Form der Opposition und der Revolte zu kriminalisieren, die Kontrollen und die Repression zu verst&#228;rken und zu legitimieren, gest&#228;rkt sein in den externen Kriegen, die nun intern zu &#8222;gerechten&#8220; Kriegen geworden sind. Doch die grossen Tiraden auf dem Podium &#252;ber &#8222;die nationale Einheit&#8220; und Jaur&#232;s oder die (nicht so einfache) &#8222;inter-nationale Einheit&#8220; des Westens gegen&#252;ber der &#8222;postkolonialen&#8220; Welt sind nicht nur von der radikalen Rhetorik abgesehen absolut unangemessen und beschr&#228;nken sich auf eine Abfolge von langweiligen und anklagenden Aussagen, die nichts analysieren, weil es nicht ihr Ziel ist, sondern sie reduzieren auch die Analyse auf einige ewige Kanons der revolution&#228;ren Norm. Die enorme Mobilisierung am Sonntag 11. Januar auf eine Aff&#228;re der Manipulation, der Propaganda, der Einreihung zu reduzieren ist etwas einfach und vielleicht sogar tr&#246;stend. Wenn es auch noch so gewesen w&#228;re, m&#252;sste man noch erkl&#228;ren, wieso es funktioniert hat. Es ist nicht so einfach und vielleicht noch schlimmer. Diese pl&#246;tzliche Mobilisierung am Sonntag 11. Januar 2015 war &#228;usserst aktuell&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r eine vollst&#228;ndigere Analyse dieser aktuellen Situation, in wessen (...)&#034; id=&#034;nh4-1&#034;&gt;1&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Das Ereignis ist nicht pl&#246;tzlich eingetreten wie ein Donner in einem klaren Himmel. In allen europ&#228;ischen L&#228;ndern, sei es verbunden mit linken Thematiken (Front de Gauche, Podemos, Syriza...) oder rechten (die Aufz&#228;hlung k&#246;nnen wir uns sparen), ist die nationale &lt;i&gt;Staatsb&#252;rgerschaft&lt;/i&gt; zu jener Ideologie geworden, welche als Antwort auf die Krise fungiert, eine Krise, welche auf die &#8222;Ungerechtigkeit der Verteilung der Reicht&#252;mer&#8220; reduziert wird. Diese &#8222;nationale Staatsb&#252;rgerschaft&#8220; bildet die Grundlage f&#252;r einen Diskurs, welcher die Legitimit&#228;t des zu einem &lt;i&gt;entnationalisierten&lt;/i&gt; Apparat gewordenen Staates in Frage stellt und ihn f&#252;r die Ungerechtigkeit verantwortlich macht. Wenn die Demonstranten bei der Durchfahrt der Busse der CRS applaudieren, erweisen sie der ertr&#228;umten Ordnung des sch&#252;tzenden Staates &#8222;vor der liberalen Globalisierung&#8220; die Ehre und glauben, sie wiedergefunden zu haben. Dies, &lt;i&gt;augenblicklich&lt;/i&gt;, unabh&#228;ngig von der Vielf&#228;ltigkeit der wirklichen oder vermeintlichen Unsicherheiten, Gefahren, welche ihr Leben bedrohen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es sind diese Gefahren, diese Unsicherheiten, welche sich, von der Republik bis zur Nation, fl&#252;chtig im Mythos der Staatsb&#252;rgerschaft als Schutz kristallisiert haben. Jene, welche ein wahrer Nationalstaat und eine nicht nur identit&#228;re, sondern identit&#228;re da sch&#252;tzende nationale Staatsb&#252;rgerschaft bietet, jene, welche sich seit den 1970er Jahren aus dem Staub gemacht hat. Doch die nationale Staatsb&#252;rgerschaft ist nicht unschuldig, weder in ihrer Geburt, noch in ihren Auswirkungen. Sie wird angesichts &#8222;des Anderen&#8220; konstruiert, welcher sie bedroht und sie impliziert die Beseitigung der Bedrohung. Heute der Islamismus, morgen oder gleichzeitig der Klassen- oder Frauenkampf. Vier Millionen versammeln sich und das frappierende daran ist die Leere des Diskurses: Es gibt nichts zu sagen, nichts zu tun, ausser zu sagen, &#8222;Ich bin Republikaner&#8220;, nichts zu verstehen, ausser, &#8222;was eine Nation ist&#8220;, nichts anderes als eine immense Repr&#228;sentation der von anonymen schwarzen Raben bedrohten Republik spazieren zu f&#252;hren, schwarze Raben, welche jeder m&#252;helos erkennen kann.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Nation wird nur zu einem Thema der Mobilisierung und des Kampfes, wenn sie als bedroht konstruiert wird, und die Bedrohungen k&#246;nnen dann nur in jenen Begriffen formuliert werden, welche die Nation vorgibt, jene der Werte und ihrer Authentizit&#228;t. Der B&#252;rger ist eine Abstraktion bez&#252;glich seines Verh&#228;ltnisses zum konkreten Individuum, welches durch die Produktions-, Klassen- und Genderverh&#228;ltnisse definiert wird, doch es ist nicht eine Abstraktion ohne Bestimmungen. Die Gleichheit und Gleichwertigkeit der B&#252;rger untereinander, welche ihre Abstraktion ausmachen, setzt ein Teilen gemeinsamer historischen und kulturellen Eigenschaften voraus. Es gibt keine Staatsb&#252;rgerschaft ohne Identit&#228;t, ohne die M&#246;glichkeit, &#8222;wir&#8220; und &#8222;sie&#8220; sagen zu k&#246;nnen. &#8222;Wir&#8220; uns &#8222;sie&#8220; zu sagen ist nicht das Privileg des Front National, der Schweinefleischesser und Rotweintrinker. Das kann mit dem laizistischen L&#228;cheln der &#8222;Meinungs&#228;usserungsfreiheit&#8220; und der Verteidigung des &#8222;Frauenrechts&#8220; gesagt werden. Doch es wird immer in der Sprache des Staates gesagt. &#8222;Die Fragen der Einwanderung und des Islams sind klar gestellt, wir k&#246;nnen nicht so weitermachen mit der Einwanderung, welche, wenn sie nicht mit dem Terrorismus verbunden ist, die Dinge erschwert, indem sie Integrationsprobleme und Kommunitarismus erzeugt.&#8220; (Sarkozy) Vom wohlmeinenden laizistischen L&#228;cheln zur Aussage Sarkozys ist der Weg nicht weit.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Ein guter, ein wahrer B&#252;rger muss umso diskreter sein, als dass seine Universalit&#228;t suspekt ist. &#8222;Ziehen Sie diesen Schleier aus&#8220; sagt der linke B&#252;rger, welcher f&#252;r die Emanzipation der Frauen k&#228;mpft, womit er aus der Herrschaft &#252;ber die Frauen das Privileg einiger archaischer Kulturen und eine bei uns aussterbende Sache macht. Denn dieser B&#252;rger ist &lt;i&gt;einheimisch&lt;/i&gt;. Und weil er &lt;i&gt;einheimisch&lt;/i&gt; ist, ist er &lt;i&gt;universell&lt;/i&gt;. Die Juden in der Demonstration ihrerseits haben Recht, sich zu fragen: &#8222;H&#228;tte es nur die Geiselnahme im koscheren Supermarkt am Freitag gegeben, und kein Attentat gegen &lt;i&gt;Charlie Hebdo&lt;/i&gt; am Mittwoch, h&#228;tte man die gleiche republikanische Aufwallung beobachten k&#246;nnen?&#8220; Selbstverst&#228;ndlich nicht (siehe Toulouse): Die nationale Staatsb&#252;rgerschaft, das Universelle, ist nicht bedroht, wenn ein Partikularer einen anderen Partikularen angreift, auch wenn nicht alle Partikularen identisch unter dem Universellen subsumiert sind.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Es kommt vor, dass ein Partikularer aus historischen Gr&#252;nden in der langen Zeitlichkeit und/oder wegen aktuellen gesellschaftlichen oder politischen Umst&#228;nden eine Positivit&#228;t hat, durch welche er, w&#228;hrend er gleichzeitig als Partikularer designiert wird, zur gleichen universellen Sph&#228;re geh&#246;rt&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Siehe Hegel, Philosophische Prop&#228;deutik, Kapitel &#034;Begriffslehre&#034;, Abs&#228;tze (...)&#034; id=&#034;nh4-2&#034;&gt;2&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;: &#8222;Ohne die Juden w&#228;re Frankreich nicht Frankreich&#8220; (Manuel Valls). Hier existiert die Partikularit&#228;t weiterhin, sie ist nicht, wie es die Pflicht w&#228;re, im Universellen beseitigt, doch sie geh&#246;rt zu seiner Sph&#228;re; die Partikularit&#228;t ist eine Bestimmung des Universellen, obwohl sie nicht in ihm beseitigt wird. Das letzte Mal als ein Pr&#228;sident auf der Strasse demonstrierte war es Mitterand nach der Sch&#228;ndung des j&#252;dischen Friedhofes von Carpentras, es geschah nie nach einem Angriff auf eine Moschee oder den muslimischen Teil eines Friedhofes, auch nicht eines milit&#228;rischen Friedhofes. Aus diversen Gr&#252;nden, gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, kulturellen, geschichtlichen, sind nicht alle Partikularit&#228;ten gleichwertig und das Verh&#228;ltnis des Universellen zu ihnen reicht vom Einschluss (welcher sie nicht beseitigt) bis zum Misstrauen oder gar der Feindschaft. Zu gewissen Zeitpunkten werden Partikularit&#228;ten vom Universellen als sch&#228;dlich konstruiert, die Juden konnten das auf tragische Art und Weise erfahren.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was auch immer die gehaltenen Diskurse sein m&#246;gen, bedeutet die schlichte Existenz der Demonstrationen, wovon wir sprechen, und welche ihn dazu einladen, &#8222;sich in der Republik zu emanzipieren&#8220;, dass das gleiche &#252;berhaupt nicht f&#252;r unsere &#8222;muslimischen Mitb&#252;rger&#8220; (die Formel sagt alles) gilt. Das Partikulare wird nicht im gleichen Verh&#228;ltnis zum Universellen zum Ausdruck gebracht. Hier wird es auf negative Art und Weise zum Ausdruck gebracht, es bestimmt sich nur an sich und f&#252;r sich selbst, es geh&#246;rt zum Verschiedenen. Seien wir prosaischer, wenn sie sich auch nicht darauf beschr&#228;nken, sind die Demonstrationen am Donnerstag dem 8. und am Sonntag dem 11. ohne das in Frankreich durch die besorgte und feindliche Konstruktion des Islams (und der &#8222;Araber&#8220;) als schlicht und einfach fremdartig und ausl&#228;ndisch erzeugte Klima in ihrer Massivit&#228;t unbegreiflich&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;F&#252;r die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gr&#252;nde dieser (...)&#034; id=&#034;nh4-3&#034;&gt;3&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. &#8222;H&#246;ren wir auf mit dem Gutmenschentum&#8220;, sagen immer h&#228;ufiger die sehr republikanischen Geister, &#8222;diese Terroristen kommen sehr wohl aus eurer Gemeinschaft, macht ein bisschen Ordnung&#8220;. Nach den Angriffen am Mittwoch dem 7. und Freitag dem 9. haben sich die &#220;bergriffe gegen Araber und/oder Muslime gemehrt, doch betrachten wir eher die andere Seite der gleichen Medaille, die offene und humanistische Haltung (was uns die Einfachheit der humanistischen Verurteilung des Rassismus und &#8222;der Islamophobie&#8220; erspart).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die humanistische Anordnung, &#8222;den Anderen&#8220; zu akzeptieren, setzt die Existenz &#8222;des Anderen&#8220; voraus, seine Konstruktion als solcher und somit die Hierarchie gegen&#252;ber &#8222;dem Einen&#8220;, welcher die Macht hat, zu sagen, wer &#8222;der Andere&#8220; ist. Zwischen &#8222;Uns&#8220; und &#8222;den Anderen&#8220; steht eine Organisation der Gesellschaft, welche sich den Individuen aufzwingt und schon vor jedem von ihnen existiert. Jene, welche dazu aufgerufen werden, &#8222;den Anderen zu akzeptieren&#8220;, konstituieren die normale, legitime Gesellschaft. Der Ursprung der Einen und der Anderen ist die schlichte und nackte Macht. Der Eine ist jener, welcher die Macht hat, zu unterscheiden.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Die Unterscheidung ist die wirkliche, empirische, allt&#228;gliche Umsetzung des &lt;i&gt;Universalismus&lt;/i&gt; des B&#252;rgers. Sofern wir das Phantom eines &#8222;wahren Universalismus&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Der Kommunismus wird die Interaktion von einzigartigen Individuen sein, (...)&#034; id=&#034;nh4-4&#034;&gt;4&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; hinter uns lassen, kann der Westen berechtigterweise das Monopol der universellen Werte beanspruchen, falls n&#246;tig mit F16 und Rafalen. Der Universalismus ist eine ideologische Produktion, welche mit der kapitalistischen Produktionsweise, der Abstraktion der Arbeit, dem Wert und dem B&#252;rger verbunden ist. Diese Produktionsweise ist die einzige universelle mit universellen ideologischen Praktiken, unter der Bedingung, dass die Individuen den Kriterien der Unversalit&#228;t entsprechen, d.h. dass sie keine Frauen sind oder kommunitaristische, ethnische, rassische, famili&#228;re, religi&#246;se Verbindungen unterhalten, welche mit dem Nationalstaat konkurrieren. Ein Staat, d.h. ein Nationalstaat, da er ein kapitalistischer Staat ist, kennt keine intermedi&#228;ren Gemeinschaften, keine in seiner Mitte anerkannte vielf&#228;ltige Identit&#228;ten, und grenzt alles, was seinem Kriterium der universellen Homogenit&#228;t schadet oder damit interferiert, als Fremdk&#246;rper, partikulare, und somit sch&#228;dliche Gemeinschaften ab. Jegliche Vermittlung zwischen der Macht und dem Individuum hat aufgeh&#246;rt, zu existieren. Wir m&#252;ssen auf diesem Mittelweg des Nationalstaats in seiner politischen Struktur bestehen, ein Mittelweg, ohne welchen man die Erkl&#228;rung der Homogenisierung nur plump auf die Entwicklung des Werts und des Kapitals verweist, wovon ausgehend man alles und jedes in einer indifferenzierten Totalit&#228;t erkl&#228;ren kann. Insofern als dass nur der Staat das von seinen Bestimmungen abstrahierte Individuum repr&#228;sentieren soll, welches der B&#252;rger ist, das &#8222;emanzipierte Individuum&#8220;, ist die einzige Garantie seiner &#8222;Emanzipation&#8220; die Zugeh&#246;rigkeit zur vom Staat repr&#228;sentierten nationalen Identit&#228;t und die Integration in die selbe.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Was die Religion betrifft, ist sie eine &lt;i&gt;prim&#228;re&lt;/i&gt;, instabile und unvollendete Form des Universalismus des Staates, der Ideologie, unter welcher politische Praxis erfolgt. Prim&#228;r und instabil deshalb, weil in jenem Moment, wo die Religion sich als herrschende Ideologie konstituiert, indem sie die Ideologien in sich vereint, unter welchen sich die Praktiken der gesellschaftlichen Verh&#228;ltnisse und der Produktion entfalten, sie die Tatsache entbl&#246;sst und beansprucht, dass &lt;i&gt;die abstrakte Universalit&#228;t des Staates nicht im Staate selbst liegt&lt;/i&gt;, dass er nicht selbst &#8222;die ausgef&#252;hrte Religion&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Marx, Zur Judenfrage.&#034; id=&#034;nh4-5&#034;&gt;5&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; ist.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der vollendete politische Staat ist seinem Wesen nach das Gattungsleben des Menschen im Gegensatz zu seinem materiellen Leben. Alle Voraussetzungen dieses egoistischen Lebens bleiben au&#223;erhalb der Staatssph&#228;re in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft bestehen, aber als Eigenschaften der b&#252;rgerlichen Gesellschaft. Wo der politische Staat seine wahre Ausbildung erreicht hat, f&#252;hrt der Mensch nicht nur im Gedanken, im Bewu&#223;tsein, sondern in der Wirklichkeit, im Leben ein doppeltes, ein himmlisches und ein irdisches Leben, das Leben im politischen Gemeinwesen, worin er sich als Gemeinwesen gilt, und das Leben in der b&#252;rgerlichen Gesellschaft, worin er als Privatmensch t&#228;tig ist, die andern Menschen als Mittel betrachtet, sich selbst zum Mittel herabw&#252;rdigt und zum Spielball fremder M&#228;chte wird. Der politische Staat verh&#228;lt sich ebenso spiritualistisch zur b&#252;rgerlichen Gesellschaft wie der Himmel zur Erde. (&#8230;) Der demokratische Staat, der wirkliche Staat, bedarf nicht der Religion zu seiner politischen Vervollst&#228;ndigung. Er kann vielmehr von der Religion abstrahieren, weil in ihm &lt;i&gt;die menschliche Grundlage der Religion auf weltliche Weise ausgef&#252;hrt ist&lt;/i&gt;.&#8220;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Ebd.&#034; id=&#034;nh4-6&#034;&gt;6&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Das ganze hatte etwas Sakrales&#8220; (Nathalie Kosciusko-Morizet); &#8222;Das Volk Frankreichs ging zur Kommunion&#8220; (Rama Yade).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Vier Millionen Franzosen auf der Strasse und 97% in den Umfragen haben ihren Treueeid zum &#8222;wahren Staat&#8220; erneuert und &#8222;den Anderen&#8220; freundlich gebeten, das selbe zu tun, falls er es nicht schon getan hatte. Sie baten ihn mit Mitleid und Mitgef&#252;hl darum, sich zu emanzipieren. Historisch geh&#246;rt diese Emanzipation im Namen der Universalit&#228;t in Frankreich zum alten politischen Repertoire der Linken. Da die M&#228;rtyrer von &lt;i&gt;Charlie&lt;/i&gt; auch den Ruf hatten, links zu sein, war alles zum Besten in der sch&#246;nen neuen Welt der zu verteidigenden universellen Werte. Man musste die &#8222;Muslime Frankreichs&#8220; dazu auffordern, ihren Protest &#8222;gegen die Barbarei&#8220; lauthals zu beteuern, zu sagen, dass &#8222;das nicht der wahre Islam ist&#8220; und &#8222;zur Demonstration zu gehen&#8220;. Sie, M&#228;nner und &lt;i&gt;Frauen&lt;/i&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Scheinbar ist die &#8222;nette Araberin&#8220;, Medienfigur des vergangenen (...)&#034; id=&#034;nh4-7&#034;&gt;7&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;, sind nicht gekommen, doch der Imam in der Fernsehsendung, jener, den man eingeladen hat, stimmt zu, macht alles h&#246;flich wie es sich geh&#246;rt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Doch was ist mit der allt&#228;glichen Erniedrigung, den Absagen an Bewerbungsgespr&#228;chen, der urbanen Relegation, den argw&#246;hnischen Blicken in den Bars? Es ist weder der Islamische Staat oder Al Qaida, noch ihre fernen Urspr&#252;nge, welche die Koauchibr&#252;der und Amedy Coulibaly hervorgebracht haben, es ist die franz&#246;sische Gesellschaft. &#8222;Die T&#228;ter dieses abscheulichen Attentats sind in Wirklichkeit franz&#246;sische B&#252;rger, welche eine republikanische und laizistische Schule besucht haben, jene von Jules Ferry. Frankreich muss zeigen, dass es kein &#8222;Brutkasten&#8220; von Terroristen ist, es sind nicht die Muslime, die Christen, die Juden, die Morgenl&#228;nder, welche zeigen m&#252;ssen, dass sie anders sind.&#8220; (Leserbrief in &lt;i&gt;Le Monde&lt;/i&gt;); &#8222;Diese Jihadisten sind in unseren St&#228;dten aufgewachsen, haben das Scheitern in unseren Schulen gelernt, den Hass in unseren Gef&#228;ngnissen&#8220;, f&#252;gt ein anderer Leser hinzu. Schon seit langem f&#252;hren die Massenarbeitslosigkeit, die Segmentierung des Arbeitsmarktes bis hin zu seiner Rassialisierung, die polizeiliche Behandlung der Banlieues dazu, dass die herrschende Klasse weiss, dass es nichts zu verteilen gibt, nichts anzubieten, ausser vielleicht eine Betreuung durch &#8222;den republikanischen Islam Frankreichs&#8220; dieser &#8222;muslimischen franz&#246;sischen Jugend&#8220;, wie es ein ehemaliger Aussenminister formuliert. Es braucht einen Cohn-Bendit, um zu verk&#252;nden, dass &#8222;in die Banlieues investiert werden muss&#8220;, und &#8222;eine nationale Sportstiftung&#8220; vorzuschlagen, &#8222;welche Sportlehrer unterst&#252;tzen w&#252;rde&#8220;. Malek Boutih ist direkter: &#8222;Wenn ein Gefahrenpotenzial besteht, m&#252;ssen Territorien gereinigt werden&#8220;, er schl&#228;gt vor, dass gewisse Banlieuegemeinden &#8222;tempor&#228;r vom Staat entm&#252;ndigt werden&#8220;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Insofern als dass heute, wie es Gilles Kepel formuliert, &#8222;ein jihadistischer Anziehungspunkt existiert, welcher dem republikanischen Pakt feindlich gesinnt ist&#8220; und dieser genau weiss, wo er zuschlagen muss, damit es weh tut, braucht man nicht im Geringsten in die Sahelzone, in den Jemen oder in den Irak zu gehen, um zu verstehen, woher er kommt. Diese &#8222;Gottesverr&#252;ckten&#8220; sind unsere Feinde, nicht weil sie &#8222;barbarischer&#8220; w&#228;ren als andere (die Dronen unserer Demokratien k&#246;nnen durchaus mit ihnen mithalten), sondern weil es ihr Ziel ist, die Br&#252;che in der ausgebeuteten und beherrschten Klasse, welche schon ohne sie ausreichend existieren, zu vertiefen und zu verh&#228;rten. Auch wenn es nicht darum geht, auf eine Einheit des Proletariats zu hoffen (die Segmentierung ist der Lohnarbeit inh&#228;rent und die Einheit des Proletariats kann nur gleichbedeutend mit seiner Aufhebung sein), so geht es auch nicht darum, diese Br&#252;che im kulturellen und religi&#246;sen Bereich zu versteifen, indem man sie essentialisiert. Die &#8222;jungen Proletarier der Banlieues&#8220; sind nicht immuner als andere gegen den allgemeinen ideologischen Wandel von Klassenkonflikten (und Konflikten zwischen Segmenten der ausgebeuteten Klasse) in kulturelle Konflikte. Umso mehr, weil die Tatsache, sich als &#8222;Muslim&#8220; zu bezeichnen, im internationalen Kontext ein &lt;i&gt;Bild&lt;/i&gt; der absoluten Konfrontation liefert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;berlassen wir die Schlussfolgerungen den Historikern.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Dieser Tag war ein einzigartiges Ph&#228;nomen, weil: &#8222;Unsere grossen nationalen Tage waren fast immer Tage des Kampfes&#8220; (Jean-No&#235;l Jeanneney).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;Der erste Tag des demokratischen Internationalismus&#8220; (Michel Winock).&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;F&#252;r Pascal Ory war diese Demonstration der Einheit, wo die parteiischen, gewerkschaftlichen oder kommunitaristischen&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Die &#8222;Zweitrangigkeit&#8220; der &#8222;kommunitaristischen Gemeinschaften&#8220; ist falsch (...)&#034; id=&#034;nh4-8&#034;&gt;8&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt; Zugeh&#246;rigkeiten zweitrangig geworden sind, vielsagend bez&#252;glich des Zustandes unserer Gesellschaft: &#8222;Die Tatsache, nicht geschlossen hinter einer Organisation zu marschieren, 1001 verschiedene Parolen br&#252;llen, wie wir es am Sonntag gesehen haben, ist das Zeichen eines sehr fortgeschrittenen Individualismus, welcher unsere westlichen Gesellschaften charakterisiert. Was wir gesehen haben, ist gewiss eine Massenkundgebung, doch eine Kundgebung, welche mehrheitlich individualistische Leute vereint.&#8220;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Man k&#246;nnte sagen, dass Pascal Ory in j&#252;ngster Vergangenheit nicht viele Demonstrationen gesehen hat, denn w&#228;hrend diesen ist es immer seltener, &#8222;geschlossen hinter einer Organisation zu marschieren&#8220;, doch sehen wir dar&#252;ber hinweg, denn Pascal Ory hat n&#228;mlich Recht. Es war eine Masse von isolierten Individuen, d.h. eine Masse von B&#252;rgern, welche nur zuschauen konnte, wie ihnen gegen&#252;ber ihre Gemeinschaft in der Form von ungef&#228;hr 50 Staatschefs vor&#252;berzog. Was auch immer diese Individuen selber im Besonderen denken m&#246;gen und was auch immer das Misstrauen sein mag, welches diese nationale Staatsb&#252;rgerschaft gegen&#252;ber dem aktuell reell existierenden Staat unterhalten mag, war es &lt;i&gt;unsere abstrakte Universalit&#228;t&lt;/i&gt;, welche vorbeizog (auch wenn sie nicht beritten war, wie zu Zeiten Hegels), und gegen&#252;ber welcher sie, als B&#252;rger, ihre Ehrbekundung erneuert haben&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Diese Entsprechung des B&#252;rgers (sogar als solcher) und des Staates ist (...)&#034; id=&#034;nh4-9&#034;&gt;9&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;. Es war m&#246;glich, es nicht zu tun.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#8222;In der Geschichte ist die Euphorie h&#228;ufig kurzlebig und auf die grossen Momente des Enthusiasmus folgt selten eine paradiesische Zukunft&#8220; (Michel Winock). Paradiesisch oder nicht, die aktuelle Konjunktur der Klassenk&#228;mpfe (Vorherrschaft der Distributionsverh&#228;ltnisse &#252;ber die Produktionsverh&#228;ltnisse, Ungerechtigkeit der Distribution und ihr Verantwortlicher, der entnationalisierte Staat, rassialisierte Segmentierung des Proletariats, Authentizit&#228;t des Volkes gegen&#252;ber den Eliten, interklassistische K&#228;mpfe) f&#252;hrt dazu, dass, &#252;ber ein Ereignis hinausgehend, das schnell abschwellen wird, die Zukunft im unvermeidlichen widerspr&#252;chlichen Spiel zwischen dem konkreten, in den gesellschaftlichen Produktionsverh&#228;ltnissen engagierten Individuum und dem B&#252;rger, &lt;i&gt;seiner notwendigen Abstraktion&lt;/i&gt;, ausgemacht wird&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt; [&lt;a href=&#034;#nb4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; rel=&#034;appendix&#034; title=&#034;Wir sind hier auf der Ebene der Ideologie, unter welcher sich das (...)&#034; id=&#034;nh4-10&#034;&gt;10&lt;/a&gt;]&lt;/span&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;R.S&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&#220;bersetzt aus dem Franz&#246;sischen von &lt;a href=&#034;https://kommunisierung.net&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Kommunisierung.net&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;a href=&#034;https://dndf.org/?p=13979&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;Quelle&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;
		&lt;hr /&gt;
		&lt;div class='rss_notes'&gt;&lt;div id=&#034;nb4-1&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-1&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-1&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;1&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r eine vollst&#228;ndigere Analyse dieser aktuellen Situation, in wessen Kontext sich diese Mobilisierung abspielt, siehe den Text von &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt;, &lt;a href=&#034;https://www.kommunisierung.net/Eine-besondere-Sequenz&#034; class=&#034;spip_out&#034; rel=&#034;external&#034;&gt;&#034;Eine besondere Sequenz. Wo befinden wir uns in der Krise?&#034;&lt;/a&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-2&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-2&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-2&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;2&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Siehe Hegel, &lt;i&gt;Philosophische Prop&#228;deutik&lt;/i&gt;, Kapitel &#034;Begriffslehre&#034;, Abs&#228;tze 2 bis 10.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-3&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-3&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-3&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;3&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;F&#252;r die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gr&#252;nde dieser Konstruktion, siehe den Text &#034;M. Le Pen et la fin de l'identit&#233; ouvri&#232;re&#034;, &lt;i&gt;Th&#233;orie Communiste&lt;/i&gt; Nr. 18. Seit der Niederschrift dieses Textes 2002 sind wir von einer Zustimmung &#8222;in negativer Form&#8220; (das Verschwinden der Arbeiteridentit&#228;t) zu einer positiven Zustimmung im Rahmen der Bestimmungen und gesellschaftlichen Erscheinungsformen der Krise &#252;bergegangen (siehe hier ebenfalls &#034;Eine besondere Sequenz&#034;, obwohl dieser Text kritikw&#252;rdig ist: v.a. bez&#252;glich der starren Gegen&#252;berstellung von Produktions- und Distributionsverh&#228;ltnissen, worauf er gr&#246;sstenteils basiert).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-4&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-4&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-4&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;4&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Der Kommunismus wird die Interaktion von einzigartigen Individuen sein, welche von keiner Gemeinschaft subsumiert sind, deshalb ist die Bezeichnung &#8222;Kommunismus&#8220; als gesellschaftlicher Zustand problematisch.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-5&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-5&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-5&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;5&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Marx, &lt;i&gt;Zur Judenfrage&lt;/i&gt;.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-6&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-6&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-6&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;6&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Ebd.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-7&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-7&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-7&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;7&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Scheinbar ist die &#8222;nette Araberin&#8220;, Medienfigur des vergangenen Jahrzehnts, verschwunden.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-8&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-8&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-8&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;8&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Die &#8222;Zweitrangigkeit&#8220; der &#8222;kommunitaristischen Gemeinschaften&#8220; ist falsch in Anbetracht der massiven Abwesenheit (wenn man das so sagen kann) der &#8222;muslimischen Gemeinschaft&#8220;. Was in diesem Zusammenhang nicht als nebens&#228;chlich betrachtet werden kann.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-9&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-9&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-9&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;9&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Diese Entsprechung des B&#252;rgers (sogar als solcher) und des Staates ist aktuell ziemlich instabil, entweder untergr&#228;bt das konkrete Individuum den B&#252;rger, oder der Staat existiert nicht mehr als logische Folge des B&#252;rgers und der Zivilgesellschaft.&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;div id=&#034;nb4-10&#034;&gt;
&lt;p&gt;&lt;span class=&#034;spip_note_ref&#034;&gt;[&lt;a href=&#034;#nh4-10&#034; class=&#034;spip_note&#034; title=&#034;Anmerkungen 4-10&#034; rev=&#034;appendix&#034;&gt;10&lt;/a&gt;] &lt;/span&gt;Wir sind hier auf der Ebene der Ideologie, unter welcher sich das Versteckspiel zwischen Produktions- und Distributionsverh&#228;ltnissen abspielt (siehe, trotz seiner Grenzen, &#034;Eine besondere Sequenz&#034;).&lt;/p&gt;
&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;
		
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